Beiträge von HannaCaspian

    Im Gegensatz zur heutigen Deutschen Bahn AG hatte die ehemalige Deutsche Bundesbahn allerdings etwas für ihre Bahnhöfe übrig. Da gab es noch Bahnsteigsperren, an denen der Zugang kontrolliert wurde. Und wer ohne Fahrkarte durch wollte, brauchte eine Bahnsteigkarte. Ich weiß nicht, wie oft ich eine solche für zwanzig Pfennig gelöst habe. Das waren noch Zeiten! Tempi passati...

    Bahnsteigkarten, die Zeit hab ich verpasst. Und ich weiß, dass ich früher schon immer irritiert war, in alten Filmen, dass man sich so eine Karte holen musste. Wusste erst gar nicht, was damit gemeint war.

    Konstantin erkrankt an der Spanischen Grippe, in seinem geschwächten Zustand kein Wunder.

    Tatsächlich hatte die Spanische Grippe eine Besonderheit: Es fiel auf, gerade in der zweiten Welle, dass außergewöhnlich viele junge, kräftige Menschen befallen wurden. Natürlich auch Kinder, und Alte und anders geschwächte wie Hungernde. Doch der Prozentsatz von eigenlich immungestärkten Menschen war auffällig hoch.
    Heute weiß man durch Forschungen, dass der Grippevirus sich gerne an Immunzellen gehangen hat, um sich zu teilen. Das bedeutet, dass gerade die, die über viele Immunzellen verfügten, wenn einmal infiziert, sich dann auch recht schnell der Zustand verschlechterte. Viele von denen starben. Die sterberate war auch gemessen an anderen Grippeviren sehr hoch.
    Und Konstantin ist ja in diesem Zustand gar nicht mehr so geschwächt.

    „Kaum auszudenken - wenn sie sich nicht krank gestellt hätte, wäre sie nun mit einem Prinzen verheiratet, der keiner mehr was. Das hatte sie fein hingekriegt.“ (S. 220) :chen


    ...


    Seltsam fand ich nur, daß die Geschichte in Gallien spielen soll - denn dort (und nicht in Germanien) droht doch der Himmel auf den Kopf zu fallen. (S. 261 und 271) :chen :grin ;-)

    Da hat mir meine Lektorin dann bei Manuskriptbearbeitung nebengeschrieben: "Und Sie haben das auch fein hingekriegt, Frau Caspian. Eine schöne Wendung."

    ...


    Germaninien statt Gallien - Hihi. Genau.


    In Rußland schreitet die Revolution voran und Feodora gibt endgültig zu erkennen, daß sie politisch keine Ahnung hat;

    S. 146: Feodora war wirklich erschrocken. „Ich frage mich, woher dieser Hass und diese Wut kommen.“

    Also wenn man sich nur ein bißchen mit russischer Geschichte beschäftigt, sollte das klar vor Augen stehen.

    Ja, wirklich erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit damals auf die unteren Klassen geschaut wurde. Dieses Herrenrasse-Denken gab es schon weit von 1933.

    S. 67: „Dieser Lenin hatte zur Weltrevolution aufgerufen, und die Menschen folgten seinem Ruf.“

    Das lief dann völlig anders, als vom Kaiserreich gedacht und geplant. Solche Aktionen gab es im weiteren Verlauf immer wieder, man denke nur an die ursprüngliche Unterstützung der USA für Al Kaida. Anscheinend lernen Politiker jeglicher Coleur wenig bis nichts aus der Vergangenheit bzw. Geschichte.

    Genau das habe ich auch gedacht, als ich diese Geschichte recherchiert habe. Frei nach: Die Geister, die ich rief ...

    Schade, dass es wieder eine Verzögerung mit den Bücherversand gibt. Ich bin schon sehr gespannt, wie euch Band 3 gefällt.

    Und noch zur Info: "Gut Greifenau - Morgenröte" ist letzte Woche direkt bei Erscheinen auf Platz #10 der SPIEGEL-Bestsellerliste eingestiegen. Ich freu mich so sehr. :frech

    Das ist immer der Traum<3 aller Autorinnen und Autoren, einmal dort aufzutauchen.
    Band 1 + 2 waren zwar auch schon dort vertereten, aber auf niedrigeren Platzierungen - zwischen Platz 41 und Platz 22. Aber so richtig sichtbar wird ma ja erst ab Platz 20. Und Alles ab Platz 10 ist sozusagen der absolute Wahnsinn.
    :freude

    das war jetzt gemein. Ihr sagt mir immer, was ich schon wieder alles vergessen habe.


    Ich habe eben mal meine ganze Liste "RUB" durchforstet und finde.... auch die Kirschvilla; die war mir doch glatt "entwischt". Ich werde also ganz schnell (nach Band 3) dieses Buch hervorholen und endlich lesen.....

    Dann wünsche ich gute Unterhaltung.

    Ich muss in diesem Zusammenhang an meinen Paten denken. Dieser wurde 1940 ehelich geboren und erst mit Mitte 30 erfuhr er, die Ehe seiner Eltern war längst geschieden, dass ein ostpreussischer Graf sein Erzeuger ist und auch für ihn gezahlt hat. Der alte Graf heiratete allerdings im hohen Alter eine Freundin der Mutter seines illegitimen Nachkommens. Diese kannte die Geschichte ihrer Freundin und hat nach dem Tod des akten Grafen den Sohn der Freundin adoptiert. So hat er mit 47 Lenzen den Grafennamen bekommen. Ich hab mich nie dafür interessiert, ob G. sich überhaupt für seinen Vater interessiert hat/ ihm früher mal begegnet ist. Mir war das immer mehr ein abgekartertes Spiel der beiden Jugendfreundinnen, dass die eine durch die Heirat dem Sohn der Freundin zu Recht verhelfen wollte und ich glaube, der alte Graf Hugo war da auch schon lange tot. G. hat einen würdevollen Grafen abgegeben, plötzlich mit 200 Jahre alten Schlossmöbeln und wenn ich bei ihm schlief, bewachte eine Totenmaske, ein Zweimeter-Kaiser Wilhelm-Gemälde und Wilhelmine von Bayreuth (Lieblingsschwester von Friedrich dem Großen) meinen Schlaf. Als Teenager hat man dann schon Prinzessinnenträume und in manchem Kurort öffnet ein Namensbestandteil auch heute noch Türen.

    Was für eine wunderbare Geschichte.

    Nach einer Trilogie sollte es finanziell hoffentlich möglich sein, mal ein bisschen Druck rauszunehmen, immer nur abliefern zu müssen. Dann ist Urlaub, Gedanken in die Nähe und Ferne schweifen lassen, eine gute Möglichkeit und Notwendigkeit wieder danach etwas Tolles zu erschaffen. 1.600 veröffentlichte Seiten, umgeworfene Story/ "Alleingang von Personen" und 2,5 Jahre Arbeit müssen auch die Chance haben, erst einmal wieder Platz für Neues zu schaffen. Wir haben ja noch eine gemeinsame Leserunde, daher verfolgt Dich Greifenau, wie es sich gehört, nun mit den Leserstimmen.

    Haha, der finanzielle Druck lässt tatsächlich etwas nach.
    Aber jetzt kommt der Druck, ganz schnell mehr abliefern zu sollen. Vom Verlag, und auch von den Leserinnen.

    Ich plane gerade meine nächsten Projekte und muss mit dem Verlag noch abstimmen, was es werden soll. Natürlich gibt es weiteres Lesefutter, aber das dauert.

    Die Idee zu Gut Greifenau hatte ich Anfang 2016. Im September wurde der Vertrag mit dem Verlag gemacht. Und schon vorher hatte ich fleißig daran geschrieben. Jetzt, im Dezemeber 2018 habe ich die letzte Arbeit am 3. Band erledigt: die Fahnenkorrektur. Über 2,5 Jahre Arbeit und ca. 1.800 Seiten liegen hinter mir.
    Du darfst natürlich auf Nachschub von mir hoffen, aber es wird etwas dauern. Ich denke, mein nächstes Buch wird erst in ca. einem Jahr auf den Markt kommen. ... Ich hab eh zu wenig Urlaub für mein Gefühl. ;-)

    Ja, da sind so manche Details drin, die mir noch nicht bekannt waren, auch das Verbot Sahne zu schlagen... Das ermöglicht es mir zusätlich mich in die elende Situation im Krieg zu versetzen...


    Je länger der Krieg dauerte, um so größer wurde die Hungersnot.

    Deswegen werden nach und nach solche "Luxusmahlzeiten" verboten. Z.B.


    "13.03.1916 Ab sofort gilt in Berlin für die Dauer des Krieges ein Kuchenbackverbot."


    "03. Okt 1916 Anspruch auf Vollmilch haben künftig Kinder unter sechs Jahren, stillende und schwangere Frauen, drei Monate vor der Entbindung, sowie Kranke mit amtlicher Bescheinigung. Die Herstellung von Sahne wird den Molkereien untersagt."


    So gab es z.B. viele Verfahren wegen gepanschter, mit Wasser verdünnter Milch. Der fette Rahm/die Sahne sollte in der Milch bleiben, damit sie fett blieb für die Stadtkinder. Trotdem sind viele Tausende verhungert. Gerade im Steckrübenwinter 1916/1917.


    Grundnahrungsmittel wie Brot, Speck, Milch, Fleisch, Fisch gab es nur noch auf Zuteilungskarten.


    Es gab sogar ein Verbot, seinen Männer an der Front zu schreiben, dass man hungerte. Denn die Kampfkraft an der Front sollte erhalten bleiben. Einfach alles nur Irrsinn.

    Genau dieses Buch habe ich gelesen und als Recherchegrundlage verwandt. Ich gebe dir recht, echt heftig, was da passiert ist. Da es in Greifenau nur ein Nebenthema ist, konnte ich natürlich nur andeutungsweise Infos mit reinnehmen. Aber das Adelige plötzlich Straßen fegen und Klos putzen mussten, ist schon "dramatich", wenigstens für sie.

    Andererseits, aus unserer heutigen Sicht gesehen: Was ist so schlimm daran? Ich habe keine Putzfrau/Putzmann und ich muss das auch alles selbst machen. :D