'Geigen der Hoffnung' - Seiten 001 - 051

  • Zwei Handlungsstränge, zwei Zeitebenen.
    Einmal, nach dem Zweiten Weltkrieg, in Israel in der Weinstein'schen Geigenwerkstatt und einmal während des Krieges mit den beiden Brüdern Stani(slaw) und Marek Krol im Konzentrationslager Dachau ("Arbeit macht frei").
    Der eine Bruder will dem anderen, der die Aufmerksamkeit eines Nazi-Offiziers erregt hatte, helfen und mischt sich ein, will die dem Bruder gefährlich zu werden drohende Situation (fast sträubt sich mein Verstand dagegen, angesichts des Handlungsortes KZ so zu formulieren) zu entschärfen versuchen. Dies misslingt vollkommen. Erst wird er brutal niedergeschlagen, dann seine Geige zertreten.
    Ein klein wenig Licht im Dunkel ist die Person des Stubenältesten Willi.
    Ein sehr ergreifender Leseabschnitt.
    Was bei einem Buch von Titus Müller und noch dazu zu diesem Thema allerdings nicht überrascht.

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Zitat

    Original von maikaefer
    Ein klein wenig Licht im Dunkel ist die Person des Stubenältesten Willi.
    Ein sehr ergreifender Leseabschnitt.
    Was bei einem Buch von Titus Müller und noch dazu zu diesem Thema allerdings nicht überrascht.


    Willi Bader ist übrigens authentisch. Und "ein klein wenig Licht im Dunkel" trifft sehr gut, was die Dachau-Überlebenden über ihn berichtet haben.

  • Zitat

    Original von Titus Müller
    Willi Bader ist übrigens authentisch. Und "ein klein wenig Licht im Dunkel" trifft sehr gut, was die Dachau-Überlebenden über ihn berichtet haben.


    Danke, ich wusste das, denn eine meiner Macken ist, fast bei jedem historischen Roman das "Drumherum" zuallererst zu lesen, von der Danksagung über Literaturliste bis zum Nachwort.


    Titus, ehrliche Frage - ehrliche Antwort:
    Wäre es für dich besser, zu warten, bis es hier ein wenig voller ist?
    Ich kann mich wirklich ganz nach dir richten.

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Zitat

    Original von maikaefer
    Titus, ehrliche Frage - ehrliche Antwort:
    Wäre es für dich besser, zu warten, bis es hier ein wenig voller ist?
    Ich kann mich wirklich ganz nach dir richten.


    Wir können gerne ein paar Tage warten. Dann fühlen sich die Dazugekommenen auch nicht so "hinterher". Eine gute Idee also. :knuddel1

  • So, ich bin jetzt auch eingestiegen.


    Den ersten Teil des Abschnitts fand ich sehr interessant. Normalerweise stellt sich für uns Deutsche ja immer die Frage der Schuld. Dass sich die Überlebenden teilweise eine ähnliche Frage stellen, nämlich die Frage nach dem Warum, war mir zwar durchaus bewusst, aber nicht so präsent.
    Auch dass die zweite Generation sich die Frage stellt, wie man sich wie ein Schaf zur Hinrichtung treiben lassen kann, war mir so noch nicht bewusst.
    Allerdings habe ich mit Israel und seiner geschichte tatsächlich noch nicht so ausfürhlich beschäftigt.
    Schön auch die Informationen zum Geigenbau. Meine Kinder spielen seit gut einem Jahr beide Geige und mein Ururgroßvater war Geigenprofessor in Berlin und durfte sowhl eine Guarneri als auch eine Amati sein eigen nennen. Der Erlös aus dem Verkauf nach seinem Tod hat meiner Familie wohl teilweise das Einkommen während der Nazizeit gesichert.


    Der Teil im KZ Dachau ist, wie immer in solchen Lagern, echt heftig. Mittlerweile lässt mich so etwas immer wieder fassungslos zurück. Was Menschen anderen Menschen nur immer antun müssen.
    Daher fand ich den Satz "Bleibe ein Mensch" von jemanden der schon seit 10 Jahren in so einem Lager lebt, sehr bemerkenswert. Willi Bader muss wirklich ein bewundernswerter Mann gewesen sein.
    An der Rückblende in die letzte Zeit im Warschauer Ghetto sieht man, wie schwierig es gewesen sein muss als Opfer in dieser Zeit halbwegs integer zu bleiben.....


    Titus, gehe ich recht in der Annahme, dass die Berichte aus Amnon Weinsteins Werkstatt von Christa Roth und die historischen Teile von dir sind?

  • Zitat

    Original von streifi
    Allerdings habe ich mit Israel und seiner geschichte tatsächlich noch nicht so ausfürhlich beschäftigt.


    In diesem Fall kann ich dir den Roman "Exodus" von Leon Uris, ganz gut verfilmt mit Paul Newman und Eve Marie Saint, empfehlen, zu dem es hier auch 2 Leserunden gab:
    https://www.buechereule.de/wbb/board/1027
    Etwas weniger, aber auch, geht es in Gerald Greens "Holocaust" um Israel, ein danach gedrehter TV-4-Teiler erregte vor knapp. 40 Jahren großes Aufsehen.
    :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Zitat

    Original von streifi
    Titus, gehe ich recht in der Annahme, dass die Berichte aus Amnon Weinsteins Werkstatt von Christa Roth und die historischen Teile von dir sind?


    Genauso ist es. Christa kennt Amnon Weinstein und seine Familie seit Jahren, und sie hat selbst lange Zeit in Israel gelebt. Überhaupt war das Buch ihre Idee.


    Herzlich,


    Titus