Beiträge von SamtpfoteXL

    Ich habe mich gewundert ‚(und mache es immer noch) das der „weltmännische“ Karl sich von den beiden Betrügern so aufs Kreuz legen lässt. Bisher ist er mir doch als vorsichtig und besonnen in Erinnerung… oder lag es daran, das die Betrüger ihn in englischer Sprache „über den Tisch“ zogen???

    Die Sprache hat sicher eine Rolle gespielt. Aber ich denke auch, dass sich Karl verändert hat durch das, was ihm in den Monaten vor der Überfahrt passiert ist - die Verfolgung durch die Nazis, die Zeit im KZ. Vermutlich ist er dadurch verunsichert und nicht mehr so souverän und weltmännisch wie früher.

    Die Reise auf dem Schiff - der Gedanke, dass U-Boote der Deutschen auf Passagierschiffe schießen könnten, war sehr bedrohlich. Wie gut, dass nichts passiert ist.

    Eine grauenhafte Vorstellung. Einerseits bedeutet die Überfahrt Rettung, andererseits ist man völlig ausgeliefert - ich bin wirklich dankbar, dass ich so etwas nie erleben musste.

    Martha hat gehandelt, wie sie immer gehandelt hat. Nur früher mussten sie nicht rechnen. Ich vermute auch, dass Karl über die wirklichen finanziellen Verhältnisse nicht geredet hat. Aber das hätte er seiner Familie gegenüber tun sollen. Aber Martha hat auch wenig Fingerspitzengefühl gezeigt.

    Ich fand Marthas Einkäufe auch ziemlich gedankenlos. Zwar kann ich mir vorstellen, dass Karl sich nicht näher zur finanziellen Situation der Familie ausgelassen hat, aber ich denke, es hätte Martha klar sein müssen, dass sie nicht mehr so wohlhabend sind wie in Deutschland, und sie hätte schon von sich aus ansprechen sollen, was sie sich leisten können, bevor sie irgendwelche Einkäufe tätigt.

    Die Familie lebt sich so langsam in Chicago ein. Alles ist neu, ungewohnt, die Sprache muss erst noch gelernt werden. Hinzu kommt, dass man nicht mehr wohlhabend ist, so wie man es aus Deutschland gewohnt war. Ganz schön schwer.


    Zum Glück finden Ruth und ihr Vater schnell Arbeit - das fand ich wirklich erstaunlich, zumal Karl ja noch nicht gut Englisch spricht. Interessant, dass dieser Nachteil später geradezu ein Vorteil ist, und er als Vertreter richtig erfolgreich ist.


    Ich glaube nicht, dass Ruth in diesem Job auf Dauer glücklich wird - ihre Tätigkeit ist zu eintönig, das wird ihr sicher bald langweilig werden . Aber vielleicht erkennt jemand, dass sie gut mit Stoffen umgehen und nähen kann, und sie bekommt eine anspruchsvollere Arbeit - ich würde es ihr wünschen.


    Immerhin findet sie in der Fabrik schnell Anschluss und knüpft ein paar - wenn auch eher oberflächliche - Freundschaften.


    Das Verhältnis zu ihrer Schwester Ilse wird sehr vertraut - das finde ich sehr schön. So können sich die beiden gegenseitig etwas Halt geben, denn auch wenn die ersten Schritte gemacht sind, ist so ein Neuanfang in einem fremden Land sicher nicht einfach,.

    xexos , ich glaube, jetzt hat sich Dein Posting damit überschnitten, dass ich meinen Beitrag noch mal editiert habe. Ich zzitiere mich daher nochmal selbst:

    In dem Fall wären diese meine Favoriten:


    Unorthodox von Deborah Feldman (chiclana, xexos, )

    Friedhof der Unschuldige von Andrew Miller (xexos, Tante Li, )

    Das Erbe der Altendiecks von Hendrik Lambertus (xexos, )

    Ich hoffe, das ist spezifisch genug ;)

    Mir sind die Wiederholungen im ersten Abschnitt gar nicht so aufgefallen - mag sein, dass ich sie überlesen habe, zumindest hat mich nichts gestört. Vielleicht auch, weil ich mich gleich wieder sehr in die Geschichte vertieft habe.


    Karl tat mir sehr leid - es ist wirklich bitter für ihn dass er gleich zwei mal auf Betrüger reinfällt. Manche Menschen sind wirklich skrupellos, dass sie Einwanderer, die meistens ohnehin nicht mehr viel Geld haben, auch noch über's Ohr hauen.


    Über Irene habe ich mich geärgert - sie sollte die Familie doch nur für eine Nacht beherbergen, dafür war sie ziemlich abweisend. Sicher, sie hat das erklärt, aber so richtig nachvollziehen konnte ich das nicht.


    Positiv fand ich aber, dass sich Ilse und Ruth so gut mit Irenes Töchtern verstanden haben. Hoffentlich bleiben sie in Verbindung.


    Die Ankunft in der neuen Wohnung fand ich sehr rührend - dass ausgerechnet die Lavendelsäckchen in der Wäsche ein Gefühl von Zuhause vermitteln. Ich stelle mir so eine Situation unheimlich schwer vor. Ein fremdes Land, eine fremde Sprache, alles ist anders als zu Hause - da können solche Kleinigkeiten schon eine wichtige Rolle spielen, ein kleines Stück Vertrautheit herstellen.

    @SamtpfoteXL Abstimmen möchtest Du nicht?

    Ich dachte, das hätte ich damit getan. Wieviel Bücher darf ich denn nennen, drei?


    In dem Fall wären diese meine Favoriten:


    Unorthodox von Deborah Feldman (chiclana, xexos, )

    Friedhof der Unschuldige von Andrew Miller (xexos, Tante Li, )

    Das Erbe der Altendiecks von Hendrik Lambertus (xexos, )

    Ich habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet, bin aber leider nicht eher zum Schreiben gekommen.


    Für mich war das "unspektakuläre" Ende genau richtig - wenn ein Buch einen Showdown à la James-Bond-Film hat, entsteht für mich immer der Eindruck der Autor müsse irgendwie zum Ende kommen, und da könne doch eine gehörige Portion Action nicht schaden. Meiner Meinung nach schadet so etwas sehr wohl, und ich bin ganz froh, dass dieses Buch darauf verzichtet.


    Der große Schurke des Romans ist auf eine Art doch irgendwie dingfest gemacht, denn von seiner Insel kann er nicht ohne weiteres runter und sein bisheriges Leben musste er auch aufgeben.

    Das hat mir auch gut gefallen - klar habe ich im ersten Moment auch gedacht, der eigentliche Übeltäter sei davongekommen. Aber bei genauer Betrachtung ist er das gar nicht - gut gelöst, lieber Dieter :thumbup:


    Überhaupt hat mir das Buch gut gefallen - es war spannend, ohne dabei übermäßig auf Gewalt- oder Actionszenen zu setzen.


    Dankeschön, Dieter, für spannende Lesestunden und für die Begleitung dieser Leserunde. (Trotzdem freue ich mich, dass ich noch zwei Helene-Christ-Romane auf meinem SuB habe ;))

    Ich würde auch gern wieder mitlesen - letztendlich kommt es natürlich auf das Buch an, das ausgewählt wird.


    Bei den bisher vorgeschlagenen sind aber schon einige dabei, die mich interessieren:

    Felix' Tod hat mich erschüttert - oder vielmehr, dass er die Absicht hatte, sich umzubringen. Ich finde es schlimm, wie weit man Menschen treiben kann, indem man sie in Angst versetzt. Und schade, dass sich die Brüder so sehr auseinander gelebt hatten, dass Malte kaum etwas über Felix wusste. Aber so etwas passiert leider. :(


    Liah gefällt mir sehr gut - eine starke Frau und beachtlich, dass sie sich trotz ihrer eigenen Trauer auch noch um Malte sorgt. Vielleicht können die beiden sich irgendwann mal näher kommen, aber jetzt ist es vermutlich noch zu früh. Aber vielleicht hilft es Malte, über den Tod seiner Frau hinweg zu kommen.


    Ansonsten tappe ich ziemlich im Dunkeln - es bleibt spannend. Also auf zum nächsten Abschnitt.

    Eigentlich habe ich schon ein ganzes Stück weiter gelesen, ich hoffe, ich werfe jetzt nichts durcheinander.


    Übrigens gehöre ich auch zu denen, die Venske noch nicht kannten. Ich finde ihn aber ganz sympathisch.


    Im Gegensatz zu Malte - der gefiel mir zwar am Anfang gut, aber in diesem Abschnitt hat er mich wirklich genervt mit seiner aufbrausenden Art. Klar, in seiner Haut möchte ich nicht stecken, da ist einiges auf ihn eingeprasselt. Aber sein Verhalten ist auch nicht hilfreich.

    Was nun letztendlich hinter der ganzen Geschichte steckt, ist mir noch nicht klar. Der Überfall auf die "Weiße Möwe" war sicher kein Piratenüberfall. Aber Krylow (Der Typ ist sehr undurchsichtig und mit einer ganzen Menge Einfluss) steckt eher nicht dahinter - er hätte schließlich sein eigenes Schiff nicht überfallen müssen.

    Allerdings denke ich schon, dass er wußte, dass dieser USB-Stick (oder waren es 2?) an Bord war, bzw. dass er sogar die Überführung des Schiffs dazu benutzt hat, den oder die USB-Stick(s) nach Russland zu schmuggeln.


    Übrigens musste ich gerade erst einmal die Suchmaschine befragen, was denn ein Passivradar ist: Passivradar


    Edit: ich habe gerade gesehen, dass ich tatsächlich etwas vorweggenommen habe. Vielleicht sollte ich besser erst posten, bevor ich weiterlese. :schaem

    Ich bin nun auch durch den ersten Abschnitt durch und musst mich zwingen, nicht gleich weiter zu lesen.

    Krylow hat so etwas ganz Undurchsichtiges an sich und ich kann mir gut vorstellen, dass er mit den Geschehnissen um Felix eng in Zusammenhang steht. Und ich frage mich, ob der Bau der Yacht schon von langer Hand geplant war und nur und ausschließlich dem Zweck der Überführung des USB-Sticks dient.

    Das ist auch meine Vermutung - und es sind schon eine ganze Reihe Zufälle, die sich hier so anhäufen, dass zum Schluss alles passt: Der Bruder des Schiffsbauers hat einen Job (der sich mir noch nicht so ganz erschließt), in dem er mit brisanten Informationen zu tun hat - und zufällig hat er homosexuelle Neigungen, die ihn erpressbar machen.

    (Wobei ich es, wie auch meine Vorschreiberinnen, schrecklich finde, dass das heutzutage noch so ist!)


    Den Überfall auf die Jacht fand ich schrecklich, und ich bin sicher, dass es dabei nicht nur um Geld ging. Danke, Dieter, dass Du uns hier blutige Details erspart hast - die Brutalität des Überfalls war auch so anschaulich genug. Ich schüttele allerdings den Kopf über den Leichtsinn von Karsten - wie kann man einen Maskierten mit Kalaschnikow angreifen? Die Folgen sind schrecklich, und mir tut Malte leid, der nun schon den zweiten Verlust eines nahestehenden Menschen innerhalb von kurzer Zeit verkraften muss.

    Mir geht es ganz ähnlich - einige Passagen im Buch haben mich sehr nachdenklich gemacht. Jetzt ist es ein paar Tage her, dass ich das Buch beendet habe, und die Einzelheiten beginnen zu verblassen. Dass ich natürlich schon wieder ein anderes Buch lese, macht es nicht einfacher.


    Ich war mit dem Ende des Buches nicht ganz glücklich - natürlich hatte ich kein klassisches Happy End erwartet, aber schade fand ich schon, dass der Protagonist im Hard boiled Wonderland letztendlich stirbt. Und ich frage mich nach dem Zusammenhang der beiden Welten - hätte der Protagonist des Hard boiled Wonderland weitergelebt, wenn sich der Protagonist im Ende der Welt entschieden hätte, die Stadt zu verlassen? Ich denke ja - allerdings muss ich zugeben, dass ich die Erklärungen des Professors hinsichtlich der Weichenstellungen / Schaltungen nicht ganz verstanden habe.,


    Im Ganzen hat mir das Buch aber gut gefallen - man konnte sehr schön in diese beiden Welten abtauchen, so etwas kann ich im Moment gut gebrauchen. Es gab einige Dinge, die mich zum Nachdenken angeregt haben, auch das mag ich an Büchern.


    Vielleicht werde ich es irgendwann noch einmal lesen, mal sehen wie ich es dann empfinde.


    Fest steht aber, dass dies nicht mein letztes Buch von Murakami gewesen ist!

    Wow, dieser Abschnitt war ganz schön... ja, ich würde sagen, anstrengend. Auch wenn mir Murakamis Art zu erzählen und auch die Sprache sehr gut gefallen, zog sich die Handlung in diesem Abschnitt doch etwas in die Länge.


    Mir war von Anfang an der Erzählstrang "Ende der Welt" lieber, das hat sich jetzt noch einmal verstärkt. Den Gedanken an eine abgeschottete Welt hinter Mauern und an Menschen ohne Seele finde ich zwar auch bedrückend, aber ähnlich wie Lese-rina finde ich darin einige schöne Sätze, die mich zum Nachdenken anregen.


    Das Hard-boiled Wonderland ist dagegen mehr wie ein Action-Film (erwähnte ich, dass ich keine Action-Filme mag?). Diese nach meinem Geschmack zu ausführlich beschriebene Flucht im Dunkeln ist für mich ebenso beklemmend wie das "Ende der Welt", gleichzeitig wirkt das alles auf mich inszeniert - das dicke Mädchen ist den Weg erst einmal gegangen, kennt sich aber trotzdem bestens aus und legt zudem eine beachtliche Kondition an den Tag. Und natürlich gibt es an genau der richtigen Stelle ein Seil... das habt ihr wohl ähnlich empfunden.


    Davon abgesehen bin ich nicht sicher, wo das Ganze hinführen soll. Warum verschwindet der Professor? Weshalb wurde sein Labor durchwühlt und die Wohnung des Ich-Erzählers verwüstet? Ich bin wirklich gespannt, ob das am Ende alles einen Sinn ergibt.

    Ja, das stimmt! 8| Wobei man das Buch natürlich so interpretieren KANN, aber nicht MUSS. Meiner bisherigen Meinung funktioniert auch "ganz normales" lesen ganz gut. :)

    Das denke ich auch. Für die Diskussion, wie unsere Vor-Leser geführt haben, fehlt mir leider das Hintergrundwissen, da wäre ich dann leider raus. Interessant zu lesen sind die Anmerkungen trotzdem, aber bei den weiteren Abschnitten werde ich das, so wie im ersten Abschnitt auch, erst im Nachhinein tun.

    Den Gedanken mit der unendlichen Geschichte hatte ich auch. :)


    Ich merke, dass ich nach der Arbeit gerne für eine halbe Stunde in den Murakami eintauchen, aber sehr diskussionsfaul bin :| ich hoffe das kommt zurück und ich beteilige mich stärker.

    Kann ich gut verstehen - ich habe auch das Gefühl, man kann in die Geschichte richtig schön eintauchen. Gleichzeitig ist sie aber auch so verwirrend, dass es mir schwer fällt, etwas zu finden, worüber man wirklich diskutieren kann.