Lesevorschlag ab 1. Juni Marlene Haushofer - Die Wand

  • Amazon
    Kurzbeschreibung

    Verdutzt streckte ich die Hand aus und berührte etwas Glattes und Kühles: einen glatten kühlen Widerstand an einer Stelle, an der doch gar nichts sein konnte als Luft. Dann hörte ich lautes Pochen und sah um mich, ehe ich begriff, daß es mein eigener Herzschlag war, der mir in den Ohren dröhnte.« Eine Frau wacht eines Morgens in einem Jagdhaus in den Bergen auf und findet sich, allein mit ein paar Tieren, in einem Stück Natur eingeschlossen von einer unüberwindbaren gläsernen Wand, hinter der offenbar keine Menschheit mehr existiert. Aber sie will und kann weiterleben.


    carpe.com
    Eine Frau ist auf sich gestellt und muß sich behaupten. Dieses zentrale Thema bei Marlen Haushofer -- wie man sich denken kann, auch in ihrem eigenen Leben -- wird in Die Wand zum Extrem getrieben. Damit ist eine vielversprechende Situation vorgegeben.


    Der weibliche Robinson bleibt ohne Namen. "Es fällt mir auf, daß ich meinen Namen nicht niedergeschrieben habe. Ich hatte ihn schon fast vergessen, und dabei soll es auch bleiben." Sie haust mit wenigen Tieren über zwei Jahre in den österreichischen Bergen und erkennt in dieser Zeit, "[I]ch [wurde] gezwungen, ein ganz neues Leben zu beginnen, aber was mich wirklich berührt, ist immer noch das gleiche wie früher: Geburt, Tod, die Jahreszeiten, Wachstum und Verfall." (Damit sind die einzigen Abwechslungen beschrieben. Die einzelnen Abschnitte sind gut geschrieben und für sich wunderbar zu lesen, aber da der Roman über eine sehr lange Distanz geht, wirkt er eintönig.


    Wer mit ständig leisen Tönen auskommt, mag zu diesem Buch greifen. Ab der Mitte des Buches, der Startpunkt liegt bei jedem Leser anders, konnte ich mich in der Kunst des Weiter- und Überblätterns üben. Klaus Antes meint im Nachwort, "Das Werk...läuft heute Gefahr, zur Kultfibel für oberflächliche Konsumenten zu werden." Das glaube ich kaum. --Herbert Huber


    Autorenportrait
    Marlen Haushofer (1920-1970) studierte Germanistik in Wien und Graz und lebte später in Steyr. Ihre Erzählung "Wir töten Stella" wurde 1963 mit dem Arthur-Schnitzler-Preis ausgezeichnet. 1968 erhielt sie den österreichischen Staatspreis für Literatur.



    Bei Amazon findet sich auch eine Leseprobe!


    Wer hat Lust?


    *Orlando
    *buttercup
    *FrauMustermann
    *BJ
    *Tanzmaus

  • Zitat

    Original von Orlando
    Ich mache keine Leserunden mehr mit :wave


    Orlando , wieso das denn nicht? :wow
    Wegen der Moderator-Diskussion? :wow

    Surround yourself with human beings, my dear James. They are easier to fight for than principles. (Ian Fleming, Casino Royale)