Beiträge von Ulrike Renk

    Didi hat Recht - die Stadt Krefeld hat das Motto: "Die Stadt aus Samt und Seide".

    Krefled hatte zur Zeiten Friedrich des Großen das Monopol auf Seidenstrumpfweberei und war deshalb eine der reichsten Städte in Europa. Durchgesetzt haben das die von der Leyen - in die Familie hat eine Frau eingeheiratet, die bald Europa vertreten soll.
    Naja - ganz viel Geschichte und so.

    Was wohl am britischen Mandat lag, oder? Auch dort hat man den Ernst der Lage nicht erkannt oder wollte einfach die Araber nicht zornig machen. Palästina war damals ja auch kein Land in dem Milch und Honig floß.

    Ja, genau. Es gab damals schon bewaffnete Konflikte mit den Palästinensern. Was ja auch zu verstehen ist - plötzlich sagt jemand, dass ist jetzt nicht mehr euer Land.

    Warum kein Brief aus Palästina durchkommt ist mir vollkommen klar, man will die Verbindungen unterlaufen und es den deutschen Juden so schwer wie möglich machen ins Ausland zu gelangen. Denn sind sie erst einmal im Ausland, kann man die Kuh nicht mehr melken...

    Das stimmt nicht so ganz. Man hat den Juden sehr wohl erlaubt, das Land zu verlassen - sie mussten nur so gut wie alles an Wertsachen zurücklassen. Aber es gab kein Land, dass sie aufnehmen wollte. 1939 hat Palästina legal keine Juden mehr aufgenommen.

    1. Hast Du den Abschnitt doch noch nicht beendet? Welche Bedeutung Edith Nebel (Ruths Schiffsbekanntschaft) noch spielt, steht doch in diesem letzten Abschnitt.


    2. Stimmt, das verwundert, wobei die Autorin natürlich auch vergessen haben kann, Briefe von Ilse, Tante und Hans zu erwähnen. Beim Buchschreiben wird man nicht unbedingt daran denken, wessen Briefe wir in den Erwähnungen mglw. vermissen, weil Autorin an viele andere Dinge denkt, die sie unterbringen muss. Sollte Hans und Tante tatsächlich Ruth nicht schreiben, ist umso bemerkenswerter dass sie Edith Nebel vorschlägt ihren Cousin zu adoptieren.


    3. Da dort Deutsche/ ?Österreicher Dienst machen, vermute ich, dass man vielleicht zwar Englisch im Amt sprach/ Formulare sind ja auch auf Englisch, doch nicht abstreiten wird Deutsch zu verstehen und auch hoffentlich bereit war es zu sprechen. Ruths Protest auf dem Boden liegend wird sie bestimmt mit der deutschen Sprache untermalt haben.

    Zu 2. - es gab Briefe von den Verwandten aus Deutschland. Von Hans, Ilse und anderen - nichtsagende Briefe, weil alle wussten, das sie der Zensur unterworfen waren. Sie wurden geöffnet und gelsen und sollte etwas gegen das Regime darin stehen, konnte es dem Schreiber schlecht ergehen. Das war schon vor Kriegseintritt so.

    Es gab also nichtssagende Postkarten und Briefe. Die habe ich nicht erwähnt - weil .. ich sie nicht erwähnt habe. Mea culpa. Fand ich nicht wichtig. Jetzt denke ich, ich hätte es doch erzählen sollen. Naja, zu spät.


    Zu 3. - Amtssprache war Englisch, ihren Protest hat Ruth allerdings auf Deutsch geführt. In meiner ersten Fassung hatte ich einige Textstellen auf Englisch geschrieben. Der Verlag meinte allerding, dass das nicht so gut sei, weil nicht jeder das versteht. Und jede Textstelle zu kennzeichnen, unterbricht den Lesefluss enorm. Deshalb haben wir das so gemacht, wie es nun ist.

    Ich möchte nochmal klarstellen, dass ich es nicht ungern lese, bei mir ist es nur so, dass ich es nicht zu jeder Zeit am Tag lesen kann, weil mich das Gelesene sehr mitnimmt. Heute tagsüber ging es im dritten Abschnitt ganz gut :-):knuddel1

    Das habe ich schon so verstanden und ich kann das nachvollziehen. Ich glaube aber, bei Tante Li ist das anders und ich halte nichts davon, Bücher zuende zu lesen, die einem nicht liegen - mach ich ja auch nicht.

    Martha hatte Depressionen. Ich habe habe auch Familienmitglieder mit dieser Krankheit und um ehrlich zu sein - ich verstehe die Krankheit nicht, sehe aber, dass es eine ebensolche ist (ich verstehe ja auch Krebs nicht ... oder Parkinson ...oder oder oder)
    So eine Karnkheit kommt ganz plötzlich, oft auch unerwartet (ihr/ihm geht es eigentlich doch gut, anderen geht es viel schlechter) - es hat eben nichts mit den äußeren Umständen zu tun, sondern mit den inneren, warum auch immer.

    Damals wurde schon noch geschaut, dass die Gestze eingehalten wurden. Noch war kein Krieg - und Deutschland wollte er gerüstet sein, bevor es gegen die anderen ging.
    Deshalb hat man oft schon versucht, die Gesetze einzuhalten oder irgendwie zu beugen. Nach Kriegsbeginn war das dann egal - eine friedliche Lösung war nicht mehr möglich.
    Trotzdem gab es auch dann noch Richter, die sich penibel an die Gesetze hielten - paradox irgendwie. Aber die damalige Zeit war sowieso sehr, sehr paradox.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass NIEMAND, wirklich NIEMAND damals ahnen konnte, wie schrecklich der Holocoust wirklich werden würde. Das ist so ein undenkbarer, grauenvoller Gedanke, so unmenschlich ... so absolut unfassbar.
    Ich war in Auschwitz - um es zu besichtigen und das ist Jahre her. Trotzdem fühle ich immer noch das Grauen, das ich dort empfand. Und die absolute Unfassbarkeit.

    Deutsche Bücher verkaufen sich so gut wie gar nicht auf dem amerikanischen Markt. Die Übersetzung ist teuer - und es gibt genügend amerikanische Autoren, die Bücher schreiben. Deshalb gibt es nur ganz, ganz selten eine Lizenz in den anglophilen Raum. Und die wenigsten sind erfolgreich.

    Immer wieder gibt es natürlich Ausnahmen - wie Nina George bewiesen hat.

    Aber meine Bücher sind zu umfangreich (und deshalb in der Übersetzung teuer) - überhaupt lassen sich Serien schlecht verkaufen.

    Das ist sehr schade für die Familie. Und nicht nur für sie - ich denke schon, dass es grundsätzlich Interesse geben könnte - aber wie gesagt, die Umsetzung ist sehr schwierig, fast unmöglich.

    Das ist mir eigentlich erst vor ein paar Wochen klargeworden. Am Ende des dritten Buches werde ich noch ganz viel Geschichte übrig haben ... das liegt auch daran, dass der Kontakt zur Familie inzwischen recht gut ist und ich somit auch mehr Material bekommen habe.
    Der dritte Band erscheint im Februar 2020 und der vierte im Herbst.

    Bisher zerfällt die Geschichte in Fassungslosigkeit über die sinnlose Gewalt und die schöne Hilfsbereitschaft der wenigen Anständigen. Es gibt keine Stimme der Unbeteiligten oder der Mitläufer, die sich mit dem damaligen System (mehr oder weniger zwangsweise) arrangiert haben.

    Nein, natürlich gibt es die nicht. Das Buch ist ja aus der Perspektive der Familie geschrieben.