Beiträge von Medea19

    Feierabendbier und ein Spinnen-Video auf arte schauen. Boring, nix besonderes. Dabei gibt es so viel Wissenswertes über diese mythischen Kreaturen zu berichten. Aber ich habe eine kleine Arachnophobie, wenn sie größer sind als 6 oder 7 Zentimeter. Bin mal lange durch Kenia getravelled, war in gefährlichen Situationen, z.B. stand mal ein Flusspferd neben meinem Zelt. Lebensgefährlich, denn sie sind die gefährlichsten Tiere in Afrika. Angst aber hatte ich kurioser- und törichterweise nur vor Riesenspinnen, und die sind kurioserweise überall auf der Welt weitgehend harmlos für Menschen. Die Kleinen aber sind's oft, oder wie Effi Briest sagen würde "Alles, was klein ist, ist grausam". Anders gemeint von ihr, aber hier trifft's wörtlich zu. Na ja, wer da so eine kleine Phobie hat vor Riesenspinnen, sollte sich vor Theraphosa blondie fürchten. Lebt in Guayana. 30 Zentimeter Durchmesser und bullig, sie sind sehr schwer. Man soll hören können, wenn der Hinterleib über die Erde rutscht. Hui!

    Hut ab vor den Australiern. Sie finden öfter mal Huntsman Spiders in ihrer Wohnung vor - und setzen sie wieder raus, wenn's gelingt, zumindest in den Videos, die ich sah, wars so. Sie sitzen urplötzlich an der Wand: riesengroß. Und sie sie sind blitzschnell. Nein, nein, ich möcht' kein Australier sein :grin

    „Als Ableger von 'Gosford Park' geplant, wurde aber stattdessen als eigenständiges Projekt entwickelt, das von dem Film inspiriert wurde.“

    Ich habe das gestern auch gesehen und mich köstlich amüsiert. Mann, war das gut! Köstliche Dialoge. Und punktgenau getroffen. Die herrlich versnobbten, intriganten Adelstypen - schon in den Dreißigern ein Anachronismus. Aber auch scheinbare Nebensächlichkeiten: Die Kommentare der Bediensteten, als sich Ryan Gosling als Schauspieler outet, oder „Wenn sie einen Fehler machen, nur darauf hinweisen, wenn Ihr gefragt werdet“, bläut der erfahrene Jagdleiter seinen Hilfskräften ein, dann der Volldepp von Kommissar in seiner Sherlock-Holmes-Verkleidung, der sämtliche Spuren eliminiert. Und so weiter und so fort ...

    Das Gequatsche und Getratsche, das Gestichle und Getrieze ist so herrlich dem realen Leben entnommen. Und natürlich waren das „oben“ und „unten“ keine abgeschotteten Systeme, wenigstens erinnert der Informationsfluss an die schulische Definition der Osmose und der guten alten semipermeablen Membran.

    Man vergisst natürlich leicht den tiefen Ernst der Sache. Wenigstens in Berlin war es gang und gäbe, dass die Mägde 16h am Tag arbeiten mussten, und wenn man am Kurfürstendamm mal so eine Wohnung mit 15 Zimmern betritt, die einen separaten Eingang (!) nur für die Bediensteten hatte, und das war schon zu Glanzzeiten des Bürgertums so, dann kann man sich vorstellen, wie das im Empire ausgesehen

    hat.

    Und es weckt Kindheitserinnerungen an eine Fernsehlandschaft mit nur drei Programmen plus zwei Ostsendern, die aber für uns nicht zählten. Wie haben wir uns schon als achtjährige Ossis aufgeregt über die „Herrschaft“ und die Dienerschaft, vor allem aber über den guten alten „Hudson“ in der Serie „Das Haus am Eation Place“. Hudson – der steife, korrekte, penible, tiefernste, servile, seinen Untergebenen gegenüber strenge Chefdiener war eine Kultfigur der delikaten Art und ist, vielleicht habe ich das nur nicht bekommen, gewiss in den Pantheon der Popkultur eingezogen :lache – wie auch der Weiße Hai, Spock, Madonna usw.

    Oha, ein verdammtes Meisterwerk. Wie habe ich das damals verschlungen.

    Inspiriert vermutlich von vielerlei real Geschehenem. Die Meuterei auf der "Bounty" 1786 fällt mir sofort ein.

    (empfohlen sei hier auch die Verfimung aus den 80ern mit Mel Gibson als Fletcher Christian, eine Verfilmung, die dem historischen Käptn Bligh gerecht wurde, denn er war kein Menschenschinder, im Gegensatz: zu gutmütig!.

    Die Meuterer segelten zurück nach Tahiti, nahmen Frauen, aber auch Mäner mit und flüchteten auf ein abgelegenes Eiland, denn auf Meuterei stand der Galgen, und Meuterer wurden unbarmherzig gejagt. Es kam, wie es kommen musste. Krieg! Fast alle starben. Aber als 20 Jahre später ein amerikanischer Walfänger vorbeikam, fand er noch einen Weißen, mehrere Frauen und viele Kinder. Sie hatten überlebt, und heute leben noch die Nachkommen, etwa 50 Leute auf der kleinen Insel. Es muss also nicht zwingend zur Apokalypse kommen.

    Das war Goldings Meisterstück. Auch unglaublich spannend. Er hat ansonsten viele literarisch qualitativ hochwertige Sachen geschrieben, die aber zum Teil grottenlangweilig sind - und das liegt NICHT zwingend in der Natur der Sache. Erinnere mich da an einen Mann, der an einer Klippe hängt, und 200 Seiten später hängt er immer noch an der Klippe ...

    Suits

    Anwaltskanzlei in New York. Geht um den nicht eben zimperlichen, aber nicht unsympathischen Topanwalt Harvey Specter, seinen philanthopischen Buddy, CEO Donna & viele Co.

    War bestimmt billig zu produzieren: Man braucht nur einen guten Schneider, viel Zwirn, gebügelte, weiße Hemden ohne Ende, ein Büro im 20. Stock in Manhattan und einige gutaussehende Menschen. Könnten bis auf Louis, der von einem guten Mimen gespielt wird, ruhig an Facialislähmung laborieren. Sie müssen nur einen einzigen Gesichtsausdruck draufhaben: einen kurzen nachdenklichen Blick, wenn urplötzlich mal wieder eine kleine Hürde auftaucht.

    Auffällig viele Afroamerikaner in der Serie, so als sei die Arbeit in Topkanzleien in New York eine Domäne der Schwarzen. (Topkanzlei, Topanwalt – nach Lanz nur noch inflationär zu haben, denn für Lanz in seiner Talkshow ist jeder Jurastudent 1. Semester ein Topanwalt ;-

    Man hatte vielleicht nach der großartigen Sitcom „Friends“, ebenfalls in New York angesiedelt, was gutzumachen, denn dort agierten Afroamerikaner maximal als Briefträger oder Hausmeister. Fiel mir ein, weil die süße Jennifer Anniston das kürzlich in einem Interview monierte.

    Mini-Spoiler:

    Tja, vor ein paar Stunden (ich schaue das auf Arbeit) überfiel es CEO Donna plötzlich – und sie küsste Specter unvermittelt. Unerhört! Vor Jahren hatten sie das alte Rein-Raus-Spiel gespielt, aber nur in einer Nacht, und seitdem knistert es zwischen den beiden. Harvey aber hat gerade eine andere zum Knick-Knack. Er erzählt dieser von dem Kuss – böse Falle! Weil er ihr das nicht gleich gesagt hatte, ist sie nun stinksauer. Der angeblich so geniale Harvey ist dann so klug, ihr einen Tag später auch noch von dem einmailgen Knickknack mit CEO Donna vor Jahren zu berichten – und löst so eine Beziehungskrise aus. Tse tse.

    Spoiler Ende :-

    Tja, ein wenig Macchiavelli für Arme, kaum Einblicke in die Prozessführung, in Amerika wird viel über Psychologie und Rhetorik gemacht infolge des Geschworenenprinzips. Da kommt man bei einem Grisham manchmal auf seine Kosten. Von den angeblich guten Dialogen in „Suits“ habe ich nicht viel gemerkt, aber vielleicht haben die Autoren ihr Pulver ja auch schon verschossen, denn zum Glück begann ich jetzt mit der 7.Staffel.

    Warum zum Glück? Nun, wenn, ich mit der ersten angefangen hätte, hätte ich vielleicht nicht aufhören können, ich glaube es nicht, aber wer weiß, denn man kann es sich trotz allem durchaus

    anschauen. Ganz nett.

    "beschreibt den Täter und seine Motivation - meistens Heißhunger -"

    Wäre mir bei Nacktschnecken nie in den SInn gekommen. Ich halte sie für Künstler. "Kunst ist weglassen", sagt ein Sprichwort. Und ja, sie lassen bei mir mit Vorliebe Keimblätter von Bohnen weg - und hinterlassen oft bizarr stehende Stengelreihen. Das ist eines Caspar David Friedrichs würdig. Er ließ auchoft weg, schuf Landschaften, die es oft so nie gab und konzentrierte sich auf das Wesentliche.

    Nein, das scheint ein wirklich interessantes Buch zu sein, und ich werde es mir vielleicht kaufen.

    "Es ist ein Roman aus Glück, Liebe und Verzweiflung, und durch die Mordgedanken der Schwägerin des Bauern wird der Geschichte auch Hochspannung eingehaucht."

    :lache

    „Da treibt es quasi jeder mit jedem, und das muss meiner Meinung nach nicht so ausführlich beschrieben sein.“

    Der Autor ist ein kluges Köpfchen. Wenn in einem Roman entweder zu oft oder aber zu wenig kopuliert wird, kommt das Buch bei deutschen Kritikern schon mal in die engere Wahl für einen Preis. :lache

    Ich denke, DKZV - die denkbar schlechteste Wahl. Ich glaube auch, dass es nicht mal one in a million ist. Nenne mir einen Autoren, der es aus einem DKZV in einen seriösen Verlag geschafft hat?

    Wie Tom schon sagte, bei Selbstverlegern passiert so etwas zuweilen, wenn auch sehr selten.

    Es gibt auch den umgekehrten Fall: Mein Erstling erschien damals in einer Krimireihe eines seriösen mittelständischen Verlages, der aber leider wenig Marketing-Erfahrung hatte. Es war ein GRAUES (!) SOFTCOVER (!) . Unverkäuflich, nannte ein Buchhändler darum die Reihe ... :lache

    Jedenfalls brachte auch ein anderer Newcomer sein Werk in dieser Reihe unter. Um Gotteswillen! dachte ich: Der Kerl wirft die deutsche Sprache mit jedem Satz weit hinter die Mersebuger Zaubersprüche

    zurück. :lache

    Gleichwohl war er clever. Er holte sich die Rechte später an dem Teil zurück, warf es auf den damals ganz neuen Ebookmarkt. Der Markt war frisch, neu, jungfräulich. Tja, das Ding wurde dort ein Erfolg! Er ist ein manischer Schreiber und produziert seitdem Teile dieser Gewichtsklasse quasi wie am Fließband. Er hat bis jetzt 3 (!!!) (five exclamation marks, the sure sign of an insane mind (Terry Pratchett) - daher nur drei) - Repetitio DREI MILLIONEN Bücher verkauft. :lache

    Nureine Story am Rande.

    Wieviel musst du selbst bezahlen? Nur den Druckkostenzuschuss? Oder gibt es auch ein Lektorat? Falls ja: Musst für dafür zahlen usw. Wäre doch mal interessant zu erfahren.


    Ansonsten wünsche ich dir auf jeden Fall viel Glück! Schreiben ist eine Sache, du musst es vermarkten können.

    Walbeobachtungstouren finde ich toll, aber mit Orcas tauchen wäre dann doch nicht meins. Ich bin Warmwassertaucher im Sightseeingmodus, wenn ich unter Wasser gehe ...


    :licht Du musst dir ein Tauchboot kaufen! Billiger als ein Eisbrecher (1 Milliarde).

    Sightseeing... hm ... - eine Tauchfahrt zur Titanik? In einer Tauchkapsel ist es ja nicht kalt. Eine Wracktour in den Tropen? In der Karibik gibt es jede Menge Wracks noch aus der Zeit der Spanier. Warm ist es da sowieso. Im Mittelmeer werden immer mal wieder antike Wracks entdeckt. Geradezu gesät mit Wracks aber ist die Ostsee, auch weil der gute alte Schiffsbohrwurm hier erst seit den 90ern richtig aktiv ist.

    Oder war das metaphorisch gemeint? :grin



    Mich bestärkt das darin, zu schauen, dass ich so bald es geht Altersteilzeit beantrage. Das Leben ist oft genug viel zu früh zu Ende

    Ja klar, das ist mehr als eine Überlegung wert. Ich habe in meinen besten Jahren 3x meinen Job gekündigt und lebte dann immer so zweieinhalb bis drei Monate in der kanadischen Wildnis (mit Kanu, Zelt, Angelgeräten, vielen Büchern und dem Wissen um leerstehende Blockhütten unterwegs). Es war die beste Zeit. Im fortgeschrittenen Alter kann man das nicht mehr machen, und so habe ich viele Leute kennengelernt, die so etwas oder andere Dinge, für die man mehr Zeit braucht als einen Urlaub, sofern man sie richtig ausleben will, gerne gemacht hätten, nun aber, da sie mehr Zeit haben oder Rentner sind, nicht mehr können, da sie körperlich dazu nicht mehr in der Lage sind und/oder ihre kleinen oder größeren Krankheiten haben. Wer besonders viel Pech hat, stirbt just kurz nachdem er Rentner wurde. Kenne da Fälle ...






    Na, sehr enthusiastisch sind die Reaktionen auf das Buch ja hier nicht. Habe ich mir schon gedacht.

    In der "Zeit" wurde vom "neuen Zauberer" gesprochen. Offenbar ist der junge Thomas Mann gemeint, der mit 22 Jahren die "Buddenbrooks" schrieb. Er war ein Frühvollendeter. EIn Genie. Ein Zauberer.

    Wenn man mit solchen Superlativen wie die "Zeit" um sich wirft, ist meistens etwas faul.


    Biedermann sagte: "'Lázár' X Filme anzuvertrauen war allerdings leicht, weil ich mir sofort sicher war, dass mein Stoff hier verstanden wird und die Vision dieselbe ist."

    :lache Kauf' ich ihm nicht ab. Wenn Tykwer einen Stoff haben will, dann blättert er ordentlich hin. Man munkelt. dass er für die Fiilmrechte an Süsskinds "Parfüm" damals 10 Millionen hingelegt hat. Wer weiß, ob's stimmt, aber siebenstellig war es garantiert. Hier wird's nicht so viel sein, aber ein kleiner Sechser ohne Zusatzzahl im Lotto dürfte es schon sein, auch wenn die Verlage je nach Vertrag zwischen 40 und 60 % der Filmrechte kassieren.

    Ich finde, das Beispiel hinkt. Zum einen natürlich ganz generell bei der Perspektive und der Situation für die Menschen in Auschwitz und Teheran, aber auch, was das Signal angeht. Während die Briten im zweiten Weltkrieg Deutschland bombardierten und tatsächlich etwas gegen das Terrorregime getan haben, passiert dies im Iran durch die USA nicht. Aber ich bin auch nicht sicher, wieviel Einwohner von Teheran wirklich wollen würden, dass die Stadt bombardiert würde, damit das Mullah-Regime endlich fällt.

    Ich sagte ja "viel, viel extremer". Ein Vergleich mit Auschwitz hinkt immer, denn es geht nichts drüber. Das Menscheitsverbrechen schlechthin.

    Keiner will die "Stadt" bombardieren. Es geht ausschließlich um chirurgrgische Schläge direkt gegen Unterkünfte und Einrichtungen der "Revolutionsgarden", des Militärs usw. Und dass das möglich ist, ist ja nun oft genug bewiesen worden.


    Nachtrag:


    Da hast du das nochmal. Ab 4:17 Genau das trifft es! Es gibt keine Alternative. Na klar können die Wagenknechts dieser Welt, im Trockenen sitzend, immer blubbern: keine Waffen für die Ukraine, lasst sie bluten unter russischer Knute; lasst die Menschen im Iran hängen, sollen sie sehen, wie sie klar kommen uswusf.

    Das Regime züchtet sich seinen eigenen Nachwuchs heran. Das sollen die brutalsten sein, nach Angaben von Beobachtern. (bei den Nazis waren es am Ende auch Jungrekruten der SS, die die Leute an Pfähle hängten, weil sie keinen Bock mehr hatten, für die Leiche des Diktators zu kämpfen) Auch wenn es nur ein Bruchteil der jeweiligen Generation ist: Sie haben - Repetitio - die Waffen. und wenn das so weiter geht haben sie irgendwann die A-Bombe. Das ist nicht mit Nordkorea zu vergleichen. Dort geht es den Machthabern in erster Linie um den Bestand der Dynastie. Die Mullahs hingegen sind religiöse Fanatiker. Die hätten 0 Problem damit, die Waffe dann auch einzusetzen.

    Es ginge um ein Signal an die iranische Bevölkerung: Ihr seid nicht allein. Wir helfen Euch. Wir bestrafen jene, die Euch das antun.

    Das hat freilich eher symbolischen Charakter, verfehlt aber grundsätzlich seine Wirkung nicht. Um mal ein krasses historische Beispiel zu bringen, das freilch noch viel, viel extremer ist: Die Insassen von Auschwitz fragten sich - nach einstimmigen Berichten von Überlebenden - , warum die Briten das Lager nicht bombardierten. Sie wären gerne in den Tod gegangen dabei, sie wollten nur nicht mehr in in tödlicher Hilflosigkeit verharren.

    In erster Linie aber geht es um eine Botschaft direkt an die Machthaber in Teheran: Wenn Ihr zu sehr wilde Sau spielt, seid ihr dran! Wie groß die Angst davor ist, zeigt die Reaktion des iranischen Botschafters vor der UN, der beteuerte, dass es (noch) keine Hinrichtungen geben werde.

    Was Venezuela anbelangt: Ich meinte selbstverständlich nur die rein technische Seite. Es geht in Venezuela um amerikanische Öl-Interessen und - aus der Sicht der jeweiligen US-Administration – ein trojanisches Pferd als namens linke Ideologie. Ob Maduro ein bisschen am Koks-Geschäft beteiligt ist oder nicht, ist völlig sekundär. Die USA müssten da freilich ganz andere im Visier haben. Nein, ist auch kein purer Aktionismus der Trump-Administration, um von innenpolitischen Schwierigkeiten abzulenken, nein, sie wollen halt „Ruhe im Hinterhof“, also willfährige Regime – das ist amerikanische Doktrin schon seit dem 19. Jahrhundert. Wäre Trump früher an die Macht gekommen, hätte es Chavez erwischt.

    Ich habe mich auch über die Reaktion von Frau Machado gewundert. Und klar, für die Bevölkerung ändert sich da nichts.

    Es wirkt insgesamt ohnehin so, als schlüge Trump wie ein angeschlagener Boxer in atembraubender Schlagfrequenz um sich. Aber er ist kaum angeschlagen. und wenn, bisher hat er immer alles ausgesessen. Wie der Lauf der Geschichte tatsächlich doch manchmal von einzelnen Personen abhängt, ist wahrlich phänomenal.

    Auch der Griff nach Grönland lässt einen nur staunen. :grin Und die Europäer schicken jetzt gleich mal Erkundungsdelegationen in Schulklassengröße nach Grönland. Wäre es nicht so traurig, könnte man ablachen. :lache Das US-Militär sitzt bereits auf Grönland und wird dort bleiben. Die „seltenen Erden“ sind unter diesen klimatischen Bedingungen nur sehr kostenungünstig abzubauen. Im Moment jedenfalls noch. Was will er dann? In die Geschichtsbücher eingehen, weil er für Amerika Land gewonnen hat, wie kürzlich ein „Experte“ vermutete. Schon möglich. Die Eitelkeit dieses Narzissten lässt es fast vermuten. Dass in hundert Jahren niemand mehr wüsste, wem dieser Landgewinn zu verdanken wäre, blendet er aus oder kapiert es erst gar nicht. Wer weiß heutzutage noch, wer Alaska den Russen abkaufte für einen Appel und ein Ei? Und was hätte Trump dann noch davon? :grin Aber das könnte neben der freilich günstigen strategischen Lage, deren Bedeutung in Zukunft massiv wachsen wird, tatsächlich der Hauptgrund sein für Trumps Ansprüche.

    Was den Iran anbelangt: Die Inkarnation aller Wendehälse, Frau Wagenknecht, hat gerade vor einem Militärschlag gegen den Iran gewarnt. Das könne die Lage in der Region destabilisieren, meint sie ganz ernsthaft. Es ist einfach zu drollig. Als ob die Region nicht schon seit Jahrzehnten destabilisiert wäre.

    Da lassen gerade Menschen ihr Wertvollstes, ihr Leben zu Tausenden, nur weil sie friedlich auf die Straße gehen. Kurz bevor die Mauer fiel, wohnte ich als junger Student in Lichtenberg ganz in der Nähe der Stasizentrale. In den Kneipen dort ging das Gerücht, man solle am 7. Oktober besser zu Hause bleiben, es würde „was passieren“. Ich hatte sowieso nicht vor, irgendwo hinzugehen. Lass' die anderen mal machen, war nicht nur meine Devise. Erstmal abwarten, was passiert.

    Bin ich nicht stolz drauf ...

    Na ja, das ist ein großes Volk von 90 Millionen Menschen. Selbst wenn es prozentual auf die Gesamtbevölkerung bezogen nur sehr wenige Anhänger hat, sind das immer noch viele.

    In jeder Diktatur gibt es Privilegierte, die das System stützen. Vor allem im Sicherheitsapparat. Das ist weltweit so. Und die haben die Waffen. Hier kommt noch eine ideologische Komponente dazu: die Religion, die Fanatiker schafft und bei Bedarf auch Fanatiker aus anderen Ländern rekrutieren kann. Es ist wirklich schade um den Iran. Was hat Persien für eine große Geschichte?!

    Und natürlich wird da jetzt auch von den USA und Israel nicht viel kommen. Die USA haben jede Menge Stützpunkte in der Gegend, die alle gefährdet wären. Sich da jetzt auf kriegerische Auseinandersetzungen einzulassen, das wäre nicht nur sehr gewagt, sondern geradezu kontraproduktiv, nahezu ein dummer Fehler. Für Trump auch politisch extrem gefährlich. Allein darum würde er sich berechtigt auch gar nicht darauf einlassen. Die Aktion in Venezuela hat nur so perfekt funktioniert, weil die eigentlich exzellente russische Flugabwehr nicht einsatzbereit war.

    Aber man könnte 1-2x aus der Luft zuschlagen, so, dass es richtig schmerzhaft wäre. Wo sich da was befindet, brauchen sie nur bei den israelischen Diensten zu erfragen ...

    Apropos Mossad. Da wir ja in einem Bücherforum sind in dem Zusammenhang: Der Klassiker: "Der Mossad" von Ostrovsky sei Interessierten anempfohlen. Sagenhaft, wie clever die einzelnen Aktionen durchgeführt wurden. Packend geschrieben. Ein Pageturner. Exemplarisch auch die Begleitumstände der Publikation für den Umgang der Israelis untereinander. Der Mossad wollte die Veröffentlichung damals unbedingt verhindern. Man bot Ostrovsky einen Betrag in Millionenhöhe an, soweit ich mich erinnere. Er lehnte ab. Sie hätten ihn nun leicht verschwinden lassen können. Taten sie nicht, und er konnte das Ding veröffentlichen.

    Oha, komme aus der Nachtschicht und trinke ein Feierabendbier. Das Bier wirkt wie drei. :grin Normalerweise sediert das sehr schön, eine Anspannung fällt sanft ab, aber kaum schaue ich bei YT rein, stoße ich auf:


    Die Massaker an der Bevölkerung in Teheran sind offenbar noch wesentlich umfangreicher als bisher gedacht.

    Die Exil-Iranerin in obigem Beitrag sprach von mehr als 10000 Toten. "Die Straßen riechen nach Blut. Überall Leichen."

    Das Regime ließ offenbar auch fundamentalistische arabische Banden kommen, die ebenso bestialisch vorgehen wie die sogenannten „Sicherheitskräfte“. Dass Medien seit Jahrzehnten mörderische Schergen eines Regimes mit dem Euphemismus „Sicherheitskräfte“ bedenken, bedarf endlich einer Änderung.

    Die Exil-Iranerin erklärte auch, dass die Iraner vom Westen zu hören bekämen, man müsse nur genügend Leute auf die Straße bringen, um das System zu stürzen. Idioten, die diesen Mist den Leuten suggerieren, gehören strafrechtlich belangt, denn sie haben Anteil am Blutvergießen. Und wenn Merz mal wieder einen Korken raushaut und ins Mikrophon blubbert, das Regime sei „am Ende“, dann hat er mal wieder nichts gepeilt. Seit Jahrzehnten (!) werden dort Demonstrationen mit Gewalt niedergeschlagen - und nichts passiert. Seit Jahrzehnten!

    Diese Mullah-Bande und ihre Kamarilla kann man nur mit Gewalt bekämpfen.

    Es ist sehr schade, dass die sehr fähigen Israelis und die militärisch haushoch überlegene USA die Situation offenbar nicht nutzen und der mörderischen Bande dort ein Ende bereiten. Die Bevölkerung würde es ihnen danken, und es wäre eine Investition in die Zukunft. Auch dürfte allen klar sein, dass die iranische A-Bombe irgendwann kommen wird, wenn nichts passiert.

    Der Flugzeugträger ist noch eine Woche unterwegs.

    Na, vielleicht kommt da ja noch was ...

    Hätte, hätte, Fahrradkette... :rofl


    Ich denke mir "xxx hätte das Zeug zu einem wirklich tollen Roman/Film/etc. gehabt" durchaus öfter: tolle Storyidee, superspannender Hintergrund, fantastischer Cast, interessante Zeit ... und dann wird das Ganze durch mieses Storytelling, kratergroße Plotholes etc. grandios versemmelt. Und ich steh dann da, zucke mit den Schultern und denke mir: Schade. Das hätte SO TOLL werden können. :lache

    Boah eh, "Cast", "Storytelling", "Plotholes". Oha, habe ich etwas verpasst? Auf jeden Fall habe ich mal ein Treatment (ja, für diese Drehbuchvorstufe gibt es nichts Adäquates im Deutschen) für eine Folge einer Fernsehserie verkauft, aber an Neudeutsch war da eigentlich sonst niemand interessiert. :lache

    :gruebel Ist das nicht ein Widerspruch?

    Wenn Du solche Hochachtung vor diesen Tieren hast, warum willst Du sie dann zur Touristenattraktion degradieren?

    Das ist doch keine Touristenattraktion, Tante Li. Touristenattraktion ist, wenn man Orcas in enge Becken sperrt und einfältigen Leuten vorführt, wie es „Seaworld“ usw. tut.

    Ich will sie einfach nur einmal in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Und du kannst mir glauben, dass das nicht zur „Touristenattraktion“ gerät, dafür sind diese Reisen viel zu teuer und verlangen auch einen großen körperlichen Einsatz (allein die Kälte trotz fettem Neopränanzug).

    Orcas interessiert es 0, wer da zuschaut. Sie arbeiten beim großen Fressen sogar mit Buckelwalen zusammen, obwohl es eigentlich Todfeinde sind. Buckelwale sind äußerst wehrhaft und haben sogar schon Wale gegen Orcas verteidigt, obwohl sie das gar nichts anging. :grin

    „Da gabs ganz erstaunliche Aufnahmen bei der Doku "Frozen Planet - Eisige Welten" die vor einiger Zeit im ZDF lief. Da wurde wieder sehr deutlich wie extrem intelligent sie sind und was sie sich bei der Jagd alles einfallen lassen. Da bin ich einfach nur mit offenem Mund dagesessen. wow.gif

    „Paradise lost“ in einem alten Thread.

    Es ging um Orcas. Das treibt mich gerade um. Die ganze Welt fragt sich, warum Orcas seit drei Jahren vor Gibraltar Yachten attackieren, indem sie die Ruder zerbeißen. Alles steht da zur Diskussion: Rache an den mörderischen Zweibeinern, die ihre Lebensgrundlagen zerstören; Langeweile, denn es gibt genügend Blauflossenthunfisch in dieser Seegegend, so dass sie viel Zeit haben, sich Quatsch auszudenken; Mode (so wie es bei einigen Pods mal Mode war, sich einen Lachs aufs Haupt zu legen) ; weil sie es können (sie tun es, weil sie es können und abschätzen können, dass sie die Boote solcherart lahmlegen) usw.

    Wir wissen es nicht.

    Fakt ist: Sie sind die uneingeschränkten Herrscher der Meere. Sie vereinen das Stärkste, was Leben an Land und im Meer hervorgebracht hat. Ihre Haut wirkt wie poliert, sie sind unglaublich schnell, sie sind unglaublich stark, haben eine Beißkraft, die sogar die eines Weißen Haies übersteigt. Sie sind hochintelligent, ihre Jagdstrategien sind durchdacht und suchen ihresgleichen im Tierreich. Selbst Spitzenprädator „Weißer Hai“ ist vor ihnen nicht sicher.Vor Südafrika haben ein paar Orcas die halbe Population ausgemerzt (die anderen sind geflohen). Fatal, denn die Weißen Haie haben eine wichtige Funktion im Ökosystem dort.

    Das Gehirn der Orcas ist 3-4x so groß wie das eines Menschen. Kunststück, sie sind ja auch viel größer, aber: Es ist genauso oft gefaltet, was allein schon anatomisch für ihre enorme Intelligenz spricht.

    Die große Frage für mich ist: Warum lassen sie Menschen in Ruhe?

    An uns ist nichts dran. Nur Haut und Knochen. Jede Robbe liefert 'zig Mal mehr Energie.

    Aber das kann's nicht sein, denn sie jagen zuweilen auch Vögel und Otter beispielsweise. An denen ist auch nicht mehr dran :grin

    Sie sind aber grundsätzlich keine Nahrungsopportunisten, denn sie spezialisieren sich je nach Region auf eine spezifische Beute, die sie dann fast ausschließlich jagen. Die „Residents“ an der pazifischen Ostküste jagen Lachs, die neuseeländischen Orcas jagen Haie usw.

    Manche Gruppen haben sich auf Wale und Delphine spezialisiert. Das gibt zu denken. Sie

    jagen Tiere, die ihnen evolutionär wesentlich näherstehen als Homo sapiens. Es gibt weltweit nur noch etwas 50000 Orcas. Auf der Südhalbkugel ist der Bestand in den letzten Jahrzehnten um die Hälfte gesunken. Das hat vermutlich damit zu tun, dass sie an die Langleinen z.T. illegaler Fischer gehen, und diese sie erbarmungslos verfolgen (mit Dynamit, Schusswaffen usw.). Sie blieben vom Walfang weitgehend verschont, aber z.B. noch vor 60 Jahren ersuchte die isländische Regierung die USA, mit Wasserbomben usw. gegen die „Fischräuber“ vorzugehen.

    Wenn Orcas nur annähernd so intelligent sind wie vermutet und wie es ihre ausgefeilten Jagdstrategien ja auch vermuten lassen, dann, sie haben ja auch „Kultur“ und sie übertragen Wissen auf die folgenden Generationen ((im Gegensatz beispielsweise zu Octopussen, was übrigens die Evolution der genialen Tiere hemmt, die haben gleich 8 Gehirne :lache, die perfekt arbeiten, freilch eher im motorischen Bereich, aber es gibt keinerlei Übertragung von Gelerntem auf Nachkommen, und sie haben auch nur eine sehr kurze Lebensspannel)) müssten sie wissen, dass von Homo sapiens nichts Gutes zu erwarten ist, sondern das genaue Gegenteil. Warum also lassen sie uns in Ruhe? Kapieren sie, dass es dann noch zu ungleich fataleren Reaktionen des Homo sapiens kommen würde? Glaube ich nicht. Extrem unwahrscheinlich.

    Die Spezialisierung, das Beuteschema? Glaube ich auch nicht.

    Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie befähigt sind zur „Theory of Mind“.

    Aber dann müsste das auch gelten für das Beuteschema „Wale und Delphine“, die den Riesendelphinen namens Orcas, wie gesagt, wesentlich näherstehen. Glaube ich also auch nicht.

    Was ist es dann?

    Übergriffe auf Menschen gab es nur in Gefangenschaft.

    Wenn Ihr also mal in einer Gegend seid, wo Orcas wie im Zoo vorgeführt werden „Seaworld“ usw. : Bitte nicht hineingehen! Das ist eine verdammte Tierquälerei!


    Ich selbst werde wohl dies Jahr eine sauteure Spezialkurzreise nach Norwegen buchen. Im November treffen sie sich mit Buckelwalen da oben zum großen Heringsfressen. Tauchen mit Orcas! Das gehört zu den wenigen Sachen, die ich noch machen will.

    Allein man wird mit zunehmendem Alter zum Weichei. Jetzt schon mal zu Vorbereitung eiskalt duschen: Brrrrrrrhhhh :lache