Joseph Nassise - Der Schattenseher

  • x Autor: Joseph Nassise
    x Übersetzerin: Heike Holtsch
    x Titel: Der Schattenseher
    x Originaltitel: Eyes to see
    x Reihe: Die Hunt-Chroniken, Band 1
    x Genre: Thriller/Fantasy
    x Erscheinungsdatum: 01. Dezember 2009
    x 352 Seiten
    x PAN Verlag
    x ISBN: 3426283042
    x Erste Sätze: Ich habe mein Augenlicht gegeben, um die Wahrheit sehen zu können. Hätte ich damals aber gewusst, was ich heute weiß, wäre ich diesen Teufelspakt niemals eingegangen. Das sage ich mir zumindest immer wieder, aber in Wahrheit hätte ich es wohl dennoch getan, also zur Hölle mit meinem Selbstwertgefühl!


    Klappentext:


    “Mein Name ist Hunt, Jeremiah Hunt. Seit meine Tochter verschwunden ist, bin ich auf der Suche nach ihr. Die Polizei hat ihre Ermittlungen eingestellt. Aber ich werde niemals aufgeben. Und ich bin bereit, alles zu tun!”


    Wer ihm auf der Straße begegnet, hält Jeremiah Hunt für einen Blinden. Doch der Eindruck trügt: Hunt hat bei einem geheimnisvollen Ritual zwar sein Augenlicht geopfert, doch nun kann er sehen, was den Menschen verborgen bleibt: die Geister der toten, die sich nicht von der Welt der Lebenden trennen können, und die magischen Geschöpfe, die unerkannt unter uns leben. Endlich findet Hunt so auch eine Spur, die ihn vielleicht zu seiner Tochter führt – oder in den Tod …


    Rezension:


    Nachdem mir mein Freund lange davon vorschwärmte, hab ich mich dazu überreden lassen, den ersten Band von den Hunt Chroniken “Der Schattenseher” von Joseph Nassise zu lesen. Ich hätte es schon viel eher lesen sollen… und ärgere mich gleichzeitig darüber, dass ich die Reihe vergeblich begonnen habe. Später mehr dazu, warum das so ist.


    Der Autor hat einen richtig fesselnden und spannenden Schreibstil, so dass man sich fühlt, als wäre man direkt im Geschehen und deshalb das Buch nicht mehr weglegen kann. Die insgesamt 55 Kapitel beziehen sich immer entweder auf die Gegenwart, was den Großteil der Zeit so ist, oder die Vergangenheit und sind dann auch so gekennzeichnet, dass der Leser nicht durcheinander kommen kann.


    Die Kapitel der Vergangenheit beginnen beim Verschwinden seiner Tochter und gehen bis zu dem Punkt, als Protagonist Jeremiah Hunt sein Augenlicht gegen die Fähigkeit Übersinnliches zu sehen eintauscht. Wohingegen die Kapitel der Gegenwart anfangs mit der Sache überhaupt nichts zu tun haben. Hier soll Hunt zum Zeitpunkt der Geschichte nur für einen Polizisten, der von seiner Gabe weiß, ein Verbrechen checken, ob eventuell mehr als menschliches Handeln dahinter steckt. Am Ende verbinden sich Aspekte der Vergangenheit aber mit dem Jetzt und stellen so automatisch den Reihenauftakt dar.


    Jeremiah Hunt ist einer dieser Protagonisten, die sich mit ihrer Art im Kopf des Lesers verankern – es fällt schwer ihn wieder zu vergessen. Vor dem Schlüsselerlebnis in der Vergangenheit ganz anders, ist er nun ein Einzelgänger und ein eher rauer Zeitgenosse. Einer, der zuviel durchgemacht hat, als dass ihn der gewöhnliche Lauf unserer Welt noch interessiert oder gar beeindruckt. Aber gerade durch sein schlimmstes Erlebnis, das man als Leser durch die Rückblenden nach und nach erfährt, schließt man Hunt mitfühlend in sein Herz.


    Ich finde, dass die Geschichte viel Potential hat und verstehe deshalb absolut nicht, warum die Übersetzung ins Deutsche nach dem ersten Band eingestellt wurde, denn auf meine Anfrage an den Verlag dem PAN untergeordnet war, wann denn der nächste Band erscheint, bekam ich die unbegründete Antwort: Überhaupt nicht.


    Fazit:


    Richtig guter Reihenauftakt mit einem wunderbar zynischem Protagonisten und dem perfekten Anteil an Drama, Übersinnlichem und Spannung. Nur schade, dass keine weiteren Bände auf Deutsch erscheinen werden.


    Bewertung:


    8 von 10 Sternen