Der Trakt - Arno Strobel

  • ***** von 5 Sternen


    Sybille wacht auf und weiß nicht wo sie ist, aber sie weiß wer sie ist und macht sich auf den Weg nach Hause zu ihrem Mann. Dieser erkennt sie aber nicht, bzw. hält sie für eine Verrückte. Seine Frau ist vor zwei Monaten entführt worden...
    Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ich fand es richtig gut und habe es sehr gerne gelesen.

  • Arno Strobels "Der Trakt" ist einfach fan-tas-tisch! Ich habe das Buch innerhalb von wenigen Stunden verschlungen, eine Nacht fast nicht geschlafen und dennoch alles aufgesogen, was einfach nur atemberaubend spannend und gut konstruiert war in diesem Thriller!


    In diesem Thriller werden die eigentlich einfachsten Fragen - Wer bin ich? Wo komme ich her? Wer sind meine Freunde und Bekannte? bis hin zu: Wem vertraue ich? - immer und immer wieder auf die Probe gestellt.


    Sybille wacht in einem fensterlosen und kargen Krankenhauszimmer auf, lediglich die Erinnerung an ihre Familie, ihren Mann Hannes und ihren Sohn Lukas, treibt sie an. Doch die Menschen, die ihr so bekannt und alltäglich erscheinen, erkennen sie nicht, sie selbst scheint sich immer wieder nah und bekannt und dann doch fern und fremd zu sein. Sie findet sich in ihrem alten Zuhause zurecht, und wird dennoch verstoßen.


    Auf ihrem Weg erhält sie von unerwarteter Seite Hilfe, zahlreiche Menschen wollen sie unterstützen, aber genauso zahlreich ist die Menge derer, die gegen sie arbeiten.


    Im Endeffekt leidet man das gesamte Buch mit ihr: Wer ist denn nun gut? Wem kann ich vertrauen? Wer erzählt mir die Wahrheit? Kann ich mir selbst, kann ich meinen Erinnerungen trauen?


    Das Finale ist zwar schon etwas erahnbar, sobald man etwa die Hälfte des Buches hinter sich gelassen hat und die Möglichkeiten durchspielt, die sich als Lösung anbieten. Im Buch gibt es ja auch eine Person, die dies immer und immer wieder tut - an einer Stelle jedoch lässt Strobel diese Person denken: Es wäre schon interessant, sich alle Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten zu überlegen. Aber dafür ist jetzt keine Zeit. - Und genau so ging es mir beim Lesen: Ich wollte einfach wissen, welche Wendung noch geschieht, welche Sackgasse sich auftut und wie der Ausweg aus der beklemmenden Situation möglich ist.


    Ich hab selten eine so gut inszenierte und spannende Geschichte gelesen, die zudem auch noch in einem einfachen Stil geschrieben ist, so dass man sie eben einfach nur auf einmal verschlingen kann und will!


    In der Ausgabe, die ich gelesen habe, fand sich hinten noch eine Leseprobe zu Strobels Buch "Das Wesen". Somit ist das Buch nicht ganz so lang wie erwartet - aber das Ende auch nicht (wie ich zuerst gedacht hatte) überfrachtet sondern ausreichend lang. Und man kann die letzten 50 Seiten eben noch in etwas neues hineinschnuppern...

  • Zitat

    Original von Pilvi
    Hach deine Rezi erinnert mich daran, dass ich mir endlich mal "Das Wesen" holen wollte....um mal ein neues Buch von Herrn Strobel zu lesen :)


    Das habe ich auch auf meine Noch-Zu-Lesen-Liste gesetzt, aber weiter hinten... da sie leider schon so lang ist :-) Aber ich glaube, das Buch ist es definitiv wert, gelesen zu werden!!

  • Zitat

    Original von dschaenna
    Aber ich glaube, das Buch ist es definitiv wert, gelesen zu werden!!



    In jedem Falle - es ist ein Buch, welches man kaum beiseite legen kann. :wave

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)

  • Als Sibylle Aurich aufwacht, befindet sie sich in einem Krankenhaus. Doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Abgesehen davon, dass sie sich nicht erinnern kann, was mit ihr passiert ist, benimmt sich ihr behandelnder Arzt äußerst merkwürdig. Und als Sibylle nach ihrem Sohn Lukas fragt, behauptet er, sie müsse sich irren, sie hätte nie einen Sohn gehabt.
    Sibylle flüchtet aus dem Krankenhaus, doch ihr Alptraum ist damit noch lange nicht zu Ende!
    Nachdem ich zuerst „Das Wesen“ gelesen habe, waren die Erwartungen an den Trakt ziemlich hoch – und wurden nicht enttäuscht. Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Der Autor führt den Leser ständig geschickt auf falsche Fährten, bis man kaum noch weiß, wem man nun trauen kann und soll und wem lieber nicht. Ich bin schon total gespannt auf das neue Buch, „Das Skript“.

  • Sibylle Aurich hat einen Alptraum: Ihr Sohn wird in ein Auto gezerrt und entführt. Als sie erwacht, muss sie feststellen, dass sie in einem Krankenhaus zu sein scheint, auch wenn das Zimmer sehr merkwürdig anmutet, es hat z. B. kein Fenster. Und auch ihr Mann Johannes und ihr Sohn Lucas sind nicht bei ihr - was ist passiert? Sie weiß lediglich noch, dass sie mit ihrer Freundin Elke essen war und auf dem Heimweg im Park niedergeschlagen wurden. Was genau ist geschehen?


    Kurz nach ihrem Erwachen teilt ihr der Arzt Dr. Muhlhaus mit, dass sie 8 Wochen lang im Koma gelegen hat. Soweit scheint sie gut genesen zu sein, doch als sie den Arzt nach dem Verbleib ihres Mannes und Sohne fragt, teilt dieser ihr mit, dass sie gar keinen Sohn hat. Jede ihr gestellte Frage des Arztes kann sie beantworten - sie scheint geistig gesund zu sein, doch sie beharrt darauf, dass sie einen Sohn hat. Dr. Muhlhaus beschließt, dass Sibylle weiter im Krankenhaus verbleiben muss, da sie in ihrer verqueren Welt, in der sie der Meinung ist, ein Kind zu haben, sich und andere gefährden könnte. Doch Sibylle gelingt es, den Arzt nieder zu schlagen und zu fliehen. Nur mit einem Krankenhausnachthemd bekleidet, tritt sie die Flucht an und hat Glück. Rosemarie Wengler sieht die junge Frau von ihrem Auto aus und hilft ihr.


    Rosemarie bringt Sibylle nach Hause zu ihrem Mann. Dieser scheint sie nicht zu erkennen, doch Sibylle verschafft sich energisch Zugang zu ihrem Heim. Als sie sich umzieht, sieht sie, dass auf dem gemeinsamen Hochzeitsbild eine andere Frau abgebildet ist. Warum? Als sie herausfinden will, was hier gespielt wird, wird sie von zwei Polizisten erwartet, Kriminalkommissar Martin Wittschorek und Kriminaloberkommissar Oliver Grohe. Es gelingt Sibylle nicht, zu beweisen, dass sie sie ist und wird von daher von den Beamten mitgenommen. Ihre gelingt abermals die Flucht, doch noch immer weiß sie nicht, was passiert ist und warum jeder behauptet, sie hätte keinen Sohn, obwohl sie genau weiß, das Lucas existiert. Sibylle ist auf sich allein gestellt, lediglich Rosemarie steht ihr hilfreich zur Seite. Gemeinsam versuchen sie, das Geheimnis um Sibylle zu ergründen. Dann nimmt Christian Rössler mit Sibylle Kontakt auf, denn auch seine Schwester behauptete, bevor sie verschwand, dass auch sie ein Kind hätte. Wird es den Beiden gelingen, das Geheimnis um die vermeintlichen Kinder zu lüften?


    Ein überaus faszinierendes Katz-und-Maus-Spiel! Der Plot wird aus der Sicht von Sibylle geschildert. Immer wieder fragt sich der Leser, was wahr ist und was Einbildung. Die Figuren wurden sehr detailliert und facettenreich in Szene gesetzt, ganz besonders gut hat mir hier Rosemarie gefallen, ein absolutes Original (60 Jahre alt, gefärbte Haare, unternehmenslustig und dennoch, hart wenn es darauf ankommt). Der Schreibstil war leicht und verständlich zu lesen, vermochte es aber nicht, mich dermaßen zu fesseln, wie es bei "Das Wesen" der Fall war. Dennoch gehe ich schon jetzt stark davon aus, dass das nicht das letzte Buch war, das ich von dem Autoren gelesen habe.

  • Inhalt:
    **********


    Sybille erwacht in einem Krankenzimmer und kann sich nicht erinnern, was mit ihr geschehen ist. Ein Arzt erklärt ihr, dass sie seit zwei Monaten im Koma gelegen hat. Als sie nach ihrem Mann und ihrem Kind fragt, reagiert der Arzt komisch und meint sie wäre noch nicht ganz Genesen, da sie sich einbildet, sie hätte ein Kind.
    Doch Sybille weiß ganz genau, dass sie einen Sohn namens Lukas hat. Ihr gelingt die Flucht aus dem Krankenzimmer. Auf der Straße eilt ihr eine ältere Frau, Rosie, zur Hilfe und bringt sie nach Hause. Als ihr Mann die Tür öffnet, ist er überrascht, denn Sybille weiß zwar alles, ist aber nicht seine Frau, die seit Monaten spurlos verschwunden ist.
    Sofort schaltet er die Polizei ein und lässt die vermeintliche Sybille verhaften. Jedoch kann sie der Polizei entkommen und flüchtet sich zu Rosie. Diese will ihr helfen, ihr Kind zu finden. Während Sybille ihrem Leben hinterher jagt, lernt sie Christian kennen, der ihr genauso helfen will. Nur weiß er mit Sicherheit, dass Sybille kein Kind hat. Für Sybille beginnt ein Martyrium, da sie nicht mehr weiß wer Freund oder Feind ist.



    Meine Meinung:
    ******************


    Von Beginn an, fiebert man mit Sybille mit. Der Autor schafft es einen so in den Bann zu ziehen, dass man gar nicht mehr zu lesen aufhören möchte. Es ergeben sich in der Geschichte immer wieder mal Wendungen, die dazu beitragen, dass das Buch noch spannender wird. Man weiß zwar, dass mit Sybille etwas geschehen ist, aber man tappt im Dunkeln. Ich habe versucht, mir vorzustellen, was ihr passiert sein könnte und warum man sie verleugnet. Als ich mir dann eine mögliche Lösung zurecht gelegt hatte, passierte wieder etwas was meine Theorie über den Haufen geworfen hat.
    Es wurde einfach nicht langweilig und die Auflösung wurde auch nicht zu früh ans Licht gezerrt.
    Bei den Personen die um Sybille herumwuselten, wusste man nicht mehr wer Freund und wer Feind ist. Es ist eine Kunst den Leser so im Dunkeln zu lassen und Arno Strobel beherrscht diese Kunst wirklich gut. Ein echt gutes Verwirrspiel, das zum Weiterlesen anregt und man verschlingt die Seiten. Unbedingt muss man wissen, was mit Sybille geschehen ist. Am Schluss wird man mit einer schlüssigen Antwort zufriedengestellt und ich hab mit einem guten Lesegefühl, das Buch zu Seite gelegt.
    Man kann sich in die Geschichte auch gut hinein versetzen, und es muss schrecklich sein, wenn niemand dir glaubt und wenn man nicht weiß, welche Erinnerungen stimmen. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit hat der Autor gut verarbeitet.


    Ich habe das Buch einfach spannend gefunden und durch die überraschenden Wendungen, wusste man echt nicht mehr wer Freund oder Feind ist. Einfach spannend und gut geschrieben, da es von der ersten Seite fesselt und keine Längen aufweist.


    Wer einen guten Thriller lesen möchte, der ist sicherlich mit dem Buch gut bedient!

  • Hm... naja, gefesselt hat es mich nicht gerade. Aber nachdem ich vorab bereits "Das Wesen" und "Das Skript" gelesen habe, hatte ich vllt. ein wenig zu hohe Erwartungen.


    Die Personen im Buch - allen voran Sibylle - waren mir nicht besonders sympathisch - teilweise haben sie mich sogar ziemlich genervt. Die zum Teil vorhersehbare Geschichte plätschert so vor sich hin, ein von Anfang an nur mäßig vorhandener Spannungsbogen wird für mein Empfinden an keiner einzigen Stelle weiter aufgebaut. Die Auflösung, was denn nun mit Sibylle passiert ist, fand ich von der Idee her zwar gut, die Umsetzung aber lahm und ideenlos. Das Ende im Krankenhaus war mir dann schon wieder zu kitschig.


    Insgesamt würde ich sagen, war "Der Trakt" ganz ok, mehr aber auch nicht. Kein nervenzerreissender Thriller erster Güte, in meinen Augen.


    Immerhin weiß ich ja, dass die nachfolgenden Bücher "Das Wesen" und "Das Skript" für meinen Geschmack um Längen besser sind, so dass ich mich trotz der Enttäuschung bei "Der Trakt" auf weitere Werke des Autors freue.


    Für "Der Trakt" gibt es leider nur 5 Punkte von mir.

  • So ganz kann ich mich der Mehrheit hier, die das Buch sehr gut fanden, nicht anschließen.
    Mich hat etwas gestört, dass im ersten Drittel bereits erkennbar war, wo die Reise hingeht,
    das Ganze war für mich etwas zu weit hergeholt, auch die Spannung hielt sich für meinen Geschmack in einem engen Rahmen. Schade fand ich, dass am Ende

    gar keine Rolle mehr spielten, bzw. nicht geklärt wurde, was mit ihnen passiert.


    Nachdem ich nach der Lektüre von "Das Skript" diesen Autor von meiner Must have Liste gestrichen hatte, habe ich mir im Rahmen des Lieblingsbuch - Event "Der Trakt" ausgesucht,
    natürlich mit dem Gedanken, vielleicht doch noch überzeugt zu werden, das hat aber leider nicht funktioniert.


    Von mir gibt's 5 Punkte

  • mir hat das Buch ganz gut gefallen, obwohl mir die Protagonisten ein wenig zu blass und unsympathisch waren.....aber das ist nur mein persönlicher Geschmack..
    Das Buch war sehr flüssig zu lesen und durch die vielen Wendungen der Geschichte blieb die Spannung immer erhalten.
    Von mir gibt es 7 Punkte

  • Klappentext:
    Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen?


    Meine Meinung:
    Was würdest du tun wenn du in einem Krankenhaus aufwachst und dir niemand glaubt? Niemand glaubt Sibylle dass sie einen Sohn hat, ihr Mann erkennt sie nicht und auch ihre beste Freundin hält sie für eine Unbekannte die ihr nachstellt. Die Suche nach ihrem Sohn beginnt und Sibylle weiß so langsam nicht mehr wer Freund und Feind ist.


    Ein Psychothriller vom Feinsten! Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen! Das Ende ist anders als erwartet und trotzdem hat es gepasst. Kann es nur empfehlen :)

  • Das war mein erster Strobel und ich bin ein bisschen enttäuscht. Vielleicht hatte ich wegen der vielen positiven Meinungen aber auch zu hohe Erwartungen.


    Die Geschichte ist spannend, die Ausgangslage sehr verwirrend und auf den ersten Seiten kaum durchschaubar. Das Problem ist aber, dass ich mit Sibylle kaum etwas anfangen konnte. Ihre Gedanken sind nicht überzeugend, sie ist unsympathisch und so hysterisch (egal wie realistisch es sein mag) dass ich sie als sehr anstrengend empfunden habe.
    Hinzu kommt, dass ich etwa ab der Hälfte wusste, worauf das ganze hinauslaufen wird. Das heißt, die Auflösung barg recht wenig Spannung für mich. Schade.


    Dennoch hat es mich gut unterhalten, der Schreibstil hat mir gefallen und es 'flutschte' trotz der ganzen Kritikpunkte recht schnell mit dem Lesen.
    6 Punkte