Beiträge von Filtertuete

    Soweit, dieses Buch als einen "meisterhaften psychologischen Thriller" zu bezeichnen, würde ich keinesfalls gehen wollen. Was ich ihm aber gern zugestehen kann, ist, dass es mich einige Stunden lang gut zu unterhalten in der Lage war. Beispielsweise gefielen mir die interessanten historischen Zusatzinformationen ebenso wie die verschiedenen Perspektiven, wenn letztere auch zugebenerweise einerseits ein wenig Unruhe und andererseits gelegentliche Längen hinein brachten. Ich mag so mysteriös gehaltene Andeutungen auf Authentizität oder gar Familienzugehörigkeit.
    Das Cover passt zur düsteren Grundstimmung.
    Der Titel orientiert sich am Original.
    Ich vergebe 7 Eulenpunkte.

    Gabelung - Konterfei - Abrede


    Als sie an der WegGABELUNG pausierten, stellt sie in ABREDE, dass ihr KONTERFEI Ähnlichkeit mit dem ehemaligen Werbetier des NDR habe.


    STADTMUSIKANTEN - JUSTIZ - DONALD TRUMP

    Titel: Das Buch der Spiegel
    Autor: E.O. Chirovici


    Mir hat die Lektüre dieses Buch-im-Buch-Kriminalromans Freude bereitet!
    Das Cover passt, der Originaltitel wurde übersetzt übernommen (statt, wie es leider ebenfalls gelegentlich vorkommt, mit irgendetwas verquerem Deutschen zu ersetzen).
    Der Literaturagent Peter Katz ermittelt, auf die Idee gebracht durch ein ihm zugespieltes Manuskript, in einem 30 Jahre zurück liegenden Mordfall.
    Er überredet den Journalisten John Keller, welcher dann ebenfalls zu recherchieren beginnt.
    Letztendlich befasst sich der pensionierte Polizist Roy Freeman mit dem Fall.
    Aus den verschiedenen Perspektiven, alle in der Ich-Form gehalten, wird nach und nach klar, wie unterschiedlich man Fakten bewerten kann, immer abhängig von der eigenen Sichtweise.
    Der Schreibstil war flüssig lesbar, der Aufbau nötigte mir jedoch Pausen auf, aber das hat - wie oben schon angedeutet - mir meine Lesefreude nicht beeinträchtigen können, so dass ich gute 8 Punkte vergeben kann.

    Titel: Rain Dogs
    Autor: Adrian McKinty
    Übersetzer: Peter Torberg
    ISBN: 3518467476
    (Dieses Buch steht zweimal im Verzeichnis, obwohl es nur diesen Thread zu geben scheint. Da in diesem noch kein Abstimmungskästchen existiert, hoffe ich, es mit der oben angegebenen ISBN richtig gemacht zu haben.)


    Wie oben bereits geschildert, sieht sich Sean Duffy dieses Mal vor der Aufgabe, den Tod der im Hof von Carrickfergus Castle tot aufgefundenen Journalistin Lily Bigelow aufzuklären. Das Coverbild passt gut, der Titel ist vom englischen Original übernommen. Es war für mich mein erstes Buch dieses Autors und somit kannte ich Duffys erste Fälle nicht (dies zu ändern, sobald mein SUB überschaubarer geworden ist, habe ich mir allerdings vorgenommen :grin). Trotzdem kam ich ohne größere Probleme gut in die Geschichte hinein.
    Diese spielt im politisch durch die IRA sehr unruhigen Nordirland im Jahr 1987, dem 19. Jahr der katholisch-evangelischen Schwierigkeiten.
    Die geschickt aufgebaute und gekonnt gehaltene Spannung ließen mich dieses Buch kaum aus der Hand legen.
    Den Protagonisten fand ich überaus sympathisch, die Auflösung überraschend, aber nachvollziehbar.
    Nett fand ich auch die kleine Hommage an Muhammad Ali zu Beginn. :-)
    8 Punkte für einen spannenden Krimi vor in verschiedener Hinsicht interessanter Kulisse!

    Titel: Das geträumte Land
    Originaltitel: Behold the dreamers
    Autor: Imbolo Mbue
    Übersetzerin: Maria Hummitzsch
    Erscheinungsdatum D: 16. Februar 2017
    Verlag: Kiepenheuer & Witsch
    ISBN-10: 3462047965


    Über den Inhalt wurde hier schon viel geschrieben, weshalb ich mich weitestgehend auf meine Meinung beschränke.
    Auch, wenn ich mich beim Kauf meiner Bücher so gut wie nie durch ein Coverbild beeinflussen lasse - dieses hier fiel mir auf Anhieb positiv ins Auge.
    Nach der Lektüre des Buches stellte ich fest, dass es sehr gut zum Inhalt passt, denn es beinhaltet beide Welten, Afrika und USA. Der Titel ist passt akzeptabel.
    Ich habe die Geschichte der beiden höchst unterschiedlichen Familien mit großem Interesse gelesen, sie ist aktuell hinsichtlich der Immigrationsproblematik und behandelt außerdem ein bekanntes Anliegen fast aller Eltern, nämlich den Wunsch, dass ihre Kinder einen möglichst guten Start in ein Leben bekommen sollen, in dem es ihnen einmal besser geht als den Eltern selbst. Eine Identifikation mit den Protagonisten war mir meist möglich, die geschilderten Geschehnisse wirkten authentisch auf mich. Für manche, nicht immer selbst erklärenden afrikanischen Ausdrücke hätte ich mir ein Glossar gewünscht. Der Stil war flüssig lesbar, ab und an gab es kleine Längen, auch wurden einige Klischees bedient.
    Insgesamt vergebe ich 8 Punkte

    Das Buch von Sam Pivnik "Der letzte Überlebende - Eine wahre Geschichte" bekommt von mir 10 Punkte.
    Es hat mich tief beeindruckt, wie der Autor seine Erlebnisse für uns Revue passieren ließ, die Grausamkeiten und Ängste erneut durchlebte, um für uns ein Zeugnis, eine Zeugenaussage zu hinterlassen, was damals alles geschah.
    Damit verleiht er trockenen Zahlen aus den Geschichtsbüchern ein Gesicht.
    Er tut dies ohne erhobenen Zeigefinger oder übertriebenes Pathos.
    Er wird zwar deutlich, aber er walzt ein Vorkommnis nicht unnötig aus. Dadurch wirkt seine Beschreibung zugleich sachlich und wahr und geht einem trotzdem enorm unter die Haut.
    Über die damaligen Geschehnisse um Holocaust und Shoah habe ich schon einige Bücher gelesen, aber abgesehen von dem Tagebuch der Anne Frank waren es fast alles Romane oder reine Sachbücher. Deshalb war die Wirkung besonders spürbar.
    Ich wünsche diesem Buch sehr viele Leser!

    Titel: Das letzte Bild der Sara de Vos
    Autor: Dominic Smith
    Übersetzerin: Sabine Roth
    ISBN: 3550081871


    Zum Inhalt wurde bereits viel geschrieben, so dass ich mich auf meine Meinung beschränken kann.
    Seit dem Buch "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" von Tracy Chevalier lese ich Bücher über MalerInnen und Gemälde eigentlich gerne. Aber hier kam ich mit den verschiedenen Handlungssträngen sehr oft durcheinander und fand auch die Sprache recht eintönig, vor allem zu Beginn war alles überaus öde und auch schleppend. Auch bei "Vom Winde verweht" kommen ja auf den ersten gefühlten mindestens 70 Seiten nur Geschichten über die verschiedenen Plantagen und ihre Bewohner, was manch einen Leser zum Aufgeben und Abbrechen bringen kann, aber später merkt man, dass das für die Atmosphäre unmittelbar vor Ausbruch des Bürgerkrieges wichtig war. Hier stellte sich zumindest für mich dieses "später" nicht ein, denn die Geschichte konnte mich nicht recht fesseln. Lediglich das über Gemälde Geschriebene fand ich interessant und lesenswert.
    Der Titel ist selbst erklärend, das Coverbild finde ich sehr originell
    Ich vergebe dafür insgesamt 6 Punkte