So, mich gibt es auch noch - diesmal hinke ich ja wirklich hinterher - aber macht nichts, eine muss ja die Letzte sein... Aber es liegt keineswegs am Buch, dass zieht mich immer wieder in seinen Bann...
Ich bin froh, dass wir nun die "Gründe für die Degradierung" wissen - ich hatte ja immer befürchtet, dass es mit Heddas Diebstählen (bei aller Sympathie für Hedda - das kann doch nicht gutgehen!!!) zu tun haben könnte... Aber sehr bitter für Adelheid - und einfach ungerecht, dass Budde nichts passiert... Mir hat gut gefallen (im Sinn von sehr interessant), wie Adelheid die fehlenden 3,60 Mark gleich in Lebensmittel umsetzt, so habe ich einen Überblick über die damaligen Preise bekommen - und Viktor zahlt für eine Zeitung 50 Pfennig, wohl eine Wochenzeitung?
Insgesamt wird anhand dieses Buches sehr, sehr deutlich, dass das Leben damals kein "Zuckerschlecken" war, zumindest nicht bei der arbeitenden Bevölkerung (ich habe mal vor längerer Zeit ein Buch über Fabrikarbeiterinnen gelesen, die waren ja auch ihrem Vorarbeiter vollkommen hilflos ausgeliefert "Friss oder stirb"). Die Schilderung der Arbeit im Waschhaus fand ich beeindruckend und dachte bei mir: "Und ich stelle einfach die Waschmaschine an..." und Adelheid wünscht sich, dass ihre Mutter dort Arbeit fände...
Der Hauptmann von Köpenick: seitdem ich vor vielen Jahren mal eine Stadtführung in Köpenick gemacht habe, wusste ich, dass es ihn - und genau die geschilderte Situation - tatsächlich gegeben hat, vielleicht mit kleinen Abweichungen zum Film mit Heinz Rühmann, an den ich sofort denken muss...Aber was ich nicht wusste: dass die "Affäre" tatsächlich im ganzen "Reich" bekannt geworden ist...
Der "Eulenburg-Harden-Skandal" beginnt, so ganz klar ist mir aber noch nicht, wer gegen wen und warum intrigiert hat... Klar, die Fakten liegen auf der Hand (und Adelheid hat ja selbst gesehen, dass irgendjemand (der Fürst?) nachts ein Zimmer verlassen hat, wo er nicht hätte sein dürfen...Und klar, damals ein "175-er" zu sein gehörte wohl damals zu den schwersten Vorwürfen, die man als Mann erleiden konnte - na, auch da ist es gut, dass sich die Zeiten verändert haben...
Zu den Personen: ich habe mich gefragt, womit Opitz die Mamsell so unter Druck setzen kann, dass sie zwar Hedda versteht, aber ihr keinerlei Hilfe anbietet? Denn die gleiche Mamsell ist ja Adelheid gegenüber bedeutend zugänglicher - na ja, aber Budde (der ja wohl in Opitz Ressort fällt,) erhält keine Degradierung - Grund?). Aber trotzdem hat die Mamsell bei mir einige Pluspunkte erworben...
Hedda mag ich immer noch (obwohl ich ihren Diebstählen sehr kritisch gegenüber stehe), aber aus der Liaison mit dem Stallburschen wird es wohl nichts, nachdem sie von der Herkunft der Pralinen gehört hat - aber sie war ja auch schon vorher skeptisch...
Constanze ist mir auch sympathisch, ich habe so etwas den Verdacht, dass ihr Verlobter evtl. mit dem Herrn Harden (dem Auslöser des Skandals) zu tun haben könnte, aber vielleicht ist das nur "Spökenkiekerei" - wie wir Norddeutsche sagen...
So, jetzt ist es arg spät geworden: ich gehe ins Bett, Eure Beiträge lese ich morgen!