Beiträge von Filtertuete

    Titel: Das Buch der Spiegel
    Autor: E.O. Chirovici


    Mir hat die Lektüre dieses Buch-im-Buch-Kriminalromans Freude bereitet!
    Das Cover passt, der Originaltitel wurde übersetzt übernommen (statt, wie es leider ebenfalls gelegentlich vorkommt, mit irgendetwas verquerem Deutschen zu ersetzen).
    Der Literaturagent Peter Katz ermittelt, auf die Idee gebracht durch ein ihm zugespieltes Manuskript, in einem 30 Jahre zurück liegenden Mordfall.
    Er überredet den Journalisten John Keller, welcher dann ebenfalls zu recherchieren beginnt.
    Letztendlich befasst sich der pensionierte Polizist Roy Freeman mit dem Fall.
    Aus den verschiedenen Perspektiven, alle in der Ich-Form gehalten, wird nach und nach klar, wie unterschiedlich man Fakten bewerten kann, immer abhängig von der eigenen Sichtweise.
    Der Schreibstil war flüssig lesbar, der Aufbau nötigte mir jedoch Pausen auf, aber das hat - wie oben schon angedeutet - mir meine Lesefreude nicht beeinträchtigen können, so dass ich gute 8 Punkte vergeben kann.

    Titel: Rain Dogs
    Autor: Adrian McKinty
    Übersetzer: Peter Torberg
    ISBN: 3518467476
    (Dieses Buch steht zweimal im Verzeichnis, obwohl es nur diesen Thread zu geben scheint. Da in diesem noch kein Abstimmungskästchen existiert, hoffe ich, es mit der oben angegebenen ISBN richtig gemacht zu haben.)


    Wie oben bereits geschildert, sieht sich Sean Duffy dieses Mal vor der Aufgabe, den Tod der im Hof von Carrickfergus Castle tot aufgefundenen Journalistin Lily Bigelow aufzuklären. Das Coverbild passt gut, der Titel ist vom englischen Original übernommen. Es war für mich mein erstes Buch dieses Autors und somit kannte ich Duffys erste Fälle nicht (dies zu ändern, sobald mein SUB überschaubarer geworden ist, habe ich mir allerdings vorgenommen :grin). Trotzdem kam ich ohne größere Probleme gut in die Geschichte hinein.
    Diese spielt im politisch durch die IRA sehr unruhigen Nordirland im Jahr 1987, dem 19. Jahr der katholisch-evangelischen Schwierigkeiten.
    Die geschickt aufgebaute und gekonnt gehaltene Spannung ließen mich dieses Buch kaum aus der Hand legen.
    Den Protagonisten fand ich überaus sympathisch, die Auflösung überraschend, aber nachvollziehbar.
    Nett fand ich auch die kleine Hommage an Muhammad Ali zu Beginn. :-)
    8 Punkte für einen spannenden Krimi vor in verschiedener Hinsicht interessanter Kulisse!

    Titel: Das geträumte Land
    Originaltitel: Behold the dreamers
    Autor: Imbolo Mbue
    Übersetzerin: Maria Hummitzsch
    Erscheinungsdatum D: 16. Februar 2017
    Verlag: Kiepenheuer & Witsch
    ISBN-10: 3462047965


    Über den Inhalt wurde hier schon viel geschrieben, weshalb ich mich weitestgehend auf meine Meinung beschränke.
    Auch, wenn ich mich beim Kauf meiner Bücher so gut wie nie durch ein Coverbild beeinflussen lasse - dieses hier fiel mir auf Anhieb positiv ins Auge.
    Nach der Lektüre des Buches stellte ich fest, dass es sehr gut zum Inhalt passt, denn es beinhaltet beide Welten, Afrika und USA. Der Titel ist passt akzeptabel.
    Ich habe die Geschichte der beiden höchst unterschiedlichen Familien mit großem Interesse gelesen, sie ist aktuell hinsichtlich der Immigrationsproblematik und behandelt außerdem ein bekanntes Anliegen fast aller Eltern, nämlich den Wunsch, dass ihre Kinder einen möglichst guten Start in ein Leben bekommen sollen, in dem es ihnen einmal besser geht als den Eltern selbst. Eine Identifikation mit den Protagonisten war mir meist möglich, die geschilderten Geschehnisse wirkten authentisch auf mich. Für manche, nicht immer selbst erklärenden afrikanischen Ausdrücke hätte ich mir ein Glossar gewünscht. Der Stil war flüssig lesbar, ab und an gab es kleine Längen, auch wurden einige Klischees bedient.
    Insgesamt vergebe ich 8 Punkte

    Das Buch von Sam Pivnik "Der letzte Überlebende - Eine wahre Geschichte" bekommt von mir 10 Punkte.
    Es hat mich tief beeindruckt, wie der Autor seine Erlebnisse für uns Revue passieren ließ, die Grausamkeiten und Ängste erneut durchlebte, um für uns ein Zeugnis, eine Zeugenaussage zu hinterlassen, was damals alles geschah.
    Damit verleiht er trockenen Zahlen aus den Geschichtsbüchern ein Gesicht.
    Er tut dies ohne erhobenen Zeigefinger oder übertriebenes Pathos.
    Er wird zwar deutlich, aber er walzt ein Vorkommnis nicht unnötig aus. Dadurch wirkt seine Beschreibung zugleich sachlich und wahr und geht einem trotzdem enorm unter die Haut.
    Über die damaligen Geschehnisse um Holocaust und Shoah habe ich schon einige Bücher gelesen, aber abgesehen von dem Tagebuch der Anne Frank waren es fast alles Romane oder reine Sachbücher. Deshalb war die Wirkung besonders spürbar.
    Ich wünsche diesem Buch sehr viele Leser!

    Titel: Das letzte Bild der Sara de Vos
    Autor: Dominic Smith
    Übersetzerin: Sabine Roth
    ISBN: 3550081871


    Zum Inhalt wurde bereits viel geschrieben, so dass ich mich auf meine Meinung beschränken kann.
    Seit dem Buch "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" von Tracy Chevalier lese ich Bücher über MalerInnen und Gemälde eigentlich gerne. Aber hier kam ich mit den verschiedenen Handlungssträngen sehr oft durcheinander und fand auch die Sprache recht eintönig, vor allem zu Beginn war alles überaus öde und auch schleppend. Auch bei "Vom Winde verweht" kommen ja auf den ersten gefühlten mindestens 70 Seiten nur Geschichten über die verschiedenen Plantagen und ihre Bewohner, was manch einen Leser zum Aufgeben und Abbrechen bringen kann, aber später merkt man, dass das für die Atmosphäre unmittelbar vor Ausbruch des Bürgerkrieges wichtig war. Hier stellte sich zumindest für mich dieses "später" nicht ein, denn die Geschichte konnte mich nicht recht fesseln. Lediglich das über Gemälde Geschriebene fand ich interessant und lesenswert.
    Der Titel ist selbst erklärend, das Coverbild finde ich sehr originell
    Ich vergebe dafür insgesamt 6 Punkte

    Produktinformation lt. Amazon:
    Broschiert: 464 Seiten
    Verlag: List Hardcover (7. April 2017)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3471351566
    ISBN-13: 978-3471351567
    Originaltitel: Florence Grace. Follow your destiny
    Übersetzer: Elfriede Peschel
    Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 3,7 x 20,5 cm


    Dieses nach dem erfolgreichen Roman "Die Reise der Amy Snow" zweite Buch von Tracy Rees war für mich das erste, aber ich denke, ich werde ihr tatsächliches Erstlingsbuch bald lesen, denn die Geschichte von Florence/Florrie hat mir recht gut gefallen.
    Der Plot ist nicht neu, aber er kommt hier ansprechend verpackt daher, es war nicht schwer, Sympathie für die Protagonistin zu empfinden und der historische Hintergrund wirkte authentisch und nicht nur aufgesetzt, der Schreibstil erwies sich als angenehm lesbar.
    Ich vergebe gerne 9 Punkte und empfehle das Buch Lesern mit einer Vorliebe für Familiengeschichten vor historischer Kulisse.

    Ab morgen wird alles anders - Anna Gavalda
    Fünf Kurzgeschichten



    Produktinformation:


    Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
    Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
    Erscheinungsdatum: 30. Januar 2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3446250492
    ISBN-13: 978-3446250499
    Originaltitel: La Vie en mieux
    Übersetzerin: Ina Kronenberger


    (Quelle: AMAZON)


    Das Coverbild erscheint mir recht ansprechend, wenn auch ein wenig irreleitend, denn, anders als der abgebildete Eiffelturm möglicherweise vermuten lässt, spielen nicht alle erzählten fünf Kurzgeschichten in Paris.
    Der Titel passt.
    Die Geschichten gefielen mir unterschiedlich gut, ihr Inhalt wurde hier ja bereits kurz umrissen, weshalb ich zur Vermeidung von Wiederholungen jetzt nicht erneut darauf eingehe. Meine Favoriten waren "Mein Hund wird sterben" und "Meine Kraftpunkte", sie berührten mich besonders. Am wenigsten sagte mir die letzte Geschichte zu, in erster Linie der hier ebenfalls bereits erwähnten Sprache wegen. Ich - eigentlich eher Roman- als Kurzgeschichtenleserin - habe aber aus allen Geschichten etwas für mich "mitnehmen" können und vergebe deshalb 7 Punkte

    Obwohl Zoe es stets abgestritten hatte, an jenem Abend alkoholisiert gewesen zu sein, wies der an ihr vorgenommene Bluttest ein anderes Ergebnis aus, woraufhin man ihr zur Last legte, für den Unfalltod dreier Mitschüler verantwortlich zu sein, und sie zu einem Jugendarrest verurteilte.
    Nach dessen Ende wollten sie und ihre Mutter ein ganz neues Leben beginnen.
    Eines abends wollte die begabte junge Pianistin zusammen mit ihrem Stiefbruder ein Konzert geben, wobei es zu einem Eklat kam: Ein Mann beschuldigte Zoe öffentlich als Mörderin - er war der Vater eines ihrer Opfer.
    Zoes Mutter überlebte die folgende Nacht nicht.
    Durch die in der Ich-Form und aus den verschiedensten Perspektiven erzählten Geschehnisse erfährt der Leser nach und nach, was wann wie warum geschah. Es kam dabei zu einigen Längen und Wiederholungen. Auch stellte sich heraus, dass es hier weniger um einen Krimi oder Thriller als vielmehr um eine Familientragödie geht.
    Eine auf einen kurzen Zeitraum eingegrenzte Handlung weist hier jedem einzelnen Beteiligten seine eigene Schuld nach, keiner darf sozusagen den ersten Stein werfen.
    Obwohl man ab einem gewissen Zeitpunkt schon einige Dinge erahnen konnte, fühlte ich mich gut unterhalten - und mit Zoe mit.
    Ich vergebe 8 Punkte