Die Darstellung der Kampfszenen fand ich gelungen. Auf der einen Seite wirkt es schon sehr gräulich, aber auf der anderen Seite bleiben dem Leser doch viele Details erspart. Auch der Umgang mit der Zivilbevölkerung ist beeindruckend. Das Hauptproblem bei größeren Heeren ist die Logistik und allzu umfangreiche Vorräte werden die Engländer nicht gehabt haben. Je länger sie unterwegs waren, desto hungriger werden die Soldaten. Sie dann noch so unter Kontrolle zu halten, dass keine Übergriffe passieren, ist eine große Leistung.
Bei der eigentlichen Schlacht ist es mir unerklärlich, dass die Franzosen keinen anderen Ort gewählt haben. Ihnen muss doch der schlammige Acker aufgefallen sein und wenn man gewinnen will muss man dadurch. Auch dieses Vertrauen in ihre Rüstungen, gilt auch für die Engländer, ist für die Ritter typisch. Aber diese Schlacht macht deutlich, dass die Zeit der Ritter abgelaufen war.
Besonders beeindruckend fand ich die Szene, als John vor König Harry erschienen wurde. Seine Begründung für die Anwesenheit vor Ort ist schon dreist. So viel Temperament, aber auch Unbeherrschtheit hätte ich ihm nicht zugetraut. Das Schwert des Königs in den Stuhl des Erzbischofs zu werfen, ist eine Provokation. Da hat er nun einen neuen Erzfeind.
Auch sein Verhältnis zu seinen walisischen Bogenschützen ist außergewöhnlich. Wie es ihm gelingt, sie an sich zu binden, obwohl sie weder plündern noch Geiseln nehmen durften. Er muss schon Charisma gehabt haben.
Bei der Überfahrt erwähnte der Kapitän, dass es schon Schiffskanonen geben würde. Konnten diese noch nicht zu Land eingesetzt werden oder fehlte es an der Mobilität?
Vater Darc ist mir auch sehr sympathisch, er wirkt recht modern. Seine Frau hingegen ist mehr als fromm. Und der Klerus kommt gewohnt schlecht weg!
Beiträge von wampy
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Dieser Fitzalan ist ein Aas, bringt den jungen Holland dazu, ihn anzugreifen und kann ihn dann töten. So war es ein Zweikampf und kein Mord. Manche Dinge sind ja recht einfach. Nun ist John Holland hochmotiviert und er wird von einem Fachmann, dem Verwalter, in die Kunst des Nahkampfs eingeführt. Dabei geht es nach meinem Wissen vor allem um die faulen Tricks, die der Gegner oder man selber anwenden kann. Ich meine eine Doku gesehen zu haben, wo mit dem Urteil über die fairen Ritterregeln aufgeräumt wurde. Im Krieg zählt nur das Überleben. Und dsnn zieht es John nach Wales und dort sammelt er einen Trupp Bogenschützen um sich. Es ist schon überraschend, dass die Waliser mal mit und mal gegen die Engländer gekämpft haben, aber damals waren die Lager wohl nicht so festgefahren.
Mir gefällt die Sprache sehr gut. Sie ist zwar ein wenig derb, aber so wird man wohl geredet haben. Und spannend ist es allemal. -
Auch mir ist der Einstieg leicht gefallen. Es ist ein Abenteuerroman, wie ich ihn seit meiner Kindheit mag. John und seinen Brüdern geschieht Unrecht, aber es gibt Menschen, die ihnen helfen. Interessant fand ich, wie sich Johns Einstellung zur Schule geändert hat, als seine Ersatzeltern der Ausbildung einen Sinn gaben. Dito für das Ansehen der Bogenschützen. Etwas schmunzeln musste ich, wie wichtig dem kleinen John die Minne war.
Was mich schon immer verwundert hat ist, wie gnädig bei Verschwörungen mit Verwandten umgegangen wird. Während Fremde oft samt Familienclan umgebracht wurden geht man mit Verwandten recht moderat um, Richard Senior hat da wohl auch Pech gehabt. Aber was sich das ehemalige Mündel leistet ist schon sehr grausam. Zwar denkt er darüber nach, dass die Verwandtschaft der Hollands mächtig und einflussreich ist, aber er lebt seinen Hass aus. Er kam mir allerdings auch sehr eindimensional vor, ebenso wie der Bodenschütze aus Nottingham. Beiden hätten ein paar positive Eigenschaften gut gestanden. -
Buchmeinung zu Sven Heuchert – Dunkels Gesetz
„Dunkels Gesetz“ ist ein Kriminalroman von Sven Heuchert, der 2017 bei Ullstein Hardcover als broschiertes Taschenbuch erschienen ist.
Zum Autor:
Geboren 1977 in der rheinländischen Provinz. 1994 dann Ausbildung, seitdem in Arbeit. Erste Kurzgeschichte „Zinn 40“ noch in der Schule. Mit neunzehn Umzug nach Köln. Liebe, Reisen, kleine Niederlagen, große Niederlagen. Rückkehr in die Provinz. Keine Preise.Klappentext:
Ein Exsöldner, ein geplatzter Drogendeal und ein junges Mädchen: Altglück ist ein verlassenes Nest in der Nähe der belgischen Grenze, hier träumt es sich schlecht vom sozialen Aufstieg. Achim, der Tankstellenbesitzer, heuert bei der Lokalgröße Falco an und steigt gemeinsam mit seinem Knacki-Kumpel in den Drogenhandel ein. Seine letzte Chance auf ein gutes Leben, glaubt er ― für sich, seine Geliebte und deren Tochter Marie. Doch ein Mann droht alles kaputtzumachen: Richard Dunkel, Exsöldner. Um über die Runden zu kommen, arbeitet er als Security für eine Chemiefirma. Eines Nachts stößt er dort auf Achims Drogenversteck. Er setzt Falco und Achim mächtig unter Druck ― und bringt so, ohne es zu wollen, Marie in tödliche Gefahr.Meine Meinung:
Dieses Buch trägt den Titel Noir zu recht. Es ist eine dunkle Welt, in der die Geschichte spielt. Die Sonnenseite ist weit weg, doch einige Akteure haben die Hoffnung, sie doch zu erreichen, auch wenn die Chancen eher mau sind. Der Exsöldner Dunkel ist ziemlich abgebrannt und wird von einem alten Freund zu seinem neuen Job vermittelt. Er soll ein altes Werksgelände bewachen, um einen weiteren Todesfall zu vermeiden. Dieses angebliche Unglück erweist sich als Mord und ausgerechnet Dunkel kann das nicht ruhen lassen. Er macht es auf seine Art und die ist nicht einfach. Die Sprache passt sehr gut zur Handlung und erzeugt eine triste Stimmung. Die Spannung lebt von der düsteren Atmosphäre und der Frage, wer von den Beteiligten nicht völlig untergeht. Dunkel ist ein Charakter, wie ich ihn mag. Er hat Ecken und Kanten und wirkt nicht sympathisch, sondern eher abgehalftert, aber er hat seine Grundsätze und lebt mit ihnen so gut es geht. Die übrigen Figuren sind nicht besonders tief beschrieben und erfüllen das ein oder andere Klischee, das man aus Noir-Romanen kennt. Das junge Mädchen, der böse Stiefvater, die verlebte Mutter und die hemmungslosen Drogendealer. Neu und interessant ist die Kräuterhexe mit einer zwielichtigen Vergangenheit, aber eins haben alle Figuren gemeinsam - sie passen in diesen Roman.Fazit:
Dieser Roman überzeugt mit seiner Stimmung und einem Teil der Funktionen. Man erlebt die triste Welt von Altglück, als ob man vor Ort wäre. Die Sprache passt zum Inhalt, aber an der Spannung mussder Autor noch ein wenig mehr arbeiten. So gibt es von mir gute vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten) und eine Leseempfehlung für alle, die einen stimmungsstarken Roman mögen. -
Mir gefiel das Ende ganz gut, auch wenn amerikanische Autoren dazu neigen, immer etwas "Superheld(in)" einzustreuen. Für mich hat sich Helena glaubhaft entwickelt und ich konnte ihre Handlungen in weiten Teilen nachvollziehen. Gelungen fand ich auch, wie die Bedeutung ihrer Mutter in dem Maße steigt, wie der positive Eindruck von ihrem Vater abfällt. Trotzdem bleibt der Vater aber in Helenas Wertschätzung immer noch vor ihrer Mutter. Er ist es ja auch, der Helena geformt hat. Es bedurfte schon der direkten Gefahr für ihre Familie, um sich von ihrem Vater zu lösen.
Bei den kurzen Hinweisen auf ihre Behandlung nach der Befreiung aus dem Moor, habe ich den Eindruck, dass man aus Helena eine "normale" Nordamerikanerin machen will. Ähnlich ist man ja fast überall mit den Eingeborenen auf allen Kontinenten umgegangen und die fast immer traurigen Ergebnisse kann sich jeder ansehen. Sind Helenas Störungen in vielen Bereichen nicht nur Störungen aus der Sicht des "kultivierten weißen Mannes"? Viele ihrer Verhaltensweisen finden sich bei den heimischen Indianern und gelten dort als normal. Kann man ja mal drüber nachdenken. -
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Original von PMelittaM
Das Ende - mir hat der Roman bis zum Schluss gut gefallen und diesen finde ich passend. Dass Helena den Jäger getötet hat, kann ich auf Grund der Umstände verstehen, dass sie nicht früher tätig wurde, ist tragisch.Auch dass das Märchen selbst noch Einzug in den Roman hält, gefällt mir gut.
Die Autorin hat selbst in dieser Gegend fern der Zivilisation gelebt, sie wusste also, wovon sie schrieb.
Übrigens habe ich bei Wikipedia diese Definition für Psychothriller gefunden:
„Meist ist hier ein emotionaler Konflikt zwischen mehreren Personen oder auch ein Konflikt innerhalb einer Person Thema, beispielsweise aufgrund früherer Erlebnisse. Typische Merkmale von Psychothrillern sind der Einsatz der Bewusstseinsstromtechnik, ein Erzähler oder die ausgedehnte Thematisierung einer Vorgeschichte.“
Ich finde, das passt sehr gut auf den Roman.
Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Gerade die Definition Psychothriller finde ich gut. Durch Autoren wie Carter, Slaughter und ähnliche ist ja der Eindruck aufgekommen, beim Psychothriller gehöre Action, detaillierte Brutalitäten und Blutrausch dazu.
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Mir gefällt das Buch zunehmend besser. Die Erinnerungen Helenas zeigen eine mir einleuchtende Entwicklung, sie nabelt sich von ihrem Vater ab. Und das Ganze passiert kontinuierlich, auch wenn es natürlich zeitliche Abstände zwischen den einzelnen Rückblenden gibt. Die Einführung von Cousteau und Calypso gefällt mir, weil sie einerseits zeigt, dass es für Helena ein Leben außerhalb des Moores gibt, und dass andererseits die Gebote des Vaters nicht mehr unantastbar sind. Beeindruckt bin ich von der Art und Weise, wie Helena die bestialischen Strafen des Vaters sieht. Für sie sind sie zum Teil notwendig, damit sie die Bedeutung des "Lerngegenstandes" erkennt. Auch kommt ihre Mutter langsam etwas besser weg, aber im Grunde ist Helenas Mutter einfach das rangniedrigste Wesen.
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Buchmeinung zu Moa Graven – Der letzte Tanz
„Der letzte Tanz“ ist ein Kriminalroman von Moa Graven, der 2017 im Eigenverlag (Criminal-kick-Verlag Moa Graven) erschienen ist. Dies ist bereits der elfte Fall für Eva Sturm, die auf der Insel Langeoog ermittelt.
Zum Autor:
"Ich habe erst mit fünfzig meine Leidenschaft für das subtile Verbrechen entdeckt." Moa Graven OSTFRIESIN schafft es, über 100.000 Bücher im Eigenverlag zu verkaufen! Als gebürtige Ostfriesin kam Moa Graven durch Umwege über den Journalismus selber zum Krimi-Schreiben. Das war im Jahr 2013, als sie ihren ersten Krimi "Mörderischer Kaufrausch" mit Ermittler Jochen Guntram als Fortsetzung in einem Monatsmagazin veröffentlichte. Seither hat sie viele Leichen in Ostfriesland hinterlassen. Sie arbeitet mittlerweile an vier Krimi-Reihen in Ostfriesland mit Kommissar Guntram in Leer, Jan Krömer in Aurich und Eva Sturm auf Langeoog! Und im August kam Joachim Stein in Friesland hinzu, den alle nur "der Adler" nennen.Klappentext:
Thorsten Magolf hat seine Frau durch eine tückische Krankheit verloren und lebt jetzt mit seinem Sohn Bastian alleine. Er entschließt sich zu einem Kuraufenthalt auf Langeoog. Nicht zuletzt, damit auch sein Sohn auf andere Gedanken kommt.
Ähnlich geht es Annika mit ihrer kleinen Tochter Anna. Sie ist alleinerziehend und ihr Leben hat sich grundlegend verändert, seitdem sie Mutter geworden ist. Auch sie entschließt sich zu einer Kur auf der ostfriesischen Insel. Doch gleich nach ihrer Ankunft erlebt sie einen herben Schock. In ihrem Bett liegt eine Hand.
Schnell ist Eva zur Stelle, um die Sache aufzuklären, was sich als schwierig erweist, weil es keinen Toten gibt, dem die Hand gehören könnte.
Und dann verschwindet auch noch Thorsten Magolf mit seinem Sohn. Ist es vielleicht seine Hand, und wurde er grausam verstümmelt?
Meine Meinung:
Die Autorin hat einen interessanten und flüssig zu lesenden Text geschrieben. Die Hauptfigur ist eine gestandene Kommissarin mit Ecken und Kanten, die unter erheblichen Beziehungsproblemen leidet. Dies wird ihr immer wieder bewusst, aber dann sagt sie sich, dass sie es ja so gewollt hat. Die anderen Figuren sind bei weitem nicht so intensiv beschrieben und ihnen fehlt schon ein wenig an Tiefe. Die Ermittlungen verlaufen professionell und sind durchaus spannend. Der Wechsel zwischen der Befindungsseite und der der Ermittlungsseite wird konsequent beibehalten und gibt Einblicke in das Seelenleben der Kommissarin Eva Sturm, sorgt aber auch immer wieder für ein Absinken des Spannungsbogens. Die Auflösung war für mich überraschend, doch vollkommen nachvollziehbar. Auch der Inselflair wird geschildert, doch für mich hätte es etwas mehr Atmosphäre und Kriminalfall sein dürfen und etwas weniger Seelenleben der Eva Sturm. Auch hätten die Nebenfiguren etwas detaillierter beschrieben werden dürfen.Fazit:
Meine erste Begegnung mit Eva Sturm war keine Liebe auf den ersten Blick. Es war mir zu viel Seelenleben und zu wenig Spannung vorhanden, obwohl sich das Buch leicht und flüssig lesen ließ. Die Figurenzeichnung war okay, aber die Hauptfigur ist kein Empathieträger, weder positiv noch negativ. So vergebe ich drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten). Das Buch kann ich empfehlen für Leser, die eine leichte Lektüre für zwischendurch suchen. -
Erstmal Dank an Buchdoktor für die informativen Links.
Weiterhin passiert in der Gegenwart der Geschichte kaum etwas Spannendes. Selbst die Leichenfunde sind eher farblos. Dafür beginnen mich die Rückblenden und Gedanken Helenas mehr und mehr zu interessieren. Mit dem Älterwerden beginnt sie ihren Vater kritischer zu betrachten, aber für ihre Mutter findet sie kaum ein gutes Wort. Sie erzählt von einer Welt, die für mich verstörend und nicht erstrebenswert erscheint. Aber genauso ergeht es ihr mit unserer Welt.
In der Geschichte selber tauschen Vater und Tochter die Rollen, Helena wird von der Jägerin zur Gejagten, auch wenn sie ihren Vater weiterhin verfolgt. Sehr beeindruckt hat mich die Szene mit Helenas erster Sichtung anderer Menschen am Wasserfall.
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Buchmeinung zu Mona Frick – Aufstiegskampf: Kurzkrimi (Schäfers Ermittlungen 6)
„Aufstiegskampf“ ist ein Kurzkrimi von Mona Frick, der 2017 bei neobooks Self-Publishing erschienen ist.
Zum Autor:
Geboren ist Mona Frick 1968 als Tochter einer deutschen Mutter und eines arabischen Vaters in Eschwege in Hessen. Seit ihrer Kindheit lebt sie mit Begeisterung in Stuttgart. Beim Südwestrundfunk sammelt sie seit 1999 Erfahrungen mit Geschichten und Hörspielen. 2009 erschien ihr Debütroman "Sonne, Mond und Männer" beim Siriusverlag. Die Fortsetzung dazu "Liebe, Lust und Turbulenzen" erschien einige Jahre danach im Eigenverlag. Es folgten verschiedene Märchen als E-Book und Hörbuch. 2012 startete sie schließlich die augenzwinkernd erzählte Reihe Stuttgarter Regionalkrimis um den gewitzten, schwäbischen Oberkommissar Schäfer.Klappentext:
Jürgen Schäfer, schwäbischer Oberkommissar und Vereinsmitglied seit seiner Kindheit, fiebert auf den 34. Spieltag hin. Der VfB Stuttgart ist nur noch 48 Stunden und einen Punkt davon entfernt, wieder in die 1. Liga aufzusteigen. Doch dann wird eine Wette auf Nicht-Aufstieg abgegeben und ein Drohbrief geht ein. „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!“, sagt der schwäbische Polizist schon bald, nur um kurz darauf festzustellen, dass der Fall noch lange nicht gelöst ist ...
Meine Meinung:
Dieses Buch besticht durch die sympathisch gezeichneten Figuren, die mich sofort gefangen genommen haben. Der ältere Kommissar schwäbelt ohne Unterbrechung, ist grantig, aber trotzdem sehr sympathisch. Auch mit seinen jungen Kollegen kommt er gut zurecht, auch wenn sie manchmal doch etwas anders ticken, aber man versteht sich. Und Schäfers Freund Horst Bromstetter findet diesmal keine Leiche, aber Gefallen an der Verfolgung der Ermittlungen im Stadion.
Thematisch geht es um Fußball und Rivalitäten. Trotz der Kürze birgt der Krimi einige Überraschungen und entscheidend für die Auflösung sind die Kontakte, die der VfB-Fan Schäfer aufgebaut hat. Die Lösung ist durchaus schlüssig, aber im Vordergrund steht der Ermittler, der mit Wissen, Erfahrung und Beobachtungsgabe punktet.Fazit:
Ein kurzer Krimi aus dem Schwabenland, der augenzwinkernd mit viel Liebe zur Region und sympathischen Ermittlern erzählt wird. Neben humorigen Passagen kommen auch ernste Themen wie Wettleidenschaft und persönliche Rivalitäten zur Sprache, doch im Zentrum steht die Figur Schäfer. Ich vergebe gern vier von fünf Sternen oder 80 / 100 Punkten. Empfehlen kann ich den Kurzkrimi allen, die eine ruhige Geschichte mit viel Lokalkolorit mögen. -
Auch ich bin jetzt mit dem zweiten Abschnitt fertig und so richtig spannend ist es nicht geworden. Die eingefügten Rückblenden wirken sich hier negativ aus. Aber einen großen Teil der Kritik finde ich überzogen, z. B. den Wunsch nach einer Karte. Und in eine größere Moorlandschaft wird kein Suchtrupp geschickt, das ist zu gefährlich. Und andere Punkte sind der Ich-Erzählungsform geschuldet. Helena ist durch ihren Vater geprägt worden und vergöttert ihn. Das Verhältnis zu ihrer Mutter war nicht gut. Alle Wahrnehmungen, die Helena macht, sind natürlich sehr subjektiv und können objektiv falsch sein, aber so tickt Helena nun mal. Für einen Menschen, der in einer Gemeinschaft aufgewachsen und von Lehrern erzogen worden ist, mag ihr Verhalten nicht nachvollziehbar sein, aber so geht es Helena andersherum auch. Sie hat nur zu Teilen die Wertvorstellungen der modernen Gesellschaft angenommen und lebt meist in ihrer eigenen Welt. Nicht umsonst hat sie mit fast jedem Mitmenschen Probleme. So wie sie ihren Mann behandelt, wundert es mich, wie er das aushält. Noch nicht einmal ein Wort darüber, dass sie auf der Suche nach ihrem Vater ist. Er muss sie schon sehr lieben.
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Original von Luckynils
Allerdings stelle ich mir 2 Fragen: wie ist Maas darauf gekommen, das das fehlende Sektenmitglied Dr. Roselius war? Ich habe mehrmals hinund her geblättert, habe aber keine Erklärung gefunden..
Auch hätte ich gerne erfahren, was da damals genau passiert ist und wie Rutger da mit reingerutscht ist.Wegen mir hätte die Parallelgeschichte um Helen und Chris Sawyer wegbleiben können. War für den Fall ansich nicht relevant und für mich unnötig.
Das Knut wieder im Seenebel festsitzt, überrascht mich..im ersten Band "Die Sandwitwe" steckte er da ja auch schon fest..normalerweise passiert einem so etwas nur einmal.
Ich meine gelesen zu haben, dass die jungen Leute gemeinsam studiert haben und dann ist es einfach, die Frau Doktor zu identifizieren.
Rutger ist über sein Verhältnis mit der Roselius da reingerutscht.
Die Story um Helen und Chris war nicht zwingend nötig, aber gestört hat sie mich auch nicht.
Da dies mein erster Band aus der Serie war, war der Seenebel für mich neu.

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Im letzten Abschnitt ging ja ganz gewaltig die Post ab und doch ist es der Abschnitt, der mir am wenigsten gefallen hat. Warum müssen Hauptfiguren zu Supermännern mutieren, die ein James Bond blass werden lassen. Aus meiner Sicht rückt das einen Krimi in die Nähe eines Ballerromans, wo nur zählt, wie spektakulär getötet wird. Da fällt es schwer, sich eine Steigerung vorzustellen. Der Autor geht nicht materialschonend mit seinen Figuren um, und es bleibt offen, ob es mit dieser Serie weiter geht. Bei einigen Figuren ist es fraglich, ob sie körperlich und seelisch wieder genesen können. Mir gefällt dieses offene Ende, zumal die wichtigen Fragen zu meiner Zufriedenheit beantwortet worden sind. Die positiven Eindrücke überwiegen deutlich, aber es gab auch ein paar Kröten zu schlucken. Ich hoffe die Rezi am Wochenende schreiben zu können.
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Ganz schön spannend, aber auch ziemlich gewalthaltig. Manchmal glaube ich, dass das Psycho in Psychothriller für übermäßige Gewaltdarstellung steht. Die Auflösung des Pick, pick, pick ist herbe. Das Rutger seinen Vater getötet hat ist eher ein Unfall gewesen. Aber Rutger beschäftigt die Polizei und auch die persönlichen Probleme werden nicht kleiner. Rutgers Erektionen werden wichtig, denn ihr Ausbleiben rettet Helen. Und noch mal ein paar Leichen im Leuchtturm und die nette Professorin als Massenmörderin. Das war völlig überraschend. Es bleibt spannend und Helens alter Bekannter ist auch unterwegs. Meine Vorurteile über (religiöse) Fanatiker werden bedient und geben wieder einmal ein Motiv für die Täter.
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An Organhandel habe ich überhaupt nicht gedacht. Da braucht es sicher mehr Infrastruktur. Schade um Butch, aber er war nur ein Hund und auch schon recht alt. Auf jeden Fall besser als ein weiterer Mensch. Manchmal bin ich schon erstaunt, dass ein fremdes Tier mehr zählt als ein Mensch.
Generell sollten alle in dem Dorf mehr miteinander sprechen, allen voran die Polizisten und ihre Angehörigen. Spannend ist es auf jeden Fall und auch die Täterseite stellt sich weder stümperhaft noch hochüberlegen an. Das ist so in Ordnung. -
Mein erster Eindruck ist zwiegespalten. Helena hat sehr viele Kanten und eckt damit immer wieder an. Ihr fehlen die Jahre in einer größeren Gemeinschaft. Sie war ja ihre ganze Jugend nur mit ihren Eltern in der Abgeschiedenheit des Moores. Was mich aber stört ist ihre eigenwillige Interpretation der Wahrheit. Dadurch wirkt sie recht unsympathisch, aber auch in einem gewissen Sinne kompetent. Sie lebt in ihrer Welt und alles, was stört, wird zurecht gebogen. Sie vertraut niemandem außer ihrem Hund und vielleicht ihrem Vater. Von Psychologie habe ich keine Ahnung, aber Helena ist sicher eine Person, mit der ich nur schwer zurecht kommen könnte.
Die einfache Sprache finde ich genau richtig, da Helena als Ich-Erzählerin ja kaum Zeit in der Schule zugebracht hat. -
Zitat
Original von Luckynils
Hattest Du ein Problem mit der Tastatur??

das Problem ist die Autokorrektur. Normal schreibe ich nicht mit dem Handy.
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And den Kfankenhaus nur ein kitted Statement. Es blunt extrem. spannend, aber auch volley Gewalt. Rutger mutiert zu einer sehr zielorientierten Person, went er ohne Vater agiert. Knut und Thor muessen dringend reden. Allen Figuren wirken angeschlagen. Der Tod des Hundes trifft Knut sehr, aber besser Butch als einer der Kollegen.
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Der Einstieg war schon recht heftig und dann dieses "pick, pick, pick". Da kam meine Wohlfühlwelt ganz schön durcheinander. Auch die vielen Details bei Rutgers Aktionen braucht es aus meiner Sicht nicht unbedingt. Bei so vielen Grausamkeiten habe ich eigentlich noch ein Psycho vor dem Thriller vermisst. Knut ist mir sehr sympathisch, auch mit Helen kann ich gut mit fiebern. Mir gefallen die Diskussionen und Gedankenspiele ganz gut. Knut wird ja so geschildert, dass er fast wie eine Witzfigur wirkt und man ihn leicht nicht ernst nimmt. Aber was er macht hat Hand und Fuss. Aber bei Helen muss er wohl etwas aktiver auftreten. Generell sind die Einheimischen sympathischer als die Städter dargestellt. In vielen Szenen merkt man auch den Drehbuchautor, da muss nicht mehr viel umgeschrieben werden. Sehr gefallen haben mir auch einige Nebenfiguren wie der Küster, die Leute von der DLRG und die Professorin. Sie hauchen der Geschichte Realität ein.
Nachtrag:
Ich kenne die Vorgängerbände nicht, hatte aber keine Verständnisprobleme und war gleich mittendrin. -
Sehr schön, dass ich noch an der Leserunde teilnehmen kann.
