Santa Esperanza von Aka Morchiladze

  • "Santa Esperanza" von Aka Morchiladze


    Santa Esperanza ist eine fiktive Inselgruppe im schwarzen Meer, auf der sich allerlei skurile Typen tummeln: Georgier und Türken, Glücksritter und Tagträumer, Kämpfer und Querulanten, Menschen vergangener Zeiten und von heute.


    "Santa Esperanza" ist nicht einfach ein Buch, sondern eine Sammlung von 36 Einzelheften, die in jeder beliebigen Reihenfolge kombiniert und gelesen werden können. Jedes Heft öffnet ein Fenster nach Santa Esperanza und der Leser wird mit Geschichten über die Historie der Inseln, über das Kartenspiel Inti (das übrigens auch die Vorlage für die Aufmachung der Hefte lieferte: vier Farben mit jeweils neun Heften), über Kriege und die große Liebe überrascht.
    Dabei spielt es keine Rolle, wenn man gerade ein Heft aus dem Schuber gezogen hat, das über mittelalterliche Mönche, Herrscher und Seefahrer berichtet hat und man dann im nächsten Heft die Vorstellung der Tourismus-Homepage von Santa Esperanza findet; letztlich dreht sich immer alles um die Inseln und ihre Bewohner, die tief verwurzelt in den georgischen und den speziellen esperantinischen Traditionen und dennoch der Moderne zugetan sind.


    Mehr als ein Buch - "Santa Esperanza" ist ein Universum.



    Der Autor:
    Aka Morchiladze, geboren 1966 in Tiflis, ist ein georgischer Schriftsteller. Er studierte Geschichte an der staatlichen Universität von Tiflis und war nach seinem Abschluss selbst an der Universität tätig. In den 90er Jahren begann er als Reporter für eine bekannte Tageszeitung zu arbeiten und arbeitet heute als freier Sportjournalist. Außerdem ist er Autor einer eigenen Fernsehsendung zur Geschichte Georgiens und verfasst Skripts für Soaps und Filme. (Quelle: perlentaucher.de)



    Mein Fazit:
    Eine neue Art des Lesens ist geschaffen. Ein Buch mit über 800 Seiten zu lesen ist nicht außergewöhnlich. Wenn das Buch jedoch in eine Vielzahl von Heften aufgeteilt ist, die man nach eigenem Gusto anordnen kann, dann ist das neu und birgt eine Menge Überraschungen.


    Morchiladze erzählt auf sehr eigentümliche Weise allerlei von der Inselgruppe Santa Esperanza. Die Geschichtchen sind leicht und locker zu lesen und grundsätzlich in sich geschlossen, wenngleich sie auf ihre eigene Art - Mosaikstein für Mosaikstein - doch allmählich ein Gesamtbild von Santa Esperanza entstehen lassen.


    Insgesamt hatte ich mir von den Geschichten mehr versprochen, wurde aber von der besonderen Art der Darreichung ausreichend entschädigt.

    "Die Menschen sehen schlechtes Benehmen doch nur deshalb als eine Art Vorrecht, weil ihnen keiner auf's Maul haut!" (Klaus Kinski)

  • Vielen Dank für diese Rezi :-], nur schade, dass die einzelnen Geschichten offenbar deine Erwartungen nicht erfüllt haben, aber du hast recht, die Art WIE macht mich neugierig, ich setze den Schuber deshalb auf jeden Fall auf meine Wunschliste, denn diese Art zu lesen ist mir auch total neu. Was mich noch interessieren würde: Hast du die Hefte wirklich in einer Zufallsreihenfolge gelesen oder hattest du ein System (wenn so etwas überhaupt möglich ist hierbei)?

  • Ich habe das Buch hier stehen (ja, ich bin auch auf die Aufmachung angesprungen :grin und dann gab es das bei arvelle auch noch so günstig).
    Ich habe schon reingelesen - die Idee gefällt mir, der Anfang ist okay, aber richtig beurteilen kann ich es noch nicht.


    Bald gibt es von mir eine ausführliche Meinung, ein paar Bücher müssen diese skurrilen Inseln noch warten. :-]


    Ich hab mir ein System überlegt: ich lese zuerst die Nummer 1 von allen vier Farben und teste dann eine Farbe nach Reihenfolge 1-9, mal schauen, laut Einleitungsheft, sollen dies auf jeden Fall mögliche Lesarten sein.
    Die Idee finde ich auf jeden Fall gelungen und diese Tasche ist toll, wenn auch kleiner, als man sie sich vorstellt.

  • Zitat

    Original von milla
    Vielen Dank für diese Rezi :-]


    Gerne.


    Zitat

    Original von milla
    nur schade, dass die einzelnen Geschichten offenbar deine Erwartungen nicht erfüllt haben


    Ich hatte mir etwas mehr versprochen, aber das ist wohl reine Geschmackssache und soll Dich keinesfalls von der Lektüre abhalten.


    Zitat

    Original von milla
    Was mich noch interessieren würde: Hast du die Hefte wirklich in einer Zufallsreihenfolge gelesen oder hattest du ein System (wenn so etwas überhaupt möglich ist hierbei)?


    Ich war einfallslos und habe die Hefte einfach in der Reihenfolge gelesen, wie sie im Schuber drin waren. Nur das weiße Heft (quasi die Gebrauchsanweisung) habe ich als erstes herausgefischt.

    "Die Menschen sehen schlechtes Benehmen doch nur deshalb als eine Art Vorrecht, weil ihnen keiner auf's Maul haut!" (Klaus Kinski)