Beiträge von Edelfeder

    Anouk Geneviève von Roijer-Peerenboom ist eine von fünf Auserwählten, die gemeinsam den Spuren einer jahrhundertealten Sensation nachgehen. Eine Expedition in den Untergrund von Paris – streng reglementiert und absolut geheim. Außerdem im Team: Jules Makra, William Park, Hayden Maiburgh und Lilly Watts. Sie alle sind überaus geeignet für diese besondere Reise. Ihre Kontakt- und Begleitperson ist Professor Dr. Thibault Dorf, der inmitten seiner vier Bodyguards wohl den groteskesten Auftritt am Treffpunkt hat. Vor Ort wird darüber hinaus Miss Sei, leitende Wissenschaftlerin der Sapani Corporation, assistieren. Und schon startet das Projekt Papillon!


    Warum ausgerechnet Teenager im Alter von sechzehn bis siebzehn Jahren anstelle von erfahrenen Archäologen oder renommierten Kunsthistorikern die sagenumwobene Fundstätte unter dem Château du Bessancourt ergründen, bleibt zunächst fraglich. Nichtsdestotrotz erwartet die jungen Leute nicht nur ein architektonisches Wunder des 18. Jahrhunderts, sondern das größte Abenteuer ihres Lebens …


    Über dreißig Meter unter der Erdoberfläche nimmt unerwartetes Unheil unaufhaltsam seinen Lauf. Nicht alles lässt sich rational erklären und nicht alles folgt logischen Abläufen. Das Palais du Papillon ist für die Hauptfiguren ebenso ein spannendes Verwirrspiel wie für die Leserschaft. Gleich zu Beginn wird die Gruppe unter merkwürdigen Umständen um ein Mitglied ärmer. Hayden hat es erwischt. Damit bekommt das Projekt einen negativen Anstrich und es steht wohl außer Frage, dass ihnen die Veranstalter böse mitspielen. Gut für den Spannungsbogen!


    Fünfundfünfzig Kapitel in erster Person Singular aus Anouks Blickwinkel sowie regelmäßige Einschübe, ebenfalls in erster Person Singular, aus der Perspektive von Aurélie du Bessancourt aus dem Jahre 1789 treiben das Geschehen einst wie heute auf einen mysteriösen Höhepunkt zu. Kurze Abschnitte kommen hierbei einem zügigen Lesefluss zugute. Der Palast birgt viele Räume und ein jeder hält eine Überraschung bereit. Einige hiervon sind wirklich gefährlich. Ab und an wird es sogar recht brutal. Insgesamt bewegt sich die Erzählung zwischen Phantasie, Historie, Wissenschaft und Familientragödie. Die größten Rätsel der Menschheit sind das Leben und der Tod. Im PALAST DER FINSTERNIS liegt die Lösung irgendwo dazwischen!


    PALAST DER FINSTERNIS erscheint als Paperback im Diogenes Verlag.
    Das Cover fällt vor allem durch metallischen Schimmer ins Auge. Aber auch das Motiv selbst wirkt mysteriös und weckt Neugier auf den Inhalt. Rückseite und Innenklappen halten Informationen über Inhalt und Autor, darüber hinaus auch die Einladung der Sapani Corporation zur Exkursion bereit.


    Fazit:


    Im PALAST DER FINSTERNIS erwartet die Leserschaft ein, im wahrsten Sinne des Wortes, finsteres Abenteuer zwischen Phantasie und Wirklichkeit. STEFAN BACHMANN schickt seine jungen Hauptfiguren in ein unterirdisches Labyrinth unterschiedlicher Gefahren. Die Geschichte bewegt sich zwischen Leben und Tod, Freundschaft und Einsamkeit. Spannend und unterhaltsam!

    Buchinhalt (gem. Verlagsseite)
    Gärten können nicht nur Orte der kreativen Entfaltung oder des Ernteglücks sein, sondern auch als privater Rückzugsraum dienen. Hier können wir vom Alltag abschalten, unser Ruhebedürfnis stillen und uns dem achtsamen Umgang mit uns selbst widmen. Unser Buch zeigt Ihnen an vielen Beispielen, wie Sie Ihre ganz persönliche Oase gestalten können, ohne den Garten als Ganzes komplett verändern zu müssen. So kann Ihr Garten für Sie zur meditativen Oase werden, in der Sie auftanken und neue Kraft schöpfen.


    Autor (gem. Verlagsseite)
    Karin Heimberger-Preisler, Diplom-Biologin, hat schon bald nach ihrem Studium mit dem Schreiben über Pflanzen- und Gartenthemen begonnen. Regelmäßig arbeitet sie für führende Gartenzeitschriften, besonders gerne schreibt sie Porträts über Gärtner und ihre Refugien. In ihrem blumigen Greenfingers-Studio veranstaltet sie regelmäßig Kreativkurse.


    Rezension
    Der Alltag mag mit noch so viel Stress und Sorgen verbunden sein, die Arbeit mit Pflanzen, sie hegen und pflegen, und sich schließlich an den Ergebnissen erfreuen, ist für mich seit jeher ein Ruhepol. Diesen Aspekt greift auch KARIN HEIMBERGER-PREISLER unter anderem in ihrem Werk GÄRTEN DER ACHTSAMKEIT auf. ORTE DER RUHE GESTALTEN UND GENIEẞEN ist viel mehr, als ein moderner Trend. Lässt man sich voll und ganz darauf ein, hebt es die Lebensqualität und sorgt sogar ein Stück weit für inneren Frieden.


    Nach einleitenden Worten zu Achtsamkeit im Allgemeinen und Meditation im Besonderen sowie einer Gartenreportage über das Zen-Kloster Liebenau, ist das Buch in vier Abschnitte unterteilt. Im Fokus befinden sich Stein, Holz, Wasser und Pflanzen. Steine stehen für Geborgenheit und Beständigkeit. Muster und Strukturen besänftigen. Mit Steinen lassen sich Ruheorte, Wege oder ganze Miniaturgärten gestalten. Der Individualität sind kaum Grenzen gesetzt. Mit Holz lassen sich nicht nur Wege durch das Pflanzenreich führen und Stege am Wasser bauen, es schützt auch die Privatsphäre als Zaun oder Laube. Außerdem ist es als Sitzgelegenheit unermesslich, als Skulptur unerschöpflich. Und träumt nicht jedes Kind von einem Baumhaus?! Wasser ist die Quelle des Lebens. In seinem Anblick könnte ich mich stundenlang verlieren. Ob gezähmt oder in bewegter Form, finden sich zahlreiche Anregungen für das eigene Heim in diesem Kapitel. Last but not least betrachtet die Autorin Pflanzen als Wunder der Natur. Zu Recht! Pflanzen bahnen sich auf verschiedene Arten einen Weg. Sie klettern, sie ranken und wogen im Spiel des Windes, sie spenden Schatten und streben scheinbar selbstbewusst der Sonne entgegen. Mit Pflanzen lassen sich wunderschöne Lieblingsplätze gestalten – rund ums Jahr.


    Neben allerlei Wissenswertem besticht GÄRTEN DER ACHTSAMKEIT mit vielen schönen Fotografien, deren Betrachtung nicht nur Augenweide, sondern auch Quelle innerer Ruhe ist. Mannigfaltige Gestaltungstipps wecken Motivation, die ein oder andere Idee in den eigenen Gefilden umzusetzen. Meditationsübungen schulen den Sinn für Details und die Konzentration auf den Augenblick. Gartenreportagen spornen nicht nur zu Ausflügen an, sondern enthalten darüber hinaus Aspekte, die sich wie beschrieben oder in Abwandlung im eigenen Gartenprojekt umsetzen lassen. Im Anhang dürfen Literaturhinweise, Kontaktdaten, Bezugsquellen und Bildnachweise selbstverständlich nicht fehlen. Mit kurzer Information zu KARIN HEIMBERGER-PREISLER, Dank und Impressum schließt das Werk.


    GÄRTEN DER ACHTSAMKEIT – ORTE DER RUHE GESTALTEN UND GENIEẞEN erscheint als hochwertiges Hardcover bei DVA. Das Layout ist modern und ansprechend, die vielen Schaubilder und Fotografien sind eine wahre Augenweide. Zitate, hier und da eingeflochten, regen zum Nachdenken an. Ein Titel, den man sich immer wieder gern anschaut.


    Fazit
    GÄRTEN DER ACHTSAMKEIT ist ein Buch, das mich optisch und inhaltlich schlichtweg begeistert. KARIN HEIMBERGER-PREISLER vermittelt nicht nur Wissenswertes lebensnah und unkompliziert, der Leser erhält darüber hinaus tolle Anregungen für sein persönliches Wohlfühlambiente und Inspirationen für kleinere Achtsamkeitsübungen. Auch als Geschenk prima!

    Buchinhalt (gem. Verlagsseite)
    Paris hat eine dunkle Seite ...
    Sie nennen sich selbst die Kämpfer der Schatten und haben der Stadt den Rücken gekehrt. Vom hellen Licht sind sie in das Reich der Dunkelheit hinabgestiegen, in die Katakomben tief unter Paris. Unter ihnen lebt Léon, der magische Fähigkeiten besitzt. Er allein weiß um die Macht des Meisters der Finsternis, dessen Ziel es ist, Paris zu vernichten. Als Léon eines Tages der schönen Claire das Leben rettet, ist es um sie beide geschehen. Léon nimmt Claire mit in seine düstere Welt; Licht und Schatten verbinden sich. Doch das Glück der beiden ist nicht nur dem attraktiven Adrien ein Dorn im Auge, der schon lange in Claire verliebt ist, sondern vor allem dem Meister der Finsternis selbst, der seine ganz eigenen Pläne mit Léon hat. Schon bald werden die beiden Liebenden zum Spielball dunkler Mächte.


    Autor (gem. Verlagsseite)
    Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt »Die Tochter des Salzsieders« ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. Ihr Markenzeichen: faszinierende, lebensnahe Heldinnen. Nach ihren beiden großen historischen Jugendromanen »Das Jahr der Verschwörer« und »Die Maske der Verräter« hat die vielseitige Autorin inzwischen ihre erste Fantasy-Saga für Jugendliche verfasst, die auf Anhieb ein Erfolg wurde: »Die Erben der Nacht«. Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.


    Rezension


    Wann immer ich zu einem Titel von ULRIKE SCHWEIKERT gegriffen habe, bin ich mühelos in einer anderen Welt versunken. Vor allem die Romane um Peter von Borgo alias András Petru Báthory sind mir in guter Erinnerung geblieben. Umso mehr habe ich mich auf die neue Lektüre gefreut, die mich in die Stadt der Liebe, ins Licht aber eben auch in die Dunkelheit entführt. Ausgangspunkt ist die Geschichte von Claire, einem Mädchen, das gezwungen ist, fernab ihrer Heimat Amerika ein neues Leben in Frankreich zu beginnen. Erzählt werden einunddreißig Kapitel, eingebettet in Pro- und Epilog, in dritter Person Singular aus wechselnden Perspektiven. Das Szenario entspricht zunächst dem Üblichen: Ein Teenager, neu in der Schule, macht sich mit den hiesigen Gepflogenheiten vertraut und knüpft erste Kontakte. Ein zickiges Mädchen gibt den Ton an, ihr Hofstaat folgt ihr bedingungslos, andere wiederum werden zur Konkurrenz oder gleich zum Außenseiter abgestempelt. Natürlich ist auch der klassische Sonnyboy mit von der Partie, der die Aufmerksamkeit der holden Weiblichkeit auf sich zieht. Auch Claire riskiert einen Blick. Soweit alles schon mal dagewesen. Mädchenschwarm Adrien lädt die Neue selbstredend zu einer hippen Party ein und schon sind die Weichen für den besonderen Charme des Romans gestellt. Die Feier findet nämlich in den Katakomben statt, einem endlosen Labyrinth in undurchdringlicher Finsternis. Claire betritt die geheime Unterwelt von Paris! Damit nicht genug, erweist sich sogleich ein sanftmütiger Fremder als Retter in der Not. Léon – geheimnisvoll und dennoch vertraut. Ein junger Mann, der nicht nur Schattenseiten gesehen, sondern in manchen Abgrund geblickt haben mag. Claire ist fasziniert! Als sich ihre Wege hernach erneut kreuzen, zweifelt sie fast an ihrem Verstand. Was ist es nur, was die beiden verbindet und immer wieder zueinander führt?


    ULRIKE SCHWEIKERT erzählt vom Paris der Gegenwart und der Vergangenheit. Die historischen Eckdaten sind fundiert und überzeugen im Detail. Claire, im Mittelpunkt des Geschehens, erweist sich als patenter Teenager. Sie hat keine Angst vor der Fremde, lebt sich schnell ein, findet sich in der Schule zurecht und knüpft alsbald Freundschaften. In romantischer Hinsicht verfällt auch sie zunächst dem Jungen aus gutem Elternhaus, der den Mädchen reihenweise den Kopf verdreht. Noch reizvoller ist allerdings der Ungreifbare aus der Dunkelheit. Umgeben von einer düsteren Aura und allerlei Geheimnissen, ist er auch dem Leser ein willkommenes Rätsel. Hier ist eindeutig Magie im Spiel! Die Autorin geizt nicht mit Hinweisen und Andeutungen. Insgesamt ist der Lesefluss recht ruhig, ich möchte sagen besonnen. Man merkt dem Buch LÉON & CLAIRE – ER TRAT AUS DEN SCHATTEN an, dass der große Knall erst in der Fortsetzung LÉON & CLAIRE – ER FAND SIE IM LICHT erfolgt. Nichtsdestotrotz arbeiten sich die Vorkommnisse im Auftakt gezielt auf den fantastischen Konflikt Licht gegen Finsternis zu. Es handelt sich dabei allerdings nicht um das herkömmliche Gut gegen Böse, denn diese Extreme sind zwei Seiten einer Medaille, aus einer Person entstanden. Dieser Punkt dürfte im zweiten Band der Dilogie genauso spannend werden wie die Auflösung des leichten Cliffhangers zum Abschluss des ersten Romans.


    LÉON & CLAIRE – ER TRAT AUS DEN SCHATTEN erscheint in gebundener Form im cbt Verlag.
    Der schwarze Einband mit goldener Schrift steckt in einem recht schlichten Schutzumschlag mit Pfiff. Auf ebenso schwarzem Hintergrund mit zahlreichen sternengleichen Tupfern sieht man einen güldenen Ring aus glänzendem Spotlack, der nicht nur die Silhouette von Paris widerspiegelt, sondern sich zudem wunderbar mit einem weiteren Ring des zweiten Bandes ergänzen wird. Die Fortsetzung ist übrigens sinngemäß mit weißem Hintergrund, passend zu den Untertiteln über Schatten und Licht. Auch im Innern des Buches finden sich Highlights: Goldenes Vor- und Nachsatzpapier sowie zu jedem Kapitelanfang eine kleine Illustration im Scherenschnitt, ebenfalls die Erkennungsmerkmale von Paris. Toll gemacht!


    Fazit


    ULRIKE SCHWEIKERT entführt ihre Leser im Zweiteiler LÉON & CLAIRE in ein düster-romantisches Paris voller Geheimnisse und Magie! ER TRAT AUS DEN SCHATTEN besticht mit ruhigem Erzählton, fundierter historischer Recherche und fantastischem Flair. Eine gelungene Vorbereitung auf den Kamp Licht gegen Finsternis im Finale ER FAND SIE IM LICHT.

    Buchinhalt (gem. Verlagsseite)
    Fotografieren wie die Profis - Digitalkameras bieten zahllose Einstellungsmöglichkeiten für Standardsituationen. Wenn Sie aber die 08/15 Fotografie hinter sich lassen möchten und durch eine durchdachte Bildkomposition und den gezielten Einsatz von Blende und Belichtungszeit zu besseren, individuelleren Bildern kommen möchten, ist dieses Buch das Richtige für Sie.



    Autor (gem. Verlagsseite)
    Michael Hennemann ist als freischaffender Reisefotograf weltweit unterwegs. Er hat bereits einige erfolgreiche Bücher zur Fotografie und Bildbearbeitung verfasst. Sein umfangreiches Know-how aus der professionellen Aufnahmepraxis und dem digitalen Fotolabor gibt er gerne an alle Fotoenthusiasten weiter.


    Rezension
    Fotografie – Zeichnen mit Licht: Auch für Laien eine wunderbare Möglichkeit, ohne viel Aufhebens kreativ zu sein. Darüber hinaus macht es die Fotografie spielend einfach, Erinnerungen fest- und besondere Momente lebendig zu halten. Menschen und Tiere, Landschaften und Gebäude, Licht und Schatten, ach im Grunde lässt sich alles irgendwie einfangen. Mit digitaler Fotografie werden Lust und Laune kaum noch Grenzen gesetzt. Wer allerdings an Filmspulen, klassische Motivwahl via Sucher („Guckloch“) und Chemikalien in der Dunkelkammer denkt, wird die analoge Fotografie vielleicht dann und wann vermissen. Auch ich habe mich eingangs schwergetan, auf das digitale Pferd umzusatteln. Irgendwann war der Knoten geplatzt und die Vorzüge der neuen Technologie erkannt. Intuitive Bedienung, learning by doing, einfach drauf los. Was nichts wird, wird gelöscht. Leichter geht es nicht! Irgendwann ist aber auch der Punkt erreicht, da möchte man mehr als nur Schnappschüsse auf gut Glück. Wohl dem, der nun auf ein Einführungswerk wie DIGITALE FOTOGRAFIE – FÜR EINSTEIGER von MICHAEL HENNEMANN zurückgreifen kann. Der freischaffende Reisefotograf und Autor zeigt Schritt für Schritt wie auch Hobby- und Gelegenheitsfotografen nahezu perfekte Fotos erzielen. Das Buch ist grundsätzlich in sieben Kapitel unterteilt, die verschiedene Bereiche zusammenfassen. Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis ebnet anhand aussagekräftiger Überschriften den Weg durch sämtliche relevante Themen zum Einstieg in die Materie. Im Vorwort erklärt MICHAEL HENNEMANN zunächst sein Anliegen, sich auf Fotopraxis und Bildergebnisse konzentrieren zu wollen. Auch Fotoneulinge brauchen also keine Angst vor allzu ausschweifender, komplexer Theorien und Techniken zu haben. Das Herzstück des Ratgebers umfasst:


    • Fotografieren statt knipsen: der Weg zu guten Bildern
    z. B. Grundlagen zur Motiv- und Formatwahl, Perspektive, Farben und Kontraste
    • Eindrucksvolle Landschafts- und Naturaufnahmen
    z. B. Sonnenuntergänge, Berg- und Küstenlandschaften
    • Reisefotografie: unterwegs mit der Kamera
    z. B. Planen, Ausrüsten, Entdecken
    • Fotografieren bei wenig Licht und in der Dunkelheit
    z. B. Nachtaufnahmen, Feuerwerk und kreative Effekte
    • Familie und Freunde als Fotomotiv
    z. B. Kinder, Hochzeiten und Porträts
    • Künstliche Sonne: der richtige Umgang mit dem Blitz
    Grundlagen, interne und externe Blitzmöglichkeiten
    • Noch mehr Fototipps für weitere Aufnahmesituationen
    Gegenlicht, Tiere, Sport


    Ein großer Vorteil hierbei ist die Möglichkeit, wahllos von einer Thematik zur anderen wechseln zu können, ohne das Buch tatsächlich erst Seite für Seite durcharbeiten zu müssen. Ausgewählte Workshops sollen in erster Linie Spaß und Motivation fördern. Unvermeidbares Hintergrundwissen wird in speziell markierten Infoboxen dargestellt. Auf einen Blick-Angaben enthalten darüber hinaus Kameraeinstellungen und sonstige Praxistipps. Überschaubare Textbeiträge werden durch nummerierte Schritt für Schritt Anleitungen und Abbildungen ergänzt. Alles kurz und bündig auf den Punkt gebracht und für jedermann verständlich. Gut geeignet, um direkt die eigene Kamera zur Hand zu nehmen, nachzuahmen und am eigenen Beispiel zu erkennen was passiert. Übung macht schließlich den Meister! Im Anhang erklärt ein Glossar gängige Begriffe sowie Abkürzungen der Fotografie und ein Stichwortverzeichnis ermöglicht den direkten Zugriff auf entsprechende Seiten im Buch. Beides ist alphabetisch sortiert.


    DIGITALE FOTOGRAFIE – FÜR EINSTEIGER erscheint als handliches Arbeitsbuch im Bassermann Verlag. Der Umschlag des Paperbacks ist hochglänzend und zudem abwischbar. Wer will, kann es also getrost auf seinen Fototouren mitnehmen. Sowohl das Cover als auch die Innenseiten enthalten sehr viele Beispielfotos in größtenteils leuchtenden, bunten Farben. Sie zeigen einerseits wie richtige Fotografie geht, andererseits liefern sie Anregungen für eigene Fotoprojekte. Farbliche Markierungen der sieben Kapitel sind auch von außen ersichtlich und erleichtern den Umgang mit dem Buch.


    Fazit
    DIGITALE FOTOGRAFIE – FÜR EINSTEIGER ist der ideale Begleiter für Umsteiger und Neulinge, um jederzeit Grundlagen, Tipps und Tricks für sein Hobby griffbereit zu halten. MICHAEL HENNEMANN präsentiert verständlich und nachvollziehbar die Ansätze der wichtigsten Themenbereiche in Wort und Bild. Gut gerüstet fällt es nicht schwer, Theorie und Praxis für eigene Fotokünste einzusetzen.

    Buchinhalt (gem. Verlagsseite)
    Perfekte Wohnungen sind nie happy, und Happy Wohnungen sind nicht perfekt. Um glücklich zu wohnen, brauchen Sie weder Trendiges zu kaufen noch auf dem Jakobsweg zu wandern oder im Himalaya nach Erleuchtung zu suchen. Es genügt, sich Zeit zum Genießen zu nehmen und sich mit Dingen zu verbinden, die Ihr Herz berühren – ob mit schönen Details, besonderen Möbelstücken oder dem ganz persönlichen Glücklich-Mach-Platz in der Wohnung. Happy Living regt an, darüber nachzudenken und liefert all die »Zutaten«, die das Happy Wohnen ausmachen. Außerdem geben exklusive Interviews mit prominenten Designern, Bloggern und Stilexperten spannende Einblicke in persönliche Einrichtungsträume. Ein Wohnbuch voller Inspiration und praxisnaher Tipps, das auf begeisternde Art und Weise deutlich macht, dass Wohnglück self-made ist!


    Autor (gem. Verlagsseite)
    Maria Spassov hat Rechtswissenschaften in Heidelberg und Chicago studiert, bevor sie ihre Leidenschaft zum Beruf machte. Sie hat mehr als 100 Interviews mit den größten Designern unserer Zeit geführt und war als Einrichtungsberaterin und Stylistin für Events und Hochglanzmagazine tätig. Inzwischen konzentriert sich Maria Spassov voll und ganz auf das Schreiben. Ihr Debüt „Liebe pro m²“ wurde Wohnbuch-Bestseller, landete in den Top 20 aller Amazon-Bücher und wird 2017 ins Chinesische übersetzt. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt die Autorin in einem idyllischen Dorf in der Nähe des Rhodopen-Gebirges.


    Rezension


    Heimat ist, wo man sich zu Hause fühlt. Im Allgemeinen ist dies in den eigenen vier Wänden, ganz gleich ob Wohnung oder Haus. Dort verbringt man bestenfalls viele Jahre seines Lebens. Ein Ort mit Persönlichkeit und ganz eigenem Stil. Wie für die meisten Bereiche des Alltags, gibt es auch für Einrichtungsfragen die passenden Antworten. MARIA SPASSOV hat mich schon mit LIEBE PRO M² - DAS NEUE WOHNBUCH MIT HERZ überzeugt. Ein Titel voller Tipps und Tricks, Motivation und Inspiration. Natürlich wollte ich mir das Folgebuch HAPPY LIVING – DIE BESTEN ZUTATEN FÜR MEHR WOHNGLÜCK nicht entgehen lassen!
    Dem strukturierten Inhaltsverzeichnis mit ersten Beispielfotos folgen persönliche Worte der Autorin zu Sinn und Zweck von HAPPY LIVING. MARIA SPASSOV hebt die Bedeutung der Bedürfnisse jedes Einzelnen hervor. Einrichten soll Spaß machen, der Seele guttun und das Herz berühren. So mein persönliches Fazit aus ihrem Vorwort. Sieben Zutaten als Grundlage, diverse Hometours als Mittelpunkt und abschließend Nützliches zeigen wie man seine private Wohlfühloase kreiert. Die Basics für die schönste Art zu wohnen sind schnell zusammengefasst: Farbe, Dekoration, Gemütlichkeit, Kombination, Luftigkeit, Nachhaltigkeit und der Zauber der Natur.
    Mit Farben beeinflussen wir beispielsweise die Größenwirkung der Räume, mit Lieblingsstücken geben wir ihnen eine persönliche Note, Gemütlichkeit spricht für sich, die Zusammenstellung von unterschiedlichen Stilen schafft Individualität, Leichtigkeit und Frische erhellen die Stimmung und fördern Luft zum Atmen, Achtsamkeit ist auch in Sachen Einrichtung die Prämisse unserer Zeit und Pflanzen bringen schließlich lebendiges Flair in jeden Raum. Übersichtliche und zudem leicht verständliche Texte werden durch zahlreiche Abbildungen und Zitate ergänzt. Zum Ende jedes Kapitels kommen kreative Menschen zu Wort.
    Die bereits angesprochenen Hometours öffnen Tür und Tor und zeigen wie es geht. Neun wahrgewordene, individuelle Wohnträume in Wort und Bild vermitteln Inspiration und Atmosphäre. Die eigene Ideenfabrik läuft beim Anblick verschiedener Styles und Vorlieben geradezu auf Hochtouren. Hier finden sich auch zahlreiche Flohmarktschätze und DIY-Möglichkeiten, denn Wohlfühlen muss nicht teuer sein.
    Im umfangreichen Anhang stellt MARIA SPASSOV noch einmal Nützliches fürs Wohnglück zusammen. Sie verrät ihre Lieblingsshops sowie -flohmärkte. Letztere leider allesamt zu weit weg für mich. Mit Bildnachweisen, Kontaktdaten und Danksagung der Autorin schließt das Werk.
    HAPPY LIVING – DIE BESTEN ZUTATEN FÜR MEHR WOHNGLÜCK erscheint als hochwertiges Hardcover bei DVA Architektur. Das Buch ist rundum modern und voller Esprit.


    Fazit


    HAPPY LIVING – DIE BESTEN ZUTATEN FÜR MEHR WOHNGLÜCK ist für mich eine überaus gelungene Ergänzung zu LIEBE PRO M² - DAS NEUE WOHNBUCH MIT HERZ. In beiden Büchern vermittelt MARIA SPASSOV wie spielend einfach und gar nicht mal kostenintensiv das optimale Wohnerlebnis sein kann. Viele schöne Ideen sowie Tipps und Tricks zur Umsetzung in den eigenen vier Wänden. Toll!

    Ein gemeinsamer Urlaub an einem idyllisch gelegenen See.
    Einem einsamen See … Einem unheimlichen See …
    So erzählen Schauermärchen von Bösartigkeit, vergossenem Blut und verschwundenen Menschen.
    Vermissten wie Alex und Smilla, die vierjährige Tochter. Die Suche, sämtliche Rufe – zwecklos!
    Die unbarmherzige Vegetation lässt keinerlei Spuren erkennen. Stille. Dunkelheit.
    Der Ausflug zur Insel inmitten des Maransees endet für Greta im Desaster.


    Der skandinavische Psychothriller umfasst dreiundvierzig Kapitel, überwiegend in erster Person Singular aus Sicht der weiblichen Hauptfigur Greta verfasst. Die Geschichte beginnt sehr verworren, trocken und grausam. Man kann sich gar nicht richtig erklären, was vorgefallen ist, ganz abgesehen vom Warum. Die Autorin führt ihre Leserschaft in die Irre, fast schon an der Nase herum. Und das kann sie richtig gut! Mit allerlei Andeutungen und Hinweisen auf finstere Sagen und zwielichtige Vorkommnisse, macht sich ob des Verschwindens von Alex und Smilla eine gewisse Beklemmung breit. Kann sich Greta nicht erinnern? Will sie sich nicht erinnern? Sie reagiert entgegen jeder Vernunft. Was ist überhaupt mit ihr los? Es wird deutlich, dass auch sie Geheimnisse mit sich herumträgt. Und permanent fragt man sich, inwiefern sie überhaupt zurechnungsfähig ist. Der Grat zwischen Einbildung und Wirklichkeit scheint schmal. Dennoch ist der Leser auf die Hauptfigur, ihr Denken und Handeln, angewiesen, um die Hintergründe der Ereignisse überhaupt greifen zu können. DIE VERMISSTEN scheinen vom Erdboden verschwunden, doch wo sind sie hin? Leben sie noch? Sind sie tot? Hat vielleicht sogar Greta sie auf dem Gewissen? Die Spannung steigt ins Unermessliche! Rückblicke in die Vergangenheit irritieren obendrein. Nur langsam formt sich ein Bild rund um die Protagonistin und ihre Situation wird nachvollziehbar. CAROLINE ERIKSSON offenbart Einblicke in Gretas Seele. Menschliche Abgründe tun sich auf. Nach vielen Schreckensmomenten löst sie den dicht gewebten Knoten schließlich auf. Diverse Handlungsstränge greifen ineinander und plötzlich ergibt alles einen Sinn. Und wer hätte mit dieser überraschenden Auflösung gerechnet?


    DIE VERMISSTEN von CAROLINE ERIKSSON wurde mir von einer fast schon seelenverwandten Bloggerfreundin empfohlen. Unsere Ansprüche an Thriller und Horrorbücher sind derart ähnlich, dass ihr Tipp auch dieses Mal ein Volltreffer ist. Und so komme auch ich zu dem Fazit:


    Ein ruhiger, dennoch mitreißender Psychothriller. Eine Autorin, die ihr Metier versteht. Meine ausdrückliche Empfehlung für haarsträubende Spannung auf höchstem Niveau!

    Buchinhalt (gem. Verlagsseite)
    Low Carb und Genuss gehören zusammen! Mit diesem opulenten Kochbuch zeigt der Bestsellerautor Dr. med. Ulrich Strunz, dass es ein Leichtes ist, sich gesund und fit zu halten. Essen à la Strunz bedeutet: überflüssige Kohlenhydrate streichen, dafür auf hochwertiges Eiweiß und knackfrische Vitalstoffe setzen – kurz, sich genetisch korrekt ernähren. Klingt einfach, ist lecker! Eine moderne Küche mit vielen vegetarischen und auch veganen Rezepten – von mediterran bis asiatisch, von urban bis „Landlust". Aufwändig fotografiert, verführerisch gestaltet: über 150 unkomplizierte Forever-Young-Gerichte für jeden Geschmack. Von der ersten bis zur letzten Seite Strunz pur!


    Autor (gem. Verlagsseite)
    Dr. med. Ulrich Strunz ist praktizierender Internist, Molekularmediziner und Gastroenterologe. Schwerpunkt seiner ärztlichen und publizistischen Tätigkeit ist die präventive Medizin. In Vorträgen, Seminaren und TV-Auftritten begeisterte er viele Jahre lang Zehntausende von Menschen – und führte sie in ein neues, gesundes Leben.


    Rezension


    Ein neues Jahr beginnt, die Vorsätze sind gemacht und dennoch mag sich der innere Schweinehund nach all den gemütlichen und kalorienreichen Feiertagen nicht von der Couch erheben? Macht nichts! Lassen wir ihn erst einmal sitzen und befassen uns umfassend mit interessanter und ansprechender Fachliteratur zu Themen wie Ernährung und Bewegung. Noch fehlender Ansporn folgt nämlich durch wachsende Überzeugung im Nu! ;o)
    Essen macht Spaß – viel Essen macht viel Spaß!? Das funktioniert nur bedingt, denn es kommt selbstredend darauf an, was und in welchem Zusammenhang man isst. Es gibt viele Ansätze, dem Körper Gutes zu tun, ohne auf den Genuss gänzlich verzichten zu müssen. Eine Alternative zeigt DAS STRUNZ LOW CARB KOCHBUCH von Dr. med. Ulrich Strunz, praktizierender Internist, Molekularmediziner, Gastroenterologe und Bestsellerautor. Als neue Publikation im Rahmen des forever young Programms enthält es ÜBER 150 REZEPTE: MEDITERRAN, ASIATISCH, URBAN UND LANDLUST PUR, also dürfte geschmacklich für jeden etwas dabei sein. Weder Beefeater noch Vegetarier oder Veganer kommen zu kurz.
    Nach einem strukturierten Inhaltsverzeichnis erklärt das Vorwort die Idee des Buches. Uli Strunz setzt auf Bewegung, Entspannung und genetisch korrektes Essen. Mehr bedarf es nicht, um forever young und forever schlank, das Leben im positiven Sinne auf den Kopf zu stellen sowie Lebensmittel- und Pharmaindustrie den Kampf anzusagen. Die leckeren Rezepte zur gesunden Lebensweise stammen von Martina Kittler, die geschmackvollen Fotografien hierzu von Marion Grillparzer, beide der Ökotrophologie verschrieben und keine Unbekannten. DAS STRUNZ LOW CARB KOCHBUCH enthält aber nicht nur Rezepte für jede Gelegenheit, sondern auch jede Menge Wissenswertes! Es wird sich ausgiebig mit No Carb, Low Carb, Ketose und Paleo auseinandergesetzt, der Weg zu Gesundheit und Fitness im 3-Stufen-Takt aufgezeigt und alle nötigen Grundlagen hinsichtlich Zutaten und Zubehör benannt. Nach einem Beispiel eines forever schlank-Tags geht es ans Herzstück des Buches: Essen und Trinken mit Köpfchen und Genuss. Sortiert in Kategorien, geschmacklich noch einmal in sich unterteilt, mit weiterem Know how, Dos und Don’ts sowie gegebenenfalls Regeln versehen, führen allerlei Rezepte durch den Tag. Den Anfang machen Basics, allerorts und jederzeit, von Bonbons über Brot und Konfitüre bis hin zum Eis. Lecker und leicht geht es zum Frühstück, türkisch, asiatisch, provenzalisch, vom Müsli über Rührei mit Schinken zu Smoothie, Lassi und Shake. Suppen als wahres Soulfood: Mediterran, asiatisch, urban oder voller Landlust. Die Qual der Wahl zum Mittag: Leichte Gerichte oder Heißes aus dem Kochtopf? Salate, Frittata, Carpaccio oder Gratin, Gyros, Steak. Alles drin! No Sugar – Big Fun: Von Pancakes über Muffins bis zur Schwarzwälder Kirschtorte – Versuchungen bringen Glück und sind, mit Verstand zubereitet, auf jeden Fall erlaubt. Die Bandbreite an Gerichten und Schmankerln ist wirklich groß. Das Nachahmen zudem leichtgemacht, denn jedes Rezept enthält Zutaten, Mengen, Nährwertangaben und Anweisungen, die es kurz und knapp auf den Punkt bringen. Im Anhang erleichtern Listen zum Kohlenhydratgehalt verschiedener Nahrungsmittel den Einstieg ins genetisch korrekte Essen mit Low Carb. Ein Rezeptregister für gezielten Zugriff unterteilt in vegetarische und vegane Finessen, alphabetisch sortiert. Da fehlt dann allerdings doch irgendwie der Rest für Menschen, die hin und wieder totes Tier auf dem Teller dulden. DAS STRUNZ LOW CARB KOCHBUCH erscheint als großformatige Klappenbroschur im Heyne Verlag. Die Aufmachung ist frisch, farbenfroh und angenehm übersichtlich. Papier und Druck sind einwandfrei.


    Fazit


    Alles in allem ist DAS STRUNZ LOW CARB KOCHBUCH in vielerlei Hinsicht anders, die Abbildungen lassen einem dennoch das Wasser im Munde zusammenlaufen. Eine gelungene Kombination aus Theorie und Praxis. Leckere, teils durchaus exotische Gerichte basieren auf gut erklärten Grundlagen. Dr. med. Ulrich Strunz, Martina Kittler und Marion Grillparzer motivieren zweifellos zu neuer Lebensweise – das überzeugt sogar den inneren Schweinehund!

    MÄDCHENTOD ist ein Buch, das mir in erster Linie durch das leuchtende, hübsch gestaltete Hochglanz-Cover aufgefallen ist. Da ich unter anderem ein Faible für Psychothriller habe und mich zudem die Inhaltsbeschreibung ansprach, kam ich nicht umhin, die Geschichte um Tessa Cartwright und ihre grauenvolle Entführung zu lesen. Der Titel umfasst einen kurzen Prolog, die Vorkommnisse in drei wesentliche Teile rund um Verhandlung, Verurteilung und Hinrichtungstermin, den Epilog und abschließende Worte: Das Ende. JULIA HEABERLIN erzählt im regelmäßigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit überwiegend in erster Person Singular aus Sicht der weiblichen Hauptfigur Tessa beziehungsweise Tessie. Weitere Personen kommen erst im letzten Drittel des Buches zu Wort. Einschübe aus dem Prozess runden das Bild insgesamt ab. Achtzehn Jahre nach der Tat kehrt Tessa in das Haus ihrer Großeltern zurück, um damalige Zeichnungen, angefertigt kurz nach der Tat, aus einem Versteck im Keller zu bergen. Diese sind allerdings nicht das einzige Geheimnis, das viele Jahre im Verborgenen liegt. Tessie, wie sie einst genannt wurde, hat sich nicht von ihren Psychiatern knacken, andererseits jedoch zu viele Eindrücke von außen an sich herankommen lassen. Die Verhandlung von Terrell Darcy Goodwin, dem zu Lasten gelegt wird, junge Mädchen ermordet und schließlich ihre Knochen und Körper auf ein Feld geworfen zu haben, war kein Paradestück. Indizien sprechen sogar gegen seine Schuld. Heute mehr denn je. Kurz vor Goodwins Hinrichtung wird der Fall neu aufgerollt. Es wird Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen. Tessa ist die einzig Überlebende, doch ihre Erinnerungen sind getrübt. Die Leserschaft weiß durch Inhaltsbeschreibung und Anspielungen in etwa, worum es geht. Doch was damals genau geschah, wird erst Schritt für Schritt, aus unterschiedlichen Zeitrahmen betrachtet, zusammengeführt. Die Herangehensweise der Autorin birgt großes Spekulationspotenzial. Die Spannungskurve ist entsprechend hoch, wenn auch eher latent vorhanden. Durch gemäßigtes Erzähltempo macht sich schnell ein gewisses Unwohlsein breit. Genau die richtige Atmosphäre für derlei Ereignisse. Allerlei Andeutungen und Hinweise lassen die Hirnzellen der Leser rotieren. Wichtige Einzelheiten und Zusammenhänge offenbaren sich trotz gewisser Vorahnungen allerdings erst zum Ende des Buches. Die finale Auflösung zeitweise unerklärlicher Begebenheiten ist nachvollziehbar, allerdings auch etwas zu gut terminiert und alles in allem zu sehr konstruiert. Als Psychothriller fehlt es der Geschichte hier und da an Pepp und Überraschung, als Psychogramm hingegen, zeigt MÄDCHENTOD durchaus Wirkung. Und eines muss man JULIA HEABERLIN lassen: Sie hat gut recherchiert und ihr Wissen zu gegebener Zeit in den Verlauf der Handlung einfließen lassen.


    Fazit: MÄDCHENTOD betrachtet Geschworenenprozesse und Todesstrafe mit Argwohn. Das Geschehen um Tessa als traumatisiertes Opfer und Goodwin als fragwürdigen Täter führt zu Unbehagen und Denkprozessen beim Leser. JULIA HEABERLIN erzählt insgesamt eine unterschwellig spannende und vor allem interessante Geschichte.

    Buchinhalt (gem. Verlagsseite)


    Sie liegen auf den Steinen des Friedhofs, streunen durch die Straßen von Paris und sonnen sich auf den Treppenstufen, die zu Sacré-Coeur hinaufführen. Die Katzen von Montmartre sind überall und erschnuppern oder erfühlen mit ihren Schnurrhaaren so einiges, was den menschlichen Bewohnern der Stadt nur zu leicht entgeht. Als die Leiche eines jungen Mädchens auf dem Friedhof von Montmartre gefunden wird und zudem noch die Katze Grisette, der Schwarm aller Kater, von einem auf den anderen Tag verschwunden ist, beginnen die Katzen auf eigene Pfote zu ermitteln. Hat der Mord etwas mit dem plötzlichen Verschwinden von Grisette zu tun? Und wie tief müssen die Katzen in die Geschichte des Montmartre hinabsteigen, um dieses Geheimnis zu lüften?


    Autorin (gem. Verlagsseite)


    Tessa Korber, 1966 in Grünstadt in der Pfalz geboren, studierte in Erlangen Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und promovierte im Fachbereich Germanistik. Bei btb hat sie bereits zwei Kriminalromane um die Bestatterfamilie Anders veröffentlicht. "Die Katzen von Montmartre" ist ihr erster Katzen-Krimi. Tessa Korber lebt mit ihrem Mann und ihren Katzen in der Nähe von Würzburg.


    Rezension


    DIE KATZEN VON MONTMARTRE – ein wunderschönes Cover, das nicht allein nur Blicke von Katzenfreunden auf sich zieht. Meine letzten Geschichten um vierbeinige Samtpfoten liegen schon einige Jahre zurück, nichtsdestotrotz sind sie in angenehmer Erinnerung geblieben. Nun also habe ich dank TESSA KORBER erneut das Vergnügen, intelligenten Spürnasen bei der Aufklärung Pariser Kriminalfälle zu folgen. Das handliche Taschenbuch umfasst vierunddreißig Kapitel, eingebettet in Pro- und Epilog. Vorangestellt ist eine kurze Übersicht der tierischen Hauptfiguren, ihren Eigenschaften und Besonderheiten. Da wären unter anderem der junge Herumtreiber Matisse, der besonnene Bonnard, der misstrauische Dégas und der Schwarm aller Kater: Grisette. Doch angefangen hat alles mit den frechen Rabauken Pablo und Miró, die auf dem Cimetière de Montmartre über eine Leiche stolpern. Erzählt wird das Geschehen in überwiegend dritter Person Singular aus Sicht verschiedener Charaktere, jeweils als Kapitelüberschrift deklariert. Einzig Bonnards Worte richten sich direkt an die Leserschaft. Der rot gestromte Kater hat schon viele Geschichten und ebenso viele Anekdoten gehört. Bonnard schreitet er über den Friedhof oder liegt auf der schmiedeeisernen Bank, spendet Trost und lauscht Sorgen, Nöten und manch Geheimnissen der menschlichen Besucher. Und er war selbstverständlich dabei, als das junge Mädchen Madeleine am Grab ihrer Familie tot aufgefunden wurde.
    Der Kriminalroman versprüht Lokalkolorit, Charme und Esprit. Montmartre ist jedoch nicht nur ein Stadtteil, sondern eine geistige Einstellung, so heißt es. Ganz wunderbar passen hierzu Madame Chauchat in ihrem Kiosk, Madame Valladon in ihrer Pâtisserie, Monsieur Martis in seinem Souvenirgeschäft, Monsieur Moulin in seinem Bistrot und all die Toten und Erinnerungen darum herum. Die Atmosphäre ist sehr dicht und die Figuren besitzen Tiefe. Nostalgisch und ein klein wenig melancholisch arbeitet die Autorin Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse von Mensch und Tier aus. Eben noch flaniert Grisette geltungsbedürftig auf der Mauer nahe des neuen Malers, dem sie gefallen will, im nächsten Moment ist sie Gefangene in einem Sack. So und ähnlich überraschend betten sich erschreckende Vorkommnisse mitten ins Alltagsgeschehen. Zwischen Gegenwart und Vergangenheit liegen Hoffnung und Verzweiflung nahe beieinander. Ein schmaler Grat, den TESSA KORBER mit viel Fingerspitzengefühl und anrührender Sprache meistert.
    So grausam die kriminellen Hintergründe auch sein mögen, so wenig wird im vorliegenden Roman auf harte Action und Knalleffekte gesetzt. Viel mehr stehen Beziehungen und Zusammenhänge im Vordergrund. Leise Töne, die bewegen und bisweilen zu Tränen rühren. Und so sind DIE KATZEN VON MONTMARTRE, ihre Menschen und TESSA KORBER eine beeindruckende Entdeckung für mich!


    Fazit


    DIE KATZEN VON MONTMARTRE ist eine außergewöhnliche Erzählung von Tieren und Menschen zwischen Gegenwart und Vergangenheit – traurig-schön und nachhaltig beeindruckend. Das hätte ich dem schmalen Büchlein gar nicht zugetraut … TESSA KORBER beweist zweifelsohne Geschick für Sprache, Flair und Emotionen. Eine Autorin, die man sich merken sollte. WOW!

    Kurzbeschreibung
    Für ihre Liebe haben Rafael und Sophie alles riskiert. Sie waren in der Hölle – und haben überlebt. Nun steht ihrer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Weg. Oder doch? Kann Sophie einen Engel lieben? Und Rafael einen Menschen? Was ist mit Jean, dem jungen Mann, der seine Freiheit aufs Spiel gesetzt hatte, um dem Paar bei seinem Kampf gegen den Dämon zu helfen? Er sitzt im Gefängnis, und einzig Rafael könnte ihn daraus befreien. Doch dann müsste Jean ein Leben auf der Flucht führen und Paris – und Sophie – verlassen. Denn Jean hat sich bereits bei der ersten Begegnung in die junge Frau verliebt. Bald muss Sophie eine folgenschwere Entscheidung treffen …

    Kann mir gar nicht erklären, warum so viele Leser das Buch nicht mögen ...


    Inhalt lt. Klappentext


    Witzig, frech und einzigartig - Riley nimmt es mit jeder verlorenen Seele auf


    Riley Bloom hat einen ganz neuen Lebensabschnitt vor sich - den Tod. Durch einen Autounfall wurde sie aus dem Leben gerissen und von ihrer Schwester Ever getrennt. Ein Abschied, der ihr so schwerfiel, dass sie noch eine Weile als Geist auf der Erde blieb. Aber da auch das schönste Geisterleben einmal ein Ende haben muss, überquerte Riley schließlich die Brücke ins Jenseits. Nur kann sie dort leider auch keine Ruhe finden, denn vom großen Rat wird ihr eine besondere Aufgabe zugeteilt: Sie soll auf der Erde verlorene Seelen einfangen. Und ausgerechnet der langweiligste Junge, dem sie je begegnet ist, wird ihr dabei zur Seite stehen. Riley hat sich das irgendwie anders vorgestellt. Zum Glück hält der Tod noch so einiges für sie bereit ...


    Rezension: Idee, Umsetzung, Meinung


    "Die meisten Menschen halten den Tod für das Ende.
    Das Ende des Lebens – der guten Zeiten –, das Ende von, na ja, eigentlich fast allem.
    Aber diese Leute liegen falsch.
    Total falsch.
    Und ich muss es wissen. Ich bin vor fast einem Jahr gestorben."


    So beginnt die Bestseller-Autorin ALYSON NOËL ihre neue Serie RILEY nachdem sie mit EVERMORE bereits weltweit überragenden Erfolg erzielte und hohen Erwartungen gerecht werden muss.
    Einer großen Schwäche der Autorin für die kleine Schwester der beliebten Ever, ist dieses Spin-Off zu verdanken. Kenntnisse über die Ursprungsserie sind jedoch keine Voraussetzung. DAS MÄDCHEN IM LICHT wiederholt relevante Ereignisse, schlägt im weiteren Verlauf allerdings eine eigene, losgelöste Richtung ein.


    Ein grauenhafter Autounfall auf einem kurvenreichen Highway in Oregon reißt eine glückliche Familie jäh auseinander. Während die Eltern zusammen mit Buttercup, dem gelben Labrador, den direkten Weg über die Brücke einschlagen und die große Schwester Ever nach kurzem Zögern in die entgegen gesetzte Richtung verschwindet, verstreicht die Zeit. Riley Bloom ist unschlüssig, wem sie folgen soll und bleibt daraufhin im Hier und Jetzt stecken.


    Geändert hat sich an der Umgebung eigentlich nichts. OK, die Häuser in der Nachbarschaft stehen leer und Riley hat irre neue Fähigkeiten. Lebendiger als je zuvor, kann sie schneller laufen, höher springen, Gegenstände und Orte mit reiner Vorstellungskraft manifestieren und sogar durch Wände gehen. Und es gibt ein Wiedersehen mit den lange zuvor verblichenen Großeltern. Aber ansonsten?
    Mit wem soll sie die positiven Seiten ihres neuen Daseins genießen, während sie all ihre Freunde auf der Erdebene zurücklassen muss?


    Dieses Problem könnte sich bald von selbst lösen. Der erste Schultag steht bevor!


    Doch statt eines Neuanfangs konzentrieren sich Ablehnung und Hilflosigkeit in Anbetracht des verwirrenden Chaos´, das Riley erwartet. Die neue, aufregende Welt bleibt Riley verschlossen. Sie hat Angst!


    Die Zwölfjährige hängt sehr an der Vergangenheit, vermisst Schwester und Freunde. Das Hier und Jetzt zu akzeptieren, fällt ihr schwer. Sie spioniert unsichtbar auf der Erdebene herum. Immer wieder zieht es sie in die Kabine des Aussichtsraums, in der ihr der Blick auf Ever vergönnt ist.


    Bevor sie jedoch den Rückzug antreten kann, erbarmt sich Bodhi ihrer und weist sie des Weges. Plötzlich findet sie sich vor einer Ratsversammlung wieder, die zusammentrat, um Rileys Zukunft zu bestimmen. Aurora, Claude, Royce, Samson und Celia erwarten eine Stellungnahme Rileys zu ihrem bisherigen Leben, ihren Entscheidungen und Taten. Ihre Sicht der Dinge ist maßgeblich für den Ort, an den sie gelangen soll.
    Nachdem man ihr Leben auf einer Leinwand Revue passieren ließ, entscheidet der Rat auf Grund ihrer Geschichte und ihrer starken Bindung an die Erdebene, Riley als Seelenfängerin auszubilden und in spiritueller Form zusammen mit Buttercup zurückkehren zu lassen. Zwischen den Einsätzen sind ihr Besuche im Hier und Jetzt gestattet, wo ihre Familienmitglieder bereits ihre jeweiligen Bestimmungen erfüllen.
    Orientierungslos fragt sich Riley, wie es nun weitergehen soll, als auch schon Bodhi wieder an ihrer Seite steht. Gleich, ob sie will oder nicht, muss sie ihn nun als Lehrer, Trainer und Boss respektieren und seinen Anweisungen entsprechend Folge leisten.


    Zu Rileys erstem Auftrag in England führen gewohnte Transportmittel. Sie hätte sich gewünscht zu fliegen, doch alles zu seiner Zeit …
    Über den Radiant Boy von Warmington Castle kursieren zahlreiche Gerüchte. Nur eines ist sicher: Er spukt bereits seit Jahrhunderten und erschreckt die Menschen.
    Riley fragt sich im ersten Moment, ob sie diesem Auftrag gewachsen ist. Doch dann ist sie plötzlich von einer Selbstsicherheit erfüllt, nicht ahnend, dass sich schon einige Seelenfänger an dem zehnjährigen Mysterium die Zähne ausbissen.


    Dennoch, sie hatte mit Bodhi um einen Flug nach London gewettet! Und das nicht etwa mit dem Flugzeug …


    Erst einmal bekommt sie es allerdings mit Pennsylvanias internationalen Geisterjägern zu tun. Doch der Radiant Boy lässt nicht lange auf sich warten und versetzt die Anwesenden, einschließlich Riley, in Angst und Schrecken.


    Kommt Riley hinter das Geheimnis seiner Macht und gelingt es ihr, ihn zur Brücke zu führen, oder behält er die Oberhand und vertreibt sie aus Warmington Castle, womit auch sie am Radiant Boy gescheitert wäre?


    Vierundzwanzig Kapitel in erster Person Singular aus Sicht Riley Blooms erzählen, wie es mit dem jungen Mädchen nach der Tragödie weitergeht. Zeitlich knüpft die Handlung etwa ein Jahr nach ihrem Tod an.
    Riley berichtet vom Sommerland, dem wunderschönen, schimmernden Feld mit zitternden Bäumen und pulsierenden Blumen, natürlich der Brücke und vom so genannten Hier, quasi dem Jenseits beziehungsweise der Daseinsform nach dem Tode, das sich nur bedingt von der Welt, wie sie sie kennt, unterscheidet.


    ALYSON NOËL gewährt Einblicke in Rileys Psyche und verdeutlicht glaubhaft Unsicherheit, Hilflosigkeit und Verwirrung. Das Mädchen verhält sich allgemein, trotz des herben Verlusts, in vielen Momenten ihrem Alter angemessen. Wankelmütig lösen Perioden sorgenfreien Gelächters ernste Gedanken ab. In vielen Situationen trägt sie ihr Herz auf der Zunge. Sie schwärmt und lästert, ist offen und direkt, frech und frei. Allerdings handelt und spricht sie mitunter unüberlegt. Aber wer will es einer Zwölfjährigen verdenken? Im weiteren Verlauf der Geschichte durchläuft sie unverkennbar einen Reifeprozess.
    Sowohl der Bezug zu Eltern und Großeltern als auch ihr Sehnen nach der großen Schwester sind nachvollziehbar. Dennoch findet sie ihren eigenen Weg, mit den Gegebenheiten umzugehen. Daran, dass es auch für Riley nach dem Tod neue Aufgaben zu erfüllen gilt, lässt die Autorin keinen Zweifel. ALYSON NOËL gesteht jedem im Hier seine Bestimmung zu.


    Mit dem vierzehnjährigen Bodhi hat die Autorin einen weiteren wichtigen Charakter geschaffen. Er ist dem Knochenkrebs erlegen und verpasste sowohl eine Profikarriere als Skater als auch das bevorstehende Millennium. Bodhi macht einen sehr ernsten Eindruck. Riley betitelt ihn anfangs als Looser, was vor allem auf sein Styling zurückzuführen ist. Dass der Junge aber auch anders kann, erfährt man gegen Ende der Geschichte. Einen Hinweis, dass man nicht nur nach dem Äußeren urteilen sollte, hat sich ALYSON NOËL an dieser Stelle nicht nehmen lassen.


    Interessant sind ebenfalls die Geister, die die Aufgaben als Seelenfänger begründen. Einige weigern sich kurzzeitig, die Erdebene zu verlassen, andere leisten wiederum Jahrhunderte massiven Widerstand. Ihre Beweggründe sind vielfältig. Ob amüsant oder ergreifend, die Autorin meistert die jeweilige Situation mühelos und vermittelt Humor sowie Tragik.


    Insgesamt behandelt ALYSON NOËL die Themen Krankheit und Sterben recht seicht. Die Zielgruppe bedacht, absolut richtig. Dennoch ist die Geschichte nicht nur für Jugendliche lesenswert.
    RILEY – DAS MÄDCHEN IM LICHT ist ein relativ dünnes Buch, dass durch einen flüssig zu lesenden Schreibstil und jungem, frischen Ausdruck viel zu schnell ausgelesen ist. Umso größer ist die Vorfreude auf die Fortsetzung in RILEY – IM SCHEIN DER FINSTERNIS.


    Im Anschluss an Geschichte und Danksagung folgen zehn Fragen an die Autorin.
    In ihren Antworten erhält der Leser zusätzliche Informationen über den Roman und zu ihrer Person.


    Mit dem Cover der Klappenbroschur im etwas größeren Format ist dem Page & Turner Verlag ein wahres Highlight in frischer Farbgebung geglückt. Ein Erlebnis für die Sinne!
    Bleibt zu hoffen, dass die vorwiegend jungen Leser genug Taschengeld erhalten, um den stolzen Preis finanzieren zu können.


    Fazit


    RILEY – klein aber oho!
    DAS MÄDCHEN IM LICHT weist schöne, verwirrende, lustige, spannende und auch traurige Momente auf, die ALYSON NOËL interessant und emotional in Szene setzt.
    Man vergisst schnell, dass Riley Bloom ursprünglich nur eine Nebenrolle in der Welt EVERMORE innehatte. Mutig erkämpft sie sich ihren berechtigten Platz neben ihrer großen Schwester.

    Inhalt lt. Klappentext


    Die Fyrgar sind Unsterbliche, die abgeschieden hoch in den Bergen leben. Sie bewahren das Wissen der Welt Waldsee und werden als große Weise verehrt. Man nennt sie auch das „Volk des Feuers“, weil sie dieses Element auf einzigartige Weise beherrschen. Nicht nur, dawss sie aus eigener Kraft Feuer entzünden können, sie können auch „durchs Feuer gehen“, ohne Schaden zu nehmen.


    Ihre Weisheit ist so groß, dass sie alles über Waldsee zu wissen glauben. Doch dann scheitern sie an dem Rätsel der Schattenweber, die das Reich mit Tod und Schrecken überziehen. Um dieses Rätsel zu ergründen, entsenden sie einen geachteten Lehrmeister: Aldavinur. Dafür zahlt er einen hohen Preis: Er muss selbst zum Menschen werden. Und damit sterblich …


    Rezension: Idee, Umsetzung, Meinung


    Die Fyrgar sind das Volk des Feuers, benannt nach dem größten und höchsten Gebirge im Land Luvgar im Osten des Reiches, in dem sie leben. Die Nähe zu den Göttern ist für sie von hoher Priorität. Die Fyrgar sind weise und wissend, bewahren, beobachten und lauschen.
    So auch Aldavinur, dessen Ohren besonders empfindlich sind. Ihm entgeht der markerschütternde Schrei im Angesicht des Todes ebenso wenig wie dem jungen, aufgeweckten Efrynn. Sorge und Neugierde treiben sie über die Grenzen hinweg zu den Klingfelsen, die von spitzen Zacken und scharfen Kanten durchsetzt und von Furcht erregenden, riesigen Spinnen besiedelt sind. Kein Ort für die Fyrgar!
    Lehrmeister seines Volkes Aldavinur und Schützling Efrynn werden fündig. Ein Wesen fremder Art windet sich auf einem Felsplateau in quälenden Schmerzen. Halb Mensch, halb Krahim, fernab seiner Heimat Nerovia, dem Land des Südens. Leidtragender eines jener Stürme, die sich in letzter Zeit auffallend häufen. Sie führen den Geruch von Finsternis und Magie mit sich. Ein untrügliches Zeichen für Veränderung und ein Ungleichgewicht der Mächte.
    Die Versammlung des Rates der Fyrgar kann Aldavinurs Entscheidung, Gondwin Hilfe und Obdach in seiner Höhle im Hochtal zu gewähren, nicht gutheißen. Sie argwöhnen, dass der Halbkrahim Unglück bringe. Der Bestätigung dieser Ahnung soll ihnen in Kürze gewahr werden.
    Gondwin zweifelt an der Allwissenheit der Fyrgar und erteilt ihnen eine Lektion. Während dunkle Schatten die Welt heimsuchen, überfallen die Krahim das Volk des Feuers. Ein furchtbares Gemetzel fordert zahlreiche Opfer. Efrynn, die Hoffnung der Fyrgar auf Vollkommenheit, wird verschleppt.
    Aldavinur beschließt, an seiner statt zur Sonnenwende durch das Feuer zu gehen, um das stolze Kind zu retten.
    Das Feuer, Urkraft und Element, entlässt ihn schließlich in die Dritte Stufe seines Daseins. Varantain – Kostbarkeit. Sein Name ist Vergangenheit, sein Baiku verloren, so glaubt er. Als sterblicher Mensch, Dàvin, ein Mann des Friedens, steigt er hinab in die Welt, um das Leben zu erfahren und das Geheimnis der Schattenweber zu lüften.
    Sein Weg führt ihn nach Kunchava, nahe Nerovia. Auch hier ist man sich der Bedrohung durch die dunklen Netze bewusst. Die Menschen treten Dàvin zunächst mit Misstrauen gegenüber.
    Die Wandlung von Raubkatze zu Mensch bedarf einiger Umstellung. Der aufrechte Gang und der Gebrauch der Hände sind ihm fremd. Der unbekümmerte Umgang mit Nacktheit weicht dem Tragen von Kleidung. Sitten und Gebräuche, sowie Haus und Einrichtung sind gänzlich ungewohnt.
    Aus freien Stücken hätte er niemals seine Heimat verlassen, doch die Sorge um Efrynn ist den hohen Preis wert. Dàvin lernt schnell. Die Menschen respektieren ihn. Und er erkennt, dass er den Schattenwebern unmöglich allein gegenübertreten kann.
    Im Freien Haus erhofft er sich, Unterstützung für sein Ansinnen zu finden. Doch statt auf den Annatai Halrid Falkon, trifft er auf König Rowarn und Nachtfeuer, dem Wächter Waldsees. Tatkräftig zur Seite stehen, können sie Dàvin nicht. Er gewinnt jedoch einen mächtigen Verbündeten, auf den stets Verlass ist: Luvian, das Schwert von Sonne und Mond.
    Der Weg weiter nach Barastie wird von vielen Lektionen gesäumt. Er führt vorbei an Sansiri, eine der bedeutendsten Streitkräfte der Schattenweber, an Zuran und seine Bande, die so genannten Säuberer, bis er auf Fothúm, den Sinprasi, dessen Schwester Fragangu und die Zwergin Erla trifft.
    In Honigwinter wird Dàvin gut auf sein Vorhaben vorbereitet. Er lernt mit dem menschlichen Körper umzugehen, genießt körperliche Ertüchtigung in vielerlei Hinsicht, probt den Kampf mit dem Schwert und erfährt die Vorteile strategischen Denkens.
    Den Kopf voller Informationen und Zusammenhänge, verlässt Dàvin den idyllischen Ort schließlich als Krieger, um nicht zu sagen als Ritter.
    Es geht längst nicht mehr nur um seine persönliche Entscheidung. Ihm obliegt die Verantwortung für die gesamte Menschheit und er wird den Fyrgar ihren Frieden zurückbringen. Dàvins Ziele sind hoch gesteckt: Efrynn finden und befreien, Nansha und Lýtir, die Herscher Barasties, ausschalten, das Geheimnis um die verschwundenen Flammenritter lüften und schlussendlich die Ursache des Übels rund um die Schattenweber aufdecken. Möge ihm Lúvenors Segen gnädig sein …


    Nach DÄMONENBLUT, NACHTFEUER, PERLMOND und NAURAKA, erscheint mit FYRGAR bereits der fünfte Roman rund um die phantasievolle Welt Waldsee.
    Während die drei erstgenannten Titel zusammen die CHRONIKEN VON WALDSEE bilden, kann die Lektüre von NAURAKA und FYRGAR unabhängig erfolgen.
    Leser, die mit Waldsee vertraut sind, werden auf alte Bekannte wie König Rowarn von Valia und Nachtfeuer, den ältesten Dämonen, treffen. Kennt man sie hingegen nicht, ist dies dennoch kein Nachteil. Wichtige Zusammenhänge ergeben sich aus dem Kontext oder können im Anhang nachgeschlagen werden.


    Zunächst gibt ein ausführliches Inhaltsverzeichnis einen Einblick in die Aufteilung des Romans. Insgesamt achtzehn Kapitel sind in drei Abschnitte, Erstes Leben – Das stolze Kind, Zweites Leben – Flammenritter und Drittes Leben – Die Allumfassende, gegliedert. Die weitreichende Bedeutung dieser Einteilung ergibt sich aus dem Inhalt.
    Der folgende Anhang besteht aus einem Schnitt durch die vier Königreiche zu Anbeginn und einem Glossar mit allerlei Informationen zu beispielsweise Wesen, Schauplätzen und Artefakten Waldsees.


    Mit einer eindrucksvollen, prophetischen Vorbemerkung beginnt Uschi Zietsch ihre Erzählung über die Fyrgar, das Volk des Feuers. In ihren Wesensarten und äußeren Erscheinungen sind sie mannigfaltig. Sie streifen als Raubkatze, Grypha oder Drachen umher, tragen Fell, Schuppen oder Federn. Die Fyrgar setzen sich, gemäß ihrer Baikus, ihrer Seelen, aus diversen Gestalten und Formen zusammen. Sie alle eint die Fähigkeit, durchs Feuer zu gehen. Mit jedem Schritt hindurch wandeln sie gegebenenfalls ihr Erscheinungsbild und erklimmen die nächst höhere Stufe ihres Daseins. Derer existieren vier: Leviantain (Leichtigkeit), Saviantain (Wissen), Varantain (Kostbarkeit) und Tarsanu (Verlust). Viele Fyrgar glauben zudem an eine weitere, fünfte Stufe, die der Vollkommenheit entspräche.
    Die Fygar müssen im Verlauf der Geschichte erkennen, dass sie längst nicht über allen Dingen erhaben sind und ihr gesammeltes Wissen nicht den Wandel der Zeit berücksichtigt.
    Ebenso vielfältig wie die Darsteller, Fyrgar, Krahim, Dämonen, Zauberer, Menschen und dergleichen, ist auch die vorliegende Geschichte in dritter Person Singular.
    Die Autorin bietet abwechslungsreiche Unterhaltung mit Momenten der Ruhe, bedrohlichen Gefahren und spannenden Kämpfen.
    Untermalt mit philosophisch anmutenden Gedanken, detailreichen Bildern und einem Hauch von Romantik, ergibt sich ein emotionales, märchenhaftes Epos um den Kampf Gut gegen Böse. Die Rollenvergabe ist nicht eindeutig. Zahlreiche Wendungen im Geschehen, überraschende Erkenntnisse und trickreiche Kniffe ermöglichen einen dynamischen Verlauf der Ereignisse. Unterschiedliche Erzähltempi und hin und wieder wechselnde Perspektiven bereichern die Handlung.
    Uschi Zietsch schöpft all ihre Möglichkeiten aus, den Spielraum ihrer kreativen Welt mit faszinierenden Ereignissen und Zusammenhängen zu füllen.


    Die Optik der großformatigen Broschur trägt den Inhalt in harmonischer Farbgebung. Zahlreiche Flammenakzente lassen das Motiv lebendig erscheinen. Der Romantitel in glänzenden, erhabenen Großbuchstaben gibt dem Cover den letzten Schliff.
    An Papier, Satz und Druck gibt es absolut nichts zu bemängeln.


    Fazit


    Uschi Zietsch bereichert ihre Welt Waldsee um ein weiteres beeindruckendes Abenteuer.
    FYRGAR bietet phantasievolle Charaktere, emotionale Entwicklungen, bildgewaltige Schauplätze, dramatische Spannung und actionreiche Kämpfe im tiefgründigen Erzählstil. In vollendeter Magie nimmt die Geschichte um Liebe und Leid, Vertrauen und Verrat, sowie Imperfektion und Vollkommenheit den Leser für sich ein.
    Ein abwechslungsreiches, überraschendes Bucherlebnis – uneingeschränkt empfehlenswert!

    Klappentext


    Hundreds Hall, ein majestätisches Anwesen im ländlichen England. Hier wohnt die verwitwete Mrs. Ayres mit ihren erwachsenen Kindern Caroline und Roderick. Als der Landarzt Dr. Faraday wegen eines Notfalls herbeigerufen wird, ist er wie gebannt von der geheimnisvollen Atmosphäre des Hauses. Schon bald erfährt er, dass in Hundreds Hall merkwürdige Dinge geschehen: Möbelstücke, die ein Eigenleben führen, kryptische Zeichen, die plötzlich an den Wänden auftauchen, bedrohliche Geräusche, die unerklärbar scheinen.
    Dr. Faraday begegnet der wachsenden Panik der Familie zunächst mit Ruhe und Beschwichtigung. Doch das Schicksal der Ayres nimmt unaufhaltsam seinen Lauf – und ist enger mit seinem eigenen verwoben, als er ahnt ...


    Rezension: Idee, Umsetzung, Meinung


    Einst waren die Ayres eine hochangesehene Familie mit Tradition und ihr herrschaftliches Anwesen, Hundreds Hall, Blickpunkt der Englischen Gesellschaft. Doch die Bewunderung schwindet, während der Inbegriff eines prächtigen Landsitzes dem unwiederbringlichen Verfall ausgesetzt ist. Die Zeichen der Zeit und nicht zuletzt der Zweite Weltkrieg haben deutliche Spuren hinterlassen. Dreißig Jahre nach seinem ersten Besuch, Faraday ist inzwischen Arzt und teilt sich mit Dr. Graham eine Praxis, betritt er erneut das imposante Gemäuer. Doch er ist enttäuscht, um nicht zu sagen entsetzt, in welchem Maße der Glanz der Heiligen Hallen Schaden gelitten hat. Verwahrlosung und Zerstörung, Kälte und Dunkelheit, längst vergangener Reichtum und bedrückende Stille dominieren das Bild.


    Mit einem Hausbesuch des Arztes Dr. Faraday bei einer Angestellten der Ayres auf Hundreds Hall beginnt Sarah Waters ihren Bestseller DER BESUCHER, schwelgt in Erinnerungen an Vergangenes und vergleicht mit wenig erbaulicher Gegenwart.


    Das 1733 fertig gestellte Hundreds Hall ist nunmehr ein Schatten seiner selbst. Die Musik im Tanzsaal ist verstummt, Silber, Gemälde und wertvolle Antiquitäten längst veräußert, Luxus und Ruhm verloren.


    Viele Details vermitteln ein authentisches Bild von Personen und Umgebung. In leisen Tönen schwingen Atmosphäre und Emotionen der Nachkriegszeit.


    Mrs. Ayres wahrt als Dame des Hauses Eleganz und Anmut. Ihre Kinder Roderick und Caroline tun ihr Möglichstes, das Anwesen zu erhalten.
    Caroline weiß anzupacken. Sie ist unkompliziert und aufrichtig.
    Roderick gibt sich redlich Mühe, den Hausherrn zu ersetzen. Er arbeitet sehr viel, hat jedoch wenig Gespür für die Landwirtschaft. Wie viele Jungen seiner Generation, musste Rod viel zu schnell erwachsen werden. Seine Aufgaben überfordern ihn bisweilen. Ein Unfall bei der Royal Air Force führte zu einer schweren Kriegsverletzung und einem nervlichen Problem.


    Es ergab sich, dass Dr. Faraday ihn als regelmäßigen Patienten gewann. Die sonntägliche Behandlung des Beines wurde zur Gewohnheit, Tee im Kreise der Familie inklusive. Man lernte einander kennen und schätzen. So war Faraday ebenfalls anwesend, als Hundreds Hall zu einem feierlichen Stelldichein ludt, das durch ein wahrlich unschönes Ereignis ein jähes Ende fand. Gyp, der treue und stets freundliche Familienhund der Ayres, biss das kleine Mädchen der Baker-Hydes ins Gesicht. Die Anwesenden waren allesamt schockiert, die Ayres untröstlich, die Baker-Hydes hochgradig empört. In all ihrer Wut und Verzweiflung verlangten sie folglich den Tod des Tieres.


    Jener Abend schien jedoch nicht nur das Ende eines Hundelebens, sondern zudem den Beginn seltsamer Vorkommnisse auf Hundreds Hall einzuläuten.


    Mit der düsteren, kargen und kalten Winteratmosphäre in und um das Gemäuer legt die Autorin die passende Grundlage für allerlei Spuk. Hier ein Schatten, dort mysteriöse Geräusche und noch dazu unerklärliche Phänomene rufen nicht nur bei den Figuren des Romans Erstaunen und Unbehagen hervor. Mit deutlicher Gänsehaut folgt der Leser gebannt der Erzählung. Die Spannung steigt bisweilen enorm.


    Dr. Faraday glaubt bei Rods Worten, das unglaubliche Geschehen zu umschreiben, an ein verzögertes Kriegstrauma, ausgelöst durch Erschöpfung und überstrapazierte Nerven. Doch lassen sich die Ereignisse wirklich so einfach mit bloßen Sinnestäuschungen erklären?


    Als sich weitere ominöse Ereignisse einstellen und schließlich eine Feuerkatastrophe in letzter Minute abgewendet werden kann, halten es alle für sinnvoll, Roderick in die Obhut Dr. Warrens zu übergeben. Ein Klinikaufenthalt wird aller Hoffnung nach die Wahnvorstellungen vom Bösen, das in Hundreds Hall sein Unwesen treibe, kurieren …


    Zunächst scheint Ruhe auf dem Herrensitz einzukehren. Dr. Faraday und Caroline finden zueinander und auch Mrs. Ayres blüht wieder auf.
    Bis ominöse Geräusche und kindliche Kritzeleien auf Holzverkleidungen die Gemüter erregen und den Weg für weit Schlimmeres ebnen …


    Die Erzählung aus Sicht des Dr. Faraday, in erster Person Singular verfasst und nicht auf Kenntnisse seiner persönlichen Beteiligung beschränkt, erstreckt sich auf fünfzehn großzügig ausgelegte Kapitel.
    Stil und Sprache erfassen den Flair einer längst vergangenen Epoche. Gesellschaftliche und politische Umschwünge jener Zeit vermittelt Sarah Waters ebenso souverän wie Schauplätze und Personen.
    Die Autorin pirscht sich in langsamen Schritten an das Grauen dieser Geschichte heran. Nach Tradition des viktorianischen Schauerromans, ganz wie es der Klappentext verspricht, entwickeln sich Atmosphäre und Ereignisse, spiegeln Emotionen wider und nehmen den Leser für sich ein.
    Das Schicksal der Familie Ayres beugt sich einer stets präsenten Melancholie. Der Grundtenor des Romans wirkt recht düster.
    Dramatische Begebenheiten rufen mannigfaltige Spekulationen hervor. Sarah Waters spielt mit der Psyche ihrer Akteure und bewegt sich indifferent zwischen Wissenschaft und Aberglaube.
    Die Interpretation der Ereignisse obliegt schlussendlich dem Leser.


    DER BESUCHER erscheint in gebundener Form mit Schutzumschlag und Lesebändchen bei Lübbe Ehrenwirth. Sowohl Einband als auch Umschlag sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und erfreuen zweifelsohne jedes Leserherz. Papier, Satz und Druck sind einwandfrei.


    Fazit


    Sarah Waters kann es mühelos mit Klassikern dieses Genres aufnehmen!
    DER BESUCHER überzeugt mit Mehrdeutigkeit, dichter Atmosphäre, intensiven Emotionen und subtilem Grauen. Unerklärliche Phänomene fesseln den Leser ebenso wie die schicksalsträchtige Geschichte einer Adelsfamilie, die so oder so dem Untergang geweiht scheint.
    Der hervorragende Schreibstil und die stets angepasste Sprache machen die Lektüre zu einem schaurigen Genuss.

    Für mich nach Die verborgene Sprache der Blumen wieder ein Volltreffer in Sachen Eulen-Leserunde!


    Die mitunter erwähnte Langeweile bzw. Langatmigkeit habe ich nicht verspürt. Die 'ruhigen' Passagen konnten mich ebenso unterhalten und in andere Zeiten versetzen wie die wirklich gruseligen Momente.


    Am Ende deutet ja nun wirklich sehr vieles auf Faraday hin. Aber ein kleines Hintertürchen lasse ich mir noch in Bezug auf die Gegenwart, die er spürt und die Bewegungen, die er aus den Augenwinkeln wahrnimmt.
    Dass er mit dem Spuk zu tun hat ist wiederum unverkennbar und wird durch die erwähnten Aspekte Traum und Fensterscheiben-Spiegelung unterstützt.
    Carolines 'Du' und sein Empfinden bei der Verhandlung sprechen ebenfalls dafür.
    Und im Ernst, wäre er nicht besessen vom Haus, käme er bestimmt nicht auf die Idee, diesem Ort des Schreckens Besuche abzustatten ... (Edit: nachdem alle tot sind meine ich)


    Im Hinblick auf den Titel habe ich es auch schon seit mehreren Abschnitten so interpretiert, dass sich 'the little stranger' auf Faraday als kindlicher Besucher und 'Der Besucher' ganz klar auf ihn in der Gegenwart bezieht.
    Etwas irritiert hatte mich nur die Passage mit dem 'Fremdling' irgendwo zwischendrin.


    Alles in allem finde ich das Ende perfekt für den Roman. Wobei ich natürlich gern Gewissheit gehabt hätte, wer was wie und warum gemacht bzw ausgelöst hat. Aber dieses interpretationsfreudige Ende passt natürlich wie die Faust aufs Auge.


    Ich schätze den Doc rafft das Böse (ob nun Teil von ihm oder nicht) schlussendlich auch noch dahin ...


    (Achja, wenn es darum ging, die Bewohner loszuwerden, wieso dann das Feuer? Hätte das nicht Auswirkungen auf das ganze Haus haben können? Bei all den Holzdingen usw. oder bestand da keine Gefahr, dass es ganz niederbrennt?)

    Zitat

    Original von Ayasha
    ...Mir hatte es schon gereicht, in der Nacht, nachdem ich den Teil gelesen hatte, aufzustehen und durch die dunkle Wohnung zu huschen... *grusel* ;-)


    Da sagste was!!!


    Wer kam eigentlich auf das schmale Brett, Der Besucher sei kein Schauerroman?


    Gänsehaut ist schon gar kein Ausdruck mehr - da ich abends lese, nimmt mein Unbehagen mit zunehmender Dämmerung bei dieser Lektüre gewaltig zu ...


    Die arme Mrs. Ayres. Schon seltsam, dass sie die ganze Zeit ihre Verletzungen usw. vor der Welt (Leser eingeschlossen) geheim hielt. Die Szenen mit dem Sprachrohr und der Kinderzimmeretage waren wirklich grandios beschrieben.
    Das Kind vor der Tür ... :yikes


    Ich setze das mal lieber in Spoiler:



    Faradays Ratsuche bei einem anderen Arzt hätte mich jetzt gar nicht so sehr gestört, aber ausgerechnet Seeley? Derjenige, den er partout nicht leiden kann? OK, er wollte sich vielleicht vor Graham nicht lächerlich machen, aber ist es nicht eigentlich er, zu dem er am meisten Vertrauen haben müsste, also auch hinsichtlich dessen Verschwiegenheit, wenn er auf dem Holzweg wäre etc pp ..


    Und woran ich grübele - ähm vorsichtshalber auch in Spoiler, weil ich grad nicht weiß, welchen Abschnitt es betrifft


    Na jedenfalls musste ich unbedingt wissen wie es weiter geht bzw ob oder wie die Autorin den Zauber begründet ...