Beiträge von TGerwert

    Zwischen Dunkelheit und Macht: Eine Reise durch 'Die schwarze Königin' von Markus Heitz

    ASIN/ISBN: 3426227819


    Klappentext:

    Blutig, actionreich, dramatisch: Bestseller-Autor Markus Heitz kehrt mit seinem Dark-Fantasy-Roman »Die Schwarze Königin« zu den Vampiren zurück!

    Vampire, Intrigen, Alchemie, Freundschaft und okkultes Wissen sind nur einige Zutaten für den Dark-Fiction-Roman: Die Wahrheit über Vlad Dracul und Barbara von Cilli, ihr gemeinsamer Kampf im Spätmittelalter gegen Blutsauger - und Len, dem deswegen in der Gegenwart nicht weiß, wie ihm geschieht.

    Vampirliteratur voller Action und Spannung

    Der Busausflug nach Prag und ins Banat läuft anders, als der junge Len es sich je hätte ausmalen können.

    Auch wenn seine Großmutter immer behauptet hatte, er sei ein Drăculești und der letzte Nachfahre von Vlad II, hat er es selbst nie geglaubt. Bis er in Prag von Vampiren gejagt wird – denn Vlad und seine Familie galten als erbitterte Feinde der Blutsauger. Nun fürchten sie, dass Len ein Vorbote ist: für die Rückkehr der Schwarzen Königin! Sie wollen über ihn an die alten magisch-alchemistischen Aufzeichnungen der geheimnisvollen Herrscherin.

    Dumm nur, dass Len nicht den blassesten Schimmer hat. Sowohl von der Vergangenheit als auch dem Kommenden.

    Vom Mittelalter bis heute: Ein unsterblicher Vampirroman

    Denn auch die Geschichte hat es in sich, wie das parallele, dramatische Geschehen um Königin Barbara von Cilli, Vlad Dracul und den rivalisierende Vampirfürsten in Transsilvanien und der Walachei im Mittelalter zeigt.

    Mit »Die Schwarze Königin« hat Bestseller-Autor Markus Heitz einen Dark-Fantasy-Roman geschrieben, der Gegenwart und Vampirgeschichte miteinander verknüpft. Herausgekommen ist ein Dark-Fiction-Meisterwerk, das einen neuen Blick auf den Vampir-Mythos wirft. Nach »Die Schwarze Königin« werden manche historische Ereignisse in neuem Licht erscheinen.


    Meine Meinung:

    "Die schwarze Königin" von Markus Heitz, ist ein Roman, der mit seinem düsteren und blutigen Cover sofort die Erwartungen eines Vampir-Thrillers weckt.


    Der Schreibstil des Autors ist flüssig und zieht den Leser in seinen Bann, insbesondere durch den gelungenen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der eine allwissende Perspektive bietet und mir gut gefallen hat.


    Die Geschichte beginnt mit Len, einem Charakter, der unerwartet in einen jahrhundertealten Krieg gegen Vampire hineingezogen wird. Dieser Aspekt der Handlung entwickelt sich allerdings zäh, da anfangs viel Zeit auf die Einführung der Figuren verwendet wird. Längere Passagen ohne nennenswerte Ereignisse oder Spannung können zu Beginn die Lesemotivation beeinträchtigen.

    Len, als Protagonist, kommt für mich ziemlich blass und passiv rüber. Seine Entscheidungen erscheinen oft naiv oder unüberlegt, was mich dann doch des öfteren eher frustiert hat und nicht zu einer Steigerung des Lesetempos beigetragen hat.


    Im Gegensatz dazu stehen die Figuren Barbara und Vlad, die mit mehr Tiefe und Charakterstärke überzeugen. Barbara, eine historisch inspirierte Figur, zeigt Entschlossenheit und Eigenständigkeit, die im krassen Gegensatz zu Lens Charakter steht.


    Besonders hervorzuheben ist die Darstellung der historischen Vergangenheit, die spannender und dynamischer wirkt als die gegenwärtigen Ereignisse. Die Geschichte von Vlad, dem Vater von Vlad dem Pfähler, und Barbara, die den Kampf gegen die Vampire anführt, ist packend und gut durchdacht.

    Interessant ist auch die Vielfalt der dargestellten Vampirarten und übernatürlichen Wesen, die dem Buch Abwechslung und Tiefe verleihen. Jedoch leidet die Erzählung unter Längen, besonders im ersten Teil, und manchmal wirken die Handlungen und Entscheidungen der Charaktere unglaubwürdig oder konstruiert.


    Das Ende des Buches bleibt offen und deutet auf eine mögliche Fortsetzung hin. Einige Handlungsstränge werden nicht vollständig aufgelöst, was zu einem unbefriedigenden Gefühl führen kann. Eine Kürzung des Textes um etwa 100 Seiten hätte dem Erzählfluss und der Spannung möglicherweise gutgetan.


    Zusammenfassend ist "Die schwarze Königin" ein Roman mit starken und schwachen Seiten. Während die historischen Elemente und einige Charaktere überzeugen, leidet das Buch unter einem langsamen Start und einem Hauptcharakter, der mehr Tiefe und Entwicklung vertragen hätte.

    Daher vergebe ich 3 von 5 Sternen.

    Einleitung

    "Plagiat" ist ein Politthriller von Jochen Frech, der den Leser tief in die dunklen und manchmal brutalen Tiefen der politischen Landschaft führt. Mit Frechs beeindruckender beruflicher Laufbahn im Hintergrund bietet das Buch eine geschickte Mischung aus politischen Intrigen, Thrillerelementen und Geheimdiensttaktiken.


    Inhalt

    Das Buch verfolgt den Weg von Carla, die nach dem mysteriösen Tod ihres Bruders eigene Ermittlungen anstellt, und parallel dazu den Wahlkampf einer Kanzlerkandidatin, die von dunklen Kräften unterstützt wird. Beide Geschichten verweben sich zu einem komplexen Netz aus Verschwörung und Betrug.


    Charakterentwicklung

    Während Carla als Charakter gut entwickelt ist, bleibt die Kanzlerkandidatin Wiebke Janssen eher eindimensional und wird abrupt aus der Geschichte entfernt. Dies ist eine verpasste Gelegenheit, mehr Tiefe und Komplexität in die Handlung einzubringen.


    Schreibstil und Realismus

    Der Schreibstil ist flüssig, und das Buch lässt sich leicht in einem Rutsch durchlesen. Die 400 Seiten sind gut dosiert und halten die Spannung aufrecht. Trotz seiner Spannung tendiert das Buch dazu, die Realität zu überzeichnen, insbesondere in Bezug auf die drastischen Konsequenzen, die aus den politischen Manövern resultieren.


    Fachkenntnisse des Autors

    Frechs berufliche Erfahrung, insbesondere seine Zeit im SEK, beeinflusst deutlich die Szenen, die Geheimdienstoperationen und taktische Einsätze beinhalten. Diese Abschnitte sind besonders authentisch und detailliert.


    Kritikpunkte

    Das Buch könnte von mehr unerwarteten Wendungen profitieren, um die Handlung aufregender zu gestalten. Zudem wird die Charakterentwicklung von Schlüsselfiguren wie Wiebke Janssen vernachlässigt, was das Potenzial der Geschichte leicht mindert.


    Zielgruppe

    Das Buch ist ideal für Leser, die politische Thriller mögen, sowie für diejenigen, die sich für Theorien über "Machteliten hinter den Eliten" interessieren. Es ist sowohl für Genre-Enthusiasten als auch für Neulinge geeignet.


    Fazit

    Trotz einiger Schwächen in der Charakterentwicklung und der realistischen Darstellung ist "Plagiat" ein fesselnder Politthriller, der den Leser bis zum Ende hin unterhält. Die beruflichen Erfahrungen des Autors fügen dem Buch eine zusätzliche Ebene der Authentizität und des Fachwissens hinzu, die besonders in den Thriller-Elementen des Buches zum Tragen kommen.


    Empfehlung

    Für Fans von Politthrillern und solche, die an Verschwörungstheorien interessiert sind, ist "Plagiat" ein Muss. Es bietet eine spannende, wenn auch manchmal überzeichnete, Reise durch die dunkle Seite der Politik.

    ASIN/ISBN: 3962334378

    Mit der weisen Clara und dem unerfahrenen Ben prallen zwei grundverschiedene Welten aufeinander. Getrieben von tiefen Ängsten und brennenden Lebenswünschen streben sie danach, ihre irrwitzige Mission trotz aller Widrigkeiten umzusetzen: zwei unveröffentlichte Manuskripte von Miguel Cervantes, dem Autor von Don Quijote, in Spanien zu finden.

    Wäre da nur nicht Claras Angst vor dem Draußen – sie setzt seit Jahren keinen Fuß vor die Tür. Doch Ben wird zu ihrem jungen Sancho Panza, mit dem gemeinsam sie ihre fiesen inneren Windmühlen bekämpft.

    Unter einem Vorwand überredet Clara den 19-Jährigen zu einem völlig verrückten Roadtrip durch Frankreich und Spanien – doch was sie nicht ahnt: Ben verfügt über die Lebenserwartung einer Eintagsfliege.

    Heldenhaft kämpfen die beiden gegen alle Widerstände, um am Ende der Reise etwas zu finden, wonach man nicht suchen kann …

    Buchrezension: Der Stich der Biene von Paul Murray

    ASIN/ISBN: 9783956145810

    Sprache: Deutsch

    Ausgabe: Gebundenes Buch

    Umfang: 700 Seiten

    Verlag: Kunstmann, A

    Erscheinungsdatum: 14.03.2024


    In "Der Stich der Biene" von Paul Murray entfaltet sich eine Geschichte, die tief in die Dynamik der Familie Barnes eintaucht. Dickie Barnes, der Protagonist, betreibt ein lukratives Autogeschäft, das jedoch ins Wanken gerät. Die Familie steht vor Herausforderungen, die nicht nur ihre Geschäftsinteressen, sondern auch ihr persönliches Glück und ihre Beziehungen betreffen. Ein zentrales Ereignis im Buch ist ein unerwarteter Bienenstich während Imeldas Hochzeitstag, der symbolisch die unter der Oberfläche brodelnden Spannungen und unvorhergesehenen Wendungen im Leben der Charaktere widerspiegelt. Der Roman, der in Irland angesiedelt ist, bietet eine dichte Erzählung, die die Leserinnen und Leser mit ihren komplexen Charakteren und dem reichhaltigen, emotionalen Unterton fesselt.


    Der Roman verfolgt das Leben der Familie Barnes, jeweils aus den einzelnen Perspektiven der Protagonisten und entwickelt sich jeweils mit Rückblicken in die Vergangenheit unaufhörlich weiter. Das erlaubt eine intensive Entwicklung der Charaktere und nimmt uns mit auf die unterschiedlichen Herausforderungen wie das Erwachsenwerden, familiäre Beziehungen und persönliche Krisen, die die Personen zu dem machten, was sie jetzt sind. In durchaus über weite Strecken berührender Erzählung wirft er eine Reihe philosophischer Fragen auf, die zum Nachdenken anregen und sicherlich auch einige Lesende bewegen wird.


    Insgesamt ist der Schreibstil flüssig, allerdings lässt es sich Paul Murray nicht nehmen den Leser in dem Kapitel rund um Imelda, Dickies Ehefrau, zu fordern durch den Verzicht auf Satzzeichen. Das Ende des Buches allerdings ist für mich nur noch eine Aneinanderreihung von losen Gedanken für mich mit dem Ziel, die unterschiedlichen Handlungsstränge zu einem Ende zu verknoten. Das ist für mich absolut misslungen.

    Die zentrale Botschaft, die uns der Autor in seinem Werk darlegen will, ist für mich die menschliche Suche nach Bedeutung und Verständnis in einer sich verändernden oder zusammenbrechenden Welt sein.


    Mein Fazit: "Der Stich der Biene" von Paul Murray ist ein Roman, der durchaus eine Mischung aus Humor und Tragik bietet, die das Lesepublikum auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnimmt. Das Buch behandelt tiefgründige Themen wie Familie, Schicksal, Sterben, Verlust und die Herausforderungen, ein guter Mensch in einer komplexen Welt zu sein. Sicherlich ist es an einigen Stellen recht langatmig und nimmt „die Luft“ raus. Für das Ende muss ich auf jeden Fall aber auch einen Punktabzug geben.

    Auftakt der Spannungstriologie... leider ohne Spannung

    Dem allgemeinen Hype um dieses Buch und den Auftakt zur Triologie kann ich so leider nicht folgen.

    Den Aussagen zum lockeren Schreibstiel des Autors teile ich, das Buch lässt sich wirklich gut lesen.

    Aber, von einem Thriller und einem als Spannungsroman angekündigten Werk erwarteich auch das, was dauf steht, nämlich Spannung. Diese bleibt aus meiner Sicht aberauf der Strecke. Nach meinem dafürhalten hat das mit den teilweise wirklich stark überzeichneten beiden Protagonisten Julia Malmrose und Kim Ribbing zu tun. Gerade das erste Drittel des Buches wir durch die Charakterzeichnungen stark dominiert.


    Ich finde die beiden Protagonisten interessant. Julia als Autorin für die Fortsetzung von "Millenium" tolle Idee! Und gleichzeitig eine Hybris. Lindqvists Enttäuschung , dass sein Werk zur Fortsetzung des "Millenium-Universums" vom Verlag nicht berücksichtigt wurde, zieht sich durch das gesamte Buch. Zitat: „… ja, sie [Julia] vermisste auch Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander, mit denen sie nicht mehr spielen durfte“. Julia mangelt es an Fingerspitzengefühl, dafür trinkt sie dann gern immer wieder über den Tag verteilt.


    Kim, der gebrochene Mensch, ist eine faszinierende Person, er allein hätte hier sicherlich ausgereicht. Zwei solch schräge Charaktere lassen wenig Raum für anderes. Es geht um familiäre Abgründe und Kims traumatische Kindheit, Korruption und die Verstrickung von Politikern in Verbrechen - genau wie in „Millennium“. Last but not least, auch Kim rächt sich an seinem Peiniger - genau wie Salander. Zufall? Daran glaube ich eigentlich nicht.


    Die Ermittlungen der Polizei finden quasi nicht statt. Eine Aneinanderreihung von Zufällen, für mich deutlich zu viele, bringen diese voran. Das ist blass und genau hier fehlt die Spannung. Die Morde zum Mittsommer und deren Hintergründe und Auflösung gehen dabei komplett unter und ziehen das Buch eher in die länge als das es zur Spannung beiträgt.


    Daher fällt das Werk hinter besagten Millenium-Romanen aber auch gegenüber Werken wie der Krähenmädchentriologie von Erik Axl Sund deutlich zurück. Allgemein hat mir die Authentizität gefehlt in der gesamten Geschichte. Der Epilog, der wahrscheinlich schockieren sollte, ist einfach dann auch zu viel, aber wohl die Überleitung zum zweiten Teil, der im Sommer 2024 erscheinen wird unter dem Namen "Signum". Mal sehen, ob ich diesem dann noch eine Chance geben werde.


    Das Buch unterhält, daher 3 Sterne.

    Die Iteration – Tödliche Wiederholung von Tobi Evans


    ISBN: 9798569363131

    Sprache: Deutsch

    Ausgabe: Flexibler Einband

    Umfang: 201 Seiten

    Verlag: Independently published

    Erscheinungsdatum: 02.12.2020


    ASIN/ISBN: B08PJK74Q8


    Der Autor

    Tobi Evans ist Jahrgang '84, lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist mit den Science-Fiction- und Fantasy-Klassikern der 80er und 90er aufgewachsen und verliebte sich in diese Genres. Seitdem ist er ein Geschichten-Fan und verschlingt nicht nur die Werke anderer, sondern schreibt und gestaltet auch seine eigenen Welten.

    Er studierte Informatik und verfasste seine Abschlussarbeit über maschinelles Lernen. Aus dieser Zeit stammten die Ideen, die er letztendlich in die Geschichte seines ersten Buches verwoben hat.


    Inhaltsangabe

    Der geplante Urlaub hätte so schön sein sollen, aber Brian wacht alleine in einer Villa auf. Keine Spur von Sarah und den Kindern. Schnell realisiert er, dass er in einem Gefängnis gelandet ist. Ihm fehlen Erinnerungen und Details aus seinem Leben. Verwirrt sucht er beim einzigen Gesprächspartner nach Antworten: Alice. Die Stimme, die er nur aus Lautsprechern kennt, gibt sich als digitale Sprachassistentin des vollautomatisierten Anwesens aus. Brian wird mit moralischen Fragestellungen und Aufgaben von ihr getestet. Lernt Alice von ihm? Die Grenzen zwischen dem technischen Möglichen, Mensch und Maschine verschwimmen. Seine Gastgeberin, das Haus und seine Vergangenheit wahren ein bedrückendes Geheimnis und spielen ein Spiel mit ihm. Wird Brian den Fängen der künstlichen Intelligenz entfliehen können?


    Mein Eindruck

    Zwischen dieser Rezension und dem Leseende liegen nun gut zwei Woche und ich muss sagen, es ist eigentlich nichts hängen geblieben.

    Das Buch an sich lässt sich schnell weg lesen, vom Umfang her eher eine Novel denn ein wirkliches Buch. Aber wenn ich ehrlich bin, was hätte man auch noch schreiben sollen? Spannung ist zu keinem Augenblick aufgekommen. Man begleitet Brian über mehrere Tage, die Geschichte plätschert vor sich hin, unterbrochen durch Dialoge mit der KI. Manche Kurzgeschichte bietet hier mehr Dramatik, Spannung und Atmosphäre. Das liegt vielleicht auch am eigentlich durchaus gut angedachten Setting, aber statt Stresssituation, Dramatik, ja Hilflosigkeit kommt es doch mehr wie ein missglückter Urlaub rüber. Ein Gatter im Garten nur um zu schauen, ob man Fleisch ist oder dann lieber vegan? Wenig überzeugend. Man gibt ihm ein Schlafmittel das mal hier, mal da wirkt… zu welchem Zweck bleibt ungeklärt. Was geschieht während dieser Zeiten? In beiden kurzen Beispielen finden sich Ansatzpunkte für Spannungsbögen und Erzähltiefe, die ungenutzt verpuffen. Klar, es ist ein Erstlingswerk. Aber, schaut man auf das, was mir am besten gefallen hat, das Nachwort des Autors, der das Thema KI, maschinelles Lernen und die gesellschaftlich-ethischen Aspekte anspricht denke ich, dass eher das sein Ding ist. Sich kritisch, nachdenklich in einem Text zu äußern und zum Nachdenken anzuregen. Das aber besser außerhalb der Belletristik und schon gar nicht im Thrillergenre.


    Fazit

    Für mich falsche Genrewahl und Erzählform. Man vermisst eigentlich alles, was einen Thriller ausmacht oder von einem guten Roman erwartet.

    Die Idee, sich mit den Möglichkeiten und den Ausprägungen von KI, dem maschinellen Lernen und den Auswirkungen auf / mit uns Menschen in Erzählform auseinanderzusetzen finde ich mutig und begrüßenswert.
    2 Sterne

    Reichsland von Marcus Wächtler


    ISBN: 9783966987394

    Sprache: Deutsch

    Ausgabe: Flexibler Einband

    Umfang: 336 Seiten

    Verlag: Nova MD

    Erscheinungsdatum: 09.10.2020


    Wie der Untertitel „Deutschland Deine Aluhüte“ schon erkennen lässt, ist es ein Buch über Verschwörungsmythen dessen Protagonist Eric Tschirnhaus ein Karrierist des politischen Berlins ist und sich auf einmal auf einer ganz anderen Sprosse der Karriereleiter wiederfindet und dabei recht seltsame Menschen trifft…

    Der Autor

    In einer kalten verschneiten Februarnacht 2014 fing Marcus Wächtler an, munter draufloszuschreiben. Seitdem hat er damit nicht mehr aufgehört. Allerdings beschränkt sich Wächtler nicht nur auf ein besonderes Genre oder eine Zielgruppe. Stattdessen schreibt er einfach drauf los, was ihm gerade in den Sinn kommt. Ob Liebesroman, historische Fantasy, Krimi, Thriller, Endzeitroman oder Politthriller - nichts ist vor ihm sicher.

    Autorenseite im Internet: https://marcuswaechtler.blogspot.com/


    Inhaltsangabe

    Statt wie erwartet eine glänzende Karriere im Kanzleramt hinzulegen, findet sich der frisch gebackene Staatsbeamte Eric Tschirnhaus in einer ihm vollkommen unbekannten und geheimen Behörde wieder. Bereits die ersten Minuten lassen ihn an seinem bisherigen Geschichtsbild zweifeln. Kann es aber wirklich sein, dass das Dritte Reich 1945 gar nicht untergegangen ist? Zu allem Übel wird er gleich nach Dienstantritt mit seiner neuen Kollegin in die tiefste sächsische Provinz geschickt. Die Zustände und Gesinnungen der Dorfbewohner treiben ihn in die Verzweiflung. Schon nach kurzer Zeit verschwimmen für Eric die Grenzen von Verschwörung, Fiktion und Realität.


    Mein Eindruck

    Eric Tschirnhaus ist jung aber schon so mega erfolgreich, dass er als Beamter ins Kanzleramt kommt, dort aber nach einem Fauxpax, indem auch die Kanzlerin involviert ist, strafversetzt wird.

    Aus meiner Sicht überzeichnet der Autor den Protagonisten so stark, dass er zumindest für mich als absolut unglaubwürdig rüberkam. Daher hatte ich auch bis zum Ende keine wirkliche Sympathie für ihn.


    Ziel seines neuen Betätigungsfeldes wird die sog. Abteilung 8, die sich total verborgen in einem alten Bunker mitten in Berlin befindet. Dort trifft er an seinem ersten Tag derart skurrile Gestalten, dass er sich fragt, wo er hier gelandet ist…

    Bei der Beantwortung dieser Frage eröffnet sich ihm eine Welt voll von Verschwörungsgeschichten.

    Die Geschichte beginnt dann auch flott mit seinem ersten Tag in dieser Abteilung und nimmt uns mit durch seine Eindrücke und Gedanken. Es war interessant, flüssig und durchaus mit einer Prise Humor, gut zu lesen, wie Eric dahinterkommt, was Inhalt der Arbeit der Abteilung ist.

    Soweit so gut.


    Ab dann trifft er aber „plötzlich“ überall, wo er hinkommt, ob in einer Berliner Kneipe oder einem Dorf in Sachsen Verschwörungserzähler jeglicher Art. Vorher nie was damit zu tun, und jetzt innerhalb einer Woche alles was das Netz so an Erzählungen bietet… also zumindest eine Potpourri eben jener.

    Diese sind insgesamt amüsant zu lesen, lassen das Buch aber dabei eher oberflächlich rüberkommen. Der Kern, die wirkliche Klammer der Geschichte, ist dafür einfach zu öde, anders kann ich es leider nicht schreiben. Um aber auf unterhaltsame Weise die aus meiner Sicht oftmals wirklich abstrusen Verschwörungserzählungen einem Publikum vorzustellen und dabei in einem Romankontext den Lesern diese Welt der sog. „Schwurbler“ einmal exemplarisch vorzustellen und unserer Teilgesellschaft einen Spiegel vorzuhalten finde ich dann in der Gesamtbetrachtung durchaus gut und einen interessanten Ansatz.


    Fazit

    Mich lässt das Buch ein wenig ratlos zurück. Die These, dass das Dritte Reich 1945 nicht untergegangen ist und weiterhin besteht bietet aus meiner Sicht mehr Stoff, als im Buch verarbeitet. Hier hätte man vielleicht besser mehrere kleinere Fälle, um die Problematiken aufzuzeigen behandeln oder einen spektakuläreren kreieren können.

    Die Personen, sowohl Eric als auch seine Kollegin finde ich nicht wirklich gelungen und absolut unauthentisch. Die „Liebesszene“ hätte es aus meiner Sicht nicht gebraucht.

    Ich hatte für mich den Eindruck, der Auto wollte etwas zu viel auf zu engen Raum und verliert dabei Tiefe, Spannung und leider auch an einigen Stellen die Wahl des richtigen Wortes.


    Das Ende wiederum fand ich… köstlich!


    Bei der Bewertung findet sich meine innerliche „Zerrissenheit“ dann auch wieder. Da ich zwischen 3 und 4 Sternen tendiere, einige ich mich mit mir selbst bei 3,5


    ASIN/ISBN: 3966987392

    Ich schaue mich gerade durch die Staffeln von Hawaii-Five-O.

    Das sind spannende Geschichten in schöner Landschaft. Und man kann prima noch was nebenher machen - die Verfolgungsjagden und Schießereien kriegt man auch übers Zuhören mit. Teilweise ist das Verhältnis der Figuren zueinander auch echt witzig. :)

    Wir haben Hawaii-Five-o sehr gern gesehen, vor allem Denno und Steve im Auto finde ich köstlich!

    Ich glaube was es in den Leserunden schwierig macht ist das unterschiedliche Lesetempo, dass bei mir zB davon abhängt, wieviel Zeit ich mit Zugreisen verbringe..

    Wenn ich, wie zB im letzten Jahr bei der Graf von Monte Christo deutlich interherhinke spare ich mir das Schreiben von Beiträgen, weil in den unzählige Posts vorher eigentlich schon alles gesagt wurde. Für dieses grundlegende Problem habe ich aber auch keine wirklich Lösung parat.

    Feststellen kann ich aber auch, dass sich einige AutorenINNEN schwer mit sachlicher Kritik tun oder wen einem das Buch nicht wirklich gefällt. Wobei es hier auch absolut positive Beispiele gibt..

    Ich frage mich also, wie wollen wir dem Faktor Zeit (Lesezeit; Reaktionszeit; Schreibzeit für Rezis etc.) umgehe zur Steigerung der Aktivitäten und breiterer Diskussion?

    Das mit dem Verlosen finde ich generell eine gute Lösung, wird ja so auch bereits praktiziert. Diejenigen, die zB kurzfristig absagen, oder evtl. erst verspätet eine Rezension einreichen könnte man aber auch, ähnlich wie bei Sportarten mit gelben / roten Karte und ggf. eine Sperre für die Teilnahme an Leserunden für eine gewisse Zeit versehen. Ich denke, das macht auch durchaus mal Sinn um anderen zuverlässigen Teilnehmern nicht die Chance auf einen Buchgewinn o.ä. zu nehmen (zu reduzieren).

    Lese gerade ein Ebook... passen zu den ganzen Verschwörungsmythen aktuell


    Reichsland von Marcus Wächtler

    Statt wie erwartet eine glänzende Karriere im Kanzleramt hinzulegen, findet sich der frisch gebackene Staatsbeamte Eric Tschirnhaus in einer ihm vollkommen unbekannten und geheimen Behörde wieder. Bereits die ersten Minuten lassen ihn an seinem bisherigen Geschichtsbild zweifeln. Kann es aber wirklich sein, dass das Dritte Reich 1945 gar nicht untergegangen ist? Zu allem Übel wird er gleich nach Dienstantritt mit seiner neuen Kollegin in die tiefste sächsische Provinz geschickt. Die Zustände und Gesinnungen der Dorfbewohner treiben ihn in die Verzweiflung. Schon nach kurzer Zeit verschwimmen für Eric die Grenzen von Verschwörung, Fiktion und Realität.

    ASIN/ISBN: 3966987392

    Mit hat in 2020, passend zum Zeitgeist, ein Sachbuch zu Verschwörungstheorien und Fake News am besten gefallen:


    Fake Facts: Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen von Katharina Nocun und Pia Lamberty


    Corona ist eine Erfindung der Pharmaindustrie! Menschen, die daran erkranken, müssen so für ihre Sünden büßen! Oder: Das Virus wurde in chinesischen Geheimlaboren gezüchtet!

    Verschwörungstheorien verbreiten sich nicht nur im Netz wie Lauffeuer und sind schon lange kein Randphänomen mehr. Katharina Nocun und Pia Lamberty beschreiben, wie sich Menschen aus der Mitte der Gesellschaft durch Verschwörungstheorien radikalisieren und die Demokratie als Ganzes ablehnen.

    Welche Rolle spielen neue Medien in diesem Prozess? Wie schnell wird jeder von uns zu einem Verschwörungstheoretiker? Und wie können wir verdrehte Fakten aufdecken und uns vor Meinungsmache schützen?

    Aus dem Inhalt:
    »Fake News und Verschwörungserzählungen, darin waren sich Experten weltweit einig, haben sich direkt zu Beginn der COVID-19-Pandemie ähnlich rasant verbreitet wie das Virus selbst. Bereits im Februar 2020 warnte der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, dass die Welt es nicht nur mit einer Pandemie, sondern auch mit einer »Infodemie« zu tun habe. Viele der Mythen, die weltweit Verbreitung fanden, kreisten um die Idee, dass es sich bei dem Virus um eine Biowaffe handele, die angeblich in einem Labor, dem Wuhan Institute of Virology, hergestellt worden sei. Einige Medien zitierten noch im Januar 2020 »Experten«, die darüber spekulierten, ob das Virus das Produkt eines chinesischen Biowaffenexperiments sein könnte. Im Netz kursierten zahllose Verschwörungserzählungen, die sich mit dem neuartigen Coronavirus befassten. In YouTube-Videos und Blogs wurde etwa verbreitet, Microsoft-Gründer Bill Gates sei für die Pandemie verantwortlich. Einige Verschwörungsideologen mutmaßten zudem, es hätte bei der COVID-19 Pandemie keine Todesopfer gegeben und bei den Angehörigen und ehemals Erkrankten, die in der Presse zu sehen waren, handele es sich allesamt um bezahlte Schauspieler. Eine solche Haltung kann gefährliche Konsequenzen haben. Wer meint, dass das Virus nicht gefährlicher sei als eine Erkältung, hält sich nicht an empfohlene Maßnahmen. So gefährdet man nicht nur sich selbst, sondern wird auch zum Risiko für andere.«


    ASIN/ISBN: 3869950951