Beiträge von fictionmaster

    Bei Stephen Kings neuester Novelle „Erhebung“ drängt sich der Vergleich zu seinem (unter dem Pseudonym Richard Bachman erschienenen) Roman „Der Fluch“ förmlich auf. In beiden Geschichten geht es um einen Mann, der unfreiwillig an Gewicht verliert. Im Gegensatz zur früheren Geschichte wird diesmal allerdings keinerlei Erklärung geliefert, außerdem kommt erschwerend hinzu, dass Hauptperson Scott zwar stetig abnimmt, sich an seinem Körperumfang jedoch nichts ändert. Ein interessantes Phänomen, über das ich gerne mehr erfahren hätte. Deshalb fand ich es auch bedauerlich, dass wir bis zum Schluss nicht mal die Andeutung einer Ursache bekommen und der Protagonist obendrein wenig bestrebt ist, hinter den Grund zu kommen. Vermutlich weil Stephen King dafür ebenfalls keine plausible Erklärung eingefallen war.

    Schön fand ich die Anspielungen auf andere Werke wie die Schulband „Pennywise and the Clowns“, die Erwähnung der Selbstmord-Treppe (aus „Gwendys Wunschkasten“) oder die Straße, die zu Ehren von der George Bannerman nach dem ehemaligen Sheriff benannt wurde. So ist die Geschichte im typischen King-Plauderstil ein angenehmes Nachhausekommen in die Kleinstadt Castle Rock, die ohnehin bei jedem King-Fan für leuchtende Augen sorgt.

    Vielleicht liegt es am Vorwissen, aber irgendwie fällt es mir schwer zu glauben, dass hier in den 80ern keiner auf die Idee kam, dass hinter dem Pseudonym Stephen King stecken könnte. Die Story um den dicken Anwalt William Halleck, der einen Zigeunerfluch auf sich lädt und seither stetig dünner wird, ist dermaßen eine King-Story, dass es die vielen kleinen Anspielungen im Text (ein mörderischer Killerclown, der Ganove Richard Ginelli, der auch in anderen King-Geschichten auftaucht, und selbst die namentliche Erwähnung von King selbst), um hier einen konkreten Verdacht zu hegen. Noch dazu hat „Der Fluch“ ein übernatürliches Thema und spielt zum großen Teil in Maine. Aber gut, es ist wie es ist und der Roman ist eine spannende Tour de Force in die menschlichen Albträume. Bis zum großen Finale fiebert man mit, ob und wie Billy seine Probleme in den Griff bekommt. Zum Ende hin wird der Anwalt zwar etwas unsympathisch, aber das tut der tollen Geschichte ja keinen Abbruch.

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    • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Audio); Auflage: Aufl. 2011 (12. August 2008)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783785736081
    • ISBN-13: 978-3785736081
    • ASIN: 3785736088



    Über den Autor:

    „Carrie“, „The Shining“, „Misery“ – es gibt wohl nur wenige Leser oder Kinogänger, die nicht zumindest eine dieser drei Horrorgeschichten von Stephen King kennen. Einen internationalen Bestseller nach dem anderen legt der 1947 in Maine geborene Autor vor. Und nicht wenige davon wurden auch erfolgreich verfilmt. So spektakulär die Geschichten sind, so bürgerlich klingt Kings Werdegang. Nach Schule, Universität und früher Heirat arbeitete er zunächst als Englischlehrer. Seiner Passion fürs Schreiben ging er abends und am Wochenende nach, bis ihm der Erfolg seiner ersten großen Geschichte, „Carrie“, erlaubte, ausschließlich als Schriftsteller zu leben. Der Rest ist Legende. King hat drei Kinder und bereits mehrere Enkelkinder und lebt mit seiner Frau Tabitha in Maine und Florida.



    Inhaltsangabe:

    Kinder des Zorns Als Burt Robeson und seine Frau Vicky abseits einer Schnellstrasse in Nebraska, am Rande eines Maisfeldes, eine Kinderleiche finden, geraten sie in einen Albtraum, aus dem sie nie wieder erwachen werden, denn der Herr, der hinter den Reihen wandelt, hat die Hand nach ihnen ausgestreckt - Der Werwolf von Tarker Mills Etwas Unmenschliches bricht über Tarker Mills, ein verträumtes Städtchen, herein: Der Werwolf geht um und sucht sich in hellen Vollmondnächten Monat für Monat ein neues Opfer. Marty, ein Junge, der an den Rollstuhl gefesselt ist, nimmt den ungleichen Kampf gegen die mordende Bestie auf. Er ahnt, dass das Böse dort lauert, wo es niemand vermutet-.



    Meine Kritik:

    Stephen Kings Kurzgeschichte „Das Jahr des Werwolfs“ (auch bekannt als „Der Werwolf von Tarker Mills“) erschien Mitte der Achtziger mit mehreren Zeichnungen als dünnes Taschenbuch. Wenn ich mich recht entsinne, war es Kings Absicht, damit eine Art Kalendergeschichte zu erzählen. Daher beginnt die Handlung auch im Januar und endet erst im Dezember. Während die ersten Monate noch ziemlich schnell abgehandelt sind und lediglich brutale Morde bei Vollmond schildern, werden nach und nach auch verschiedene Figuren eingeführt, die sich zunehmend Sorgen über die Ereignisse in Tarker Mills machen und einige Nachforschungen anstellen. Parallel zu den detaillierten Kalendereinträgen nimmt auch die Spannung zu, mündet aber trotz allem in keinem nägelzerkauenden Finale. Dafür ist die Werwolfgeschichte einfach zu kurz und zu überschaubar. Aber sie ist eine nette Popcornunterhaltung für zwischendurch und wurde ebenso auch 1985 mit Corey Haim und Gary Busey verfilmt.

    Obwohl es von etlichen King-Romanen in Deutschland keine Audio-Fassung gibt, wurde hier bemerkenswerterweise eine Hörbuch produziert. Auf CD1 und Track 1-3 der zweiten CD dieses Sets ist allerdings auch noch einmal die ebenso fatalistische wie schockierende Kurzgeschichte "Kinder des Zorns" enthalten, der Rest von CD2 und die komplette CD3 drehen sich um den "Werwolf von Tarker Mills". Gelesen wird alles von Joachim Kerzel, dem Synchronsprecher von Jack Nicholson, der mit seiner heiser-bedächtigen Stimme sehr zu überzeugen weiß.

    Stephen Kings Roman „Shining” ist legendär. Vermutlich auch durch die Stanley-Kubrik-Verfilmung, mit der der Autor allerdings nie ganz zufrieden war. Ich genauso wenig. Das Buch selbst ist aber ebenfalls ziemlich berühmt berüchtigt. Durchaus zurecht. Was der eingeschneiten Familie Torrance da in dem Berghotel in Colorado widerfährt, ist verstörend, brutal und schockierend. Als ich den Roman vor etwa zwanzig Jahren das erste Mal las, war ich begeistert und litt mit dem kleinen Danny, seiner Mutter Wendy und dem ihnen zur Rettung eilenden Dick Hallorann. Daher nahm ich an, dass ich es beim zweiten Lesen (bzw. Anhören) genauso spannend und packend finden würde. Leider nein. Die Hotelgeschichte ist nicht schlecht gealtert und auch nach wie vor gruselig, dennoch erschien sie mir stellenweise etwas zu weitschweifig. Vermutlich ist das in Anbetracht der vielen anderen tollen King-Romane ein Jammern auf hohem Niveau. Trotzdem finde ich, dass Stephen King sowohl vor als auch nach „Shining“ einige sehr viel bessere Geschichten erzählt hat. Und vermutlich auch in Zukunft noch schreiben wird.

    Ich habe mir den Film am Wochenende angeschaut. Er war nett und recht nah an der Vorlage. Dennoch kein sooo großer Wurf. Kühn selbst hatte ich mir auch etwas anders vorgestellt, als ihn der Hauptdarsteller präsentiert hat ...

    Er ist dahaaaa!!! Mein neuer Krimi: AUF DEN HUND GEKOMMEN. Erschienen bei Edel Elements. Diesmal gibt es nicht nur zwei chaotisch-sympathische Kommissare, sondern auch einen tierischen Begleiter. Einen Hovawart, um genau zu sein. Und die Ermittler haben bei ihrem neusten Mordfall alle Hände voll zu tun.


    „Ein Hund zum Knutschen, ein cleverer Ermittler und ein fieser Mord – perfekter Krimispaß.“
    – Silke Porath


    Auf den Hund gekommen (Kriminalroman)

    • Verlag: Edel Elements (2019)
    • ASIN: B07N8C4NK5

    Inhaltsangabe:

    Dem Nürnberger Kriminalkommissar Mark Richter ist nicht zum Lachen zumute. Er hat einen neuen Partner mit äußerst schlechtem Ruf zugewiesen bekommen. Auf einer Hochzeit gab es einen Mord und der einzige Augenzeuge ist ein Hund, dem jemand als Partygag eine Kamera am Halsband befestigt hat. Als er denkt, es kann nicht noch kurioser werden, stellt er fest, dass kaum jemand gut auf die Tote zu sprechen war und sich sein Partner und er vor Verdächtigen mit Motiv kaum retten können.


    Der Roman ist ausschließlich im eBook-Format erhältlich.


    Für kurze Zeit gibt es ihn zunächst zum Einführungspreis von 1,99 € und ab dem 8.2.2019 dann zum regulären Preis von 4,99 €.

    Stephen Kings 1975 veröffentlichtes Buch „Brennen muss Salem“ zählt mittlerweile zu den Klassikern der Horrorliteratur. Als ich vor rund fünfundzwanzig Jahren die gekürzte Fassung las (damals gab es die ungekürzte Version nicht auf deutsch), war ich begeistert und habe über die Jahre hinweg immer gern mit einem wohligen Schauer an die Geschichte zurückgedacht. Nun habe ich mir noch einmal die ungekürzte Fassung vorgenommen – und komme trotz der deutlich umfangreicheren Handlung zur selben Einschätzung wie früher: Der Anfang ist zwar noch etwas schleppend, aber spätestens ab dem Verschwinden des Glick-Jungen legt die Spannung rasant zu und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los. In meinen Augen ist „Brennen muss Salem“ auch deutlich mehr als ein Gruselroman. Es ist die Geschichte vom Niedergang einer amerikanischen Kleinstadt in den 1970er Jahren. Stephen King lässt uns darin am Schicksal einer Vielzahl von Personen teilhaben und obwohl man aufgrund des Romananfangs weiß, worauf es hinauslaufen wird, bleibt man neugierig am Ball, weil man unbedingt wissen will, was wie wann und warum geschieht.

    Fazit: Tolles Buch, das auch über die Jahre hinweg nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.

    Das ist interessant, ich lese das nämlich auch grad, hab aber gestern erst mal abgebrochen. Ob mit oder ohne Vorkenntnisse, ich muss mich derzeit eher zwingen, es packt mich überhaupt nicht, es ist einfach staubtrocken bisher und null spannend


    Den Anfang fand ich auch nicht so spannend. Aber inzwischen bin ich fast in der Hälfte und es ist durchaus interessant. Bin schon gespannt, wie es weitergeht.

    Ich habe aber auch an anderer Stelle schon gelesen, dass der erste Teil spannender gewesen sein soll.

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    • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (10. April 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453269357
    • ISBN-13: 978-3453269354
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
    • Originaltitel: Theo Boone 6: The Scandal



    Über den Autor:

    John Grisham hat 31 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.


    Inhaltsangabe:

    Theo Boone ist als jüngster Anwalt aller Zeiten bereit, alles für die Gerechtigkeit zu riskieren. Diesmal steht er vor einer ganz neuen Herausforderung: Er muss sich auf die Aufnahmeprüfung für die Highschool vorbereiten. Eine Riesensache, die ihm schlaflose Nächte bereitet. Denn die standardisierten Tests sind unberechenbar. Und als ob das noch nicht genug wäre, erzählt ihm seine beste Freundin April von einem ungeheuerlichen Skandal – ein groß angelegter Betrugsfall, in den offenbar auch Theos Lehrer verwickelt sind. Da ist Theo Boones Spürsinn gefragt, denn natürlich will er der Wahrheit auf die Spur kommen ...



    Meine Kritik:

    Im Leben des 13-jährigen Theo Boone ist ja bekanntlich immer was los. Nachdem es im vorherigen Fall noch um einen entflohenen Mörder ging, stapelt Autor John Grisham im sechsten Band deutlich tiefer. Diesmal dreht es sich um Manipulationen der Aufnahmeprüfungen für die Highschool, die überraschenderweise offenbar nicht von Schülern, sondern Lehrern vorgenommen wurden. Natürlich darf parallel dazu auch eine Verhandlung am Tiergericht nicht fehlen. Diesmal geht es um einen gefräßigen Otter – der Fall kam mir noch irrelevanter als die vorherigen Tiergerichtsverhandlungen vor. Aber im sechsten Band hatte ich generell das Gefühl, dass es einiges an Leerlauf und (vor allem zum Ende hin als es um die Gerichtsverhandlung ging) auch einiges an Herauszögern gab. Am Interessantesten fand ich da noch Frage, ob manipulierte Schultests tatsächlich ein Straftatbestand darstellen. Fazit: Ein nicht ganz so spannender Fall, den man vermutlich nur als Fan der Theo-Boone-Serie zu kennen braucht.

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    Theo Boone und der entflohene Mörder: Band 5 (Theo Boone, Band 5) (ab 12 Jahre)

    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (10. April 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453596501
    • ISBN-13: 978-3453596504
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
    • Originaltitel: Theodore Boone Book 5



    Über den Autor:

    John Grisham hat 31 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.



    Inhaltsangabe:

    Nichts und niemand kann Theo und seine Freunde aufhalten. . . oder?

    Theo Boone ist auf Klassenfahrt in Washington, D. C.! Ein Abenteuer für ihn und seine Freunde aus dem beschaulichen Städtchen Strattenburg. Doch dann macht Theo in der U-Bahn eine unheimliche Entdeckung: In der Menschenmenge sieht er plötzlich Pete Duffy. Genau den Pete Duffy, der in Theos erstem Fall des Mordes an seiner Frau angeklagt wurde – und flüchtete. Kurz entschlossen springt Theo aus der U-Bahn und verfolgt Duffy. Und tatsächlich gelingt es der Polizei dank ihm, den gefährlichen Täter wieder festzunehmen. Was aber, wenn Pete Duffy freigesprochen wird? Jetzt kennt er Theos Gesicht und hat Rache geschworen. Theo ahnt, dass er in höchster Gefahr schwebt ...



    Meine Kritik:

    Während einer Klassenfahrt nach Washington, D. C. erkennt der 13-jährige Theo den gesuchten Mörder Pete Duffy wieder, der (am Ende vom ersten Band) vor seiner Verhandlung geflohen ist. Mit Theos Hilfe kann der Verbrecher gefasst und in Strattenburg vor Gericht gestellt werden. Aber natürlich ist damit nicht sofort alles in Butter.

    Theos fünfter Fall ist mal wieder richtig spannend, auch wenn die Kluft zwischen seiner heilen Welt und dem grausamen Rest der Welt stellenweise recht groß ist. Daher wirkt es angenehm erfrischend, dass in dem Jugendbuch auch ein Thema wie Mord behandelt wird. Bei den Drei ??? gibt es das in der Regel nicht.

    Die Geschichte hat mir gut gefallen, auch Grishams kindgerechte Erklärungen über das amerikanische Justizsystem fand ich recht stimmig. Einzig die Passagen über Theos Ausflug zum Tiergericht, an dem es diesmal um umfallende Ziegen ging, hätte es nicht unbedingt gebraucht.


    Die Geschichte beginnt einem recht skurrilen Szenario: Der Tod klingelt an der Tür, um den Ich-Erzähler mitzunehmen. Dummerweise kommt Sophia, die Ex-Freundin des Protagonisten, dazwischen und macht die Sache so kompliziert, dass sich die drei irgendwann gemeinsam auf den Weg zur Mutter des Ich-Erzählers begeben. Klingt komisch – und wird genauso erzählt. Die meiste Zeit ist es eher Comedy als ein Roman. Was bedeutet: Jede Menge absurde Szenarien und manchmal witzige, aber komplett sinnfreie Dialoge. Ernst wird es erst kurz vor dem dramatischen Showdown. Trotz der überwiegend flapsigen Art entwickelt „Sophia, der Tod und ich“ im Laufe der Handlung eine gewisse Liebenswürdigkeit und Wärme. Die Erzählweise selbst erinnert an manchen Stellen an die Anekdoten von Olli Schulz, vermutlich in der Hörbuchfassung vermutlich dadurch verstärkt, dass Autor Thees Uhlmann seinen ersten Roman selbst eingelesen hat. Dabei liefert er bemerkenswert gute Arbeit ab.

    Als langjähriger Hohlbein-Fan war ich gespannt, was der Meister über das Leben des real existierenden US-Serienmörder Herman Webster Mudgett und dessen Mörderhotel geschrieben hat. Der Anfang, der sich mit Mudgetts Kindheit und seiner ersten (und prägenden) Begegnung mit dem Tod im Jahr 1865 befasst, war auch tatsächlich noch interessant. Als die Handlung dann allerdings vorwiegend zu Mudgetts Erwachsenenzeit in Chicago des Jahres 1893 springt, mutiert die Geschichte zu einer Art Kammerspiel im Hotel. Verschiedene Personen kommen und gehen und führen die Handlung fort. Mitunter geht es dabei ziemlich blutig und brutal zu, trotzdem allerdings nicht wirklich packend. Ich weiß nicht warum, aber die Geschichte hat mich relativ kalt gelassen, obwohl ich die Vorstellung eines Hotels mit geheimen Gängen und einer Folterkammer durchaus interessant fand. Daher kann ich hier leider nur von einem recht durchschnittlichen Roman sprechen, der mir vermutlich nicht allzu lang in Erinnerung bleiben wird.

    In einer Buchhandlung stößt Wirtschaftsdozent Hendrick Busske auf ein uraltes Buch, in dem vom Stein der Weisen die Rede ist, mit dessen Hilfe man Gold herstellen kann. Zunächst hält er alles für ein Märchen, doch im Laufe der Jahre gelangt er mehr oder minder zufällig an mehrere Erzählungen, die die damalige Geschichte weitererzählen. Sein Interesse ist geweckt und er beginnt Nachforschungen anzustellen. So trifft er auf Alchemisten, einen Deutschritterorden sowie allerlei andere obskure Figuren und begibt sich auf eine spannende wie mystische Jagd durch die ganze Welt, die vom Stil und Abenteuergehalt her an Eschbachs zwei Jesus-Romane erinnert. Genau wie in diesen beiden tollen Büchern versteht es Eschbach auch im „Teufelsgold“ meisterhaft, Wissenschaft, Historie und Phantastik miteinander verbinden. Ich habe von Anfang bis Ende mit dem Protagonisten mitgefiebert und gehofft, dass alles ausgehen würde.

    Das Ende des Romans kam mir persönlich (daher) eine Spur zu früh; ich hätte gerne noch erfahren, wie es mit Hendrik nach seiner Landung in Frankfurt weiterging, wie er sich gegebenenfalls mit dem Orden geeinigt hätte und ob er jemals wieder etwas von den anderen Leuten gehört hat.

    Mit Veränderungen hat Franz Eberhofer von jeher seine Probleme – und im neunte Band stehen so einige für ihn an. Nicht nur, dass Franz Eberhofer gegen sein Willen in ein neu gebautes Haus mit seinem verhassten Bruder Leopold ziehen soll, seinem treuen Hund Ludwig geht es gesundheitlich zusehends schlechter. Dazu hat sich der Simmerl in seinem Haus eine junge Frau als Untermieterin einquartiert, die unter dem Namen Mona im Internet Stripshows anbietet. Als die Frau wenig später tot im Wald aufgefunden wird, geraten etliche bekannte Personen aus Niederkaltenkirchen in Verdacht. Komplizierter wird es, als eine weitere Frau im Wald ums Leben kommt.

    Das alles wird in eine spannende und verzwickte Krimi-Geschichte gepackt, bei der Franz‘ private Wehwehchen nur einen angenehmen Nebenpart einnehmen. Diese Entwicklung innerhalb der letzten Eberhofer-Bände freut mich sehr. Schade fand ich nur, dass der Cliffhanger vom achten Band im neunten keine große Rolle mehr spielt. Herzzerreißend hingegen waren die Szenen mit Hofhund Ludwig. Dazu passte dann auch die zehnseitige Bonus-„Geschichte vom Ludwig“, nach dem Ende des Romans. Übrigens ist die Kurzgeschichte auch im 2018 erschienenen „Eberhofer, zefix!“-Kurzgeschichten-Band enthalten.

    Alles in allem ist es ein gelungener neuer Krimi, der allerdings ein bisschen Wissen aus den acht Vorgänger-Bänden voraussetzt.

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    • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: Droemer HC (24. Oktober 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3426281538
    • ISBN-13: 978-3426281536



    Über den Autor:

    Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt "Die Therapie" (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Seine Bücher wurden bereits 10 Millionen Mal verkauft, in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen.
    Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.



    Inhaltsangabe:

    Ein vermisstes Kind - ein verzweifelter Vater - ein Höllentrip ins Innere der Psychiatrie
    Zwei entsetzliche Kindermorde hat er bereits gestanden und die Berliner Polizei zu den grausam entstellten Leichen geführt. Doch jetzt schweigt der psychisch kranke Häftling Guido T. auf Anraten seiner Anwältin. Die Polizei ist sicher: Er ist auch der Entführer des sechsjährigen Max, der seit drei Monaten spurlos verschwunden ist. Die Ermittler haben jedoch keine belastbaren Beweise, nur Indizien. Und ohne die Aussage des Häftlings werden Max' Eltern keine Gewissheit haben und niemals Abschied von ihrem Sohn nehmen können.
    Drei Monate nach dem Verschwinden von Max macht ein Ermittler der Mordkommission dem verzweifelten Vater ein unglaubliches Angebot: Er schleust ihn in das psychiatrische Gefängniskrankenhaus ein, in dessen Hochsicherheitstrakt Guido T. eingesperrt ist. Als falscher Patient, ausgestattet mit einer fingierten Krankenakte. Damit er dem Kindermörder so nahe wie nur irgend möglich ist und ihn zu einem Geständnis zwingen kann.
    Denn nichts ist schlimmer als die Ungewissheit.
    Dachte er.
    Bis er als Insasse die grausame Wahrheit erfährt ...
    Sebastian Fitzek, Deutschlands prominentester Autor von Psychothrillern, mit seinem neuen Bestseller aus dem Inneren der Psychiatrie!



    Meine Kritik:

    Sebastian Fitzek liebt es, mit den Extremen zu spielen. Da verwundert es nicht, dass es den Helden seines neusten Psychothrillers in eine geschlossene Anstalt verschlägt. Mehr noch: Der verzweifelte Vater Till lässt sich mit einer falschen Identität freiwillig in eine Klinik für geisteskranke Straftäter einweisen, damit er dort den Mörder seines Sohns zu einem Geständnis bringen kann. Dass dabei einiges schief läuft, liegt auf der Hand. Das Problem an der Geschichte ist hierbei allerdings das Problem vieler Fitzek-Geschichten: Dem Protagonisten werden nicht nur ein paar Hindernisse in den Weg gelegt, sondern ihn erwartet ein ganzer Extrem-Hindernis-Parcours. Das geht schon dabei los, dass Protagonist Till ohne es zu wissen in seiner Schein-Identität nicht als harmloser Niemand in der Klinik einschleust wird. In Kapitel 32 fragt er daher ziemlich treffend "Musste es denn ausgerechnet ein klavierspielender, mathematisch hochbegabter Kinderschänder mit Hirntumor sein?" Das fasst die Misere schon mal recht gut zusammen.

    Allgemein fand ich, dass man manche Dinge des Plots auch anders besser hätte lösen können. Zum Beispiel, hätte sich Till genauso gut als Pfleger einschleusen lassen können. Aber da Fitzek nun mal Fitzek ist, ging es natürlich nur auf die Hardcore-Variante anders. Außerdem folgt ja am Ende die mal wieder alles über den Haufen werfende Erklärung dafür. Manche der geschilderten Passagen fand ich ebenso konstruiert wie übertrieben (um nicht zu sagen absurd), andere wiederum unnötig brutal. Doch ich schätze, selbst diese Dinge gehört bei einem Roman wie „Der Insasse“ einfach dazu. Alles in allem waren es mir dann allerdings ein bisschen zu viele Extreme.

    Franz Eberhofers achter Band ist anders. Der Papa glänzt 90% des Buches mit Abwesenheit und auch Franz‘ Privatleben allgemein nimmt einen eher geringeren Stellenwert ein. Stattdessen geht es hauptsächlich um die Ermittlungen seines aktuellen Falls: Im brandneuen Hotel liegt ein Toter in der Badewanne. Und das sogar unmittelbar vor der offiziellen Eröffnung. Selbstredend, dass Franz bei seinen Nachforschungen äußerst subtil vorgehen muss. Zum Glück gehört Feinfühligkeit ja ohnehin zu seinen Stärken. Interessant ist diesmal auch, dass die Freunde des Kommissars diesmal direkt von den Ermittlungen betroffen sind. Warum Franz in manchen Fällen immer noch etwas komisch reagiert (vor allem wenn es um den Leopold geht), bleibt offen und sorgt für den einen oder anderen Schmunzler. Den Krimi selbst fand ich recht gelungen, die etwas andere Auflösung recht gut. Merkwürdig war nur, dass nach der Auflösung immer noch 30 Romanseiten übrig waren. In denen passieren dann noch einige kuriose private Dinge – inklusive einem Cliffhanger im wahrsten Sinne des Wortes. Da freut man sich gleich umso mehr auf Band 9.