Beiträge von Conor

    Dann schreibe ich auch mal kurz meine Meinung zu diesem wunderbaren Roman:


    Wunderbar und einfühlsam beschreibt Colum McCann das Leben in New York im Jahre 1974. Rahmenhandlung ist ein Seilakt: Ein Seiltänzer hat ein Drahtseil zwischen den Twin Towers gespannt und balanciert nun zwischen den Türmen hin und her.
    McCann erzählt die Schicksale verschiedener Personen: da ist Corrigan, der aus Dublin nach New York kommt. Er ist einem Orden beigetreten, der Keuschheit und Armut predigt. Corrigan hilft in New York den Prostituierten und anderen Hilfsbedürftigen.
    Claire Soderberg ist ein weiteres Schicksal. Sie hat ihren Sohn Joshua im Vietnamkrieg verloren.
    Des weiteren gibt es da Lara und Blaine, einen 18-jährigen Computerhacker, die Prostituierte Tillie mit ihrer Tochter Jazzlyn, Richter Soderberg, Adelita, Gloria und Jazzlyns Tochter Jaslyn.
    Die Geschichten sind teilweise aus der Ich-Perspektive erzählt: so erzählt Corrigans Bruder anfangs aus seiner Perspektive, weitere Ich-Erzähler sind Lara, Tillie , Adelita und Gloria.
    Alle Schicksale sind miteinander verwoben und werden von McCann wunderbar verknüpft. So entsteht ein recht lebendiges Kaleidoskop vom Leben in Manhattan der 70-er Jahre.
    Während der Seiltänzer sicher über das Seil gelangt, straucheln einige der Menschen, deren Schicksal hier beschrieben wird.


    Für diesen Roman hat Colum McCann den National Book Award erhalten.


    Den Seilakt hat es tatsächlich gegeben:Philippe Petit ief 1974 balancierte achtmal über das Seil

    Lauren Groff; Die Monster von Templeton; 1,5
    Ian McEwan; Am Strand; 2
    Philippe Claudel ; Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung; 1
    Colum McCann; Die große Welt; 1
    Xiaolu Guo; Ein Ufo, dachte sie; 2
    Johan Theorin; Nebelsturm; 1,5
    David Benioff; 25 Stunden; 1
    Barbara Piazza; Die Frauen der Pasqualinis; 2
    Thomas Glavinic; Der Kameramörder; 1


    :wave

    "Mattia hatte gelernt, dass es Paare von Primzahlen gab, zwischen denen immer eine gerade Zahl stand, die verhinderte, dass sie sich berührten. In Mattias Augen waren sie beide, Alice und er, genau dies: Primzahlen, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um einander wirklich berühren zu können."


    Giordano erzählt die Geschichte von Alice und Mattia in Zeitsprüngen -anfangs noch Kinder, werden sie zu Jugendlichen und dann zu Erwachsenen.
    Während Alice einen schweren Skiunfall hat, verliert Mattia durch seine Fehlentscheidung seine geistig behinderte Zwillingsschwester Michela.
    Beide stehen seitdem "neben sich", Alice wird magersüchtig und Mattia hat die Neigung zur Selbstverletzung. Außerdem haben beide Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen: Alice ist kurzfristig in der Clique von Viola, welche aber nur ein "falsches" Spiel mit ihr treibt. Mattia ist befreundet mit Denis, welcher in Mattia verliebt ist.
    Bei einer Party lernen sich Mattia und Alice kennen - beide fühlen eine große Anziehungskraft, befreunden sich auch -und dennoch stehen sie allein.
    Mattia hat eine große Leidenschaft: die Mathematik, wo er auch sehr begabt ist. Alice will Fotografin werden.


    Die melancholische Stimmung des Romans überträgt sich auch auf den Leser - was habe ich mitgefühlt und manches Mal hätte ich die beiden auch schütteln können.
    Die Sprache des Romans ist ansprechend und ergreifend - Giordano gelingt es, den Leser zu fesseln.
    Der Roman beschäftigte mich auch im Nachhinein.


    Der Titel des Buches ist vollkommen zutreffend.

    Das Buch habe ich vor kurzem gelesen.


    Meine kurze Meinung:
    Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Arnold.
    Arnold ist 14 Jahre, im Reservat gilt er als "niedrigster Indianer am Totempfahl", denn er stottert, lispelt und trägt eine überdimensional große Brille. Er wird gehänselt und verprügelt - nur sein Freund Rowdy und seine Eltern halten zu ihm.
    Im Reservat herrschen Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit , Alkoholismus und Prügeleien.
    Arnold nutzt die Chance und wechselt auf eine Schule für Weisse, die außerhalb des Reservates liegt. Nun sitzt er zwischen zwei Stühlen - für die Indianer ist er ein Verräter und auf der Schule anfangs noch ein Aussenseiter, bis er durch Penelope und durch den Sport Kontakt findet.
    Arnold muss mit vielerlei Schwierigkeiten kämpfen - schon der Schulweg ist schwierig, denn er muss 35 km bewältigen, die nicht immer sein Vater fahren kann, da dieser oft zu betrunken ist oder kein Benzingeld da ist. Mal muss Arnold trampen, mal auch ein Stück laufen.
    Doch er stellt sich den Schwierigkeiten.
    Sherman Alexies Roman ist oft tragikomisch und selbstironisch.
    Die Sprache ist fesselnd und die Themen ( Rassismus, Armut, kulturelle Unterschiede) doch auch aktuell und interessant.


    Absolut lesenswert!

    Zitat

    Original von Sigrid2110
    @ Conor: ja, ich weiß das noch ungefähr. Eigentlich geht es wohl da erst richtig los, als sie sich eben an all das nicht mehr erinnern kann, ihren Beruf aufgeben muss.
    Und zum Ende hin ist das schon ganz schön beängstigend, auch für die Familie.


    Da hilft dann auch keine besondere Intelligenz mehr :-(.


    Aber Du hast bestimmt wieder was Nettes ertauscht :-).


    Vielleicht versuche ich es ja irgendwann nochmal ;-)- möglicherweise war es ja auch einfach der falsche Zeitpunkt.(und übersehe dann die Nabelschau...)
    Aber ich glaube gerne, dass es- auch für die Familie - sehr beängstigend ist.


    :wave

    Zitat

    Original von Sigrid2110


    :wow Und ich war so begeistert davon. Hmm....also ich empfand das mit der "Nabelschau" eigentlich nicht so arg, obwohl es schon stimmt, was Du schreibst. Bis wohin bist Du denn mit Lesen gekommen?


    Sigrid:
    Nicht sehr weit - ca. bis zu der Stelle, wo Lisa Genova schreibt, dass auch alle Kollegen hochintelligent sind und ein geistreiches Leben führen. Es dürfte ca. bei S. 80 gewesen sein; ganz sicher bin ich mir aber nicht bei der Seitenzahl - das Buch ist schon vertauscht, daher kann ich nicht mehr nachschauen. :-(
    Es ging noch darum, das sie sich immer gut erinnern kann an irgendwelche Dokumente/Dateien - und die Kollegen waren beeindruckt, wenn ich mich recht erinnere.


    Liebe Grüße :wave
    Conor

    Das Buch habe ich leider abgebrochen.


    Diese Anhäufung von hochintelligenten Personen, die alle einen tollen Job haben und ein kulturelles Leben führen, hat mich doch sehr gestört.


    Das Thema "Gedächtnisverlust" interessiert mich aber schon.


    :wave

    Kurzbeschreibung amazon:
    Tyler ist Manager einer mittelmäßigen Rockband im Londoner East End. Sein Job ist nicht sonderlich lukrativ, er hält sich mit diversen Jobs über Wasser. Als sich endlich Erfolg abzeichnet und die Plattenfirma Geld in einen Videoclip stecken will, verschwindet der exzentrische Sänger der Band. Dass Tyler ihn schließlich in Los Angeles findet, löst keine Probleme - im Gegenteil: Banks verweigert jede weitere Zusammenarbeit und Tyler sieht sich zum ersten Mal in seinem Leben gezwungen, ernsthaft über sein Leben und das, was andere Zukunft nennen, nachzudenken. Auf der Flucht vor sich selbst und vor einer Entscheidung fährt er ziellos mit dem Mietwagen durch die Südstaaten der USA - bis sich am vermeintlichen Tiefpunkt seines Lebens überraschend ein Neuanfang ergibt.


    Ich habe es leider abgebrochen.
    Irgendwie hat mich das Buch gelangweilt ;-(- vielleicht war es auch ein falscher Zeitpunkt.


    :wave

    Aus der Amazon.de Redaktion
    Die Randgeschichten, die Funeral erzählt, kommen einem bekannt vor. Ende der 90 haben Eels-Mastermind E Todesfällen in der Familie und im Freundeskreis seelische Nackenschläge versetzt, die dann in dem herausragenden Album Electro-Shock-Blues aufgearbeitet wurden. Funeral von Arcade Fire weist starke Parallelen auf. Zwischen Sommer 2003 und Frühjahr 2004 trug die Band aus dem Montreal mehrere Angehörige zu Grabe. Immerhin konnten die gerade gegründete Gruppe die Hochzeit ihrer Mitglieder Win Butler und Régine Chassagne feiern. Das Debütalbum nannten die Kanadier trotzdem Beerdigung. Das lässt vermuten, dass die Stimmung drückend ist und die Noten Trauer tragen. Stimmt auch, stimmt aber auch nicht. Es geht neben Tod in den umwerfend guten Songtexten von Funeral auch um Ängste, Verzweiflung, Kälte und Zwänge. Oder die nie gesehene Heimat von Chassagne, deren Eltern Haiti verlassen mussten. Die musikalische Assoziationskette, die an einem vorbeirauscht, reicht von Pulp, Radiohead über David Bowie, Magnetic Fields, Tindersticks bis hin zu British Sea Power. Doch Arcade Fire sind keine Gruppe, die klingt wie...Arcade Fire haben extrem schnell eine ureigene, vielschichtige Klangsprache gefunden, die einen in Tempo, Stilistik, Schönheit und Gefühlschwankung immer wieder überrascht, hin und her reißt. Zwischen Indie-Rock, Hafenmusik, Trauermärschen und Tango wühlen Gitarren, Xylophon und Streicher ( was für Geigen!!) schwer in der Seele herum. Ganz, ganz großes Kino, dieses Album! --Sven Niechziol

    Der Roman beginnt am 21. März 1979, der Frühlingstagundnachtgleiche - an diesem Tag soll Shan Gu, hingerichtet werden. Angesiedelt ist die Geschichte in einem kleinen Ort, der in Zeiten von Mao Tse Tung entstanden ist. Dieser Ort liegt ca 1000 km von Beijing entfernt.
    Li erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven: die Hauptprotagonisten sind Herr und Frau Hua, das Ehepaar Gu (die Eltern von Shan), Bashi, Nini und der kleine Tonga.
    Herr und Frau Hua, die selbst keine eigenen Kinder hatten, haben ausgesetzte Babies, die übrigens alle weiblich sind, aufgenommen und sie großgezogen, obwohl sie arm sind.
    Das Ehepaar Gu verzweifelt am System, sie kann den Tod ihrer Tochter nicht einfach hinnehmen und hält an der Tradition fest. Sie müssen die Kugel bezahlen, die ihre Tochter töten wird -eine erschreckende Erkenntnis.
    Man bekommt viel Einblick von einem China, dessen System die Menschen unterdrückt, wo Misstrauen und Angst vor Repressalien herrschen.
    Ein zutreffender Satz ist auf S. 119 zu finden: "Der Tod war bei weitem nicht das Schlimmste, was einem Menschen passieren konnte."
    Man ist als Leser ganz dicht dabei und erfährt vieles, was ein Mensch einem anderen antun kann: Shan werden z.B. die Stimmbänder durchtrennt, damit sie keine konterrevolutionären Sprüche rufen kann während der Denunziationszeremonie; dann werden ihr nach ihrem Tod die Nieren entnommen, die als Transplantate dienen.
    Auch das Schicksal der Hauptprotagonisten ist nicht einfach, so wird Nini wie eine Dienerin/Sklavin von ihren Eltern gehalten. Nini, die entstellt ist (den Grund erfährt man auch im Roman), hat keine Hoffnung, dass sie geheiratet wird - da lernt sie Bashi kennen und ein Hoffnungsschimmer glimmt auf.


    Li 's Roman liest sich flüssig - die Perspektivwechsel sind rasant und auch die Protagonisten sind lebendig dargestellt.
    Die Erinnerungen YiYun Li's an ihr eigenes Leben im kommunistischen Chinas (70-er/80-er Jahre) und die Erzählungen der Eltern und Großeltern inspirierten Li zu diesem Roman.


    Dem Roman ist ein kurzes Interview und ein Bericht der New York Times vorangestellt.




    Herr Palomar :
    Es ist das Jahr 1979 ;-)
    :wave

    Ich habe das Buch vor kurzem beendet, es hat mir insgesamt schon gefallen.
    Es ist humorvoll - Harry und Lore piesaken sich ganz schön, aber wie heißt es doch: "Wer sich liebt, der neckt sich!" - und leicht zu lesen.



    Was mich allerdings gestört hat, dass es Heidenreich offenbar nicht unterlassen kann, auch hier Kritik an gewissen Schriftstellern (Philip Roth/ Daniel Kehlmann - speziell "Ruhm") zu üben.
    Ich finde, dass gehört nicht unbedingt in einen Roman. :gruebel

    Das Buch habe ich heute morgen beendet.
    Es hat mir gut gefallen, sprachlich wie auch inhaltlich. Die Kälte und die Stille werden für den Leser "fühlbar".
    Gerard Donovan ist ein wunderbar ruhiger, atmosphärisch dicht geschriebener Roman gelungen, der mich keinen Moment gelangweilt hat.
    Ebenfalls gut beschrieben sind die zwei unterschiedlichen Welten: Dorf/Leben in der Dorfgemeinschaft und sein Leben in der Einsamkeit/Hütte.

    Ich bin gestern mit dem Buch fertig geworden,nachdem ich es regelrecht verschlungen habe und bin sehr beeindruckt.
    Der Roman ist wunderbar geschrieben und melancholisch -mit den Protagonisten konnte man mitfühlen.


    Ich kann mich nur den tollen obigen Rezensionen anschließen. ;-)