Die Leben des Tao - Wesley Chu

  • Der Autor: der in Taiwan geborene Wesley Chu übersiedelte mit seinen Eltern nach Chicago, wo er aufwuchs. Nach seinem Informatikstudium war er Schauspieler, arbeitete bei einer Bank und unterrichtete Martial Arts.


    Das Buch: Roen Tan - junkfoodgemästeter Looser und kleiner Angestellter mit einem Hang zum übermäßigen Konsum von Alk und allem was schmeckt und extrem körperfeindlich zugleich ist, wie zB. Tiefkühlpizza - erwacht eines Morgens und hört eine Stimme, die zu ihm spricht.
    Er führt das auf sich möglicherweise noch in seinem Körper befindlichen Alkohol zurück und ignoriert die Stimme geflissentlich.


    Doch auch zu einem Zeitpunkt, an welchem etwaiger Restalkohol längst abgebaut ist, ertönt die Stimme.


    Sie gehört Tao, einem unglaublich alten Außerirdischen, dessen Rasse dereinst auf der Erde strandete, und hier nur in Verbindung mit einem Wirt - irgend ein Lebewesen, bevorzugt aber ein Mensch - da universeller einsetzbar - überleben kann. Irgendwann zerstritten sich die Fremdlinge und bilden nun zwei verfeindete Fraktionen, die sich erbittert bekriegen. Tao - und nun auch der quasi zwangsrekrutierte Roen - gehören zur guten Seite, die -wie es bei der guten Seite so üblich ist - gerade fatal ins Hintertreffen gerät.


    Also muß Tao den traurigen Fettsack für seine neue Aufgabe fitmachen - denn die Bösen sind ihm - wie sollte es anders sein - bereits auf der Spur.


    Meine Rezension: "Wesley Chu ist mein Held, und der coolste SF-Autor der Welt!"
    (Lavie Tidhar, Autor von "Bookman: Das ewige Empire I)


    Jeah, da bin ich voll bei ihm! Das seine Story total hanebüchen ist schert den Autor nicht die Bohne - er erzählt sie einfach, und genau das macht nicht nur große S/F-Literatur aus, sondern große Literatur im allgemeinen. Den Mut zu haben es einfach rauszurotzen, egal wo es hinführen mag.


    Wobei "Die Leben des Tao" mit Sicherheit keine große Literatur ist, und es auch nie sein sollte. Wie ein B-Movie von Roger Corman oder sonstwem ist "Tao" einfach der abgefahrenen Unterhaltung verpflichtet, es ist die Art von Buch die den Leser dazu bringt Seite um Seite umzublättern,ungeachtet der möglicherweise bereits fortgeschrittenen Stunde und der Tatsache, das der folgende Tag echt scheisse wird, wenn man nicht ein wenig Schlaf bekommt.




    Diese Außerirdischen sind schon sehr lange hier, und steckten nicht nur in fetten Loosern, sondern in vielen wichtigen Denkern und Lenkern der Weltgeschichte - was uns den Werdegang der Menschheit mit ganz anderen Augen sehen lässt.
    Das ist natürlich einerseits sehr witzig, auf der anderen Seite kommt in diesen von Tao selber geschilderten Ereignis eine gewisse Wehmut hinzu, wenn er an all die Fehlschläge in der Geschichte zurückdenkt die er und seinesgleichen bei dem Versuch etwas besser zu machen zu verantworten haben.


    Das Training eines für jede Art von Unternehmung außer der Nahrungsaufnahme vollkommen ungeeigneten Waschlappen ist oft ein unverzichtbarer Teil vieler Actiongeschichten in Buch und Film. Seine späteren Leistungen werden bedeutsamer wenn wir wissen woher der Held ursprünglich kommt und was er einmal war, außerdem kann es die Handlung "Realistischer" machen, das unser Held nicht einfach nur auftaucht, sondern eine Vergangenheit hat und sich seine Fähigkeiten erst mühsam erarbeiten musste.


    Chu ist sich dieser Tatsache sicherlich wohl bewusst, gestaltet er doch diesen Teil seines Romans einfach wie den Rest der Geschichte sehr rasant und ausgesprochen unterhaltsam,so das auch in diesen im Grunde stereotypen Szenen niemals Langeweile aufkommt


    Insgesamt wirkt dieses Buch wie aus einem Guss, die Story verliert niemals an Fahrt und wird konsequent immer weiter vorangetrieben.


    Dieses Buch ist einer jener Unterhaltungsromane, welcher den Leser, der bereit ist sich auf die abstruse Geschichte einzulassen, einfach an den Sessel/die Couch/den Divan oder wo er zur Hölle auch immer sitzen mag fesselt und alles um sich herum vergessen lässt


    Und sollte sich doch einmal eine Stimme melden und sagen: "Räum auf"! Oder "Mach den Abwasch"! ....


    Ignorieren!


    Man muß ja nicht alles machen was irgend ein Außerirdischer von einem verlangt!