'Vom anderen Ende der Welt' - Seiten 210 - 329

  • Dieser Abschnitt hatte es ja in sich, da passiert so viel! Und leider müssen wir Leser uns dabei auch von einigen Personen verabschieden - da müssen einige ihr Leben lassen auf diesem Teil der Reise. Am meisten nahe gegangen ist mir der Tod von Franklin und der von Nat. Franklin war fast schon eine tragische Figur, die Szene, als Mary das Medaillon findet, hat mich sehr berührt.


    Ebenso wie Nats Begräbnis, und dass er an Land beerdigt wird ("Nat's Island" - das finde ich sehr schön). Seth tut mir leid. Erst verliert er seine ganze Familie, und dann entpuppt sich seine einzige Vertrauensperson, Marc / Mary, als Lügner. Kein Wunder, wenn er wütend wird. Aber ich würde mir für ihn wünschen, dass er sich wieder fängt.


    Mary hat sich noch eine ganze Weile als Mann durchgemogelt, auf Tahiti wird sie dann endgültig enttarnt. Es hat mich erstaunt, dass der Kapitän das so gelassen aufnimmt - ob er wohl schon einen Verdacht hatte? Immerhin ist die Situation nicht unproblematisch: einerseits wegen des Aberglaubens, eine Frau an Bord bringe Unglück, andererseits, weil es für Mary nicht ganz ungefährlich ist, wenn es bekannt wird - als einzige Frau unter so vielen Männern, die wochenlang keine Möglichkeit haben, ihre Triebe auszuleben. Da wäre sie als Frau doch quasi "Freiwild".


    Positiv überrascht hat mich in diesem Abschnitt Smutje Henry, der einiges über Kräuter und "Hausmittelchen" weiss und Marc / Mary bereitwillig damit aushilft, als sie keine Medikamente für Seth bekommt.


    So, und nun muss ich dringend weiterlesen - ich hatte einige Tage lang "Leseflaute", aber das lag nicht an diesem Buch. ;-)

  • Ein sehr ereignisreicher Abschnitt mit vielen Toten, vor allem der junge Seth
    hat nun nach Mutter und Vater auch nochseinen Bruder verloren. Schade, dass es auch den netten Franklin erwischt hat. Bei der vom Kapitän angeordneten
    Sonderuntersuchung musste ich breit grinsen, die Freizügigkeit der Tahitianer
    hingegen war auch mir schon aus anderen Filmen und Büchern bekannt, so z.B aus dem oben bereits erwähnten Film "Meuterei auf der Bounty".

    Mögen wir uns auf der Lichtung am Ende des Pfades wiedersehen, wenn alle Welten enden. (Der Turm, S. King)


    Wir fächern die Zeit auf, so gut wir können, aber letztlich nimmt die Welt sie wieder ganz zurück. (Wolfsmond, S. King)


    Roland Deschain

  • Ich war ja immer der festen Überzeugung, dass es irgendwann noch einmal eine unangenehme Begegnung mit dem Vater von Seth geben wird... Tja, anscheinend doch nicht. Dass Nat sich dann noch selbst umbringt, fand ich schon etwas extrem, aber so richtig mitfühlen mit Seth kann ich irgendwie nicht. Aber schön, wie Mary sich seiner annimmt.


    Franklins Tod ist mir da schon näher gegangen. Sein Geheimnis hat mir auch gefallen :)


    Lustig fand ich, dass die Tahitianer Mary sofort als Frau erkannt haben :)

  • Das stimmt eigentlich, zuerst wars die totale Feindschaft und dann hat sich das so mir nichts dir nichts in Wohlgefallen aufgelöst. Vielleicht hatte aber Marc einfach nichts mehr mit ihm zu tun, nachdem er im Quartier der Gentlemen untergebracht war!

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021

  • Zitat

    Original von Mona87
    Ich war ja immer der festen Überzeugung, dass es irgendwann noch einmal eine unangenehme Begegnung mit dem Vater von Seth geben wird... Tja, anscheinend doch nicht. Dass Nat sich dann noch selbst umbringt, fand ich schon etwas extrem, aber so richtig mitfühlen mit Seth kann ich irgendwie nicht. Aber schön, wie Mary sich seiner annimmt.


    Franklins Tod ist mir da schon näher gegangen. Sein Geheimnis hat mir auch gefallen :)


    So verschieden kann man das sehen. Franklins Tod fand ich jetzt nicht soo schrecklich bedauernswert, der Charakter war mir da wohl nicht genau genug gezeichnet, jedenfalls konnte ich mit Franklin nicht soviel anfangen.
    Der kleine Seth hingegen hat mir sooo furchtbar leid getan.


  • Zitat

    Original von Mona87
    Ich war ja immer der festen Überzeugung, dass es irgendwann noch einmal eine unangenehme Begegnung mit dem Vater von Seth geben wird... Tja, anscheinend doch nicht.


    DAS ging mir ganz genau so! Ich war so sicher...


    Ich habe mir leider die Seite nicht notiert, aber irgendwo in diesen ganzen schrecklichen Ereignissen geht es Mary durch den Kopf, dass ihr Vater ihr nie von dieser dunklen Seite seiner Forschungsreisen berichtet hat. Offenbar wird ihr klar, dass es eben nicht alles eitel Sonnenschein ist, fand ich sehr glaubhaft dargestellt.


    Die Tahiti-Szenen gefallen mir immer noch nicht wirklich, aber der Rest entschädigt mehr als reichlich.
    ___


    Leider - na ja, nicht wirklich - fahren wir morgen in den Urlaub und ich werde vermutlich keinen Internet-Zugang haben, weswegen ich meine restlichen Eindrücke und die Rezi voraussichtlich erst in 14 Tagen einstellen kann :bonk
    Aber die Rezi kommt noch - versprochen!