Beiträge von Filtertuete

    Obwohl Zoe es stets abgestritten hatte, an jenem Abend alkoholisiert gewesen zu sein, wies der an ihr vorgenommene Bluttest ein anderes Ergebnis aus, woraufhin man ihr zur Last legte, für den Unfalltod dreier Mitschüler verantwortlich zu sein, und sie zu einem Jugendarrest verurteilte.
    Nach dessen Ende wollten sie und ihre Mutter ein ganz neues Leben beginnen.
    Eines abends wollte die begabte junge Pianistin zusammen mit ihrem Stiefbruder ein Konzert geben, wobei es zu einem Eklat kam: Ein Mann beschuldigte Zoe öffentlich als Mörderin - er war der Vater eines ihrer Opfer.
    Zoes Mutter überlebte die folgende Nacht nicht.
    Durch die in der Ich-Form und aus den verschiedensten Perspektiven erzählten Geschehnisse erfährt der Leser nach und nach, was wann wie warum geschah. Es kam dabei zu einigen Längen und Wiederholungen. Auch stellte sich heraus, dass es hier weniger um einen Krimi oder Thriller als vielmehr um eine Familientragödie geht.
    Eine auf einen kurzen Zeitraum eingegrenzte Handlung weist hier jedem einzelnen Beteiligten seine eigene Schuld nach, keiner darf sozusagen den ersten Stein werfen.
    Obwohl man ab einem gewissen Zeitpunkt schon einige Dinge erahnen konnte, fühlte ich mich gut unterhalten - und mit Zoe mit.
    Ich vergebe 8 Punkte

    Produktinformation:
    Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    Verlag: Tropen; Auflage: 1 (11. März 2017)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3608503692
    ISBN-13: 978-3608503692
    Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 3,3 x 21,5 cm

    Inhaltsangabe:
    Aufregend, wenn die Eltern auf der Flucht vor der Polizei ihre Kinder mitschleppen. Aber für die drei Geschwister verwandelt sich das Abenteuer bald in einen Albtraum. Ihre Odyssee führt sie quer durch Europa. Ein Roman wie ein Roadmovie.
    Eine ebenso tragische wie komische Familiengeschichte. Vater, Mutter und drei Kinder in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Der Autoverkäufer Jürgen und seine Frau Jutta sind verschuldet, aber glücklich. Als auf einmal das "große Geld" da ist, wandert die Familie fluchtartig nach Südfrankreich aus. Dort leben vor allem die drei Geschwister wie im Paradies, doch die Eltern benehmen sich immer seltsamer – bis ein Zufall enthüllt, dass der Vater ein Hochstapler ist.
    Er hat das Geld unterschlagen und bereits aufgebraucht, als sich die Schlinge enger zieht. Im letzten Moment flieht die Familie vor dem Zugriff der Behörden und die Jagd durch Europa geht weiter. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt...
    (Quelle: AMAZON)


    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich sehr tief berührt.
    Da erzählt uns ein Heranwachsender lakonisch von seinem Leben, in dem es wie auf einer Achterbahn zugeht:
    Hoffnung, Reichtum, Armut, Verzweiflung, Hunger, Kriminalität.
    Die Reise oder besser Flucht führt zunächst durch Deutschland, dann an die Côte d' Azur und schließlich durch Spanien nach Lissabon und von dort über Paris zurück nach Deutschland zu Verwandten, dann Bekannten... ins Elend.
    Das Schlimmste ist, die Geschichte ist wahr, oder ihr liegt zumindest eine wahre Begebenheit zugrunde.
    Obwohl es ab einem bestimmten Zeitpunkt alles auf einen vorhersehbaren Selbstläufer hinaus lief, fehlte mir häufig das Verständnis für die Eltern.
    Trotz der traurig machenden Geschichte hat mir dieses Buch sehr gut gefallen.
    Der Stil ist leicht lesbar, das Cover und der Titel passend.
    Edit: 10 Punkte
    :wave

    Es war mein erstes Buch dieser Autorin und ich habe es mit großer Spannung und ebensolchem Vergnügen nahezu in einem Rutsch ausgelesen, wofür ich ihm auch gern ebenfalls 8 Eulenpunkte gebe.
    Da über den Inhalt und die positiven Aspekte hier bereits einiges, dem ich mich anschließen kann, geschrieben wurde, beschränke ich mich auf die Dinge, welche mich daran hinderten, die volle Punktzahl zu verleihen.
    Das Buch spielt in einer politisch interessanten Zeit an Orten, in denen gerade sehr viel "los war", ich sage nur "Juarez" - daraus hätte man sehr viel mehr machen können/müssen, was über eine bloße Familien- und Liebesgeschichte hinaus geht.
    (Hinweis: Da die Autorin sich dagegen entschied, halte ich die Einordnung in "Historische Romane" für mindestens zweifelhaft, zumal der Verlag selbst von "Literatur" und AMAZON von
    "Bücher > Belletristik > Gegenwartsliteratur"
    und
    "Bücher > Belletristik > Liebesromane"
    spricht/sprechen.
    Nur, weil eine Geschichte in der Zeit vor 150 Jahren angesiedelt ist, ist er nicht gleich "historisch"!)
    Wegen der vielen Personen und Handlungsorte habe ich gelegentlich Karten oder wenigstens Skizzen mit Reiserouten oder Ortsgegebenheiten sowie ein Personenverzeichnis vermisst.
    Der Originaltitel, ob nun in die deutsche Sprache übersetzt oder nicht, wäre mE bedeutend aussagekräftiger bezogen auf den Buchinhalt gewesen.
    Verschiedene vermeidbare Fehler hätten eigentlich einem gründlichen Lektorat auffallen müssen.

    Produktinformation:
    Broschiert: 576 Seiten
    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 3 (27. Januar 2017)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3499267357
    ISBN-13: 978-3499267352
    Originaltitel: The Horse Dancer
    Übersetzerin: Silke Jellinghaus
    Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 4,3 x 21,1 cm


    Biografie der Autorin:
    Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex. Mit ihrem Roman «Ein ganzes halbes Jahr», gelang ihr international der Durchbruch – auch in Deutschland stand der Roman monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste.


    Inhaltsangabe:
    Sarah und ihren Großvater verbindet die Liebe zu Pferden. Einst war Henri ein gefeierter Dressurreiter, bis das Schicksal seine Karriere beendete. Täglich trainiert er die Vierzehnjährige und ihr Pferd. Seit dem Tod von Mutter und Großmutter haben die beiden nur einander. Und als Henri einen Schlaganfall erleidet, bleibt seine Enkelin allein zurück.
    Natasha und ihren Mann Mac verbindet nur noch wenig. Ihre Ehe ist gescheitert, doch bis das gemeinsame Haus verkauft ist, müssen sie sich arrangieren. Für Natasha nicht leicht, denn ihre Gefühle für den Mann, der einmal die Liebe ihres Lebens war, sind alles andere als lauwarm.
    Als zufällig Sarah in ihr Leben tritt, nehmen die beiden das verschlossene Mädchen bei sich auf. Das Zusammenleben ist schwierig. Gibt es überhaupt etwas, was die drei miteinander verbindet? Plötzlich ist Sarah verschwunden. Und Natasha und Mac machen sich widerstrebend gemeinsam auf die Suche. Ein turbulenter Roadtrip durch England und Frankreich beginnt...
    (Quelle: AMAZON)


    Meine Meinung:
    Um es gleich klar zu stellen: Auch dieser Moyes kann "Ein ganzes halbes Jahr" leider nicht das Wasser reichen.
    Nicht nur, weil eine bestimmte Entwicklung ab einem gewissen Zeitpunkt vorhersehbar ist, weil gewisse Längen und Wiederholungen auftreten, ich auf sprachliche (Übersetzungs?-)Schwächen stolperte und ein grober Schnitzer gleich zu Beginn (Im Jahr 1960 bezieht man sich auf die 250 Jahre zurückliegenden napoleonischen Kriege) ins Auge fiel.
    Trotzdem bekommt dieses Buch von mir 10 Eulenpunkte.
    Mir gefiel die Geschichte an sich, sie war spannend und anrührend und bewies wieder einmal ebenso großes Einfühlungsvermögen wie Beobachtungsgabe, beispielsweise bei der Schilderung nach Verlust eines Partners, wie dann Radiohören schlimm sein kann, weil man in viel zu vielen Songs Assoziationen heraushört und so immer wieder an glückliche Tage oder eben die Streitereien der Zeit der Trennungsphase erinnert wird. Die gegenseitigen Beschuldigungen und Selbstzerfleischungen wurden mMn ebenfalls recht gut herübergebracht. Auch sprachen mich die den einzelnen Kapiteln vorangestellten Xenophon-Zitate an.
    Glanzstück für mich war in diesem Buch in den 380er Seiten jedoch die Zeugenaussage einer Lehrerin, die den Seelenzustand von Scheidungskindern in einer flammenden Rede zur Sprache bringt.