Beiträge von little sparrow

    Die Münsterland-Detektive - Band 2

    Die verflixte Wiese

    Autor: Anja Stroot

    Verlag: Books on Demand

    ISBN 978-3-741239472

    72 Seiten

    erschienen am 25. August 2016



    M%25C3%25BCnsterland%2BDetektive%2B2%2B-%2BDie%2Bverflixte%2BWiese.jpg




    Bei Die Münsterland-Detektive - Die verflixte Wiese handelt es sich um den zweiten Band einer mehrteiligen Reihe. Die Geschichten sind für Kinder ab 8 Jahren ausgelegt.





    Personen und Inhalt



    Dieser zweite Teil spielt in den Herbstferien. Die Kinder treffen auf einem Reiterhof zusammen und kennen sich bereits. Vier dieser Kinder haben sich zu den sogenannten Münsterland-Detektiven zusammengeschlossen. Das sind die zwölfjährige Leona, der ebenfalls zwölfjährige Felix, die zehnjährige Jacky und der dreizehnjährige Ben. Diese buntgemischte und bereits eingeschworene Gruppe macht sich auf, um in der Eisdiele im Ort ein Eis essen zu gehen. Auf dem Weg dorthin fahren sie bei einer Freundin vorbei - Gundula. Während die fünf Kinder ihr Eis essen, werden sie Zeuge eines Gesprächs am Nachbartisch. Die dort gewechselten Worte wecken den Ermittlerinstinkt der Kinder und sie fragen sich, ob es hier nicht etwa um Leben und Tod geht. Ehrensache, dass sie Gundula kurzerhand mit aufnehmen und sie nun auch zu den Münsterland-Detektiven gehört.




    Meine Meinung



    Das Buch ist in einem Softcover gebunden und die Seiten sind angenehm glatt. Die Schriftgröße ist einfach zu lesen und auf den 72 Seiten sind immer wieder tolle Zeichnungen integriert. Die Bilder in dem Buch sind schwarz-weiß, während das Cover wundervoll farbig gestaltet ist.


    In der Geschichte finden wir Kinder, die gern gemeinsam etwas unternehmen, in der Natur unterwegs sind. Ganz ohne Handy und Computer sondern mit der Familie, Freunden und Tieren. Sie haben eine natürliche Neugier und damit den nötigen Ermittlerinstinkt um kuriosen Begebenheiten nachzugehen.


    Die Geschichte ist in einem lockeren Erzählstil gehalten. Die Sätze sind kurz und verständlich, ebenso die Kapitel. So kann man zwischendurch auch mal eine Pause machen. Allerdings kommen jede Menge Personen in dem Buch vor. Vielleicht beginnt man der Einfachheit halber mit dem ersten Band, um auch alle von Anfang an kennenzulernen. Aber, wer weiß, vielleicht werden Kinder sehr viel schneller mit den Charakteren warm. Ein Einstieg - auch mit Band 2 - ist auf jeden Fall möglich.


    Ganz toll finde ich im Anschluss an die Geschichte auch die Aktionsseiten. Dort werden Fragen zur Geschichte gestellt - die sogenannte Detektivprüfung, eine Geheimschrift vorgestellt und es gibt Vorlagen zum Basteln von Lesezeichen und einem eigenen Detektivausweis.




    Fazit



    Die Geschichte in dem Buch ist genauso geschrieben, dass es Kindern - wie auch Erwachsenen - Freude bereitet sie zu lesen. Die Sätze sind einfach gehalten, die Geschichte ist nachvollziehbar und hat einen sozialen Charakter. Für Kinder ab 8 Jahren ist die Geschichte durchaus geeignet.

    Der Platz an der Sonne

    Autor: Christian Torkler

    Verlag: Klett-Cotta

    ISBN 978-3-608-96290-1

    592 Seiten

    erschienen am 2. September 2018

    2. Auflage



    Christian Torkler - Der Platz an der Sonne







    Personen und Inhalt



    In Der Platz an der Sonne berichtet uns Josua Brenner von seinem Leben. Josua Brenner hat sein Schicksal, sein Leben immer gern selbst in die Hand genommen. In dem Moment, in dem er uns seine Geschichte erzählt, erscheint er niedergeschlagen und doch vertraut er auf sein Glück, dass sich letztlich alles zum Guten wenden wird. In der Zwischenzeit, um die Dauer seines Aufenthaltes nicht einfach zu vertrödeln, erzählt er, wie es ihm bisher ergangen ist. Von seiner Geburt an.




    Geboren ist Josua Brenner in der Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik - in Berlin. Die Stadt ist zerstört, die Menschen, die das Sagen haben, sind korrupt und dennoch versucht Josua Brenner sich eine Zukunft aufzubauen. Er arbeitet viel, doch als auch das keine Früchte mehr trägt und ihm schlicht keine Zukunft in der Heimat erstrebenswert erscheint, bricht er auf. Sein Ziel ist Afrika. Dort soll es geordnete Lebensverhältnisse geben, Arbeit, Geld und eine wohnliche Bleibe. Doch einfach in einen Bus, in einen Zug, in ein Flugzeug steigen kann er nicht. Josua Brenner ist auf der Flucht.




    Meine Meinung



    Der Autor stellt ganz klar in dieser Dystopie darauf ab, dass eine Flucht - sei sie wirtschaftlicher oder politischer Natur - immense Probleme in sich birgt. Sei sie nun menschlicher oder finanzieller Art.


    Das Buch stellt ganz klar heraus, dass ein logisch denkender Mensch zunächst bemüht ist, in seiner Heimat Fuß zu fassen, eine lohnenswerte Arbeit abzuliefern und damit entsprechend Früchte zu tragen. Kann man auf lange Sicht sich und seinem Land nicht dienen, muss ein Ausweg gefunden werden. Auch wenn sich dieser als teuer und beinahe aussichtslos erweist.


    So schickt der Autor unseren Protagonisten Brenner auf eine Reise. Es ist die Flucht in ein süßes Leben. In ein Leben, in dem das Arbeiten Früchte trägt. Ein Leben, in dem man ein Auskommen mit dem Einkommen hat. Ein Leben, das würdevoll ist. Ein Leben, das Angst von außen entbehrt. Ein Leben in sozialer und finanzieller Sicherheit.


    Wer würde sich das nicht wünschen?


    Der Autor Christian Torkler stellt hier ganz klar heraus, dass auch wir, keiner Minderheit angehörig, keinem Krieg ausgesetzt, so einer Situation ausgeliefert sein könnten. Einer Situation, die Hilfe von außen bedarf. Einer Situation, der man nicht selbst durch eigene Leistung entfliehen kann.


    Diese Ausweg- und Aussichtslosigkeit, die sich einstellt, während man selbst versucht Fuß zu fassen und sich und seinen Liebsten eine Zukunft aufzubauen. Eine Zukunft, die man selbst weitestgehend beeinflussen kann. Sei es durch eigene Arbeit, Eigenleistung, Nachbarschaftshilfe, Versicherungen, staatliche Zuwendungen. Doch all dies ist dem Protagonisten hier verwehrt.


    Wir müssen aufpassen, dass uns das nicht wieder passiert. Das uns das nicht auch passiert.

    Momentan sind wir sozusagen gesegnet und leben im gesegneten Land. Doch, wenn wir immer mehr Rückschritte in Kauf nehmen, wird uns das nicht lange bleiben. Das heißt nicht, dass wir andere nicht unterstützen sollten, sondern eher, dass wir von anderen lernen und mit ihnen gemeinsam die Zukunft gestalten.


    Wer, wenn nicht wir, sollten es in der Hand haben, die Zukunft zu gestalten?


    Der Schreibstil von Christian Torkler macht - trotz der ernsten Thematik - Lust und Freude darauf, mehr zu erfahren. Ich mag diese Schnoddrigkeit, die lockere Ausdrucksweise von Brenner - wie Josua Brenner von seinen Freunden genannt wird. Und damit steht und fällt dieser Roman: Es ist, als würde ein Bekannter seine Situation schildern, mir aus seinem Leben erzählen. Gerade so, wie ihm sein Schnabel gewachsen ist.

    Das lässt trotz der ernsten Thematik auch den einen oder anderen Lacher zu.

    Im Ernst: So oft habe ich selten während einer so ernsthaft erzählten Geschichte gelacht.


    "In unserem schönen Land braucht man für so ziemlich alles eine Genehmigung. Iwan hat mal gesagt, es ist ein Wunder, dass man keine Genehmigung zum Scheißen braucht, eine Scheißgenehmigung." - Seite 165


    Die Bürokratie wird in diesem Buch groß geschrieben. Das ist eines der herrlichen Besonderheiten. Auch hier kann ich dieses wundervolle Zitat nicht unerwähnt lassen:


    "Denkmalschutz! Haben sich diese internationalen Herrschaften unsere schöne Stadt jemals angeguckt? Berlin ist ein Trümmerhaufen! Ein verschimmeltes Brot legt man auch nicht zur Seite, um es zu schützen. Das schmeißt man einfach weg." - Seite 169


    Vielerorts höre ich von einigen, wenigen Menschen, dass die Wirtschaftsflüchtlinge doch bitte zu Hause bleiben mögen. Doch, was für eine Zukunft haben sie dort? Zu Hause?


    "Ich meine, warum hat sich denn der olle Mose auf die Socken gemacht und das ganze Volk Gottes mit ihm? Weil sie aus der Scheiße rauswollten, deshalb! Weil sie was Besseres wollten als das, was ihnen zugeteilt war. Und weil in Ägypten da nichts zu machen war." - Seite 475


    Was ich auch bemerkenswert finde, ist, dass Christian Torkler bemüht ist, viele Städte Deutschlands einzubinden. So findet auch meine Heimatstadt einen Platz in seinem Buch.


    "- Übrigens, sagt der eine, ich bin Max, aus Hannover. Und das ist Eugen, aus Mannheim." - Seite 484


    Bemerkenswert ist auch Torklers Stil der Herausstellung der wörtlichen Rede. Sobald die Charaktere zu Wort kommen, befindet sich am Zeilenanfang ein Geviertstrich. Dieser weist auf die wörtliche Rede hin. Anfangs war es für mich gewöhnungsbedürftig, doch während des Lesens erwies es sich als sehr gewandt.


    Kurz vor dem Ende des Romans entlässt mich der Autor mit einem sehr weisen Sprichwort, das ich Euch keinesfalls vorenthalten möchte:


    "Es lautet: Nur der Narr tut, was er nicht lassen kann, ein weiser Mann hingegen lässt, was er nicht tun kann." - Seite 555


    Für mich stellt sich hier allerdings die Frage: "Woher soll ich denn vorher beurteilen können, was ich nicht tun kann, wenn ich es nicht zuvor ausprobiert habe? Wo bleibt mein Pioniergeist? Was kann ich erreichen, wenn ich mich davon nicht ausbremsen lasse? Wieviel Schaden bleibt meiner Seele erspart, wenn ich das vorher einschätzen könnte?"


    Fragen über Fragen.


    Dieses Buch regt mich wiederholt dazu an, mir Fragen zu stellen. Tue ich genug? Genug für meine Überzeugungen? Genug für andere? Wie sieht es auf der Welt tatsächlich aus? In den Krisengebieten? In Ländern, in denen es erstrebenswert erscheint zu leben?




    Fazit



    Sicherlich könnte ich noch weiter fachsimpeln über das Buch, über die Geschichte, über die Menschen, über verschiedene Kulturen.

    Den Ausflug in ein Land, aus dem man selbst schnellstmöglich unter den schlimmsten Bedingungen auswandern möchte, habe ich genossen. Weil dieser Blickwinkel mich erdet. Weil mir dieser Blickwinkel zeigt, dass meine Denkweise nicht falsch ist, auch wenn die Politik es mich Glauben machen möchte. Weil die humanitären Fragen die fundamentalsten sein sollten.

    Dieses Buch ist für alle Freunde der Menschheit.


    Ich habe die Lektüre dieses Buches sehr genossen. Die Geschichte ist unkompliziert erzählt und Brenner ist mir ans Herz gewachsen. Wen würde ich retten wollen, wenn nicht ihn?




    Zusatzinfo



    Vor einigen Monaten habe ich Ai Weiwei kennengelernt. Ai Weiwei begleitete verschiedene Flüchtlinge auf ihrer Reise und dokumentierte die Schwierigkeiten und die Beweggründe in seinem Film Human Flow. Ich kann jedem den Film ans Herz legen, der reale Hintergrundinformationen und vor allem Bilder haben möchte. Im Link findet ihr meinen Bericht dazu.


    Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten.

    Das Hörbuch macht richtig Spaß!

    - Bin gerade bei ungefähr der Hälfte angelangt.

    Ich mag auch die Stimme von Didi Hallervorden - auch wenn er sie etwas sehr speziell für Allan verändert ;)

    Gelesen im November:

    Buch: Franz Hafermeyer - Das Extrawurscht Manöver


    Gehört im November:

    Hörbuch: Frank Schätzing - Die Tyrannei des Schmetterlings



    aktuell:

    Buch: Christian Torkler - Der Platz an der Sonne

    Buch: Lorenz Stassen - Blutacker

    Buch: Claudia Winter - Die Wolkenfischerin

    Buch: Melanie Raabe - Der Schatten

    Hörbuch: Christine Mangan - Nacht über Tanger

    Hörbuch: Der Hundertjährige



    Die nächsten in loser Reihenfolge:

    Tania Schlie - Der Duft von Rosmarin und Schokolade

    Annie Darling - Der kleine Laden der einsamen Herzen

    Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

    Maja Lunde - Die Geschichte des Wassers

    Cilla und Rolf Börjlind - Schlaflied

    Das Extrawurscht-Manöver

    Autor: Franz Hafermeyer

    Augsburg Krimi (Schwabenkrimi)

    365 Seiten

    Taschenbuch

    Bastei Lübbe Verlag

    Ersterscheinungstag: 26. Oktober 2018

    ISBN 978-3-404-17789-9




    Extrawurscht-Man%25C3%25B6ver.jpg



    Bei dem Buch Das Extrawurscht-Manöver handelt es sich um einen Schwabenkrimi, dem man erst so nach und nach auf die Schliche kommt. Gaukelt er einem mit seinem Cover noch vor, dass es sich um einen leichten, witzigen Kriminalroman handelt, so hat er es doch faustdick hinter den Ohren - wie es der Mops dann eigentlich doch schon vermuten lässt.




    Personen und Inhalt



    Sven Schäfer ist bei der Polizei erstmal raus und hält sich als Detektiv mit Privatermittlungen über Wasser. Das ist zwar nicht gerade das, was er tun möchte, doch lässt sich davon die Miete zahlen.

    Er hat eine 17jährige Tochter namens Hannah, die ab und an bei ihm ist. Claudia, seine Ex-Frau, befindet sich bereits in einer neuen Beziehung mit dem jungen Staatsanwalt Carsten. Auf die Gesellschaft von Claudia und Carsten kann Sven jedoch sehr gut verzichten.


    Elsa Dorn ist im Polizeidienst bei der Sitte tätig. - Das hat sie ihrem Vorgesetzten dem Kriminaldirektor Jansenbrink zu verdanken. Elsa wäre tatsächlich lieber bei der Mordkommission. Dass es Elsa daher bei Ermittlungen immer wieder zur Mordkommission zieht, ist daher nicht verwunderlich.


    Als Sven Schäfer von Rebecca Tronthoff, einer Geschäftsfrau aus Südafrika, beauftragt wird, nach deren Freundin und Mitarbeiterin Iris Gulden zu suchen, ist Sven mit gemischten Gefühlen dabei. Da er bei den Ermittlungen nicht weiter kommt und auch Elsa Dorn ihm nicht weiterhelfen kann, zieht er einen Informanten hinzu. Sven Schäfer kann - entgegen seiner Annahme - Iris Gulden nur noch tot vorfinden. Ein vermeintlicher Täter flieht, ein vermutlicher Zeuge bleibt: Alf. Doch Alf kann keine Informationen weitergeben. Alf ist ein Mops.




    Meine Meinung



    Der Krimi beginnt amüsant und lullt mich mit seiner Erzählstruktur und seiner Leichtigkeit zunächst ein. Doch dann ist von einem Mord die Rede. Einem Mord, bei dem man von Absicht und Grausamkeit ausgehen muss. Und damit ist der Regionalkrimi nicht mehr "leichte Kost" sondern berichtet mit einer gewissen Brutalität von sehr ernsten Themen.

    Ich, als Cover-Käufer, der sich dachte: ja! mal einen etwas leichteren Krimi mit viel Witz! wurde hier eines besseren belehrt. Mit Das Extrawurscht-Manöver bekam ich einen rasanten Schwabenkrimi der den Spannungsbogen perfekt mit einer Prise Humor austariert.


    Die Geschichte liest sich flüssig und wartet immer wieder mit Überraschungen auf. Diese sind allesamt in sich schlüssig und doch schafft es der Autor den Leser im Ungewissen zu lassen. Die Protagonisten sowie die übrigen Charaktere sind sehr bildhaft skizziert, um nicht zu sagen: ich kann nicht nur sehen, dass er atmet, ich kann seinen Atem spüren. Das macht die Geschichte lebendig und greifbar.




    Fazit



    Wer Ausschau hält nach einem spannenden Krimi, der mit leichtem Humor und ernsthaften Themen aufwarten kann, ist mit dem Extrawurscht-Manöver sehr gut beraten.

    Der Krimi hat eine Leseempfehlung ab 16 Jahren, die ich nur unterstreichen kann.

    Gelesen im November:

    Buch: Franz Hafermeyer - Das Extrawurscht Manöver


    Gehört im November:

    Hörbuch: Frank Schätzing - Die Tyrannei des Schmetterlings



    aktuell:

    Buch: Christian Torkler - Der Platz an der Sonne

    Buch: Claudia Winter - Die Wolkenfischerin

    Buch: Melanie Raabe - Der Schatten

    Hörbuch: Christine Mangan - Nacht über Tanger



    Die nächsten in loser Reihenfolge:

    Tania Schlie - Der Duft von Rosmarin und Schokolade

    Annie Darling - Der kleine Laden der einsamen Herzen

    Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

    Maja Lunde - Die Geschichte des Wassers

    Cilla und Rolf Börjlind - Schlaflied

    Gelesen im Oktober:

    Buch: Franz Hafermeyer - Das Extrawurscht Manöver


    Gehört im Oktober: Hörbuch: Frank Schätzing - Die Tyrannei des Schmetterlings



    aktuell:

    Buch: Christian Torkler - Der Platz an der Sonne

    Buch: Claudia Winter - Die Wolkenfischerin

    Buch: Melanie Raabe - Der Schatten

    Hörbuch: Christine Mangan - Nacht über Tanger



    Die nächsten in loser Reihenfolge:

    Tania Schlie - Der Duft von Rosmarin und Schokolade

    Annie Darling - Der kleine Laden der einsamen Herzen

    Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

    Maja Lunde - Die Geschichte des Wassers

    Cilla und Rolf Börjlind - Schlaflied





    :roeslein

    Danke :) Es war eine wunderschöne Lesung - und die Buchhandlung war wunderschön. Ich hab natürlich gleich mal da bestellen müssen. Meine geliebte Stammbuchhandlung für Bestellbücher macht im Januar zu ;(

    Dann ist es ja gut, dass du durch die Lesung eine neue wunderschöne Buchhandlung gefunden hast.

    Ich bin auch sehr glücklich, dass ich so eine tolle Buchhandlung habe, in der ich mich wohl fühle, mich über Literatur austauschen kann und ständig neue Buchschätze entdecken kann. <3

    Die Liebesbriefe von Montmartre

    Roman

    Thiele Verlag

    erschienen am 4. September 2018

    Autor: Nicolas Barreau

    ISBN 978-3-85179-410-6

    325 Seiten



    Die%2BLiebesbriefe%2Bvon%2BMontmartre.jpg


    Inhalt und Personen


    In diesem Buch lernen wir den Schriftsteller Julien kennen. Julien Azoulay ist Autor romantischer Komödien, Vater von dem vierjährigen Arthur und hinterbliebener Ehemann der kürzlich verstorbenen Hélène. Obwohl Julien seine Frau bis zu ihrem Tod begleitet, vermag er nicht, sie auch gehen zu lassen. Die unfreiwillige Trennung von seiner Frau setzt Julien sehr zu. Er funktioniert eigentlich nur noch. Kümmert sich gerade mal um Arthur und geht oft zum Friedhof. Zu dem Friedhof am Montmartre, auf dem seine Hélène nun begraben liegt. Zu dem Friedhof, auf dem er sie seinerzeit kennengelernt hat.

    Hélène nimmt Julien vor ihrem Tod jedoch noch ein Versprechen ab: Schreib mir!




    "Ich möchte, dass du mir nach meinem Tod dreiunddreißig Briefe schreibst", hatte sie gesagt und mich eindringlich angesehen. "Für jedes Jahr, das ich gelebt habe, einen Brief, versprich mir das, Julien." - Seite 13


    Julien gab Héléne das Versprechen, auch wenn er es für unsinnig betrachtete. Es dauerte geraume Zeit, doch schließlich kam der erste Brief zustande und ihm folgten weitere. Briefe, in denen er Hélène erzählte, dass er sie vermisst. Briefe, in denen er über ihren gemeinsamen Sohn Arthur berichtet, der liebevoll an seine Maman denkt und glaubt, dass er sie später einmal wiedersieht. Briefe, in denen er von Freunden und Bekannten erzählt. Von Hélènes Freundin und Nachbarin Cathérine, die sich oft auch um Arthur kümmert. Von Juliens Freund Alexandre, der Julien immer mal wieder mit seiner etwas rauen Art auf den Boden der Tatsachen bringt. Von Favre, Juliens Verleger, der mit seiner aufdringlichen und doch besorgten Art Julien endlich wieder an den Schreibtisch bringt. Und von Sophie, die als Steinbildhauerin auf dem Friedhof von Montmartre Engel repariert.

    Julien deponiert die Briefe in einem eigens dafür angefertigten Geheimfach am Sockel der Engelsstatue von Hélènes Grab. Als eines Tages das erste Bündel an Briefen verschwunden und stattdessen ein Herz aus Stein im Fach liegt, kann Julien es zunächst kaum fassen. Er erhält tatsächlich eine Antwort von Hélène. Auf jeden Brief, den Julien nun in das Geheimfach legt, bekommt er eine Reaktion in Form einer Gabe. Alle diese Gaben führen Julien zurück ins Leben.



    Meine Meinung



    Nicolas Barreau schreibt in einer sehr feinfühligen Art über den Verlust eines geliebten Menschen. Dabei lässt er mich durch die Augen seines Protagonisten Julien in seine Welt und sein Gefühlsleben eintauchen. Erzählt wird der Roman in der Ich-Form der Hauptfigur. Durch die Erzählungen aus dem Alltagstrott und die Briefe an seine verstorbene Frau erfahre ich mehr über das vorherige gemeinsame Leben und das Leben, dass Julien langsam wieder beginnt zu leben. Durch die Erzählungen in den Briefen stellt Julien nach geraumer Zeit fest, dass das Leben auch ohne Hélène weitergeht. Und das hätte er vorher zunächst nicht gedacht.

    Die Geschichte um Julien wird so lebendig geschrieben, dass ich ihm selbst auf einem seiner Spaziergänge über den Friedhof am Montmartre hätte begegnen können.

    Dadurch, dass ich - genau wie Julien - im Dunkeln tappe, wer die Briefe aus dem Geheimfach gegen eine wunderschöne Aufmerksamkeit eingetauscht haben könnte, ist zudem ein Spannungsbogen in der Geschichte, der erst ganz zum Schluss aufgelöst werden wird.

    Auch, wenn ich mir das Ende genauso gewünscht habe, kam es für mich überraschend. Und genau das liebe ich an einem außerordentlich gut geschriebenen Roman.


    Die Liebesbriefe von Montmartre ist ein sehr romantisches Buch. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Ein Buch, das mich Lachen und Weinen lässt.


    "Ich bin doch nur vier", schluchzte er und sah mich aus seinen großen Kinderaugen panisch an. "Ich bin doch nur vier!" Unglücklich hielt er seine Hand hoch und zeigte mir vier Finger. "Ich kann doch nicht allein sein." - Seite 63


    Ein Buch, in dem die Charaktere so bildhaft beschrieben sind, dass es auch meine bekannten Weggefährten sein könnten. Die Personen handeln stets authentisch und die Handlungen sind allesamt nachvollziehbar und in sich schlüssig.


    Doch wie sagt man so schön? Der Mensch plant, und Gott lacht. - Seite 251


    Die Briefe an Hélène sind in dem Buch durch Kursivschrift hervorgehoben. Dadurch, dass das Schriftbild angenehm groß ist, lassen sich die Zeilen auch im Kursivdruck bequem lesen. Das handliche Format des Buches lässt es beim Lesen - trotz Hardcover-Ausgabe - ausgesprochen gut in der Hand liegen.


    Ein Hingucker ist der liebevoll gestaltete Schutzumschlag. Das Papier ist angenehm weich und rau zugleich. Die Farbgestaltung in sanften Beigetönen wirkt beruhigend. Die Frau, die sich genau in dem Moment der Aufnahme umdreht, ist der Blickfang mit ihrer roten Jacke.

    Ein ebenfalls roter Schriftzug verrät mir den Autor des Buches und der Titel ist etwas kleiner darunter in tintenblau gehalten. Eine stimmige Inszenierung.


    Das Buch macht mich zugleich neugierig auf andere Werke. Auf Gedichte von Prévert, auf die Geschichte von Orphée und weckt gleichermaßen die Sehnsucht in mir, wieder einmal Paris zu besuchen und die Orte aus der Geschichte für mich zu entdecken.




    Fazit



    Das Buch ist für Romantiker. Ich fühlte mich ausgesprochen gut unterhalten. Die Geschichte ist lebendig, fröhlich und traurig zugleich. Und doch stiehlt sich ein Lächeln auf mein Gesicht, wenn ich an das Erlebte zwischen den Zeilen zurückdenke, und keine Träne.

    Im Moment komme ich kaum weiter. So viele Bücher - so wenig Zeit!


    Gelesen im September:

    Buch: Jessica Knoll - Luckiest Girl Alive

    Buch: Sofia Lundberg - Das rote Adressbuch


    Gehört im September:

    Hörbuch: Sofia Lundberg - Das rote Adressbuch

    Hörbuch: Shepherd - Der Flüstermann

    Hörbuch: Ursula Poznanski - Thalamus


    aktuell:

    Buch: Christian Torkler - Der Platz an der Sonne

    Buch: Claudia Winter - Die Wolkenfischerin

    Buch: Melanie Raabe - Der Schatten

    Hörbuch: Christine Mangan - Nacht über Tanger

    Hörbuch: Frank Schätzing - Die Tyrannei des Schmetterlings


    Die nächsten in loser Reihenfolge:

    Faye Kellerman - Dein Tod komme

    Tania Schlie - Der Duft von Rosmarin und Schokolade

    Annie Darling - Der kleine Laden der einsamen Herzen

    Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

    Maja Lunde - Die Geschichte des Wassers

    Cilla und Rolf Börjlind - Schlaflied