Beiträge von SamtpfoteXL

    Inhalt

    Ruth wächst glücklich und behütet auf, sie besucht das Lyzeum, verbringt die Sommer an der See und taucht in der benachbarten Villa des Seidenfabrikanten Merländer in die Welt der Stoffe ein. Mit Begeisterung lernt sie nähen und fertigt aus sorgsam gehüteten Stoffresten kunstvolle Verzierungen und kleine Taschen. Und sie verliebt sich. Kurt ist einige Jahre älter und, genau wie sie, jüdischen Glaubens. Dann kommen die Nazis an die Macht, und all ihre Träume für die Zukunft zerplatzen. Immer häufiger sind sie und ihre Familie Anfeindungen ausgesetzt, wissen nicht mehr, wem sie noch trauen können und stehen schließlich vor der Frage, ob sie ihre geliebte Heimat, Freunde und Verwandte verlassen müssen. Und dann kommt der schicksalhafte Tag, an dem sich das Leben von Ruth mit einem Mal ändert. (Thalia.de)

    Meine Meinung

    Die Geschichte beginnt recht harmonisch: Die Familie Meyer ist recht wohlhabend, Karl Meyer ist in seinem Beruf als Handelsvertreter für Schuhe erfolgreich und kann seiner Familie ein angenehmes Leben ermöglichen. Man zieht in ein neu erbautes Haus, beschäftigt mehrere Angestellte. Das alles wird so detailliert und anschaulich beschrieben, dass man sich fast schon als Teil der Familie fühlte. Ein Wohlfühlbuch, könnte man meinen – wäre da nicht das Wissen, dass auf die jüdische Familie sehr schwere Zeiten zukommen. Und dieses Wissen hat mir beim Lesen ein flaues Gefühl beschert. Im Laufe der Geschichte merkt man, dass die Zeiten immer unruhiger werden, die Restriktionen für Juden nehmen zu, öffentliche Anfeindungen auch. Umso mehr haben mir dann die kleinen Glücksmomente gefallen, beispielsweise, dass Ruth und ihre Familie sich einen Rückzugsort an einem Seitenarm des Rheins geschaffen haben, oder dass ihre Mitschüler trotz der in der Öffentlichkeit immer mehr herrschenden Judenfeindlichkeit zu Ruth hielten und ihr eine Abschiedsfeier bereiteten, als ihr der Schulbesuch verboten wurde. Ulrike Renk schafft es, wie auch schon in ihren früheren Büchern, dass man als Leser an schönen wie auch traurigen Momenten teilhat.

    Fazit

    Unbedingte Leseempfehlung von mir – eine Geschichte, die sich gut liest und trotzdem nachdenklich macht. Das Buch hat mich sehr berührt – und das sage ich nicht oft über ein Buch. Daher volle 10 Eulenpunkte von mir!

    Danke an Ulrike Renk , dass Du mir Ruth und ihre Geschichte näher gebracht hast. (Ein Besuch der Villa Merländer ist schon fest eingeplant!)

    Ein Dankeschön auch an Wolke und den Verlag für das Freiexemplar.

    Dieser Abschnitt hat mich sehr bewegt. Einerseits gab es schöne Momente, wie beispielsweise Ruths Aufenthalt in Nürnberg, aber auch viel Trauriges, wie den Tod von Spitz oder die Tatsache, dass Kurts Familie nach Amerika aus wandern wird.

    Ich kann mir gar nicht vorstellen wie es ist, wenn man nicht weiß, ob man einen geliebten Menschen jemals wiedersehen wird. Schrecklich!


    Die Familie verliert ihre Hausangestellten. Ich habe mich anfangs auch ein wenig über Marthas Aussage gewundert, dass die Mädchen putzen sollen, da sie das neben dem Kochen nicht schafft. Andererseits waren viele Dinge damals zeitaufwendiger und körperlich anstrengender. Hinzu kommt, dass die Situation für die Familie existenzbedrohend war, das hat Martha, die ja ohnehin nervlich angeschlagen und schon zur Kur war, sicher besonders belastet.

    Ich habe mich allerdings gefragt, warum sie nicht Luise als Köchin eingestellt haben, das wäre doch für beide Seiten ein Gewinn gewesen? Aber vielleicht wollte man das Geld für das Personal dann doch lieber sparen, für eine spätere Ausreise - die Papiere zu erhalten, war wohl auch sehr kostspielig.

    In diesem Abschnitt spürt man zwar deutlich, dass die politische Lage immer kritischer wird und man den Juden immer mehr zusetzt, aber andererseits scheint die Familie noch viel zu verdrängen. Mit dem Rückzugsort an der Kull und dem Ausflug zur Weltausstellung bewahrt man sich ein Stückchen heile Welt.

    Insofern war der Kauf des Grundstücks auch eine tolle Aktion von Karl, auch wenn ich erst mal nicht verstanden habe, weshalb er dafür Geld ausgibt, dass die Familie womöglich noch dringend für ihre Ausreise benötigt. Aber vermutlich hoffen alle noch, dass es nicht so schlimm wird und die Familie in Deutschland bleiben kann.

    Dass wir wissen, dass das nicht so sein wird, hinterlässt ein ganz schön flaues Gefühl im Magen. :(

    Arme Leni! Ich hatte gehofft, dass sie der Familie noch lange erhalten bleibt, und statt dessen muss sie sterben. Das war so unnötig, die Meyers hätten ihr bestimmt geholfen, wenn sie von ihrer schwierigen Lage gewusst hätten.

    Es ist zwar schön, dass Ruth und Ilse sich zumindest noch verabschieden konnten, aber sie verstehen nicht, warum sie gestorben ist. Ich glaube, das wird es ihnen noch schwerer machen, damit fertig zu werden.

    Die politische Lage wird immer ernster, Hitler ist zum Kanzler gewählt - noch hoffen alle, dass er nicht lange an der Macht bleibt, aber die Stimmung wird immer schlechter. Diese Szene, als Ruth dieser Gruppe "Brauner" begegnet, hat mir wirklich einen Schauer über den Rücken gejagt. Wie lange die Familie wohl noch unbehelligt weiterleben kann?

    Die Brüder Merländer sind schon etwas sonderbar - ich muss gestehen, als ich las, wie sehr die beiden Rosi verwöhnen, blitzte auch bei mir der Gedanke an Pädophilie auf. Darüber liest man leider zu viel. :( Umso froher bin ich, dass es hier nicht so ist.

    Man spürt, dass die politische und wirtschaftliche Lage langsam ernster werden, was ich sehr bedrückend finde. Mir hat aber gut gefallen, wie die Erwachsenen versuchen, Ruth die Situation zu erklären.


    "Auswandern" ist auch ein Thema, aber Karl sagt noch, dass er sich mehr als Deutscher fühle denn als Jude , und dass er eigentlich nicht auswandern will. Mal sehen, ob er bei dieser Einstellung bleibt, wenn sich die Situation weiter zuspitzt, schließlich muss er auch an die Sicherheit seiner Familie denken. Allerdings ist es sehr teuer und auch schwierig, eine Ausreiseerlaubnis in die USA zu bekommen - das sollten die Meyers lieber frühzeitig planen, aber vorerst scheint man das lieber zu verdrängen. Und Palestina scheint keine Option zu sein.

    Ich fürchte, ich habe ein wenig den Anschluss verloren. Ich habe die Lektüre leider unterbrechen müssen, weil ich verreist war - wieder zurück im Alltag, bin ich dann nicht zum Posten gekommen.

    Es war ein Wagen - ein Adler Standard 6 - du kannst ihn googlen. Damals gab es keine Kindersitze, keine Gurte - Kinder wurden auch in den Kofferraum gepackt, das Gepäck hinten auf den Tritt, aufs Dach und an die Seiten - man war da durchaus erfinderisch und nicht auf Sicherheit bedacht wie heute.

    Danke, das habe ich gleich mal gemacht - und jetzt verstehe ich, wie zwei Familien inklusive Gepäck in einem Auto verreisen konnten ;)


    Dass die beiden Familien sich so gut verstehen, war sicher ungewöhnlich, gefällt mir aber sehr gut. Auch die gemeinsamen Feiertage, Weihnachten und Chanukka, das hat mir gut gefallen - das Buch ist eine richtige Wohlfühlgeschichte. Mir wird aber ein bisschen mulmig, wenn ich daran denke, welche Zeiten den Meyers noch bevorstehen.:(

    Ob das gute Verhältnis zwischen den beiden Familien dann noch Bestand hat? Ich hoffe es sehr.


    Theissen Geld zu leihen war meiner Meinung nach keine gute Idee - hoffentlich bekommt Karl sein Geld zurück.


    Emilie verhält sich merkwürdig - was sollte dieses Geschenk? :gruebel


    Martha ist nun doch noch "auf den Hund gekkommen" - was für ein schöner Zufall! Hach, ich mag diese Geschichte. :-]

    Martha betont öfter, wie gern sie sich mit ihren Töchtern beschäftigt - und dann hat sie nicht die Nerven und Geduld um Ruth die Grundtechniken des Nähens beizubringen?

    Das finde ich gar nicht so ungewöhnlich - jeder hat Dinge, die er gern macht und andere, die er weniger mag. Außerdem hatte ich es so verstanden, dass Marthas Schwiegermutter das Nähen einfach besser beherrscht - sie kann es ihrer Enkeltochter also besser beibringen und gleichzeitig mehr Zeit mit ihr verbringen. Ein Plus für alle Beteiligten also. :)

    Die eingestreuten jüdischen Bräuche und Erklärungen dazu finde ich total interessant. Ich finde es schön, wie Martha und auch Karl immer wieder betonen, dass sie in erster Linie Deutsche sind und dann erst Juden. Wie sie christliche und jüdische Bräuche miteinander verbinden, weil sie den Kinder genau das mitgeben möchten. Es gibt zwar unterschiedliche Religionen, aber trotzdem sind wir alle gleich.

    Das gefällt mir auch sehr gut. Auch dass Martha ihrer Mutter so energisch widerspricht, als es um die Frage des Weihnachtsbaumschmückens geht, hat mir gut gefallen. Emilie hält wohl noch stärker an den Traditionen fest, auch wenn sie nicht streng gläubig ist.


    Ruth wirkt schon recht erwachsen für ihr Alter, allerdings finde ich das nicht so überraschend, wenn sie viel Zeit mit Erwachsenen - Kindermädchen und Eltern - verbringt. Da tut ihr Rosi als gleichaltrige Freundin sicher ganz gut.


    Dass Merländer homosexuell ist, hatte ich schon vermutet - als Mensch kann ich ihn aber nicht so wirklich einschätzen. Als homosexueller Jude kommen auf ihn schwere Zeiten zu.


    Ich finde, das Buch ist bisher eine wunderbare Wohlfühlgeschichte und genau das Richtige in der Weihnachtszeit. Allerdings habe ich schon einen kleinen Kloß im Hals wenn ich daran denke, dass es mit dieser heilen Welt bald vorbei sein wird. Erste Vorzeichen gibt es ja schon.

    Ich muss wohl gestern Abend, als ich mit dem Buch begonnen habe, schon sehr müde gewesen sein, denn die Seite mit dem Tagebucheintrag habe ich glatt übersehen - und mich nun gewundert, worüber Ihr da alle schreibt. :gruebel

    Jetzt habe ich es natürlich nachgelesen und es hat mich sehr berührt.


    In die Geschichte bin ich sehr gut reingekommen, die Figuren waren mir gleich sympathisch und vertraut - mit Ausnahme von Emilie, aber es liegt wohl daran, dass sie ihr eigenes Geschäft geführt hat - da hat sie sich vermutlich diese energische Art zugelegt.

    Da ich in letzter Zeit öfter in Krefeld war, sagen mir auch die Ortsbezeichnungen etwas, was mir noch mehr das Gefühl gibt, mitten in der Geschichte zu sein.


    Was mich ein wenig gewundert hat ist, dass die Meyers, als recht junge Familie, doch sehr wohlhabend zu sein scheinen. Da wird erst ein Mietshaus gekauft, dann ein Grundstück, ein Haus wird gebaut, die Familie hat mehrere Angestellte - sicher ist das Personal günstiger als heutzutage, und die Familie kann neben Karls Einkommen auch noch über die Mieteinnahmen verfügen, aber ich finde sie erstaunlich wohlhabend.


    In diesem ersten Abschnitt deutet noch nichts darauf hin, dass der Familie schwierige Zeiten bevorstehen. Zwar klingt gelegentlich an, dass es Menschen gibt, die den Umgang mit Juden meiden, allerdings scheint die Famile davon noch nicht direkt betroffen zu sein.

    Ich komme mit meinen Theorien nicht ganz weiter.... klar ist, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Tod von Hinz und den Taten von Christine gibt - aber welchen? Christine scheint auf einer Art Rachefeldzug zu sein, wobei sie sehr brutal vorgeht. Aber was ist ihre Motivation. Und wie passt der erste Mord in Wien (der mit dem Video) in diese Serie? War hier derselbe Täter (Täterin) am Werk, oder muss man davon ausgehen, dass sowohl Michael als auch Christine Mörder sind. Vielleicht ist Christine Michael?


    Das Christine Michael ist glaube ich nicht. Der dürfte von den OPs her noch nicht wieder hergestellt sein. Gesicht noch geschwollen, etc.

    Das spricht allerdings deutlich dagegen.

    Und seine Schwester? Hmm, ich glaube es noch nicht. Aber vll bin ich nach dem nächsten Abschnitt schlauer.

    Das war meine anfängliche Theorie - dass Christine nicht wirklich mit 4 Jahren gestorben ist. Es erscheint mir plausibler, allerdings frage ich mich, wo Christine in den letzten ca. 20 Jahren war, und warum sie erst jetzt wieder auf der Bildfläche erscheint. Mal sehen, ob sich das in den nächsten Abschnitten aufklärt.


    Nina und Jasmin betätigen sich als Detektivinnen - nicht ungefährlich, aber ich finde, die beiden sind recht clever, und es überrascht mich gar nicht, dass sie ihre eigenen Ermittlungen anstellen.

    Ninas Mutter finde ich höchst unsympathisch. Warum verbietet sie ihrer Tochter den Umgang mit ihrer Freundin, wo diese doch sicher gerade jetzt Unterstützung und Zuspruch brauchen kann (ich habe nicht den Eindruck, dass sie den von ihrer Mutter bekommt)? Mir kommt es fast so vor, als habe sie etwas zu verbergen und Angst, dass Vater und Tochter Pulaski darauf stoßen.


    Flo gefällt mir sehr gut - ein cleverer und sympathischer Typ, und er und Evelyn sind ein gutes Team.


    So, jetzt werde ich den heutigen Feiertag nutzen um endlich weiter zu lesen, das konnte ich nämlich in den letzten Tagen nicht.

    Ich frage mich auch ob Christine eine Frau ist oder ein Mann, der vielleicht Frau sein willl...

    Interessante Idee, in die Richtung habe ich noch gar nicht gedacht - aber durchaus möglich.


    Das Geständnis von Michael bringt mich jetzt etwas aus dem Konzept. Ist das echt? Er sagt, er sei nicht gezwungen worden, aber irgendetwas stimmt da nicht...:gruebel


    Frau Hinze verhält sich auch sehr seltsam - dass sie so gar nicht wissen will, was es mit dem Tod ihres Mannes auf sich hat ist schon komisch.


    Und dann diese Christine - noch sehe ich keinen Zusammenhang zwischen ihren Taten in Berlin und dem was in Wien oder in Leipzig passiert.


    Höchst spannend, ich muss schnell weiterlesen!


    Ich denke, du schubst uns hier gezielt von einer Spur auf die andere und grinst dir eins, wenn wir dir folgen wie geplant :lache.

    Das vermute ich auch! :lache

    Der erste Abschnitt hat mich schon gleich gefesselt.

    Da treten ja einige unsympathische Zeitgenossen auf! Angefangen von diesem Hotelmanager, über den Kommissar in Wien(wie hieß er auch noch?), der sehr rüde mit dem Verdächtigen umgeht (in seiner Position sollte er so professionell sein, seine persönliche Abneigung für sich zu behalten), über den Oberstaatsanwalt bis hin zu von Kotten senior.


    Auch Michael Kotten ist mir nicht so ganz geheuer, aber ich kann noch nicht beschreiben, weshalb das so ist.


    Sehr heftig fand ich die Reaktion des Vaters - und ich kann mir noch keinen Reim darauf machen. Er äußert sich sehr negativ über seinen Sohn und gibt sich überzeugt, dass er schuldig ist und ins Gefängnis gehört. Die Reaktion finde ich ziemlich überzogen - er hat offensichtlich ein Problem mit der sexuellen Orientierung seines Sohnes, aber dass er ihn deswegen gleich als Mörder verurteilt sehen will, erscheint mir übertrieben. Was da wohl hintersteckt?


    Diese Christine ist ebenfalls sehr mysteriös - ist die Namensgleichheit mit der Schwester von Michael ein Zufall, oder steckt mehr dahinter? Vielleicht ist die Schwester gar nicht tot, sondern nur für den Vater "gestorben"? So heftig, wie er auf Michael reagiert, würde mich das nicht überraschen.


    Jasmin und ihre Freundin Nina recherchieren auf eigene Faust - das finde ich zwar einerseits sympathisch, aber ich habe auch ein leicht mulmiges Gefühl dabei - wenn die beiden sich da mal nicht in Gefahr bringen! Ich glaube nämlich nicht, dass der Tod von Hinze ein Unfall war....