'Der Glöckner von Notre-Dame' - 5. Buch

  • Das 5. Buch fängt bei mir an einem Frühlingstag im März im Haus von Fleur-de-Lys an.


    Hier lernen wir also Fleur-de-Lys, die Verlobte des Hauptmanns Phöbus kennen - blind vor Liebe ist in diesem Fall wohl der richtige Ausdruck für sie. ER dagegen benimmt sich auch alles andere als anständig, sensibel wie ein Holzklotz, wie er Esmeralda vorführt in der "feinen" Gesellschaft. Dennoch ist er mir nicht so unheimlich wie Claude Frollo, der sich von Esmeralda ebenso stark, aber auf eine ganz andere Weise angezogen fühlt. Wie er sie beobachtet und Gringoire über sie ausfragt, bereitet mir eine Gänsehaut, er wirkt fast wie besessen von ihr.... Die Szenen in seiner geheimen Kammer tragen zu dem gruseligen Gefühl allerdings noch einiges bei und auch sein Gebaren Phöbus gegenüber. Seine "Besessenheit" gipfelt in dem Mord an Phöbus, der die Liebe und Unwissenheit Esmeraldas schamlos auszunutzen versuchte.


    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Esmeralda die einzige Unschuld inmitten in einem Sumpf von verdorbenen, lüsternen und bösen Menschen (Männern) ist. Wie ein Licht im umgebenden Dunkel, so zumindest der Eindruck dieses Kapitels.


    Und das Ende des Kapitels lässt Schreckliches erahnen:


    Das 5. Buch endet bei mir mit den Worten "Das ist eine Hexe, sie hat einen Offizier erstochen."

  • Mein Anfang und Ende stimmen mit milla überein


    Die Verlobung von Fleur-de-Lys und dem Hauptmann Poebus steht kurz bevor. Und der unschlüssigen kühlen Zurückhaltung des Offiziers war leicht zu entnehmen, daß es sich dabei duchaus nicht um Liebe handelte, wenigstens nicht auf seiner Seite. Sein ganzes Verhalten drückte Unbehagen, ja Gelangweiltsein aus, wie die Subalternofiziere in den Garnisonen es heutzutage wunderschön mit den Worten verraten würden: Was für eine lästige, alte Pute.


    Dann lobhudelt die Mutter von Fleur über die Vorzüge ihrer Tochter und bittet ihn aber redet doch, sagt doch irgendwas. Ihr seid ja so schüchtern geworden.


    weitere darauffolgende Passage
    wir können unsern Lesern versichern, daß Schüchternheit weder zu den Tugenden noch zu den Fehlern des Hauptmanns zählten. ...


    Ich denke daraus sieht man eindeutig, wie lästig ihm die Angelegenheit war und dann taucht unten auf der Straße die tanzende Esmeralda auf und wird zu der Gesellschaft nach oben gebeten. Esmeralda kommt mit ihrer Ziege hinauf und sie war im Augenblick von einer so erlesenen Schönheit, daß es schien, als verbreite sie eine Art nur von ihr ausgehendes Licht um sich. In diesem engen Gemach, in der dunklen Umrahmung von Tapeten und Täfelung wirkte sie unvergleichlich schöner und strahlender als auf dem öffentlichten Platz.


    Die Ziege hat einen Lederbeutel um den Hals und Berangere lockt die Ziege mit Zucker und nimmt den Beutel weg und nimmt den Inhalt heraus. Ein Alphabet war drin und die Ziege sortiert die Buchstaben PHOEBUS.


    Darauf folgte eine Ohnmacht der Mutter und sie verläßt mit der Tochter den Raum. Esmeralda mit ihrer Ziege verläßt durch die andere Tür den Raum und Phoebus weiß nun nicht, wem er folgen soll. ... er geht mit der Zigeunerin.


    Dann erfährt man, daß Claude Frollo gegenüber im Turmzimmer wohnt. Er fragt Gringoire über sie aus und hier ging es mir ähnlich milla, gruselig und ich bin gespannt, wo das noch hinführen wird.


    Esmeralda hat zwei Feinde, einmal Claude Frollo und zum zweiten die Klausnerin im Rolandsturm (ihre Mutter).


    Claude und Phoebus besuchen ein Freudenhaus. Claude versteckt sich, während Phoebus Esmeralda hereinlockt und sie völlig unschuldig glaubt ihm und will sich ihm, all ihren Vorsätzen zum Trotz, hingeben. In dieser Siutation kommt Claude aus seinem Versteck, ersticht Phoebus und flieht durch das Fenster zum Fluß.



    Edit: Tippfehler beseitig, DANKE milla, sehr aufmerksam gelesen :-)

  • Ich muß gestehen, dass ich einen großen Fehler gemacht habe.
    Als ich das fünfte Kapitel gelesen hatte, war ich so extrem neugierig, wie die Geschichte weitergeht, so dass ich vergessen habe mir Notizen zu den einelnen Kapiteln zu machen und mir es jetzt im Nachhinein schwer fällt, mich noch an die einzelnen Abschnitte zu erinnern.
    Aber ich will es mal versuchen:


    Das fünfte Buch beginnt und endet bei mir genauso wie bei milla.


    Mir ist noch sehr gut in Erinnerung, wie Hugo die Reaktion der jungen Frauen beim Eintritt von Esmeralda beschreibt.
    Das war so gut gelungen, dass mir gleich ein dafür heute gängiger Begriff in den Sinn kam: Zickenalarm !! :lache
    Esmeralda tat mir in dieser Situation so unendlich leid.
    Und dann noch mehr als dieser Phoebius ihre naive Liebe zu ihm so schamlos auszunutzen versucht.
    Auch in dieser Hinsicht hat sich das Verhalten mancher Menschen bis zum heutigen Tag nicht erheblich geändert.


    Ich kann nur immer wieder sagen, dass mir das Buch ausgesprochen gut gefällt.
    Victor Hugo beschreibt m. M. n. unheimlich gut und treffend die einzelnen Szenen. Nicht zu viel Worte (mal abgesehen von den Ortsbeschreibungen ;-)), aber denoch anspruchsvoll und eindringlich.

  • Zitat

    Original von Charlotte


    Das war so gut gelungen, dass mir gleich ein dafür heute gängiger Begriff in den Sinn kam: Zickenalarm !! :lache
    Esmeralda tat mir in dieser Situation so unendlich leid.
    Und dann noch mehr als dieser Phoebius ihre naive Liebe zu ihm so schamlos auszunutzen versucht.
    Auch in dieser Hinsicht hat sich das Verhalten mancher Menschen bis zum heutigen Tag nicht erheblich geändert.


    :write völlig Deiner Meinung