Beiträge von Miss Booknerd

    Ich fange gleich noch mit dem hier an:


    Find mich da, wo Liebe ist - Anstey Harris


    Beschreibung:

    Grace stand vor einer großen musikalischen Karriere, bis ein traumatisches Ereignis alles veränderte. Nun repariert sie in ihrem kleinen englischen Dorf Musikinstrumente. Ihr Leben dreht sich vor allem um David, ihre große Liebe. Seit acht Jahren führt Grace mit ihm eine Beziehung, die über alle Zweifel erhaben ist. Und seit acht Jahren wartet sie sehnsüchtig darauf, dass David seine Frau verlässt. Doch dann passiert etwas, das alles in Frage stellt. Kann Grace mit der Hilfe ihres lebenslustigen Lieblingskunden Mr Williams und der durchgeknallt-herzlichen Teenagerin Nadia den Neuanfang wagen?


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    Auf den ersten Blick führt Adèle das perfekte Leben, von dem andere Frauen nur träumen. Sie arbeitet als Journalistin, ist mit dem erfolgreichen Chirurgen Richard verheiratet, hat einen kleinen Sohn und die perfekte Wohnung in Paris, in einer guten Lage. Doch innen drin sieht es bei Adèle anders aus. Nie ist sie zufrieden mit ihrem Leben, nichts ist ihr genug. Getrieben von ihrer Sucht nach Sex, nimmt sie jedes Abenteuer mit. Immer tiefer gerät sie in diesen Abgrund. Auf der anderen Seite wirkt sie hilflos, oftmals wie ein kleines Kind. Ohne Richard würde sie nicht zurechtkommen. Adèle ist gut im vertuschen, hat sie doch eine riesige Angst davor, all das zu verlieren.

    Lakonisch und eindringlich beschreibt die Autorin hier Adèles innere Zerrissenheit. Für den Einstieg habe ich etwas gebraucht, da sich hier ihre sexuellen Eskapaden aneinander reihen. Sympathisch wurde sie mir bis zum Schluss nicht, sie tritt mit einer unglaublichen Arroganz ihren Mitmenschen gegenüber auf, immer mit einem Blick von oben herab. Sie gerät immer tiefer in den Sog, braucht es immer härter, während sie oftmals ihren Sohn Lucien völlig vernachlässigt.

    Die Autorin gewährt Einblicke in die Kindheit, doch wirklich nachvollziehen, warum sie so agiert, warum sie nie zufrieden ist, konnte ich zu keinem Zeitpunkt. Meine Neugier darauf und der Gedanke, wohin das alles führen mag, machten das Buch für mich durchaus spannend und lesenswert.

    Später bekam man ebenso Einblicke in Richards Seelenwelt, was mir sehr gut gefallen hat. Doch leider bleiben am Ende einige Fragen offen, vieles ist ungeklärt, vor allem auch die Frage nach dem Warum konnte mir nicht ausreichend beantwortet werden.


    Insgesamt vergebe ich dafür 7 Eulenpunkte

    All das zu verlieren - Leila Slimani


    Beschreibung:

    Nach außen hin führt Adèle ein Leben, dem es an nichts fehlt. Sie arbeitet für eine Pariser Tageszeitung, ist unabhängig. Mit ihrem Ehemann, einem Chirurgen, und ihrem kleinen Sohn lebt sie in einem schicken Viertel, ganz in der Nähe von Montmartre. Sie reisen, sie fahren übers Wochenende ans Meer. Dennoch macht Adèle dieses Leben nicht glücklich. Gelangweilt eilt sie durch die grauen Straßen, trifft sich mit Männern, hat Sex mit Fremden. Sie weiß, dass ihr die Kontrolle entgleitet. Sie weiß, dass sie ihre Familie verlieren könnte. Trotzdem setzt sie alles aufs Spiel.


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    Den ersten Teil kenne ich nicht, doch man konnte diesen Teil hier unabhängig davon lesen, ich hatte zu keinem Zeitpunkt Verständnisschwierigkeiten.

    Nach dem Sturz von Zar Peter wird Katharina die Große zur Alleinherrscherin über Russland. Zwar ist sie europäisch orientiert, besonders für Bildung setzt sie sich ein, doch hapert es in Russland an vielen Ecken. Gerade was die Leibeigenschaft betrifft, redet sie zwar viel, doch letztendlich folgen keine Taten. Anhand von Darija und Andrej, denen wir später begegnen, wird deren Elend realistisch ohne Beschönigung dargestellt. Katharina hat mich letztendlich zwiegespalten zurückgelassen.

    Besonders ihre Ziehtochter Sonja, die mit geschätzten 5 Jahren zu ihr an den Hof kommt, ist ihr ans Herz gewachsen. Doch Sonja entwickelt sich zu einer intelligenten, jungen Frau, die sich für mehr interessiert als nur Prunk und schöne Kleider. Schon in jungen Jahren stellt sie die politische Situation Russlands in Frage.

    Regelmäßígen Kontakt pflegt Katharina zu dem Philosophen Stephan Mervier, der von dem preußischen König Friedrich als Spion an den Hof geschickt wurde. Mit seiner jungen Frau Johanna siedelt er nach St. Petersburg über. Schnell trifft Sephan auf Gleichgesinnte und tritt einem philosophischen Zirkel bei, der die Politik und die Zarin sebst in Frage stelt. Johanna dagegen fühlt sich zunächst vernachlässigt, kann sich aber als Künslerin etablieren und trifft auf die schwermütige, russische Seele Boris. Politische Intrigen werden geschmiedet, Aufstände werden geplant.

    St. Petersburg wurde hier als schillernde Stadt dargestellt, ich hatte ständig das Gefühl, mich mit den Figuren durch die Straßen und zwischen den vielen Prachtbauten zu bewegen. Diese Beschreibungen waren bildhaft und wirklich schön zu lesen.

    Auch die Charaktere wurden vielschichtig ausgearbeitet. Es gab kein schwarz und weiß, jede Figur hatte ihre guten Seiten, aber auch Schwachstellen. Vor allem der ständige Perspektivenwechsel hat mir gefallen, so bekam man in verschiedenen Situationen jeweils Einblick in die Gedanken der agierenden Personen.

    Auch das Leben am Hof wurde hier eindrückich beschrieben. Im Gegensatz dazu stand die Armut der Leibeigenen und einiger der anderen Einwohner, die es nicht so gut getroffen haben. Allein die Zarin Katharina entscheidet über Not und Wohlstand. Gerade zum Ende hin entwickelt sich das Geschehen noch mal richtig dramatisch.

    Bisher hatte ich Katharina die Große eher weniger auf dem Schirm. Verbunden mit den Schicksalen und Erlebnissen der einzelnen Charaktere wurde hier die russische Historie wirkich lesenswert dargestellt und ich konnte einiges Wissen hierüber mitnehmen. Einzg die politischen Geschehnisse wurden für mich an manchen Stellen zu trocken und dataillilert geschildert. Doch die authentisch ausgearbeiteten Figuren machten diesen Roman spannend und mitreißend. Und auch die Beschreibungen über St. Petersburg haben mir ausgesprochen gut gefallen, so dass ich laufend bewegende Bilder vor meinen Augen hatte. Ich habe mitgefiebert, mitgefühlt, gehofft und gebangt, vor allem das Ende hat noch nachgwirkt. Meine Lieblingscharaktere waren hier definitiv Sonja und Johanna und die Entwicklung von Boris hat mich am meisten gefesselt.

    Positiv anzumerken sind definitiv die Karten, auf die ich immer wieder schauen musste, um die Schritte der Charaktere zu verfolgen und auch das Personenregister war äußerst hilfreich.

    Gerne wäre ich beim nächsten Teil wieder dabei.

    Insgesamt vergebe ich dafür 9 von 10 Eulenpunke

    Puh, das war ja am Ende ganz schön knapp für Sonja, Katharina hat doch noch Mitgefühl bewiesen und ihr Ziehkind in letzter Sekunde begnadigt. Allerdings frage ich mich, wie die Situation wohl ausgegangen wäre, wenn Stephan nicht so emotional regiert und öffentlich zu seiner Liebe gestanden hätte… Denn genau diese Situation hat ja zum Umdenken bei Katharina geführt…

    Dass Johanna wie vor den Kopf gestossen war, kann ich mir vorstellen. Zwar hat sie mit Boris ihr Glück gefunden, doch immerhin bestand mit Stephan ja noch eine freundschlaftliche Bindung. Johanna war neben Sonja sowieso meine Lieblingsfigur und auch ihre Art, wie sie sich entwickelt hat. gefiel mir ausgeprochen gut.


    Da wir nichts mehr von Darija und Andrej gelesen haben, setze ich doch einfach mal voraus, dass die beiden ihr Familienglück geniessen und sich auf den Gutshof eingerichtet haben.


    Auch wenn Marija psyhisch erkrankt war, hat man doch instinktiv vielleicht doch einen Funken Gespür dafür, was Recht ist? Ich denke, sie war bewusst auf Profit aus und wollte sich profilieren, dafür hat sie ihre Tocher verraten und ich empfinde genauso wie Arietta . Auch hier setze ich einfach mal voraus, dass sie in irgendeiner Spelunke von Ihresgleichen ausgeraubt wurde.


    Katharina lässt mich am Ende zwiegespalten zurück. Auch wenn sie doch noch emotional reagiert und Gefühle zulässt, steckt eben auch dieser kaltblütige Teil in ihr, der sich bestimmt nicht einfach abschalten lässt.


    Alles in allem habe ich eine Menge über die russische Historie gelernt, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Zarin Katharina eher weniger auf dem Schirm. Vor allem auch das Geschehen aus ihrer Perspektive zu erfahren, verbunden mit den Schicksalen der verschiedenen Charaktere, hat dieses Buch für mich wirklich lesenswert gemacht.


    Vielen Dank Martina für die nette Begleitung der Leserunde :blume

    Ich denke, der Auszug aus dem Elternhaus hat Boris gut getan und ihn nach und nach darin bestärkt, seinen eigenen Weg zu finden. Die Abnabelung aus dem Zirkel war sicher eine gute Entscheidung. Und in Johanna hat er eine Gleichgesinnte und die große Liebe gefunden. Bleibt nur zu hoffen, dass Stephan und Johanna sich endgültig trennen. Denn auch Stephan hat in Sonja die Liebe seines Lebens gefunden.


    Puh, um Sonja habe ich schon ein bisschen Angst. Da hat Dimitri sie ja ziemlich in die Bredouille gebracht. Aber wahrscheinlich wäre Sonja früher oder später sowieso als Verfasserin der „Reise durch Russland“ enttarnt worden. Katharinas Reaktion kann ich überhaupt nicht einschätzen. Zwar liebt sie Sonja, aber Sonja könnte ihr auch noch brandgefährlich werden. Und zu oft hat Katharina bisher ihre Kaltblütigkeit unter Beweis gestellt...

    Dass Stephan schockiert darüber war, kann ich mir gut vorstellen. Eigentlich hätte ich erwartet, dass seine Enttäuschung noch viel größer ausfällt. Ich bin wirklich gespannt, wie das Ganze noch ausgeht.

    Also ich kann Sonjas Abneigung gegenüber Katharina durchaus nachvollziehen. Sie stellt sich als einen Gutmenschen dar, agiert aber letztendlich nur in ihrem eigenen Interesse. Welches Elend andere erleiden müssen durch ihre Willkür, regt mich innerlich schon sehr auf. Auch ihre Verkupplungen ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer gehen gar nicht. Hauptsache, sie hat sich diejenigen, die ihr noch in die Quere kommen könnten, ruhig gestellt oder „entsorgt“.


    Puh, Sonja und Stephan machen mir Sorgen. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis ihre Liaison entdeckt wird. Ich mag mir nicht ausmalen, was die beiden zu erwarten haben, wenn Katharina davon erfährt. Zumal sie Stephan eh auf dem Kieker hat. Im besten Fall käme für Sonja und Stephan wahrscheinlich eine gemeinsame Flucht nach Preußen in Frage. Wenn sie dafür überhaupt eine günstige Gelegenheit bekommen...


    Johanna und Boris wären wirklich ein schönes Paar. Von Boris bekommt sie die Aufmerksamkeit, die sie bei Stephan vermisst. Die beiden bewegen sich auf einer Ebene und sind wohl das füreinander, was man Seelenverwandte nennt.

    Ja, ich finde die Personen auch ambivalent, sie lassen sich nicht in eine bestimmte Schublade einsortieren. Und ja, so richtig warm werde ich auch mit keiner der Figuren, aber das war schon im ersten Teil so und hat mir gefallen, weil es zur Struktur des Romans sehr gut passt.

    :writeJa, so ergeht es mir auch.

    Allerdings müssen mir Figuren auch nicht gefallen, um ein Buch zu mögen. Gerade Charaktere, die nicht immer greifbar sind, machen für mich die Story erst recht interessant :wave

    Dass Boris jetzt doch seinen eigenen Weg geht, hätte ich so nicht von ihm erwartet. Er hatte ja wirklich Glück, dass ihm im passenden Moment Dimitri über den Weg lief und ihm seine Unterkunft anbot.


    Mit Katharinas Art, wie sie leichtfertig mit den Leben und Schicksalen anderer Menschen umgeht, werde ich einfach nicht warm.


    In diesem Abschnitt waren mir die Zeitsprünge doch etwas zu groß. Gerne hätte ich noch erfahren, ob die Freundschaft zwischen Boris und Johanna immer noch Bestand hat. Stephan hat sich ja sehr mit ihr auseinander gelebt.


    Die Frage, woran die Leibeigenen den angeblichen Zaren erkennen wollen , habe ich mir auch gestellt.


    Sonja lernst an der Akademie Dimitri kennen. Und auf Stephan wird sie ebenfalls aufmerksam, ich bi ja mal genau, was diese Konstellation noch bereit hält.


    Aus der Perspektive der Leibeigenen zu lesen, hat mir hier wieder richtig gut gefallen, so bekommt man als LeserIn einen guten Eindruck über diese elendige Sklaverei. Dass Katharina nicht schon vor Jahren etwas dagegen unternommen hat, stattdessen verschenkt sie auch noch Leieigene nach Gutdünken... sicherlich wird ihr Sonja noch zur Gefahr, ich habe gerade das Gefühl, da braut sich etwas zusammen...

    Ich denke auch, dass sich Sonja noch zu einem Problem der Zarin entwickeln wird, denn sie stellt ja bereits selbst in ihren jungen Jahren einiges in Frage. Sicherlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie Katharina gehörig in die Quere kommt.


    Boris fühlt sich zu Johanna hingezogen, in ihr sieht er eine Gleichgesinnte und findet das Verständnis, das ihm in seiner eigenen Familie fehlt. Auch Johanna fühlt sich einsam und von Stephan vernachlässigt. Ich bin ja mal gespannt, was aus den beiden wird.


    Was ich von Boris halten soll, weiß ich noch nicht so recht. Eigentlich sollte er doch offen zu seinen Interessen stehen und nicht derart von seiner Familie über sich bestimmen lassen. Doch wovon sollte er sonst leben, wenn ihm die Unterstützung entzogen wird?


    Lorenz ist mir für meinen Geschmack mit seiner Einstellung doch ein wenig zu radikal. Der Gedanke, er könnte Männer bevorzugen, kam mir bereits im vorigen Abschnitt, durch den erwähnten Körperkontakt und auch durch die Tatsache, dass er offensichtlich kein Interesse daran hat, sich mit Frauen zu umgeben.


    Ich hätte gerne noch erfahren, bei wem es sich um Sonjas Vater handelt. Ich hoffe doch, da kommt noch was :grin Sonja ist also die Tochter einer psychisch erkrankten Leibeigenen, die sich nun auf Dauer auch ein besseres Leben erhofft. Aber ich glaube kaum, dass sie überhaupt eine Chance bekommen wird, sich Sonja zu nähern.


    Ich hätte auch damit gerechnet, dass Stephans Brief an den Preußenkönig noch ein Nachspiel hat. Aber wer weiß, was Katharina noch im Schilde führt. Hätte sie es ihn wissen lassen, wäre Stephan sicherlich zukünftig auf der Hut. Und letztendlich teilt sie ja sowieso keine politischen Geheimnisse mit ihm, sie lässt ihn ja nur so viel wissen, wie sie auch bereit ist, am nächsten Tag in der Zeitung zu lesen.


    Gerade die ständigen Wechsel der Perspektiven gefallen mir. So erfährt man sogleich Szenen und Situationen aus dem Blickwinkel der anderen agierenden Personen. Und eben die vielen einzelnen Schicksale machen für mich die Story spannend.

    Mir war Katharina nicht mehr wirklich präsent. Zwar war ich versucht zu googeln, aber das hebe ich mir doch lieber zum Abschluss auf.


    Der Einstieg jedenfalls ist mir leichtgefallen, obwohl ich den Vorgängerband bisher nicht kenne. Durch die detaillierten Beschreibungen und der bildhaften Sprache wurde sogleich mein Kopfkino eingeschaltet.

    Bereits der Prolog war spannend zu lesen, denn ich wollte unbedingt wissen, was aus Sonja wird.


    Was Katharina betrifft, bin ich noch etwas zwiegespalten. Ihre moderne, westlich orientierte Einstellung spricht durchaus für sie. Auch wie sie Sonja sogleich aufgenommen hat und fördert, gefiel mir sehr. Doch gleichzeitig wirkt sie kaltblütig und berechnend. Die Leibeigenen abzuschaffen, hätte sie wahrscheinlich in Schwierigkeiten gebracht, aber vielleicht hätte es Mittelwege gegeben, Verhandlungsmöglichkeiten mit dem Adel oder etwas in diese Richtung. Die Art, wie sie ihren Mann hat umbringen lassen oder wie sie ihr Kind weggegeben hat, machte auf mich definitiv einen abgebrühten, kaltherzigen Eindruck. Und was ich von ihren zahlreichen Affären halten soll, weiß ich auch noch nicht so recht.


    Mervier habe ich für mich auf Anhieb französisch gelesen. Ich bin ja mal gespannt, wie Katharina ihn sich zu Nutze macht. Sicherlich ist er in seinen jungen Jahren noch leicht zu beeinflussen.

    Johanna trinkt mir für meinen Geschmack etwas zu viel Alkohol, sie scheint ja schon abhängig zu sein. Ob sie sich wohl in Russland etablieren kann?


    Die Karte vorne ist auf jeden Fall eine schöne Zugabe, bereits mehrmals habe ich damit die Wege der Figuren nachverfolgt.


    Und überhaupt haben die Beschreibungen mein Interesse für einen Trip nach St. Petersburg geweckt.


    Bisher gefällt es mir richtig gut, die Beschreibungen wirken atmosphärisch und dicht, gleichtzeitig hat mich das Geschehen eingenommen. Ich bin wirklich gespannt,wie sich die Dinge noch entwickeln.


    Und welche Rolle Grigori Orlow wohl noch einnehmen wird? Ihm traue ich ja auch nicht über den Weg.

    Die Zarin und der Philosoph - Martina Sahler


    Beschreibung:

    Die junge Katharina krönt sich nach einem Putsch selbst zur Zarin. Sie sieht sich als Nachfolgerin von Peter dem Großen und will Russland nach Westen öffnen. Doch die Welt hält den Atem an, kann man der Deutschen auf dem Zarenthron trauen? Preußens König Friedrich II. schickt einen Philosophen nach Petersburg, um die Pläne der neuen Herrscherin auszuspähen. Stephan Mervier ist beeindruckt von Katharina, von ihrer Klugheit, ihrem Charisma, aber Russlands Rückständigkeit und das Elend der Leibeigenen machen ihn wütend. Dabei wächst der Widerstand im Winterpalast längst heran. Eine enge Vertraute Katharinas kämpft auf Seiten der Unterdrückten. Stephan verliebt sich in die mutige Rebellin, die in großer Gefahr schwebt. Denn die Zarin fördert zwar Fortschritt, Bildung und die Wissenschaften, aber ihre Herrschaft ist absolut, und sie setzt ihre Macht mit äußerster Härte durch.


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    Dieser 2. Band der Saga um die Fotografin Mimi Reventlow knüpft nahtlos an dem ersten an und steht dem in nichts nach.


    Mimi hat sich in Laichingen niedergelassen, um ihren kranken Onkel Josef zu pflegen, dem es zunehmend schlechter geht. Wir begegnen wieder den Figuren aus dem 1. Teil. Freundschaften werden geschlossen, Pläne ausgeheckt und Macht ausgespielt. Egal, wie es kommt, Mimi lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Und wenn es darauf ankommt, so halten die Laichinger doch zusammen.


    Der Ort auf der schwäbischen Alb, dieser Teil spielt sich dort im Jahre 1911 ab, ist geprägt durch die Leinenweberei. Doch nicht jeder junge Mensch möchte nach dem Schulabschluss in die Fussstapfen des Vaters treten. Die Leinenweberei war zu damaligen Zeiten ein hartes Geschäft, die Weber wurden für einen Hungerlohn bis an die Grenzen strapaziert.

    Auch vor Laichingen machten die Umbrüche der Zeit keinen Halt.


    Obwohl einige Monate vergangen sind, seit ich den ersten Teil gelesen habe, war ich doch direkt auf Anhieb wieder im Geschehen und die vorangegangenen Ereignisse schlagartig präsent, so dass ich mir der Einstieg keine Schwierigkeiten bereitet hatte. Die Geschichte um Mimi und die der anderen Charaktere haben mich sofort wieder in den Bann gezogen, so dass mich dieser Teil gleichermassen fesseln konnte.

    Die lebhafte, bildreiche und eindringliche Sprache, die vielen offenen Optionen der Charaktere, machten diesen zweiten Teil richtig spannend und für mich zu einem ebensolchen Highlight wie bereits der Vorgänger.

    Die verschiedenen Schicksale haben mich derart beschäftigt, dass das Buch wie ein Film vor meinen Augen ablief. Selbst während der Lesepausen tummelten sich die Charaktere gefühlt um mich herum.

    Die Story um Mimi konnte mich durchgehend fesseln. Es bringt wirklich alles mit sich, was einen guten, mitreißenden Schmöker für mich ausmacht.

    Die Figuren sind authentisch dargestellt, nicht eine agierte stereotyp, auch das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

    Zudem ist dieser Band zum Ende hin geschlossener als der Vorgänger, womit ich mich dieses Mal gut arrangieren konnte.

    Im Anhang sind wiederum Fotos aus der damaligen Zeit abgedruckt, so dass man sich als LeserIn einen guten Überblick über Mimis Arbeit schaffen kann.

    Letztendlich hätte ich den Figuren noch ewig folgen mögen, das Buch war für mich wieder viel zu schnell vorbei und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

    Dafür gibt es von mir volle verdiente 10 Eulenpunkte.


    Ich habe mir mal ein älteres Buch vom SuB geschnappt:


    Gedenke mein - Inge Löhnig


    Beschreibung:

    Gina Angelucci, die Partnerin des Münchner Kommissars Dühnfort, arbeitet in der Abteilung für Cold Cases in München: Sie löst Mordfälle, die seit Jahren nicht geklärt werden konnten. Auf die Bitte einer Mutter nimmt sie die Ermittlungen zu einem tragischen Fall wieder auf. Vor zehn Jahren verschwand die kleine Marie. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Der Vater von Marie hat Selbstmord begangen. Hat er seiner Tochter etwas angetan? Gina ahnt, dass ihre Kollegen damals die falschen Fragen stellten. Warum sollte der Vater das Mädchen töten? Oder ist Marie noch am Leben? Gina folgt einer Spur, die zu unendlichem Leid führt …


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