Ich freue mich jetzt schon auf das Buch - ich finde den Iran interessant, aber leider gibt es da nur sehr wenig Lesestoff.
Das habe ich bei der Recherche auch gemerkt.
Ich freue mich jetzt schon auf das Buch - ich finde den Iran interessant, aber leider gibt es da nur sehr wenig Lesestoff.
Das habe ich bei der Recherche auch gemerkt.
Begonnen hat alles 2016, als ich "Im Lautlosen" geschrieben habe, das 2017 erschienen ist. Und so kam eines zum anderen.
Ich habe natürlich nicht geplant, dass alle Reihen mal zusammenkommen. Das ging nach und nach. Richard, der in Mehr als die Erinnerung als junger Mann auftreten durfte. Professor Wehmeyer, Fritz und Julia, die kleine Rollen in Hafenschwester 2 (Professor Wehmeyer) und Hafenschwester 3 (Wehmeyer, Fritz und Julia) haben. Und dann, als Mohlenberg 4 geplant wurde, war mir klar, ich will, dass es ein richtig rundes Feuerwerk wird, an dem sowohl Neueinsteiger als auch Fans Spaß haben. Wer alle Bücher kennt, freut sich, weil es eine Fortsetzung von allen drei Reihen ist, und wer sie nicht kennt, kommt trotzdem klar.
Genau, es war auch nach damaligen Vorschriften verboten, einen Polizeibeamten zu foltern, um ein Geständnis zu erhalten. Zumal Fredi dann ja Dank Lilli als unschuldig galt. Da hätte Gerd auch Probleme bekommen können. Er wusste ja, dass er etwas Verbotenes tat, aber er war ein Mitläufer und hatte sogar Spaß an der Macht, die er da hatte. Und genau das hat Fredi ihm nicht verziehen.
Stellt sich nur die Frage, was aus ihm geworden wäre, wäre er damals geblieben. Hätte er sich auch irgendwie rauswinden können?
Ja, er hätte bei der Polizei bleiben können. Dann wäre er wegen seiner Gestapo-Mitgliedschaft zwar auch von den Briten interniert worden, aber nach maximal einem Jahr wieder rausgekommen und hätte vermutlich ab 1950 wieder in den Polizeidienst gehen können. Fredi beschreibt ja ganz gut, wie das damals war und wie viele hohe Polizeioffiziere noch in der Bundesrepublik eine SS-Vergangenheit hatten. Gerd hatte eben Angst vor Fredi, weil der ihm ja unterschwellig gedroht hat, er wolle ihn nie mehr bei der Polizei sehen, sonst würde er erfahren, warum Sturmbannführer Rohrbeck sich lieber erschossen hätte, als sich seinen Zorn zuzuziehen. Daraufhin hat Gerd sich ja voller Angst an die Front gemeldet. Natürlich hätte Fredi gar nichts machen können, Rohrbeck hat sich ja aus anderen Gründen erschossen, wegen der emotionalen Krise, die er hatte. Aber das wusste der 19-jährige nicht. Er ist also nicht nur Täter, sondern auch Opfer seiner Zeit.
Die Frauen seiner Generation in der Familie arbeiten ja schließlich auch alle, trotzdem sie verheiratet sind.
Seine Schwester hat das damals ja auch mit Hilfe der Mutter sehr energisch durchgekämpft, Journalistin zu werden. Und da hat Thomas früh gelernt, wann Männer lieber einfach den Mund halten und ihren Hobbys nachgehen sollten
- Seine Mutter hat in ihrem ersten Leben als Leni Ellerweg ja auch gearbeitet, indem sie die Sprechstundenhilfe ihres Mannes war.
Aber das musste sein, ich will diesen Band als Bindeglied und Abschluss für diverse Figuren genießen können. Und ich glaube, wenn ich nicht gerade die Hafenschwester und verstummte Liebe gelesen hätte, wäre das weniger einfach. Eigentlich bräuchte man für diese Bücher Familienstammbäume.
Ich bin sehr gespannt, wie dir die weiteren Zusammenkünfte gefallen ![]()
Dass es in den USA auch erlaubt war, war damals auch ein großes Argument, gegen die Entschädigung deutscher Opfer der NS-Zwangssterilisation ...
Charlotte und Thomas: Das geht ja richtig flott mit den beiden. Aber da scheint es auch einfach zu passen. Zumindest sieht es so aus, als würden sie sich einfach so nehmen wie sie sind.
Die beiden sind ja auch keine naiven Teenies mehr. Thomas ist 41 und Charlotte 36. Die reden gleich wie erwachsene Menschen. Außerdem sind sie ja beides gute Partien jeweils füreinander. Sie sind auf einer Wellenlänge, Thomas muss keine Angst haben, dass Charlotte hinter seinem Geld her ist und Charlotte muss keine Sorgen haben, dass er sich in ihre Berufstätigkeit unangemessen einmischt. Er hat genug eigene Hobbys.
Erinnerst du dich aus Hafenschwester 3 noch an Gerd Malthus? Ich fand es wahnsinnig spannend, in diesem Roman nicht nur die Helden zu receyceln, sondern auch die Schurken - einer wird Mordopfer, der andere Täter und der dritte Verdächtiger und prügelnder Ehemann.
Ingrid war ja schon in Mohlenberg 3 immer etwas zurückhaltend ihrem Mann gegenüber und verbrachte die Zeit, wenn die Söhne im Sommerlager waren, lieber auf Mohlenberg. Eben weil ihr Mann schon immer gewalttätig war. Ihr Schwiegervater hat noch versucht, das etwas zu unterbinden, aber als er dement wurde, hatte er keinen Einfluss mehr. Deshalb mochte Ingrid ihren Schwiegervater ja auch und besuchte ihn regelmäßig.
Dann hast du ja jetzt auch schon Brunos kurzen Telefonauftritt gehabt und die kurze Anmerkung der Persienreise (über die ja im Sommer ein ganzes Buch kommt), und außerdem hat Friederike das angewandt, was sie in Band 3 von Fräulein Wermut über das Ausfragen von Kneipiers gelernt hat.
Die HIAG ist historisch belegt, ihre Zeitung ist bis 2014 erschienen.
Dass die SS durchaus heterogen war, was es schwierig machte, den Einzelfall zu beurteilen, wisst ihr ja schon aus Band 3. Es war ein Unterschied, ob jemand wie Brehm oder Hermann agierte, oder ein Mitläufer wie Markmann war, der "nur" die Dienstrangangleichung aus Karrieregründen mitgemacht hat. Gerade diese Unterschiede führten dazu, dass sich später alle immer auf die "harmlose" Variante beriefen. Die Tatsache, dass jemand bei der SS war, besagt allein noch nicht, dass er persönlich auch an Verbrechen beteiligt war, das kann man immer nur aus dem Kontext erkennen. Das war ja auch jahrelang der Grund, warum die ehemaligen SS-Leute darum kämpften, als normale Soldaten angesehen zu werden.
Immerhin wisst ihr jetzt, was aus Familie Ströbel geworden ist - der große Drahtzieher Claas ist dement im Altenheim.
Und - passt Fredis Auftritt in dieser Reihe, um das Crossover zu vervollständigen
?
Ich bin am Dienstag übrigens tagsüber in Berlin. SAT 1-Frühstücksfernsehen hat mich eingeladen. Geht um ein Buch, das ich unter Pseudonym geschrieben habe und bin dort auch unter dem Pseudonym vorstellig. Also nicht wundern, wenn ich mich am Dienstag nicht so häufig melde. Und am Freitag bin ich in der gleichen Angelegenheit beim SWR in Stuttgart eingeladen.