Leichenraub - Tess Gerritsen

  • Liebe Lesegemeinde!


    Ich bin sicherlich nicht DER Fan historischer Romane. "Leichenraub" war zudem mein erstes Buch von Tess Gerritsen und ich muss sagen, es hat mir nicht nur gut sondern sehr gut gefallen.
    Es ist in der Tat nicht jedermanns Sache, wenn Handlungen parallel in zwei verschiedenen Epochen spielen, aber hier hat es gepasst: Eine Frau kauft ein altes Haus und findet ein Skelett. Sie interessiert sich für die Geschichte und der Leser erfährt nach und nach, was sich damals zugetragen hat.
    In diesem Roman wird dem Leser vor Augen geführt, wie gut es uns und speziell den Frauen in der heutigen Zeit geht: kein Kindbettfieber, geringe Sterblichkeit nach der Geburt der Babys, moderne Medizin, Gleichberechtigung, Absicherung bei Krankheit und Alter, gutes und regelmäßiges Essen etc.. Der Roman dagegen spielt in einer düster und schmutzig gezeichneten Umgebung, vermittelt ein reales Bild und lässt regelrecht Beklemmungen aufkommen. Hinzu kommen brutale Morde und eine "Polizei" samt Ermittlungsarbeit die mit der heutigen nicht die geringste Ähnlichkeit hat. Ergänzend möchte ich anmerken, dass mich die Charaktere überzeugt haben, sie lassen den Leser mitfiebern, mitleiden oder die jeweilige Person verachten.
    Im Anschluss reflektierte ich das Gelesene und war froh heute zu leben und nicht im 19. Jahrhundert.
    Der Schreibstil sagte mir absolut zu: spannende Geschichte leicht und flüssig erzählt, bildhaft beschrieben und eindrucksvoll in Szene gesetzt.
    Als einzigen Punkt den ich zu bemängeln habe, ist folgender:


    Ein schönes Buch für die kommenden langen Herbst und Winterabende.


    Viele Grüße


    René

  • Zitat

    Original von Rene
    Liebe Lesegemeinde!


    Ich bin sicherlich nicht DER Fan historischer Romane. "Leichenraub" war zudem mein erstes Buch von Tess Gerritsen und ich muss sagen, es hat mir nicht nur gut sondern sehr gut gefallen.
    ...


    Dann musst du unbedingt die anderen Bücher von Gerritsen noch lesen :-]

  • Ein interessanter historischer Roman mit medizingeschichtlichem Hintergrund und einer Kriminalhandlung, kein reiner Krimi. Mir hat die Mischung mit den drei Zeitebenen Gegenwart 1888 und 1830 gut gefallen. Lesenswertes Buch.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend

  • Ich höre es gerade als Hörbuch. Hörbüchern richtig zu folgen finde ich immer schwieriger, als ein Buch zu lesen. Ich bin irgendwie nicht so der auditive Typ, schweife gern mit den Gedanken ab... Dennoch krieg ich schon die hauptsächlichen Dinge mit und finde es einen spannenden, außergewöhnlichen Roman! Vielleicht höre ich das Hörbuch noch ein zweites Mal, da komm ich dann bestimmt noch viel besser in die Geschichte rein!

  • Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen wie auch alle anderen Bücher von Tess Gerritsen. Sie hält die Spannung übers ganze Buch aufrecht.


    Es gab nur eine Seite bei der ich mit einer Person mitfieberte: Charly... Er bekam die Hand amputiert. Man hatte ihm Morphium gegeben, doch viel brachte es nicht. OPs waren früher sehr grausam und ich bin froh in dieser fortschrittlichen Welt zu leben!


    Ansonsten fand ich die Geschichte sehr interessant. Allen medizininteressierten und Tess Gerritsen-Fans kann ich dieses Buch sehr empfehlen!

  • Dieses Buch von Tess Gerritsen habe ich doch tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen. Ich bin kein Fan von historischen Romanen, aber diese Story hat mich doch sehr gefesselt. Sehr interessant waren die Einblicke in die damalige Medizin, einiges wußte ich schon ( wo das Kindbettfieber herkam), aber es so eindrucksvoll beschrieben zu bekommen war schon sehr interessant ( ich muß sagen, dass ich stellenweise mit dem Lesen innehalten mußte, weil mir fast schlecht wurde als die Sektionen beschrieben wurden). Die Geschichte um Julia hätte in meinen Augen etwas mehr ausgebaut werden können, das erschien mir etwas farblos


    Alles in allem ein tolles Buch, von mir 9 Punkte.

  • Irgendwie schaffe ich es immer, Bücher von Autoren völlig durcheinander zu lesen...Aber diesmal spielte Jane Rizzoli keine, und Maura Isles nur eine Minirolle, von daher halb so wild.
    Bei "Leichenraub war es der Klappentext, der mein Interesse weckte....
    Vorneweg sei gesagt, das ich dieses Buch gern gelesen habe, denn es war mal etwas anderes von Tess Gerritsen, die sich jedoch trotzdem treu geblieben ist.
    Abwechselnd wird hier in zwei Handlungssträngen erzählt, wobei der gegenwärtige meines Erachtens überflüssig gewesen wäre. Denn die Geschichte der Vergangenheit war so spannend geschrieben, sie allein hätte dieses Buch füllen können.
    Für mich war natürlich der medizinische Aspekt besonders spannend, auch wenn dieser in der Berufsschule schon ausreichend behandelt wurde. :lache
    Egal, das Buch ist spannend, schnell zu lesen und unterhaltsam. Mir hats gefallen - auch wenn ich den gegenwärtigen Teil wie gesagt überflüssig fand.

  • Klappentext:
    Julia Hamill ist schockiert. Die menschlichen Gebeine, die sie im Garten gefunden hat, stammen von einer jungen Frau. Eine pathologische Untersuchung ergibt, dass sie ermordet wurde – und zwar vor zweihundert Jahren. Wer ist die Tote, wer hat sie heimlich verscharrt? Julias Neugier führt sie in die Vergangenheit Bostons, zur medizinischen Fakultät der Universität und zu dem Medizinstudenten Norris Marshall, der hofft, einen gefährlichen Frauenmörder zu stellen – und seine einzige Zeugin in höchste Gefahr bringt …


    Meine Meinung:
    Schon mal vorweg: Wenn ihr euch auf einen Rizzoli & Isles Roman gefreut habt muss ih euch leider enttäuschen. Maura Isles hat zwar einen kleinen Auftritt aber alles in allem geht es um Julia und um das Skelett das in ihrem Garten gefunden wurde. Das Buch war richtig spannend und auch korrupt! Wenn ihr also mehr auf Krimi statt auf die "typische" Pathologie steht dann ist das Buch definitiv was für euch :)