Totenrausch - Bernhard Aichner

  • Wow, was für ein Buch! Immer wieder neue Überraschungen, Blum tut, was man keiner Frau so zutraut. Auch ohne genaue Kenntnis der Vorgeschichte ist man schnell im Geschehen: Brünhilde Blum ist auf der Flucht; mit zwei Kindern, wenig Geld und ohne Papiere. Ihre Situation wird unhaltbar, also "verkauft sie ihre Seele dem Teufel". Bietet an, für ein neues Leben einen Mord zu begehen. Und da ist Einer, der ihr Angebot annimmt.
    Das Buch aus der Hand zu legen, ist enorm schwer. Die beherrschende Frage ist: Wie geht es weiter? Was muss Blum noch durchmachen, wie könnte sie es jemals schaffen, ihre Pläne umzusetzen? Aber - ich hatte sie unterschätzt...
    Fesselnd geschrieben; kurze Sätze, knackige Gespräche ohne schmückende Langweiligkeiten, beherztes Handeln. Ein packender Thriller.


    Edit: Threadtitel eingefügt. LG JaneDoe

  • Brünhilde Blum versucht mit ihren Kindern ein neues Leben in Hamburg aufzubauen. Diese Möglichkeit ist allerdings an ein Versprechen geknüpft, welches sie nur allzubald einlösen muss.


    Ich muss vorweg sagen, dass ich die ersten beiden Teile nicht gelesen habe und mir erst hinterher klar war, dass es sich hier um eine Triologie handelt. Dies führte aber nicht zu Problemen, das Buch zu verstehen. Es wird kurz darauf eingegangen, was vorher passierte, sodass man grob im Bilde ist.


    Der Schreibstil war recht einfach gehalten, teilweise etwas gewöhnungsbedürftig und für mich machte er es irgendwie schwer, die Gefühle von Blum zu erfassen.


    Blum zieht förmlich eine Blutspur hinter sich her. Sie fragt sich zwar zwischendurch, ob es richtig ist, was sie tut, scheint aber keine allzugroßen Skrupel zu haben. Wie weit würde man für seine Familie gehen? Blum offenbar sehr weit. Vielleicht wäre es hier doch hilfreich gewesen, die Vorgänger zu kennen. Ich kann mir schon vorstellen, dass Blum erst durch den Tod ihres Mannes so abgebrüht wurde. Vielleicht ist sie als Bestatterin aber dem Tod gegenüber auch etwas abgestumpfter.... jedenfalls fand ich ihr Handeln teilweise etwas gruselig.


    Der Spannungsbogen hat mir etwas gefehlt. Die Handlung war zwar durchaus spannend, der Schreibstil hat es aber nicht geschafft, mich mitzureißen.
    Daher von mir 4 Sterne.

  • btb Verlag 2017, 471 Seiten


    Der 3. Teil der „Totenfrau“-Trilogie


    Über den Inhalt:

    Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss – denn der Mann, dem sie das neue Glück zu verdanken hat, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten. Das Problem dabei ist nur, dass es sich um einen Menschen handelt, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist ...


    Über den Autor:

    Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. „Totenrausch“ ist nach „Totenfrau“ und „Totenhaus“ das große Finale der Trilogie, in deren Mittelpunkt die Bestatterin Brünhilde Blum steht. Die Bücher wurden weltweit verkauft, eine mehrteilige internationale Fernsehserie ist in Vorbereitung.


    Meine Meinung:

    Mit Spannung habe ich ihn erwartet, den letzten Teil der Totenfrau-Trilogie. Wie würde es weitergehen mit Brünhilde Blum, nachdem der zweite Band mit ihrer Flucht aus Deutschland nach Norwegen endete. Auch dort findet die international gesuchte Mörderin mit ihren Kindern keine Ruhe. Zurück in Deutschland scheint zunächst alles gut zu gehen. Doch sie hat sich mit einem brutalen Zuhälter eingelassen und der fordert nun die Bezahlung für seine Unterstützung ein.


    Was für ein dritter Teil!! „Alles wird gut“ steht auf der ersten Seite, doch lange mag man es nicht glauben. In Rückblicken wird auf das bisherige Geschehen eingegangen, so dass sich der Handlung problemlos folgen lässt, dennoch empfehle ich, alle drei Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Wenn man sich denn auf den ungewöhnlichen Schreibstil des Autors einlassen möchte. Kurze, knappe Sätze, schnörkellos, extrem hohes Erzähltempo, scheinbar nicht einmal genügend Zeit, die Dialoge in Anführungszeichen zu setzen. Belohnt wird man mit einer mitreißenden, spektakulären Geschichte.


    In atemlosem Tempo wird Blum durch die packende Handlung gehetzt, schonungslos brutal und kompromisslos in vielen Szenen. Diese Situation, in der sie sich unfreiwillig befindet, lässt sie zu alter Stärke und Kraft zurückfinden. Doch bis zum Schluss ist nicht klar, wie die Geschichte für sie ausgehen wird. Wie weit wird Blum gehen, um ihre Kinder zu schützen? Aichner gelingt erneut das Kunststück, seine knallharte Protagonistin trotz aller illegalen Aktivitäten sympathisch erscheinen zu lassen. Dies besonders in den Szenen, die sie als liebevolle Mutter zeigen und damit eine ganz andere Seite von ihr offenbaren.


    Mir hat das Ende sehr gefallen, ein würdiger Abschluss der Trilogie. Eine Wahnsinnsgeschichte, die ich mir als Serie verfilmt sehr gut vorstellen könnte.


    Ein wenig schade finde ich lediglich, dass die 471 Seiten des Buches nur zu etwa drei Vierteln bedruckt sind, ca. 120 Seiten sind leer bis auf die Kapitelzahlen.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Teil noch lesen werde. Ich war von Teil zwei leider ziemlich entttäuscht. Deine Rezension klingt jetzt aber wieder so, als müsste ich ..


    unentschlossene Grüße von Elbereth :wave