Beiträge von fictionmaster

    Inzwischen ist der 62-jährige Frank Machianno zwar der gesetzestreue Besitzer eines Angelladens, aber damals in den 70ern und 80ern war er besser bekannt als Mafiakiller Frankie Machine. Als plötzlich ein Mordanschlag auf ihn verübt wird, muss Frank einsehen, dass seine Vergangenheit doch nicht so tot ist, wie er angenommen hatte. Also beginnt er nachzuforschen, wer ihm jetzt ans Leder will. Wir begleiten ihn dabei und erfahren scheibchenweise, wie das damals in Franks Zeit bei der Mafia war. Die Erinnerungen sind ebenso blutig wie interessant, unterscheiden sich aber nicht sonderlich groß von anderen Mafia-Geschichten. Zu bemängeln habe ich zudem, dass der Anfang zwar gut geschrieben, aber ziemlich schleppend ist: Frankies Alltag wird ziemlich lang und ausführlich eingeführt. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die Mafia-Typen in ihrem gelben Hummer vor seinem Haus stehen und damit die tatsächliche Handlung in Gang bringen.

    So ist es alles in allem eine typische Mafia-Geschichte in Winslows hardboiled Stil. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Es ist eine interessante Frage, die Andreas Eschbach da in seinem neuen Roman stellt: Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon die heute bekannte totale Überwachung durch Computer gegeben hätte? Natürlich wären dafür einige geschichtliche Korrekturen nötig, aber die arbeitet Eschbach geschickt ein und verwebt real existierende Personen wie Sir Charles Babbage (der hier im 19. Jahrhundert den ersten (dampfbetriebene) mechanischen Lochkarten-Computer erfand) so perfekt mit dem Erdachten, dass trotz eines gewissen phantastischen Steampunk-Gefühl alles glaubhaft erscheint.

    Mindestens genauso interessant wie das Szenario sind die Charaktere. Man fiebert mit der Programmiererin Helene und hegt stellenweise sogar Sympathien für ihren rachsüchtigen Vorgesetzten Eugen Lettke. Ihr Werdegang wird parallel zum Aufstieg der Nationalsozialisten geschildert und verknüpft ebenfalls Fakten und Fiktion. Bitter und heftig wird es durch die Erwähnung bzw. den Einbau von tragischen Zeitzeugen wie Anne Frank oder den Geschwistern Scholl, die in dieser Welt durch die Analysen der NSA gefasst werden. Aber „NSA“ ist kein Wohlfühlroman und muss weh tun. Mir persönlich fiel das Ende etwas zu düster und deprimierend aus, aber auch das muss vermutlich bei einem Thema wie diesem so sein.


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    • Broschiert: 432 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (3. September 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3426522101
    • ISBN-13: 978-3426522103
    • Originaltitel: Sirens


    Über den Autor:

    Joseph Knox ist Buchhändler, spezialisiert auf Spannung, wuchs in der Gegend von Stoke und Manchester in England auf und lebt gegenwärtig in London. Er ist passionierter Leser, Autor und Jogger. Sirens ist sein aufsehenerregendes Debüt, mit dem er auf Anhieb die englischen Bestsellerlisten stürmte.


    Inhaltsangabe:

    Drogen-Sumpf, Bandenkrieg und Polizei-Korruption in Manchester. Das spannende Thriller-Debüt von Joseph Knox – »Ein Kraftpaket von einem Thriller.« (Val McDermid)


    Der erste Fall für Detective Aidan Waits in Manchester.

    Isabelle Rossiter, die Tochter eines einflussreichen Politikers, ist von zu Hause ausgerissen. Detective Aidan Waits, bei seinen Vorgesetzten in Ungnade gefallen, soll sie wiederfinden. Seine Suche auf den nächtlichen Straßen Manchesters führt ihn in einen Sumpf von Drogen und Gewalt: Offenbar setzt ein mächtiger Dealer minderjährige Mädchen, sogenannte »Sirenen«, als Drogen-Kuriere ein, und nicht nur eine von ihnen ist verschwunden. Aidan Waits dämmert, dass Isabelle mit voller Absicht untergetaucht ist, um ihr Leben zu retten. Und auch sein eigenes hängt am seidenen Faden.
    Ein zwielichtiges Spiel in den Grauzonen des Gesetzes beginnt. Aidan Waits muss aufs Ganze gehen, um die Wahrheit herauszufinden, und stößt dabei auf ein Geflecht dunkler Machenschaften …

    »Knox zeichnet Manchester so ausdrucksstark und kompromisslos wie Ian Rankin sein Edinburgh.« Guardian



    Meine Kritik:

    Detective Aidan Waits aus Manchester hat mehrere Probleme: Er ist drogenabhängig und wird (aufgrund dessen) beim Stehlen aus der Asservatenkammer ertappt. Sein Vorgesetzter schlägt ihm einen Deal vor: Er soll undercover in den Bars ermitteln, in denen er sich ohnehin herumtreibt. Noch dazu bittet ihn ein hochrangiger Politiker, im Drogenmilieu nach seiner Tochter zu suchen. Aidan sagt allem zu und begibt sich auf die Suche. Nun ja, mehr oder minder jedenfalls. Zum Beginn sind ihm seine Uppers und Downers wichtiger als alles andere. Das macht die Handlung ein wenig träge, vor allem wenn sich der Undercover-Cop mit seinen Gesprächspartnern dann auch noch in seinem Milieusprache unterhalten. Beim Lesen wusste ich nicht immer, was genau gemeint war. Zum Ende hin legt die Handlung etwas zu und auch der Junkie wird etwas mehr zum Ermittler. Dennoch wurde ich bis zum Ende hin nicht wirklich mit Aidan und seiner Welt warm. Humor suchte man in der Geschichte vergebens, stattdessen gab es nur die eine oder andere Drogengroteske. Die kennen wir aber von Irving Welsh schon besser.

    Sheriff Hackberry Holland erhält den Hinweis, dass hinter einer alten Kirche ein Massaker stattgefunden haben soll. Und wirklich: in der Erde findet er die Leichen von neun asiatischen Frauen. Parallel zum FBI erstellt der betagte Gesetzeshüter seine eigenen Ermittlungen und bringt sich dadurch selbst in die Schusslinie.

    Nach drei Dave-Robicheaux-Romane überlegte ich, mich mal einen anderen von Burkes düsteren Helden zu widmen. Rein charakterlich unterscheidet sich Sheriff Hackberry Holland auch gar nicht so sehr von Dave Robicheaux, die Grundhandlung der Geschichte hätte ebenfalls genauso gut in New Iberia spielen können. Die Umsetzung der Handlung jedoch ist grundverschieden. Neben Hollands Ermittlungen gibt es zig weitere Handlungsstränge über haufenweise Charaktere, die irgendwie in den Fall involviert sind. Stellenweise hatte ich echt Schwierigkeiten, nicht den Überblick zu verlieren, wer wohin gehört. Der Fall selbst ist auch gar nicht so komplex, er wird es bloß durch die vielen agierenden und betroffenen Figuren. Hätte Burke es auf Sheriff Hackberry und den Psychopathen Jack „Preacher“ Collins beschränkt, wäre das vollkommen ausreichend gewesen. Daher waren die „Regengötter“ (der zweiter Band der Hackberry-Holland-Reihe) ein nicht ganz so starkes Vergnügen, wie die anderen Burke-Geschichten.

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    • Gebundene Ausgabe: 456 Seiten
    • Verlag: Pendragon (20. Mai 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3865325742
    • ISBN-13: 978-386532574



    Über den Autor:

    James Lee Burke, 1936 in Louisiana geboren, wurde bereits Ende der Sechzigerjahre von der Literaturkritik als neue Stimme aus dem Süden gefeiert. Nach drei erfolgreichen Romanen wandte er sich Mitte der Achtzigerjahre dem Kriminalroman zu, in dem er die unvergleichliche Atmosphäre von New Orleans mit packenden Storys verband. Burke wurde als einer von wenigen Autoren zweimal mit dem Edgar-Allan-Poe-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. 2015 erhielt er für Regengötter den Deutschen Krimi Preis. Er lebt in Missoula, Montana.



    Inhaltsangabe:

    Alte Freunde bringen manchmal Unglück. Diese Erkenntnis macht Dave Robicheaux, als er unverhofft dem abgehalfterten Rock ´n´ Roller Dixie Lee Pugh wiederbegegnet. Pugh arbeitet inzwischen für eine Ölfirma und berichtet ihm von zwei finsteren Kollegen und ihren dreckigen Machenschaften in den Bergen Montanas.
    Wenig später wird Pugh Opfer eines Brandanschlags und Dave Robicheaux flattert ein Drohbrief ins Haus. Als er sich die Absender schnappen will, steht er plötzlich selbst unter Mordverdacht. Robicheaux hat nur eine Chance: Er muss nach Montana und herausfinden, in welche Geschäfte Dixie Pughs Kollegen verwickelt sind. Es geht um eine Menge Geld, um mächtige Ölgesellschaften und um junge Indianer, die gegen altes Unrecht kämpfen.



    Meine Kritik:

    Auch der dritte Band spielt zirka ein Jahr nach den Ereignissen der vorherigen Geschichte. Inzwischen ist wieder etwas Ruhe in Dave Robicheauxs Leben eingekehrt, doch an der früheren Tragödie knabbert er noch immer. In einem Diner trifft er eines Nachts seinen früheren College-Mitbewohner und jetzt abgehalfterten Rock'n'Roller Dixie Lee Pugh. Dieser bittet seinen alten Kumpel um Hilfe. Zunächst lehnt Dave ab, aber natürlich dauert es nicht lange, bis ihn der Ärger trotzdem heimsucht. Diesmal landet der Ex-Cop während seiner Ermittlungen sogar für etliche Tage hinter Gittern und ist gezwungen, danach in die Berge Montanas zu reisen, um Beweise für seine Unschuld zu suchen. Selbstredend, dass ihn dabei jede Menge zwielichtige Typen und noch mehr Schwierigkeiten erwarten.

    Obwohl die dritte Geschichte nicht ganz an die beiden vorherigen Bände heranreicht, ist es dennoch eine düstere, schmutzige Hard-Boiled-Geschichte mit flotten Sprüchen und Ganoven, die allesamt nicht lange fackeln.

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    • Taschenbuch: 456 Seiten
    • Verlag: Pendragon (10. Oktober 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3865325637
    • ISBN-13: 978-3865325631
    • Originaltitel: HEAVEN'S PRISONERS


    Über den Autor:

    James Lee Burke, 1936 in Louisiana geboren, wurde bereits Ende der Sechzigerjahre von der Literaturkritik als neue Stimme aus dem Süden gefeiert. Nach drei erfolgreichen Romanen wandte er sich Mitte der Achtzigerjahre dem Kriminalroman zu, in dem er die unvergleichliche Atmosphäre von New Orleans mit packenden Storys verband. Burke wurde als einer von wenigen Autoren zweimal mit dem Edgar-Allan-Poe-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. 2015 erhielt er für Regengötter den Deutschen Krimi Preis. Er lebt in Missoula, Montana.


    Inhaltsangabe:

    Nach seinem Abschied von der Mordkommission in New Orleans hat sich Dave Robicheaux in das Mississippi-Delta zurückgezogen und einen Bootsverleih eröffnet. Eines Tages stürzt ein Flugzeug vor seinen Augen in die Bayous. In letzter Sekunde kann er ein kleines Mädchen retten, für die anderen kommt jede Hilfe zu spät. An Bord waren Flüchtlinge aus El Salvador, die dem Bürgerkrieg und der Bandenkriminalität ihrer Heimat entkommen wollten. Als die Behörden eine falsche Opferzahl veröffentlichen und Robicheaux unter Druck setzen, ist für ihn klar, dass an der Sache etwas faul ist. Was will die Polizei hier vertuschen? Robicheaux ermittelt auf eigene Faust und sticht dabei in ein Wespennest.



    Meine Kritik:

    Der zweite Band spielt ein Jahr nach Band Eins und ist mindestens genauso finster und grimmig wie der vorherige. Nachdem er seinen Polizeidienst quittiert hat, betreibt Dave Robicheaux einen Fischköderladen am Mississippi, ist verheiratet und glaubt, mit der Welt im Reinen zu sein. Dann stürzt auf dem Fluss ein Flugzeug ab und er kann geradeso ein kleines Mädchen aus dem Wrack rennen. Eigentlich eine noble Tat, aber für Robicheaux ist es der Anfang eines neuen Kreislaufs voller Kriminalität und Gewalt, in den er verwickelt wird und der einige heftige Rückschläge für ihn bedeuten.

    Burke lässt in der Welt seines Helden dabei kaum einen Hoffnungsschimmer zu. Alles ist dreckig, heruntergekommen und bereit dazu, einem kräftig in den Hintern zu beißen. Entsprechend grimmig und hardboiled geht Robicheaux daher vor. Raymond Chandler hätte seine Freude daran gehabt.


    Dave Robicheauxs erster Fall „Neonregen“ beginnt so, als hätte es schon etliche Bände davor gegeben. Der Lieutenant besucht einen Mafia-Killer in der Todeszelle, den er selbst dahin gebracht hat. Der Todgeweihte allerdings will nicht seine Unschuld beteuern, sondern warnt den Polizisten, dass jemand hinter ihm her ist. Danach dauert es nicht lang und Robicheaux muss tatsächlich um sein Leben fürchten. Zwangsweise beginnt er deswegen zu ermitteln. Den meisten Teil davon läuft er den Geschehnissen allerdings trotz intensiver Bemühungen nur hinterher – bis es dann am Ende zur Genre-üblichen Auflösung kommt. Die Geschichte um den leidgeplagten Bullen mit der Alkoholiker-Vergangenheit ist düster, dreckig und mit jeder Menge Hardboiled-Charme versetzt. Dazu mischt sich viel Politisches (über Süd- und Lateinamerika) in die Handlung. Vieles davon spielt auf Sachen Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre an und ist heutzutage nur noch bedingt nachvollziehbar. Das fällt zum Glück nicht zu sehr ins Gewicht. Leicht verdaulich ist der schwermütige „Neonregen“ nicht, aber durchaus empfehlenswert.

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    • Broschiert: 192 Seiten
    • Verlag: Plötz & Betzholz; Auflage: 1. (10. Februar 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3960170025
    • ISBN-13: 978-3960170020



    Über den Autor:

    David Hain betreibt den Youtube-Kanal BeHaind, ist als Videoproduzent für unterschiedlichste Projekte verantwortlich und war sogar schon mal in der Bravo! Damit ist auf der nach oben offenen Karriereskala zwischen ihm, Michael Jackson und dem einen Typen von Boyzone praktisch kein Unterschied mehr auszumachen.

    Bevor er vor die Kamera schritt, arbeitete er rund zehn Jahre lang in einem ehrlich...anderen Berufsfeld: als Journalist. Vier Jahre davon war er unter anderem als Chefredakteur für die Inhalte der legendären Webmarke GIGA.de zuständig. Zuvor testete er DVDs, Videospiele, klaubte Kaugummis von Kinositzen und war sogar mal Schuhverkäufer.

    Hain liebt das große Kino, Currywurst mit Pommes und Biografie-Texte wie diesen hier zu schreiben.


    Inhaltsangabe:

    Klappe, und Action: zu den skurrilsten, lustigsten und überraschendsten Fakten der internationalen Film-Blockbuster und erfolgreichsten Fernsehserien unserer Zeit

    David Hain (YouTube: BeHaind) verrät in "Fakt ab!" nicht nur alles Wissenswerte über die Lieblingsfilme der Deutschen (von A wie Avatar über S wie Sex and the City bis Z wie Zurück in die Zukunft), sondern überrascht ihn zugleich mit einem Feuerwerk an unnützem Wissen über eben diese. Mal als Kurz-Fact, mal anekdotisch nimmt er uns mit auf eine cineastische Zeitreise.

    Wussten Sie zum Beispiel:

    • dass Harrison Fords Vertrag eigentlich vorsah, am Ende von "Das Imperium schlägt zurück" der Star-Wars-Saga zu sterben? Da sein Charakter aber zum absoluten Fanliebling geriet, änderte George Lucas das Drehbuch.
    • dass Jack alias Leonardo Di Caprio in Titanic dem Tod von der Schippe gesprungen wäre, wenn sich Regisseur James Cameron einfach nur an die Regeln des Auftriebs gehalten hätte?
    • dass das Original-Filmplakat von "Arielle" ausgetauscht werden musste, weil einer der darauf zu sehenden Türme des Schlosses die Form eines Penis hatte?
    • dass die Macher des Films "Der König der Löwen" von einem Biologen verklagt wurden, weil seiner Meinung nach darin die Hyänen als hinterlistige Trottel diffamiert würden?

    Ein großer Spaß für alle Film-Liebhaber sowie Fans von Film-Trivia und David Hain!




    Meine Kritik:

    Als Filmfan ist mir beim Kauf einer Blu-Ray oder DVD neben dem Hauptfilm das Bonusmaterial sehr wichtig. Ich mag die gelöschten Szenen und alternativen Enden und sonstigen Infos. Bei Wikipedia lese ich mir zu Filmen gerne die Trivia-Fakten durch. Daher war David Hains „Fakt ab“-Buch genau das Richtige für mich. Auf 190 Seiten gibt es jede Menge kompakt zusammengefasste Hintergrund-Informationen zu vielen bekannten Filmen wie „Zurück in die Zukunft“, „Titanic, „Spider-Man“ oder „Pulp Fiction“. Zugegeben, nicht jede Enthüllung war für mich als Filmfan tatsächlich eine, aber durchgelesen habe ich sie mir trotzdem, weil sie allesamt gut geschrieben waren. Jedes einzelne Filmkapitel ist außerdem in die Rubriken Entstehung, Bedeutung und kurze Kritik unterteilt. Damit bleibt es schön übersichtlich und macht das schnelle Nachschlagen im Bedarfsfall einfacher. Feines Buch, das gerne noch etwas dicker hätte ausfallen können. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann ein Sequel.

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    • Verlag: Argon Verlag; Auflage: 7 (11. März 2008)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3866104472
    • ISBN-13: 978-3866104471



    Über den Autor:

    John Katzenbach wurde 1950 in Princeton, New Jersey, als Sohn einer Psychoanalytikerin geboren. Bereits von ihr lernte er eine Menge über die menschliche Psyche, deren Untiefen er später in seinen Thrillern ergründen sollte. Weitere Erkenntnisse gewann er in seiner jahrelangen Tätigkeit als Gerichtsreporter des "Miami Herald" und der "Miami News". Seine Artikel wurden zudem in mehreren Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt. Später machte er sich als Autor selbstständig. Zu seinen bekanntesten Werken, die zum Teil bereits verfilmt wurden, zählen "Der Patient" und "Die Rache". Nur eines ist Katzenbach noch wichtiger als das Schreiben: seine Familie. Mit seiner Frau, der Pulitzerpreisträgerin Madeleine Blais, und seinen Kindern lebt er in Amherst, Massachusetts.



    Inhaltsangabe:

    Vor zwanzig Jahren, als junger Mann, ist Francis Petrel gegen seinen Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Mehrere Jahre hat er dort zugebracht – bis die Anstalt nach einer Mordserie geschlossen wurde. Noch immer hört Francis Stimmen, nimmt Medikamente. Die Erinnerung an die traumatischen Geschehnisse von damals ängstigt ihn, und er beginnt aufzuschreiben, was er erlebt hat – mit Bleistift, auf den Wänden seiner Wohnung.



    Meine Kritik:

    Über die Jahre habe ich viel Gutes über John Katzenbachs Thriller „Die Anstalt“ gehört, das mich neugierig machte. Den ausschlaggebenden Grund für dieses Hörbuch bekam ich allerdings, als ich las, dass Simon Jäger (Synchronstimme von Matt Damon und Josh Hartnett) und der legendäre Thomas Danneberg (Synchronstimme von Terence Hill, John Travolta und Sylvester Stallone) den Text vortragen. Die beiden liefern auch wirklich gute Arbeit ab. Dennoch konnten auch sie nicht verhindern, dass ich die Geschichte lediglich mittelmäßig fand. Es mag daran liegen, dass „Die Anstalt“ bereits vor über zehn Jahren erschienen ist und es seither zig thematisch ähnliche Thriller gab. Trotzdem hatte ich mir von den angeblich so unheimlichen Mordserie in der psychiatrischen Klinik mehr erhofft. Der Anfang ist etwas schleppend und mit einer Menge Hin- und Her. Dazu ist nicht alles plausibel. Später zieht die Spannung zwar an, wird aber auch reißerischer (wie zum Beispiel das Rufen von Apollo in Teil 79). Der Aha-Effekt hielt sich ebenfalls in Grenzen. Das alles führte dazu, dass mich „Die Anstalt“ seltsam kalt ließ; ich fand den Roman weder beklemmend noch packend, sondern einfach nur durchschnittlich.

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    • Gebundene Ausgabe: 354 Seiten
    • Verlag: Emons, H J (1995)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3924491615
    • ISBN-13: 978-3924491611

    Inhaltsangabe:

    Der deutsche Film krankt, nicht immer, aber häufig, an der Schwäche seiner Konzepte. Schon seit langem orten Filmförderer und -kritiker den Ursprung dieses beklagenswerten Übels vor allem bei den Autoren. Dort, so hört man immer wieder, dient das gerade in Europa so häufig ins Feld geführte Recht des Dichters auf ungehemmte, künstlerische Selbstverwirklichung immer wieder als Ausflucht, wenn es um die Retuschierung fehlender handwerklicher Kenntnisse geht. David Howard, der sein Buch DREHBUCHHANDWERK auf der Grundlage eines Textes seines verstorbenen Kollegen Edward Mabley und in enger Zusammenarbeit mit dem legendären Script Doctor Frank Daniel entwickelte, läßt in diesem Punkt keinen Zweifel: Bevor der Künstler zum Zuge kommen kann, ist der Handwerker gefragt. Und der muß vor allem eins - die Gesetze seines Handwerks beherrschen! Wie kein anderer Fachautor versteht es Howard, diese nüchterne amerikanische Sichtweise herauszuarbeiten, die Verzahnung der Autorentätigkeit mit den übrigen, für die Herstellung eines Films notwendigen Arbeitsprozessen einleuchtend aufzuzeigen und auch für Laien transparent zu machen. Daß ihm dennoch europäische Traditionen nicht fremd sind, z.B. der Begriff des 'Autorenfilms', daß ihm auch die Grundbegriffe des Theaters vertraut sind, macht sein Buch zu einem Nachschlagewerk, dessen Wert weit über das, was man gewöhnlich von einem Lehrbuch erwarten kann, hinausgeht.



    Meine Kritik:

    Selbst wenn man viele Filme und Serien geschaut hat, hat man nicht automatisch Ahnung vom Handwerk Drehbuchschreiben. Wenn man vorher schon im Literaturbereich Erfahrungen gesammelt hat, ist das zwar schon mal gut, um über Figurenentwicklungen, Antagonisten und Konflikte Bescheid zu wissen, dennoch ist es wichtig, sich vor dem Schreiben eines Drehbuchs mit den Basics vertraut zu machen, da ja zwischen Roman und Film durchaus gewisse Unterschiede bestehen.

    In der Hinsicht hilft dieses Grundlagenbuch hervorragend weiter. Man bekommt erklärt, was es mit Prämissen und Eröffnungen auf sich hat, was genau „Platzieren und Ernten“ sowie „Outline und Step Outline“ sind und weshalb man auf die „dramatische Ironie“ achten sollte. Im zweiten Teil des Buches werden dann 16 berühmte Filme genauestens unter die Lupe genommen. Darunter Film-Meilensteine wie „E.T.“, „Manche mögen’s heiß“, „Citizen Kane“, „Chinatown“, „Der Pate“ und „Einer flog übers Kuckucksnest“.

    Das alles sind wunderbare Dinge, die einem die Kunst des Drehbuchschreibens näherbringen und plausibel erklären. Aber fühlt man sich danach bereit, ein Drehbuch zu schreiben? Leider nicht, denn auf keiner einzigen Buchseite wird erklärt, wie so ein Drehbuch denn auszusehen hat, wie man beschreibt, was man beschreiben will und wie viele Drehbuchseiten man für einen abendfüllenden Spielfilm braucht. Daher kann ich das Sachbuch von David Howard und Edward Mabley zwar loben, jedoch nicht als alleiniges Hilfsmittel empfehlen. Um die offen gebliebenen Fragen zu klären, empfiehlt es sich, im Internet nach einigen Filmdrehbüchern zu suchen. Mit etwas Glück findet man sogar einige deutsch(sprachig)e.

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    • Taschenbuch: 180 Seiten
    • Verlag: Fink, Wilhelm; Auflage: 2., erw. Aufl. 2016 (9. Mai 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3770560698
    • ISBN-13: 978-3770560691

    Inhaltsangabe:

    Sind Tarantinos Filme bloß Zitatcollagen oder besitzen sie eine eigene, charakteristische Ästhetik? Tarantino ist bekannt dafür, Filmstellen und Filmgenres in seinen Filmen zu zitieren. Seine spezielle Komik besteht darin, Genremuster zu bedienen und der Handlung dann eine unerwartete Wendung zu geben. Alltäglichen und scherzhaften Dialogen lässt er dabei viel Raum. Dieses Buch erklärt Tarantinos Filmästhetik und stellt sich auch der Frage nach der Ästhetisierung von Gewalt. Analysiert werden Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Jackie Brown, Kill Bill: Vol. 1 und Vol. 2, Death Proof, Inglourious Basterds, Django Unchained und The Hateful Eight. Darüber hinaus werden auch Filme in den Blick genommen, bei denen Tarantino am Drehbuch oder an der Regie beteiligt war wie True Romance, Natural Born Killers, From Dusk till Dawn oder Sin City. Die Interpretationen liefern Informationen zu den Produktions- und Rezeptionshintergründen der Filme sowie eingehende Analysen der Handlung (einschließlich der wesentlichen Referenzen auf Vorläuferfilme) und der audiovisuellen Gestaltung. Jedes Film-Kapitel wird zudem mit einer detaillierten Szenenanalyse abgeschlossen.



    Meine Kritik:

    Als Fan von Tarantinos Werk wollte ich mehr über die Hintergründe seiner Filme erfahren und stieß nach kurzem Suchen auf das recht gut bewertete Buch von Susanne Kaul und Jean-Paul Palmer. In der 2013 erschienenen Erstauflage (2017 folgte eine zweite, aktualisierte) werden die ersten acht Filme des Meisters gründlich unter die Lupe genommen, angefangen von seinem Debüt „Reservoir Dogs“ bis hin zu „Django Unchained“. Ein Extrakapitel befasst sich zudem mit seiner TV-Regie-Nebentätigkeit (in „Emergency Room“ und „CSI“), seinen separaten Drehbüchern („True Romance“, „Natural Born Killers“ und „From dusk til dawn“) sowie seinem Beitrag zur Kurzfilmanthologie „Four Rooms“. Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den acht großen Kinofilmen. Zu jedem gibt es eine Inhaltszusammenfassung, Infos zur Produktion und Rezeption, eine inhaltliche, eine audiovisuelle und eine Szenen-Analyse.

    Obwohl dadurch eigentlich keine Frage offen bleiben, hätte ich mir dennoch ein paar mehr Hintergrundinfos und etwas Trivia gewünscht. Ein abschließendes Fazit oder dergleichen wäre ebenfalls nicht schlecht gewesen. So bleibt es „nur“ eine nackte Faktenanalyse des Werkes, die auf gerademal 162 Seiten stattfindet. Das Buch würde ich daher eher für Tarantino- und Filmfans empfehlen.

    Wenn ich an Dan Brown denke, denke ich an uralte Symbole, Geheimbünde und Verschwörungen. Nun ja, letzteres gibt es in Robert Langdons neustem Abenteuer durchaus, wenn auch nicht in üblichen Form. Überhaupt sind diesmal keine komplizierten kunstgeschichtlichen Rätsel zu lösen, sondern streng genommen innerhalb einer Nacht bloß eine bestimmte Gedichtzeile zu finden. Klingt wenig spannend und ist es auch. Weshalb Brown seinen Roman dennoch so weit aufgeplustert hat, dass die Buchfassung satte 670 Seiten umfasst, bleibt mir ein Rätsel. Dazu passt allerdings, dass praktisch von Anfang an um den heißen Brei herumgeredet wird. Ständig werden die Dinge aufs Neue herausgezögert und noch einmal durchgekaut, bevor es weitergeht.

    Dazu ist der Plot um die angebliche bahnbrechende Enthüllung eines Zukunftsforschers nicht besonders originell und auch der Handlungsablauf erzählt wenig Neues: Robert Langdon darf mal wieder zusammen mit einer Frau auf eine mehr oder rätselhafte Odyssee gehen, während er und sie von bösen Buben verfolgt werden. Gähn.

    Im Grunde genommen ist „Origin“ nicht mal Roman im herkömmlichen Sinne, sondern eher eine Ansammlung populärwissenschaftlicher Theorien und geschichtlicher Anekdoten, umgeben von einer dünnen Rahmenhandlung.

    Die in der Geschichte vorkommende künstliche Intelligenz Winston fand ich zwar recht sympathisch, allerdings als selbst denkenden Computer lächerlich und viel zu vital, um eine Maschine sein zu können. An mehreren Stellen im letzten Drittel kichert (!) die Maschine sogar. Bei praktisch jeder Szene mit ihm erwartete ich, dass gleich herauskommen würde, dass es sich doch um einen Menschen handelt. Okay, am Ende wird das Ganze etwas relativiert, dennoch bleibt auch dieser Romanbestandteil unglaubwürdig.

    Fazit: Um ein bisschen was über Wissenschaft und Kunstgeschichte zu erfahren, taugt „Origin“ durchaus, als Roman ist dieser Band allerdings mehr als schwach.

    Im siebenten Band sieht es für Franz Eberhofer recht übel aus. Seine Susi ist zwar zurück, will aber nichts von ihm wissen. Das Haus der Mooshammerin ist niedergebrannt, weshalb die nervige Klatschbase mit den Eberhofers unter einem Dach wohnt. Die Hotelbaupläne in Niederkaltenkirchen sind ebenfalls nicht vom Tisch und sorgen für gewaltigen Unmut im Ort. Und dann sind die Cholesterinwerte vom Franz so hoch, dass ihn der Arzt auf Diät setzt. Es passiert also mächtig viel im „Leberkäsjunkie“-Roman. Vielleicht zu viel. Die Kapitel fallen deutlich längere als früher aus und sind dazu auch irgendwie ernsthafter. Die skurrilen Charaktere und Situationen sind zwar immer noch vorhanden, treten aber allmählich in den Hintergrund. Kurioserweise wirkt die Geschichte dadurch trotzdem nicht unbedingt viel tiefgründiger. Was auf die Fallermittlungen ebenfalls zutrifft. Franz und Rudi gehen zwar einigen Spuren nach, doch dies alles wirkt relativ halbherzig.

    Aber das passt zum ganzen Buch. Ich hatte das Gefühl, dass Franz Eberhofer nicht nur in der Geschichte, sondern generell langsam die Luft auszugehen schien. Was auch verständlich ist, da irgendwann eben alle Gags und witzigen Szenarien mal durchgespielt sind. Daher bin ich gespannt, ob Rita Falk das Ruder im nächsten Mal noch einmal herumreißen kann oder es weiter abwärts geht …

    Auch nach 15 Jahren hat Detective Nap Dumas das Trauma über den Tod seines Zwillingsbruders Leo und dessen Freundin Diana nicht überwunden. Zumal kurz nach der Tragödie Naps Freundin Maura auf mysteriöse Weise untertauchte und seither nicht mehr gesehen wurde. Als sein früherer Klassenkamerad Rex ermordet wird und man am Tatort Mauras Fingerabdrücke findet, rollt Nap den damaligen Fall noch einmal auf. Alles scheint mit einer alten Militärbasis zusammenzuhängen, auf der offenbar geheime Experimente stattfanden ...

    „In deinem Namen“ enthält ein recht typisches Coben-Szenario: Jemand wird von seiner Vergangenheit eingeholt und muss sich den damals ungeklärten Fragen stellen. Diesmal allerdings hat der Meister das Ganze mit Verschwörungstheorien und urbanen Legenden gewürzt. Stellenweise erinnert die Geschichte daher ein wenig an frühere Folgen von „Akte X“. Zwar ohne den Mystery-Anteil, aber mit dem ganzen Rest über geheime Militärbasen, Nacht-und-Nebel-Aktionen, geheimnisvollen Männer in schwarzen Anzügen und ungeklärten Todesfälle. Ich für meinen Teil erwartete fast, dass gleich Mulder & Scully um die Ecke kommen würden.

    Das passierte zwar nicht, dafür aber hatten Ex-Sportler Myron Bolitar und Staatsanwältin Loren Muse kurze Gastauftritte. Beide sind Coben-Fans aus zahlreichen anderen Romanen bekannt.

    Gefallen hat mir „In deinem Namen“ zweifelsohne. Die Handlung war packend, mysteriös, verwirrend und abwechslungsreich. Bloß bei der Auflösung am Ende kam mir manches etwas arg konstruiert vor.