Linda Winterberg - Die Berghebamme: Zeit der Kinder

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Eine mutige Hebamme kämpft für die Rechte der Frauen.

    Berghebamme Maria hat in dem Landarzt Georg ihre große Liebe gefunden und führt gemeinsam mit ihm eine eigene Praxis. Alles könnte perfekt sein, doch Marias innigster Wunsch erfüllt sich nicht: Sie möchte Mutter werden. Um sich von ihrer Trauer abzulenken, beschließt sie, ein Wohnheim für verstoßene Schwangere zu gründen. Ein Unterfangen, das für große Missbilligung seitens der Dorfbewohner sorgt, denn ledige Mütter gelten als Schande. Und schon bald kommt es zu einem Vorfall, der nicht nur Marias Existenz bedroht, sondern auch das Leben der Frauen, die bei ihr Schutz suchen.


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Hinter LINDA WINTERBERG verbirgt sich Nicole Steyer, eine erfolgreiche Autorin historischer Romane. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern im Taunus.

    Im Aufbau Taschenbuch liegen von ihr zahlreiche Romane vor, darunter die Berliner Hebammen-Saga mit den Titeln »Jahre der Veränderung«, »Aufbruch in ein neues Leben«, »Schicksalhafte Zeiten« und »Ein neuer Anfang«. Nach dem großen Erfolg dieser Reihe widmet sich die Autorin nun ihrem Herzensprojekt: eine Hebammengeschichte aus ihrer eigenen Heimat zu erzählen.


    Allgemeines
    Dritter und abschließender Band der Reihe „Die Berghebamme“

    Erschienen im Aufbau Verlag am 11.November 2025 als TB mit 376 Seiten

    Gliederung: Roman in 31 Kapiteln, jeweils mit Datumsangaben – Nachwort und Danksagung

    Erzählung in der dritten Person, größtenteils aus der Perspektive der Protagonistin Maria Saller

    Handlungsort und -zeit: Brannenburg in Bayern, 1899 – 1900


    Inhalt

    Die Berghebamme Maria ist seit zwei Jahren glücklich mit dem Dorfarzt Georg Saller verheiratet und geht weiterhin engagiert ihrem Beruf nach. Es fällt ihr jedoch zunehmend schwer, ihren Neid auf ihre Patientinnen zu verdrängen. Während diese ein Kind nach dem anderen bekommen – mehr als zehn Schwangerschaften pro Familie sind im katholischen Bergbauerndorf keine Seltenheit – klappt es bei Georg und Maria nicht mit der Erfüllung ihres sehnlichen Kinderwunsches.

    Nachdem Maria quasi resigniert hat, stürzt sie sich in ein neues Projekt, sie will in Brannenburg ein Geburtshaus für ledige Mütter und auch ein Findelheim für uneheliche und ungewollte Kinder errichten. Wie schon bei Marias früheren Projekten zum Wohl der Schwangeren und jungen Mütter schlägt ihr wieder die geballte Ablehnung der traditionellen und kleingeistigen Bergbauernschaft entgegen. Der Hass ist schlimmer als je zuvor und mündet diesmal in Straftaten, die das Leben der Hebamme und ihrer Schutzbefohlenen gefährden.


    Beurteilung

    Der dritte Band der Reihe kann einzeln gelesen werden, sinnvoller ist es allerdings, die korrekte Reihenfolge einzuhalten, da die Trilogie in Bezug auf Marias Kampf gegen diverse Missstände eine Einheit bildet. Ging es im ersten Band um Marias Einsatz gegen unhygienische und gefährliche Praktiken, die bei vielen Frauen zum tödlichen Kindbettfieber führten, so setzt der dritte Band schwerpunktmäßig die Thematik des zweiten Bandes fort: die gesellschaftliche Ausgrenzung unverheirateter Schwangerer sowie die scheinheilige Doppelmoral, die schwangere Frauen zu Sünderinnen erklärt, deren Verführer oder sogar Vergewaltiger aber nicht zur Rechenschaft zieht.

    Nicht nur die einfachen Dorfbewohner, sondern vor allem auch der gebildete Pfarrer geben in ihrem Widerstand gegen Marias soziales Projekt ein erbärmliches Bild ab. Zumindest in dem Bergdorf hat mit dem beginnenden 20. Jahrhundert kein neuer Geist Einzug gehalten.

    Der Erzählstil ist sehr anschaulich und gibt einen bedrückenden Einblick in eine Welt, die von engstirnigen Traditionen, Bildungsferne, Tratscherei und Gehässigkeit geprägt ist. Trotz der Zusammenarbeit von Maria und Georg, der als Arzt manche Gebärende durch den Einsatz einer Geburtszange noch retten kann, wird der Leser auch Zeuge von Tragödien durch Komplikationen, die sich um die Wende des letzten Jahrhunderts noch nicht behandeln lassen.

    Die Beziehung zwischen Maria und Georg wird authentisch und nicht mehr so überemotional geschildert wie im zweiten Band. Marias Verhalten wirkt allerdings gelegentlich durch ihren Leichtsinn nicht sehr realistisch. Auch das gemütliche Vorgehen des Dorfgendarms wirkt recht befremdlich.


    Fazit

    Ein gelungener Abschluss der Berghebammen-Trilogie, unterhaltsam und auch bedrückend!

    8 Punkte

    ASIN/ISBN: B0D3G53L3D

  • Abschließender dritter Teil


    Die Berghebamme – Zeit der Kinder, historischer Roman von Linda Winterberg, EBook Aufbau Digital
    Kinder-der-Berge-Saga, der Abschlussband
    Maria ist als Dorfhebamme in Brannenburg angekommen, zusammen mit ihrem Gatten Georg, dem Landarzt, führt sie eine eigene Praxis. Zu ihrem Glück fehlt nur noch ein gemeinsames Kind. Doch Maria fürchtet niemals ein eigenes Kind zu bekommen, deshalb sucht sie sich eine andere Aufgabe. Ein Wohnheim für verstoßene und ledige Mütter soll es sein. Doch die Brannenburger akzeptieren die Einrichtung nicht, ledige Mütter gelten als Schande und Maria muss mit viel Gegenwind kämpfen. Ihre Existenz, und auch das Leben der jungen Frauen, geraten durch einen schlimmen Vorfall in Gefahr.
    Das Buch besteht aus 31 Kapiteln, alle mit Datum versehen. Einfühlsam und bildhaft geschrieben. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, sie zieht einen förmlich in den Bann und das von der ersten bis zur letzten Zeile. Ich mag die Hebammenromane von Linda Winterberg, sie schreibt so emotional und hat mich wieder in ihren Bann gezogen. Alles ist nachvollziehbar und logisch. Die Landschaft und die Epoche prägen den Charakter der handelnden Figuren, sie handeln so echt und authentisch, bei jedem Satz hatte ich das Gefühl, so könnte es dort in den Bergen und zu der Zeit gewesen sein. Das ist der letzte Band der Reihe, die ich alle gelesen habe, deshalb habe ich eintiefe Verbundenheit mit den Charakteren gespürt. Ihr Schicksal ist mir sehr nahe gegangen. Wie im wirklichen Leben, ist jede Geburt gefährlich für Mutter und Kind, auch das wurde hier sehr deutlich vermittelt.
    Ich mag Maria, eine starke Frau und tüchtige Hebamme. Traurig fand ich das beschriebene Schicksal von ledigen Müttern zur damaligen Zeit, zumeist ohne Schuld in Not geraten, mussten Mädchen und Frauen, dies ertragen, es waren Katastrophen die Frauen das Leben kosten konnten. Schön, dass hier des Öfteren zur Sprache kam, dass die Frauen nicht alleine schuld an ihrer Situation waren. Dankbar dafür, dass es jetzt über hundert Jahre später, so viel besser ist. Das Schicksal dieser als Bankert bezeichneten Kinder hat mich zutiefst angerührt.
    Ein würdiger Abschluss der Saga, sehr gerne hätte ich das Schicksal der Bewohner auf dem Dammerhof noch weiterverfolgt. Ein Muss für die Leser der Reihe, die Romane sollten alle in der richtigen Reihenfolge gelesen werden. Von mir 9 Punkte