Die an den Tod nicht glauben – Cleo Sternberg

  • Produktinformation (Amazon):

    • Herausgeber ‏ : ‎ Droemer TB
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 3. November 2025
    • Auflage ‏ : ‎ 1.
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 400 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426449730
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426449738
    • Abmessungen ‏ : ‎ 13.6 x 2.83 x 21 cm
    • Reihe ‏ : ‎ Gerichtsmedizinerin Perdita Menke ermittelt 1

    Kurzbeschreibung (Verlag):

    Die an den Tod nicht glauben: Ein Fall für die Totenleserin ist der spektakuläre Auftakt der neuen Krimi-Reihe um Gerichtsmedizinerin Perdita Menke.

    Berlin, 1910: Als eine Frauenleiche aus der Spree gefischt wird, stempelt der zuständige Rechtsmediziner den Fall vorschnell als Selbstmord ab.

    Doch die junge, aufstrebende Gerichtsmedizinerin Perdita Menke weigert sich, diese Nachlässigkeit hinzunehmen.

    Ein unscheinbares Detail an der Leiche erregt ihre Aufmerksamkeit und lässt sie einen historischen Mordfall vermuten – ein Echo ihres eigenen, ungeklärten Familiendramas.

    Ihre persönlichen Ermittlungen führen Perdita direkt zu dem ebenso geheimnisvollen wie charmanten Leichenbestatter Charon Czerny.

    Macht er aus dem Tod eine makabre Show oder versucht er, den wahren Täter zu schützen?

    Zwischen tiefem Misstrauen und unbestreitbarer Anziehungskraft müssen die resolute Gerichtsmedizinerin und der rätselhafte Bestatter zusammenarbeiten, denn ihre Nachforschungen geraten schnell in höchste Gefahr…

    Zur Autorin (Verlag):

    Cleo Sternberg kam 1975 zur Welt und verliebte sich auf den ersten Blick. Mit ihrer Familie pendelt sie bis heute durch Europas schönste Städte, studierte Geschichte, weil in der Vergangenheit so viel Zukunft liegt, liebt schillernde Filme und schreibt am liebsten mit Blick auf einen Fluss und viele Menschen. Ihr Interesse an den dunklen Seiten der menschlichen Seele kann sie sich leisten, weil in ihrem Leben so viel Licht ist.

    Meine Meinung:

    Perdita ist in der Gerichtsmedizin aufgewachsen und ihr größter Wunsch ist es Gerichtsmedizinerin zu werden. Nicht einfach im Jahr 1910 in Berllin, wo Frauen noch nicht an der Universität zugelassen sind.


    Eines Tages hilft sie bei einer Obduktion, eine Frau hat sich angeblich selbst umgebracht. Doch Perdita kommt einiges seltsam vor und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, was denn nun wirklich passiert sein könnte. Dabei taucht sie ein ins Künstlerleben Berlins und trifft dabei u.a. auf den Bestatter Charon Czerny, dem sie nicht über den Weg traut. Schützt er jemanden oder war er gar selbst an den seltsamen Todesfällen beteiligt?


    Cleo Sternberg steigt mit diesem Buch in eine neue Reihe rund um Perdita Menke ein. Perdita ist eine recht eigenwillige Protagonistin, der der Einfluss der anderen Charaktere im Buch teilweise richtig gut tut. Dieter Schultz, Kommissar Anwärter, und seine Verlobte Isolde sind ein gutes Gegengewicht zu ihr und bremsen sie in ihrem Übermut gelegentlich auch sinnvoll aus. Und gerade Isolde legt einen bemerkenswerten Pragmatismus an den Tag. Das Buch lebt von diesen so unterschiedlichen Charakteren und auch die anderen Protagonisten sind lebendig und sehr einzigartig geschildert. Besonders Charon Czerny ist sehr rätselhaft und undurchschaubar.


    Ich konnte also eintauchen in dieses Berlin der endenden Kaiser Zeit. Der Fall an sich war sehr spannend und man konnte gut miträtseln, was denn nun wirklich geschehen war. Einige Dinge sind noch offen und werden hoffentlich in den Nachfolgebänden dann geklärt.


    Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung für diesen spannenden Krimi mit ungewöhnlichen Charakteren.


    9 von 10 Punkte

    ASIN/ISBN: 3426449730

  • Meine Rezension

    Berlin, um 1910. Die junge Perdita Menke ist im Umfeld der Gerichtsmedizin aufgewachsen – ihr Vater arbeitet dort und ihr sehnlichster Wunsch ist es, eines Tages Gerichtsmedizinerin zu werden. Doch Anfang des 20. Jahrhunderts ist es für eine Frau noch nicht so einfach, diesen Beruf zu ergreifen.


    Eines Tages kommt eine junge Selbstmörderin zur Obduktion ins Institut. Doch Perdita hat Zweifel an der Todesursache, die sich noch verstärken, nachdem die Leiche sehr rasch vom Bestatter Czerny abgeholt wird. Die Akte einer weiteren jungen Frau, die sich angeblich ebenfalls suizidiert hat, ist plötzlich nicht mehr aufzufinden und Perdita wird aktiv. Sie will den Frauen, die niemanden hatten, der für sie einsteht, Gerechtigkeit verschaffen.


    Ihre Wege führen sie dabei ins wilde, bunte und nicht immer ungefährliche Nachtleben Berlins... zum Glück werden ihre Wege bald vom Polizisten Dieter Schulz und seiner Verlobten Isolde gekreuzt, die sie bei ihren eigenmächtigen Ermittlungen unterstützen – und ihren Leichtsinn auch mal ausbremsen. Kann es ihnen gemeinsam gelingen herauszufinden, was wirklich passiert ist?


    Mit Perdita Menke ist der Autorin eine interessante, aber auch ein wenig anstrengende Protagonistin gelungen. Zu unbedacht und spontan sind oft ihre Handlungen, sie muss noch viel lernen auf ihrem weiteren Weg. Gut, dass sie mit Dieter und der pragmatischen Isolde da eine gute Ergänzung gefunden hat. Die drei sind ein prima Gespann, das hoffentlich auch im nächsten Band gemeinsam ermitteln darf. Der Bestatter Czerny hingegen hat die sprichwörtlichen Leichen im Keller liegen. Er ist sehr charismatisch und gerade zu Beginn weiß man noch nicht so recht, ob er zu den guten oder den bösen Jungs gehört.


    Die Autorin verschafft uns hier einen interessanten Einblick in die kunterbunte Künstlerszene des Berlins der 1910er Jahre. Ein paar Fäden des ersten Bandes sind noch offen – aber hier bleibt zu hoffen, dass diese im nächsten Band der Reihe fort- und zusammengeführt werden.

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Dieser Roman, den ich als Hörbuch gehört habe, hat mich sofort abgeholt und in das Berlin der ausgehenden Kaiserzeit transportiert. Das Setting fühlte sich unglaublich lebendig an; ich hatte wirklich das Gefühl, es mit allen Sinnen wahrnehmen zu können. Es stellte für mich eine gelungene Mischung aus bekannten und unbekannten Aspekten der Zeit und vor allem der Stadt Berlin dar. Zu vertrauten Orten wie zum Beispiel dem Aschinger gesellten sich interessante neue Orte wie das Schwarze Ferkel.


    Die Figuren fand ich durchweg gelungen. Perdita schien mir ein sehr glaubwürdiges Produkt ihrer für ihre Zeit doch sehr ungewöhnliche Jugend zu sein. Sie hat hochfliegende Pläne und sicher auch den Kopf und das Talent dazu, muss aber noch lernen, mit den Widerständen der Welt, denen sie als Frau leider ausgesetzt ist, klarzukommen. Und mit ihrer Impulsivität bringt sie sich selbst häufig in gefährliche Situationen oder schafft Probleme für ihr Umfeld, weil sie die Konsequenzen ihres Handelns nicht vorher durchdenkt. Auch die anderen Figuren sind mir sehr ans Herz gewachsen, bis hin zu Nebenfiguren wie die Mutter des Polizeianwärters Dieter Schulz (und Perditas Vater sowieso). Jede schien mit Stärken und Schwächen glaubhaft und man konnte erkennen, was die einzelnen Personen antreibt, wofür sie brennen.


    Der Fall selbst blieb durchweg spannend. Man konnte zwar erahnen, wer letzten Endes die Tat begangen hat, allerdings blieb bis zum Schluss ein gewisser Zweifel. Auch die Tatsache, dass Charon Czerny (allein dieser Name ist eine brillante Idee) bis in die zweite Hälfte des Buches ziemlich undurchsichtig blieb, sorgte dafür, dass man nicht zu früh auf die richtige Spur kam.


    Ich freue mich schon auf weitere Bände der Reihe, es gibt genug offene Fragen, auf deren Lösung ich jetzt schon gespannt bin.


    Auch von mir 9 von 10 Punkten.

  • Im Institut für gerichtliche Medizin in Berlin empfängt uns Perdita Menke, Hilfskraft, die davon träumt, eines Tages Gerichtsmedizinerin zu werden. Dies ist im Jahre 1910, wie so vieles für Frauen, undenkbar, doch so schnell läßt sich Perdita nicht aufhalten. Auch nicht, als sie bei einer Leichenbeschau, bei der sie mangels männlicher Alternativen assistiert, auf Ungereimtheiten stößt. Als dann die Leiche auch noch über Nacht verschwindet, so daß nähere Untersuchungen nicht möglich sind, ist Perditas Neugier geweckt und sie stürzt sich in eine Geschichte, die ihr Leben auf den Kopf stellen wird. Und nicht nur ihres!


    Mir machte es großen Spaß, den handelnden Personen durch das alte Berlin zu folgen und für ein paar entspannte und spannende Lesestunden an ihrem so anderen Leben teilzuhaben. Auch wenn das Buch die düstere Atmosphäre der verarmten Seiten des alten Berlins sehr gut einfängt, gibt es doch auch einen lebensbejahenden, humorvollen Blick auf den Alltag in der Reichshauptstadt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne einmal in frühere Zeiten abtauchen.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)