Eigentlich würde ich denken und vor allen Dingen darauf hoffen, dass der heutige Nachtdienst besser wird als der gestrige. Allerdings haben wir heute Silvester, eine Nacht in der auf einer Handchirurgie gefühlt alles möglich ist. Vielleicht könnte man darauf hoffen, dass die Menschen vernünftiger werden, dass Aufklärungsvideos eine Wirkung erzielen. Andererseits wird hier schon seit gestern geböllert als würde es kein Morgen mehr geben.
Eine Kollegin meinte mal zu mir, mindestens ein Patient "schafft es", durch eine Explosionsverletzung ein Gliedmaß zu verlieren. In drei von zwei Jahren (ausgehend von den Patienten, die stationär bei uns waren) hatte sie recht: beides sehr junge Patienten, davon einer minderjährig.
Mir gefallen gewisse Feuerwerke auch, da gibt es ja auch schön anzusehende Raketen. Aber ich weiß auch, dass man nicht mal unbedingt selbst zünden muss, um unverhofft den Neujahrstag bei uns auf Station zu erleben.
Seit dem ich dort arbeite, ist mein Verhältnis zu Silvester nachhaltig verändert.
So starte ich heute mit einer winzigen Resthoffnung, dass mich keine komplette Katastrophe erwarten wird, und mit ganz viel Anspannung in den heutigen Dienst.