Arturo Pérez-Reverte - Der Italiener
Kurzbeschreibung von Amazon:
Bucht von Gibraltar 1942: Nachts am Strand findet die Buchhändlerin Elena Arbués einen schwer verletzten Taucher und schleppt ihn in ihr Haus. Kurz darauf wird er von Unbekannten abgeholt. Wochen später begegnet sie ihm im Hafen von Algeciras wieder. Zwischen den beiden entflammt eine waghalsige Liebe und sie erfährt, wer er wirklich ist: Teseo, ein Kampfschwimmer der italienischen Marine-Spezialeinheit X MAS, sabotiert britische Schiffe. Als Spanierin hat Elena Zugang zur britischen Exklave und soll nun für die Italiener die Lage auskundschaften. Immer tiefer verstrickt sie sich in ein lebensgefährliches Netz aus Täuschung und Verrat. Erst Jahrzehnte später vertraut Elena dem Autor ihre unglaubliche Geschichte an.
Mein Eindruck:
Es ist mein erstes Buch dieses Autors und ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, dass er zwar die Geschichte von Elena und Teseo erzählt, aber auch erzählt, wie die Geschichte zustande kam und man ihn selbst in der Recherche und seinen Gesprächen begleitet, so dass das Buch zwischen zwei Zeitebenen hin und her springt.
Der Hauptteil der Geschichte spielt jedoch 1942/1943 und behandelt, dass italienische Kampftaucher Angriffe auf britische Schiffe verüben. Der Klappentext sagt dabei bereits ansonsten sehr gut, was in der Geschichte passiert.
Das Ganze entwickelt sich dann schnell zu einem Spionageroman mit Prota- und Antagonisten, wobei viele Szenen geradezu einfühlsam sind. Insbesondere der Umgang der Italiener und Briten innerhalb der Marine zeigt, dass vielfach der Respekt dennoch sichtbar war, obwohl man "verfeindet" agieren musste.
Die Liebesgeschichte zwischen Teseo und Elena beginnt zart und bleibt wie ein leichter Hauch immer im Hintergrund präsent, wurde mir aber fast zu wenig spürbar erzählt. Die Militärgeschichte / Spionagehgeschichte war für mich der stärkste Part des Buchs.
Ich kann mich da dem Kommentar auf der Verlagsseite nur anschließen:
Zitat„Der Autor liefert mit der Schilderung nächtlicher Missionen, in denen sich jeweils zwei Taucher auf bemannten Torpedos durch Kettensperren dem Hafen von Gibraltar nähern, die stärksten Kapitel in seinem Roman.“
ORF / Ö1, Josef Manola
Die Geschichte war interessant, aber ich konnte emotional nicht oft / lange "mitgehen", das liegt sicherlich auch daran, dass Teseo professionell, aber deutlich wärmer/weicher ist als Elena, die man die meiste Zeit über begleitet. Sie wirkte auf mich oft eher kühl.
Dass im Krieg die Wahrheit zuerst stirbt, ist auch in diesem Buch an vielen Stellen so, gerade im Rahmen der britischen Ermittlungsarbeiten.
Es war ein interessantes Buch über eine Zeit und eine Situation, die ich so im Detail nicht kannte, aber ich würde es nicht nochmal lesen.
6 Punkte.
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ASIN/ISBN: 3852569192 |
