Cobra - Deon Meyer

  • OT: Cobra


    Kurzbeschreibung:
    Eines kann Bennie Griessel gar nicht gebrauchen: Ärger. Er ist trockener Alkoholiker, er belügt seine Kollegen, und er ist bei seiner Freundin Alexa eingezogen. Ein Riesenfehler! Als auf einem Weingut drei Bodyguards erschossen werden und ein berühmter britischer Mathematiker verschwindet, will der südafrikanische Geheimdienst den Fall übernehmen, doch Bennie widersetzt sich. Die Täter sind völlig skrupellos und hinterlassen nur eine Spur: Geschosse mit dem Kopf einer Schlange. Einer könnte Bennie helfen: Tyrone, ein smarter, gerissener Taschendieb aus Kapstadt. Denn er hat etwas, das die Mörder suchen: ein Handy mit geheimen Daten.


    Über den Autor:
    Deon Meyer, Jahrgang 1958, ist unbestritten Südafrikas bester und erfolgreichster Thrillerautor. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Roman. Er lebt in der Nähe von Kapstadt. Seine Romane erscheinen in mehr als fünfundzwanzig Ländern.


    Meine Meinung:
    Ein Wiedersehen mit Benny Griessel! Auch wenn es in seinem Privatleben noch so einige Probleme gibt, verläuft das Leben des Ex-Alkoholikers Griessel doch in einigermaßen geregelten Bahnen. Das ändert sich, als er zu einem Weingut gerufen wird, auf dem drei Tote gefunden wurden. Seinen neusten Thriller mit brisanter Aktualität beginnt Deon Meyer für seine Verhältnisse eher langsam, doch dann nimmt er so langsam Fahrt auf und nimmt den Leser vor allem in der zweiten Hälfte mit auf eine atemberaubende Jagd nach den Killern und gegen die Zeit. Leider geht das Tempo etwas zulasten der Charakterisierung der Figuren und auch das Ende wird sicherlich für Diskussionen sorgen. Auch wenn ich mich den sich überschlagenden Stimmen ("Deon Meyers Meisterwerk!" o.ä.) nicht anschließen kann, so ist mein Fazit dennoch ebenfalls positiv. Für alle Benny Griessel-Fans auf jeden Fall ein Muss und für alle anderen die Empfehlung, lieber mit einem anderen Band in den Kosmos von Deon Meyer einzusteigen, denn es macht mehr Spaß, die Vorgeschichte der Figuren bereits zu kennen (ist aber keineswegs notwendig!).


    Von mir glatte 8 Punkte!

  • Deon Meyer: Cobra
    Rütten & Loening 2014. 448 Seiten
    ISBN-13: 978-3352006869. 19,99€



    Inhalt
    Der junge Südafrikaner Tyrone Kleinbooi ist als Taschendieb an der Kapstädter Waterfront unterwegs, dem bei Touristen beliebten Einkaufsviertel. Tyrone ist dabei stets auf der Hut vor Überwachungskameras. Mit seinem Handwerk finanziert Tyrone das Medizinstudium seiner Schwester. Als ihn überraschend doch der Sicherheitsdienst der Einkaufsmeile schnappt, wird vor Tyrones Augen das komplette Überwachungsteam niedergeschossen. Tyrone ahnt, dass er Profis eines anderen Gewerbes in die Quere gekommen sein muss.


    Zuvor musste Kaptein Bennie Griessel mit seinem Team zu Ermittlungen auf das Weingut La Peteite Margaux ausrücken. Dort sind zwei tote Mitarbeiter eines externen Sicherheitsunternehmens gefunden worden, auch ein Angestellter des Weinguts ist ums Leben gekommen. Die Person, die im vermieteten Gästehaus des Weingutes so aufwändig bewacht wurde, ist verschwunden. Am Tatort zurück blieb ein frisch gedruckter britischer Pass. Bennie beginnt seinen Dienst verpennt, zerknittert und sichtlich genervt von den Scherereien mit ausländischen Opfern. Früher jagte man wenigstens eindeutig südafrikanische Schurken. Griessels Team von der Valke, einer Spezialeinheit gegen Gewaltdelikte, hat es offensichtlich mit der Tat von Profis zu tun. Es geht um den Zugang zu einem Algorithmus für das SWIFT-Verfahren, mit dem sich im Kampf gegen internationalen Terrorismus und organisiertes Verbrechen illegale Finanzgeschäfte verfolgen lassen. Ein Anwender kann mit dem Algorithmus aber auch selbst krumme Geschäfte machen. Es ist nicht schwer zu erraten, dass auch Tyrone international agierenden Auftragskillern in die Quere geraten ist. Tyrone bleibt keine andere Wahl, als es mit ihnen aufzunehmen.


    Bennie und seine Kollegen müssen sich die durch die Tat alarmierten Geheimdienste vom Leib halten, um überhaupt ihre Arbeit erledigen zu können. Jeder einzelne von ihnen setzt seinen Job aufs Spiel, falls sie gegen die ausdrückliche Weisung der Geheimdienste weiter ermitteln. Bennie hat erst kürzlich Nachhilfe von seinen Kollegen in IT-Fragen erhalten. Da er dennoch alles andere als sattelfest ist in den technischen Möglichkeiten, Verdächtige zu orten und selbst keine Spuren zu hinterlassen, ist sein Team in diesem Fall besonders auf kollegialen Zusammenhalt angewiesen. Der spannende Plot lebt vom Gegensatz dieser Teamarbeit außerhalb des Dienstwegs zu Tyrones Strategien als Einzelkämpfer. Mbali Kaleni als einzige Frau in einem multiethnischen, rein männlichen Team engagiert sich leidenschaftlich für ihren Beruf und wirkt durch ihr nebenberufliches Studium auffallend ehrgeizig. Bennie, mit bereits zwei Disziplinarverfahren in der Personalakte, stabilisiert sich in diesem Band. Als ehemaliger Alkoholiker darf er sich zukünftig keine Alleingänge mehr leisten.


    Fazit
    Deon Meyers vierter Band mit Bennie Griessel überzeugt durch die starken Figuren des Taschendiebs Tyrone und der Ermittlerin Mbali Kaleni. Das Setting eines Ermittlertemas, dem die Geheimdienste im Nacken sitzen, hat mir sehr gut gefallen. Da die Gründe für Mbalis ungewöhnliches berufliches Engagement bisher offen geblieben sind, können Bennie-Griessel-Fans auf eine Fortsetzung der Reihe hoffen.


    9 von 10 Punkten

  • Das neue Buch von Deon Meyer hat mir wieder gut gefallen, ist doch Bennie Griessel eine meiner Lieblingsfiguren aus seinen Büchern. Anfangs hab ich wirklich mit ihm mitgehofft, dass er nicht wieder mit dem Trinken anfängt...
    Auch Tyrone, Mbali Kaleni und Vaughn Cupido waren mir jeder auf seine/ihre Art sympathisch.
    Allerdings ist dieser Thriller nicht so südafrikanisch, wie ich es erwartet habe, ohne dass genauer in Worte fassen zu können... Und er wirkte teilweise irgendwie überkonstruiert.
    Nichtsdestotrotz wieder ein gutes Buch, schnell, mit interessanten Charakteren.
    Ich habe es sehr gern gelesen und gebe 8 Punkte dafür.

    "Leben, lesen - lesen, leben - was ist der Unterschied? (...) Eigentlich doch nur ein kleiner Buchstabe, oder?"


    Walter Moers - Die Stadt der träumenden Bücher