'Die Liebe an miesen Tagen' - Seiten 181 - 285

  • :rofl

    Auf jeden Fall Ist der Altersunterschied von ca 10 Jahren kein Grund so ein Drama zu machen :wow bei dem ewigen "ich bin zu alt für ihn" hatte ich eher an 20 Jahre Unterschied gedacht

    Am Anfang des Buches war ich mir auch sicher, dass sie älter ist. Das Ende 40 hat mich dann überrascht.


    Im letzten Abschnitt war es mir schon zu viel Drama, und jetzt wurde ja nochmal gut nachgelegt. :rotekarte

    Da fehlt mir ehrlich gesagt die Muße, mich jetzt noch groß drüber zu ärgern. Das Buch liest sich ja ganz fix weg, und ich bin sehr froh, dass es nicht mein Arenz Erstkontakt ist.

  • Hier hatte ich mich gewundert, dass die Familie bereits einen Heimplatz für die Mutter hat, ihn aber bislang noch nicht genutzt hat. :gruebel Claras Gedankengänge „Deswegen sperren wir Mama ein“ kann ich einerseits nachvollziehen und andererseites nicht.


    Ich verstehe, dass es ein mieses Gefühl ist, ein Elternteil in ein Heim geben zu müssen. Aber oft – und nicht nur bei Demenz – ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem man Angehörige nicht mehr zu Hause betreuen/pflegen kann. Sei es, weil es zu gefährlich ist oder weil man an seine Grenzen stößt und Eigenschutz betreiben muss.


    In diesem Abschnitt war ich dann auch das eine oder andere Mal genervt von dieser „Allmacht der Gefühle“: :rolleyes:


    „Es ist diese Gier danach, sich zu spüren. Nach dem Leben. Und immer denkt man, dass es noch intensiver sein müsste. Noch direkter und noch gewaltiger.“ (ca. S. 184)


    Nein, ich finde, es ist auch irgend wann mal mal genug. Es kann nicht unbegrenzt schneller höher weiter gehen. Irgendwann sollte man auch mal ankommen: bei sich. In seinem Leben. In seiner Beziehung.


    Ein Stück weiter, ca. S. 220, ist noch mal so eine melodramatische Szene: „Mit ihm schreien vor Lust an der Schönheit der Welt. Einfach losschreien und jubeln und der Lust eine Stimme geben. Mit ihm ginge das.“ Würde mir jemand so was sagen, ich würde mir ans Hirn langen.


    Das Kennenlernen mit Jule hat mir gut gefallen, aber das Hin- und Hergeschäkere in dieser Szene der Drei war mir manchmal zu aufgesetzt, zu drüber.


    Mit dem Stellenangebot Hamburg ändert sich sofort die Tonlage. Der Ton ist gleich so scharf, dabei sind das in dem Moment noch ungelegte Eier. Hier habe ich mich sehr über Clara aufgeregt. Es ist kindisch und unrealistisch von ihr, sofort eine Antwort einfordern zu wollen. Dabei hat sie die Zusage in diesem Moment noch nicht einmal. Er ist ja noch für ca. 2 Jahre ortsgebunden. Und sie hat auch nicht darauf geantwortet, ob sie das im umgekehrten Fall auch tun würde.


    Überhaupt, die Trennung. Da zeigt sich Clara von einer unangenehmen Seite. Was heißt, sie fängt nichts mehr Halbes an. Was definiert sie denn als halbe Beziehung? Warum will sie es denn noch nicht einmal versuchen? Der Zeitraum ist doch wirklich absehbar. Sie stellt ihren Job über ihn, verlangt aber, dass er sie über seinen Job stellt.


    Plötzlich ist auch der Altersunterschied ein Thema bei ihr: ich will nicht jeden Tag, den ich Dich nicht sehe mit der Angst leben, zu alt für Deine Liebe zu sein. Ganz ehrlich: es sind - wie wir jetzt wissen - nur ca. 10 Jahre Altersunterschied. Lachhaft, echt. :rolleyes: Und dann wirft sie ihm auch noch vor, Vera nach der Nacht mit ihr verlassen zu haben (könnte ja sein, dass es ihr ebenso ergehen wird).


    Und weil das alles irgendwie vielleicht möglicherweise sein könnte und es ja auch passieren könnte, dass die Fernbeziehung scheitert, trennt sie sich gleich vorsorglich. Wie dumm und unreif von ihr und was für ein unsympathischer Zug.


    Ich muss aber gestehen, in einem boshaften Moment gedacht zu haben, dass Elias nun auch mal spürt wie das ist, verlassen zu werden, wenn man wirklich liebt. Wie sich das anfühlt, wenn man der auf der anderen Seite ist – derjenige, der anscheinend weniger geliebt wird.


    Elias' Krankheit hat sich für mich schon ein wenig angedeutet durch so kleine Befindlichkeiten wie schnell außer Atem zu sein, sich auf eine komische Art leicht fühlen etc. Doch dass es natürlich gleich um Leben und Tod geht, war so nicht erwartbar.


    Wenig überraschend stehen dann alle vier Frauen an seinem Krankenbett. Vera, die er zu Hilfe rief. Mona und Jule. Und Clara, die angesichts der ernsten Lage erneut ihre Gefühle überprüft: „Bei dem einen war sie gegen ihr Gefühl geblieben, vom anderen hatte sie sich gegen ihr Gefühl getrennt“


    Saiya

    Hier habe ich mich auch geärgert: über das Ultimatum und den Unwillen, es zumindest erst einmal mit einer Fernbeziehung zu versuchen. Herrjeh, wer kann schon von heute auf morgen seine Koffer packen und ans andere Ende der Republik ziehen? Das empfand ich auch als unreif.


    Regenfisch

    Ich kenne einige Beziehungen, die in reiferen Jahren entstanden sind. Da ist es eigentlich umgekehrt. Beide Teile fühlten sich beschenkt, dass sie so eine Liebe noch einmal erleben dürfen und wie kostbar das ist.


    Genau so empfinde ich das auch. Und man behandelt diese Liebe mit besonders viel Sorgfalt.


    Ich empfinde sie gar nicht als unsicher. Sie wirkt schon so, dass sie genau weiß, was sie tut, weil sie beschlossen hat, dass Elias sie spätestens in zwei Jahren verlässt. Egal, wie oft die beiden über Sex gesprochen und vollzogen haben, wie romantisch sie durch Schnee und Blütenmeere gestapft sind und Tee getrunken haben. Alle Zeichen, dass Elias es ernst ist, schmeißt sie weg und gibt ihm keine Chance. Verstehe ich nicht.


    Herrlich! Über diesen Kommentar von Dir musste ich echt herzhaft lachen. :lache

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Mittlerweile ärgere ich mich mit euch über das Buch. Um genauer zu sein: vor allem über Clara! Ich kann ihre Beweggründe für die schnelle Trennung auch überhaupt nicht nachvollziehen. Im zweiten Abschnitt habe ich ihnen die große Liebe durchaus abgenommen, aber wenn sie soooo groß ist, dann schmeißt man die nicht einfach so weg! Und mit Ende 40 sollte sie wissen, dass es keine Garantie für die Liebe gibt. Nicht bei Gleichaltrigen, nicht bei "Nahbeziehungen", bei gar nichts. Und auch Clara kann sich selber nicht sicher sein, ob die Liebe bei ihr hält. Das ist Leben! Da muss man durch!

    Hier hatte ich mich gewundert, dass die Familie bereits einen Heimplatz für die Mutter hat, ihn aber bislang noch nicht genutzt hat. :gruebel

    Das hat mich auch gewundert und war mir auch zu einfach. Wer hat denn gleich einen Heimplatz zur Hand, wenn einer gebraucht wird? Beim Gereicht hätte es auch nochmal gut gepasst, die Frage nach der Vollmacht aufzuwerfen, aber auch die Chance wurde vertan.

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025

  • Das hat mich auch gewundert und war mir auch zu einfach. Wer hat denn gleich einen Heimplatz zur Hand, wenn einer gebraucht wird? Beim Gereicht hätte es auch nochmal gut gepasst, die Frage nach der Vollmacht aufzuwerfen, aber auch die Chance wurde vertan.

    Eben, ich kenne es eigentlich auch nur umgekehrt, dass plötzlich ein Heimplatz benötigt wird und sich die Suche nach etwas Passendem eher schwierig gestaltet. :gruebel

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Zu Vera wollte ich noch was schreiben: ihren Auftritt im Cafe empfand ich als äußerst unangenehm. Ich würde doch nie zu einer Person zurückkehren, die mir so eine Ansage macht! Egal wie es in der aktuellen Beziehung läuft. Und dann fällt Elias nichts Besseres ein, als ausgerechnet sie im Notfall anzurufen. Klar, er war nicht bei sich, aber hat der Mann keine anderen Freunde? Oder zumindest Bekannte? Und an Mareike bzw. andere Kollegen denkt er nicht? :bonk


    Die ganze sehr schnell lebensbedrohliche Krankheit ist ja sehr dramatisch, da hätte ich mir anderes erwartet. Eher die leisen Töne, die Arenz ansonsten so gut beherrscht. Zumindest hat er Vera die Situation dann nicht ausnutzen lassen.

    Und: Warum hat Vera Claras Nummer? :[:?:

    Das habe ich mich zuerst auch gefragt, aber dann ist mir eingefallen, dass Vera und Clara ja den Hausbesichtigungstermin ausgemacht haben. Das ging sicher über Handynummern.

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025

  • Das mit der Nummer von Clara fand ich jetzt auch nicht überraschend. Neben der Hausbesichtigung war sie ja lange mit Elias zusammen, in so einer Situation finde ich es vertretbar, das Smartphone vom Ex zu entsperren und die Nummer zu suchen. So wie ich Elias einschätze hat er die Pin nicht geändert.

  • Das mit der Nummer von Clara fand ich jetzt auch nicht überraschend. Neben der Hausbesichtigung war sie ja lange mit Elias zusammen, in so einer Situation finde ich es vertretbar, das Smartphone vom Ex zu entsperren und die Nummer zu suchen. So wie ich Elias einschätze hat er die Pin nicht geändert.

    Dann hätte sie aber auch die Nummer von Jule :gruebel.

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025