Beiträge von little sparrow

    Hallo Zusammen!

    Ich hänge leider hinterher.

    Erst war ich krank, dann hatte ich mehrere Termine beim Zahnarzt - das geht jetzt langsam in die Endrunde. Und nun habe ich zu Hause in meiner Wohnung einen Wasserschaden. Das Ausmaß ist noch nicht bekannt. Keine Ahnung, wie es weiter geht, aber es geht weiter. Zum Lesen habe ich im Moment jedenfalls weder Zeit noch Ruhe.

    Mit dem Buch hatte ich schon begonnen, zwischendurch aber wieder alles vergessen. Ich werde dann zu einem späteren Zeitpunkt starten und anschließend berichten. Tut mir echt leid.

    Ich wäre dann jetzt bereit für Band Nr. 2! - Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich Drei Magier und eine Margarita beendete. Der zweite Gedanke war: "Zum Glück ist es eine Buchreihe!" Ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Band Dunkle Künste und ein Daiquiri. Aber erstmal zum aktuellen Werk:



    Drei Magier und eine Margarita ist Band 1 der Guild Codex: Spellbound Reihe von Annette Marie. Das Cover und der Titel haben mich scheinbar magisch angezogen. Das Buch ist ein echter Hingucker. Kaum war das digitale Hörbuch angekommen, habe ich gleich in die Geschichte reingehört - und weitergelauscht.


    Die Geschichte ist eingängig erzählt und ich bin ruckzuck im Geschehen. Tori ist als Bedienung im Restaurant tätig. Ihr Temperament sorgt jedoch schnell dafür, dass sie ihren Job wieder los wird. - Genau wie die vorherigen Jobs in dieser Branche. Jetzt ist guter Rat teuer. Tori lebt schon eine ganze Weile in der Wohnung ihres Bruders, beherbergt die Couch und würde nur zu gern endlich wieder unabhängig sein. Da kommt ihr die Anzeige recht, als Barkeeperin etwas außerhalb der Stadt tätig sein zu können. Trotz des mulmigen Gefühls bewirbt sich Tori bei Crow and Hammer - und schlägt gleich am ersten Abend wieder über die Stränge. Scheinbar gehört es in dieser Bar zum guten Ton, sich nicht alles gefallen zu lassen und so erlebt Tori zum ersten Mal in ihrem Leben ein angenehmes Arbeitsklima. Angenehm - aber auch ungewöhnlich ist ihr Arbeitsplatz. Es dauert nicht lange, da hat Tori raus, dass es sich bei den Gästen der Bar nicht nur um Mitglieder einer sogenannten Gilde handelt, sondern dass diese Gäste auch allesamt einen magischen Hintergrund haben. Tori ist mittelmäßig beeindruckt und lässt sich trotz dieses Wissens "die Butter nicht vom Brot nehmen" und vor allem lässt sie sich keine Frechheiten oder Ungerechtigkeiten gefallen. - Auch nicht, als es selbst für Magier gefährlich wird. Die drei Freunde Aaron, Kai und Ezra, die Tori an der Bar kennen- und schätzen lernt, hat sie stets in ihrer Nähe.


    Annette Marie erzählt die Geschichte frech und vor allem in einem flüssigen Schreibstil. Ich bin sofort Feuer und Flamme und total begeistert von der Protagonistin mit ihren flammend roten Haaren und ihrer ungestümen, lebensbejahenden Art. "Make this world a better place!" könnte genau der Satz sein, nach dem Tori sich und das Leben ihrer Mitmenschen einordnet. Das manche Menschen oder Magier dem eher unfreiwillig folgen, habe ich als Leserin schnell raus. Die Geschichte ist witzig und spannend und viel zu schnell zu Ende.


    Jeannette Bauroth hat Drei Magier und eine Margarita genauso schnörkellos übersetzt, wie Tori redet. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen, sondern ohne Schnickschnack gesagt, was los ist. So lieb ich das!


    Yesim Meisheit sorgt mit ihrer Stimme für ein wohliges und zugleich spannendes Hörerlebnis. Ich hoffe, dass Yesim auch den zweiten Band einlesen wird.


    Drei Magier und eine Margarita war für mich ein wunderbarer Auftakt und ich kann es kaum erwarten, mehr über Tori und "ihre" drei Magier zu erfahren. Hach, ich bin jetzt schon gespannt, was ihr zu der Geschichte sagt!! Für mich ist es ein Werk der Kategorie Lieblingsbuch.




    Fazit

    Drei Magier und eine Margarita ist für alle, die Urban Fantasy Geschichten mögen, die etwas verrückt und frech sind - genau wie die Protagonistin Tori in diesem Buch.


    ASIN/ISBN: B0CWS5DKHP

    Wir werden jung sein ist die Geschichte um vier - oder, um genau zu sein, fünf Probanden, die an einer Herzmuskelstudie an der Berliner Charité teilnehmen. Einer der Probanden ist der Arzt selbst, der das Mittel, das er selbst konzipiert hat, an sich selbst testet, um mit seinen Probanden mitreden zu können und eventuelle Nebenwirkungen herauszufinden.




    Dass die Nebenwirkung des Medikaments eine bahnbrechende Wirkung haben wird, war ihm allerdings nicht klar. Das Medikament erwies sich zunächst als zielführend und die Probanden erfreuten sich zunehmend bester und besserer Gesundheit. Problematisch wurde es erst, als nicht nur eine biologische Verjüngung der Probanden stattfand, sondern die Verjüngung sogar unkontrolliert und scheinbar unaufhaltsam voranschritt. Um es klar auszudrücken: wenn jemand plötzlich biologisch acht Jahre jünger ist, ist das in einem bestimmten Alter kein Problem. Problematisch wird es dann, wenn ein jugendlicher Proband plötzlich bei unter 0 Jahren angelangt ist.

    Erst richtig problematisch wird es aber ab dem Zeitpunkt, ab dem die Presse die Neuigkeiten "ausplaudert" und die Verschwörungstheoretiker, andere Wissenschaftler und die Wirtschaftsweisen auf den Plan ruft. Somit ist die zuvor "heile Welt" erst einmal in Aufruhr, als die Probanden mit einem Mal wie vom Erdboden verschluckt scheinen.

    Maxim Leo schreibt die Geschichten der Probanden lebendig und mit dem Hang zwischen "ich denke, ich habe mit dem Leben krankheitsbedingt abgeschlossen" und "hurra, ich lebe noch" sehr eindrücklich. Ich erlebe die Charaktere sehr lebensbejahend und mit einer teils realistischen, teils sehr positiven Ausrichtung ihres Lebens. Es ist teilweise sehr skurril, wie die Menschen in ihrem jeweiligen Umfeld auf die Verjüngung und die mit einem Mal höhere Lebenserwartung reagieren. Auf den 300 Seiten des Romans menschelt es daher sehr und ich schwanke zwischen Freude für die Probanden und die Sorge um sie und dem Mitgefühl für die Familienmitglieder und Freunde der Probanden, die dem Wechselbad zwischen Abschied und "ich weiß gerade gar nicht, was ich fühlen soll" ausgeliefert sind.

    Wir werden jung sein hat mich zu jeder Zeit sehr gut unterhalten. Gerade weil Maxim Leo nicht einfach nur die Geschichten der Probanden und des Schöpfers des Wundermittels erzählt, sondern weil er die Geschichte kurios und dennoch lebensecht weiterspinnt. Das Ende lässt mich gleichermaßen nachdenklich und zufrieden zurück. Zufrieden, weil das Ende zur Geschichte passt und nachdenklich, weil ich gern wissen würde, wie weit die Forschung tatsächlich ist und an wen die Ergebnisse alle weitergegeben werden.

    Simon Jäger ist Sprecher dieses zeitgenössischen Romans und ich fühle mich - trotz des heiklen Themas - sehr wohl mit seiner Stimme. Simon Jäger untermalt die entstehenden Emotionen gekonnt und lässt mich mit den Charakteren auf einer Welle treiben. Ich habe Vertrauen in ihr Handeln und bin nah bei den jeweiligen Figuren. Vor allem gerade dann, wenn es in ihrem Leben alles andere als rund läuft. Ich habe mich beim Hören der Geschichte nicht einmal nach dem Buch gesehnt, um etwas nachzulesen. Großes Kompliment.


    Fazit

    Wir werden jung sein ist für alle, die sich vorstellen wollen und können, dass es mehr gibt, als die bislang angedachte Anzahl an Jahren. Die Geschichte ist für die, die mutig in die Zukunft blicken, skurrile Geschichten und außergewöhnliche Charaktere mögen. Ein Buch für alle, die keine Angst vor der Möglichkeit haben ewig zu leben.

    Das Blaubeerhaus erzählt die Geschichte von einem in die Jahre gekommenen Haus im Wald mit angrenzendem Garten. Bislang hat dort die alte Lene gewohnt. Lene Franzberger ist eine entfernte Verwandte von einer Reihe jung und jüngerer Persönlichkeiten, die völlig überraschend das Blaubeerhaus geerbt haben.



    Diese charmanten und einzigartigen Persönlichkeiten sitzen am Anfang der Geschichte nicht nur sprichwörtlich "im selben Boot", sondern sie sitzen im selben Bus. Selbst gefahren vom Riesen, der im vorderen Teil des Wagens begleitet wird von seiner Frau Betti, dem zehnjährigen Leo, dessen älteren Bruder Luke und dem kleinen Matthes.

    Im hinteren Teil des Busses sitzt die "Mädchenfamilie" bestehend aus Onkel Ben, Tante Floris, der zehnjährigen Imke und den jüngeren Zwillingsschwestern Juni und Juli.

    Vervollständigt wird der bunt gemischte Trupp von Tante Fee.

    Die Lebensgewohnheiten und -umstände der Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein und so werden die Tage im Blaubeerhaus zu einem unvergesslichen gemeinsamen Abenteuer, das sie sonst nie erlebt hätten.

    Protagonisten und Erzähler dieses Abenteuers sind Leo und Imke. Abwechselnd lerne ich ihre Sichtweise auf die Geschehnisse im Blaubeerhaus kennen und ihre Gedanken zu den weiteren Familienmitgliedern und ihren Wünschen und Plänen.

    Besonders leicht zu verfolgen ist das Geschehen der jeweiligen Sichtweise für mich, da die Passagen von Imke von Christiane Marx und die Passagen von Leo von Oliver Kube gelesen werden. Es ist ein wahres Vergnügen ihren Stimmen zu lauschen, die Aufregung in gefährlichen Situationen mitzuerleben und die Zurückhaltung, wenn es um gar freundschaftliche Gefühle geht. Bäh!

    Das Blaubeerhaus lädt die beiden ein, dessen Geheimnisse zu ergründen. Häppchenweise bekommen sie Anmerkungen und es scheint, als wollte das Blaubeerhaus sie gleichzeitig loswerden und für sich gewinnen. Und dann ist da noch das Tage- und Nachtbuch von Lene.

    Antonia Michaelis erzählt die Geschichte vom Blaubeerhaus und ihren einzigartigen Charakteren im Plauderton und gleichzeitig mit einer Tiefe, die mich berührt und Imke und Leo mit auf eine Reise in die Vergangenheit nimmt. Ich erlebe die Kriegszeiten und die Judenverfolgung mit großem Abstand und sanfter Intensität. Einmal bedingt durch die vergangenen Jahre und zum zweiten durch die Erzählung aus dem Tage- und Nachtbuch von Lene. Trotz des Abstands wird sehr bildhaft und eindrücklich erzählt, wie wichtig es ist, die Menschen, die man liebgewonnen hat und die aufgrund ihrer Herkunft in Gefahr sind, versteckt und sicher zu beherbergen. Das Versteck ist besonders ausgeklügelt und ich drücke die Daumen, dass das Versteck unauffindbar im Jahr 1945 bleibt und gleichzeitig drücke ich Imke und Leo die Daumen, dass sie das Versteck finden, um Lenes Schatz auf die Spur zu kommen.

    Ich habe schon lange nicht mehr so sehr bei einer Suche mitgefiebert und hatte Freude daran, Imke und Leo bei der Suche zu begleiten.

    Das Blaubeerhaus wird in zwei unterschiedlichen Abschnitten erzählt. In Teil 1 lerne ich die Charaktere und die Umgegend kennen. Teil 2 spielt cirka ein Jahr später und sorgt leider bei mir für viel Verwirrung. Gefühlt bin ich immer noch in der Kennenlernphase und erwarte, dass jetzt das Geschehen fortlaufend weitererzählt wird. Tatsächlich sind alle im nächsten Jahr angelangt und für mich ging das alles hoppladihopp. Ich konnte nicht mehr einordnen, wo sich welches Fahrzeug aus der heutigen Zeit befindet. Dazu kamen die Illusionen aus den früheren Zeiten des Kriegsgeschehens. Die Geschichte wurde immer noch bildhaft und anschaulich erzählt. Mir persönlich ging es im zweiten Teil allerdings ein wenig zu sehr durcheinander.

    Trotzdem bin ich gern bei der Geschichte geblieben. Die Charaktere waren ja immer noch die tollen Persönlichkeiten und zum Blaubeerhaus hatte ich bereits - genau wie die Figuren - eine Bindung aufgebaut. Das alles macht Das Blaubeerhaus zu einem tollen, bildhaft geschriebenen Hörerlebnis, das aufgrund der Thematik und der abenteuerlichen Erlebnisse der Charaktere noch lange nachwirkt.

    Die Stimmen von Imke und Leo werden von Christiane Marx und Oliver Kube ganz wunderbar transportiert. Ich hatte jederzeit den Eindruck, dass Imke und Leo mich an ihrem Leben im Blaubeerhaus und im angrenzenden Wald teilhaben lassen. Ein wahres Hörvergnügen.


    Fazit

    Das Blaubeerhaus ist für alle die abenteuerliche Geschichten - mitunter etwas wild erzählt - mögen und rücksichtsvoll einen ersten, ernsten Blick auf die Geschehen im Krieg zur Verfolgung der Juden werfen wollen. Gleichzeitig geht es um Familienbande, Freundschaft, Toleranz und Vertrauen. Bande, die - einmal aufgebaut - wohl nie mehr reissen.


    ASIN/ISBN: 3789143006

    Liar ist der dritte Band der Eddie-Flynn-Reihe und kann unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden. Liar verbindet zwei zeitliche Geschehen miteinander. Während der zurückliegende Part gezielt einige Informationen liefert, bin ich im aktuellen Geschehen mittendrin. Es geht Schlag auf Schlag und Eddie kann manches Mal kaum eins und eins zusammenzählen, da muss er schon parieren.




    Im Rückblick - da gebe ich ihm recht - sollte man öfter auf seinen Verstand als auf diese Stimme hören, die sagt "Und was ist, wenn wir es doch versuchen?". Und genau das macht Eddie Flynn so menschlich. Er hat seine Ecken und Kanten, wenn es um die Inhalte fremder Manteltaschen geht, kann er quasi zaubern und er ist ein ganz wunderbarer Strafverteidiger.


    "Ich hatte am Morgen feststellen müssen, dass meine Krankenversicherung nicht zahlte, wenn ich in ein brennendes Gebäude lief. Und da denken die Leute, Trickbetrüger wären hinterhältig." - Seite 159


    Das weiß auch Leonard Howell. Schließlich kennen er und Eddie sich aus Kinder- und Jugendtagen. Und genau diese jugendlichen Qualitäten schätzt Lenny so sehr an seinem alten Freund. Denn das Spiel, das Leonard Howell zu spielen bereit ist, ist gefährlich, aussichtslos und muss unter allen Umständen gut ausgehen.


    "Worum er mich bat, hätte im Grunde meinen professionellen Suizid zur Folge. Kein Geld auf der Welt konnte mich dazu überreden, Ja zu sagen. "Ich mach´s", sagte ich." - Seite 68


    Steve Cavanagh erzählt die Geschichte bildhaft und lenkt meinen Blick auf wichtige Details ohne sich darin zu verlieren. Zackig geht die Geschichte weiter. Steve Cavanagh erzählt in ultrakurzen Kapiteln, so dass ich immer noch eins und noch eins und noch eins lesen möchte, weil das Geschehen spannend erzählt ist. Selbst während der Gerichtsverhandlung kommt keine Langeweile auf. Da gilt es die Geschworenen zu beachten oder einen Blick auf das Publikum zu werfen oder das Augenmerk auf die direkte Verhandlung und Fragestellung zu lenken.

    Absolut authentisch übersetzt ist der Roman von Jörn Ingwersen, der selbst Autor ist. An zwei Stellen habe ich beim Lesen gestockt. Da hieß es "... meinen Hinterkopf vom Sitz schälen ..." und "Der Charger fraß die Meilen.". Wobei es sich bei dem Charger um ein Fahrzeug handelt. Die Wortwahl hat meinen Lesefluss gehemmt, obwohl über die Sache an sich Klarheit herrscht. Nur, wenn ich mich aus dem Sitz schäle habe ich ein ganz anderes Bild vor Augen, als wenn ich meinen Hinterkopf vom Sitz schäle.

    Auch mit den zwei Stopps ist Liar ein wahres Lesevergnügen. Ehrlich gesagt: Liar zu lesen war mir ein Fest. Ich freue mich schon sehr auf einen weiteren Fall mit Eddie Flynn.


    Fazit

    Liar ist für alle, die äußerst spannend erzählte Thriller lieben und für alle Fans von Eddie Flynn.


    ASIN/ISBN: 3442494001

    Das klingt zu schön! Toll, dass du dir das vorgenommen und auch durchgesetzt hast.

    Mein SuB ist astronomisch - ich mag gar nicht zählen und könnte es auch gar nicht, da ich die Bücher gerade eingepackt habe, denn ich muss jetzt darauf warten, dass mir mein Schatz die Regale aufbauen kann.


    Und ich wollte eigentlich gar keine Aufkleber mehr kaufen, da ich genügend zum Verzieren der Ausgangspost habe - aber heute, heute habe ich genau die richtigen Aufkleber für die Post für eine liebe Freundin entdeckt. Klar, dass die mit mussten. Ach herrje. So wird das nix.

    Silver Wings - Genesis Zero ist der sechste und damit der Abschlussband dieser Hexalogie. Die Sphären-Chroniken finden mit Silver Wings - Genesis Zero ein fulminantes Ende. Ich habe noch kein Werk erlebt, das sich in der Entwicklung so grundlegend gewandelt hat und dabei nicht nur nachvollziehbar sondern aus tiefstem Herzen empfunden ehrlich mit seinen Charakteren umgeht.



    Ruby Blayke, meine Heldin, ist zart und stark. Sie wirkt manchmal etwas rau, doch das sind ihre Erfahrungen. Und der Fluch, der auf ihr lastet. Ausgesprochen von einer wenig freundlichen Person in ihrer Jugend, folgt dieser Fluch ihr und macht alles zunichte, was für Ruby von unschätzbar großem Wert ist. Daher hat sie auch Angst um ihre Lieben, ganz besonders um Bendic.

    Bendic Liras ist ein Lysanth. Er wirkt ein wenig wie ein Heimatloser und ist ein in anderen Sphären Unwillkommener. Bendic Liras hat vor allem eins: sein Herz an Ruby Blayke verloren. Und daran ist sein ständiger Begleiter, sein Daimos, sein Drache Aris auch nicht ganz unbeteiligt. Bendic hat zumindest versucht, Ruby nicht in sein Herz zu schließen. Der Drache war aber von Anfang an davon überzeugt, dass es nur eine gemeinsame Zukunft zwischen diesem Menschenkind und Bendic geben kann. Doch Ruby ist nicht nur für Bendic besonders.

    Mit diesen beiden Hauptcharakteren hat Kirsten Storm zwei Persönlichkeiten entwickelt, die stark und authentisch und auf ihre Art liebenswert sind. Aber nicht nur das. Die Nebenfiguren und auch die Randcharaktere sind allesamt sichtbar und in ihrem Äußeren und ihrem Handeln unverwechselbar. Die Besuche in den unterschiedlichen Sphären runden die Eindrücke und die spezifischen Lebensweisen für mich ab und entführen mich in völlig neue Welten. Die Sphären sind eindrücklich und besonders und naturgewaltig. Kirsten Storm entführt mich in ein Leben voller wunderbarer Naturmagie und zeigt, welche fatalen Auswirkungen es auf die Umwelt haben kann, wenn die falschen Menschen an der Macht sind und ihre Strippen ziehen. Es ist erschreckend, düster und gefährlich. Und es braucht Charaktere, die mutig, stark und selbstlos sind. Und es braucht vor allem Liebe. Die Liebe zur Heimat, zur Entstehung und zur Weiterentwicklung.

    In Silver Wings - Genesis Zero kommt all dies zum Tragen. Die Geschichte ist wie eine Belohnung, ein zartschmelzendes Stück Schokolade und die Hoffnung, dass es nach jedem Sturm eine windstille, angenehme Verweildauer gibt. In die Sphären einzutauchen ist ein wahrlich großartiges Geschenk. Vielen Dank, liebe Kirsten Storm, für dieses wunderbare Leseerlebnis, dass mich mehr als einmal zum Staunen gebracht hat. Ich hatte aufregende Lesestunden, die mich fluchen und lachen und Daumen drücken ließen.


    Fazit

    Silver Wings - Genesis Zero ist für alle, die nervenaufreibende, düstere Fantasygeschichten mögen, die mal durch düstere, mal durch farbenfrohe Sphären führen und mit absolut authentischen und unterschiedlichen Charakteren aufwarten. Und natürlich für alle, die die Bände 1 - 5 gelesen haben.


    ASIN/ISBN: B0CR1BH99C

    Ich finde das so toll, dass ihr ausmistet und darüber berichtet.

    Ich hänge leider an den meisten Sachen emotional. Ob das ein gelesenes Buch ist oder die Jeansjacke, die seit fünf Jahren darauf wartet, dass ich wieder hineinpasse. Oder sind es jetzt schon neun Jahre? Ich prüfe das lieber nicht. Da die goldene Ausmist-Regel ja besagt: was du ein Jahr nicht getragen hast....

    Inside Out - Monster und Dämonen ist der fünfte Band, der sechsteiligen Sphären-Chroniken. In diesem Band begleite ich Ruby Blayke und Bendic Liras. Im Wechsel erzählen beide, wie es ihnen gerade ergeht und was sie gemeinschaftlich erleben. Die Sphären-Chroniken sind großartig zu lesen und ich hatte wieder jede Menge Spaß die Charaktere zu begleiten.




    Die Sphären-Chroniken erlebt ihr am besten von Anfang an, denn das Geschehen wird im geschichtlichen Ablauf erzhält und die Erlebnisse bauen aufeinander auf. Wer beim Lesen der einzelnen Bände mal mehr Zeit vergehen lässt: Kirsten Storm hat jeweils den bisherigen Verlauf der Geschichte sowie ein Personenregister gefertigt und veröffentlicht. So komme ich auch nach längerer Zeit wieder schnell mitten ins Geschehen und finde mich zurecht.

    Kirsten Storm zieht in diesem fünften Band alle Register und peu á peu fällt jedes Teilchen an seinen Platz. Die Wendung in der Geschichte hat mich beeindruckt. Obwohl ich langsam auf diesen Clou vorbereitet wurde, war ich fassungslos. Das Herz weiß beim Lesen schon was los ist, doch der Kopf will noch nicht so recht mit. Kirsten Storm weiß ganz genau, wie Spannung aufgebaut und gehalten wird. Und das auch noch nach zahlreichen Seiten. Dieser fünfte Band umfasst 388 Seiten und sollte eigentlich der Abschlussband werden. Belohnt werde ich in nicht allzu ferner Zeit nun noch mit einem sechsten Band. Ich bin schon sehr gespannt, was ich an der Seite von Ruby und Bendic noch erleben werde. Leicht hatten es die beiden nie. Und obwohl beide ihre Ecken und Kanten haben, habe ich sie schnell ins Herz geschlossen.


    "Menschen sind wir im Grunde alle, Samasi. Unser größtes Problem ist, dass ständig unnötig Grenzen gezogen werden." - Seite 215


    Kirsten Storm hat neben den fantastischen Sphären auch tolle Charaktere entwickelt, die einen hohen Wiederkennungswert haben und jeder für sich absolut authentisch handelt. Der flüssige Schreibstil tut ein übriges, dass ich Seite um Seite lese, ohne noch auf die Zeit zu achten. Jeder Band hat eine Sogwirkung entfacht und mir Einblicke in die Sphären und die Charaktere geboten. Ich kann es kaum erwarten bald den Abschlussband in Händen zu halten. Wer Dystopien mag, wird die Sphären-Chroniken lieben.


    Fazit

    Inside Out - Monster und Dämonen ist für alle, die gern in fantastische, vielschichtige Dystopien abtauchen. Und vor allem für jene, die Band 1- 4 bereits gelesen haben.


    ASIN/ISBN: B0CLT1PH82

    Wendy & Peter - Verloren im Nimmerwald erzählt die Geschichte von Wendy Darling und Peter Pan. Im Fokus der Geschichte steht die mittlerweile erwachsene Wendy Darling. Sie ist achtzehn Jahre alt und hat vor fünf Jahren ihre beiden Brüder John und Michael im Wald verloren. An den Verlauf des Abends des Verschwindens und die folgenden Monate kann sie sich nicht erinnern. Der Verlust trifft Wendy und ihre Eltern sehr hart und ist nach fünf Jahren längst nicht verarbeitet.




    Eines Abends trifft Wendy auf Peter. Er kommt ihr bekannt vor, doch Parallelen zwischen ihrem Peter Pan aus den Geschichten, die sie ihren Brüdern oft erzählt hat und diesem realen Peter will sie nicht ziehen. Oder ist er es doch? Dummerweise gerät sie mit dem Aufeinandertreffen in den Fokus von polizeilichen Ermittlungen. Als dann auch wieder Kinder verschwinden - wie einst ihre Brüder - ist es mit Wendys Ruhe und dem geordneten Leben restlos vorbei. Die Schatten der Vergangenheit holen Wendy buchstäblich ein.

    Wendy & Peter - Verloren im Nimmerwald spielt in der realen Welt, in der Wendy zu Hause ist. Statt magischem Sternenstaubgeglitzer müssen sich Wendy und Peter die irdischen Kräfte zu Nutzen machen, denn leider verliert Peter Tag für Tag seine Magie.


    "Menschen finde ich viel beängstigender als die Dunkelheit", sagte er. "Jemand kann direkt vor dir stehen und gefährlich sein, ohne dass du es auch nur ahnst." - Seite 94


    Die Geschichte ist spannend erzählt und entwickelt bereits am Anfang eine angenehme Sogwirkung. Aiden Thomas spielt mit den bekannten Charakteren, mit den Erinnerungen an die Geschichte des Peter Pan und transportiert diese geschickt in das irdische Leben der Wendy Darling. Die Trauerbewältigung der Eltern, die Verdrängung von Gefühlen und Tatsachen, die Wendy nicht erleben wollte und die fehlenden Erinnerungen an Peter Pan, das Nimmerland, den Feenstaub machen die Geschichte für mich realistisch und zugleich wünschenswert fantastisch.


    "So gern hätte sie sein weiches Haar angefasst, seine warme Haut berührt. Peter sah aus, wie sich der Sommer anfühlte." - Seite 307


    Wendy & Peter - Verloren im Nimmerwald ist düster und tragisch. Aiden Thomas trifft genau den richtigen Ton für die Erzählung und schreibt die Situationen sehr anschaulich, so dass ich die Reaktionen der Charaktere bildlich vor mir sehe.

    Zum Schluss hat mich die Geschichte eiskalt erwischt. Obwohl Aiden Thomas mich als Leserin zuvor auf das Ende vorbereitet hat, war es nicht das Ende, das ich mir gewünscht hätte. Das macht es so lebensnah, so realistisch und zugleich traumhaft. Und dann wünsche ich mir meinen Peter Pan an meine Seite, nur um festzustellen, dass ich ihn im wirklichen Leben längst an meiner Seite habe.

    Übersetzt wurde Wendy & Peter - Verloren im Nimmerwald aus dem Englischen von Michaela Link. Die deutschsprachigen Worte sind so gewählt, als hätte es nie einer Übersetzung bedarft. Vielen Dank für das wunderbare Lesevergnügen, das mir damit bereitet wurde.


    Fazit

    Wendy & Peter - Verloren im Nimmerwald ist für alle junggebliebenen Erwachsenen, die Peter Pan und Wendy Darling ins Herz geschlossen haben und für alle, die fantastische, düstere Geschichten im Genre Young Adult lieben. Oder, wie es die Widmung im Buch nicht besser hätte ausdrücken können:


    "Für jedes schwere Herz, das zu schnell erwachsen werden musste." - Seite 5

    ASIN/ISBN: 3748802072

    Die Bibliothek im Nebel führt mich als Leserin ins Graphische Viertel nach Leipzig, an die Cote d´Azur und nach Sankt Petersburg. Der Roman öffnet mir im historischen Geschehen der Jahre 1917, 1928 und 1957 die Tore zu einer umfassenden Geschichte aus Schauerroman, historischem Kriminalroman, ein Hauch Abenteuer und einer Liebesgeschichte, der ich nur zu gerne folge.




    Eröffnet wird das Geschehen mit einer Familiensaga, die einen recht tragischen Verlauf nimmt. Es ist beunruhigend mitzuerleben, wie das eigene Kind behandelt wird und die Eltern gleichzeitig dem Wunsch nach eigener Verwirklichung hinterherjagen. Mitten in dieser "Familienidylle" befindet sich Artur. Artur, der irgendwie zur Familie gehört, aber nie gänzlich aufgenommen wird. Artur, der seiner Leidenschaft als Bibliothekar nur zu gern nachkommen möchte, dem dann aber die Revolution ein Schnippchen schlägt. Schlussendlich bleibt ihm keine andere Wahl als aus Sankt Petersburg zu fliehen und sich auf den Weg nach Leipzig zu machen. - Ins Graphische Viertel. Er macht sich auf in der Hoffnung, seiner großen Liebe Mara wieder zu begegnen. Mara, seine ideelle Adoptivschwester, die mittlerweile mit einem anderen Mann verlobt, aber hoffentlich noch nicht verheiratet ist. Im Gepäck hat Artur ein Buch, das unbedingt sein Ziel in Leipzig erreichen muss.

    Artur ist nicht der einzige, der auf der Suche nach Mara ist. Jahre später macht sich Liette auf die Suche nach Mara. Liette, die so gern mehr über die Bibliothek im Nebel erfahren möchte.

    Kai Meyer erzählt mit Die Bibliothek im Nebel eine umfassende Geschichte. Sie ist angereichert mit einer Düsternis, die ich zu durchbrechen wünsche. Und irgendwie ist da immer ein Schimmer, ein Glanz, der mich hoffen lässt, dass die Geschichte in irgendeiner Form gut enden mag. Die verschiedenen Zeitebenen greifen erst nach und nach ineinander und der Spannungsbogen, den Kai Meyer hält, scheint mir manches Mal zum Greifen nah.

    Die Erzählstimmen von Fabian Busch, Luise Helm und Johann von Bülow tun ihr übriges um mich in der Geschichte mitzunehmen und mir die Geschehnisse vor Augen zu führen. So ganz erschließt sich mir der Wechsel der Stimmen nicht. Ich finde es aber bereichernd, über den Zeitraum von mehr als 17 Stunden mehr als einer Stimme lauschen zu dürfen, wobei jede ihre eigenen Vorzüge hat.

    Es war mir ein Fest, den Charakteren zu folgen, mitzuermitteln und zu rätseln, wie es in der Geschichte weitergeht. Besonders schön fand ich die losen Verknüpfungen zu dem Roman Die Bücher, der Junge und die Nacht. Sei es der Wunsch, selbst im Graphischen Viertel in Leipzig unterwegs zu sein, die Liebe zu Büchern, oder einer starken Nebenfigur wiederzubegegnen.


    Fazit

    Die Bibliothek im Nebel ist für alle, die historische Schauerromane mögen und mit komplexen Handlungen auf verschiedenen Zeitebenen gut zurecht kommen. Und natürlich für alle, die sagenumwobene Geschehnisse um Bücher lieben.