Mein literarischer Kalender 2026

  • Ich baue in 2026 meine Aktivitäten unter "Seitengeflüster" sukzessive aus.

    Auf Instagram (@derseitenfluesterer) starte ich einen literarischen Kalender 2026.

    Lesen im Kontext ergänzt dabei dann jede Kalender-Figur um zeitlose Lektüren,die Themen, Denkbewegungen oder Brüche der jeweiligen Person aufnehmen – nicht biografisch, sondern geistig.

    Vielleicht möchtet Ihr mich ja hier oder / und auf Instagramm begleiten?



    Mein Literarischer Kalender 2026


    01. Januar


    Nicht jeder Tag braucht ein Zitat.

    Aber manche Tage brauchen Erinnerung.

    Der Literarische Kalender 2026 erscheint nicht täglich,

    sondern dann, wenn Literatur, Geschichte und Geist Anlass geben:

    Geburtstage, Jubiläen, Wendepunkte, vergessene Stimmen.

    Im Januar werden es rund 14–15 literarische Momente sein.

    Sorgfältig ausgewählt.

    Kurz eingeordnet.

    Zeitlos gedacht.

    Kein Durchscrollen.

    Sondern Innehalten.

    Willkommen im literarischen Jahr 2026.

  • Literarischer Kalender 2026

    02. Januar 2026


    225. Todestag von Johann Caspar Lavater (1741–1801)

    Dichter, Theologe und Grenzgänger der Aufklärung.

    Mit seinen Physiognomischen Fragmenten wollte Lavater das Innere des Menschen im Äußeren lesen – ein Ansatz, der heute kritisch gesehen wird, aber damals Europa bewegte.

    Was bleibt: der Versuch, den Menschen ganz zu begreifen – zwischen Vernunft, Glaube und Gefühl.


    Zitat:

    „Der Mensch ist mehr, als er von sich weiß.“


    Lesen im Kontext ergänzt jede Kalender-Figur um zeitlose Lektüren,die Themen, Denkbewegungen oder Brüche der jeweiligen Person aufnehmen – nicht biografisch, sondern geistig.


    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.


    Lesen im Kontext

    Was verrät das Äußere über den Menschen – und wo beginnt das Irrtumspotenzial?


    Handorakel und Kunst der Weltklugheit – Baltasar GraciánWeil Gracián wie Lavater den Menschen in präzisen Beobachtungen erfasst und Urteilskraft zur Lebenskunst erhebt.

    ASIN/ISBN: 3965429655

    Schnelles Denken, langsames Denken – Daniel Kahneman

    Weil er zeigt, wie schnell wir urteilen – und warum genau diese Schnelligkeit uns systematisch täuscht.

    ASIN/ISBN: 3328100342


    Der Steppenwolf – Hermann HesseWeil der Roman offenlegt, wie wenig äußere Erscheinung und inneres Erleben übereinstimmen müssen.

    ASIN/ISBN: 3518366750


    Aphorismen – Friedrich NietzscheWeil Nietzsche jede feste Menschenlesart sprengt und Beobachtung zur Provokation macht.

    ASIN/ISBN: 3926642874


    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“

    Instagram:@derseitenfluesterer

  • Literarischer Kalender 2026
    07. Januar 2026


    Paul Cassirer (1871–1926)

    Galerist, Verleger, Antreiber der Moderne.

    Cassirer brachte den Impressionismus nach Berlin, machte van Gogh sichtbar und gab der Avantgarde eine Bühne, lange bevor sie anerkannt war.

    Er glaubte an Kunst, bevor der Markt es tat – und veränderte damit den Blick einer ganzen Epoche.


    Zitat:

    „Man muss die Kunst lieben, nicht verstehen.“


    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.

    Kontext:

    Paul Cassirer veränderte, wie Kunst gesehen wird – indem er zeigte, was noch nicht verstanden war.


    Der Tod in Venedig – Thomas Mann

    Weil die Erzählung zeigt, wie ästhetische Erfahrung zwischen Faszination, Überforderung und Erkenntnis kippt.

    ASIN/ISBN: 3690430445


    Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit – Walter Benjamin

    Weil Benjamin theoretisch fasst, was Cassirer praktisch vorlebte: wie Wahrnehmung von Kunst entsteht und sich verändert.

    ASIN/ISBN: 3518461966


    Briefe (an Theo) – Vincent van Gogh

    Weil Cassirer van Gogh sichtbar machte – und diese Briefe zeigen, wie radikal neu diese Kunst gedacht war.

    ASIN/ISBN: 3150205387


    Die Gesellschaft des Spektakels – Guy Debord

    Weil Debord die Mechanismen von Aufmerksamkeit und Inszenierung offenlegt, die Cassirer früh intuitiv nutzte.

    ASIN/ISBN: 392311897X

  • Das Januargedicht von Erich Kästner

    Das Jahr ist klein

    und liegt noch in der Wiege

    Und ist doch hunderttausend Jahre alt.

    Es träumt von Frieden.

    Oder träumt’s vom Kriege?

    Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.

    Und stirbt in einem Jahr.

    Und das ist bald.

  • Literarischer Kalender 2026 – 8. Januar


    Baltasar Gracián (1601–1658)

    Heute vor 425 Jahren wurde der spanische Jesuit, Philosoph und bedeutende Schriftsteller des Barock geboren. Gracián gilt als einer der wichtigsten Denker der klassischen spanischen Literatur und Vorreiter des Conceptismo – eines Stils, der mit prägnanten Aphorismen & scharfer Klugheit das Leben und die Welt durchdenkt.


    Sein bekanntestes Werk, Handorakel und Kunst der Weltklugheit, versammelt 300 kurze Lebensweisheiten, die bis heute Leser inspirieren, klug zu handeln und weise zu urteilen.

    Zitat:

    „Der Kluge verliert den Vorteil nicht, nur weil er ihn einmal nicht nutzt.“ (frei nach Gracián)


    Kontext:

    Baltasar Gracián dachte Klugheit nicht als Moral, sondern als Überlebenskunst in einer widersprüchlichen Welt.


    Handorakel und Kunst der Weltklugheit – Baltasar Gracián
    Weil dieses Werk die Essenz seines Denkens bündelt: präzise Beobachtung, strategisches Handeln und Maß im Urteil.

    ASIN/ISBN: 3965429655


    Die Kunst des Krieges – Sunzi
    Weil hier wie bei Gracián Klugheit nicht moralisch, sondern situationsabhängig und vorausschauend gedacht wird.

    ASIN/ISBN: 3868204806


    Aphorismen – Friedrich Nietzsche
    Weil Nietzsche Graciáns Verdichtung aufnimmt und die Kunst des Denkens zur Provokation steigert.

    ASIN/ISBN: 3926642874


    Der Fürst – Niccolò Machiavelli
    Weil Machiavelli wie Gracián Macht, Klugheit und Wirklichkeit nüchtern zusammendenkt – ohne Illusionen.
    ASIN/ISBN: 3868204814

  • Literarischer Kalender 2026 – 10. Januar

    Sinclair Lewis (1885–1951)

    Am 10. Januar erinnern wir uns an den amerikanischen Schriftsteller Sinclair Lewis, der 1930 als erster Autor aus den Vereinigten Staaten mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde – für seine kraftvolle, lebendige Schilderung der Gesel


    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.

    Kontext:

    Sinclair Lewis entlarvte das amerikanische Erfolgsversprechen – und die Angst, aus der Reihe zu tanzen.


    Babbitt – Sinclair Lewis
    Weil dieser Roman das Sinnbild des angepassten Bürgers schuf, der Freiheit predigt und Konformität lebt.

    ASIN/ISBN: 3717523848


    Der große Gatsby – F. Scott Fitzgerald
    Weil Fitzgerald wie Lewis zeigt, wie hohl der Traum vom sozialen Aufstieg sein kann.
    ASIN/ISBN: 3866476132


    Tod eines Handlungsreisenden – Arthur Miller
    Weil hier die zerstörerische Kehrseite desselben Leistungsmythos sichtbar wird, den Lewis früh kritisierte.
    ASIN/ISBN: 978-3596270958


    1984 – George Orwell
    Weil gesellschaftlicher Druck bei Orwell politisch zugespitzt wird, was Lewis sozial sezierte.
    ASIN/ISBN: 3982676185



  • Literarischer Kalender 2026 – 12. Januar

    Heute vor 50 Jahren starb Agatha Christie (1890–1976), die unangefochtene „Queen of Crime“ des 20. Jahrhunderts.

    Mit über 2 Milliarden verkauften Büchern ist sie eine der meistgelesenen Autorinnen der Welt – bekannt für meisterhafte Konstruktionen, blendend kalkulierte Irrwege und Figuren, die Leser:innen bis zur letzten Seite im Ungewissen halten.


    Von Hercule Poirot bis Miss Marple bleibt Christies Einfluss auf Kriminalliteratur, Popkultur und die Kunst des Rätselns ungebrochen.


    Zitat:

    „Es gibt nichts so Seltsames wie den gesunden Menschenverstand, wenn es ums Lösen eines Verbrechens geht.“


    1) Mord im Orient-Express – Agatha Christie

    Weil dieser Klassiker perfekt zeigt, wie Struktur, Perspektive und Überraschung den Kriminalroman neu definieren.

    ASIN/ISBN: 3455650015


    2) Der Name der Rose – Umberto Eco

    Weil Eco das Detektivische als intellektuelle Suche begreift – nicht nur als Puzzle, sondern als kulturelle Spurensuche.

    ASIN/ISBN: 3423105518


    3) Shutter Island – Dennis Lehane

    Weil psychologische Fallstricke, falsche Fährten und überraschende Wendungen hier assoziativ zur Christieschen Methode stehen.

    ASIN/ISBN: 3257243359

  • Literarischer Kalender 2026 – 13. Januar

    Heute vor 100 Jahren wurde Michael Bond (1926–2017) geboren, der Schöpfer von Paddington Bear – der kleinen, stets höflichen Bärenfigur mit dem großen Herzen und dem noch größeren Einfluss auf Kinder- und Weltliteratur.


    Mit einer minimalen Figur, einer klaren Stimme und feiner Ironie brachte Bond Themen wie Freundschaft, Fremdheit und Menschlichkeit in Millionen Wohnzimmer. Paddington ist mehr als ein Bär: Er ist ein Beobachter unserer Welt, der uns mit seiner Höflichkeit und seinem Staunen an uns selbst erinnert.


    Zitat:

    „Bitte schauen Sie nach links und rechts, wenn Sie aus der Bahn springen, und rufen Sie nicht zu laut ‚Ich bin verloren‘ – man könnte es falsch verstehen.“

    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.

    Kontext:

    Michael Bond zeigt, wie ein kleines Wesen mit feiner Höflichkeit, kindlicher Neugier und wachsamem Blick große Fragen über Gemeinschaft, Identität und Anderssein stellt.


    Paddington Bär – Michael Bond

    Weil Paddington als sanfter, neugieriger Außenseiter zeigt, wie Freundlichkeit und Integrität Weltformen verändern.

    ASIN/ISBN: 3868737715


    Der kleine Prinz – Antoine de Saint-Exupéry

    Weil dieses Buch mit kindlicher Klarheit über Freundschaft, Sichtbarkeit und Menschlichkeit nachdenkt – ähnlich wie Bond.

    ASIN/ISBN: 3730602284


    Winnie‑Puuh – A. A. Milne

    Weil Milnes Figuren mit Einfachheit, Wärme und stiller Weisheit den Wert des Alltäglichen reflektieren.

    ASIN/ISBN: 347332213X


    Der Zauberer von Oz – L. Frank Baum

    Weil Oz wie Paddington eine Reise der Selbst- und Gemeinschaftsfindung erzählt, die vermeintlich kindlich beginnt und tief geht.

    ASIN/ISBN: 3868733639


    Momo – Michael Ende

    Weil Ende, wie Bond, klare, humane Perspektiven nutzt, um über Zeit, Aufmerksamkeit und echte Begegnung nachzudenken.

    ASIN/ISBN: 3522202104


    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“

  • Literarischer Kalender 2026 – 19. Januar

    Heute feiern wir den Geburtstag von Hans Sachs (1494–1576), dem bedeutendsten deutschen Meistersänger, Dichter und Dramatiker der Renaissance.


    Als Schuhmacher von Beruf und Dichter aus Berufung prägte Sachs die deutsche Literatur seiner Zeit wie kein anderer – mit über 6000 gedruckten Liedern, Sprichwörtern, Fabeln und Dramen.

    Seine Werke verbinden Volksnähe, Witz und humanistische Einsicht und zeigen, wie Literatur leben, lehren und unterhalten kann.


    Zitat:
    „Was kümmert mich der Lauf der Welt, wenn ich singen kann mein Lied.“


    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.


    Kontext:

    Hans Sachs verband volkstümliches Erzählen mit gesellschaftlicher Reflexion und öffnete die Literatur für alle – zwischen Musik, Moral und Gesellschaftsspiel.


    Meistersinger von Nürnberg – Richard Wagner
    Weil Wagners Oper Sachs’ Figur als Symbol von Tradition, Kunst und Gemeinschaft weiterdenkt.

    ASIN/ISBN: 315005639X


    Das Narrenschiff – Sebastian Brant
    Weil diese satirische Reise durch menschliche Torheiten die volkssprachliche Reflexion Sachs’ aufnimmt und verstärkt.

    ASIN/ISBN: 373061164X


    Till Eulenspiegel erzählt… – Autor: anonym/volksbuch
    Weil Eulenspiegel wie Sachs mit Schelmerei, Sprachwitz und kritischer Weltbeobachtung spielt.

    ASIN/ISBN: 3458320369


    Die Leiden des jungen Werthers – Johann Wolfgang von Goethe
    Weil Goethe die literarische Form aus Volkslied und Drama in die moderne Innenperspektive überführt.

    ASIN/ISBN: 3730612794


    Biedermann und die Brandstifter – Max Frisch
    Weil Frischs Drama das Volkssprachliche aufnimmt und in eine kritische Gesellschaftsfrage überführt.
    ASIN/ISBN: ‎3518390457


    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“

  • Literarischer Kalender 2026 – 20. Januar


    Heute wird Axel Hacke (*geboren 1956) 70 Jahre alt – einer der prägnantesten, klugen und liebevoll-ironischen Beobachter deutscher Alltagssprache und Alltagskultur.

    Hacke, langjähriger Autor für die Süddeutsche Zeitung, verbindet Essays, kurze Prosa und kulturelle Reflexion zu lakonischen, oft augenzwinkernden Blicken auf das Menschsein zwischen Kleinklein und Weltanschauung.


    Mit Werken wie Der kleine Erziehungsberater und Das Beste aus meinem Leben schafft er Textlandschaften, in denen wir uns wiedererkennen, staunen und lächeln zugleich.


    Zitat:
    „Es sind die alltäglichen Wahrheiten, die zuerst geleugnet werden.“


    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.


    Kontext:

    Axel Hacke schreibt über das Gewöhnliche so, dass es ungewöhnlich wird – mit Humor, Beobachtungsscharfheit und empathischer Sprache


    Das Beste aus meinem Leben – Axel Hacke
    Weil Hacke hier lebensnahe, warm-ironische Beobachtungen in kleine literarische Perlen verwandelt.

    ASIN/ISBN: 3888974593


    Middlesex – Jeffrey Eugenides
    Weil Eugenides ähnlich wie Hacke Alltag, Identität und Lebenswege mit Humor und Tiefe erzählt.

    ASIN/ISBN: 3423149361


    Der Mann ohne Eigenschaften – Robert Musil
    Weil Musils Blick auf Alltägliches, Denken und Widerspruch große literarische Breite mit analytischer Schärfe verbindet.
    ASIN/ISBN: 3730600400


    Der Club Dumas – Arturo Pérez-Reverte
    Weil hier wie bei Hacke die Leidenschaft für Texte, Bücher und Bedeutung im Verborgenen erzählt wird.

    ASIN/ISBN: 3458362495


    Tintenherz – Cornelia Funke
    Weil Funke – wie Hacke – die Kraft der Sprache feiert: Worte können Welten öffnen, real und im Inneren.

    ASIN/ISBN: 3791504657


    Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?


  • Literarischer Kalender 2026 – 23. Januar

    Heute vor 275 Jahren wurde Jakob Michael Reinhold Lenz (1751–1792) geboren – einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Protagonisten des Sturm und Drang.

    Lenz sucht in seinen Stücken und Erzählungen den Widerspruch zwischen individuellem Empfinden und gesellschaftlicher Erwartung und öffnet damit die Bühne für eine Sprache, die subjektive Intensität ernst nimmt und aus ihr radikale Wahrheiten destilliert.


    Mit Dramen wie Die Soldaten und Der Hofmeister zeigt Lenz kompromisslos die Zerrissenheit des Menschen zwischen Gefühl, Macht und Entfremdung.


    Zitat:
    „Wer fühlt, ist Mensch; wer fühlt, weiß, dass er es tut.“


    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.


    Kontext:

    Lenz verbindet subjektive Intensität mit kultureller Kritik – ein Vorläufer der inneren Moderne, in der Gefühl, Identität und gesellschaftliche Form in scharfer Spannung stehen.

    • Die Soldaten – Jakob Michael Reinhold Lenz

      Weil dieses Drama radikal die Diskrepanz zwischen Individuum und institutionalisierter Macht seziert.

      ASIN/ISBN: 3966377209

    • Die Leiden des jungen Werthers – Johann Wolfgang von Goethe

      Weil Goethe im Werther subjektive Empfindung und gesellschaftliche Unruhe literarisch bündelt – thematisch nah bei Lenz.

      ASIN/ISBN: 3730612794

    • Frühlings Erwachen – Frank Wedekind

      Weil Wedekinds Drama ähnlich wie Lenz die inneren Widersprüche junger Menschen schonungslos sichtbar macht.

      ASIN/ISBN: 3150079519

    • Der Steppenwolf – Hermann Hesse

      Weil Hesse die Zerrissenheit zwischen innerer Welt und äußerer Norm in einer modernen Identitätssuche fortdenkt.

      ASIN/ISBN: 3518366750

    • Woyzeck – Georg Büchner

      Weil Büchner die Sprache des sozial Ausschlussbedrohten nutzt, um Subjektivität und Gesellschaft als Konfliktform zu fassen.

      ASIN/ISBN: B0FVRS7BP4


    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“


  • Literarischer Kalender 2026 – 24. Januar


    Heute vor 250 Jahren wurde Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (E. T. A. Hoffmann, 1776–1822) geboren, einer der facettenreichsten Stimmen der deutschen Romantik: Schriftsteller, Komponist, Jurist, Zeichner und Musikkritiker. Seine Geschichten verbinden das Alltägliche mit dem Fantastischen, indem sie das Unheimliche in die Mitte des Gewöhnlichen rücken und so das menschliche Erleben in all seiner Widersprüchlichkeit sichtbar machen.

    Hoffmanns Werk inspirierte nicht nur die Literatur, sondern auch Musik und Bühne – etwa Tschaikowskis Ballett Der Nussknacker.

    Zitat:

    „Die Grenze zwischen Wirklichkeit und Wunder ist dünn – und oft nur im Herzen spürbar.“

    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.

    Kontext:

    Hoffmann führt das Phantastische in die Welt des Alltags ein und zeigt, wie das Unheimliche, Überraschende und Wunderbare im Gewöhnlichen verborgen liegt.

    • Der goldne Topf – E. T. A. Hoffmann

      Weil diese Erzählung exemplarisch Hoffmanns Fähigkeit zeigt, Alltag und Phantasie zu verschränken und das Wunderbare im Gewöhnlichen sichtbar zu machen.

      ASIN/ISBN: 3150161088

    • Die Elixiere des Teufels – E. T. A. Hoffmann

      Weil Hoffmann hier die Grenzen zwischen Realität, Traum und innerer Zerrissenheit literarisch auslotet.

      ASIN/ISBN: 3730615653

    • Frankenstein – Mary Shelley

      Weil Shelleys Klassiker wie Hoffmann die Faszination des Phantastischen nutzt, um menschliche Ängste, Kreativität und Verantwortung zu reflektieren.

      ASIN/ISBN: 3730613103

    • Die Verwandlung – Franz Kafka

      Weil Kafka das Unheimliche im Banalen weiterdenkt und so Hoffmanns Bruch zwischen Innenwelt und Außenwelt modern variiert.

      ASIN/ISBN: 9982470906

    • Der Sandmann – E. T. A. Hoffmann

      Weil diese Erzählung Hoffmanns psychologisches Unbehagen und die dunkle Seite des Alltäglichen in einer besonders eindrücklichen Form artikuliert.

      ASIN/ISBN: 3730614282


    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“

  • Literarischer Kalender 2026 – 28. Januar

    Heute vor 30 Jahren starb Joseph Brodsky (1940–1996), der herausragende russisch-amerikanische Dichter, Essayist und Nobelpreisträger für Literatur von 1987. Brodsky verband in seiner Lyrik und Prosa scharfe Reflexionen über Liebe, Leben, Exil und menschliche Existenz mit einer Klarheit und Intensität, die Generationen von Leser:innen inspiriert haben.

    Geboren in Leningrad, gewürdigt für seine dichte, meditative Sprache und später im amerikanischen Exil lebend, schrieb Brodsky sowohl in Russisch als auch in Englisch und wurde eine Stimme, die Brücken zwischen Kulturen, Zeiten und Denkweisen schlägt.

    Zitat:

    „Das Gedicht ist nichts weniger als die Summe unserer Unermesslichkeiten und unserer Irrtümer.“ (Paraphrase des lyrischen Gehalts)

    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.


    Kontext:

    Brodskys Werk verknüpft die Erfahrung des Exils, das Ringen um Sprache und die Reflexion über Zeit, Identität und Menschlichkeit – in Lyrik und Essay – zu einer Stimme, die klassische Reflexion und moderne Selbstvergewisserung verbindet.

    • Selected Poems – Joseph Brodsky

      Weil diese Sammlung exemplarisch Brodskys lyrische Tiefe, meditatives Denken und feine Reflexion über Zeit und Vergänglichkeit zeigt.

      ASIN/ISBN: 024146482X

    • Less Than One – Joseph Brodsky

      Weil seine Essays die Rolle des Dichters, Sprache als Medium und die Beziehung von Individuum und Welt klar und kritisch beleuchten.

      ASIN/ISBN: 0141196513

    • Die Gedichte – Paul Celan

      Weil Celans Lyrik, ähnlich wie Brodskys, aus traumatischen Kontexten heraus die Grenzen von Sprache, Erinnerung und Sinn erforscht.

      ASIN/ISBN: 3518456652

    • Citizen: An American Lyric – Claudia Rankine

      Weil Rankine moderne Poesie nutzt, um Identität, Gesellschaft und Sprache in kritischer Nähe zur Lebensrealität zu verhandeln – thematisch anschlussfähig an Brodskys Reflexion über Existenz und Exil.

      ASIN/ISBN: 0141981776

    • Petersburg – Andrei Bely

      Weil dieses Werk – wie Brodskys frühe Leningrad-Literatur – die psychologische und kulturelle Komplexität einer Stadt, Identität und Geschichte literarisch durchmisst.

      ASIN/ISBN: 1906548439

    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“

  • Literarischer Kalender 2026 – 28. Januar

    Heute vor 30 Jahren starb Joseph Brodsky (1940–1996), der herausragende russisch-amerikanische Dichter, Essayist und Nobelpreisträger für Literatur von 1987. Brodsky verband in seiner Lyrik und Prosa scharfe Reflexionen über Liebe, Leben, Exil und menschliche Existenz mit einer Klarheit und Intensität, die Generationen von Leser:innen inspiriert haben.

    Geboren in Leningrad, gewürdigt für seine dichte, meditative Sprache und später im amerikanischen Exil lebend, schrieb Brodsky sowohl in Russisch als auch in Englisch und wurde eine Stimme, die Brücken zwischen Kulturen, Zeiten und Denkweisen schlägt.

    Zitat:

    „Das Gedicht ist nichts weniger als die Summe unserer Unermesslichkeiten und unserer Irrtümer.“ (Paraphrase des lyrischen Gehalts)

    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.


    Kontext:

    Brodskys Werk verknüpft die Erfahrung des Exils, das Ringen um Sprache und die Reflexion über Zeit, Identität und Menschlichkeit – in Lyrik und Essay – zu einer Stimme, die klassische Reflexion und moderne Selbstvergewisserung verbindet.

    • Selected Poems – Joseph Brodsky

      Weil diese Sammlung exemplarisch Brodskys lyrische Tiefe, meditatives Denken und feine Reflexion über Zeit und Vergänglichkeit zeigt.

      ASIN/ISBN: 024146482X

    • Less Than One – Joseph Brodsky

      Weil seine Essays die Rolle des Dichters, Sprache als Medium und die Beziehung von Individuum und Welt klar und kritisch beleuchten.

      ASIN/ISBN: 0141196513

    • Die Gedichte – Paul Celan

      Weil Celans Lyrik, ähnlich wie Brodskys, aus traumatischen Kontexten heraus die Grenzen von Sprache, Erinnerung und Sinn erforscht.

      ASIN/ISBN: 3518456652

    • Citizen: An American Lyric – Claudia Rankine

      Weil Rankine moderne Poesie nutzt, um Identität, Gesellschaft und Sprache in kritischer Nähe zur Lebensrealität zu verhandeln – thematisch anschlussfähig an Brodskys Reflexion über Existenz und Exil.

      ASIN/ISBN: 0141981776

    • Petersburg – Andrei Bely

      Weil dieses Werk – wie Brodskys frühe Leningrad-Literatur – die psychologische und kulturelle Komplexität einer Stadt, Identität und Geschichte literarisch durchmisst.

      ASIN/ISBN: 1906548439

    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“

  • Literarischer Kalender 2026 – 30. Januar

    Heute vor 125 Jahren wurde Hans Erich Nossack (1901–1977) geboren, ein deutscher Schriftsteller, der das existenzielle Erzählen der Nachkriegszeit geprägt hat.

    Seine Prosa – von Spätestens im November bis zu eindrucksvollen Berichten über den Bombenkrieg – kreist um die Grenzsituationen menschlichen Lebens, Identität, Erinnerung und die Ungewissheit des Daseins.

    Nossack gilt als einer der bedeutendsten Beobachter des 20. Jahrhunderts; besonders Der Untergang dokumentiert nüchtern, eindringlich und persönlich die Zerstörung Hamburgs im Zweiten Weltkrieg.


    Zitat:

    „In der Konfrontation mit dem Unversicherbaren beginnt das eigentliche Leben.“


    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.


    Kontext:

    Nossacks Werk lotet die Grenzbereiche menschlicher Erfahrung aus – zwischen Erinnerung, Zerstörung, Identität und der Frage nach dem Sinn jenseits narrativer Gewissheiten.

    • Spätestens im November – Hans Erich Nossack

      Weil dieser Roman exemplarisch den existentiellen Raum zwischen Unsicherheit, Erinnerung und Sprache auslotet.

      ASIN/ISBN: 3518240595

    • Der Untergang – Hans Erich Nossack

      Weil dieser Bericht aus der Chronik der Bombardierung Hamburgs eine nüchterne, schonungslose Sprache findet, um das Unversicherbare zu benennen.

      ASIN/ISBN: 3518244418

    • On the Natural History of Destruction – W. G. Sebald

      Weil Sebalds Essays die literarische Auseinandersetzung mit Krieg, Gedächtnis und Zerstörung weiterdenken, in enger Nähe zu Nossacks reflexiver Wahrnehmung.

      ASIN/ISBN: 0140298002

    • The Road – Cormac McCarthy

      Weil McCarthy in seinem apokalyptischen Roman die Grenze zwischen menschlicher Existenz und Bruchlinien der Wirklichkeit radikal auslotet – thematisch anschlussfähig an Nossacks Suche nach Sinn im Bruch.

      ASIN/ISBN: 1035003791

    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“

  • Literarischer Kalender 2026 – 31. Januar

    Heute vor 125 Jahren wurde die deutsche Schriftstellerin, Lyrikerin und Essayistin Marie Luise Kaschnitz (1901–1974) geboren – eine der einflussreichsten Stimmen der deutschsprachigen Nachkriegs-Literatur.

    Kaschnitz schrieb Gedichte, Erzählungen, Romane, Essays und Hörspiele, in denen sie Themen wie Erinnerung, Identität, Verlust und menschliche Erfahrung mit poetischer Klarheit und emotionaler Tiefe verhandelte.

    Ihre Texte verbinden persönliche Reflexion mit zeitgeschichtlicher Resonanz, wobei Sprache immer ein Mittel ist, die Welt und das Ich zugleich zu ergründen.


    Zitat:

    „In Worten wohnen die Risse unserer Erfahrung – und zugleich unser Versuch, sie zu überdauern.“


    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.


    Kontext:

    Kaschnitz lotet die Grenzen von Erinnerung, Identität und Sprache aus: poetisch, introspektiv und oft in Beziehung zur Geschichte und zum Alltag.

    • Marie Luise Kaschnitz – Gesammelte Werke

      Weil diese Sammlung Kaschnitz’ Vielstimmigkeit zeigt – von Gedichten über Erzählungen bis zu autobiographischen Reflexionen.

      ASIN/ISBN: 3458140972

    • Beschreibung eines Dorfes – Marie Luise Kaschnitz

      Weil dieser prosaische Blick auf Ort und Erinnerung zeigt, wie inneres Erleben mit gelebter Realität verschränkt wird.

      ASIN/ISBN: 345835140X

    • Letzte Reise – Anna Enquist

      Weil Enquists Lyrik und Prosa ebenso Erinnerung, Verlust und Existenzfragmente in Sprache fassen und damit thematisch an Kaschnitz anschließen.

      ASIN/ISBN: 3442737761

    • Unberechenbar– Dana Spiotta

      Weil Spiotta Identität, Erinnerung und Narrative in der modernen Welt reflektiert – als weitreichende Erweiterung von Kaschnitz’ thematischem Feld in die Gegenwart.

      ASIN/ISBN: 344277411X

    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“

  • Das Februargedicht von Erich Kästner

    Nordwind bläst. Und Südwind weht.

    Und es schneit. Und taut. Und schneit.

    Und indes die Zeit vergeht

    bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

    Pünktlich holt sie aus der Truhe

    falschen Bart und goldnen Kram.

    Pünktlich sperrt sie in die Truhe

    Sorgenkleid und falsche Scham.

    In Brokat und seidnen Resten,

    eine Maske vorm Gesicht,

    kommt sie dann zu unsren Festen.

    Wir erkennen sie nur nicht.

    Bleich, als sähe er Gespenster,

    mustert uns Prinz Karneval.

    Aschermittwoch starrt durchs Fenster.

    Und die Zeit verlässt den Saal.

    Pünktlich legt sie in die Truhe

    das Vorüber und Vorbei.

    Pünktlich holt sie aus der Truhe

    Sorgenkleid und Einerlei.

  • Literarischer Kalender 2026 – 01. Februar


    Heute vor 175 Jahren starb Mary Shelley (1797–1851) – eine Autorin, die mit Frankenstein; or, The Modern Prometheus (1818) nicht nur einen Mythos erschuf, sondern eine bis heute brennende Frage: Was schulden wir dem, was wir erschaffen – und wem geben wir ein Recht auf Menschlichkeit?

    Neben Frankenstein schrieb sie auch The Last Man (1826) – eine frühe apokalyptische Zukunftserzählung, die zeigt, wie nah Fortschritt, Angst und Einsamkeit beieinanderliegen.


    Zitat (aus Frankenstein)

    „Beware; for I am fearless, and therefore powerful.“


    Lesen im Kontext verbindet literarische Figuren mit Texten, die ihre Ideen weiterdenken.

    Kontext:

    Mary Shelley macht Schöpfung zur Gewissensfrage: Was passiert, wenn Wissen schneller wächst als Verantwortung?

    • Frankenstein – Mary Shelley

      Weil hier der Urkonflikt gesetzt wird: Erschaffen, Verstoßen, Schuld – und die Frage, wem wir Menschlichkeit zugestehen.

      ASIN/ISBN: 3730613103

    • Der letzte Mensch – Mary Shelley

      Weil Shelley Verantwortung in eine Zukunft verlängert, in der Katastrophe nicht „Schicksal“, sondern Spiegel menschlicher Blindheit ist.

      ASIN/ISBN: 3150113288

    • Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde – Robert Louis Stevenson

      Weil das „Monster“ hier nach innen wandert: Das Experiment zerlegt Identität – und macht Moral zur Instabilität.

      ASIN/ISBN: B0CVF58V3X

    • Alles, was wir geben mussten – Kazuo Ishiguro

      Weil der Roman dieselbe Ethikfrage modern und leise stellt: Wer gilt als „vollwertiges“ Leben – und wer wird funktionalisiert?

      ASIN/ISBN: 3896676962

    • Auslöschung – Jeff VanderMeer

      Weil hier Gewissheit selbst zerfällt: Das Unheimliche wird Umwelt – und Erkenntnis zum Risiko.

      ASIN/ISBN: 3888979684

    Abschluss-Slide (fixe Frage):

    „Welche Perspektive ergänzt diesen Kontext?“