• Diese Billig-CD eines unbekannten italienischen Massenlabels wäre eigentlich nicht erwähnenswert. Aber dann findet man auf dieser CD 2 Stücke von Miles Davis zusammen mit dem letztes Jahr verstorbenen Saxofonisten Sam Rivers. Die Live-Aufnahmen aus Tokyo dokumentieren die einzige Begegnung dieser zwei berühmten Jazzmusiker.


    Zusammen spielen sie das Midtempo-Stück Fran-Dance. Dann
    My Funny Valentine: bei keinem anderen Stück kann man die unterschiedlichen Persönlichkeiten zwischen Miles Davis und Chet Baker heraushören. Chet Baker hat diesen Song immer träumerisch-verloren gespielt. Miles Davis spielt mit Intensität und Tiefe, du er bringt sich ganz ein. Er dominiert in diesem Stück, obwohl auch Sam Rivers ganz gut spielt. Die Rhythmus-Truppe ist mit Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams die Stammbesetzung der sechziger Jahre.
    In kürze wird es durch das Zustoßen von Wayne Shorter Miles Davis zweites großes Quintett. Von ihnen sind 2 Stücke enthalten, live aufgenommen in Berlin.


    Dann sind noch 3 Stücke Miles Davis mit dem Gil Evans Orchester enthalten. 1961 in New York aufgenommen. Das auffälligste davon ist "So What", bei dem ich Wynton Kellys Pianospiel herausstellen würde.
    Es sind noch 2 Stücke zusammen mit John Coltrane, recorded at Newport, enthalten: Walkin, The Theme


    Es sind alles sehr bekannte Stücke. Für jemanden, der noch nicht so viele Miles Davis Live-Aufnahmen kennt, ist diese CD vielleicht eine Alternative, sofern sie günstig aufzutreiben ist.

  • Another Bitches Brew


    Dass ich diese CD besitze, hatte ich schon fast vergessen. Ich hatte sie laut Preisaufkleber einst für 39,90 DM (ein stolzer Preis damals) gekauft. Jetzt habe ich sie im CD-Schrank zufällig wiedergefunden und höre sie gerade durch.
    Vermutlich handelt es sich auch bei dieser CD um einen Bootleg.


    Der Titel der Doppel-CD ist eigentlich ein wenig frech. Spielt er doch auf eine der erfolgreichsten Studio-Alben von Miles Davis an: Bitches brew


    Es handelt sich um 2 Live-Konzerte aus Belgrad aus den Jahren 1971 und 1973.


    Bei dem ersten Konzert wurde Fusion-Musik ähnlich wie dem von Bitches Brew gespielt. Es ist allerdings noch perkussiver als die Studioaufnahmen und wirkt dadurch weniger hart.
    Aber eigentlich ist nur ein Stück des Konzertes„Sanctuary“ wirklich als von Bitches Brew identifizierbar.


    Die Musik des zweiten Konzertes ist rockiger, mit betonten Gitarren-Riffs und World-Music-Anklängen. Miles Davis hatte zu diesem Zeitpunkt 1973 den klassischen Jazz endgültig verlassen.


    Mir persönlich gefällt die Doppel-CD mit fast 2 Stunden intensiver Musik wirklich gut!


    Musiker:
    1) 03. November 1971:
    Miles Davis (tp); Gary Bartz (as, ss); Keith Jarrett (el-p); Michael Henderson (b); Ndugu Leon Chancler (d); James Mtume Foreman, Charles Don Alias (cga, perc)


    2) 07. November 1973:
    Miles Davis (tp, org); Dave Liebmann (ss, ts, fl); Reginald Lucas, Pete cosey (el-g); Michael Henderson (b); Al Foster (d); James Mtume Foreman (cga, perc)

  • Workin’ with the Miles Davis Quintet

    Titel:
    1. "It Never Entered My Mind"
    2. "Four"
    3. "In Your Own Sweet Way"
    4. "The Theme" [take 1]
    5. "Trane's Blues"
    6. "Ahmad's Blues"
    7. "Half Nelson"
    8. "The Theme" [take 2]


    Heute ist bei mir dieses Album aus dem Jahr 1956 dran, weil ich Lust hatte mal wieder das Stück "Ahmads Blues" zu hören. Das bezieht sich auf den Pianisten Ahmad Jamal, der ein großer Einfluß auf Miles Davis war. Miles ist lange tot, aber Ahmad Jamal habe ich letztes Jahr noch auf einem Jazzfestival in hervorragender Form gehört.


    Workin ist eine der vier letzten Prestige-Aufnahmen, bevor Miles Davis nach CBS wechselte. In nur 2 Tagen nahm Miles Davis 4 Platten auf, Workin ist eine davon.


    Neben Ahmads Blues mag ich auch das Stück Half Nelson, das Miles schon zu Cool Jazz-Zeiten spielte. "It never entered my mind" ist eine ganz ruhige Ballade, in der Miles Davis Trompetenspiel schön zur Geltung kommt. Das gilt auch für "In your own sweet way". "Four" hingegen ist ein schnelles Stück.
    Ein weiteres Highlight ist "Tranes blues", natürlich wegen John Coltrane. Aber auch Red Garland hat hier ein auffälliges Piano-Solo. Unter den großen Pianisten, die für Miles spielten, ist Red Garland sicherlich eher ein Leichtgewicht, aber seine Leichtigeit geben den Aufnahmen eine angenehm entspannte Atmosphäre.



    Das erste große Miles Davis Quintett bestand aus:
    Miles Davis – trumpet
    John Coltrane – tenor saxophone
    Red Garland – piano
    Paul Chambers – bass, cello
    Philly Joe Jones – drums

  • Amandla


    Von 1989


    Zum Zeitpunkt des Erscheinens war das mein Lieblings-Album von Miles Davis und ich mag es noch heute sehr gerne!
    Diese Musik hat ihren ganz eigenen Charakter!


    Titel:
    1. Catémbe – 5:35 (Marcus Miller)
    2. Cobra – 5:15 (George Duke)
    3. Big Time – 5:40 (Marcus Miller)
    4. Hannibal – 5:49 (Marcus Miller)
    5. Jo-Jo – 4:51 (Marcus Miller)
    6. Amandla – 5:20 (Marcus Miller)
    7. Jilli – 5:05 (John Bigham)
    8. Mr. Pastorius – 5:41 (Marcus Miller)


    http://de.wikipedia.org/wiki/Amandla_(Album)


    übrigens grandiose Besetzung: Kenny Garrett, Marcus Miller, George Duke, Joe Sample, uva.


    Hier ist auch wieder mal das Cover sehr zu loben.

  • Hallo churchill,


    ich meine mich zu erinnern, einen Bericht im Spiegel über diese CD-Box gelesen zu haben, die anlässlich des 20.Todestages von Miles Davis im letzten Jahr erschienen ist. In dem Beitrag wurden die Qualität und die Zusammenstellung gelobt. Ich denke, dass man bei einem Kauf hier kaum Fehler machen dürfte.
    (Solltest Du zuschlagen, erwarte ich natürlich eine Rückmeldung :wave.)

  • Rückmeldung wird folgen. Die Bestellung ist gemacht :wave


    Brauch ja für die Rückfahrt Hannover - Homburg in zwei Wochen passende Musik.;-)


    Auf der Hinfahrt wird wohl ein Hörbuch zum Einsatz kommen ...

    Das Verhalten und das Kennzeichen des Ungebildeten ist, keinen Nutzen oder Schaden von sich selber zu erwarten, sondern alles von außen. (Epiktet)

  • Habe mir vor ein paar Wochen "Bitches Brew" gekauft, es ist mein erstes Miles Davis-Album. Es braucht auf jeden Fall ein paar Hördurchgänge, um in die Materie hereinzufinden. Mittlerweile finde ich es auch als Gelegenheits-Jazz-Hörer genial. Der Einfluss den dieses Album auf andere Genres hatte, ist auf jeden Fall herauszuhören. Es erinnert mich stark an die instrumentalen Ausuferungen von den ebenfalls großartigen The Mars Volta.


    Gut, das hier auch The Gaslight Anthem erwähnt wurde. Ist zwar musikalisch eine ganz andere Baustelle, aber wenn es eine jüngere Band gibt, die mich in den vergangenen vier Jahren unablässig begleitet und berührt hat, dann diese!

  • Es gab nach Miles Davis Tod viele Tribute-Alben, sehr viele.


    Eine der wenigen, die ich auch heute noch hören mag, ist "4 Generations of Miles"


    Die CD wurde live am 12 Mai 2002 im New Yorker Jazzclub Makor aufgenommen.


    Besetzung:
    Jimmy Cobb (dr)
    Ron Carter (b)
    Mike Stern (guitar)
    George Coleman (sax)


    Trakcs:
    1. There is no greater love
    2. All blues
    3. On Green Dolphin Street
    4. Blue in green
    5. 81
    6. Freddie Freeloader
    7. My funny Valentine
    8. If I were a bell
    9. Oleo


    Die Interpretationen der Stücke sind aufgrund der Zusammenstellung der sehr unterschiedlichen Musiker originell ausgefallen.

  • Around Midnight


    Es lohnt sich, Miles Davis in einem Live-concert von rund 45 Minuten mit Bestbesetzung zu sehen.
    Gute, geradezu bestechende Tonqualität und aufregende Scharzweißbilder in denen man seine Helden Wayne Shorter, Ron Carter und Herbie Hancock in Jung bestaunen kann.
    Der Schlagzeuger Tony Williams ist leider wie auch Miles Davis schon tot.


    Oft ist die Kamera sehr nah an Miles Davis Gesicht dran, so das man selbst bei diesem coolen Musiker die Emotionen erspüren kann.


    Titel:
    Agitation
    Footprints
    Around Midnight ('Round Midnight)
    Gingerbread Boy into The Theme
    I Fall In Love Too Easily (Dieses letzte Stück stammt aus einem anderen Konzert)

  • A Tribute to Jack Johnson


    Dieses nicht sehr bekannte Album von 1970 ist sehr rockorintiert.
    Das ist einerseits John McLaughlins Gitarrenspiel geschuldet als auch einem generell rockigen Programm, das Drummer Bill Cobham ebenso vorantreibt wie der Bassist Michael Henderson und Herbie Hancocks electric Piano.


    Gewidmet ist das Album dem amerikanischen Boxer Jack Johnson, der von 1878 bis 1948 lebte. Er war der erste schwarze Weltmeister im Schwergewicht (1908 bis 1915)
    Er liebte weiße Frauen, trotzte dem Ku Klux Klan und starb bei einem Autounfall mit einem schnelle Wagen.


    Miles Davis verehrte ihn.
    Die Musik auf dieser CD war Soundtrack zu einem Dokumentarfilm über Jack Johnson
    und besteht aus 2 Titel: Right off, Yesternow


    Ich finde, man kann diese Musik auch heute noch ohne Verluste hören.

  • Miles Davis And Milt Jackson Quintet/Sextet

    An diesem gerade mal halbstündigen Bebop-Album ist das Besondere, das Miles mit einem Vipraphonisten zusammen arbeitete. Das kam im klassischen Jazz nicht so oft vor, aber Mlt Jackson war sicher der bedeutenste Vipraphonist seiner Zeit.


    Tracklist:
    1 Dr. Jackle (McLean) 00:00
    2 Bitty Ditty (T. Jones) 08:55
    3 Minor March (McLean) 15:31
    4 Changes (Bryant) 23:51


    Besetzung:
    Milt Jackson (vibraphone)
    Ray Bryant (piano)
    Percy Heath (Bass)
    Artur Taylor (drums)
    Jackie McLean (alto saxophone)


    Aufnahme von 1955 von Rudy Van Gelder in hackensack.
    Veröffentlicht auf Prestige Records

  • Live at the Hi-Hat / Boston 1955

    Tracklist:
    1. Dig (Miles Davis)[7:40]
    2. Darn that Dream (J.Van Heusen-E.Delange)[4:15]
    3. Jumping with Symphony Sid (Lester Young)[1:45]
    4. Ray's Idea (W.G.Fuller-R.Brown)[6:45]
    5. Nice work if you can get (G.Gershwin-I.Gershwin)[5:14]
    6. Wee Dot (J.J.Johnson)[5:36]
    7. Tune Up (Miles Davis)[7:05]
    8. Alone Together (Arthur Schwartz-Howard Dietz)[5:08]
    9. Well you needn't (Thelonius Monk)[9:17]
    10. Jumping with Symphony Sid (Lester Young)[2:04]
    11. A Night in Tunisia (Dizzy Gillespie-Frank Paparelli)[7:21]*


    Besetzung:
    Miles Davis:Trumpet, with the Hi-Hat All Stars: Jay Migliori:Tenor Sax, Al Walcott: Piano, Jimmy Woode:Bass, Jimmy Zitano:Drums ,
    *Bob Freeman sits in on Piano


    Recorded Live at the Hi-Hat, Boston, USA in 1955


    Mein Eindruck:
    Diese Aufnahme von 1955 ist ungewöhnlich, weil Miles Davis hier als Gast in einer Band von lokalen Jazzmusikern aus Boston für zwei Woche im Jazzclub&Restaurant The Hi-Hat aufgetreten ist.
    Meist hat Miles Davis immer eine eigene Band gehabt, Aber hier war diese Ausnahme anscheinend finanziell lukrativ und auch erfolgreich, denn aus dem ursprünglich für eine Woche geplanten Engagement wurden dann zwei.


    Die Musik dieser CD ist nicht besonders bemerkenswert, das Niveau der Band nicht allzu hoch, aber die Atmosphäre eines Jazzclubs in den fünfziger Jahren ist stark spürbar. Die Publikumskulisse ist auch deutlich wahrnehmbar. Man glaubt, dabei zu sein und das macht die CD zu etwas besonderen.


    Bei den gespielten Titeln handelt es in erster Linie um bekannte Bebop-Stücke und bekannte Standards. Die Musik ist für Miles Davis-Verhältnisse schnell und hitzig, mehr Bebop als Cool Jazz.
    Es gibt einige sehr schnelle Stücke wie Dig, Wee Dot oder Rays Idea, aber auch mal was ruhiges wie Darn that dream und mit “Jumping with Symphony Sid” auch ungewöhnliches.
    Symphonie Sid war ein damals bekannter Ansager, den Miles aber nicht mochte.
    Höhepunkt und Ende der Aufnahme ist das berühmte Night in Tunesia.


    Die Tonqualität ist übriges nicht sehr gut, obwohl der Trompetenton von Miles gut rüberkommt. Man sollte daher für diese CD Fan/Sammler sein oder an der Geschichte des Jazz interessiert.

  • Bei meiner Suche nach raren, frühen Miles Davis Live-Aufnahmen bin ich auf diese CD gestoßen:


    Birdland Jam Session – Miles Davis


    Achtung: mieser Sound, aber viel Atmosphäre! Und Miles ist in guter Form!


    Tracklist:
    1.Embracable you
    2.Eronel
    3.52nd street Theme
    4.Wee
    5.Hot House into 52nd Street theme
    6.Conception
    7.Band warming up
    8.Max is making wax
    9.Ow


    Total time: 74:58 min.


    Featuring: Miles David (tp), Fats Navarro, (2nd tp on 2-3 & 5-6 only), J.J. Johnson (tb), Brew Moore (ts), Tadd Dameron (p on 1, 4-5 & 7-9), Walter Bishop Jr., (p on 2-3 & 6), Curly Russell (b), Art Blakey (d)


    Zitat

    2009 release containing a rarely heard jam session, only previously issued (in worst sound quality) on a long out of print Italian album. Miles Davis plays solos on all tracks surrounded by Fats Navarro (who would die a week later), J.J. Johnson, Tadd Dameron and Art Blakey. Includes eight page booklet. Nine tracks. RLR.