Beiträge von MelanieM

    Ich werde mich spontan entscheiden. Eddie, kommt mir bekannt vor, ist das die englische Verwandtschaft?

    Eddy ist der junge Mitbewohner von Arthur in "Die Stimmlosen", in den sich Bruno verliebt. Der junge Brite, der damals versuchte, Deutsch zu lernen und weil er die Artikel immer durcheinander bekam, dann immer die Verniedlichungsform sage, weil man dann immer "das" sagen kann - "das Gabelchen", "das Messerchen" und damit Arthur zur Weißglut getrieben hat. Inzwischen kann Eddy aber perfekt Deutsch.

    Ich freue mich sehr auf die Leserunde mit euch. Ich bin ab Mitte August auch im Urlaub und habe Zeit.


    Der Klappentext müsste demnächst online gehen, aber ich kann ihn euch hier schon mal vorab einstellen:


    Ein spannender Roman über die geheimnisvolle Welt des Iran und die Geschichte einer verbotenen Liebe von Bestsellerautorin Melanie Metzenthin


    1953: Der junge Journalist Eddy McLaine und sein Fotograf Bruno Matthiesen machen sich mit einem ausgebauten VW-Bus auf die weite Reise von Deutschland in den Iran. Begeistert von der fremden Welt des Orients und der iranischen Gastfreundschaft gelingt es den aufgeschlossenen jungen Männern schnell Kontakte zu knüpfen. Doch der Iran steht am Scheideweg zwischen Tradition und Moderne – Teheran ist ein Pulverfass und Eddy und Bruno sind mittendrin. Wenn jetzt noch herauskommt, dass Bruno und er viel mehr sind als nur Kollegen, könnte es für sie beide lebensgefährlich werden …

    Jetzt habe ich zu schnell auf "Absenden" geklickt.

    Ich wollte noch anfügen, dass ich "Die verstummte Liebe" mit der allerersten Begegnung zwischen Ellinor und Fritz 1946 enden lasse - aus Ellinors Sicht. Es ist von den Dialogen die gleiche Szene wie in "Die Stimmlosen", als man sie aus Fritz' Sicht erlebte, der aus allen Wolken fällt, als er die Story hört. Hier ist sie der Abschluss. Und dann kommt Thomas' Auftritt und Fritz ist auch nicht begeistert. Aber Ellinor schwört sich, dass es so nicht enden soll und sie darum kämpfen wird, die Familie zu versöhnen - aber wie es dann passiert, liest man in "Die Stimmlosen".

    Ich werde wohl die "Melanie-Metzenthin-Pause" damit überbrücken, dass ich "Die Stimmlosen" zumindest noch einmal querlese und dann "Die verstummte Liebe" beginne...

    "Die verstummte Liebe" spielt vor "Die Stimmlosen" - es macht dir vermutlich mehr Spaß, wenn du erst "Die verstummte Liebe" liest und dann noch mal mit dem Wissen die Stimmlosen.

    Die verstummte Liebe endet im Prinzip da, wo "Die Stimmlosen" für Helen und Ellinor beginnt.

    Jetzt sind alle, die nicht abgebrochen haben, durchgekommen.


    Habt ihr denn Lust, im Sommer Bruno und Eddy im Iran zu lesen? Das Buch erscheint am 25. Juli, ist aber noch nicht vorbestellbar. Es wird aber als Ebook sicher auch wieder bei Netgalley erscheinen.


    Wenn ihr Lust habt, könnten wir ja September ins Auge fassen.

    Schöne Sachen (Ich werde offiziell Patentante, vorher war es nur eine Ahnung) und unschöne Sachen (Katze krank mir Blasenentzündung und leider hat es sich wegen Fehldiagnose- und Behandlung der Tierärztin ewig hingezogen...).

    Ich hoffe, der Katze geht es wieder gut? So etwas ist ja immer sehr belastend, wenn ein Tier krank ist - genauso wie bei einem menschlichen Angehörigen.

    Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen. Gerade das Crossover zwischen den verschiedenen Buchreihen und das jeder Charakter vor allem einen sinnvollen Auftritt hatte, der einfach in die Geschichte gepasst hat.

    Das freut mich. Ja, mir ist es wichtig, dass die Charaktere dann zusammenpassen. Deshalb habe ich auch Fredi von der Hafenschwester ausgewählt. Gastauftritte von anderen Figuren hätten da nicht aus der Reihe gepasst, auch wenn Ella und Julia befreundet sind. Das hätte den Rahmen gesprengt.

    Sehr positiv überrascht hat mich die Entwicklung zwischen Helen und Thomas. Helen ist neben Friederike, Fräulein Wermut und Fredi eine meiner liebsten Charaktere, gerade weil sie so vielschichtig ist.

    Helen mochte ich auch immer sehr gern, vor allem, weil ich mich beim Schreiben von "Die verstummte Liebe" sehr in sie hineinversetzt habe, um den Wandel von dieser starken, modernen Frau zu der garstigen alten Dame, wie sie später von Leserinnen oft genannt wurde, hinzubekommen. Das fand ich eben so spannend. Auch, wie ich mich damals selbst beim Schreiben von ihr distanzierte und sich die eigene Identifikation weg hin zu der beschreibenden Autorin wandelte. Aber sie ist auch eine Figur, die ich sehr mag und die genau weiß, was sie Thomas als Kind angetan hat. Sie weiß auch, dass sie es nie wieder gut machen kann. Bei Fritz und Ellinor hat sie nicht so schrecklich versagt, Fritz hat ihr aufrichtig vergeben und Ellinor war ja immer ihr beschütztes Nesthäckchen. Thomas war der ungeliebte Sohn. Nicht böswillig und geplant, sondern weil die Umstände so waren. Deshalb hat Thomas auch ein paar Abgründe und muss mit dem Alkohol aufpassen. Andererseits hatte er immer ein gutes Verhältnis zu seiner kleinen Schwester und er hatte einen Vater, der ihn immer unterstützt und geliebt hat. James, Helens Mann, kommt manchen ja in die verstummte Liebe wie der Antagonist vor, aber das ist er eigentlich auch nicht, der Antagonist sind die Zeitumstände. James hat Helen aufrichtig geliebt. Sie hat ihn aber niemals so geliebt wie Fritz' Vater. Sie hat ihn begehrt und es gab auch eine Zeit, da war er der wichtigste Mensch in ihrem Leben und sie hat ihn dafür geliebt. Aber er war ein ganz anderer Typ als Ludwig, ein Patriarch mit konservativem Rollenverständnis. Ellinor hat ihrer Mutter immer hoch angerechnet, dass sie ihren Berufswunsch gegen den Vater unterstützt hat. Dadurch konnte Thomas einen Teil heiler Welt indirekt erleben - er hatte einen Vater, der stolz auf ihn war. Durch seine Schwester sah er, dass auch Frauen alles leisten können. Aber er hatte eine schwierige, garstige Mutter, die immer mit ihren Depressionen kämpfte. Und er hat die unglückliche Ehe seiner Eltern beobachtet. Sein Vater tat ihm leid. Die Mutter war das gemeinsame Feindbild, das man trotzdem auch auf eine Weise irgendwie liebte.

    Helen war als junge Mutter eifersüchtig auf die Amme, deshalb hat sie sie einfach entlassen und Thomas damit die wichtigste Bezugsperson genommen. dass er sich noch als Mann von über 40 verbittert daran erinnert, obwohl er damals erst drei war, zeigt, wie groß die Kluft war.

    Deswegen finde ich es so spannend, wie sie versucht ihre Fehler zu reflektieren und sich zu verändern. Nicht mehr Leni, aber eine Helen, die aus ihren Schmerz auftaucht und versucht die Fehler, die sie gemacht hat, kritisch zu hinterfragen und auch irgendwie wieder gut zu machen.

    Durch Charlottes Besuch kann Helen noch besser reflektieren. Und am Ende, bei der Hochzeit, wird ja auch deutlich, dass sie sich gut mit Friederike versteht. Die Beziehung zu Friederike wird dann auch viel dazu beitragen, dass die garstige Helen irgendwann ganz verschwindet. Sie wird zwar nie mehr Leni sein, aber doch eine reife, liebevolle Großmutter. Für Fritz' und Ellinors' Kinder war sie das schon. Sie wird das auch für Thomas' und Charlottes Kind sein (die beiden werden nur eine Tochter haben). Und dann kann die alte Wunde endgültig vernarben.

    Der Mordfall war ebenfalls sehr spannend und Friederike und Fredi haben mit als Ermittlerduo sehr gut gefallen.

    Den Täter fand ich letztendlich schlüssig, war aber dennoch überrascht.

    Wieder mal eine schöne Leseerfahrung!

    Das freut mich. Ich werde dem Verlag ja eine Reihe mit Fredi vorschlagen und außerdem möchte ich auch noch mal die Biografie von Fräulein Wermut als Roman schreiben.

    Ich freue mich, dass es dir gefallen hat :-)

    Fredi finde ich Klasse. Nur wegen ihm erwäge ich, die zwei Bücher der Hafenärztin noch zu lesen.

    Hafenschwester! Die Hafenärztin ist von einer anderen Autorin verfasst worden und erst lange nach der Hafenschwester erschienen, da wirst du Fredi nicht finden ;-)


    Allerdings ist Fredi erst ab Hafenschwester 2 dabei, da fängt er als Sechsjähriger an. In Hafenschwester 1 ist Martha zu Beginn 14 Jahre alt und muss aufgrund der Cholera-Epidemie schnell erwachsen werden.


    Ich hoffe ja sehr, dass ich noch eine Krimi-Reihe mit Fredi in den 1950er Jahren etablieren kann.

    gab es da in der Realität mindestens eine Stimme, die ähnlich wie Richard argumentiert hat? Oder hingen sie alle noch in ihrer "Blase" fest?

    Es gab einen Mann, der wie Richard argumentierte und genau dessen Argumente habe ich Richard in den Mund gelegt :-) . Auch Richards Zitate sind nicht alle fiktiv. Der echte Ausschuss fand aber erst 1963 statt. Da Richard ja fiktiv ist, habe ich es einfach etwas früher datiert und dann im Nachwort erläutert.


    Wenn es keine Menschen wie Richard gegeben hätte, würde das Unrecht heute noch immer nicht als solches wahrgenommen. Und deshalb ist es wichtig, eine Stimme zu erheben, auch wenn man nicht sofort etwas erreicht.

    Ich antworte mal für mich. Da sagst du was Wahres. Ein gewisser Spannungseffekt ist natürlich jetzt weg. Das vierte Buch ist tatsächlich für mich in einem ganz anderen Ton geschrieben als die drei Vorgänger. Eher Gegenwartsliteratur und kein "Histo" mehr.

    Es ist die Zeit, in der unsere eigene Geschichte beginnt. 1957 war dem hier und jetzt sehr nah, wenn man in den 1960ern oder frühen 1970ern geboren wurde. Während alles davor eine völlig andere Welt war. Im Grunde berühren sich hier die Welten. Wer früher durch sein normales Handeln ein Held war, ist jetzt ein normaler Durchschnittsbürger.

    Ich habe noch mal darüber nachgedacht, warum dir die Figuren fremd vorkamen. Kann es sein, weil sie jetzt das normale Leben haben, das wir auch kennen? Sie müssen nicht mehr ums Überleben kämpfen. Verglichen mit den alten Sorgen sind das alles Kleinigkeiten. Da muss man nicht mehr mitfiebern. Es ist eher ruhiger und zum Loslassen von insgesamt drei Reihen, die hier ausklingen. Manche mögen das, andere finden es langweilig.

    Ich gebe zu, dass mir ein kleines Rührungs-Tränchen kam, als Helen mit Janice auftauchte - so schön und überhaupt nicht kitschig!!! Damit hat Helen eine wichtige Entscheidung für ihre Beziehung zu Thomas getroffen, es ist noch nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" aber für Thomas ein Signal, dass seine Mutter ihn ernst nimmt und aus ihren Fehlern gelernt hat!

    Ja, Thomas brauchte noch ein Happy-End, der war der einzige, der noch etwas mit seiner Mutter zu klären hatte. Seine Geschwister hatten das ja beide schon geregelt. Fritz hatte seinen Moment ja schon in "Die Stimmlosen"

    So ein schöner Abschluss der Reihe, ja, eigentlich aller drei Reihen ("Hafenschwester", Stille Helden" und die "Mohlenberg-Reihe") - und so positiv... Obwohl es mir ganz ganz doll schwerfällt, die mittlerweile liebgewordenen Menschen "gehen" zu lassen... Mich tröstet tatsächlich etwas, dass Du evtl. planst, eine Krimireihe mit Fredi zu schreiben und Bruno werde ich sicherlich in den Iran (bzw. Persien) begleiten.

    Möglicherweise trifft man - wenn es dazu käme - einige Personen noch mal in Gastauftritten wieder und erfährt, was sie so treiben. Durch Mohlenberg 4 hat man ja auch erfahren, was aus Marthas Enkeln geworden ist (von denen ja Fredi die meisten produziert hat ;-) )

    Und die anderen "Enden"? Irgendwie war es doch eigentlich klar, dass Richard bei dem Sachverständigen-Ausschuss "kein Bein auf den Boden" bekommt, hat er selbst ja auch vermutet, da war die Zeit noch nicht reif genug. Was für eine Farce, die Gutachten für die Anträge von jungen Ärzten schreiben zu lassen, aber sie von Dr. Bürger-Prinz gegenzeichnen zu lassen, haha.... (Den Namen hatte ich schon vergessen, aber als Hamburgerin fiel er mir sofort wieder ein!) Ich hatte fast etwas erwartet, dass Bürger-Prinz auch bei dem Sachverständigen-Ausschuss auftaucht. Ich befürchte, einen ähnlich langen Atem müssen auch die Opfer der Missbrauchs in den Kirchen haben...

    Ja, vor allem war mir wichtig, dem Bürger-Prinz ein bisschen den Heiligenschein zu nehmen, den er bis in die 60er Jahre, als er hier noch Vorlesungen hielt, hatte. Der Mann war auch nicht ohne ...

    Gerd Malthus? Da habe ich Fredi mal wieder bewundert, wie er geschickt gekontert hat, er hat die Falle sofort gewittert... Und ich glaube Gerd Malthus nicht von zwölf bis mittags, dass es Krügers Wunsch war, auf der Bank abgesetzt zu werden, ich schätze, er hat ihn bewusstlos dort "abgeladen"... Ingrid war ja eine super Zeugin, im Grunde hat sie gar nichts gesagt... Und Herrmann wird sie weiterschlagen, sie steckt in der berühmt-berüchtigten Spirale (Schlagen, Reue, Verzeihung, Schlagen) fest - und was ich schon schrieb: damals war es noch schwieriger als heute, den Mann zu verlassen...

    Fredi kann eben auf eine reichhaltige Erfahrung zurückblicken, die er sich im 3. Reich im Umgang mit schwierigen Situationen erworben hat. Wer das hinter sich hat, was er erlebt hat, den bringt so leicht nichts mehr aus der Ruhe (nicht mal Friederike, die ihm Tee über die Hose gießt).

    EIN WUNDERSCHÖNES BUCH, HAT MIR SEHR GUT GEFALLEN!!!

    Vielen Dank, das freut mich riesig.

    Und nun heißt es auch für Dich Abschiednehmen? Oder kommt da noch etwas (abgesehen, dass wir Bruno in Persien wieder treffen?)?

    Dazu habe ich schon was im letzten Abschnitt geschrieben. Ich plane eine Krimireihe in den 50ern mit Fredi als Hauptkommissar. Nun muss ich nur noch ein gutes Exposé verfassen und Tinte&Feder davon überzeugen. Denn ich denke, in den 1950er Jahren gab es in Hamburg noch einige interessante Geschichten und Fredi ist sozusagen auch ein Bindeglied zu den verschiedenen Reihen.