Schöne Sachen (Ich werde offiziell Patentante, vorher war es nur eine Ahnung) und unschöne Sachen (Katze krank mir Blasenentzündung und leider hat es sich wegen Fehldiagnose- und Behandlung der Tierärztin ewig hingezogen...).
Ich hoffe, der Katze geht es wieder gut? So etwas ist ja immer sehr belastend, wenn ein Tier krank ist - genauso wie bei einem menschlichen Angehörigen.
Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen. Gerade das Crossover zwischen den verschiedenen Buchreihen und das jeder Charakter vor allem einen sinnvollen Auftritt hatte, der einfach in die Geschichte gepasst hat.
Das freut mich. Ja, mir ist es wichtig, dass die Charaktere dann zusammenpassen. Deshalb habe ich auch Fredi von der Hafenschwester ausgewählt. Gastauftritte von anderen Figuren hätten da nicht aus der Reihe gepasst, auch wenn Ella und Julia befreundet sind. Das hätte den Rahmen gesprengt.
Sehr positiv überrascht hat mich die Entwicklung zwischen Helen und Thomas. Helen ist neben Friederike, Fräulein Wermut und Fredi eine meiner liebsten Charaktere, gerade weil sie so vielschichtig ist.
Helen mochte ich auch immer sehr gern, vor allem, weil ich mich beim Schreiben von "Die verstummte Liebe" sehr in sie hineinversetzt habe, um den Wandel von dieser starken, modernen Frau zu der garstigen alten Dame, wie sie später von Leserinnen oft genannt wurde, hinzubekommen. Das fand ich eben so spannend. Auch, wie ich mich damals selbst beim Schreiben von ihr distanzierte und sich die eigene Identifikation weg hin zu der beschreibenden Autorin wandelte. Aber sie ist auch eine Figur, die ich sehr mag und die genau weiß, was sie Thomas als Kind angetan hat. Sie weiß auch, dass sie es nie wieder gut machen kann. Bei Fritz und Ellinor hat sie nicht so schrecklich versagt, Fritz hat ihr aufrichtig vergeben und Ellinor war ja immer ihr beschütztes Nesthäckchen. Thomas war der ungeliebte Sohn. Nicht böswillig und geplant, sondern weil die Umstände so waren. Deshalb hat Thomas auch ein paar Abgründe und muss mit dem Alkohol aufpassen. Andererseits hatte er immer ein gutes Verhältnis zu seiner kleinen Schwester und er hatte einen Vater, der ihn immer unterstützt und geliebt hat. James, Helens Mann, kommt manchen ja in die verstummte Liebe wie der Antagonist vor, aber das ist er eigentlich auch nicht, der Antagonist sind die Zeitumstände. James hat Helen aufrichtig geliebt. Sie hat ihn aber niemals so geliebt wie Fritz' Vater. Sie hat ihn begehrt und es gab auch eine Zeit, da war er der wichtigste Mensch in ihrem Leben und sie hat ihn dafür geliebt. Aber er war ein ganz anderer Typ als Ludwig, ein Patriarch mit konservativem Rollenverständnis. Ellinor hat ihrer Mutter immer hoch angerechnet, dass sie ihren Berufswunsch gegen den Vater unterstützt hat. Dadurch konnte Thomas einen Teil heiler Welt indirekt erleben - er hatte einen Vater, der stolz auf ihn war. Durch seine Schwester sah er, dass auch Frauen alles leisten können. Aber er hatte eine schwierige, garstige Mutter, die immer mit ihren Depressionen kämpfte. Und er hat die unglückliche Ehe seiner Eltern beobachtet. Sein Vater tat ihm leid. Die Mutter war das gemeinsame Feindbild, das man trotzdem auch auf eine Weise irgendwie liebte.
Helen war als junge Mutter eifersüchtig auf die Amme, deshalb hat sie sie einfach entlassen und Thomas damit die wichtigste Bezugsperson genommen. dass er sich noch als Mann von über 40 verbittert daran erinnert, obwohl er damals erst drei war, zeigt, wie groß die Kluft war.
Deswegen finde ich es so spannend, wie sie versucht ihre Fehler zu reflektieren und sich zu verändern. Nicht mehr Leni, aber eine Helen, die aus ihren Schmerz auftaucht und versucht die Fehler, die sie gemacht hat, kritisch zu hinterfragen und auch irgendwie wieder gut zu machen.
Durch Charlottes Besuch kann Helen noch besser reflektieren. Und am Ende, bei der Hochzeit, wird ja auch deutlich, dass sie sich gut mit Friederike versteht. Die Beziehung zu Friederike wird dann auch viel dazu beitragen, dass die garstige Helen irgendwann ganz verschwindet. Sie wird zwar nie mehr Leni sein, aber doch eine reife, liebevolle Großmutter. Für Fritz' und Ellinors' Kinder war sie das schon. Sie wird das auch für Thomas' und Charlottes Kind sein (die beiden werden nur eine Tochter haben). Und dann kann die alte Wunde endgültig vernarben.
Der Mordfall war ebenfalls sehr spannend und Friederike und Fredi haben mit als Ermittlerduo sehr gut gefallen.
Den Täter fand ich letztendlich schlüssig, war aber dennoch überrascht.
Wieder mal eine schöne Leseerfahrung!
Das freut mich. Ich werde dem Verlag ja eine Reihe mit Fredi vorschlagen und außerdem möchte ich auch noch mal die Biografie von Fräulein Wermut als Roman schreiben.