Beiträge von baro

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    Keine Ahnung was ich von dem Buch halten soll. Es waren schon tolle Ideen da, auch sprachlich tolle Sätze dabei mit Humor, der zu mir passt. Aber insgesamt war es wahnsinnig geradlinig, ohne Überraschungen und teilweise auch irgendwie beliebig. Die Charaktere konnten mich auch nicht fesseln. Aber flüssig zu lesen und nett, daher alles verschmerzbar.


    Aber das Ende hat mich wahnsinnig geärgert. Das ist sicherlich mit seinem Schlaganfall zu erklären. Aber der Roman war zum Vollpreis, dann soll der Verlag oder der Autor eben in einem Krankheitsfall noch weiter verschieben oder eine andere Lösung finden. Aber die letzten Kapitel mit ihren 2 Seiten sind eine Frechheit.

    Ist das dein erstes Buch von Marzi?

    Wenn ja, diese Art der Wiederholung ist typisch für ihn.


    Susannah : "Es gibt keine Zufälle." <3

    Mir ist es genauso gegangen. Es gibt einiges, was typisch Marzi ist.

    Also ist das Buch schon typisch Marzi? Wäre gut für die weitere Orientierung, ob ich ihm nochmal Zeit widme oder eher nicht ;)

    Das mit dem kompliziert hat mich ziemlich schnell genervt. Und hollyhollunder hat es passend beschrieben, es plätschert nur dahin.


    Die Trennung von Erika hat sich wohl schon angebahnt, da fande ich sein Verhalten gar nicht so abwegig. Vielleicht etwas zu emotionslos, aber das ist ja durchgängig so in dem Buch scheinbar.

    Ich habe es vor 2 oder 3 Jahren nochmal als Hörbuch gehört, und dieses Jahr nochmal zusammen mit meiner Frau auf längeren Autofahrten. Durch den guten Sprecher war das auch sehr eindrucksvoll!

    Ich bin ja mal gespannt, wie das Buch noch wird. Der erste Teil hat mich noch nicht überzeugt. Nicholas und Chesterton sind zwar ganz liebenswürdig, aber in den Bann ziehen sie mich auch nicht. Genauso wie die Handlung. Wobei es jetzt ja erst anfängt...

    Meine Berührungspunkte mit russisch liegen bei 0. Aber trotzdem fand ich Nadsat nicht problematisch. Ein genaues Verständnis war nicht nötig, und den Zweck die Gewalttaten zu verharmlosen hat es maximal vergrößert, wenn ich die Wortstämme nicht kenne.

    Burgess waren die 21 Kapitel wichtig, die Auslegung auf 3x3 sowie das mündige Alter 21 sei durch den hohen Symbolgehalt absichtlich gewählt worden. Dem amerikanischen Verlag hat das letzte Kapitel allerdings nicht gefallen. Im Vorwort sagt Burgess noch sehr deutlich, er habe nur zugestimmt da er das Geld brauchte, der Verlag hätte es sonst nicht veröffentlicht. Im Nachwort der 1986er Ausgabe steht vom Verleger, dass die Erinnerungen vom Verlag und Autoren, ob die Kürzung ein Vorschlag oder eine Auflage war unterschiedlich sind.


    Das gesamte Vorwort vom Autoren ist in der Kindle Leseprobe enthalten. Ich habe die 1986er Ausgabe für 5.99 gelesen.

    Mit Hinblick auf dieses Ende ist es noch viel interessanter, dass die amerikanische Version bis 1986 nur bis Kapitel 20 ging und die Verfilmung daher auch nur bis Kapitel 20,während die weltweit anderen Verlage alle 21 Kapitel veröffentlicht haben. Dadurch wird das Buch ja fundamental verändert.


    In seiner Vollständigkeit ist es ein sehr wichtiges, interessantes Buch. Ich würde längst nicht sagen eines, welches gut unterhält, aber darum geht es Burgess ja sicherlich auch nicht.

    An "1984" dachte ich nicht so sehr, denn dort ging es für mich noch mehr um Kontrolle. Hier geht es um Auslöschen, Abändern. Man will gar nicht kontrollieren, was die Ludi denken, tun, denn das muss man nicht. Man hat sie dann so verändert, so der Plan, dass sie gar nicht mehr anders können als leicht lenkbar und brav zu sein.

    Ich weiß noch nicht so recht, ob es hier um die Wahl zwischen gut und böse geht oder auch darum, ob das in uns ist oder uns die Umwelt, die Umstände dazu machen und treiben.


    Orwells Roman hat mich viel tiefer beeindruckt und erschüttert, was sicher auch an der Hauptfigur und der wesentlich komplexeren Handlung und Geschichte liegt

    1984 ist wesentlich interessanter, komplexer und für mich auch bewegender, da bin ich ganz bei dir. Im Endeffekt werden bei beiden Romanen die "Opfer" psychisch zu Gunsten der politisch herrschenden Klasse gefoltert und verändert. Das ist für mich die Ähnlichkeit. Natürlich mit dem großen Unterschied, dass Alex fraglos ein Schwerverbrecher ist, und im Roman geschickt aus dem Täter ein Opfer gemacht wird, wodurch wieder interessante Fragen aufgeworfen werden. Hingegen wird bei 1984 Winston Smith durch das System zum Täter gemacht, um ihm danach genau deswegen zu als Täter zu bekommen.

    Wie sieht denn Nadsat bei dir aus? Du liest ja im Original. Da wäre ich dann doch hoffnungslos verloren.

    Vielleicht kannst du ein kurzes Zitat schreiben, damit ich eine Vorstellung habe? Würde mich interessieren.:wave

    Nachdem was Lumos geschrieben hat weiß ich nicht ob es da einen Verständnisunterschied gibt :grin habe mal die gleiche Stelle rausgesucht.

    Kommt mir vor, als würde ich eine Fremdsprache lesen, was sind das für seltsame Worte und Sätze?

    Z.B. S. 10 ...und knallte dem Fecken neben mir, der um den anderen Planeten kreiste, horrorshow eins auf den Hörer, aber er spürte nichts und schwallte weiter von "telefonisch Hardware tropfenweise und wenn der Flatokude badderdappdapp macht...:help

    Und im Original:

    And then I cracked this veck who was sitting next to me and well away and burbling and horrorshow crack in the ooko or earhole, but he didn't feel it and went on with his "Telephonic Hardware and when the farfarculule gets rubadubdub."

    Mich erinnert dieser Teil stark an 1984. Ob jetzt 2+2 oder Gewalt geht, Hauptsache der Gefangene wird gebrochen. 1984 war auch schrecklich zu lesen, aber da hat Orwell doch mehr vermittelt. Entweder ich verstehe es noch nicht, oder es ist doch das sehr platte jeder Mensch hat die Wahl und ist deswegen für seine Taten verantwortlich.

    Den ersten Teil habe ich auch beendet. Ich kann mich Clare da ganz anschließen, komplett ohne Vorwissen angefangen. Nur hier kommt Alex von den Hosen kannte ich. Mittlerweile bin ich aber froh, dass das Vorwort kein Nachwort war, denn auf die Sprache ist Burgess da auch eingegangen:


    Zitat

    My own healthy inheritance of original sin comes out in the book and I enjoyed raping and ripping by proxy. It is ne novelist's inate cowardice that makes him depute to imaginery personalities the sins that he is too cautious to commit for himself.

    ...

    Ein Einschub über Moral, der wie ich es verstehe im ersten Teil der Leserunde zu viel verrät.

    ...

    I have shown enough, though the curtain of an invented lingo gets inthe way - another aspect of my cowardice. Nadsat, a Russified version of Englisch, was meant to muffle the raw Response we expect from pornography. It turns the book into a Linguistik adventure. People preferred the film because they are scared, rightly, of language.

    Ich kann über die Sprache Hinweg lesen, über den Kontext bekomme ich alles mit. Und das Buch ist wirklich nicht so toll, das ich jedes Buch verstehen muss. Ohne Leserunde hätte ich es vermutlich abgebrochen. Jetzt sehe ich es als Ausflug in einen Klassiker, von dem ich hoffentlich später verstehe warum es einer ist. Wobei im Vorwort auch auf Kennedy und Nixon eingegangen wird, daher ist die Einordnung in die Zeit bei mir gar nicht möglich. Obs geholfen hätte?