Beiträge von baro

    Na klar hat der funktioniert - Team Circe :grin


    Aber das es eben offen bleibt, ist so schön gelöst. Genauso wie offen bleibt, ob Telegonus Erfolg hat und wie sehr sich Athene einmischt. Und das offen bleibt, ob Penelope Sie Hexe von Aiaia bleiben kann, oder ob es Helios missfällt. Viele offene Fragen, die sicherlich in der griechischen Mythologie beantwortet werden, aber es ist nicht die Geschichte von Circe.

    Ich finde schon, dass man merkt, dass sie diesen Gedankendes unausweichlichen Verlustes immer im Hinterkopf hat.

    Ich finde eher, sie hat den Verlust ihres Sohnes durch Athene im Hinterkopf (oder noch mehr), für mich wirkt es aber nicht, dass ihr allgemein seine Sterblichkeit bewusst ist, auch wenn sie es weiß.

    Über die Schiffe habe ich gar nicht nachgedacht. Guter Punkt, aber das war der Autorin wohl im großen und ganzen zu unwichtig. Ich denke mal, Circe hat irgendwie dafür gesorgt, dass die Schiffe im Meer untergehen, da sie ihre Insel ja einladend haben möchte. Sie kann ja extra Zauber wirken, dass die Insel gar nicht angesteuert wird.


    Circe versucht sich ja zu wehren, aber sie hat an übermenschlicher Kraft nur ihre Sprüche. Und sprechen konnte sie ja nicht. Das war ja das Problem.

    Ich bin mit sehr wenig Vorwissen ins Buch gestartet, Circe sagte mir gar nichts. Teile habe ich natürlich schon mal gehört, den Ariadnefaden, Odysseus und die Schweine, Deadalus und Icarus. Miller schafft es aber wirklich gut, diese Puzzkestücke zur Geschichte von Circe zu verweben.


    Dass sie nach ihrer Vergewaltigung erst mal in maßlosem Zorn tötet und herzlos alle Männer in Schweine verwandelt kann man irgendwie nachvollziehen. Da sie eine Göttin ist, ist auch ihr Zorn göttlich. Umso schöner, dass ein Mann sie dann überzeugen kann, dass es Gründe für das Verhalten der Seefahrer und Krieger gibt (keines was man ganz akzeptieren muss aber zumindest erklärt es einiges.)

    Wie Zwergin schon schrieb, sie verwandelt ja nicht alle Männer in Schweine, die, die in Not sind und wirklich nur Essen und Trinken benötigen und dann wieder fahren, bewirtet und damit rettet sie ja auch sehr gerne. Leider benehmen sich die meisten Männer nur wie Schweine,sobald sie denken Circe ist allein. Geschickt finde ich, dass Circe noch einfließen lässt, dass die Männer eigentlich schlechte Schweine sind, da Schweine viel intelligenter sind. Da wird die Verachtung und Beleidigung, die das Wort Schwein in Bezug auf Menschen hat,nochmal verstärkt.

    Ich habe nicht den Eindruck, dass Odysseus Circe überzeugt hat. Er erklärt, und die beiden haben einen Waffenstillstand, aber mehr bisher nicht.


    Insgesamt ist es die Geschichte einer starken, selbstbewussten Frau in einer Männerdominierten Welt, die zeigt, dass Machtmissbrauch, Gier, Neid mit Macht einhergeht. Und auch wenn es eine von Männern geprägte Welt ist (es kommen nur weibliche Nymphen, Söhne werden nicht bestraft, starkes Statement in einem Nebensatz), gibt es diese schlechten Eigenschaften auch bei Frauen. Dadurch wird Circe noch sympathischer.

    Besonders schön fand ich den Satz relativ am Anfang des Abschnitts, dass sie sich nicht von Ängsten einsperren lassen will, aus der Hütte rausgeht und zu Leben beginnt (sinngemäß).


    Für Circe ist die Insel ja eine Befreiung. Sie lernt sich kennen, wird selbstbewusster, nimmt sich die Zeit und Geduld, ihre Hexerei zu lernen (was Götter ja eigentlich gar nicht müssen, auch hier wird wieder die Sonderrolle von Circe klar) und bietet sogar Hermes Paroli, indem sie gleichberechtigt eine Affäre eingehen.


    Dass Menschen ihr viel bedeuten, dass sie sogar eine menschliche und nicht göttliche Stimme hat (jetzt macht endlich Sinn, dass da am Anfang so viel drauf rumgeritten wurde), wird dann mit ihrer Schwester, Scylla, dem Minotaurus, aber insbesondere während der Schifffahrt wieder klar. Und wie schwer es ihr Gewissen trifft, für den Tod von Menschen schuld zu sein. Das steht für eine weite Entwicklung, am Anfang fragt sie ihren Vater ja noch, ob sie ein paar Astronomen töten könnten indem er sich absichtlich verspätet. Und in der Regel wollen die Götter ja mit den Menschen nur spielen, sie kennen diese Nähe, die Circe zu Ihnen empfindet, ja gar nicht. Bis auf Prometheus...

    Mein Zwischenstand war am 2.5. 130. Heute stehe ich bei 131. Positiv gesehen ziemlich stabil geblieben, obwohl ich die letzten 2 Monate relativ wenig gelesen habe. Aber es kam auch wieder was rein. Dabei wollte ich bis zum Umzug, vermutlich im September, kaum was einziehen lassen.


    Die Zahl wird sich aber bald vermutlich erhöhen. Ein bekannter besitzt ein Versandantiquariat in Hagen. Das Wohnhaus hat es relativ gut überstanden, aber das Lager war überflutet. Er schaut nach wie vor, ob davon was gerettet werden kann oder nicht, und wenn er mit katalogisieren durch ist stöbere ich mal wieder. Dafür setze ich den SuB Abbau gerne aus.

    Direkt Humor zum Lachen ist es nicht, aber ich weiß, was baro meint. Einen selbstironischen Unterton, eine gewisse Leichtigkeit, das dem deprimierendem Leben Circes einen versöhnlichen Anstrich gibt. Ich bin sehr froh darum, denn so ist es bei aller Tragödie doch sehr schön und angenehm zu lesen.

    Man merkt, wir haben uns gemeinsam durch Hyperion und Endymion gekämpft :grin. So meinte ich das. Und Zwergin , du hast ja auch ein passendes Beispiel gebracht.


    Wobei gerade diese Überheblichkeit, die Überspitzung für Göttersagen, aber auch Heldensagen, typisch und notwendig ist. Das Verhalten der Götter muss ja mit menschlichem Vokabular erklärt werden, und gerade die Unberechenbarkeit ist durch Willkür am besten zu erreichen.

    Ich bin sehr gut ins Buch reingekommen, mir gefällt der Schreibstil. Da ist immer ein leicht humorvoller Unterton dabei, der inhaltlich aber gar nicht passt. Dadurch bekommt das Buch eine Leichtigkeit. Anfang des Jahres habe ich bereits Mythos gelesen. Auch wenn die beiden Bücher es ja ganz unterschiedlich angehen, verbindet sie dieses Augenzwinkern, auch wenn es bei Stephen Fry natürlich viel deutlicher ist.


    Der sehr persönliche Blick auf Circe ist gut gelungen. Ihre Handlungen und Gedanken sind nachvollziehbar, und sie lebt ja in einer schrecklichen Welt. Zumindest für sie als Außenseiterin, die zwar der Form halber dazugehört, aber eigentlich doch gar nicht. Es ist eine sehr menschliche Sicht auf die Götter, obwohl es ja keine Ich Perspektive eines Menschen ist. Aber wie verschwommen die Grenzen sind sehen wir ja bei Glaucus.


    hollyhollunder : Ja, das Abschnittsende passt super :thumbup:

    Ja, der 16. ist fix und ich melde gleich als Start in meinen Urlaub die Leserunde an. War nur die letzten beiden Woche in der Arbeit sehr stark eingespannt und daher hier nicht aktiver.


    Ich freue mich auf unsere Runde :)

    Dank dem Tipp von Gummibärchen habe ich den Circle dieses Jahr ja auch gelesen. Ich habe jedoch momentan keine Ruhe, einen Leseeindruck zu verfassen.


    Allerdings war ich heute über die Jobplattform StepStone kurz geschockt, und habe mich dann gefragt, ob es Unwissen oder Absicht ist:


    Persönlichkeitstest hilft, Menschen und Jobs besser zu matchen

    Doch wie können Menschen herausfinden, welche Soft Skills sie besitzen? StepStone hat dafür den TrueYou Persönlichkeitstest entwickelt. Anhand einiger kreativer Fragen erhalten Menschen einen detaillierten Persönlichkeitsreport, der ihnen zeigt, welche persönlichen Eigenschaften bei ihnen besonders ausgeprägt sind. "Wir bei StepStone wollen, dass jeder Mensch den richtigen Job findet. Um sich bei einem Arbeitgeber wohlzufühlen, kommt es aber nicht nur darauf an, dass der Lebenslauf dem Anforderungsprofil entspricht. Auch die Persönlichkeit eines Menschen muss zum Job und zum Unternehmen passen", sagt Schröder. "Deshalb messen wir auch die persönlichen Faktoren von Jobsuchenden, um ihnen künftig automatisch den Job vorzuschlagen, der wirklich zu ihnen passt."

    [...]

    Mit dem TrueYou Persönlichkeitstest hat StepStone einen statistisch validierten psychometrischen Test entwickelt, der sich speziell für die Bewertung der Persönlichkeit von Menschen im Kontext einer Unternehmenskultur eignet. Hierbei wird ein proprietärer psychometrischer Algorithmus (PPA) angewandt: Das weit verbreitete Big-Five-Modell aus der Persönlichkeitspsychologie wurde um die drei Faktoren Antrieb, Autorität und Emotionale Intelligenz (Empathie) erweitert, die für den Arbeitskontext relevant sind. In dem Persönlichkeitstest erhalten Bewerber*innen und Arbeitnehmer*innen nach der Beantwortung von mindestens 18 Fragen einen ausführlichen TrueYou Report, der Aufschluss über die eigenen Stärken und den eigenen Organisations-, Denk-, Führungs- und Motivationsstil gibt.

    Mal sehen, wann SeeChange fürs Homeoffice kommt...

    Die Querbeeteulen lesen im Juli zusammen das Buch Ich bin Circe von Madeline Miller.

    Inhaltsangabe schrieb:

    Circe ist Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse, doch sie ist ganz anders als ihre göttlichen Geschwister. Ihre Stimme klingt wie die einer Sterblichen, sie hat einen schwierigen Charakter und ein unabhängiges Temperament; sie ist empfänglich für das Leid der Menschen und fühlt sich in deren Gesellschaft wohler als bei den Göttern. Als sie wegen dieser Eigenschaften auf eine einsame Insel verbannt wird, kämpft sie alleine weiter. Sie studiert die Magie der Pflanzen, lernt wilde Tiere zu zähmen und wird zu einer mächtigen Zauberin. Vor allem aber ist Circe eine leidenschaftliche Frau: Liebe, Freundschaft, Rivalität, Angst, Zorn und Sehnsucht begleiten sie, als sie Daidalos, dem Minotauros, dem Ungeheuer Scylla, der tragischen Medea, dem klugen Odysseus und schließlich auch der geheimnisvollen Penelope begegnet. Am Ende muss sie sich als Magierin, liebende Frau und Mutter ein für alle Mal entscheiden, ob sie zu den Göttern gehören will, von denen sie abstammt, oder zu den Menschen – die sie lieben gelernt hat.


    Mit dabei sind bisher:

    Rumpelstilzchen

    hollyhollunder

    Booklooker

    Zwergin

    Lese-rina

    baro


    Weitere mitlesende Eulen sind gerne gesehen und willkommen - wir beißen nur selten :grin


    Ich habe das englische Taschenbuch, daher wäre es nett wenn jemand anders die Einteilung mit der deutschen Ausgabe machen könnte,


    ASIN/ISBN: 3961610959

    baro

    Du bist ja aktuell am "Circle" dran, richtig? Oder gar schon durch? Du hast recht, Du kannst meine Meinung zu dem Buch ja dann auch bei den Rezis nachlesen. Zu dem Buch hab ich eine geschrieben, die habe ich selbst vor Kurzem nachgelesen. Ich würde nicht sagen, dass es eins meiner Lieblingsbücher ist im Sinne von, dass ich das Buch wirklich geliebt habe und mich mit den Figuren identifizieren konnte oder in der Art. Aber es passiert mir selten, dass Bücher, bei denen ich keine Bindung zu den Figuren aufbaue und bei denen tiefe zwischenmenschliche Gefühle (die auch schön beschrieben sind - das mag ich z.B. an Jodi Picoult und Jonathan Tropper sehr) kaum eine Rolle spielen, mich wirklich "einnehmen". Mae mag naiv sein, so habe ich sie auch empfunden, dennoch finde ich das Szenario im Buch möglich und erschreckend. Mehr ist in der Rezi dann auch zu finden und natürlich auch die Rezis der anderen.

    Zum Thema Mae Holland und naiv habe ich neulich einen kurzen Artikel im Internet entdeckt. Ist schon älter und ich weiß nicht, ob ich dem zustimmen würde, aber vielleicht interessiert es den einen oder anderen.

    https://www.emma.de/artikel/wie-naiv-ist-mae-holland-317553

    Mittlerweile habe ich den Circle ausgelesen. Deine Rezi schaue ich mir gleich noch an, aber das, was du hier geschrieben hast, dem kann ich zustimmen. Von daher schonmal vielen Dank für den Tipp. Circle iste in wichtiges Buch, es wird eine Welt und Atmosphäre aufgebaut, wie es kommen könnte. Auch die Figur der Mae finde ich dahingehend gelungen, dass sie zwar nicht als Sympathieträgerin auftaucht, aber ihr Charakter und ihre Handlungen in sich stimmig sind. Des Ausdruck der Naivität würde ich nach Beendigung des Buches auch gar nicht mehr verwenden, es ist halt einfach ein bestimmtes Weltbild, und sie ist überzeugt. Da ist naiv das falsche Wort. Ich möchte ja jemanden, der anders sozialisiert wurde und andere Lebenserfahrungen hat, auch nicht naiv nennen. Und die Welt, die hier beschrieben ist trotz aller Parallelen, doch nochmal ganz anders. Dieses Umdenken hängt sicherlich auch mit dem verlinkten Artikel von dir zusammen, aber der Schlussfolgerung möchte ich trotzdem nicht folgen - ich glaube nicht, dass ein Dave anstatt einer Mae weniger "naiv" beim ersten und anfänglichen Lesen wahrgenommen würde.

    Zitat

    Jodi Picoult mag ich als Autorin einfach sehr, ich mag ihre Art zu schreiben und auch die Themen, wobei mir die älteren Bücher, die ich früher las irgendwie doch mehr gefallen haben. "19 Minuten" ist von der Thematik natürlich nicht ganz einfach und ich kann mich auch nur dunkel an das Buch erinnern, ich glaube, es war mein erstes Buch von ihr. Aber ich weiß, ich mochte es sehr. Ich muss mal gucken, ob ich hierzu eine Rezi geschrieben habe, aber ich bin mir da ziemlich sicher.

    Jonathan Tropper ist für mich persönlich oft eine "männliche Jodi Picoult". Die Themen sind zwar nicht so "schwer", Picoult hat doch oft Themen, über die man diskutieren kann. Aber Tropper schreibt sehr schön und einfühlsam, ich mag seine Figuren immer, sie wachsen mir regelrecht ans Herz. Das ausgewählte Buch klingt evtl. von der Beschreibung nicht so spannend, aber es hat mir beim Lesen immer wieder schöne Gefühle beschert und sicherlich hab ich da sowohl gelacht als auch geweint. Ich glaube, in den letzten Jahren kam von dem Autoren kaum was, das finde ich richtig schade.

    19 Minuten wartet auf dem Reader, aber das kann ich jetzt nicht zeitnah lesen, jetzt ist erstmal was seichteres dran.