Leichenraub - Tess Gerritsen

  • Hmm, scheinbar bin ich die einzige, der das Buch nicht so gut gefallen hat. Ich bin da mit ganz anderen und auch höheren Erwartungen ran gegangen. Mir haben diese Zeitsprünge nicht so gut gefallen und auch von der Thematik her war es nicht so prickelnd. Schade, alle anderen von T. Gerritsen haben mich gefesselt.


    Edit. Punkte vergessen. Von mir gibt es hier nur 6 Punkte

    :winkt Sabine



    SUB 06.02.2018 = 697
    :lesend Maya Shepherd - Die Vereinten

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sabine_D ()

  • Ihr macht mich immer gespannter, ich habe die Jane Rizzoli Serie gern gelesen, die früheren Werke allerdings kann ich überhaupt nicht empfehlen :nono


    Für mich ist Tess Gerritsen an dieser Reihe gewachsen, das Buch subt bei mir noch und wird wahrscheinlich auf dem Urlaubsstapel landen.
    Vielleicht sollte ich aber zur Sicherheit nochmal reinsehen, nicht dass ich die 500g Gewicht an einen Titel verschwende, den ich gar nicht so gut finde :gruebel


    unsichere Grüße von Elbereth :wave

  • Sabine_D ,
    ja, da bist Du wohl allein auf weiter Flur :-)


    Mir hat es ausnehmend gut gefallen. Und ich halte es für einen richtig guten Urlaubsschmöker :wave Elbereth


    Meine Meinung:
    Mal wieder ein Standalone von Tess Gerritsen, auch wenn am Anfang kurz die Gerichtsmedizinerin Maura Isles auftaucht. Allerdings kein typischer Krimi der Autorin, denn hier begibt sie sich auf neues Terrain. Ein Großteil der Handlung spielt in Boston in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dieser historische Handlungsstrang hat mir besser gefallen als der in der Gegenwart spielende Teil. Den hätte die Autorin auch ruhig ganz weglassen können.


    Gerritsen hat sich wieder interessante Charaktere einfallen lassen:
    Die junge Irin Rose Connolly, die miterleben muß, wie ihre Schwester im Krankenhaus an Kindbettfieber stirbt. Sie beschließt, ihre neugeborene Nichte zu sich zu nehmen, obwohl sie selbst kaum genug zum Leben hat.
    Der Medizinstudent Norris Marshall, der wegen seiner bäuerlichen Herkunft nur schwer Anschluß an seine Kommilitonen findet.
    Der junge Oliver Wendell Holmes, Studienkollege von Norris und eine wahre historische Figur, später ein berühmter Arzt und Schriftsteller.
    Charles Lackaway, Sohn aus gutem Haus, der auf Wunsch seiner Familie mit dem Medizinstudium begonnen hat und viel lieber Schriftsteller wäre.


    Ein toller medizinhistorischer Thriller, aber auch ein Schmöker und eine Liebesgeschichte. Drei in eins sozusagen :-].
    Vor allem der historische Teil besticht durch seine dichte, düstere Atmosphäre und die Darstellung der damaligen Lebensumstände. Ich fand es faszinierend zu lesen, wie Anfang des 19. Jahrhunderts die forensische Wissenschaft noch in den Kinderschuhen steckt. Sehr ausführlich schildert Gerritsen, wie Autopsien vorgenommen wurden, wahrlich nichts für einen schwachen Magen. Insgesamt sind die Behandlungsmethoden dieser Zeit eine schrecklich blutige Angelegenheit. Dieses ständige Zuraderlassen!


    Vorurteile und die Unfähigkeit der Polizei führen zunächst auf eine falsche Fährte.
    Nicht ganz überzeugt und auch etwas irritiert hat mich die Auflösung. Denn dieses Ende hatte ich nicht auf meiner Liste.


    Aber insgesamt ein echter Pageturner, den ich ruckzuck weggelesen hatte.

  • Ich kann mich Sabine auch nicht anschließen. Und das obwohl wir oft gleicher Meinung sind. Vielleicht hat dich das Buch einfach auf den "falschen Fuß" erwischt?


    Die Idee mit den Zeitsprüngen fand ich hervorragend gelöst. Vor allem fand ich die Zusammenführung der beiden Stränge sehr geschickt gemacht. Ich mag allerdings auch solche Sachen. Die historische Geschichte fand ich auch sehr interessant. Die Charaktere waren in meinen Augen sehr gut umschrieben. So gut, dass sie einen ans Herz gewachsen sind. Leider nicht mit einem glücklichen Ausgang für alle Personen.


    Ein typischer Tess Gerritsen Roman, der aber in meinen Augen gut neben der Jane-Rizolli Reihe bestehen kann.


    Von mir gibt es 9 Punkte.

  • Zitat

    Original von hestia2312
    Ich kann mich Sabine auch nicht anschließen. Und das obwohl wir oft gleicher Meinung sind. Vielleicht hat dich das Buch einfach auf den "falschen Fuß" erwischt?


    Mag natürlich sein, Hestia. Vll hab ich auch nur auf eine ähnliche Story wie bei den Gerritsen Büchern gehofft. Dies Buch ist so ganz anders, irgendwie. Wenn du verstehst :gruebel

  • Klar verstehe ich es. Es ist zwar im typischen Gerritsen Schreibstil geschrieben, allerdings hat es nichts mit Jane Rizzoli zu tun. Ich habe mich vor dem Lesen drauf eingestellt und auch nicht ganz so hohe Erwartungen gehabt, sondern war eher neugierig, ob die Autorin es schafft mich auch diesmal mit zu nehmen.


    Übrigens gibt es auch ältere Romane von ihr, die ich absolut nicht mag. :-]

  • Ich bin heute fertig geworden und ich bin auch begeistert - sorry Sabine :-) Mich hat die Geschichte im 19. Jahrhundert sehr gefesselt und ich fand die Personen allesamt sehr gut gelungen. Mich hat der West End Reaper so ein bisschen an Jack The Ripper erinnert :-)


    Ich kann das Buch auch wärmstens weiterempfehlen. :winkt

    Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.
    - Cicero


    :lesend Harlan Coben - Ich vermisse dich

  • Zitat

    Original von CathrineBlake
    Ich bin heute fertig geworden und ich bin auch begeistert - sorry Sabine :-) Mich hat die Geschichte im 19. Jahrhundert sehr gefesselt und ich fand die Personen allesamt sehr gut gelungen. Mich hat der West End Reaper so ein bisschen an Jack The Ripper erinnert :-)


    Ich kann das Buch auch wärmstens weiterempfehlen. :winkt


    Wieso sorry? Ist doch in Ordnung. Wäre doch schlimm, wenn wir alle das gleiche mögen würden. :wave

  • Zitat

    Original von hestia2312
    Klar verstehe ich es. Es ist zwar im typischen Gerritsen Schreibstil geschrieben, allerdings hat es nichts mit Jane Rizzoli zu tun.:-]


    Na Gott sei Dank, das Letzte war ja nicht so der Bringer. :wave

  • Meine Meinung


    Positiv ist über diesen Roman zu sagen, dass der Titel passend gewählt wurde.
    Die Gesichte hat mir nicht gefallen, ich hatte, vom Klappentext ausgehend, nicht erwartet, das der Großteil der Geschichte im Jahr 1830 in Boston, USA, spielt. Somit war es für mich ein historischer Thriller, die ich nicht gerne lese. Die Sprache mag typisch für diese Zeit sein, genauso wie die gesellschaftlichen Normen und Standards, die auf mich eher wie Einschränkungen wirkten.
    Die Krimihandlung selbst war eher Nebensache und für mich zu wenig.


    Mir hat es gar nicht gefallen, es reicht nur zu 4 Punkten, gut, dass ich es nur geliehen hatte. Die Einzelromane der Autorin liegen mir wohl nicht so sehr, ich bleibe lieber bei der Serie.

  • Ne, du bist nicht die Einzige, der es nicht gefallen hat. Ich fand dieses ganze historische nicht so gut, gar nicht spannend. :rolleyes Im Klappentext wird es nicht so deutlich. Aber es war nur geliehen, das beruhigt sehr. :grin

  • Inzwischen habe ich LEICHENRAUB auch gelesen. Der Roman war lesenswert, obwohl mir die Rizzoli-Reihe mehr zusagt.


    Der historische Teil war für mich auch zu detailiert und bei manchen Schilderungen hat sich mir fast der Magen umgedreht. :rolleyes
    Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem historischen Teil konnte ich mich in die Geschichte vertiefen und fand sie sehr spannend.
    Ich vergebe 8 von 10 Punkten für diesen Roman. :-)

  • So, hab ihn jetzt auch endlich gelesen und bin begeistert.
    Allerdings hab ich mich auch, aufgrund einiger Rezis hier, auf viel "Historisches" eingestellt gehabt.
    Für einen Tess Gerritsen enthält dieser Roman sehr viel Herz - Schmerz und ein nicht wirklich versöhnliches Ende. *immernochschluchz* :-(


    Für mich mein Monatshighlight. 10 Punkte! :wave

  • Ich habe das Buch gerade beendet und bin begeistert.
    Ich wußte vorher nur, dass es kein Rizzoli Fall ist, mehr nicht.


    Die ersten 50 Seiten haben mich die Zeitsprünge etwas verwirrt, vor allem, da ich die Namen der Medizinstudenten immer verwechselt habe. Aber dann war ich drin in der Geschichte, und sie hat mich richtig mitgerissen.


    Die historische Geschichte fand ich spannend und mitreissend. Die Vorurteile, die Behandlung der gebärenden Frauen etc. habe ich auch schon in anderen Büchern nachgelesen, aber T.G. hat es super umgesetzt.
    Ich habe mit Rose mitgefiebert im Krankenhaus und auch mitgetrauert.


    Die Auflösung war etwas ..... naja......, aber ok. Ich hätte mir einen anderen Mörder besser vorstellen können und die Verwicklungen mit den Abolitionisten waren eher überflüssig.



    Blöd fand ich am Ende nur, das


    Insgesamt ein spannendes Buch, das ich allen Liebhabern historischer Romane weiterempfehlen kann. Von mir 9 Punkte.

  • Zitat

    Original von Knudela
    Blöd fand ich am Ende nur, das



    Darüber musst ich auch schmunzeln. :rolleyes
    Aber weil mich das restliche Buch so begeistert hat, seh ich mal drüber weg. :wave