Das Buch habe ich auch schon in meinen Suchaufträgen ![]()
Danke für die schönen Rezensionen.
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Das Buch habe ich auch schon in meinen Suchaufträgen ![]()
Danke für die schönen Rezensionen.
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Ein tolles Buch! ![]()
Ich kann mich den positiven Meinungen hier anschließen.
respektlos, direkt, komisch und ziemlich derb - ein historischer Roman mal ganz anders.
Liebe Grüße
ZitatZitat SweetMouse:
...flacht danach aber recht schnell ab. derzeit nervt mich dieses ewige hin und her der gefühle von viktoria, jack und christian.
Das nervt mich auch (und hat mich auch schon im 1. Teil genervt).
Ich habe jetzt den 2. Teil mal zur Seite gelegt und überlege, ob ich abbreche oder parallel ein anderes Buch lese. ![]()
edit: ich versuche mal das parallel Lesen. ![]()
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"Ich glaube an Gott. Das ist für mich ein echtes Problem."
Shalom Auslander berichtet von seiner Kindheit in einer lieblosen, aber frommen Familie in einem jüdisch-orthodoxen Viertel in New York, von seiner Ehe und der Geburt seines Sohnes und erzählt von seiner inneren Zerrissenheit bezüglich der Beschneidung.
Als Kind musste er sich den vielen Regeln unterordnen, muss den Traditionen des Vaters und des Rabbis folgen. Für Shalom ist der Gott ein strafender Gott, der ihm das Leben schwer macht.Dauernd fürchtet Shalom, dass jemand bestraft wird, sollte er einen Fehler begehen.
Ihm wird vorgeschrieben, was er zu essen hat - was ist koscher, was nicht?
In der Pubertät beginnt er daher, diese Regeln zu brechen und geht dann eine Zeitlang nach Jerusalem, um auf den rechten Weg zurückzufinden.
Noch als Erwachsener plagen ihn Gewissensbisse und die Zerrissenheit.
Um mal ein Beispiel zu nennen:
Um ein Spiel der Rangers live zu erleben, legt er mit seiner Frau Orli 20 Kilometer zu Fuß zurück - nur weil Samstag/Schabbat ist und es verboten ist, den Bus oder das Auto zu benutzen. Als die Rangers verlieren, isst er zur Strafe Gottes einen Hot Dog.
Sein Schreibstil ist zum Teil recht derb - so benutzt er zum Beispiel das Wort "Fuck you".
Auslander hat einen respektlosen, bitterbösen, aber auch unterhaltsamen Roman geschrieben, der einen auch im Nachhinein noch beschäftigen kann.
Zudem erfährt man etwas über die jüdisch-orthodoxen Regeln.
Jonas führt mit Frau und 2 Kindern ein durchschnittliches Leben; er hat einen langweiligen Job und eine Geliebte, Marie.
Da begegnet ihm eines Tages ein Mann, der ihm drei Wünsche gewährt. Jonas erwidert daraufhin: " Ich wünsche mir, dass sich alle meine Wünsche erfüllen. Dies ist mein erster Wunsch, und auf die zwei anderen kommt es nun nicht mehr an, ich schenke sie Ihnen."
Nun verändert sich Jonas' Leben und er sich selbst auch. Es geschehen ungewöhnliche Dinge -surreale und zum Teil auch albtraumhafte Szenen, wo es auch für den Leser schwierig wird zu unterscheiden, was nun Fiktion/Traum und was Realität ist.
Jonas' innersten Wünsche/Gedanken gehen in Erfüllung; Wünsche, die man eigentlich nicht ausspricht und die Chaos auslösen, werden sie erfüllt.
Als Beispiel fällt mir gerade der Fußgänger ein, der (nach dem Empfinden von Jonas) zu langsam über den Zebrastreifen geht und dann von einem Lastwagen angefahren wird.
Für mich war es ein Buch, was sprachlich leicht zu lesen war, aber inhaltlich nicht so ganz einfach war - was mich aber durchaus gefesselt hat.
Mit Sicherheit ist es ein Buch, wo ich mir vorstellen könnte, es ein zweites Mal zu lesen.
Liebe Grüße
Francoise Dorner; Die letze Liebe des Monsieur Armand; 2
Jan Koneffke; Eine nie vergessene Geschichte; 1
Lewis Carroll; Alice im Wunderland; 2
Susann Pásztor; Ein fabelhafter Lügner; 1,5
Peter Stamm; Sieben Jahre; 3,5
David Safier; Plötzlich Shakespeare; 2,5
Pawel Sanajew; Begrabt mich hinter der Fußleiste; 2
Andrew Sean Greer; Geschichte einer Ehe; 3
Kristof Magnusson; Das war ich nicht; 1,5
Claus Stephani; Blumenkind; 2
Stephan Thome; Grenzgang, 1
Adam Davies; Goodbye Lemon; 1,5
Thomas Glavinic; Das Leben der Wünsche; 2
Liebe Grüße
Aus der Amazon.de-Redaktion
Anja Plaschg alias Soap&Skin hätte sich fügen und in einem steirischen Dorf mit den Eltern Schweine mästen, den verhassten Klavierunterricht lustlos weiterführen können. Nie hätten wir ihre unglaubliche Stimme und die digital angereicherten, fesselnden Piano-Balladen ihres umwerfenden, bemerkenswert reifen Debüts Lovetune For Vacuum zu hören bekommen. Zum Glück entschied sie sich schon in jungen Teenagerjahren und für ein anderes Leben, getrieben vom Wissen, was sie nicht will und dem wissen, was sie will. Nicht aber vertrieben von den Eltern, zu denen sie ein herzliches Verhältnis pflegt. Mal gerade 18 Jahre ist die Österreicherin zum Veröffentlichungszeitpunkt dieses jede Sekunde fesselnden Albums alt, da hat sie das Kunststudium in Wien bei Daniel Richter schon abgebrochen und das einst ungeliebte Piano ist Teil des Lebens geworden. Damit, ein wenig Elektronika und ihrer Stimme erzielt sie auf Lovetune For Vacuum und vor allem live eine Wirkung, der man sich kaum entziehen kann. Der Stil ihrer sich keinem Pop-Schema unterwerfenden Stücke ist jetzt schon an diesem frühen Punkt so einzigartig und unverkennbar wie bei Antony & The Johnsons, Kate Bush oder einst Nico. Wenn sie ihren Scherz herausschreit, einem Sehnsüchte entgegenschleudert, die Seele herauskotzt, einen mit Ängsten konfrontiert oder Hilferufe aussendet, dann bleibt sie doch immer unnahbar, unerreichbar. Völlig verwirrt und berauscht von diesen kristallklaren Liedern - von denen „Spiracle“ alle anderen noch übertrifft - stellt sich immer wieder die Frage: Ist Anja Plaschg Soap&Skin, vereinen sich hier zwei Personen, überlappen sich zumindest oder handelt es sich um ein Kunstprodukt, ein divenartiges Rollenspiel? Sie weiß es selber nicht. Wer so betörende, verstörende und beklemmenden Stücke komponiert, von beinahe erschreckender Offenheit ist, hinterlässt eher den Eindruck, aufrichtig die eigenen Dämonen vertreiben zu wollen. Ein Geschenk, diese Platte. - Sven Niechziol
Mir hat der Roman auch gut gefallen und kann mich den vorhergehenden Meinungen anschließen. ![]()
Das Buch habe ich vor einiger Zeit ebenfalls gelesen und es hat mir gut gefallen.
Hier meine kurze Meinung:
Ein Ehepaar besucht ein befreundetes Paar in dessen Haus in der Steiermark. Sie wollen die Ostertage miteinander verbringen.
Im Fernsehen hören sie von dem brutalen Mord an zwei kleinen Jungen, die mit der Kamera von dem Mörder aufgezeichnet wurden. Die Morde sind ganz in der Nähe geschehen.
Immer wieder unterbrechen die Freunde ihr Spiel, um die Nachrichten zu verfolgen. Sie werden schon fast süchtig nach Neuigkeiten, wobei jeder ein wenig anders dabei reagiert. Das Grauen schreckt ab und fasziniert gleichzeitig.
Dabei wird es immer voyeuristischer - ein Sender will den Film mit den grausamen Morden in der Nacht zeigen.
Das Ende des Romans ist unvorhersehbar.
Im Grunde kann man diesen Roman auch als Medienkritik und Kritik an der Sensationslust verstehen.
Das Geschehen wird distanziert und eigentlich auch emotionslos von dem Ich-Erzähler berichtet. Dabei kommt keine direkte Rede vor, auch gibt es keine Kapitel oder Absätze.
Der Roman wurde mit dem Glauser-Krimipreis 2002 ausgezeichnet; wobei es für mich aber kein typischer Kriminalroman ist.
Klappentext:
"Eine junge Frau ohne Mann gehört niemanden, und dann manchmal allen. Das ist ihr Schicksal..." Beila, deren auffallend schönes rotes Haar ihr zum Verhängnis werden könnte, muss ihr geliebtes Dorf Arvinitza verlassen, als ihr Mann Jacob von den Wölfen geholt wird. Jahre der Angst und der Entbehrung liegen vor ihr, aber auch Begegnungen großer Leidenschaftlichkeit... Nach der Geburt ihres "Blumenkindes" ist sie gezwungen, immer weiter zu ziehen, bis in die östlichen Karpaten, in die Bukowina, und schließlich in das verträumte, weltabgeschiedene Marmatien. Hier blühen alte Mythen und Märchen, hier leben Deutsche und Juden, Rumänen und Ruthenen, Ungarn, Slowaken und Zigeuner in den Dörfern Seite an Seite, bis die Faschisten kommen...
Jahrzehnte später, 1965, macht sich Maria, Beilas "Blumenkind", auf den Weg in diese bis heute abgeschiedene Gegend Europas, um dem Schicksal ihrer Mutter auf die Spur zu kommen ..und verliebt sich dort - ahnungslos, tragisch - selbst in ein Blumenkind.
Die Rumänen nennen es "copil din flori", denn es wird auf blühenden Sommerwiesen gezeugt. Aber selbst ein Blumenkind kann in kalten Winternächten von den Wölfen oder gar vom Prikulitsch geholt werden...
Der Autor:
Claus Stephani, geboren 1938 in Brasov (Kronstadt), Schriftsteller, Ethnologe, Kunsthistoriker, Journalist. Studium der Germanistik, Rumänistik und Journalistik in Bukarest, danach Redakteur der Monatsschrift Neue Literatur. Seit 1990 lebt Claus Stephani in München, wo er Europäische Ethnologie studierte und 1994 promovierte.
Passionierter Sammler und wissenschaftlicher Publizist ostjüdischer Märchen und Lebensberichte. Zahlreiche Buchveröffentlichungen und Beiträge in internationalen Zeitungen, Zeitschriften und im Rundfunk.
Blumenkind ist sein erster Roman.
Meine Meinung:
Die Jüdin Beila muss nach dem Tod ihres Mannes Jacob das Dorf Arvinitza verlassen und findet Unterschlupf bei einem entfernten Vetter ihres Mannes. Sie lässt sich auf einen Fremden ein und wird schwanger. Auch hier sehen die Männer in ihr Freiwild.
Beila muss weiterziehen, flüchten, bis sie in einem Dorf auf ein freundliches Ehepaar trifft, die sie und ihr Kind aufnimmt. Sie fühlt sich dort wohl.
Der 2. Weltkrieg beginnt und damit Faschismus und Judenverfolgung. Das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Gruppen wird gestört - Verrat und Willkür sind an der Tagesordnung. Beila muss aufpassen, schon ihr auffallend rotes Haar ist Grund zur Annahme, dass sie anders ist, eine Jüdin.
Claus Stephani schildert mit seinem Roman sehr anschaulich den Leidensweg einer alleinstehenden Frau in einer archaischen Welt mit ihren Mythen und Ritualen.
Abschnittsweise wechselt der Autor in das Jahr 1965, wo sich Beilas Tochter Maria auf den Weg gemacht hat, um etwas über die Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren.
Das Schicksal Beilas hat mich sehr berührt und ich habe den Roman gerne gelesen. Nur das Ende fällt gegenüber dem Rest des Romans ein wenig ab, dies ist aber durchaus zu verschmerzen.
8/10 Punkten
Anthony McGowan - Der Tag, an dem ich starb
Inhalt:
Roth wollte uns glauben machen, dass es auf der Welt nur zwei Dinge gab:
seine Faust und das Gesicht, in das er sie rammte. Man konnte auf der Seite der Faust sein und Schmerz zufügen oder auf der Seite des Gesichts und zermalmt werden. Man war entweder der Schläger oder der Geschlagene. Eine dritte Möglichkeit gab es nicht.
"Vielschichtig, sprachgewaltig, gnadenlos!" Bookseller
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Kim Echlin - Der verschollene Liebhaber
Inhalt:
30 Jahre mussten vergehen, bis sich Anne Greves der Vergangenheit stellen kann. Sie erinnert sich an die Jugende im Montreal der 1970-er Jahre und an Serey. Gegen den Widerstand ihres Vaters verliebt sie sich leidenschaftlich in den sanften Rebell und Musiker. Doch es bleiben ihr nur wenige Monate, bevor Serey in sein Heimatland zurückkehrt, das vom Krieg gepeinigte Kambodscha.
Zehn Jahre verrinnen ohne ein Wort von ihm, dann folgt sie dem Ruf des Herzens.Wie durch ein Wunder finden sich die Liebenden ein zweites Mal. Doch Serey ist nicht mehr derselbe.
Tod, Verwüstung und ein gefährliches Geheimnis lasten schwer auf seiner Seele.
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Auch für mich ist dies das erste Buch von Imre Kertesz, aber ich kann mir gut vorstellen, dass ich noch weitere lesen möchte.
"Roman eines Schicksallosen" hat mich doch sehr beeindruckt.
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Herr Palomar:
Ich kenne die Verfilmung nicht - aber das werde ich wohl noch nachholen.
Übrigens wollte ich noch danken für die Buchtipps, die du gegeben hast.
S. 173:
Das Vorstellungsvermögen bleibt bei der Arbeit frei.
Er ist zwar körperlich zugegen,aber steht trotzdem irgendwie neben sich, allerdings ist auch die Phantasie begrenzt. Er kann sich nicht in weit entfernte Länder versetzen -am liebsten versetzt er sich nach Hause.
Dies ist sicher auch eine Art Flucht.
Außerdem beginnt er zu bereuen, dass er z.B.so manches Essen abgelehnt hat oder sich wegen Nichtigkeiten gestritten hat - jetzt will er, dass Frieden herrscht, wenn er nach Hause kommt.
Auf S. 192 ist mir aufgefallen, dass nicht von "Menschen" die Rede ist, die auf den Lastwagen geworfen werden, sondern von "Körpern".
ZitatHerr Palomar:
Ich vermute, nur die Altersangabe 16 und Arbeitsfähigkeit lassen Györky die Selektion überstehen. Danach Demütigungen durch die Rasur und Einkleidung.
Das vermute ich auch - gut, dass die Sträflinge diesen Tipp gegeben haben.
Schlimm ist dann, wenn man lesen muss, dass Kinder eine besondere Behandlung bekommen - Schule statt Arbeit und noch später liest man vom Krematorium.(S.120)
Was mir auch aufgefallen ist, wie der Ich-Erzähler Truppe der SS schreibt:er findet sie gar nicht gefährlich, sie schreiten gemütlich die Länge der Kolonne auf und ab, beantworten Fragen, klopfen herzlich auf den Rücken (S.95)
Auch zeigt er Verständnis, dass jeder ein Gewehr auf der Schulter hat -schließlich sind sie Soldaten oder eine Peitsche - schließlich waren ringsum Sträflinge. (S. 96)
Stimmt -und man soll hinnehmen, was "Gott für uns beschlossen hat" (S.35)
Da könnte man glauben, dass sie nicht wissen, was auf sie zukommt.
Gehört schon in den 2. Teil
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