Passagier 23 - Sebastian Fitzek

  • Kurzbeschreibung:
    Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.
    Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm...


    Über den Autor:
    Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. "Therapie", erschienen 2006, war sein erstes Werk - und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie - und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender "Mailoholic" ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.


    Über den Sprecher:
    Simon Jäger, geboren 1972 in Berlin, ist ein bekannter deutscher Synchron- und Hörbuchsprecher mit eigenem Wikipedia-Eintrag.


    Meine Meinung:
    Nach einigen Jahren Fitzek-Pause lief mir "Passagier 23" als Hörbuch über den Weg und musste auch nicht lange warten, gehört zu werden. In vielerlei Hinsicht ist "Passagier 23" ein typischer Fitzek: Ein origineller Handlungsort, schockierende Effekte, eine überraschende Auflösung und das alles spannend und mitreißend erzählt. Dennoch konnte mich dieser Thriller nicht vollends überzeugen, was zum einen an den übermäßig vielen Wendungen lag, die irgendwann fast schon unglaubwürdig wirkten und zum anderen an der mangelnden Tiefe der Figuren, die durchweg blass blieben, obwohl man viele von ihnen gerne näher kennengelernt hätte. Auch die Anfangssequenz, die keinerlei Bezug zur Haupthandlung hat und offenbar nur die Abgebrühtheit des Protagonisten und die Schlechtigkeit dieser Welt darstellen soll, ist für meinen Geschmack unnötig grausam. Leider kann ich nicht beurteilen, wie sich die Kürzungen des Hörbuchs gegenüber der Buchversion auswirken, vielleicht bietet letztere mehr Substanz und Nachhaltigkeit. Insgesamt schmeckt das Hörbuch ein bisschen nach Fast Food: Es befriedigt den Appetit nach kurzfristigen Thrill, den man gerne schnell verschlingt, bleibt aber kaum im Gedächtnis haften. Irgendetwas ist jedoch daran, dass dazu führt, dass man es immer wieder damit probiert. Auch mit dem nächsten Fitzek.
    Fazit: Wegen einiger Abstriche längst nicht Fitzeks bestes Werk, für kurzweilige und spannende Unterhaltung aber allemal empfehlenswert.



    Ich vergebe knappe 7 Punkte.

  • Thriller über Kreuzfahrten gibt es nicht so viele (zumindest kenne ich nicht viele), da die Möglichkeiten auf einem Schiff recht begrenzt sind. Man muss also schon etwas tiefer in die Trickkiste greifen, um hier den Leser hinter dem Ofen hervorzulocken. Das ist Sebastian Fitzek mit „Passagier 23“ zweifellos gelungen. Es gibt nicht nur Vermisstenfälle, nein: ein verschwundenes und bereits für tot gehaltenes Mädchen taucht nach Monaten auf einmal wieder lebendig auf dem Schiff auf. Auch sonst weiß der Autor gut zu unterhalten, unabhängig davon, dass manche Szenen etwas konstruiert bzw. an den Haaren herbeigezogen wirken. Besonders zum Ende hin, wenn sich die Wendungen förmlich überschlagen und man fast bei jedem Kapitel eine Überraschung erlebt. Spannend ist es allemal. Schön fand ich auch, dass es für Fitzek-Fans mehrere Anspielungen auf sein früheres Werk „Amok Spiel“ gibt und die Figur Diesel sogar einige Gastauftritte hat.

    Die Audiofassung wurde gewohnt hervorragend von Simon Jäger vorgetragen, insbesondere seine Intonation der alten Österreicherin hat mir sehr gefallen. Das vom Autor selbst eingesprochene Nachwort fand ich ebenso interessant wie aufschlussreich.