Beiträge von MelanieM

    Ich muss gestehen: obwohl ich "Hafenschwester 3" kannte und ein relativ gutes Namengedächtnis habe, konnte ich mich im ersten Augenblick nicht an Gerd Malthus erinnern. Aber durch Fredi Erzählung war dann sofort alles wieder da...

    Ja da bist du nicht die Einzige, deshalb habe ich es von Fredi noch mal zusammenfassen lassen.

    Wie ich schon sagte: "Mehr als die Gerechtigkeit" hat gute Chancen, bei mir in die Liga meiner Lieblingsbücher aufzusteigen... Ich bin ganz begeistert von diesem Cross-Over", nicht nur die "Guten" treffen wir wieder, sondern auch die "Bösen", jeder /jede bekommt seinen gerechten Lohn...

    Das freut mich sehr. Ja, es gibt mehr Bekannte als Unbekannte in dem Buch, selbst die Schurken sind receycelt ;-)

    Meine Mörder-Vermutung hat sich ja nun als falsch herausgestellt, mein Trost immerhin, dass ich zumindest die richtige Familie im Auge hatte... Aber noch ist ja auch nicht gänzlich geklärt, ob bei Dr. Krügers Tod nicht doch noch etwas nachgeholfen worden ist - aber so richtig glaube ich nicht daran...

    Es wird noch ein Gerichtsverfahren geben, bei dem wir Mäuschen spielen können.

    Ingrid - hmm? Auch da bin ich nicht wirklich sicher, ob sie es schafft, sich tatsächlich von Hermann zu trennen...

    Sie ist eine typische Opfer-Frau, die sich lieber verprügeln lässt, anstatt die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.

    Ansonsten fand ich natürlich die kriminalistische Zusammenarbeit zwischen Friederike und Fredi hervorragend, gut gemacht! Als Gerd Malthus zur Pistole griff, blieb mir kurzfristig fast das Herz stehen, aber Fredi hat ja alles wunderbar im Griff...

    Nicht umsonst war er in seiner Jugend wiederholt Sieger der Polizeimeisterschaften im unbewaffneten Nahkampf. Auch mit 50 reicht es bei Fredi noch für solche Momente :-)

    Da ist es wirklich sehr vorsorglich (von der Autorin *grins*) gedacht, dass Thomas ein Flugzeug hat und dass Charlotte wohl demnächst auch ihren Flugschein machen wird, da ist die Entfernung überschaubarer - und bis zum Brexit ist es ja noch eine lange Zeit!

    Die Briten sind übrigens erst 1973 in die EG, den Vorläufer der EU, eingetreten. Und beim Brexit wäre Thomas schon 101 - ich bezweifle, dass er den noch miterlebt ;-)

    Ich bin jetzt auch mit dem Buch durch. Einiges ist ja genau so eingetroffen wie erwartet - von Anerkennung, ganz zu schweigen von Entschädigungen sind die Opfer der Zwangssterilisierung noch weit weg, der Prozess gegen Malthus endet ungefähr so, wie ich es erwartet hatte.

    Die Zitate in dem Ausschuss, bei dem Richard war, habe ich teilweise wörtlich von dem echten Ausschuss übernommen. Es ist einfach gruselig, wie damals argumentiert wurde.

    Und ja, Malthus war ein Idiot, weil er Fredi noch mit der Waffe bedroht hat. Hätte er das bleiben lassen, wäre er freigesprochen worden.

    Glaubst du eigentlich, dass Krügers Tod so war, wie Malthus es behauptet hat? Oder hat er den Bewusstlosen einfach abgelegt?

    Schön fand ich die Annäherung zwischen Helen und Thomas.

    Ja, da fehlte noch etwas, das hier zum Abschluss kommt. Und durch diese Hochzeit sind jetzt auch beide Bände verwandtschaftlich verbunden ;-) . Und ich konnte es mir nicht verkneifen, auch noch mal Rudi zu erwähnen, der sich ja ein feines Leben in den USA gemacht hat, während die restliche Hafenschwester-Familie in Hamburg die schlimmen Zeiten durchstanden hat. Die Frage ist, wer wohl glücklicher geworden ist - Rudi als geldscheffelnder, gestresster Anwalt in New York, oder Fredi in seinem Job als Hauptkommissar.

    Ich spiele ja mit dem Gedanken, Fredi noch mal eine eigene Krimi-Reihe in den 1950er Jahren in Hamburg zu geben.

    Für mich war dieses Buch auch ein schöner, runder Abschluss deiner drei Reihen, den ich sehr genossen habe - und ich freue mich schon auf den Ableger.

    Das freut mich sehr.

    Mir gefällt die Zusammenarbeit zwischen Ferdi und Friederike sehr gut. Ich muss zugeben, dass Friederike mich teilweise an Fräulein Wermut erinnert 😅

    Friederike ist ja nun auch in dem Wermut-Alter ;-)

    Die Chemie zwischen Thomas und Chatlotte finde ich auch überraschend stimmig. Er ist mir auch tatsächlich sympathisch und ich kann einige seiner Wesenszüge besser nachvollziehen.

    Das freut mich. Thomas war ja auch eine Figur, der aus den vorangegangen Büchern noch ein eigener Abschlussstrang fehlte. Und ich fand es sehr spannend, am Beispiel von ihm und Charlotte darzulegen, wie zwei völlig unterschiedliche Mütter-Typen dazu führen können, dass die Kinder Bindungsschwierigkeiten bekommen. Das, was er zu wenig hatte, hatte Charlotte zu viel an mütterlicher Aufmerksamkeit. Beide mussten erst reife Erwachsene werden, um das rekapitulieren zu können. Das Teenager-Geschwärme ist ihnen beiden entgangen. Und nun treffen sie sich sozusagen als eine Art Seelenverwandte und sind beide darüber verwundert. Weil sie offen darüber reden können und nicht mehr im Balz-Modus sind, wie es der Fall gewesen wäre, wenn sie zwanzig Jahre jünger wären. Sie suchen nicht mehr krampfhaft nach einem Partner, und deshalb sind sie offener.

    Ich habe soeben auf Seite 124 mit Kapitel 12 angefangen und komme von dem vorhergehenden Kapitel, in dem es um Kriegsgeschehen ging, in Kapitel 12 nun zum Thema Frauen, Kinder und Ehe. Und genau das ist das, was ich meine. Man kann kein Thema richtig erfassen, schon wird man wieder mit einem neuen konfrontiert.

    Mir persönlich ist das alles zu durcheinander. :konfus

    Da es sich um ein Leserunden-Buch handelt, bin ich auch wirklich gewillt es durchzulesen und die anderen Bände haben mir ja auch gut bzw. sehr gut gefallen, aber wenn es kein LR-Buch wäre, hätte ich spätestens mit Beginn von Kapitel 12 das Buch zugeklappt und abgebrochen.

    Ich bin nicht böse, wenn du abbrichst, du sollst dich nicht durchquälen. Für mich ist es interessant, deine Eindrücke zu erfahren, denn ich habe auch schon von einer anderen Rezensentin so eine Rückmeldung bekommen, dass sie mit der Geschichte nicht warm geworden ist.


    Dieser Roman ist eigentlich so aufgebaut, dass sich immer der Strang von Friederike und Fredi mit dem von Charlotte und Thomas abwechselt, das sind zwei parallele Geschichten, die erst am Ende wieder zusammenfinden.

    Zwischenmeldung: Ich bin auf Seite 123 und habe leider noch keinen Faden ins Geschehen und ins Buch gefunden. Aktuell kann ich nicht mal genau sagen, woran es liegt. ?( Ob es an dem in diesem Band hohen Maß an neuen Personen liegt, am Ort, am Thema - ich weiß es nicht. Ich lese einen Abschnitt und weiß hin und wieder gar nicht was genau ich gelesen habe. Als ob ich immer mehr Input bekomme, es aber gar nicht richtig verarbeiten kann.

    Leider fehlt mir dadurch auch die Lust zum Weiterlesen. Mir fehlt etwas oder jemand, womit oder mit dem ich mich identifizieren kann.

    Manchmal passt es eben nicht. Das ist dann leider so.

    Für mich kamen zu wenige Gefühle, zu viele neue Personen und zu viele Geschehnisse mit einem Mal in gefühlt geballter Ladung aufeinander. Ich wusste gar nicht, welche Situation jetzt die ist, mit der ich mich als Leser beschäftigen soll, da ich mich dann gefühlsmäßig schon wieder in einer neuen Situation vorgefunden habe.

    Dieser Abschnitt fühlte sich anders an, wie all die anderen Bücher von dir MelanieM

    Vielen Dank, das ist sehr interessant für mich.

    Somit sind mir auch die Charaktere nicht greifbar vorgekommen und ich kann mich nicht einmal mit Charlotte identifizieren, obwohl ich gerade sie im vergangenen Band so toll fand.

    Ich bin mal gespannt, ob sich das ändert.

    Es ist in der Tat ziemlich lang - aber sehr lohnenswert und interessant!!! :respekt hat mir sehr gut gefallen und so wunderbar "frei" gesprochen, keine verschachtelten Sätze, in keiner Weise angespannt (wirkte zumindest so)... Gut gemacht!!!

    Von den Büchern hatte ich noch nie gehört und ich weiß - ehrlich gesagt - auch nicht, ob ich sie mir in der Buchhandlung näher angeschaut hätte... Nee, ich glaube, mir gefallen die historischen Romane besser...

    Ich habe das große Glück, dass ich nie Lampenfieber habe, sondern immer so rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist ;-)

    Das finde ich auch sehr schwierig und so sehr ich die Ukrainer verstehen kann, kann ich das Gerede darüber, dass alle Russen am besten Tot sein sollten, nicht aushalten.

    Wir hatten das auf der Eröffnungsfeier der Modellbau WM im letzten Sommer in Polen auch, da konnten die Ukrainer mit Unterstützung des Weltverbands teilnehmen. Der Sprecher hat dann auch eine lange Rede halten dürfen bei der Feier. Ich verstehe ja nichts von dieser Sprache, aber so oft wie dort das Wort Nazis drin vorkam und zusammen mit der Übersetzung war es mir zu viel. Der Hass der da ein Gesicht bekommen hat hat für mich die eigentlich fröhliche Eröffnung eingetrübt. Und davon abgesehen fand ich es auch ein wenig heftig, dass wir da aufgefordert wurden auf unsere Regierungen einzuwirken, dass sie Waffen zur Verfügung stellen sollen. Als ob Herrn Scholz meine Meinung dazu interessieren würde....

    Das geht mir ähnlich. Mich störte vor allem, dass Melnyk sogar noch behauptete, die ukrainischen Flüchtlinge, die hier wirklich mit offenen Armen aufgenommen wurden und mehr Rechte haben als alle anderen Flüchtlinge, da sie auch arbeiten dürfen, würden sich in Deutschland nicht aufgenommen fühlen und Deutschland verlassen, weil wir zu wenig Waffen schicken. Das hat dann selbst Ukrainer in Deutschland erschüttert, als ihr Botschafter so tat, als wäre Deutschland der Feind und nicht Russland. Zum Glück ist der neue ukrainische Botschafter diplomatischer und bedankt sich auch und erkennt, wie viel die Zivilbevölkerung für die Flüchtlinge tut.


    Natürlich ist es verständlich, wenn der Hass auf die Russen groß ist. Aber mit solchen Verteufelungen eines ganzen Volkes und Aussagen von Melnyk, ganz Russland müsse besetzt werden, erreicht man eher das Gegenteil. Jeder weiß, dass man den 2. WK damit nicht vergleichen kann. Russland ist eine Atommacht. Hitler hatte keine Atombombe. Hätte er sie gehabt, hätte er sie eingesetzt. Ich befürchte, dieser Krieg wird die Ukraine zerstören und sich über Jahre hinziehen, so wie in Afghanistan. Als die UdSSR in den 1980er Jahren in Afghanistan war, unterstützte der Westen die Taliban mit Waffen. Irgendwann zog sich Sowjetarmee zurück. Das Land war dann destabilisiert. Ich befürchte, das wird auch das Schicksal der Ukraine werden, und das ist sehr bitter. Hoffentlich irre ich mich.

    So, ich bin wieder online, musste erst noch mal was einkaufen, weil ich das gestern nicht mehr geschafft habe.

    Ich finde es wunderbar, wie bei diesem Cross-Over manchmal die Puzzleteile - klack. klack - an die richtige Stelle fallen: also Luise werden wir sicherlich noch treffen und Bruno habe ich jetzt auch schon kennengelernt - und auch schon etwas über die Persien-Reise gehört, die er zusammen mit Eddy unternommen hat (auf das Buch freue ich mich auch schon!)

    Das freut wiederum mich sehr. Dieses Cross-Over hat mir auch den allergrößten Spaß gemacht.

    Friederike und Fredi - ein "Traumpaar" der Ermittlungen... Er kann Friederike wirklich gut einschätzen und sie erfüllt ihre "Aufgabe" auch mit Bravour, allerdings hatte sie mit Bruno auch einen guten Berater über die geschickteste Herangehensweise. Geschickt, wie sie bei Herrn Pahlke etwas mit dessen Angst spielt (Abschussliste"), so dass er den Namen Gerd Malthus fallen lässt.

    Ja, Fredi und Friederike sind ja beide Personen, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen, wobei Friederike eher die mit der Spitzen Zunge ist und Fredi immer eher abwartet, wie er Paroli bieten kann. Das hat er ja in seinem 18 Jahre währenden doppelten Spiel mit Werner Rohrbeck perfektioniert. Interessant wäre auch, wie Friederike mit seinem großmäuligen Bruder Rudi klar gekommen wäre. Aber der ist ja in Amerika und scheffelt als Anwalt Geld wie Heu ;-)

    Mit Ingrid hatte ich teilweise etwas Mitleid (ich betone: etwas), sie ist so abhängig von ihrem Mann, dass sie anscheinend überhaupt keine eigene Meinung mehr hat...

    Ingrid ist zu feige, etwas an ihrem Leben zu ändern.

    Von der HIAG hatte ich übrigens schon gehört, war es nicht auch die Organisation, die SS-Angehörigen (die Unterscheidung zwischen den einzelnen Gattungen habe ich erst durch die Mohlenberg-Bücher kennengelernt) über die sog. "Rattenlinie" geholfen hat, im Ausland (z.B. Südamerika) unterzutauchen? Aber die Deutsche Reichspartei (DRP) kannte ich nicht - und sie war 1957 noch frei wählbar? Interessant...

    Für die Rattenlinie war die "Stille Hilfe" zuständig, die arbeitete manchmal mit der HIAG zusammen, hatte aber andere Ziele. Die wollten direkt Kriegsverbrecher unterstützen und schützen oder zur Flucht verhelfen. Die HIAG hingegen wollte, dass die SS-Leute als normale Soldaten und Elitekrieger und nicht als Verbrecherische Organisation wahrgenommen werden sollte. Und da die SS so heterogen war, und nicht jeder, der dort Mitglied war, selbst automatisch ein Verbrecher war - wenn man mal davon absieht, dass er sich der Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation schuldig machte, was aber zum Zeitpunkt des Eintritts noch nicht der Fall war -hatten sie durchaus Unterstützer. Es ist ja auch ein großer Unterschied, ob ein 17-jähriger voller Stolz und Idealismus 1944 in die SS aufgenommen wird, der wirklich glaubt, es sei eine Eliteeinheit, oder ob jemand wie Hermann Ströbel überall aus Karrieregründen mitmischt und über Leichen geht. Oder ob jemand wie Gustav Brehm Menschenversuche plant und Kranke und Behinderte euthanasieren will. Man muss das differenziert betrachten, wenn man die Geschichte wirklich verstehen will, um aus ihr zu lernen. Die einfache Formel, jeder der in der SS war, war ein Massenmörder, funktioniert nicht. Und gerade deshalb bekam die HIAG Unterstützung. Es waren insgesamt über 900.000 ehemalige SS-Mitglieder nach dem Krieg übrig geblieben. Aber viele waren zu feige, ihre Gründe zu benennen. Wie Günther Grass. Er spielte lieber Moralapostel, anstatt zu erklären, warum er mit 19 Jahren verführbar war. Und das raubte ihm dann die Integrität am Ende seines Lebens. Oder es werden in der ARD keine Derrick-Folgen mehr ausgestrahlt, weil Horst Tappert in der Waffen-SS war - dabei sollte doch eigentlich die Resozialisierung im Fokus stehen, wenn einer erkennt, dass er einen Fehler gemacht hat. Stattdessen werden selbst Tote jetzt vom Bildschirm verbannt, deren Rollen nichts mit der SS zu tun haben. Wäre es nicht besser, lieber darüber zu diskutieren? Vor allem, da wir gerade jetzt durch den Ukraine-Krieg wieder mit Propaganda und Kriegsgetrommel von allen Seiten konfrontiert werden? Ich sehe da leider gerade viele Parallelen - die letzte Generation, die noch im Krieg war, ist tot. Die Nachkommen haben ihn nicht erlebt und glauben, man könnte Probleme mit Kriegen lösen ... Natürlich gibt es keine einfachen Lösungen, aber ich finde es erschreckend, wenn jetzt von einigen, die ständig im Medieninteresse stehen, gleich alle Russen zu Orks erklärt werden. Insofern war es gut, dass auch eine russische Menschenrechtsorganisation, die selbst vom Regime verfolgt wird, zusammen mit einer ukrainischen Organisation den Friedensnobelpreis bekommen hat. Aber Ex-Botschafter Melnyk hat darüber ja gewettert, weil er lieber alle Russen als Orks sieht, anstatt dass man erkennt, dass jedes Volk heterogen ist.

    Noch kurz erwähnen möchte ich, dass mir die Beschreibung des Wigomats gut gefallen hat, an den kann ich mich gar nicht mehr erinnern, aber für Kaffeemaschinen interessiert man sich als Kleinkind auch nicht so sehr...

    Das freut mich.

    Ich kenne ja "Die verstummte Liebe" noch nicht und habe deshalb jetzt auch Helen kennengelernt, oh ja, die Beziehung wischen ihr und Thomas ist ja wirklich sehr schwierig und kompliziert, aber ich habe so etwas wie eine kleine Hoffnung, dass ihr gemeinsamer Kampf gegen Charles sie etwas annähern wird - mit Charlotte als Vermittlerin? Ich bin jetzt jedenfalls ganz gespannt auf Luise, hoffentlich klappt es, dass Thomas und Charlotte sie in Hannover treffen...

    Die Kindheit von Thomas ist eines der großen Themen in "Die verstummte Liebe" - daran zeigt sich, wie sehr Helen sich verändert. In "Die Stimmlosen" tauchen sie und Thomas ja das erste Mal auf.

    Aber ich finde, Fritz hätte gleich Thomas von dem Brief erzählen müssen, bisschen "schwafelig" kann er mir schon mit seiner Argumentation vor, er habe ihn "schützen" wollen...

    Fritz kennt Thomas. Wenn der sich ärgert, trinkt er zu viel Alkohol und macht dann manchmal dumme Sachen.

    Ich bin eben erst aus Stuttgart zurückgekommen. Das Radiointerview war toll. Die Rückfahrt dauerte dann fünfeinhalb Stunden von Stuttgart nach Hamburg, aber wenigstens waren die Züge nicht so voll wie erwartet.

    Deshalb melde ich mich erst jetzt.


    Da ich die Hafenschwester 3 letzte Woche erst gelesen habe, war das alles noch sehr frisch in meinem Gedächtnis. Ich finde es gut, dass hier auf beiden Seiten bekannte Figuren verwendet werden. Und ich sehe es ähnlich - Malthus ist sicher unsympathisch, weil er Spaß an der Ausübung von Macht und Gewalt hat, aber er ist genauso Opfer und Produkt seiner Zeit. Diese Art Schurken sind mir eigentlich die liebsten - ich möchte verstehen, warum sie so sind, wie sie sind.

    Genau das macht mir beim Schreiben auch immer Spaß - zu erklären, warum die Menschen so geworden sind.

    Für Ingrid sehe ich schwarz

    Da sind wir uns einig. Sie hätte nur die Chance gehabt, aber sie nutzt sie nicht, weil sie zu feige ist, die Konsequenzen zu ziehen. Das Elend, das sie kennt, ist ihr lieber als die unbekannte Freiheit.

    Ich melde mich jetzt erst, weil ich heute den ganzen Tag neben meiner Arbeit mit meinen Reisevorbereitungen morgen nach Stuttgart und den Rückflug befasst war. Der Hinflug klappt, der Rückflug wurde wegen des Streiks gecancelt. Der Sender hat mir noch eine Bahnfahrkarte besorgt, sodass ich Freitag doch noch nach Hause komme. Schlimmstenfalls hätte ich eine Nacht länger bleiben müssen. Immerhin habe ich für die mehr als fünf Stunden lange Bahnfahrt eine Sitzplatzreservierung. Zum Vergleich - mit dem Flieger wäre ich nur 75 min unterwegs gewesen. Na ja, klappt wenigstens mit dem Hinweg. Ich mag den Rückflug noch nicht stornieren, das mache ich erst in Stuttgart, weil beide zusammengehören, nicht dass die mir mit ihren Online-Problemen auch noch den Hinflug canceln ...

    Ich finde ja auch, dass Fräulein Wermut's Art auch bei Charlotte und ihrem Plan bezüglich der unliebsamen Verwandtschaft durchblitzt....

    Ja, Fräulein Wermut hat alle inspiriert ;-)

    Mir hat an dem Abschnitt wieder einmal besonders gut gefallen, wie du auf der einen Seite mit Kleinigkeiten ein Bild der Zeit hervorrufst (hier denke ich speziell an die Kaffeemaschine und die Sekretärin, die sich darüber auslässt, dass Kaffeeduft doch viel netter ist als die Rauchschwaden aus den anderen Büros), aber auf der anderen Seite richtig schwere Themen behandelst (Helens Depressionen und ihre Beziehung zu Thomas; die Situation der Frauen in Deutschland und England).

    Mir machte das auch Spaß, die Schauplätze so abzuwechseln - es ist ja nur eine Woche, aber sie erleben in dieser einen Woche unheimlich viel.

    Gerade Helen ist eine interessante Figur, ich habe in Die verstummte Liebe sehr mit ihr gelitten. Auf der einen Seite möchte man ihr helfen, ihre Depressionen zu überwinden, auf der anderen Seite möchte man sie aber schütteln, wenn man liest, wie sie Thomas behandelt. Wobei mir scheint, dass sie eigentlich auch darunter leidet, keine wirkliche Beziehung zu ihm aufbauen zu können.

    Helen fehlte noch ein Abschluss, ebenso wie Thomas. Die beiden haben noch ein großes Beziehungsproblem offen. Mit Fritz hat Helen sich ja versöhnt, aber Thomas ist unversöhnlich. Und darunter leidet Helen, die sich langsam wieder - auch durch den Kontakt zu Fritz - in die alte Leni Ellerweg verwandelt, die sie mal war, auch wenn immer wieder die garstige Helen Mitchell durchschimmert.

    Spannend finde ich in dem Abschnitt auch die Aussage, dass ihre drei Kinder sie völlig unterschiedlich beschreiben würden. Eigentlich ist es ja immer so, dass man einen anderen Menschen durch die Brille der eigenen Beziehung mit ihm wahrnimmt und die sich zwangsläufig von der Wahrnehmung anderer Menschen unterscheiden muss. Aber Helen ist da ein Extrembeispiel, da sie innerhalb ihrer zweiten Ehe die fast schon klassische Kombination Lieblingskind - abgelehntes Kind hat und Fritz als zusätzlicher Sohn, den sie verloren hat, glorifiziert, aber gleichzeitig auch verheimlicht wird.

    Genau das ist das Problem in dieser Familie. Und es ist auch Thomas' Problem, der immer noch das Gefühl hat, dass seine Mutter ihm was Böses will, auch wenn er vom Verstand her weiß, dass das nicht stimmt.

    Übrigens kenne ich Wigomat-Kaffeemaschinen. Meine Stiefoma hatte eine im Küchenschrank, allerdings hat sie ihren Kaffee immer von Hand aufgebrüht. Aber die Maschine war ein Geschenk von einem Familienmitglied und musste insofern behalten werden. Sie stand somit etwa 40 Jahre ungenutzt im Schrank herum. Die Erinnerung hat mich gestern Abend beim Lesen doch zum Grinsen gebracht.

    Das ist ja spannend. Ich habe - weil Fredi ja schon immer Kaffeetrinker und Nichtraucher war - nach dem damals modernsten Kaffeemaschinensystem gesucht und bin deshalb auf den Wigomaten gekommen.

    Zwei Sachen haben mich beschäftigt. Zum einen die Aussage, dass Fritz um der Gerechtigkeit willen das Gesetz schon mal verbiegt. Nach eigenem Gutdünken. Ich weiß, was hier gemeint ist, finde ich aber prinzipiell nicht gut. Irgendwie hat mich gestört, wie das ausgedrückt war. Das klang negativ für mich. Nach Selbstjustiz.

    Man muss Fritz aus seiner Sozialisation heraus sehen. Als er jung war, war es das Gesetz, Kranke zu töten, politische Gegner einzusperren und es war so "halblegal", Juden und andere missliebige Personen zu vergasen. Ich sage "halblegal", weil das ja im Geheimen passierte, es gab dafür kein Gesetz. Aber für das Einsperren politisch andersdenkender Menschen, für ihre Hinrichtung und auch für die Euthanasie und die Zwangssterilisationen gab es Gesetze. Wer sie nicht befolgte, stellte sich gegen das Gesetz. Und genau das ist damit gemeint. Wenn Gesetze Unrecht zu Recht erklären, muss man sich überlegen, ob sie nicht auch schon mal verbiegen darf, oder ob es sogar Pflicht wäre.

    Und erschütternd, dass man einen solchen Test brauchte, wenn man als geouteter Homosexueller seine Approbation wieder wollte. Das dauerte ja noch eine ganze Weile, bis sich da etwas tut. Dennoch sehr sehr schräg. Hier ist das Opfer natürlich einer von den Schlechten. Aber ganz prinzipiell erschreckend.

    Das war ja von mir in "Die Stimmlosen" absichtlich so dargestellt. Krüger wurde für Kindermord im Rahmen der Euthanasie zweimal freigesprochen - weil das damals erlaubt war. Für seine Homosexualität kam er ins Gefängnis - weil das damals verboten war. Und am Ende sagte Richard ja, dass er nun schon drei Verfahren gegen Krüger erlebt hat - und alle waren eine Schande für die deutsche Justiz. Es sollte der bittere Beigeschmack bleiben. Am Ende kommt Krüger ins Gefängnis und darf nicht mehr als Arzt arbeiten - das hat er verdient. Aber die Gründe waren falsch, weil er es nicht wegen seiner Homosexualität verdient hat, sondern wegen der Kindermorde.

    Aber vielleicht mal die Frage an MelanieM , ob sie weiß (Quatsch eigentlich, natürlich weiß sie!!!), wie sich ein Mensch wie Dr. Krüger (jetzt mal unabhängig von seiner Rolle im Buch) hätte rehabilitieren können ...

    Es wäre tatsächlich nur durch eine erfolgreich bestätigte Konversionstherapie möglich gewesen. Wenn er hätte nachweisen können, dass er nicht mehr homosexuell ist. Und das glaubhaft darlegt. Deshalb wollte er das Attest von seinem Intimfeind, weil das unanfechtbar gewesen wäre. Richard hätte niemand unterstellt, Krüger ein Gefälligkeitsattest auszustellen. Ansonten durften Homosexuelle damals viele Berufe nicht mehr ausüben. Sie durften nichts machen, wo sie mit Jugendlichen zu tun hatten, und sie konnte auch nicht mehr Juristen werden, wenn sie wegen Homosexualität vorbestraft waren. Ärzte, Lehrer, alle möglichen sozialen Berufe und alle juristischen Berufe waren Ihnen nicht mehr zugänglich. Sie konnte auch als Handwerksmeister keine Lehrlinge mehr ausbilden - sie könnten die ja "verderben". Künstler ging noch, oder einfacher Handwerksgeselle, oder einfacher Arbeiter, aber ganz viele Berufe fielen flach. Und da wir heute wissen, dass Konversionstherapien nicht funktionieren, gab es im Prinzip keine Chance, wenn man erst mal als Homosexueller vorbestraft war.

    Etwas grinsen musste ich bei der Szene mit der Telefonzelle, nein, nicht wegen der 20 Pfennig, sondern weil die Kripo ihre Hilfsmannschaft über eine Telefonzelle anrufen muss. Ich habe selbst durchaus noch das Zeitalter der Telefonzellen miterlebt, aber wie schnell man so etwas dann doch vergisst...

    Ja, als Kripo-Beamter ruft er sie nicht über Funk, er muss telefonieren. Und Handys wurden erst in den 1990er Jahren für Privatpersonen erschwinglich.


    Ich freue mich sehr, dass das Buch Chancen hat, ein Lieblingsbuch von dir zu werden. Mir machte es auch Spaß, wenn sich Helden aus verschiedenen Reihen miteinander "messen" - Friederike muss sich ja auch einiges einfallen lassen, um Fredi zu überzeugen, andererseits findet er sie ja auch sympathisch und hilfreich, deshalb lässt er sich darauf ein.

    Und dass er Regeln beugen konnte, weiß man ja aus seiner Vergangenheit, wenn es zum Nutzen der Gerechtigkeit ist.

    ch habe absolut keine Ahnung, wer der Mörder sein könnte, einiges deutet ja ziemlich gezielt auf eine Person - aber wäre das nicht zu einfach im jetzigen Stadium?

    Wen vermutest du denn?