Deutschland im Ernstfall Was passiert, wenn wir angegriffen werden - Ferdinand Gehringer, Johannes Steger

  • Deutschland im Ernstfall

    Was passiert, wenn wir angegriffen werden

    Ferdinand Gehringer, Johannes Steger

    Hoffmann und Campe Verlag GmbH

    ISBN 3455021085

    240 Seiten, 18 Euro


    Über die Autoren: Ferdinand Gehringer ist sicherheitspolitischer Berater bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, Jurist und zertifizierter Mediator. Er berät Politiker aus dem Deutschen Bundestag und dem Europäischen Parlament sowie internationale Organisationen und Regierungen, vor allem zu hybriden Bedrohungen, Cyber- und Informationssicherheit oder dem Schutz kritischer Infrastrukturen.


    Johannes Steger leitet seit 1. Juli 2025 in Berlin den Bereich Digital Crisis Management bei der Strategieberatung FGS Global. Beim Tagesspiegel verantwortete er bis Juni 2025 als Redaktionsleiter die „Background“-Briefings für Cybersicherheit, Digitalisierung & KI sowie Smart City. Zuvor arbeitete er als Berater und war Redakteur für Technologie und Start-ups beim Handelsblatt.

    Was passiert eigentlich, wenn unser Land angegriffen wird? Was vor einiger Zeit noch undenkbar schien, ist innerhalb von nur ein paar Jahren wieder denkbar geworden; es zeigt, wie schnell sich politische Systeme ändern können und wie schnell eine Bedrohungslage entstehen kann.


    Ist unser Land überhaupt auf einen Angriff vorbereitet und was könnte uns im Ernstfall erwarten? Die Autoren haben Insiderwissen und zeigen auf, was sich in einem Angriffsfall für die Zivilbevölkerung ändern kann. Dabei werden viele Fragen behandelt, die sich in solch einem Fall stellen. Was ist mit den Banken, den Ersparnissen, was passiert bei Stromausfällen, wo kann man Schutz suchen, wie sorgt man selbst vor, welche Mechanismen (militärisch und zivil) werden von wem ausgelöst? Wer trifft Entscheidungen und…ist Deutschland überhaupt gewappnet?


    In diesem Buch wird sachlich aufgeklärt, wie Deutschland aufgestellt ist. Welche Pläne bereits vorliegen und was im Ernstfall passieren kann. Dabei wollen die Autoren keine Panik verbreiten, sondern aufzeigen, an was bereits gedacht wurde und woran man vielleicht selbst denken sollte. Besonders interessant finde ich die Aufklärung über gezielte Desinformationskampagnen, die wir bereits in den sozialen Medien massenhaft vorfinden. Eine Aufforderung, genau hinzuschauen und kritisch zu prüfen, welche Absichten hinter bestimmten Nachrichten stehen…


    Mein Fazit: Hier wird mit gut recherchierten und sachlichen Informationen gegen die Angst vor dem Unbekannten gearbeitet. Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte und das aufzeigt, dass unser Land nicht ganz so hilflos dasteht, wie man vielleicht durch einige Medien suggeriert bekommt. Sehr lesenswert!


    ASIN/ISBN: 3455021085

  • Ich denke, wir sollten uns sofort ergeben. Die Russen haben riesige Verluste in der Ukraine, sind aber mittlerweile kampferprobt. So drückend wäre eine russische Besatzung auch gar nicht. Erinnere mich noch, als ein Förster sich fürchterlich darüber echauffierte, dass seine jungen Bäume als Seiten-Verstärkung für Panzergräben herhalten mussten. Was niemand wusste: Der Wald gehörte vertraglich der Roten Armee. Dass sie den Wald 40 Jahre lang vorher in Ruhe ließen, zeugt von Größe! Man kann wirklich mit ihnen auskommen. Das weiß jeder, der mit ihnen zu tun hatte. Sie mögen Kinder, sagte meine Großmutter immer.

  • Ich denke, wir sollten uns sofort ergeben. Die Russen haben riesige Verluste in der Ukraine, sind aber mittlerweile kampferprobt. So drückend wäre eine russische Besatzung auch gar nicht.

    Man kann wirklich mit ihnen auskommen. Das weiß jeder, der mit ihnen zu tun hatte. Sie mögen Kinder, sagte meine Großmutter immer.

    Bitte was??? Auf jeden Fall wäre sie das. Also, ich will nicht mit ihnen auskommen.

    Auf welchem Planeten lebst Du denn?

    Aber dass sie Kinder lieben, ist natürlich toll.


    Aber das hast Du sicherlich sarkastisch gemeint.

    Irrlicht und Hexe (7. Hexenregel: Unterschätze nie die Kraft des Wortes - es hat eine besondere Kraft, es kann befreien, anstoßen und verändern, aber auch verletzen und zerstören)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Irri ()

  • Jo, Ihr Lieben, mein Beitrag war ein Joke. Wollte mal austesten, welche Reaktionen kommen …

    Ich selbst war Unteroffizier der NVA. Ich habe drei Jahre gedient. Wenn man bestimmte Fächer studieren wollte, war das damals obligat. Was ich über die Russen sagte, stimmt im Großen und Groben aber so. Sie waren eine eher angenehme Besatzungsmacht. Ruhig, aber über den internen Terror, und das muss sehr, sehr übel gewesen sein, wussten wir freilich nichts ...

    Selbstverständlich muss man wehrfähig sein und sich im Ernstfall zur Wehr setzen! Ganz ohne Worte :lache

  • Danke, Eskalina für den Buchtipp.

    Ich denke, das werde ich mir mal zeitnah zu Gemüte führen.


    Wieviel Ernst und / oder Ironie in @Medea19s Beiträgen liegt dann ich nicht beurteilen, möchte mir auch nicht bei einer Grundsatzdiskussion die Pfoten verbrennen. Ich habe in meinen 25 Jahren im Osten viel gehört, meine Schwiegermutter hat in einem Magazin einer Russenkaserne gearbeitet. Fakt ist, dass Themenbereiche der ehemaligen DDR oftmals glorifiziert und verzerrt (n)ostalgisch dargestellt werden, einer diese explosiven Themen ist auch der Vergleich der NVA vs. Bundeswehr. Ich gehöre zu der Personengruppe, die das System ausgedribbelt haben und weder „gedient“ noch Ersatzdienst geleistet haben, daher würde ich mich tatsächlich über eine faktisch-sachliche Darstellung freuen.


    Buch ist auf der Merksliste Edit: *hust auf dem Kindle :-]

  • :gruebel So abwegig ist Medea19 s Joke vielleicht gar nicht. Möglicherweise lässt sich Russland eher von innen als von außen zermürben. Sollen die doch erstmal mit unserer Protest- und Debattenkultur klar kommen. :hau

    :wippe

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Michael Degen: Nicht alle waren Mörder

  • Fakt ist, dass Themenbereiche der ehemaligen DDR oftmals glorifiziert und verzerrt (n)ostalgisch dargestellt werden, einer diese explosiven Themen ist auch der Vergleich der NVA vs. Bundeswehr. I


    :-]

    Im direkten Vergleich kann die NVA nur verlieren. Wir sind monatelang nicht aus der Kaserne gekommen. Als Uffz. war man etwas privilegiert, aber was die Mannschaften teilweise durchmachen mussten, war übel. Es gab die sogenannte EK-Bewegung, d.h. die Dienstälteren terrorisierten die Jüngeren (ist bei den Russen auch gang und gäbe). Es blieb oft nicht dabei, dass die jungen Soldaten die Unterkünfte der Älteren reinigen mussten, es kam teilweise zu üblen Exzessen. Der menschlichen Bestialität sind keine Grenzen gesetzt. „Musikbox“ spielen – ein Soldat wurde in einen Spind gesperrt, ein Zehnpfennigstück reingesteckt, und dann musste der arme Teufel im Spind singen. Oder „Heimfahrt“: Die EK's (Entlassungskader) saßen in ihrer Unterkunft und die Jüngeren mussten mit Sträuchern, Verkehrsschildern usw. an ihnen vorbeilaufen. Sie saßen quasi in einem imaginären Zug, der sie nach Hause bringen würde.

    Zwei Tage bevor ich in meine Kompanie kam, hat ein Soldat sein Gehirn in der Bekleidungskammer verteilt. Das Loch in der Decke war immer noch da. Das muss man erstmal bringen: sich den Lauf einer AK-47 in den Mund zu stecken. Die Dame seines Herzens hatte ihm am Tag zuvor eröffnet, dass sie nicht länger warten wolle und nun seinen Kumpel heiraten würde.

    Uswusf.


    Und ja, stimmt, an unserer Debattenkultur beißen sich die Russen die Zähne aus. :lache

  • Eins noch: Ich glaube, mit den Work-Life-Balance-Jungs heutzutage wäre ein Krieg auch gar nicht zu gewinnen. :lache Auch wenn viel am Computer gemacht wird (Drohnen). Es ist aber auch ok so. 1914, also erst vor 100 Jahren war es noch die größte Angst der Jungs, nicht mehr rechtzeitig eingezogen zu werden, um am großen Schlachten teilzunehmen. Und man betrachte die ausgemergelten Gestalten, diese lebenden Leichname, die 1918 zurückkamen … Die Tragik ist, dass so widerliche Massenmördergestalten wie Himmler leider nicht mehr rechtzeitig eingezogen worden sind.

  • Habe mir dieses Buch bestellt - mal sehen, ob ich es selber lese oder verschenken werde.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Michael Degen: Nicht alle waren Mörder

  • Es war seinerzeit ein Riesenfehler die Wehrpflicht auszusetzen. Damals gab es keine Personalprobleme. Rd. 460.000 Mann stark war die Bundeswehr. Ein wichtiger Garant für Frieden in Europa. Und heute wo genau wie damals die Bedrohung real ist wird sich gedrückt das sich die Balken biegen. Wer soll dieses Land denn verteidigen?

    Wie schon Heiner Geißler sehr richtig feststellte: Der Pazifismus hat Auschwitz erst möglich gemacht.

    Ich bin zwar schon aus Altersgründen ausgemusert - würde aber wenn möglich wieder Soldat werden. Okay, habe es nur bis zum Oberleutnant d.R. geschafft - würde mich aber jetzt weitsaus länger verpflichten.

    Es wird höchste Zeit das auch die Bundeswehr endlich mit der Zeit geht. Es braucht mehr moderne Waffensystem um endlich kriegstüchtig zu werden.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • :/ Brauchen wir wirklich so eine große Truppe? In der modernen Kriegsführung kommt es doch mehr auf Qualität als auf Quantität an. Um Knöpfe zu drücken oder Drohnen zu steuern braucht es nur einige gut ausgebildete, verantwortungsvolle Köpfe.

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    :lesend Michael Degen: Nicht alle waren Mörder

  • Es braucht mehr moderne Waffensystem um endlich kriegstüchtig zu werden.

    Das hört sich für mich zu eifrig an, vor allem auf unsere Geschichte bezogen. Ich würde hier immer Formulierungen wie "wehrhaft" oder "verteidigungsfähig" bevorzugen. :gruebel

    :/ Brauchen wir wirklich so eine große Truppe? In der modernen Kriegsführung kommt es doch mehr auf Qualität als auf Quantität an. Um Knöpfe zu drücken oder Drohnen zu steuern braucht es nur einige gut ausgebildete, verantwortungsvolle Köpfe.

    Sorry, aber das läßt einen Krieg wie ein Computerspiel erscheinen. So einfach ist es nicht. Und mit dem Verantwortungsbewußtsein ist das so eine Sache. Wären Politiker wirklich verantwortungsbewußte, würde es so viele Konflikte und Probleme der Gegenwart nicht geben.


    Für mich sind Bücher dieser Art nichts, aber möglicherweise könnte das etwas für Mr Bat sein. :gruebel

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Sorry, aber das läßt einen Krieg wie ein Computerspiel erscheinen. So einfach ist es nicht.

    :gruebel Ist es nicht nur noch eine Frage der Zeit bis KI auch hier die Hauptdenkleistung macht? Da ist dann Computerspiel das Übungsmanöver.

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    :lesend Michael Degen: Nicht alle waren Mörder

  • Krieg ist alles andere als ein KI-gestütztes Computerspiel. Die modernen Waffensysteme sind viel komplexer - gerade auch im B und C Bereich.


    Und ohne Menschen geht gar nichts,.

    Viele Menschen reden von militärischen Dingen ohne auch nur ansatzweise Kenntnisse darüber zu haben. Das sieht man täglich auch bei den sogenannten "Experten" (wahrscheinlich eh alle ungedient)


    Batcat

    Der Begriff "kriegstüchtig" wurde von unserem Verteidigungsminister Pistorius verwendet.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Bin ich der Einzige, der gerade an Matthew Broderick und Joshua denkt? :rolleyes

    Die beiden kenne ich nicht :umschau

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Michael Degen: Nicht alle waren Mörder