Kurzbeschreibung:
Fünf Jahre nach dem Unfalltod ihres ersten Mannes verliert June Nealon ihre siebenjährige Tochter Elisabeth und ihren zweiten Mann Kurt durch einen grausamen Mord. Shay Bourne, ein arbeitsloser Handwerker, den die schwangere June eingestellt hat, damit er ihr Haus repariert, hat mit gezielten Schüssen ihre Familie ausgelöscht.
Elf Jahre später: Junes zweite Tochter Claire leidet an einem Herzfehler. Nur ein Spenderorgan kann ihr junges Leben noch retten. Da tritt der zum Tode verurteilte Shay Bourne an sie heran mit dem Wunsch, Claire nach seinem Tod sein Herz zu geben und so die Morde an Elisabeth und Kurt wiedergutzumachen.
Meine Meinung:
Wie gewohnt behandelt das neue Buch der amerikanischen Schriftstellerin Jodi Picoult eine brandheiße Thematik. Dieses Mal geht es um Ethik, Moral und Todesstrafe, gepaart mit dem Thema Organspende und christlichem Glauben. An einigen Stellen erinnert die Geschichte sehr stark an Stephen Kings „The Green Mile“.
„Das Herz ihrer Tochter“ wird wieder aus den verschiedenen Perspektiven der einzelnen Beteiligten erzählt. Die Passagen des Pfarrers Father Michael waren mir persönlich zu religiös. Zu Beginn der Geschichte war es noch auszuhalten, aber je weiter die Geschichte fortschritt, desto theologisch verworrener wurden seine „Gedanken“. Zum Schluss habe ich seine Kapitel nur noch überflogen, da mir das ganze Gerede über das Thomasevangelium usw. auf die Nerven ging.
Junes Geschichte fand ich etwas übertrieben. Ihr Schicksal war mir zu viel, erst stirbt ihr erster Mann bei einem Autounfall, dann werden ihr zweiter Mann und ihre Tochter ermordet UND ihre zweite Tochter wird sterben, es sei denn, sie erhält ein Spenderherz. Diese Fülle an Schicksalsschlägen lässt die Geschichte unglaubwürdig werden. Dazu noch Shay Bournes „Gabe“ und dem Leser war jeglicher Realitätsgedanke genommen. Ein bisschen weniger wäre für diese Geschichte sicher von Vorteil gewesen.
Der Autorin gelingt es gut, die brisante Thematik „Todesstrafe“ in die Handlung einfließen zu lassen. Sie bleibt dabei aber wunderbar neutral, zwingt dem Leser nicht ihre Meinung auf, sondern regt lediglich dazu an, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
Auch die ein oder andere Überraschung hält sie bereit, so dass die Geschichte bis zum Schluss spannend bleibt. Alles in Allem ist „Das Herz ihrer Tochter“ ist ein schönes Buch mit kleinen Makeln, das sich aber auf jeden Fall lohnt.