Der Menschen dunkles Sehnen, 1.Teil - Susan Hill

  • Originaltitel: The Various Haunts of Men
    559 Seiten



    1.Teil, Detective Chief Inspector Simon Serrailler (Trilogie)



    Autor:
    Susan Hill, geboren 1942 in Scarborough, begann schon als junge Frau zu schreiben. Sie hat zahlreiche Romane, Jugendbücher, Hörspiele und Sachbücher veröffentlicht.


    Mit ihrer neuen Trilogie hochklassiger Kriminalromane erobert sie derzeit eine riesige Fangemeinde.
    Susan Hill lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in einem Landhaus in Gloucestershire.


    Ein neuer Stern am Spannungshimmel - Susan Hill schreibt atemberaubende Kriminalromane in der Tradition von Elizbaeth George und Ruth Rendell.



    Inhalt:
    Im englischen Kathedralstädtchen Lafferton scheint die Welt noch in Ordnung. Familien gehen ihren Geschäften nach, der Kirchenchor und ein engagiertes Arztehepaar sorgen fürs Gemeindewohl, und über allem thront ein grüner Hügel, den Sportler und Flaneure zu fast jeder Stunde bevölkern.


    Als eine alleinstehende 53-jährige Frau beim Joggen im Nebel verschwindet, will die Polizei den Fall schnell zu den Akten legen. Ist sie nicht eine Erwachsene, die gehen kann, wohin sie will? Nur Kommissarin Freya Graffham hat ein ungutes Gefühl - vor allem als sie im Küchenschrank der Vermissten einen seltsamen Fund macht.


    Bald darauf kommt eine weitere Frau nicht mehr von ihrem Morgenspaziergang auf dem Hügel zurück. Hat all das mit dem "Heiler" zu tun, der im Nachbarstädtchen sein versponnenes Unwesen treibt? Dort, wo sich seit längerem eine eigenartige Esoterik-Szene ansiedelt? Mehr Menschen verschwinden, sogar ein kleiner Hund, und die Hinweise auf einen teuflisch raffinierten Täter mehren sich - einen Täter, der die Wissenschaft vom Körper liebt...


    Ganz langsam kriecht das Böse in die heimeligen Gässchen von Lafferton. Fast jeder könnte der Schuldige sein, jeder hat Brüche in seinem Leben, wenn man nur genau genug schaut - bis hin zum rätselhaft-schöngeistigen Polizeichef Simon Serrailler, Freyas großer heimlicher Liebe.


    Und die junge Kommissarin lässt nicht locker, bis sie entdecken muss, was all jene verbindet, die niemals von Laffertons idyllischem Hügel wiederkehren...



    Meine Meinung:
    Ein toller Krimi, der sehr lange total unblutig und eigentlich auch ohne Leichen auskommt und trotzdem eine Spannung aufbaut.


    Die erste Hälfte liest sich fast wie ein Familienroman, aber sehr interessant und nie langweilig. Die einzelnen Personen sind sehr detailliert und liebevoll gezeichnet und jeder für sich ist eine kleine Persönlichkeit. Das gleiche trifft auch auf das Umfeld zu, welches auch sehr ausführlich beschrieben wird, wie z.B. die Häuser der einzelnen Personen und die heimelige Ortschaft.


    Trotzdem alles so gemütlich und vertraut wirkt, verschwinden dauernd Menschen und es werden keine Leichen gefunden. Also alles sehr mysteriös, noch dazu, da es im Nachbarort sehr viele Heilpraktiker gibt, darunter auch Scharlatane.


    Zwischendurch erfährt man immer wieder ein Stück mehr aus dem Leben des Mörders, welches er auf Tonbändern aufzeichnet, aber immer ohne seinen Namen zu nennen. Man kann also richtig schön mitraten und überlegen, wer es denn sein könnte.


    Ein Krimi, der mir, obwohl er eher zu den "stillen" gehört, recht gut gefallen hat. Da dies der erste Teil einer Trilogie ist, freue ich mich schon auf die noch kommenden Bücher.

  • Das subt bei mir auch noch rum. Nach deiner tollen Rezi überleg ich grad, ob es nicht etwas nach oben rutscht. Mal schaun.


    Auf jeden Fall: DANKE für Rezi.


    lg primavera

  • Mensch, jetzt bist Du mir zuvorgekommen. Ich habe das Buch gerade heute morgen ausgelesen und wollte jetzt meine erste Rezi schreiben.
    Pech gehabt!


    Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen, obwohl Susan Hill ein drittel des Buches darauf verwendet, die einzelnen Personen näher zu beschreiben, bis es dann endlich an Spannung zunimmt. Allerdings fühlt man sich nach dieser langen Einführung den einzelnen Personen und dem Dorf in dem die Geschichte spielt sehr nahe und man meint, schon einmal dort gewesen zu sein.


    Fängt es dann aber erst mal richtig an spannend zu werden und weitere mysteriöse Fälle auftreten, kommt man aus dem Ratespiel nicht mehr raus. Man erlebt einige Überraschungen und ich war am Ende sogar über eine Wendung der Geschichte etwas empört, nicht weil sie nicht gut war, nein, sondern weil ich es mir anders gewünscht hätte.


    Für mich ist ein Buch erst dann gut, wenn man nach seinem Ende noch eine Zeitlang in Gedanken in der Geschichte verweilt. So geht es mir jetzt gerade und obwohl ich mir gerne ein neues Buch aussuchen möchte, habe ich damit Schwierigkeiten, weil ich in Gedanken immer noch in Lafferton bin.


    Wie fandet denn ihr das Ende?


    Gruß,


    Sveazoelean :wave

  • Primavera


    Da bin ich schon sehr auf deine Meinung dazu gespannt. Wünsche dir viel Vergnügen beim Lesen. :wave



    sveazoelean


    Das tut mir jetzt sehr Leid, ich hätte dir gerne den Vortritt gelassen. Habe es schon im Juli gelesen, aber ich bin jetzt erst nach einer Sommerpause wieder im Forum und habe daher die Rezis aller meiner in der Zwischenzeit gelesenen Bücher auf einmal hereingestellt.


    Übrigens das Ende das du meinst, hat mich auch sehr überrascht, will aber darüber nicht mehr schreiben, damit nichts verraten wird. :wave

  • Dieses Buch habe ich gerade in der Orginalfassung ("The Various Haunts of Men") gelesen. Wahrscheinlich bin ich selbst schuld, dass ein Teil der Spannung verlorenging, denn ich hatte wohl zu viele Rezis und Meinungen zu dem Buch gelesen und einige davon enthielten reichlich eindeutige Andeutungen zum Täter und zum Ende.


    Trotzdem: Mir war zu schnell klar, wer der Täter sein musste. Außerdem plätscherte alles so dahin. Viel Privatleben der Ermittlerin, wenig Krimi. Nett, aber nicht mehr.


    Aktuell lese ich den Nachfolgeband ("The Pure in Heart"). Mal schauen, ob der besser ist.

  • Meine Meinung:


    Mit "Der Menschen dunkles Sehnen" liegt ein ganz außergewöhnlicher Krimi in bester britischer Tradition vor, der für alle Liebhaber des leisen und eher unblutigen, dafür aber psychologisch raffinierten Kriminalromans absolut zu empfehlen ist. Außergewöhnlich ist dieser erste Teil der Reihe um Simon Serrailler gleich in mehrfacher Hinsicht: Zum einen stehen hier die Charaktere und nicht das Verbrechen eindeutig im Mittelpunkt. Sie sind präzise und so lebensecht beschrieben, dass sie schon bald wie gute Bekannte erscheinen und nicht wie Figuren aus einem Kriminalroman. Für diese Charakterisierung nimmt sich Susan Hill viel Zeit und Raum, insbesondere im ersten Drittel des Buches steht das Kennenlernen dieser Figuren im Vordergrund. Was sich hinter dem Verschwinden der Frauen verbirgt, wird dem Leser dank der parallel geschilderten Tonbandaufzeichnungen, die eine Art Tagebuch des Täters darstellen, ersichtlich. Durch diese Aufzeichnungen kann bei der Suche nach der Identität des Täters mitgerätselt werden. Die Auflösung im Buch ist überraschend, aber schlüssig, verläuft aber relativ unspektakulär. Auf ein furioses Finale muss der Leser dennoch nicht verzichten, allerdings ist dieses Finale so außergewöhnlich, dass ich ungläubig zurückblättern musste, weil ich es einfach nicht fassen konnte. Ein absolut empfehlenswerter typisch britischer und doch "anderer" Krimi, den alle lieben werden, die fein gezeichnete Charaktere und subtile Spannung einem blutigen und actionreichen Thriller vorziehen!


    Von mir 9 Punkte! :anbet

  • Ich bin jetzt auch fertig und kann mich den anderen Posts nur anschließen. Sehr unblutig, wenig Spannung, aber trotzdem nett. Ich werde wahrscheinlich schon die beiden anderen Teile lesen, aber nur weil ich sie aus der Bücherei bekommen kann. Wenn ich sie kaufen müsste, würde ich es mir überlegen.


    Von mir gibt es 7 Punkte.

    Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.
    - Cicero


    :lesend Harlan Coben - Ich vermisse dich

  • Ich habe meinen 1. Susan Hill Roman fertig gelesen, und er hat mir sehr gut gefallen. Eine Krimi-Lady, die es versteht, auch ohne Schock-Effekte und Schilderung von grausigen Szenen, Spannung zu erzeugen und den Leser zu fesseln. Mit dem nächsten Buch von S. Hill "Des Abends eisige Stille" hab ich jetzt begonnen.

  • Wie so oft hatte ich das Feld von hinten aufgerollt und als erstes den letzten Teil gelesen. Dann ist mir dieses Buch in die Hände gefallen und ich war angenehm überrascht, die Anfänge der schon bereits bekannten Personen kennenzulernen. Besonders, wenn man die Ereignisse des vierten Bandes schon kennt *g*. Wäre das mein erstes Buch von Susan Hill gewesen, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen, ein bisschen langatmig war es schon. Den Täter kannte ich nicht von Anfang an, da hat die Autorin es geschickt verstanden, immer wieder falsche Fährten zu legen. Die Einführung der Personen war sehr detailliert und geruhsam, besonders habe ich mich über Meriel und Chris gefreut.


    Das Ende fand ich unnötig, so wie es war, besonders wenn man schon weiß,

    .


    Einen weiteren Band habe ich noch im SUB, da ich auch mehr Wert auf die Entwicklung der Charas lege, werde ich ihn bestimmt auch noch lesen und dann wahrscheinlich endlich die Entwicklung des letzen Bandes besser verstehen.


    LG
    Patty