Beiträge von fictionmaster

    • Herausgeber ‏ : ‎ Goldmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (23. August 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Broschiert ‏ : ‎ 432 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442206278
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442206278
    • Originaltitel ‏ : ‎ Win


    ASIN/ISBN: 3442206278


    Über den Autor:

    Harlan Coben wurde als erster Autor mit den drei bedeutendsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet. Seine Thriller sind bisher in 45 Sprachen übersetzt worden und erobern regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Der Autor lebt mit seiner Familie in New Jersey.


    Inhaltsangabe:

    Vor über zwanzig Jahren wurde Patricia Lockwood während eines Raubüberfalls entführt und schwer misshandelt. Ihr gelang die Flucht, doch ihr Peiniger wurde nie gefasst. Auch die damals gestohlenen Gemälde blieben verschollen. Bis in einem New Yorker Apartment neben einer Leiche eines der Bilder gefunden wird – und der Koffer, den der Entführer Patricia zu packen zwang. Zeit für Patricias Cousin, Windsor Horne Lockwood III, den Dingen auf den Grund zu gehen: Win, wie seine wenigen Freunde ihn nennen, ist hochintelligent, skrupellos und wild entschlossen, den Fall zu lösen. Einen Fall, der die dunkelsten Geheimnisse seiner Familie ans Tageslicht zu bringen droht ...


    Meine Kritik:

    Nach dem etwas schwächeren „Junge aus dem Wald“ greift Harlan Coben in seinem nächsten Roman wieder mehr auf vertraut-erfolgreiche Elemente zurück: Jemand wird von der Vergangenheit eingeholt und muss sich zwangsweise noch einmal genauer mit dem beschäftigten, was damals vorgefallen ist. Dieser Jemand ist diesmal Windsor Horne Lockwood III, den Coben-Fans bereits aus der Myron-Bolitar-Reihe kennen. Der stinkreiche Supermacho untersucht die Entführung seiner Cousine Patricia Lockwood, die vor zwanzig Jahren für mehrere Monate spurlos verschwand. Damals wurden auch Patricias Vater ermordet und zwei wertvolle Gemälde gestohlen. Wie üblich bei Coben bleiben die Untersuchungen der Vergangenheit nicht ohne Folgen. Schon bald bringt sich Win mit seinen Nachforschungen in große Gefahr. Außerdem deckt er dabei deutlich mehr über seine Familie auf, als ihm eigentlich lieb ist.

    Der Aufbau der Geschichte ist zwar nicht besonders originell (zumindest nicht, wenn man bereits die anderen Romane von Harlan Coben kennt), die Details und überraschenden Wendungen während Wins Nachforschungen allerdings machen das Buch durchaus lesenswert. Etwas anstrengend sind zwar Wins ständigen Macho-Sprüche, doch gleichzeitig hebt er sich damit angenehm von all den sympathischen anderen Figuren aus Coben-Romanen ab. Für Neueinsteiger in Harlans Thriller-Welt eignet sich „Nichts bleibt begraben“ nur bedingt. Die Story ist zwar komplett abgeschlossen und eigenständig, trotzdem gibt es zahlreiche Anspielungen auf und Erwähnungen von Myron Bolitar. Es macht also durchaus Sinn, sich zuerst mit dieser Buchreihe zu befassen. Manche Plot-Twists wirken zwar (wie üblich) etwas konstruiert, aber auch das kann kaum von der interessanten Geschichte ablenken.

    Gute Nachricht für alle Krimi-Fans: Mark und Felix sind mit ihrem fünften Kriminalfall zurück.

    "Der unglückliche Glückspilz" ist HEUTE erschienen. Überall dort, wo es eBooks gibt:


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    Worum es im Roman geht:

    Das Trio mit zwei Pfoten ist zurück. In ihrem fünften Fall untersuchen Mark, Felix und Dominik den Mord an Familienvater Christoph Schwarz, der erst vor kurzem mehrere Millionen Euro im Lotto gewonnen hat. Zunächst glauben die Ermittler an einen unglücklichen Zufall, aber das ist, bevor sie herausfinden, dass der Mann kurz vor seiner Ermordung eine beträchtliche Summe Bargeld abhob und seine Ehefrau und Tochter nicht die einzige Familie waren. Wurde Schwarz vielleicht das Opfer eines schiefgelaufenen Erpressungsversuchs oder steckt etwas völlig anderes dahinter?


    Band Fünf der beliebten Krimi-Reihe.


    „Ein Hund zum Knutschen, zwei cleverere Ermittler und ein fieser Mord – perfekter Krimispaß.“ – Silke Porath


    Info:

    Autor: Sören Prescher,

    300 Seiten, Deutsch

    Verlag: Edel Elements

    ISBN: 978-3-96215-383-0

    ASIN : B09DPYJV9F

    Erscheinungsdatum: 17. September 2021



    Der Roman ist ausschließlich im eBook-Format erhältlich. Unter anderem bei Amazon.de.


    Bei Facebook und auf YouTube gibt es ein knapp dreiminütiges Video, in dem ich die Krimi-Reihe vorstelle.


    Außerdem habe ich extra für den Start der zweiten Staffel einen kleinen Promo-Clip aufgenommen, den ihr an dieser Stelle anschauen könnt.


    Überdies gibt es zum fünften Band einen kleinen Extra-Promo-Clip.

    Ich lese Coben wahnsinnig gern, gerade für seine verrückten Konstruktionen! Aber das Buch hat mich auch nicht ganz überzeugt, weil das irgendwie nicht zusammen gepasst hat, einerseits Wilde mit seiner mysteriösen Vergangenheit und dann Hester. Meinethalben hätte er sich Wilde ganz sparen können und Hester zur zentralen Figur machen, dann hätte ich ihr ganzes Privatleben nicht so fehl am Platz gefunden.


    Aber ich freue mich dennoch, dass er aktuell an einer Fortsetzung über Wilde schreibt. Ich denke, ich werde trotz mancher Durchhänger doch erst Schluss machen, wenn ich alle Cobens gelesen habe.


    Ich hätte gerne auch mehr über Wildes mysteriöse Vergangenheit erfahren und hatte einige Zeit schon befürchtet, mir wäre dazu etwas entgangen. Aber vielleicht erfahren wir im nächsten Wilde-Band mehr über ihn. Wie oben geschrieben, fand ich den Charakter ja durchaus interessant.

    Aber eine reine Hester-Geschichte hätte auch durchaus ihren Reiz gehabt. Ich mag die Frau schon aus früheren Geschichten ...



    • Herausgeber ‏ : ‎ Goldmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (24. August 2020)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Broschiert ‏ : ‎ 464 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442206154
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442206155
    • Originaltitel ‏ : ‎ The boy from the woods


    ASIN/ISBN: 3442206154


    Über den Autor:

    Harlan Coben wurde als erster Autor mit den drei bedeutendsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet. Seine Thriller sind bisher in 45 Sprachen übersetzt worden und erobern regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Der Autor lebt mit seiner Familie in New Jersey.



    Inhaltsangabe:

    Als kleiner Junge wurde er im Wald gefunden, allein und ohne Erinnerungen. Niemand weiß, wer er ist oder wie er dort hinkam. Dreißig Jahre später ist Wilde immer noch ein Außenseiter, lebt zurückgezogen als brillanter Privatdetektiv mit außergewöhnlichen Methoden und Erfolgen. Bis die junge Naomi Pine verschwindet und Staranwältin Hester Crimstein ihn um Hilfe bittet. Was zunächst wie ein Highschooldrama aussieht, zieht bald immer weitere Kreise – in eine Welt, die Wilde meidet. Die Welt der Mächtigen und Unantastbaren, die nicht nur Naomis Schicksal in den Händen zu halten scheinen ...



    Meine Kritik:

    Als Naomi Pine, die Klassenkameradin ihres Enkels Matthew, verschwindet, bittet Großmutter Hester Crimstein den Privatdetektiv Wilde um Hilfe. Dieser beginnt zu ermitteln und schafft es sogar ziemlich rasch, das Teenagermädchen aufzuspüren. Der Fall scheint abgeschlossen, doch plötzlich verschwindet Naomi ein weiteres Mal, bald darauf ein weiterer Junge. Parallel dazu wird Hester Crimstein, die wir bereits aus mehreren anderen Coben-Romanen kennen und die inzwischen über 70 Jahre alt ist, in eine politische Verschwörung und Manipulation rund um den neuen Präsidentschaftskandidaten verwickelt. Auch hier überschlagen sich schon bald die Ereignisse.

    Mit dem Ermittler Wilde hat Autor Harlan Coben ein ebenso interessanter wie rätselhafter Charakter geschaffen, der uns in Zukunft sicherlich noch weiter über den Weg laufen wird. Der zu untersuchende Vermisstenfall, sofern man es überhaupt einen Fall nennen möchte, ist nicht ganz so spannend. Es gibt (zunächst) keinerlei Coben-typischen Verwicklungen mit der Vergangenheit, sondern einfach nur die Suche nach verschwundenen Personen. Getragen wird die Geschichte die meiste Zeit von der thoughen Staranwältin Hester Crimstein, die der Männerwelt ordentlich Paroli bietet. Für ein mehrere hundert Seiten langes Buch ist das ein bisschen wenig. Zudem stellt sich der allmählich herauskristallisierende Fall als arg konstruiert heraus. Daher bin ich mit diesem Roman leider nicht so zufrieden und hoffe, dass mich das nächste Buch „Nichts bleibt begraben“ mehr überzeugen wird.

    • ASIN ‏ : ‎ B0821QNMBY
    • Herausgeber ‏ : ‎ Blitz-Verlag (1. Januar 2020)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • 198 Seiten
    • Übersetzung: Dr. Frank Roßnagel
    • Taschenbuch - Kartoniert/Broschiert, Paperback


    ASIN/ISBN: B0821QNMBY


    Inhaltsangabe:

    Deutsche und internationale Autoren stellt der Herausgeber, der bereits erfolgreiche Titel für Bastei, Heyne und dtv zusammenstellte, in seiner ultimativen Anthologie zum Cthulhu-Mythos H. P. Lovecrafts vor. Original- und deutsche Erstveröffentlichungen von Hans Dieter Römer, Gary Lovisi, David A. Riley, Jack Eden und US-Geheimtipp Wilum Hopfrog Pugmire, dazu ein Beitrag von Jörg Kleudgen, zeigen die Vielfalt neuer Interpretationen des Mythos auf.

    • Das Auge des Fisches - von David A. Riley
    • Tepes - von Hans Dieter Römer
    • Mitternachtsruinen - von Jacke Eden
    • Eingesperrt - von David A. Riley
    • Der Prister des Dagon - von Gary Lovisi
    • Staub zu Staub - von Wilum Hopfrog Pugmire
    • Nacht über Arkham - von Jörg Kleudgen
    • Kfag'n Thoru - von Hans Dieter Römer


    Meine Kritik:

    H.P. Lovecrafts Gruselgeschichten sind legendär und haben unzählige Autoren zum Nachahmen animiert. In „Götter des Grauens“ hat Herausgeber Roman Sander eine Auswahl dieser inspirierten Geschichten zusammengefasst. Viele befassen sich mit buchstäblich unfassbarem Grauen und nicht selten werden Motive aus dem Chulhu-Mythos verwendet. Der Großteil der Geschichte allerdings ist eher Durchschnittskost und bedient sich den genreüblichen Zutaten. Herausragend fand ich lediglich die Beiträge von Jörg Kleudgen und David A. Riley.

    • ASIN ‏ : ‎ B0821Q7ZV8
    • Herausgeber ‏ : ‎ Blitz-Verlag (1. Januar 2020)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 176 Seiten

    ASIN/ISBN: B0821Q7ZV8


    Über den Autor:

    Ich bin ein schottischer Schriftsteller, der jetzt in Kanada lebt. Über dreißig Romane wurden in der Genrepresse veröffentlicht und über 300 Kurzgeschichten in dreizehn Ländern. Ich habe Bücher bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht, darunter Dark Regions Press, DarkFuse und Severed Press, und meine Arbeiten wurden in einer Reihe von professionellen Anthologien und Magazinen veröffentlicht.
    Ich lebe in Neufundland mit Walen, Weißkopfseeadlern und Eisbergen als Gesellschaft und wenn ich nicht schreibe, trinke ich Bier, spiele Gitarre und träume von Glück und Ruhm.


    Inhaltsangabe:

    Der Privatdetektiv Derek Adams wird von einer unbekannten Schönen beauftragt, nach einem gestohlenen Amulett zu suchen. Adams willigt ein. Damit beginnt seine Albtraumfahrt durch das Reich des Grauens.
    Raymond Chandler trifft auf H. P. Lovecraft. Ein düsterer Noir-Krimi.


    Meine Kritik:

    Die meisten Geschichten über H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos spielen in den 1920er und 1930er Jahren. Der Roman „Das Amulett“ des Schotten William Meikle stellt da eine angenehme Abwechslung dar und verlegt die Handlung in die schottische Gegenwart. Ein paar Reminiszenzen an die Vergangenheit gibt es allerdings trotzdem. Und das nicht nur in Form eines uralten Amuletts und jahrhundertalter Beschwörungsformeln. Der Privatdetektiv Derek Adams ist großer Fan der Hardboiled-Geschichten von Raymond Chandler und Dashiell Hammett und lebt diese Leidenschaft vor allem in seinem Beruf aus. Er hat ein einsames Büro, trägt billige Anzüge und ist sowohl dem Alkohol als auch den Zigaretten sehr zugetan. Als er von der reichen Fiona beauftragt wird, ein gestohlenes Amulett wiederzufinden, mutet das zunächst nach einem typischen Noir-Krimi-Auftrag aus. Doch schon bald sterben die Menschen um ihn herum unter mysteriösen Umständen und die Handlung wird immer phantastischer, inklusive Monster und schwarzer Messen. Die Geschichte ist aufgezogen wie ein Hardboiled-Krimi, wird aus der Ich-Perspektive erzählt und die meiste Zeit über spannend erzählt. Über gelegentliche Längen und gewisse Genre-bezogene Klischees habe ich da gerne hinweggesehen.

    • Herausgeber ‏ : ‎ Festa Verlag; Taschenbuchausgabe Edition (26. August 2020)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Taschenbuch ‏ : ‎ 512 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3865528554
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3865528551


    ASIN/ISBN: 3865528554



    Über den Autor:

    Robert E. Howard (1906–1936) gilt mit seinen Geschichten um Helden wie Conan von Cimmerien, Red Sonja, Bran Mak Morn, Solomon Kane und Kull von Atlantis als der Begründer der modernen »Schwert und Magie«-Fantasy. Er war ein Schriftsteller von gewaltiger visionärer und literarischer Kraft, der leider sehr jung starb. Bis heute finden seine fantastisch-historischen Erzählungen eine enorme Fangemeinde. Mehr über Robert E. Howard gibt es hier und hier und hier und hier und hier. H. P. Lovecraft: Welcher Schriftsteller kann schon mit Howard mithalten, wenn es um pure, lebendige Angst geht? Stephen King: In Howards besten Erzählungen steckt eine so unglaubliche Energie, dass geradezu Funken sprühen!



    Inhaltsangabe:

    Kosmischer Schrecken aus der Welt von H. P. Lovecraft. Robert E. Howard gilt mit seinen Geschichten um Helden wie Conan der Barbar oder Solomon Kane als der Begründer der modernen »Schwert und Magie«-Fantasy. Er war ein Schriftsteller von gewaltiger visionärer und literarischer Kraft.Howard war ein Brieffreund von H. P. Lovecraft und wurde durch den Meister des Schreckens zu vielen Erzählungen inspiriert. H. P. Lovecraft: »Welcher Schriftsteller kann schon mit Howard mithalten, wenn es um pure, lebendige Angst geht?« Robert Bloch: »Hinter Howards Erzählungen lauert eine dunkle Poetik, und die zeitlose Wahrheit der Träume.« Stephen King: »In Howards besten Erzählungen steckt eine so unglaubliche Energie, dass geradezu Funken sprühen!«
    Inhalt: Arkham (Gedicht) Der Schwarze Stein Der Schwarze Bär schlägt zu Die Götter von Bal-Sagoth Würmer der Erde Volk der Finsternis Das Ding auf dem Dach Schaufelt mir kein Grab Das Königreich der Schatten Das Feuer von Asshurbanipal Das Kleine Volk Die Kinder der Nacht Die Kreatur mit den Hufen Das Schädelgesicht Nachwort von Bobby Derie: Von Cimmeria nach R’lyeh



    Meine Kritik:

    Schon lange hatte ich vor, etwas vom Pulp-Autor Robert E. Howard zu lesen. Jenem Autor, der "Conan, der Barbar" und "Kull, der Eroberer" erfunden hat und sich selbst im Alter von 30 Jahren das Leben genommen hat. Im Festa Verlag ist von ihm ein gut 500 Seiten starker Schmöker mit zahlreichen Kurzgeschichten und einer Novelle erschienen. Der Buchtitel "Der Mythos des Cthulhu" ist da leider etwas irreführend, denn mit Lovecrafts Cthulhu-Mythos hat der Sammelband nur sehr wenig zu tun. Es gibt zwar ein paar Gruselgeschichten, die denen von Howards Vorbild ähneln (aber nicht mal ansatzweise dessen unheimliche Klasse erreichen) und die eine oder andere geheimnisvolle Schrift (wie von Juntz‘ „Unaussprechliche Kulte“) wird erwähnt, meistens geht es jedoch um Abenteuer irgendwelcher altertümlicher Krieger. Zweimal passiert es sogar, dass ein Person in der Gegenwart bewusstlos wird und sich dann in seinem Traum als Krieger durch die Frühgeschichte kämpft (einmal davon sogar als Conan). Etliche Geschichten sind recht klischeebeladen, was um 1930 herum, als sie erschienen sind, aber vermutlich noch nicht der Fall war. In der Novelle hat ein Bösewicht einen Drogensüchtigen allein dadurch im Griff, dass er ihm ein vermeintliches Heilmittel gegen Haschisch verabreicht und ihn damit von sich abhängig macht. Ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig ist das oftmals ziemlich abrupte Ende der Geschichten. Das hätte man meist auf bessere Art lösen können.

    So oder so gibt der Band zwar einen interessanten Überblick über Robert E. Howards Schaffen, hat mir aber gleichzeitig klargemacht, dass die Storys dieses Autors nicht ganz nach meinem Geschmack sind. Hätte ich gewusst, dass so viele Krieger-Geschichten enthalten sind, hätte ich mir das Buch vermutlich gar nicht erst zugelegt. Am interessantesten fand ich wohl das kleine Essay über Howard und Lovecraft am Ende.

    Obwohl ich kein blühender Zamonien- oder Fantasy-Fan bin, mag ich es, gelegentlich in Walter Moers kunterbunte zamonische Fantasy-Welt abzutauchen. In „Die Stadt der träumenden Bücher“ hat sich dieser Ausflug sehr gelohnt. War „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ noch eine kunterbunte Abenteuergeschichte, geht es diesmal um Bücher und die Liebe zur Literatur. Deshalb wird die Geschichte auch aus der Sicht des angehenden Autoren Hildegunst von Mythenmetz erzählt, der nach dem Tod seines Dichterpaten in die Welt hinauszieht und in die titelgebende Stadt der träumenden Bücher reist, wo es von Autoren, Agenten, Buchhändlern, Buchjägern und seltenen Werken nur so wimmelt. Gemeinsam mit Lindwurm Hildegunst tauchen wir in die Geheimnisse der Stadt ab und reisen mit ihm sogar durch die Katakomben-Welt unterhalb von Buchhaim. Genau wie oberirdisch dreht sich auch unter der Erde alles um Bücher und Literatur, obgleich es ungleich düsterer zugeht, denn angeblich haust im Untergrund der Schattenkönig.

    Mit „Die Stadt der träumenden Bücher“ ist Walter Moers ein weiterer toller Zamonien-Roman gelungen. Die Geschichte ist interessant, abwechslungsreich und voller verrückter Ideen. Stellenweise schweift die Handlung zwar etwas ab und wirklich nervenaufreibend spannend ist sie ebenfalls nicht, aber darüber sieht man bei den liebevollen Charakteren und der bunten Story gerne hinweg. Der Roman ist etwas zum Genießen, für alle Fans von Fantasy und der Literatur.

    Die Hörbuchfassung geht 17h30min und wurde ebenso großartig wie stimmgewaltig von Dirk Bach vorgetragen.

    Die junge Gretchen möchte etwas erleben und zieht 1926 ins glamouröse Berlin. Tagsüber arbeitet sie als Schreibkraft für die Nachtclubsängerin Isis, nach Feierabend streift sie durch die Clubs und Cafés der Stadt und knüpft immer mehr Kontakte zur Berliner Künstlerszene. Zusammen mit ihren neuen Freunden stolpert sie von einem kulturellen Erlebnis ins nächste und versucht sich sogar als Nummerngirl bei einer Abendshow. Als Leser wächst einem Gretchen mit ihrer schüchternen Art schnell ans Herz. Ebenso die vielen anderen Personen in ihrem Dunstkreis. Man lebt und leidet mit ihnen und freut sich, wenn ihnen etwas gelingt. „Die Damen vom Pariser Platz“ ist nicht Joan Wengs erster Roman über das Berlin der Zwanziger Jahre und so spürt man in jedem Kapitel, dass sie sich in dieser goldenen Ära gut auskennt. Die Geschichte ist hervorragend recherchiert und bietet jede Menge stimmige Atmosphäre. Es sind die vielen kleinen Details, die dafür sorgen, dass man das Gefühl hat, wirklich dabei zu sein. Von ihrer Art her erinnerte mich Gretchen ein wenig an die unglaubliche Mrs. Maisel, obwohl das ein anderes Genre und eine ganz andere Zeit waren, bei den vielen Erlebnissen der Freunde hingegen musste ich an Fannie Flaggs „Grüne Tomaten“ denken. Beide Vergleiche sind als große Kompliment gemeint.


    • Verlag: ‎ Heyne Verlag (9 Aug. 2021)
    • Hardcover ‏ : ‎ 720 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453273591
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453273597
    • Originaltitel‏ : ‎ Billy Summers


    ASIN/ISBN: 3453273591



    Über den Autor:

    Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk bekam er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem Edgar Allan Poe Award den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. 2018 erhielt er den PEN America Literary Service Award für sein Wirken, gegen jedwede Art von Unterdrückung aufzubegehren und die hohen Werte der Humanität zu verteidigen. Seine Werke erscheinen im Heyne-Verlag.



    Inhaltsangabe:

    Billy ist Kriegsveteran und verdingt sich als Auftragskiller. Sein neuester Job ist so lukrativ, dass es sein letzter sein soll. Danach will er ein neues Leben beginnen. Aber er hat sich mit mächtigen Hintermännern eingelassen und steht schließlich selbst im Fadenkreuz. Auf der Flucht rettet er die junge Alice, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Billy muss sich entscheiden. Geht er den Weg der Rache oder der Gerechtigkeit? Gibt es da einen Unterschied? So oder so, die Antwort liegt am Ende des Wegs.



    Meine Kritik:

    Auftragskiller Billy Summers will ganz klassisch noch einen letzten Job erledigen und sich dann zur Ruhe setzen. Selbstverständlich geht bei seinem finalen Auftrag etwas schief und er muss untertauchen. Dabei lernt er die junge Frau Alice kennen und freundet sich mit ihr an. Wohin er geht, geht auch sie. Sie als Leser dabei zu begleiten, ist eine schöne Sache, weil einem die Charaktere wie üblich bei King sehr schnell ans Herz wachsen. Das erste Drittel des Romans, in dem Billy längere Zeit an einem fremden Ort ausharren muss, bevor er seinen Job erledigen kann, erinnerte mich etwas an „Der Anschlag“ und „Atlantis“. Allein deswegen fühlte ich mich sofort mit der Geschichte vertraut. Hinzu kommt Kings recht cleverer Schachzug, die Hauptperson zu einem angehenden Schriftsteller zu machen, der über seine Vergangenheit schreiben möchte. Dadurch erfährt man als Leser viel über die Beweggründe und den Werdegang des Protagonisten. Parallel dazu bekommt man eine interessante Handlung in der Gegenwart präsentiert, die Anspielung auf „Shining“ enthält und in der mehrere „The Stand“-Orte wie Boulder, Hemingford Home oder Las Vegas erwähnt werden. Das Romanende fand ich zuerst unschön, aber dann kam das letzte Kapitel aus Alice‘ Sicht, das alles ausglich und mich sehr versöhnt zurückließ. Damit ist Stephen King mit „Billy Summers“ einmal mehr ein großartiger Roman gelungen, von dem ich jede Minute genossen habe.

    Das Verschwinden des zehnjährigen Julius hält ganz Kopenhagen in Atem. Während die Polizei fieberhaft nach dem Jungen sucht, hat Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan mit privaten Problemen zu kämpfen. Diese werden erst einmal in den Hintergrund gedrängt, als sie ihr Chef ebenfalls auf den Vermisstenfall ansetzt. Denn Heloise kennt den ermittelnden Kommissar Erik Schäfer. Als der ihr nicht wirklich weiterhelfen kann, beginnt die Journalistin auf eigene Faust zu ermitteln. So verfolgen die zwei unabhängig voneinander Spuren zum Fall und treffen nur gelegentlich aufeinander.

    Die Geschichte beginnt relativ ruhig. Erst nach und nach bauen sich die Zusammenhänge auf. Es gibt immer mal wieder Anspielungen von den ersten gemeinsamen Fall von Heloise von Erik und nicht immer werden die Andeutungen darauf erklärt. Dadurch wusste ich bei einigen zwischenmenschlichen Dialogen und Handlungen nicht recht, wie sie zusammenhing. Der neue Ermittlungsfall selbst ist keine brillante detektivische Suche, sondern eher ein Stochern im Nebel. Dennoch passiert vor allem im zweiten Drittel des Romans so viel, dass sämtliche Teile der Geschichte ihre ganz eigene Dynamik erhalten. Selbst in Eloises Privatleben geht es auf einmal drunter und drüber. Das Ende indes ist jetzt nicht halb so verblüffend wie erwartet, einzig das allerletzte Kapitel kann dem Ganzen noch einen runden Schliff verpassen.

    Alles in allem ist „Narbenherz“ (das sich gleichermaßen auf den Vermisstenfall als auch Eloise als Privatperson beziehen lässt) ein solider Krimi, der vor allem im Mittelteil viel Spannung erzeugt. Zum besseren Verständnis dürfte es nicht schaden, vorab den ersten Band „Leichenblume“ gelesen zu haben.


    • Herausgeber ‏ : ‎ Blanvalet Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (26. Juli 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764507616
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764507619
    • Originaltitel ‏ : ‎ Past Tense (23 Reacher)


    ASIN/ISBN: 3764507616


    Über den Autor:

    Lee Child wurde in den englischen Midlands geboren, studierte Jura und arbeitete dann zwanzig Jahre lang beim Fernsehen. 1995 kehrte er der TV-Welt und England den Rücken, zog in die USA und landete bereits mit seinem ersten Jack-Reacher-Thriller einen internationalen Bestseller. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Anthony Award, dem renommiertesten Preis für Spannungsliteratur.



    Inhaltsangabe:

    »Laconia, New Hampshire« stand auf dem Straßenschild. Obwohl Jack Reacher noch nie hier gewesen war, entschied er sofort, dass er den Ort besuchen würde. Denn hier war sein Vater aufgewachsen, und auch wenn dieser niemals zurückgekehrt war, wollte Reacher sehen, was das für ein Ort war. Als er den Entschluss traf, ahnte Reacher noch nicht, dass es einen guten Grund gab, warum sein Vater Laconia den Rücken gekehrt hatte. Während Reacher in der Vergangenheit herumstochert, gerät er ins Fadenkreuz skrupelloser Männer, die für ihren Profit über Leichen gehen. Doch mit einem Mann wie Jack Reacher haben sie nicht gerechnet.



    Meine Kritik:

    Während seiner Reisen durch die USA verschlägt es Jack Reacher in die Kleinstadt Lacona, New Hampshire. Der Stadt, in dem sein Vater, Stan Reacher, aufgewachsen ist. Er nutzt die Zeit, um mehr über dessen Vergangenheit herauszufinden. Parallel dazu checkt das junge Paar Patty und Shorty zwangsweise in einem Motel der Stadt ein, nachdem ihr alter Subaru liegengeblieben ist. Die Reparatur verzögert sich, allerdings nicht zufällig. Die Betreiber des Motels wollen nicht, dass die Zwei den Ort wieder verlassen.

    Im Vergleich zu Reachers bisherigen Abenteuern ist der 23. Roman ein etwas ungewöhnlicher Fall. Sowohl die Handlung als auch die Spannung bauen sich erst allmählich auf. Lange Zeit weiß man nicht, was die Bösewichte im Sinn haben und wie Reacher da ins Bild passt. Erst im actionreichen letzten Drittel laufen die Fäden zusammen. Trotzdem oder gerade deshalb ist es eine interessante Geschichte, die ein paar neue Aspekte über Reachers Wurzeln offenbart.

    • Herausgeber ‏ : ‎ HarperCollins; 1. Edition (24. März 2020)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 512 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3959674899
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3959674898
    • Originaltitel ‏ : ‎ Broken


    ASIN/ISBN: 3959674899


    Über den Autor:

    Don Winslow ist Autor von einundzwanzig preisgekrönten internationalen Bestsellern, darunter der New York Times-Bestseller Corruption, der internationale Nr.1-Bestseller Das Kartell, sowie Tage der Toten, Zeit des Zorns und Frankie Maschine. Zeit des Zorns wurde von dem dreifachen Oscar-Preisträger Oliver Stone verfilmt. Tage der Toten, Das Kartell und Jahre des Jägers wurden in einem Multimillionen-Dollar-Deal an den TV-Sender FX verkauft, der die Ausstrahlung ab 2020 als wöchentliche Serie plant. Winslow, ein ehemaliger Privatdetektiv, Anti-Terror-Ausbilder und Prozesssachverständiger lebt in Kalifornien und Rhode Island.



    Inhaltsangabe:

    Sechs packende Geschichten voller Verbrechen und Korruption, Schuld und Gerechtigkeit, Verlust und Verrat, Rache und Vergebung von Bestsellerautor Don Winslow. In Broken schickt er einige seiner beliebtesten Charaktere wie Ben, Chon und O aus »Zeit des Zorns« in eine Welt voller Schwerverbrecher und Kleinkrimineller, besessener Polizisten, denen Job und Leben zusetzen, Privatdetektive, Kopfgeldjäger und Flüchtiger. Doch auch das aktuelle politische Klima in den USA findet sich thematisch wieder, als ein texanischer Grenzschützer sein Handeln aufgrund der unhaltbaren Zustände in den Sammellagern hinterfragen muss.
    So schafft Don Winslow mit Menschenkenntnis, Action und Humor eine Sammlung von Geschichten, die zu den Klassikern der Kriminalliteratur zählen wird.



    Meine Kritik:

    Don Winslow ist zwar für seine coolen Gangster-Romane bekannt, aber auch mit seiner Novellensammlung „Broken“ kann er überzeugen. Enthalten sind sechs Kurzromane, die alle im Bereich Krimi und Thriller angesiedelt sind. In der Titelgeschichte „BROKEN“ rächt der Polizist Jimmy McNab den Tod seines Bruders und nietet jeden in New Orleans um, der daran beteiligt war.

    Bei seiner Steve-McQueen-Hommage CRIME 101 legt er noch mal eine Schippe drauf und schickt uns zusammen mit einem Juwelendieb auf Reisen. Wir erfahren von zahlreichen Regeln aus dem Verbrecher-Einmaleins. Meist mit witzigen Randbemerkungen dazu. Zum Beispiel: Wie nennt man jemanden, der an Zufälle glaubt: "Angeklagter." Zudem gibt es zahlreiche Anspielungen auf Steve McQueen und seine Filme.

    Die Geschichte, von der ich am wenigsten erwartet hatte, war THE SAN DIEGO ZOO. Hier wird ein Streifenpolizist zu einem kuriosen Notfall gerufen: Ein Schimpanse hat einen Revolver in die Finger gekriegt und flüchtet damit aus dem Zoo. Hört sich nach Trash an, entpuppt sich aber als sympathische Polizeigeschichte, die auch einen prima Roman abgegeben hätte. Einer meiner Favoriten, vielleicht sogar mein Favorit der Novellensammlung.

    Ein weiteres Highlight stellt SUNSET dar, in der wir nicht nur Boone Daniels und seine Jungs von der Dawn Patrol wiedersehen, auch Neal Carey aus Winslows erster Krimi-Reihe taucht auf. Außerdem hat Lieutenant aus der „Zoo“-Geschichte einen kurzen Gastauftritt. Da juckt es nicht, dass die Handlung selbst etwas überschaubar bleibt.

    PARADISE spielt zwischen den beiden Drogenromanen um Ben, Chen und O. Bei einem Trip nach Hawaii im Jahr 2008 legen sich die drei Freunde mit den heimischen Kriminellen an und treffen obendrein auf den Mann, der kurzzeitig mal Bobby Z gewesen ist. Erwartungsgemäß spitzen sich die Ereignisse ziemlich schnell zu. Und dann taucht beim großen Finale mit Frankie Machine noch ein weiterer alter Bekannter von Winslow auf!

    Einen ungewöhnlich ruhigen Tonfall zeichnet THE LAST RIDE aus, in dem ein Agent der Border Control ein Kind aus einem mexikanischen Auffanglager befreit und zu seiner Mutter zurückbringen will. Die Geschichte ist ebenso einfühlsam wie voller politischer Kritik und rundet den Geschichtenband sehr passend ab.

    • Herausgeber ‏ : ‎ Droemer HC; 1. Edition (1. April 2020)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Broschiert ‏ : ‎ 992 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426282453
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426282458
    • Originaltitel ‏ : ‎ The Border


    ASIN/ISBN: 3426282453


    Über den Autor:

    Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Mutter, eine Bibliothekarin, und sein Vater, ehemaliger Offizier bei der Navy, bestärkten ihn schon früh in dem Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden, vor allem die Geschichten, die sein Vater von der Marine zu erzählen hatte, beflügelten die Fantasie des Autors.

    Das Sujet des Drogenhandels und der Mafia, das in vielen von Don Winslows Romanen eine Rolle spielt, lässt sich ebenso mit seinen Kindheitserfahrungen erklären: Seine Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, der den späteren Autor mehrere Male in sein Haus einlud.

    Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für "Tage der Toten". Für die New York Times zählt Don Winslow zu den ganz großen amerikanischen Krimi-Autoren.

    Don Winslow lebt mit seiner Frau und deren Sohn in Kalifornien.



    Inhaltsangabe:

    "Jahre des Jägers" ist nach den internationalen Polit-Thriller-Bestsellern "Tage der Toten" und "Das Kartell" das furiose Finale des preisgekrönten Epos über den mexikanisch-amerikanischen Drogenkrieg des Thriller-Autors Don Winslow.
    Art Keller, der berühmte US-Drogenfahnder, steht vor der Aufgabe seines Lebens: die amerikanische Anti-Drogen-Politik ist gescheitert, die Menge des jährlich importierten Heroins hat sich vervielfacht. So viele Amerikaner wie noch nie sind opiatabhängig. Die mächtigen mexikanischen Drogen-Kartelle versuchen, die amerikanische Regierung zu unterwandern - an deren Spitze ein umstrittener neuer Präsident steht.
    Art Keller folgt den Spuren des verschwundenen legendären Drogen-Bosses Adan Barrera und findet sich in einen brutalen und gnadenlosen Kampf gegen beide Seiten verstrickt. Er muss feststellen, dass Drogen- und Waffengeschäfte unfassbare Dimensionen angenommen haben. Dabei kommt der Feind aus einer ganz unerwarteten Richtung. Es beginnt ein entfesselter Krieg mit epischem Ausmaß, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse schon längst verschwunden sind.
    Nach „Tage der Toten" und „Das Kartell" der krönende Abschluss der hochgelobten, preisgekrönten und international erfolgreichen Thriller-Trilogie des Starautors Don Winslow um den mexikanisch-amerikanischen Drogenkrieg. Ein ebenso mitreißender wie erschütternder Polit-Thriller über Gier und Korruption, Rache und Gerechtigkeit, Heldenmut und Hinterhältigkeit.
    „Ich kann es kaum erwarten, das zu lesen. Winslow in Bestform." Stephen King



    Meine Kritik:

    Nicht lang nach dem Ende von „Das Kartell“ setzt der letzte Band der Trilogie ein. Viele der alten Narcos sind weg vom Fenster und ihre Kinder übernehmen das Geschäft. Diese wollen den Marihuana-Anbau aufgeben (lassen) und ins Medikamentengeschäft einsteigen. Derweil hat Art Keller nach dem Tod seines Erzfeindes den Posten des DEA-Chefs in Washington angenommen. Damit ist der inzwischen in die Jahre gekommene Agent zwar nicht mehr an vorderster Front tätig, doch gefahrenfrei lebt er immer noch nicht. Zusammen mit dem Sohn seines verstorbenen Partners Ernie Hidalgo bekämpft er das Drogengeschäft von der strategischen und politischen Seite. Das allerdings ist praktisch genauso gefährlich. Vor allem als sie sich mit dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten John Dennison anlegen, der an der amerikanisch-mexikanischen Grenze eine Mauer errichten will und seine Kommentare gerne über Twitter abgibt.

    Wie die zwei Vorgängerbände ist auch der letzte Teil der Trilogie gut recherchiert und nimmt Bezug auf aktuelle Ereignisse. Erneut wird die Geschichte aus etlichen Perspektiven erzählt, sogar aus der eines südamerikanischen illegalen Einwanderers namens Nico. Manche der Schilderungen sind etwas zu ausufernd. Pisswettbewerbe in der Jugendverwahrungsanstalt zum Beispiel hätte es nicht unbedingt gebraucht. Daher reicht „Jahre des Jägers“ nicht ganz an seine(n) Vorgänger heran, allerdings ist dies ein Jammern auf ziemlich hohem Niveau. Lohnenswert ist der dritte Art-Keller-Roman auf jeden Fall.

    Obwohl Marketing-Profi Daniel von seinem Job in einer angesagten Spieleentwicklerfirma gelangweilt ist, ist er alles andere als froh, als sein Chef ihn Hals über Kopf rauswirft. Dabei kann Daniel gar nichts dafür; sein Teenagersohn Ben hat sich unerlaubt seine Zugangsdaten genommen und ein neues Game geleakt. Was niemand ahnt: im Spiel hat ein Hacker eine Schadsoftware versteckt, die nun auf einmal anfängt, das Internet lahmzulegen. Dadurch gerät Daniel ins Visier des BND. Um seine Unschuld zu beweisen, beginnt er eigene Ermittlungen anzustellen. Währenddessen bricht das gesellschaftliche und öffentliche Leben um ihn herum immer weiter zusammen. Selbst um die Wasser- und Stromversorgung ist es schlecht bestellt. Die Lage gerät stetig mehr außer Kontrolle, bis fast schon kriegsähnliche Zustände herrschen.

    Mit „Systemfehler“ ist Wolf Harlander ein spannender Thriller mit zahlreichen aktuellen Bezügen auf die Internet- und Meinungsfreiheit, um verdrehte Denkweisen und sogar den Sturm des amerikanischen Capitols gelungen. In der Geschichte hält er sich nicht lang mit der Vorrede auf und gibt uns zudem kein unnötiges Geplänkel zwischendurch. Stattdessen geht es die ganze Zeit mit Vollgas voran. Bei so viel Hochspannung sieht man auch gerne über die zahlreiche Archetypen und Alphamännchen hinweg, die sich in der Geschichte die Klinke in die Hand geben.

    Parallel zu Daniels Perspektive wird die Handlung aus der Sicht der BND-Leute Nelson und Diana erzählt. Nach einem anfangs recht holprigen Start raufen sich die beiden im Laufe des Romans allmählich zusammen. Und nachdem zum Schluss bezüglich ihnen noch einige Punkte offenbleiben, können wir wohl davon ausgehen, dass wir die zwei im nächsten Harlander-Buch wiedersehen werden. Von mir aus gerne.

    Im ersten Band „Tage der Toten“ lieferten sich DEA-Agent Art Keller und Drogenbaron Adán Barrera einen erbitterten Kampf, der zahllose Opfer und Verluste auf beiden Seiten forderte. Der Roman endete damit, dass Keller den Mafiaboss verhaftete. Die Fortsetzung knüpft nicht lang danach an und berichtet davon, wie Barrera aus dem Gefängnis flieht und in seinen alten Geschäftszweig zurückkehrt. Doch während seiner Abwesenheit hat sich viel verändert. Mehrere neue Kartelle haben sich gebildet und kämpfen erbittert um die Vorherrschaft in Mexiko. Als dann auch noch die beiden paramilitärischen Organisationen La Familia Michoacana und Los Zetas mitzumischen beginnen, gerät die Lage vollends außer Kontrolle. Es gibt Tötungslisten mit Namen von Polizisten, bis die Gesetzesvertreter überhaupt nicht mehr zu Einsätzen ausrücken. Wenn ein Journalist das Falsche schreibt oder Partei für eine Seite ergreift, wird er von einer der anderen Seite dafür umgebracht. Unzählige Personen verschwinden spurlos, darunter viele Frauen und unschuldige Kinder. Kein Tag verstreicht ohne weitere brutale Morde. Die Situation gerät immer weiter außer Kontrolle und das Land verkommt zum Kriegsgebiet. DEA-Agent Art Keller und seine mexikanischen Kollegen haben keine Chance, etwas auszurichten. Selbst der frühere Kartellchef Adán Barrera ist die meiste Zeit machtlos und auf der Flucht.

    Die beiden Hauptprotagonisten des ersten Bandes spielen diesmal eine eher untergeordnete Rolle. Die Geschichte im zweiten Band wird aus dem Volk herauserzählt und wie die Bürger mit dem skrupellos brutalen Drogenkrieg der Kartelle umgehen. Auch diesmal gibt es dabei wieder dermaßen viele Charaktere und Erzählperspektiven, dass man als Leser schnell die Übersicht darüber verliert. Dennoch bleibt man am Ball, weil man wissen will, wie die schockierende und gut recherchierte Geschichte weitergeht. Neben Drogen, Sex und Gewalt dreht es sich diesmal um Emanzipation, illegale Milizen und wie die Medien(vertreter) mit den kriegsähnlichen Zuständen umgehen. Wie üblich schildert Winslow alles schnörkellos, knapp und direkt.

    Der frühere LKA-Ermittler Nick L. Beck hat sich auf eigenen Wunsch ins norddeutsche Hinterland versetzen lassen. In einer Provinz nördlich von Hamburg betrinkt sich der Dorfsheriff allabendlich und versucht, den Tod seiner früheren Kollegin zu vergessen. Nach einer dieser Sauftouren überfährt er eine junge Frau – oder glaubt es zumindest. In seiner Panik versteckt er die Leiche, merkt aber schon am nächsten Tag, dass es keine besonders clevere Idee war. Zudem stellen sich bei seiner Untersuchung der Toten heraus, dass die Frau nicht durch den Unfall starb, sondern bereits vorher tot war. Dadurch motiviert, versucht er zusammen mit seiner schwangeren Großstadtkollegin Cleo Torner herauszufinden, wer tatsächlich für die Tat verantwortlich ist. Nebenher hat Nick es allerdings noch mit einer Motorradgang und seiner verzweifelten Vermieterin zu tun. Beide Seiten haben es auf ihn abgesehen, wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen. Und so schlittert Nick von einer Katastrophe in die nächste.

    „Hundstage für Beck“ ist der erste Band einer neuen Krimi-Reihe um das Ermittler-Duo Nick Beck und Cleo Torner. Band zwei ist bereits fertig und erscheint im Dezember. Am dritten Teil arbeitet Tom Voss, hinter dessen Pseudonym sich ein bekannter Autor von norddeutschen und Provence-Krimis verbirgt, laut eigener Aussage gerade. Dass die „Hundstage“ kein Debütroman sind, merkt man der Geschichte an. Tom Voss weiß genau, wie er Spannung erzeugt und wo er keine Hinweise und falsche Fährten legen kann. Mit dem Protagonisten Nick L. Beck setzte er bewusst auf eine nicht von Anfang an sympathische Figur. Allein das macht die Geschichte noch interessanter. Sehr gelungen fand ich zudem die Milieu-Studie im Hamburger Hinterland. Daher freue ich mich schon auf den nächsten Ermittlerband. Einige Teaser darauf hat Voss ja bereits in den ersten Roman eingebaut ...

    Ich glaube, das ist in dem Fall egal. Beides funktioniert auf seine eigene Weise. Ich habe den Film bisher zweimal gesehen und hatte daher beim Lesen des Romans immer gleich die entsprechenden Filmbilder vor Augen. Wenn du das ebenfalls möchtest, dann wäre genau das die dafür passende Vorgehensweise dafür ...

    • Herausgeber ‏ : ‎ Kiepenheuer&Witsch; 2. Edition (8. Juli 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 416 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462002287
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462002287
    • Originaltitel ‏ : ‎ Once Upon A Time in Hollywood


    ASIN/ISBN: 3462002287



    Über den Autor:

    Quentin Tarantino, 1963 geboren, zweifacher Oscarpreisträger, ist einer der bekanntesten Regisseure der Welt. Seine Werke wie Pulp Fiction, Kill Bill, Inglourious Basterds oder Django Unchained prägen unser kulturelles Gedächtnis. Sein jüngster Film »Once upon a Time in Hollywood« wurde allein in Deutschland von fast 2 Millionen Kinobesuchern gesehen.


    Inhaltsangabe:

    Der erste Roman eines der größten Künstler unserer Zeit - eine Weltsensation! ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD, mit Leonardo di Caprio und Brad Pitt in den Hauptrollen, war für zehn Oscars nominiert. In seinem Debütroman „Es war einmal in Hollywood“ transformiert Quentin Tarantino die Geschichte um den Schauspieler Rick Dalton und sein Stuntdouble Cliff Booth in einen Abenteuerroman, der seines Gleichen sucht.

    Los Angeles, Hollywood 1969: RICK DALTON - Einst der Star seiner eigenen Fernsehserie, ist er heute ein abgewrackter Schurke, der seine Sorgen in Whiskey Sours ertränkt. Wird ein Anruf aus Rom sein Schicksal retten oder es besiegeln?

    CLIFF BOOTH - Ricks Stuntdouble und der berüchtigtste Mann an jedem Filmset, weil er der Einzige ist, der mit einem Mord davongekommen sein könnte...

    SHARON TATE - Sie verließ Texas, um dem Traum von Hollywood nachzujagen – mit Erfolg. Sie lebt jetzt unbeschwert hoch in den Hollywood Hills.

    CHARLES MANSON – Ein Haufen Hippies hält den Ex-Knacki für ihren spirituellen Führer, aber er würde alles dafür geben, ein Rock 'n' Roll-Star zu sein.

    HOLLYWOOD 1969 - DU HÄTTEST DABEI SEIN SOLLEN

    „In den Siebzigerjahren waren Romanfassungen von Filmen die ersten Bücher für Erwachsene, die ich las, daher bin ich stolz, ‘Es war einmal in Hollywood’ als meinen Beitrag zu diesem oft marginalisierten, aber geliebten Subgenre der Literatur anzukündigen. Ich freue mich außerdem sehr, meine Charaktere und ihre Welt weiter zu ergründen für dieses literarische Projekt, das (hoffentlich) neben seinem filmischen Gegenstück bestehen kann.“ Quentin Tarantino



    Meine Kritik:

    Mit seinem zweieinhalbstündigem Epos “Once Upon a Time in Hollywood” hat Quentin Tarantino nicht nur sich, sondern auch Hollywood ein Denkmal gesetzt. Der Film erzählt nicht nur die Geschichte des abgehalfterten Seriendarstellers Rick Dalton, er wirft haufenweise schonungslose Blicke auf das Leben in der Traumstadt Los Angeles. Für all jene, denen die 161 Filmminuten noch immer zu kurz waren, hat Autor und Regisseur jetzt die Romanfassung vorgelegt. Der eine oder andere fragt sich bei dieser Meldung sicherlich, ob sich der Buchkauf lohnt, wenn man bereits den Film kennt.

    Aber wie praktisch immer, lautet die Antwort hier ebenfalls: Die Buchfassung ist noch um einiges besser als der Film. Die Romanfassung befasst sich noch mehr mit Rick Daltons Leben und Umfeld. Wir erfahren neue Details über die Vergangenheit seines Stuntdouble-Kumpels Cliff und lernen dazu etliche bislang unbekannte Figuren aus dem Schauspielerumfeld kennen. Einige Szenen im Roman weichen vom Film ab, spielen an anderen Orten oder sind länger. Außerdem gibt es mehrere Kapitel, die vor und nach der eigentlichen Romanhandlung spielen und weitere Ausblicke auf das Leben der Charaktere ermöglichen. Dadurch taucht Tarantino in der Romanfassung noch tiefer auf die Filmgeschichte und das (Film-)Leben in den Sechzigern ein. Und verblüfft dabei immer wieder mit seinem Fachwissen. Selbst die deutschen Karl-May-Verfilmungen der Sechziger kennt er und erwähnt sie im Text! Interessant ist zudem, dass einige Buchszenen vollkommen anders als wie im Drehbuch angeordnet sind, während andere Szenen aus dem Film gänzlich fehlen. Allein dadurch funktioniert die Romanfassung auch vollkommen unabhängig von ihrem filmischen Pedant und begeistert auf ihre komplett eigene Art und Weise. Wer die Dialoge aus Tarantinos Filmen kennt, wird sich bei dem Roman sofort wohlfühlen. Es gibt zahllose gesprochene Erklärungen wie in den Filmen, gepaart mit einer knappen, drastischen Präsens-Schilderung ähnlich wie bei Don Winslow. So wie schon beim Film, wünscht man sich beim Roman ebenso, die Geschichte könnte noch lange so weitergehen und uns weitere Abenteuer in Hollywood erzählen. So authentisch wie in „Es war einmal in Hollywood“ dürfte die Filmstadt seit 1969 nicht mehr gewesen sein.

    Mitte der 1970er Jahre wechselt Agent Art Keller von der CIA zur neu gegründeten DEA und beginnt in Mexiko einen Krieg gegen die dortige Drogenmafia. Nach anfänglichen Rückschlägen hat er raus, wie der Hase läuft, und wird immer mehr zur Bedrohung für das mexikanische Drogengeschäft. Von den Erfolgen beflügelt, steigert sich Art immer tiefer in die Arbeit hinein, vernachlässigt seine Familie. Aber selbst eine gescheiterte Ehe und Mordanschläge auf ihn können den Agenten nicht aufhalten.

    Bei „Die Tage der Toten“ gibt es keine kategorische Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Beim Krieg gegen Drogen müssen beide Seiten Dinge tun, auf die sie später nicht besonders stolz sind. Aber nicht nur die Methoden, sondern auch der Drogenkrieg an sich wird hinterfragt. Don Winslows Roman zu dem Thema umfasst einen Handlungszeitraum von nahezu dreißig Jahren und wird in Winslows üblichen unverblümten Stil erzählt. Die Geschichte ist gut recherchiert, voller faszinierender und krasser Momente. Obwohl fiktiv, greift der Roman auf mehrere reale Ereignisse und Personen zurück. Neben Protagonist Art Keller wird die Story aus der Sicht zahlreicher Ganoven und aus der von Spitzeln und Informanten erzählt. Ständig tauchen neue Charaktere auf, manche nur für ein, zwei Kapitel. Dadurch wird es schwierig, den Überblick zu behalten. Gleichzeitig wird die Geschichte allerdings dermaßen rasant erzählt, dass solche Feinheiten problemlos unter den Tisch fallen.