Sy Montgomery - Das glückliche Schwein

  • OT: The good good pig


    Über die Autorin
    Sy Montgomery lebt mit ihrem Mann in New Hampshire. Während der Recherche für ihre Bücher und Filme schwamm die renommierte Naturforscherin bereits mit Zitteraalen und Delphinen im Amazonas, wurde in Zaire von einem wütenden Gorillamännchen gejagt und in Indien von einem menschenfressenden Tiger verfolgt. :wow Weitere Infos unter www.goodgoodpig.com


    Kurzbeschreibung:
    Als die renommierte Tierforscherin Sy Montgomery eines regnerischen Abends ein zitterndes Etwas in einer Schuhschachtel nach Hause transportiert, ist es fraglich, ob das unterernährte Ferkel mit dem Leben davonkommt. Doch Christopher Hogwood, wie sie das Schweinchen nennt, überlebt nicht nur, er gedeiht sogar prächtig und erobert mit seiner Intelligenz und seinem Charme die Herzen aller im Sturm.


    Meine Meinung
    Ein Buch, das harmlos, ereignislos und beschaulich vor sich hin plätschert. Wie komme ich nur dazu, sowas zu lesen? :yikes


    Aaaaaaaaaaaaaaaaber...


    ... das Buch ist fies. Jawollja. Hinterrücks schleicht sich Christopher Hogwood, das nette Schwein, einem ins Herz ein und bleibt dort haften! :wow Und so kommt es, das man dieses nette Buch über ein noch netteres Schwein mit wachsender Begeisterung durchblättert und einfach gerne liest, was ihm da Tag für Tag so widerfährt oder welchen Unfug er sich nun wieder einfallen hat lassen.


    Ein beschauliches kleines Buch mit vielen Schmunzelmomenten und einem Ende, das ... :cry ... aber lest selbst!


    Ein nettes kleines Buch, schnell und absolut kurzweilig zu lesen. Wenn doch nur alle männlichen Schweine dieser Welt so nett wären (ok - DER war billig! :grin).


    Aber das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Richtig feine Lektüre für Zwischendurch - ohne Anspruch, aber auch ohne irgendwelchen Meckerer meinerseits.
    Oink!

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Darauf habe ich auch schon ein Auge geworfen, nach Deiner Rezi steht fest, das muss zu mir. ^^ Hab neulich auch schon beim Hugendubel geguckt, aber nicht gefunden (und zum Fragen war keine Zeit, da war so ne lange Schlange...). Morgen mal im Buchhandel meines Vertrauens anfragen. ^^

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Ich bin als Kind immer auf dem Bauernhof von guten Freunden im Saustall rumgerannt und hab Schweine gezähmt, bis die Freunde sie selbst nicht mehr essen wollten. :lache (wurden dann halt verkauft)
    Nennt mich den Schweine-Flüsterer... *muhaha*

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Das glückliche Schwein – Sy Montgomery


    Vom Leben mit einem außergewöhnlichen Freund


    Dtv, September 2007
    Deutsch von Melusine Stern


    Meine Meinung:
    Auf 285 Seiten erzählt die Naturforscherin und Autorin Sy Montgomery das außergewöhnliche Leben des Christopher Hogwood, einem Schwein, dass sie als Frischling adoptierte. Damals war Chris noch ein kleiner Kümmerling, von den Geschwistern von der Mutterzitze verdrängt und nur am jammern. Aber durch die liebevolle Pflege durch seine neue Familie, Sy und ihr Mann, wächst er schnell zum ausgewachsenen, intelligenten und temperamentvollen Schwein heran, dass nicht nur die Gärten des Nachbarn durchgräbt, sondern sogar durch seinen großen Charakter zum Medienstar wurde.
    Im Alter wird er etwas schwerer und behäbiger, so richtig schön menschlich.

    Sein Lebensverlauf beschreibt die Autorin mit einem einfachen und ungekünstelten Stil. Etwas anderes hätte auch nicht zu Christopher und der Geschichte gepasst.


    Manchmal hätte ich mir gewünscht, Sy Montgomery hätte noch mehr von ihrer privaten Geschichte in Christophers Story eingebaut. Interessantes wird nur angedeutet, wie z.B. ihre konservativen Eltern ihren jüdischen, liberalen Ehemann ablehnen. Auch ihre Karriere als Tierforscherin wird in diesem Buch nicht weiter beleuchtet.
    Christophers Geschichte ist aber konsequent und stimmig und vor allem liebevoll wiedergegeben.


    Ich bin froh, dass ich wenigstens als Leser Christopher Hogwood kennen lernen durfte, da dieses sympathische Schwein schnell zum Freund und Vorbild wird.

  • Wie? Schon fertig?


    Christopher Hogwood ist aber ein nettes Schwein, nicht wahr? Überlegst Du auch schon, wo in Deinem Zuhause (und Deinem Leben) Platz für ein Schwein wäre? :chen

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Zitat

    Original von Batcat
    Wie? Schon fertig?


    Ich hatte heute frei und konnte mich ganz dem Schwein widmen.


    Zitat

    Original von Batcat
    Christopher Hogwood ist aber ein nettes Schwein, nicht wahr? Überlegst Du auch schon, wo in Deinem Zuhause (und Deinem Leben) Platz für ein Schwein wäre? :chen


    Man weiss nie, wann und wo man einer großen Seele begegnet.
    Für alle Fälle halte ich einen Platz auf dem Balkon frei! :grin

  • Ich hab mich in meinem Blog sehr ausführlich zu dem Buch geäußert.


    Das Schwein war ja ein wahrhaft glückliches Schwein. Die Autorin eher ein armes Schwein, und ihre rassistische Mischpoche eine widerliche Saubande. Der Kriegsheld von Vater konnte sich nicht gegen sein dünkelhaftes Weib durchsetzen. Lieber hat er zugelassen, dass seine einzige Tochter wegen des jüdischen Schwiegersohns verstoßen wird, als dass er mal den eigenen Stammbaum geschüttelt hätte um seiner Alten zu zeigen, was da so im einzelnen runterfällt. Als ich "Augusta Black" las und "Österreich-Ungarn" hab ich die Nachtigall schon trapsen gehört.


    Die Erkenntnis über die wahre ethnische Herkunft ihres Gatten hätte ich Sys Mutter, der alten Hex', aus tiefstem Herzen gegönnt. Und zwar rechtzeitig, damit sie noch was hat von ihrem Wissen. Auf dem Totenbett war es zu spät, da hat sie es nicht mehr glauben oder verstehen wollen bzw. können.

    Und was die Autofahrer denken,
    das würd’ die Marder furchtbar kränken.
    Ingo Baumgartner

  • Es hört sich an, als wäre Christopher Hogwood ein besonders liebenswertes Schweineexemplar. :-)


    Vielleicht solltet ihr aber bedenken, dass auch aus unterernährten, vom Hungertod bedrohten Ferkeln ausgewachsene kapitale 2-Zentnerbrocken werden, bevor ihr ein Balkonplätzchen freiräumt. :lache


    Ich gebe zu, dass ich solchen Geschichten zwischendurch auch verfalle. Kennt jemand den Film Charlotte's web? Den habe ich im Original gesehen und hab mich köstlich amüsiert.
    Da geht es auch um ein halbverhungertes Ferkel, dass Freundschaft mit einer Spinne (Charlotte) schließt, die es mit gesponnenen Botschaften im Spinnennetz vor dem sicheren Schlachthoftod zu retten versucht.

  • Zitat

    Original von Vandam
    Ich hab mich in meinem Blog sehr ausführlich zu dem Buch geäußert.


    Das Schwein war ja ein wahrhaft glückliches Schwein. Die Autorin eher ein armes Schwein, und ihre rassistische Mischpoche eine widerliche Saubande. Der Kriegsheld von Vater konnte sich nicht gegen sein dünkelhaftes Weib durchsetzen. Lieber hat er zugelassen, dass seine einzige Tochter wegen des jüdischen Schwiegersohns verstoßen wird, als dass er mal den eigenen Stammbaum geschüttelt hätte um seiner Alten zu zeigen, was da so im einzelnen runterfällt. Als ich "Augusta Black" las und "Österreich-Ungarn" hab ich die Nachtigall schon trapsen gehört.


    Diese Abschnitte waren meiner Meinung nach im Buch so kurz gekommen, dass ich als Leser etwas ratlos war. Dabei ist auch diese Geschichte wichtig und so eng mit der Autorin verbunden, dass es auch für Christophers Geschichte nicht so stark vernachlässigt werden sollte.
    Vielleicht wird man in einem anderen Buch der Autorin iorgendwann mehr erfahren.

  • Zitat

    Original von Idgie
    Kennt jemand den Film Charlotte's web? Den habe ich im Original gesehen und hab mich köstlich amüsiert.
    Da geht es auch um ein halbverhungertes Ferkel, dass Freundschaft mit einer Spinne (Charlotte) schließt, die es mit gesponnenen Botschaften im Spinnennetz vor dem sicheren Schlachthoftod zu retten versucht.


    In deutsch vermutlich Schweinchen Wilbur und seine Freunde.


    Hat zwar nichts mit dem glücklichen Schwein von Sy Montgomery zu tun, ist aber bestimmt witzig.


    Im Original ist der Film ja von den Stimmen her hochkarätig besetzt. John Cleese, Julai Roberts, Kathy Bates etc.
    Sprechen viele Tiere in dem Film?

  • Ich habe mich allen Ernstes gefragt, ob der Autorin überhaupt bewusst war, was da an der Familienfront abgelaufen ist. Sie ist zweifellos eine intelligente Frau, aber vielleicht hatte sie da (noch) nicht die nötige Distanz zu ihrer eigenen Familiengeschichte. Manchmal ist man ja so in seinem eigenen Beziehungsgedöns verstrickt, dass einem Naheliegendes nicht auffällt.


    Mag sein, dass ich aus anderen Gründen eine abweichende Wahrnehmung der Story habe. Mir fehlt die WASPische Perspektive. (WASP: White Anglo Saxon Protestant). Deswegen hätt' ich ja so gern gewusst, wie Howard die Sache sieht. Wir könnten/dürften/müssten ähnlich geprägt sein.

    Und was die Autofahrer denken,
    das würd’ die Marder furchtbar kränken.
    Ingo Baumgartner

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Vandam ()

  • Zitat

    Original von Idgie
    Kennt jemand den Film Charlotte's web? Den habe ich im Original gesehen und hab mich köstlich amüsiert.


    Ich kenne die uralte Zeichentrickfassung "Wilbur im Glück". Das hat wunderschöne Lieder und der Schluß ist ja sooo traurig. :cry Hab mir vor etwa 2 Jahren die DVD gekauft ("Zuckermanns Farm - Wilbur im Glück", mittlerweile heißt es schon wieder anders "Schweinchen Wilbur und seine Freunde ") und war davon total enttäuscht: Neue, völlig demotivierte Sprecher die überhaupt nicht zu den Rollen passten. Bin ich froh, dass ich die alte Fassung noch als Kaufvideo habe. Auf der DVD ist immerhin die englische Version, die ist auch gut. Aber von sonst kann ich von der DVD wirklich nur abraten!!!

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Ich kenne nur die englische Filmfassung mit Julia Roberts, John Cleese, Robert Redford, Oprah Winfrey und vielen anderen. Die Dialoge sind wirklich gut und mir schoss so durch den Kopf, dass die in der Synchronisation leicht verloren gehen. Einen Vergleich habe ich aber, wie gesagt, nicht.

  • Meine Meinung:


    Seit vielen Jahren schon liebe ich die Bücher von James Herriot und bin immer wieder auf der Suche nach etwas ähnlichem. Sy Montogomerys Erzählungen über ihr Leben mit dem Schwein Christopher Hogwood sind zwar ganz anders, aber sie tragen den gleichen Charme in sich wie James Herriots Erzählungen über seine Tiere.


    Die Naturforscherin Sy Montgomery und ihr Mann nahmen eines Tages ein kränkliches, zurückgebliebenes Ferkel auf, das sie Christopher Hogwood nannten. Ihre Erzählung berichtet von der Sorge darüber, ob Christopher überhaupt überlegt, über die Entwicklung zu einem prächtigen Schwein, das zum Mittelpunkt der Familie wurde und viele interessante Kontakte zu anderen Menschen hervorrief. Gleichzeitig berichtet Sy aber auch über sich selbst, ihre Leidenschaften als Naturforscherin, ihre Beziehung zu ihren Eltern und zu ihrem jüdischen Mann und fesselt den Leser mit interessanten und nachdenkenswerten Aspekten ihres Lebens. Ihre Erzählung ist voller Humor und Herzenswärme, in einer einfachen, natürlichen und authentischen Sprache, so dass man es als Leser mehr als bedauert, wenn man dieses kleine Büchlein zu Ende gelesen hat.


    Sy Montogmerys Geschichte um Christopher Hogwood „Das glückliche Schwein“ ist ein humorvolles, nachdenkenswertes und interessantes Buch für alle Tierliebhaber, das auch ideal als kleines Geschenk geeignet ist.

  • Jeder der selbst ein Tier in seinem Haushalt hat weiß, wie sehr diese das Leben beeinflussen und verändern. Jeder Hund, jede Katze ist anders und haben ihre Marotten und die Besitzer machen manchmal die seltsamsten Dinge, um ihrem Liebling die Wünsche zu erfüllen. Wieviel mehr dies für ein Schwein gilt wird einem in diesem Buch deutlich.


    Ich selbst hege ungeheure Sympathien für Schweine und habe einen Großteil meiner Kindheit im Schweinestall einer befreundeten Bauernfamilie verbracht, deshalb gab es in diesem Buch viele Stellen an denen ich mich selbst oder meine rosigen Freunde von damals wiedererkannt habe (es gab dort auch einige ältere Schweine für die Zucht). Schweine sind in der Tat wirklich äußerst intelligent, dabei (meistens) gutmütig und sehr für Zärtlichkeiten empfänglich (ich habe gute Erfahrungen mit der weichen warmen Stelle direkt hinter den Ohren gemacht).


    Christopher ist wirklich ein absolutes Glücksschwein. Als ein Kümmerer wird er vor einem frühen Tod gerettet und in die liebenden Arme von Sy und Howard gegeben. Er wird sehr schnell zum Mittelpunkt ihres Lebens und sorgt vor allem für viele (freiwillige und unfreiwillige) Kontakte mit den Nachbarn. Es ist wirklich sehr unterhaltsam zu lesen, wie Chris sich selber Auslauf verschafft und die Gärten und Rasen der Nachbarn besucht. Es berührt einen, wie viele Menschen dieses Schwein im Lauf seines Lebens kennenlernen und wie tief diese Freundschaften gehen. Chris ist für viele dieser Leute wie ein Seelenklempner. Er hört ihnen zu, grunzt ihnen liebevoll etwas vor, lässt sich verwöhnen und schlemmt stellvertretend für alle die Diät halten müssen. Irgendwie wird man fast neidisch wenn man das liest und würde sich wünschen, selbst ein solches Schwein zu haben, aber da man auch erfährt wie groß so ein ausgewachsenes Vieh denn werden kann, ist das wohl eher ein Problem. So eine Sieben-Zentner-Kanonenkugel auf vier Beinen will gut untergebracht sein.


    Die Verhältnis von Sy und ihren Eltern fand ich auch merkwürdig. Die Sturheit, sogar im Angesicht des Todes, trotz allem den Ehemann des einzigen Kindes nicht zu akzeptieren fand ich wirklich erschütternt. Am schlimmsten fand ich, als die Mutter erfuhr, dass ihr Ehemann selbst eine jüdische Mutter hatte und wie sie das zum Zweifeln brachte ob er denn unter diesen Umständen überhaupt im Himmel sein könnte. Es ist genau diese Art von radikaler Religiosität (egal von welcher Religion) der mich echt abstößt! Sobald jemand behauptet nur er kenne den allein seelig machenden Weg oder Glauben krieg ich die Krise. :fetch Ich halte die Mutter nicht mal für antisemitisch, ich glaube sie denkt so schlicht und einfach von ALLEN anderen Religionen. Jemand der Liebe an Bedingungen knüpft (wie Sy schrieb), kann der überhaupt wirklich lieben?


    Ich hätte mir noch ein paar Bilder im Buch gewünscht, wie Chris als Ferkel aussah und die Weihnachtsgrußkarten. Allerdings habe ich beim Besuch auf der von Batcat oben schon angegebenen HP die Photogallery entdeckt wo genau dieser Wunsch erfüllt wurde. Wirklich schöne Bilder. Hätte es trotzdem besser gefunden, wenn ein paar der Bilder auch ihren Weg ins Buch gefunden hätten.


    Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Paradise Lost ()