Elke Schwarzer - Mord im Nacktschnecken-Milieu

  • Wer hat meine Erdbeeren gefressen? Ich ermittle sofort.


    Mord im Nacktschnecken-Milieu ist ein kreatives Sachbuch von Elke Schwarzer. Mit viel schwarzem Humor. Denn es geht um Sachen wie: Wer hat hat einen Teil des Blattes „leer“ gemacht? Also geht es um die geheimnisvollen Fälle im Garten, die der Leser selbst lesen darf. Und die Täter? Das sind Insekten, Pflanzen, Schnecken und kleine Tiere. Sie wohnen alle im Garten. Dabei gibt es 20 Fälle, die spielerisch, informativ und humorvoll sind. Also kein Krimi sondern ein Gartensachbuch mit Detektivcharakter.


    Die Überschrift ist ein Beispiel, denn bei mir im Garten werden die Erdbeeren gefressen, sie haben eine Schleimspur (also die Blätter und die Reste).


    Ich finde das Buch sehr unterhaltsam. Bei dem seltsamen Wetter (Elli, Finja, Gunda) ist das schön, wenn man sich aufs Sofa legen kann und solche kurzweiligen Bücher lesen kann. Mir gefällt die Aufteilung, die Bilder, die Idee, einfach alles rundherum.


    Die Autorin ist bekannt für weitere tolle Bücher.


    Gerne vergebe ich Elke Schwarzer mit Mord im Nacktschnecken-Milieu 5 Sterne und mein Kompliment an den Ullmer Verlag für die tolle Gestaltung.

    ASIN/ISBN: 3818627347

    Edit: ISBN angepasst, damit das Cover angezeigt wird. Gruß Herr Palomar

  • Mafiöse Strukturen im eigenen Garten

    Elke Schwarzer erbringt die ultimativ unschlagbaren Beweise. Nicht die Literatur, nicht Hollywood, nein, das Leben schreibt die spannendsten Krimis und Thriller. Und sie geschehen gleich in unserem Garten, ob bei Tag oder Nacht. Sie greift 20 Fälle auf, aus dem Tier- und Pflanzenreich, baut sie wie Fallakte auf, mit Tatort, Indizien, Zeugenvernehmungen, Verdächtigen und schließlich Lösung des Falls. Unterhaltsam, spannend und mit einem fantastischen Blick fürs Detail führt uns Schwarzer an die Fälle ran. Das Schöne: Sie erklärt auch, wie es zu der “Tat” kommt, beschreibt den Täter und seine Motivation - meistens Heißhunger - und damit nicht genug, sie erklärt uns, wie wir selbst “Beihilfe zur Tat” leisten können. Ob Käfer, Fliegen, Vögel (da sind anscheinend manche Meisenarten besonders kriminell zu Wege), Waschbären, Mäuse, Pflanzen, Kröten, Ameisen, Läuse, und ja, sogar der Mensch werden da als Übeltäter entlarvt.

    Jedes Kapitel hat einen humorvollen Titel, wie “Krawall im Kräuterbeet”, "Schlankheitskur für die Fette Henne”, “Der apokalyptische Schneckenreiter” oder mein Favorit “Summ mir das Lied vom Tod”. Diese Titel erhöhen die Neugier der Lesenden auf den Mordanschlag oder Raub, oder erinnern uns an manche unserer eigenen Laster: “Nächtliche Heißhunger-Attacken”. Wer kann da diesem Buch widerstehen?

    Die Aufnahmen sind wunderschön und exakt, so dass wir Sympathie für die Täter entwickeln können. OK, ich tue mich schwer, eine Kröte als sympathisch zu empfinden, aber wie Elke Schwarzer zeigt, hat auch sie ihre Daseinsberechtigung.

    Ich oute mich: ich bin eine von jenen, die Blattläuse vernichten. Vor allem, wenn ich Holunderblütendolden für Sirup pflücken will. Oder Nacktschnecken aus dem Salatbeet entfernt und sie den Hühnern hinwirft! Aber dieses Buch eröffnet neue Perspektiven. Fällt mir zwar schwer, an ihre Existenzberechtigung zu glauben, aber “Im Zweifel für den Angeklagten” (Nur bitte nicht auf meiner Holunderblütendolde). Immerhin, so weit war ich schon vor diesem spannenden Buch: Ich entferne keine Raupen mehr von Brennnesseln, denn daraus werden die wunderschönen Tagpfauenaugen, Kleiner Fuchs oder Admiral, Schmetterlinge, die in den letzten Jahren leider Seltenheitswert haben.

    Der Ulmer Verlag hat einen Meistergriff mit diesem Buch getan.

  • "beschreibt den Täter und seine Motivation - meistens Heißhunger -"

    Wäre mir bei Nacktschnecken nie in den SInn gekommen. Ich halte sie für Künstler. "Kunst ist weglassen", sagt ein Sprichwort. Und ja, sie lassen bei mir mit Vorliebe Keimblätter von Bohnen weg - und hinterlassen oft bizarr stehende Stengelreihen. Das ist eines Caspar David Friedrichs würdig. Er ließ auchoft weg, schuf Landschaften, die es oft so nie gab und konzentrierte sich auf das Wesentliche.

    Nein, das scheint ein wirklich interessantes Buch zu sein, und ich werde es mir vielleicht kaufen.

  • Kleine Dramen im Beet – ganz groß erzählt

    Mord im Nacktschnecken‑Milieu“ hat mich sofort abgeholt. Nicht, weil es ein Krimi wäre – das ist es nicht –, sondern weil Elke Schwarzer es schafft, die alltäglichen Rätsel im Garten so charmant zu erzählen, dass man plötzlich selbst wie eine Ermittlerin durchs Beet geht. Der Ton ist warm, witzig und nie belehrend. Man merkt, dass hier jemand Natur liebt und Humor als Werkzeug benutzt, nicht als Deko.

    Die Fälle sind kurz, originell und überraschend lehrreich. Dazu kommt eine wirklich schöne Gestaltung, die das Buch zu einem kleinen Genuss macht. Wer allerdings eine durchgehende Handlung erwartet, wird hier nicht fündig. Es ist eher ein Spaziergang durch 20 kleine Garten‑Tatorte – und genau das macht den Reiz aus.

    Fazit

    Ein liebevoll gestaltetes, kluges und humorvolles Naturbuch, das den Blick auf den Garten verändert. Kein Krimi – aber ein Vergnügen für alle, die gern genauer hinsehen.

    Jeder Tag den man ohne in einem Buch zu lesen verbringt ist ein verlorener Tag. Außer du triffst dich mit Freunden. :-)