'Buddenbrooks' - Teil 01 - 02

  • So, dann fange ich mal an. Ich hab zwar bis jetzt erst den ersten Teil gelesen, aber trotzdem.


    Ich bin gleich gut in das Buch reingekommen. Die Sprache gefällt mir ganz gut, obwohl sie etwas "veraltert" ist, würd ich mal sagen. Aber es passt zum Buch. Ganz klar.


    In diesem ersten Teil bekommen wir viele Familienmitglieder vorgestellt. Thomas Mann beschreibt sie sehr ausführlich. Gefällt mir gut. Ebenso wird das gesamte Umfeld (Haus, Garten, etc.) beschrieben. Ich kann es mir sehr gut vorstellen.


    Hilfreich dazu ist natürlich auch Wikipedia, wie im anderen Thread schon geschrieben wurde. Da kann man mal kurz was nachlesen.


    Zur Courantmark hab ich dieses hier noch gefunden: klick


    Zum Schluss dieses Teils bekommt auch schon die ersten Probleme der Familie mit. Ein Sohn wollte bzw. will nicht so, wie der Vater es möchte...
    Zuviel möchte ich nicht verraten.

  • Sogleich lernt man in diesem berühmten Generationsroman schon mal 3 von 4 Generationen kennen.
    Mir gefällt Opa Budddenbrook wie er Tony gegen den Konsul verteidigt.
    Der alte Buddenbrook ist anscheinend gerade heraus und gut gelaunt.
    Er macht sich keinen Kopf, sondern lebt wohl ohne viel in Frage zu stellen. :grin
    Dieser Wesenszug wird bei den anderen Generationen weniger zum tragen kommen.


    Die Konsulin Elisabeth Buddenbrook, geborene Kröger ist auch noch recht locker und leidet genausi wie der alte Buddenbrook und dessen Frau weniger am Leben als die anderen Buddenbrooks.
    Geborene Kröger! Da musste ich an Thomas Manns Novelle Tonio Kröger denken, die thematisch eng mit den Buddenbrooks verwandt ist.
    Ob Thomas Mann die Namensgleichheit absichtlich wählte?


    Das Kinderportrait von Tony finde ich insgesamt orginell geschrieben. :-)


    Zitat

    Original von Primavera
    Die Sprache gefällt mir ganz gut, obwohl sie etwas "veraltert" ist, würd ich mal sagen. Aber es passt zum Buch. Ganz klar.


    Geht mir auch so, obwohl ich den Anfang jetzt etwas anstrengend zu lesen fand. Ich bin auch noch nicht viel weiter, weil mir momentan die Konzentration fehlt.


    Ich lese übrigens eine schöne Buddenbrooksausgabe von 1957 mit der Außenfassade des Buddenbrookhaus in Lübeck.
    (So sieht es von außen ja immer noch aus)
    Hat jemand eine noch ältere Ausgabe?

  • Also, ich bin nicht so leicht mit der Sprache zurecht gekommen, dachte mir: Na, das kann ja heiter werden!
    Aber mittlerweile finde ich Gefallen daran, und amüsiere mich über so manchen Dialog!


    Die genaue Vorstellung des Hauses und der Familienmitglieder ist eigentlich nicht mein Ding, aber beim Weiterlesen sehr hilfreich, denn ich habe nun die Personen genauer vor mir.
    Auch das Haus kommt mir gleich vertrauter vor.....

  • Zitat

    Original von Herr Palomar


    Ich lese übrigens eine schöne Buddenbrooksausgabe von 1957 mit der Außenfassade des Buddenbrookhaus in Lübeck.
    Hat jemand eine noch ältere Ausgabe?


    Ich lese die auf alt gemachte Ausgabe von 1997. Als ich hinten die verschiedenen Auflagen las, hab ich daran gedacht, ob vielleicht so ein altes Exemplar bei meinen Großeltern auf dem Dachboden schlummert. Wissen kann mans nie...

  • Zitat

    Original von Primavera
    Ich lese die auf alt gemachte Ausgabe von 1997. Als ich hinten die verschiedenen Auflagen las, hab ich daran gedacht, ob vielleicht so ein altes Exemplar bei meinen Großeltern auf dem Dachboden schlummert. Wissen kann mans nie...


    Eine vergilbte Ausgabe, die man kaum anfassen kann, mag ich allerdings nicht. Zum Glück ist meine Ausgabe gut erhalten.

  • Ja, mit der Sprache hatte ich auch so meine Schwierigkeiten. Aber das hat sich gegeben. Gerade im 1.Teil wird ja Familie und bekannte, Verwandte usw. vorgestellt, und da hatte ich meine Bedenken, wenn es so weiter geh, ist das nix für mich. Aber, Gott sei Dank, hatte der Herr Mann ein Einsehen, und jetzt ist es ja sehr hilfreich!

  • Ich hab gestern im 1. Teil das erste und zweite Kapitel geschafft, weiter bin ich noch nicht. Die ganzen Personen fand ich erst mal verwirrend, besonders, als es an das Eintreffen der ganzen Leute zum Mittagsmahl ging. Vor allem: Es war nachmittags, 4 Uhr, und die kommen zum Mittagsmahl? :gruebel


    Und bis ich herausfand, dass der Konsul der Sohn vom M. Johann Buddenbrooks ist... Oh mann, aber nun lese ich langsam und konzertriert, dann kriege ich alles mit. Musste gestern aufhören, als die Familie Kröger auftrat, die alten und die jungen, und der Konsul seiner Schwiegermutter die Hand küsste.


    Mir gefällt es bisher auch, mir steht zur Zeit der Sinn nach langsamen Lesen und da kommen die ausführlichen Beschreibungen gerade recht. Das Französische stört mich gar nicht, nur das Plattdeutsche muss ich laut lesen, dann komme ich auch auf die Bedeutung.


    Wikipedia ist dazu ja recht ausführlich, ich mag die Seite gar nicht lesen, aus Angst, etwas zu lesen, was mir den Spaß am Roman verdirbt.


    Hat sonst schon jemand etwas anderes von Thomas Mann gelesen? Ich bisher nicht, nur von Heinrich Mann "Der Untertan".

  • Ne, ich hab noch nie etwas von Mann gelesen. Ausser in der Schule undih kann mich nicht mehr erinnern, aber ich glaube nicht :grin


    Ich bin nun mit dem zweiten Teil auch fertig. Ich hatte viel Zeit zum Lesen und so kam ich gut voran. Die ersten Seiten hatte ich mir auch gedacht: ooh so viele Namen, aber nach den ersten hundert Seiten gehts jetzt eigentlich. Und jetzt sind ja die ersten schon weg gestorben.

  • Hallo ihr Lieben!


    Dank einer Zugfahrt heute konnte ich die ersten beiden Teile in einem Rutsch lesen und ich war sehr überrascht, dass es doch recht gut ging, ich hatte befürchtet, dass die Sprache unverständlicher sein würde, aber um so besser :-]


    Die vielen vorgestellten Personen musste ich mir auch erst einmal sortieren, ich habe mir deshalb gleich einen Stammbaum gemalt und ein Personenverzeichnis notiert. Wenn es jemanden interessiert, kann ich es gerne abtippen und hier einstellen.


    Die detailreichen Beschreibungen finde ich sehr gelungen und wie ihr schon gesagt habt, man bekommt eine ziemlich genaue Vorstellung von den äußerlichen und charakterlichen Merkmalen der Personen. Mir gefällt vor allem, dass ich bei einigen Beschreibungen doch schmunzeln muss, z.B. Herr Köppen oder aber das Ehepaar Oeverdieck (mit seinen Koseworten). Ein bunter Haufen, der sich dort im Haus der Buddenbrooks versammelt hat, und doch fällt ein Schatten auf das Fest, durch den Brief von Gotthold Buddenbrook. Warum der alte Buddenbrook eine solche Abneigung gegen seinen Erstgeborenen hegt, erfährt man im 2. Teil - sehr traurig eigentlich :-(


    @ geli
    Die Buddenbrooks sind mein erstes Buch von Thomas Mann, den Untertan von Heinrich Mann musste ich in der Schule lesen und ich fand ihn grauenhaft - ich glaube ich hab ihn noch nicht einmal zu Ende gelesen :gruebel


    P.S.: wikipedia liefert noch einige interessante Infos zum "Vatermörder" *g*

  • Ich habe jetzt auch gerade Teil 1 beendet. Die vielen Personen fand ich auch verwirrend, ich hoffe, ich habe jetzt langsam den Durchblick. Das Haus von innen konnte ich mir nicht gut vorstellen, da hat es bei mir kurz ausgesetzt :grin Von außen habe ich es ja schon mal in echt gesehen und es ist ja auch auf meinem Cover abgebildet.


    Die Sprache finde ich toll. Ich hatte auch zunächst befürchtet, es wird zu kompliziert, finde ich jetzt aber nicht. Das Plattdeutsche zwischendurch finde ich als geborenes Nordlicht mit plattdütsch snackenden Großeltern auch klasse, und das Französische habe ich auch hergeleitet bekommen.
    Besonders gut hat mir auch die Vergangenheitsform "er schnob" gefallen :lache


    Und wenn ihr schon alles schreibt, der zweite Teil wird besser, dann schnappe ich mir jetzt gleich das Buch und lese noch ein wenig :-)


    milla : Den Stammbaum nehme ich auch gerne :-)

  • Die Buddenbrooks ist mein zweites Buch von Thomas Mann, wir mussten in der Schule "Tod in Venedig" lesen, was mir sowas von ganz und gar nicht gefallen hat.


    Die Sprache der Buddenbrooks ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kommt recht schnell rein. Verwirrend fand ich am Anfang die vielen Namen, aber das gibt sich auch recht schnell.
    Französisch hatte ich als LK in der Schule, das klappt also einwandfrei und im Lipperland wurde/wird auch Platt gesnackt (zumindest von ganz alten Menschen und in den entlegensten Gegenden), daher klappt das auch relativ gut, manches les ich mir auch einfach laut vor, dann versteh ich´s allemal :-).


    Milla, danke für den Stammbaum!!!


    Die ausführlichen Beschreibungen lassen einen alles mehr als deutlich vor
    Augen erscheinen, allerdings dies superoberflächliche Leben ist nicht so mein Ding.


    Bislang gefällt mir die Lektüre aber sehr gut und bestätigt mich in meinem Vorhaben, jeden Monat mindestens einen Klassiker zu lesen!


    bibi

  • Ergänzung zum Stammbaum: Die Mutter von Gotthold heißt wohl Josephine (siehe 2. Teil, 1. Kapitel).


    Sehr skurril finde ich auch Dr. Grabow, vor allem seine Art der Behandlung - er weiß um die Folgen des doch recht ungesunden Lebenswandels seiner gutbetuchten Patienten und doch rät er ihnen immer das Gleiche: strenge Diät (ein wenig Taube, ein wenig Franzbrot) und weiß aber schon direkt, dass dieser Rat nur kurzfristig eingehalten wird :lache


    Im Konflikt mit Gotthold werden die Unterschiede zwischen Johann senior und Johann junior deutlich: Während der Senior einfach nur stur auf seiner Meinung beharrt, windet sich der Junior (wegen seines schlechten Gewissens) hin und her, weiß eigentlich, dass der Ausschluss Gottholds nicht besonders christlich ist, beruhigt aber sein Gewissen mit geschäftlichen Gründen und kommt schließlich zur gleichen Meinung wie der Senior. Habe ich als sehr unsympathisch empfunden.


    Witzig die Geschenke für die Kinder, die sie zur Geburt der jüngsten Tochter Clara bekommen. Alleine daran kann man schon die Charakterzüge der einzelnen Kinder erkennen - wenn diese nicht dadurch weiter gefördert werden... *ggg*


    Tony und Christian sind irgendwie die "schwarzen Schafe" der Familie, wobei ich Christian eher als Familienclown und Tony als zwiespältig empfinde. Ihre teilweise kindlich-grausame und teils hochmütige Art entspricht genau dem Bild der kleinen Prinzessin...


    Die Pensionszeit von Tony hat mir sehr gut gefallen, ich musste an die vielen Internatsgeschichten denken, die ich früher mit Begeisterung verschlungen habe :-]


    Zitat

    Original von bibihexe76
    Bislang gefällt mir die Lektüre aber sehr gut und bestätigt mich in meinem Vorhaben, jeden Monat mindestens einen Klassiker zu lesen!


    :grin Geht mir ganz genauso!!

  • Habe gerade in der Frühstückspause Teil 2 beendet und bin bis jetzt noch sehr positiver Meinung, auch wenn mir das Französisch an der einen oder anderen Stelle schon etwas Kopfzerbrechen bereitet hat (manchmal wusste ich gar nicht, ist das jetzt Platt oder Französisch? ^^; ). Die Sprache ist ungewohnt aber sehr schön. Ich fand zum Beispiel den Ausdruck "Er (Gotthold) begann schon zu liquidieren. " recht interessant. Ich vermute mal, damit ist gemeint, dass er bereits anfing "Geld locker zu machen", aber nicht sein eigenes sondern von der Familie? Hab ich das richtig verstanden?


    Die alten Buddenbrooks waren mir auch sehr sympathisch, allerdings auf den zweiten Blick haben sie auch ihre Schattenseiten, wenn z.B. ihre Kinder nur die Personen heiraten dürfen, die der Vater ausgewählt hat, sonst werden sie verstoßen (womit ich nicht sagen will, dass mir Gotthold leid tut). Andererseits ist das vielleicht auch nur ein Vorwand um das verhasste Kind loszuwerden?


    Jeans Verhalten stimmt mich etwas bedenklich, vor allem sein extremes Gottvertrauen. An einer Stelle wird beschrieben, wie er zur Fassade des Hauses aufblickt wo geschrieben steht: "Dominus providebit" (Der Herr wird vorsorgen). Eigentlich könnte das sein Lebensmotto sein. Egal was ist, Gott wird es schon richten. Ist das nicht vielleicht ein gefährlicher Gedanke, der in einem gewissen Maße zur Passivität auffordert? Zumindest bekommt man den Eindruck, als seine Einträge in das Familienalbum geschildert werden.


    Richtig lachen musste ich beim Ehepaar Oeverdieck. "Du gutes Schnuckeltier." Das war einfach zu herrlich. :rofl Oder auch die Hinweise, wenn jemand in Dialekt verfällt. Bei Dr. Grabow glaube ich, dass er bereits resigniert hat in Bezug auf seine Wohlstands-Kranken. Zumindest wirkt es auf mich so.


    Tony ist mir glaub ich noch am sympathischsten, obwohl sie doch eine recht oberflächliche Person ist. Aber irgendwie hängt die Vorstellung wie sie auf dem Schoß des Opas hockt und den Katechismus rezitieren muss ihr noch ziemlich nach, das fand ich schon ganz niedlich.


    Ich dachte am Anfang, wie genau Thomas Mann die Beschreibungen der Zimmer und des Hauses doch so aus seiner Fantasie schreiben kann, bis sich herausstellte, dass es das Haus wirklich gibt und dass er darin gelebt hat. Da hat er mich aber ganz schön angeschmiert. :lache


    Eine Frage an die französischkundigen unter uns: die Anekdote über Napoleon hätte ich folgendermaßen übersetzt:
    "Diese kleinen Napoleons (die Goldmünzen) mögen die Deutschen gerne, nicht wahr Rapp?"
    "Ja Sire, und den Großen."
    Der erste Satz gibt Sinn, nur die Pointe von Rapp entgeht mir irgendwie. ^^;


    Ich finde es auch interessant, wie die Meinungen der Generationen auseinandergehen als es um Napoleon geht. Die älteren Verklären ihn, die Jungen (vor allem Jean) weißen auf seine Greueltaten hin und zeigen wenig Verständnis für die Bewunderung.


    Ich habe mich auch mal über diesen Zollverein bei Wikipedia informiert, bei diesem Buch muss man wirklich ne Menge nachschlagen, aber das ist ja auch ganz gut so.


    Ach ja, und danke an milla für den Stammbaum, ich war bisher zu faul selber mitzuschreiben. Aber es werden immer mehr Personen, da wird es sich wohl gar nicht vermeiden lassen.


    Edit: Tastatur spinnt.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

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  • Ich bin jetzt auch fertig mit dem zweiten Teil.


    Interessant fand ich ja auch die Szene, in der Jean Buddenbrook seiner Frau die Familienfinanzen offenlegt. Oller Geizkragen ;-)


    Besonders gut gefällt mir, wenn die Personen in den Dialogen in ihren Dialekt verfallen. Das macht das Buch aus meiner Sicht viel lebendiger.