Beiträge von Debs

    Hallo imandra,


    ich freu mich sehr über deine Auswahl:


    1. Richard Dübell – Der Jahrhundertsturm
    2. Helen McDonald – H wie Habicht
    3. Carlos Ruiz Zafon – Im Schatten des Windes


    Da sie mir tatsächlich alle drei nix sagen, kann ich aus dem vollen Schöpfen. Ich werde mir die Bücher am Wochende in Ruhe anschauen und dann eine Entscheidung treffen. :-)


    Prombär, schade, dass dich "Farm der Tiere" nicht reizt. Dafür freut es mich, dass dies aber die anderen beiden Bücher zu tun scheinen. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Lesen. Ich hoffe, sie gefallen dir wenigstens halb so gut wie sie mir. :-)

    Gleiche vorneweg, der überwiegenden Begeisterung kann ich mich ebenfalls nicht anschließen. Stand jetzt, wird diese auf absehbare Zeit mein erstes und letztes Buch von dem Autor gewesen sein. Im ersten Abschnitt fand ich es noch okay, aber mittlerweile schlägt der Zeiger eher in den negativen Bereich aus.


    Der starker Alkohol- & Tabakskonsum fällt stark auf. Ich hab mir öfters gedacht, dass der Geschäftspartner des Ich-Erzählers wohl nicht der einzige mit einem Alkohol- bzw. Suchtproblem sei.
    Zur Thematik gesunde Lebensweise wurde kurz eingeworfen, dass Südkorea wohlmöglich weltweit den höchsten Alkoholverbrauch habe. Das würde mich nicht mal überraschen. Gerade mit Japan oder Südkorea assoziiere ich einen starken Leistungsdruck sowie ein hohes Arbeitspensum. Das gesellschaftliche Ansehen ist enorm wichtig. Nicht ohne Grund sind dort wohl auch die Selbstmordraten immens.


    Aber zurück zum Buch.


    Für mich bleiben die Figuren außerhalb meiner Reichweite, sie tangieren mich nicht bzw. kaum und dementsprechend interessiert mich auch nicht alles was sie tun. Häufig kann ich mich am nächsten Tag kaum wirklich erinnern, dass ich am Abend davor gelesen habe und das passiert mir sonst nicht.
    So hat es mich beispielsweise nicht interessiert, warum der Protagonist auf Rattes Wunsch die zwei Menschen besucht hat. Das hab ich dann einfach so hingenommen. Jetzt wo ich eure Beiträge gelesen habe, sehe ich schon ein paar Möglichkeiten wozu das gedient haben könnte: Darstellung der Figur (der Ich-Erzähler ist einer der auch seltsame Wünsche von Freunden erfüllt) oder es zeigt, das Herantasten des Autors. So betrachtet kann ich beidem zustimmen. Nur beim Lesen war es mir mehr oder minder egal, weil ich keinen Bezug zur Figur habe.


    Was ich am interessantes fand, wurde mit wenigen Worten abgehandelt. Ich fand es spannend, dass bei der Hintergrundstory zum kranken Chef auf die japanische Geschichte eingegangen bzw. diese wenigstens angedeutet wird. Die Kriegsverbrechen der Japaner in China, die folgenden Prozesse und Klüngeleien zwischen den Amerikanern und den Angeklagten. Kurz erwähnt wurde mit Chiang Kai-shek auch ein Aspekt der chinesischen Geschichte. Davon hätte ich gerne mehr gelesen.


    Interessant fand ich eigentlich auch die Überlegungen zur Namensgebung.


    Trotz meiner recht negativen Haltung, werde ich das Buch auch durchziehen. Schließlich hab ich die Hälfte schon durch. Und die Auflösung reizt mich doch auch.
    Was hat es konkret mit dem Schaf auf sich und vor allen Dingen: Was soll damit passieren, wenn es gefunden wird? Eine riesige Grillparty wird es wohl eher nicht geben.
    Spielt der in Tokyo lebende Gott noch eine Rolle? So seltsam wie die Geschichte ist, würde mich das nicht wundern?
    Und welche Rolle spielt die Freundin? Ich glaube nicht, dass sie einfach nur so ganz spontan Lust auf diese Reise hatte. Wenn ich eins bei Agatha Christa gelernt habe, dann: traue keiner Figur.

    Es freut mich riesig, das sich hier noch so viele zu Wort gemeldet haben. Habe schon gedachte, dass die Meisten mit dem Kopf schon im nächsten Buch stecken, sprich zu beschäftigt sind. :-)


    Okay, dann scheint sich das mit den Ohren wohl nicht zu klären. Dass diese als Wahrnehmungsfilter fungieren könnten, klingt auch einigermaßen schlüssig. Aber ich muss zugeben, darüber habe ich gar nicht mehr nachgedacht im zweiten Teil. Über diesen werde ich gleich mal versuchen, was zu schreiben.

    Als Bummelletzte habe ich auch endlich den ersten Abschnitt geschafft. Rechtzeitig angefangen habe ich, nur dann kamen die Feiertage, die Familie usw. usf.
    Dennoch möchte ich kurz etwas dazu schreiben:
    Für mich ist es das erste Buch des Autors und bislang finde ich es ganz okay. Gerade jetzt, wo die Schafe langsam zur Sprache kommen, steigert sich doch merklich die Spannung. Ich bin gespannt was es damit auf sich haben wird. Leider habe ich den ersten Abschnitt mit relativ großen Pausen zwischendurch gelesen, wodurch das ein oder andere Detail sicherlich in Vergessenheit geraten ist.
    Dass (bislang) keine Namen genannt werden, finde ich nicht problematisch, da ich die Unterscheidung zwischen den einzelnen Figuren deutlich genug finde.
    Dass unser Protagonist so auf die Ohren seiner neuen Freundin steht, finde ich zwar etwas skurril, aber ich kann das hinnehmen. Im Buch wurde als weiteres Beispiel für eine solche Auffälligkeit Farrah Fawcett genannt und ich muss sagen, dass ist wirklich eine prägnante Nase. Durch diesen Vergleich bekomme ich eine ungefähre Idee wie es wohl dem Protagonisten geht, aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich könnte es völlig nachvollziehen. Aber okay.
    Womit ich dagegen mehr Probleme hatte, war die ominöse Aussage dieser Frau, dass sie ihre Ohren abschalte, wenn sie diese beim Modeln zeigen würde. Zuerst dachte ich, dass sie sich für die Gespräche ihrer Umgebung taub stellt in diesem Momenten, aber das scheint sie wohl nicht zu meinen. Jetzt kam hier schon die Idee auf, dass ihre Ohren übersinnliche Fähigkeiten haben könnten. Das erscheint mir in dem Zusammenhang recht plausibel, oder ist sie vielleicht irgendwie anderweitig in die Geschichte verwickelt?
    Der seltsame Geschäftsmann macht auf mich den Eindruck als würde er zu einer Yakuza gehören.
    Ich bin gespannt wie es weiter geht.

    Holunderbeere : Oh ja, dass ist wirklich toll. :-]
    Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich "Momo" noch nie gelesen habe, aber ich bin recht optimistisch, dies irgendwann noch nachzuholen.


    Susannah : Letztes Jahr habe ich mir zum ersten Mal die Darts WM angeschaut und war überrascht, dass es mich doch so gefesselt hat. Davor konnte ich es nicht verstehen was daran spannend sein soll. Allerdings ist mir diese ausgelassene Stimmung in der Halle nach wie vor schleierhaft. Faszinierend wie die Zuschauer da abgehen und sich sogar kostümieren.


    @Zahnärzte: Da bin ich wohl die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Ich habe tatsächlich noch nie negative Erfahrungen gemacht, obwohl mir schon in recht jungen Jahren bleibende Zähne auf Grund eines zu kleinen Kiefers gezogen werden mussten. Leider musste meine Zahnärztin, die mich von klein auf behandelte, ihre Praxis krankheitsbedingt aufgeben. An die neue muss ich mich noch etwas gewöhnen, menschlich betrachtet. Beim ersten Termin hat sich in den paar Minuten, die ich drin war, so sehr gelobt, dass ich schon ganz irritiert war. :lache


    In ein paar Minuten kommt der Pizzabote, nebenbei werde ich Darts WM weiter schauen. Morgen werden endlich die restlichen Geschenke eingekauft.


    Ich wünsch euch allen ein angenehmes Wochenende. :-)

    Susannah : Unmöglich trifft es gut. Sowas hab ich noch nie erlebt. Hoffentlich bleibt das ein einmaliges Erlebnis. Darauf könnte ich nämlich gut verzichten.


    Holunderbeere : Mit deiner Empfehlung rennst du bei mir ja offene Türen ein. Wenn ich auswandern würde, dann nach Schweden. Wir waren dieses Jahr über Himmelfahrt zum Familientreffen dort und sind durch Dänemark gefahren. Das war auch eine sehr schöne Strecke.


    @Fitzek-Bücher: Ich sehe das ähnlich wie Jenks. Die Bücher die ich von ihm gelesen habe, waren recht gut. Sie waren spannend und mitreißend, aber nichts was großartig dauerhaft haften bleibt. Beim letzten Buch ("Abgeschnitten") empfand ich die ganze Action irgendwann auch als reichlich dick aufgetragen. Ich weiß nicht, ob und wann ich "Das Paket" gelesen hätte, aber die Entscheidung hätte ich gerne alleine getroffen.


    @Denis Scheck ist einer der bekanntesten Literaturkritiker in Deutschland. Einmal in Monat kann man ihn in der Sendung "Druckfrisch" dabei zu sehen wie er Bücher empfiehlt, Interviews führt und die Bestseller auseinander nimmt. Seine Verrisse finde ich immer recht amüsant. Ausgenommen von seinen Ausführungen zu "Das Paket".
    Mir ist er noch im Zusammenhang mit der Debatte um die "richtige Sprache" in alten Kinderbüchern im Gedächtnis verhaftet. Hier hatte er in der Diskussion seine Haltung dadurch unterstrichen, indem er sein Gesicht mit Schuhcreme angemalt hatte, was wiederum sehr kontrovers diskutiert wurde.

    bienchen : Gute Besserung auch von meiner Seite. Ich hoffe, es geht dir morgen wieder besser.


    Holunderbeere : Herzlich Willkommen auch von meiner Seite. :wave
    Island nächstes Jahr, dieses Jahr Schweden. Ich bin schwer neidisch. Das klingt fantastisch.
    Zu den Bild von Psychiatrien, was vermittelt wird: sicherlich ist es nur eine Geschichte, dennoch finde ich sowas auch schwierig, da so Klischees erhalten bleiben, die letztendlich niemanden helfen - im Gegenteil.


    Was "Das Paket" von Fitzek insgesamt anbelangt, so kann ich mir das Buch sparen. Herr Scheck hat mit seinem Jahresabschlussbericht hinreichend genug gespoilert, dass eigentlich alles schon verraten sein dürfte.


    Nach einem langem Tag in Berlin, werde ich es mir jetzt mit TWD gemütlich machen.

    Martin Suter: Business Class. Geschichten aus der Welt des Managements


    „›Business Class‹ spielt auf dem glatten Parkett der Chefetagen, im Dschungel des mittleren Managements, in der Welt der ausgebrannten niederen Chargen, beschreibt Riten und Eitelkeiten, Intrigen und Ängste einer streßgeplagten Zunft.“


    Die zu erwartende Beförderung muss entsprechend vorbereitet sein, also werden knapp 50 Überstunden in die Auswahl des richtigen Mobiliars investiert. Schließlich repräsentiert man künftig etwas. Im Gespräch mit einem Angestellten liegt das Augenmerk darauf, von diesem als kompetent und zugänglich wahrgenommen zu werden. Aber worum ging es gleich noch mal?
    In Vorbereitung auf ein wichtiges Geschäftsgespräch muss jedes Haar sitzen. In welchem Bahnhof hält der Zug gerade? Egal, es wird schon die vorletzte Station sein. Über den Firmenchef ranken sich verschiedene Gerüchte, kaum einer der Angestellten kennt ihn noch persönlich, allein sein Bild motiviert. Aber was geht da eigentlich in seinem stets hell erleuchteten Büro so vor sich? Während einer Veranstaltung möchte man sich auch mit anderen Menschen unterhalten, aber bitte nur mit den richtigen und das sind die, die einen weiter bringen. Und so werden Kontakte über deren Beziehung zum Machtzentrum bewertet.


    Ich könnte diese Aufzählung noch weiter ausführen, setze hier aber einen Punkt. Suter beschreibt auf satirische Weise kurze Episoden, wie sie in den höheren Etagen verschiedenster Firmen zu finden sein könnten. Wobei man auch sagen könnte, dass sie ein recht pessimistisches Menschenbild transportieren. Wiegt der Schein doch stets mehr. Jeder ist auf seinen eigenen Vorteil bedacht und legt besonderen Wert darauf wie er bei seinen Mitmenschen wahrgenommen werden könnte.


    Die Geschichten sind alle gleichermaßen lang bzw. kurz, sie umfassen gerade mal 2 ¼ Seiten. Sie enden in einer Pointe, die einen plot twist bewirken sollen. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut. Einige Mal musste ich laut auflachen, bei anderen Geschichten konnte man ahnen, wo der Hase lang laufen wird, wiederum andere haben mich nicht berührt.
    Aber so ist das vielleicht bei einer Kurzgeschichtensammlung. Die eine Geschichte sagt einem mehr zu, die andere weniger.
    Insgesamt empfand ich das Buch als eine kurzweilige Unterhaltung. Großartig vom Hocker gerissen hat es mich allerdings nicht.

    Unter dem Hakenkreuz: 1. Der letzte Frühling



    "Deutschland 1932. Martin Mahner steht vor dem Abitur, und im Land stehen die Dinge nicht zum Besten. Viele - wie Martins Vater - sehen in Hitler den einzigen Retter aus der Misere, doch Martin interessiert sich eher für Literatur und Theater.Oder aber für Katharina, Tochter der gerade eingezogenen jüdischen Nachbarsfamilie. Während die jungen Leute im Café über Marlene Dietrich diskutieren, wird Adolf Hitler Reichskanzler. Plötzlich weht in der beschaulichen rheinischen Kleinstadt ein anderer Wind."

    Genau, Fachschaft, Asta, Senat oder dergleichen. Ich weiß nicht nicht recht, wie das bei euch strukturiert ist, aber ganz so macht- und hilflos sind diese studentischen/universitären Gremien ja auch nicht. Zumal diese ordentlich Aufmerksamkeit generieren können, wodurch wiederum Handlungsdruck entsteht.
    Aber die Sache mit den Krankheitstagen scheint ja nicht das einzige zu sein, was im Argen liegt. :wow


    Ich wünsch euch allen einen guten Start in die neue Woche. :-)

    Nightflower : Danke für die Erklärung. Das ist eine bodenlose Frechheit. Gibt es da kein studentisches/universitäres Gremium bei euch, dass dem Landesprüfungsamt diesbezüglich mal ordentlich auf die Finger klopfen könnte?


    Eliza : Glückwunsch zur Scheinfreiheit. :-) Kennst du schon das Thema deiner BA-Arbeit?


    Nach dem ich den ganzen gestrigen Tag unterwegs war, wird der heutige Tag sehr ruhig bleiben. Lesen, couching, fernsehen usw usf. :grin


    Ich wünsch euch auch allen einen schönen 3. Advent. :-)

    Pieter Webeling: "Das Lachen und der Tod"
    Als ich in der Stadtbibliothek vor dem Ausleihtresen stand, fiel mein Blick auf die Auslage mit den Neuanschaffungen und dabei fiel mir sofort das Cover dieses Buches auf. Ein Mann, von dem man nur den Rücken sieht, mit einer Melone, einem Jackett und schwarzen Schuhen auf einem weißen Hintergrund. Die Anspielung auf Charlie Chaplin ist unverkennbar. Aber statt eines Spazierstockes hält er einen Ast und statt einer Anzugshose trägt der Mann eine gestreifte „Pyjamahose“. Selten hat mich ein Cover so sehr beeindruckt wie dieses. Eigentlich ist es recht schlicht und gleichzeitig ist es doch so gehaltvoll.
    Ernst Hoffmann ist ein erfolgreicher niederländischer Komiker, der nicht nur in Amsterdam vor vollem Haus auftritt. Unglücklicherweise fällt er in die Kategorie der sogenannten „Halbjuden“, was dazu führt, dass er im Februar 1944 nach Auschwitz deportiert wird. Auf der Fahrt dorthin in einem Viehwagon lernt er Helena Weiss kennen und verliebt sich in diese. Nach der Ankunft im Konzentrationslager werden sie im Zuge einer ersten Selektion getrennt. Der Gedanke an sie schafft es aber, dass Ernst einen letzten Rest von Mut und Durchhaltewillen behält. Schließlich gelingt es ihm sogar, mit Hilfe des Blockältesten Schlomo Kontakt mit Helena aufzunehmen. Dieser kümmert sich ein wenig um Ernst und überredet ihn dazu, jeden Abend in der Baracke eine kleine Veranstaltung zu organisieren, damit die anderen Häftlinge nicht komplett die Hoffnung verlieren. Trotz der Strapazen, die er durchlebt, versucht Ernst dies zu realisieren. „Jeden Tag ein Lacher“, dass ist das Motto. Dabei begreift er es aber nicht als reine Selbstdarstellung, sondern bezieht seine Mithäftlinge ein, die er anregt ebenfalls Witze oder andere Anekdoten zu erzählen. Die Abende sind ein solcher Erfolg, dass diese weit über die Baracke hinaus bekannt werden und schließlich auch dem Lagerkommandanten zu Ohren kommen, der Ernst dazu bringen möchte, zur Unterhaltung der SS-Mannschaften aufzutreten.
    Pieter Webeling beschreibt in einer brutal schonungslosen Offenheit „das Leben“ in Auschwitz. Um eine möglichst authentische Geschichte zu schreiben, hat er sich mit Zeitzeugen unterhalten und entsprechende Biografien gelesen. Dass sich der Autor intensiv mit der Thematik beschäftigt hat, ist dem Buch anzumerken.
    Mich hat das Buch sehr betroffen gemacht und ich muss zugeben, dass es mir manchmal ob der unvorstellbaren Grausamkeit schwer fiel, es in die Hand zu nehmen. Dabei besteht der Schrecken auf zwei Ebenen: zum einen die vielen Details aus dem Lageralltag, die in dem Buch beschrieben werden. Zum anderen die Gewissheit, dass es keine Fiktion ist.
    Schaut man sich Bewertungen bei Amazon an, so fällt diese ausnahmslos positiv aus. Es wurde dort bislang nur die volle Sternenzahl vergeben. Dem würde ich mich so nicht anschließen.
    Ich empfinde das Buch irgendwie etwas überfrachtet. Webeling scheint auf knapp 300 Seiten ein zu komplexes Bild von Auschwitz vermitteln zu wollen: die Baracken, die Arbeitskommandos, die Krankenbaracke, der Unterschied zwischen den „normalen“ Häftlingen und den Herausgehobenen, also den Kapos und Blockältesten. Er lässt sich über die Sonderkommandos, die Krematorien und den Verbrennungsgraben aus, das Lagerorchester, das Effektenlager und die Villa des Lagerkommandanten.
    Zum anderen kann ich ein paar Details manchmal nicht recht nachvollziehen, was besonders den Lagerkommandanten betrifft, dessen abschließende Charakterisierung ich auch wenig überzeugend finde.
    Das Grundthema, wie man an einen der schwärzesten Orte mit Humor verbinden könne, hat der Autor solide umsetzen können. Wobei er thematisch kein Neuland betritt. Mit am bekanntesten hierzu dürfte der Film „Das Leben ist schön“ von Roberto Benigni sein.
    Ich möchte die Rezension mit einem Witz aus dem Buch beschließen, welchen ich frei wiedergebe. Dies erscheint mir recht passend, denn "Humor ist nichts weiter als die strikte Weigerung, der Tragödie das letzte Wort zu überlassen." (S. 105):
    Um Kontakt mit der gemeinen deutschen Bevölkerung aufzunehmen, fährt Hitler mit seinem Chauffeur übers Land. Damit er nicht erkannt wird, rasiert er sich das Bärtchen ab und setzt eine Perücke auf. In einem Dorf rennt ein Hahn vor das Auto und der Chauffeur schafft es nicht mehr, diesem auszuweichen. Hitler hebt das tote Tier auf und geht damit zum Bauern, um diesen über den Unfall zu informieren. Kurz darauf kehrt er mit einer blutigen Nase zurück. Der Chauffeur fragt ganz entsetzt, was denn passiert sei. Woraufhin Hitler erwidert, der Bauer sei nicht begeistert, denn es wäre sein einziger Hahn gewesen.
    Im nächsten Dorf passiert das nächste Unglück. Ein Schwein rennt vor das Auto. Der Chauffeur erklärt sich bereit, dieses Mal selbst dem Bauern die Nachricht zu überbringen. Nach etwa einer halben Stunde kehrt dieser zum Auto zurück, überhäuft mit Blumen und sichtlich angetrunken. Hitler fragt ihn, was er denn den Leuten erzählt habe. Darauf antwortet der Chauffeur: „Heil Hitler, dass Schwein ist tot.“

    Vielen Dank Miss Moneypenny, dass werde ich mir gleich notieren. :-)


    Und wo ich schon dabei bin, möchte ich ganz starkes Interesse für die Agatha-Christie-Leserunde anmelden. Es gibt tatsächlich noch das ein oder andere Buch, dass ich nicht von ihr gelesen habe. Hier könnte ich mir aber auch ein reread vorstellen. Das würde dann aber auf das jeweilige Buch ankommen, oder besser gesagt auf mein Erinnerungsvermögen. :-)

    Hallo an alle, :wave


    an einer Edgar-Wallace-Leserunde würde ich mich ebenfalls gerne beteiligen.
    Ein paar seiner Bücher habe ich schon gelesen ("Ein gerissener Kerl" / "Der grüne Bogenschütze" / "Der Pfeifer" / "Der Frosch mit der der Maske" / "Der Joker"), aber unter Umständen könnte ich mir auch ein reread vorstellen.


    LG Debs

    Vielen Dank an alle für die lieben Genesungswünsche. :knuddel1
    Wärmflasche und Wärmepflaster haben schon gut geholfen. Zwicken tut es zwar immer noch, aber es ist schon deutlich besser geworden.
    Da ich heute auch nirgends hin muss, kann ich mich ganz auf den weiteren Genesungsprozess konzentrieren,


    Nightflower : Das klingt nicht nur völlig bescheuert, sondern auch total gesetzeswidrig. Wo gibts denn sowas? :wow


    Ich werde den heutigen Tag ganz ruhig angehen. Ganz viel Wärme, ein wenig Haushalt und dazwischen gibts dann Martin Suter. Da es ja Kurzgeschichten sind, eignet sich das hervorragend.
    Dafür ist der ganze morgige Tag schon ausgebucht: Tagsüber gehts nach Buchenwald und abends mit ein paar Freunden und Bekannten zu einer Aktion in ein Bar.


    Ich wünsch euch allen jedenfalls schon mal einen guten Start ins Wochenende. :-)

    Guten Morgen allerseits. :-)


    Solche selbstgemachten Schoko-Crossis sind echt was feines. Man braucht nur wenige Zutaten und es lässt sich super schnell umsetzen. Ich hab schon überlegt, die dieses Jahr wieder mal anstatt von gekauften Süßkram zu verschenken.


    Nikolaus ist mittlerweile auch schon wieder Geschichte, die erste Weihnachtsfete wurde gefeiert, 2 von drei Glühweinstände sind absolviert und ich schlag mich seit gestern mit einem eingeklemmten Nerv oder etwas ähnlich Unerfreulichem rum. Na ja, wenigstens hab ich heute zwei Kalendertürchen zu öffnen. :keks

    Martin Suter: " Business Class. Geschichten aus der Welt des Managements"


    "›Business Class‹ spielt auf dem glatten Parkett der Chefetagen, im Dschungel des mittleren Managements, in der Welt der ausgebrannten niederen Chargen, beschreibt Riten und Eitelkeiten, Intrigen und Ängste einer streßgeplagten Zunft."