Beiträge von Sequana

    Bei der Autofiktion werden Erinnerungen und autobiografische Erlebnisse auf literarische Art geschildert, das heißt nicht, dass das erzählte fiktiv ist.

    Es ist eine Erzählmethode, die besonders in Frankreich sehr verbreitet ist.

    Nicht nur, wenn ich an die Norwegischen Autoren wie Karl Ove Knausgård und Tomas Espedal denke...

    Tante Li Annie Ernaux geht in ihren Büchern von ihren Erinnerungen aus auf Spurensuche. Sie versucht herauszufinden wieweit ihr eigenes Leben das kollektive Gedächtnis ausfüllt, was in ihrem Leben universell gültig sein kann, was sie - in ihrer Generation - geprägt hat.

    Als Einstiegslektüre zu ihrem Werk würde ich "Die Jahre" empfehlen.

    ASIN/ISBN: 3518469681

    Es ist ein Blick auf ihr Leben (Annie Ernaux ist Jahrgang 1940) von der Nachkriegszeit in Frankreich über die Dekolonisation (insb. der Algerienkrieg), Studentenrevolten und Streikwellen von 1968, die Präsidentschaft Mitterands (AE gehört bis heute zu den Intellektuellen links aussen), über Globalisierung, Klassenkampf, etc. bis zu Beginn des neuen Jahrtausends. Das Buch ist in Frankreich 2008 erschienen, erst fast 10 Jahre später dann in deutscher Übersetzung.

    Vielleich sollte ich noch erwähnen, dass ich den Stil von AE bewundere, prägnant, präzis, kein Wort zu viel. Ich lese ihr Werk auf Französisch, kann daher kein Urteil über die Übersetzung abgeben.

    Freude! Freude! Grosse Freude!

    ANNIE ERNAU(X ist eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen. Fast alle ihrer Bücher habe ich gelesen, mehrere Lesungen mit ihr gehört, auch wenn ich nicht immer ihrer Meinung bin, vertritt sie sehr gut ihre Generation, die der Kriegkinder (2.WK).

    Félicitations, Annie ! :blume

    Wieder einmal ein Sachbuch:


    Paul Lendvai - Vielgeprüftes Österreich: Ein kritischer Befund zur Zeitenwende


    Die politische Geschichte Österreichs: Eine zwiespältige Bilanz

    Lendvai liefert eine messerscharfe Analyse der politischen Geschichte seiner Wahlheimat. Dabei schlägt er den Bogen von den Habsburgern, Persönlichkeiten wie Bruno Kreisky und Wolfgang Schüssel über den Aufstieg und Fall der FPÖ bis hin zum Ukraine-Krieg und der damit zusammenhängenden Gaskrise.

    Jahrzehntelang ist Lendvai am Ballhausplatz ein- und ausgegangen. Die intensiven Hintergrundgespräche, die er mit einflussreichen Vertretern aller österreichischen Parteien geführt hat, sind das Salz in der Suppe seiner politischen Bücher. Heute bringt er Vergangenheit und Gegenwart zusammen, spürt den historischen Komplexen der Alpenrepublik nach und erklärt, was wir aus der Geschichte lernen können.

    Österreich, quo vadis? Lendvai zeigt auf, welche großen Linien die Politik Österreichs geprägt haben und liefert Einblicke in die Gedankenwelt charismatischer Entscheidungsträger.

    ASIN/ISBN: 3711002692

    ...und ein Proust-Buch

    ASIN/ISBN: 3446272712

    Isenschmid gelingt mit seinem Essay ein neuer Zugang zu Marcel Prousts Werk – „Das wichtigste Proust-Buch der letzten Jahrzehnte.“ Michael Maar

    So wichtig das Jüdische für Proust stets war, lange Zeit schrieb er kaum darüber. Das änderte sich mit der „Recherche“ – sie ist jüdisch von der ersten Zeile der Entwürfe bis zum letzten Zettelchen aus der Todesnacht.

    Marcel Proust hatte eine jüdische Mutter, einen katholischen Vater, war katholisch getauft, aber nicht gläubig. Erst als die Dreyfus-Affäre Frankreich über Jahre in Atem hielt, wurde ihm das wahre Ausmass des Antisemitismus im Land bewusst. In seinem brillant erzählten Essay zeigt Andreas Isenschmid, dass Marcel Prousts Grossroman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ auch eine höchst differenzierte Geschichte dieser niemals ganz gelingenden Assimilation ist.

    Musste heute etwas in der Apotheke abholen, die praktischerweise neben meiner Lieblingsbuchhandlung liegt. Selbstverständlich kann ich den einen Laden nicht ohne einen Besuch im anderen betreten. Mit kamen zwei Bücher, eine Graphic Novel

    ASIN/ISBN: 3775751521

    Eine bewegende Biografie – in eindringlichen Bildern erzählt. Philipp Deines zeichnet in fünf Kapiteln Stationen aus dem Leben der heute weltberühmten schwedischen Malerin Hilma af Klint. Die persönliche und künstlerische Entwicklung dieser Pionierin der Abstraktion wird fesselnd geschildert. Wie die Künstlerin arbeitete, lebte und liebte, was sie beeinflusste, wird den Leserinnen und Lesern anschaulich erzählt: von den grossen naturwissenschaftlichen Umwälzungen über die Familiengeschichte bis hin zu Anthroposophie und spiritistischen Séancen. In der Darstellung ihrer ungewöhnlichen spirituellen Erfahrungen schöpft der Autor aus af Klints fantastischem Bilderkosmos. Julia Voss, die 2020 die erste umfangreiche Biografie der Künstlerin vorlegte, war in die Entstehung dieser Graphic Novel eng eingebunden. So verbinden und ergänzen sich in diesen herrlichen Bildwelten Biografie, Kunstgeschichte und zeitgenössischer Erzählstil.

    Im Dorf war es ruhig. Nur manchmal bellte ein Hund, dem zwei oder drei weitere mit Bellen antworteten.

    aus: Andrej Kurkow - Graue Bienen, Kapitel 49


    Irgendwo bellte ein Hund.

    aus: s.o. Kapitel 50


    ...Auch die Hunde bellten nicht, und es fuhren keine Autos durch die Straßen!

    aus: s.o. Kapitel 51