Beiträge von Roma

    Ein Kind zu verlieren, kann zu einer Belastungsprobe für eine Beziehung werden. Dass ein solches Erlebnis eine marode Ehe kitten soll, wobei Salim in meinen Augen (und ich hatte den Eindruck, auch in Judits Augen) nicht unschuldig ist an Marcs Entwicklung, halte ich für sehr unglaubwürdig.

    Ich bin auch durch. Gegenüber dem vorherigen Abschnitt fand ich die Geschichte jetzt wieder besser, wenn mich auch das (etwas kitschige) Ende unzufrieden zurücklässt.


    Für eine Rezi muss ich das noch etwas sacken lassen. Ich habe den Roman ganz gern gelesen, aber ich habe das Gefühl, ich bin durch die Geschichte gehetzt. Die Zeitsprünge waren einfach zu groß. Andererseits wüsste ich auch nicht, wie man die Geschichte eines Landes und das Schicksal eines Paares bei der Seitenzahl detaillierter darstellen sollte. Aber ich bin schließlich auch kein Autor ;-)

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    Original von maikaefer


    Über Eure Warum-Diskussion müsste ich noch etwas nachdenken. Spontan geantwortet: Ein geklärtes "Warum" kann bei späteren Entscheidungen zielführend sein, ein nicht zu klärendes und trotzdem krampfhaft weiter umdachtes "Warum" wiederum genau das Gegenteil bewirken.
    :wave


    Ein guter Gedanke! Darüber muss ich jetzt nochmal nachdenken :grin

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    Original von Findus


    In "Exodus" von Leon Uris wird das stärker mit einbezogen allerdings ist das ja auch schon alt und aktuelle Konflikte kommen da nicht drin vor.


    Vielleicht sollte ich mir "Exodus" wirklich mal vornehmen :gruebel


    Edit: Ich habe gerade gesehen, dass das Buch auch verfilmt wurde. Kennt jemand den Film und kann dazu was sagen?

    Ich habe noch nicht über diesen Abschnitt hinaus gelesen, aber ich empfinde es wie Karthause, dass das Buch nachgelassen hat. Allerdings überlege ich noch, inwiefern. Irgendwie wirkten die Personen auf mich "blutleerer" :gruebel

    Jude und Sal hatten so viele Pläne und waren sicher, dass ihre Liebe ihnen über alle Probleme hinweghilft. Doch leider ist der Druck durch die Umstände doch zu groß. Zu allem Übel taucht nun auch noch Rafan auf, den ich absolut unsympathisch finde.


    Salim war zunächst gar nicht begeistert von Rafans Besuch und die Entwicklung, warum er ihn dann doch unterstützt, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Das ging total unter. Stattdessen entfernt Sal sich immer weiter von seiner Familie. Jude tut mir leid, sie steht ziemlich allein da mit ihren Kindern und ich kann ihre Entscheidung verstehen.

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    Original von Findus


    Ich habe mal gelernt, dass warum fragen nicht lösungsorientiert ist. Man soll den Blick eher auf die Richtung lenken, wie kann ich etwas besser machen oder in dem Fall, mit dem was da ist, leben.


    Und ich denke, in der langen Geschichte der Verfolgung der Juden, hat sich jedes warum als nutzlos erwiesen. Was Sache war, sie mussten sich immer anpassen und waren trotzdem nie sicher ob sie damit auch richtig lagen. Ich habe gelesen, dass sich dieses Leben in der Diaspora und die ständigen Pogrome sogar auf ihre Gene ausgewirkt hat.


    Es gibt ja einen Unterschied zwischen "warum" und "warum" Fragen, finde ich. Für die klassichen Kinderfragen "warum ist das Gras grün und warum muss ich in die Schule gehen" gibt es durchaus schlüssige Erklärungen. Aber bei einem tragischen Ereignis nach dem "Warum" zu fragen, führt meistens zu keinem Ergebnis.
    Dann ist das, was du sagst, Findus, wirklich ein guter Denkansatz :knuddel1


    Kannst du doch noch erinnern, wo du das mit den Genen gelesen hast oder das vielleicht verlinken? Würde mich echt interessieren, weil ich mir das nicht vorstellen kann :gruebel

    Jetzt fesselt die Geschichte mich sehr. Ein Satz auf Seite 172 hat mich sehr nachdenklich gemacht und zwar:


    "Warum" war das Wort, das Jude sich schon vor langer Zeit ganz bewusst abgewöhnt hatte- so wie alle anderen Juden auf der Welt.


    Ein wenig "out off topic", aber aus dem ganz aktuellen Fall des Flugzeugabsturzes, glaube ich, dass man manchmal die Frage nach dem Warum nicht klären kann. Und dass es dennoch immer den Wunsch gibt, eine Handlung zu verstehen....


    Judit wirkt wie ein schüchternes Mäuschen, aber es hat mich beeindruckt, wie sie für Salim eintritt. Die beiden haben es schwer, wie soll man eine solche Beziehung der Familie erklären?

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    Original von Rumpelstilzchen
    Danke Roma, das wusste ich noch nicht.


    Gerne, war mir bis dahin auch nicht bekannt. Und ich fand das wirklich interessant, weil in meiner Kindheit Jaffa-Orangen ständig präsent waren.

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    Original von Rumpelstilzchen
    Bei Ismaels Orangen fiel mir ein, dass in meiner Kinderzeit die Orangen normalerweise aus Jaffa kamen. Findet man heute kaum mehr.


    Als wir letztes Jahr in Jaffa waren, erzählte der Reiseleiter, dass Jaffa zwar tatsächlich viele Orangenhaine hatte, aber nicht so viele, dass tatsächlich alle Orangen, die als Jaffa-Orangen angeboten wurden, auch von dort kamen. Jaffa hatte damals einen der größten und sehr zentral gelegenen Hafen und so wurden auch Orangen aus anderen Ländern dort verschifft. Sie wurden in Kisten verpackt, die die Aufschrift "Jaffa Orangen" trugen.

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    Original von jusch
    Vielen Dank für den Bericht. Hört sich sehr interessant an.
    Nach einem Kurzbesuch in Israel u.a. Bethlehem merkt wie nah die Religionen sind,
    links die Geburtskirche und rechts die Moschee und dieses Erlebnis beim Freitagsgebet.


    Die Grabeskirche in Jerusalem teilen sich sogar 6 Religionen :-)

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    Original von Schwarzes Schaf
    Der unten verlinkte Film, Hass und Hoffnung, setzt genau da an und hat mich beim ersten Sehen absolut begeistert.


    Die Beschreibung hört sich gut an, aber warum ist die DVD so teuer? :yikes

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    Original von Karthause


    Huch, da habe ich mich wohl total missverständlich ausgedrückt. Nein, ich wollte keineswegs irgendwelche Kritik (außer Selbstkritik) üben. Ich meinte eigentlich, dass ich mich schon lange mehr mit dem Thema beschäftigen wollte. Ein paar Bücher dazu habe ich auch hier liegen. Es aber nie wirklich geschafft habe und nun wieder bei einem belletristischen Buch dazu gelandet bin.


    So, ich habe meinen Post nochmals gelesen und diesesmal wirklich geschrieben, was ich meinte. (Denke ich.)


    Keine Panik, liebe Karthause, ich habe das auch nicht als Kritik aufgefasst, sondern als Anmerkung ;-) Und du hast ja auch recht :-)

    Wir befinden uns inzwischen im Jahr 1956 und in Großbritannien und verfolgen die Geschichte der kleinen Jüdin Judit, die sich mit ihrer Mitschülerin Kathleen befreundet.
    Währenddessen fallen im Sinai die ersten Bomben.


    Salim, der inzwischen 15 Jahre alt ist und mit seiner Familie bei seiner Halbschwester in Nazareth lebt, hört mit Schrecken, dass der Vater den Hain und das Haus in Jaffa verkaufen muss. Der Schmuck der Mutter wurde bereits verkauft und alles Geld ist aufgebraucht. Salim begleitet seinen Vater und seinen Schwager Tareq nach Tel Aviv, um den Kauf in die Wege zu leiten.
    Dort treffen die drei auf einen alten Bekannten, Elias' Vater Isak Yashuv und erfahren, dass ihnen das Haus schon gar nicht mehr gehört und das Land auch kaum noch was einbringt.


    Ein Besuch in Jaffa wird für Salim zu einer großen Enttäuschung, die Stadt hat für den Jungen ihren Zauber verloren.
    Zurück in Nazareth stellen die drei mit Entsetzen fest, dass die Mutter sich mit dem kleinen Rafan abgesetzt hat.


    Judit bereitet sich auf ihre Bat Mizwa vor und findet eine neue Freundin, die ihr den Namen "Jude" gibt. Das Mädchen erkennt den wahren Sinn des Namens nicht und himmelt die Freundin Peggy geradezu an.
    Am Tag der Bat Mizwa verstirbt Judits geliebte Großmutter Rebecca und hinterlässt ihrer Enkelin einen langen Brief, in dem sie ihr ihre Geschichte erzählt.


    Ich habe diesen Abschnitt sehr gern gelesen und frage mich, ob die beiden Handlungsstränge so zusammengeführt werden, dass Salim und Judit sich begegnen und ineinander verlieben. Denn Salim hat sich ebenfalls auf den Weg nach Großbritannien gemacht, um bei seinem großen Bruder zu leben.
    Salim plant ein Studium, doch der Bruder möchte, dass der Junge in seiner Autowerkstatt arbeitet und Geld verdient.