Beiträge von Aurian

    Nach dem Lesen der Leseprobe, war ich total hin und weg und habe mir sofort nach Erscheinen das Buch gekauft, weil ich unbedingt wieder in diese zauberhafte Welt eintauchen wollte, in welcher es mürrische und bockige Gebäude gibt und sich ein Schal liebevoll an seine Besitzerin schmiegt.

    Doch sobald Ophelia ihrem Verlobten Thorn an den Pol folgt, wandelt sich die Stimmung komplett und es geht nur noch um die dortige intrigante, hinterhältige und selbstsüchtige Gesellschaft. Man erfährt etwas über die verschiedenen Gruppierungen, deren Talente und generell über das (Über-)Leben dort.

    Diese zutiefst verdorbene Gesellschaft ist mir einfach nur unangenehm und zuwider. Zum Glück gibt es auch ein paar wenige normale und vertrauenswürdige Menschen, die für mich zu den Highlights dieser Geschichte zählen. Stellenweise hat mich das alles an „Alice im Wunderland“ erinnert.

    Ophelia selbst wirkt auf den ersten Blick sehr introvertiert und etwas blass, aber das täuscht. Ihr besonderes Talent – das Lesen von Dingen – finde ich sehr spannend, aber leider spielt es in diesem Band kaum eine Rolle.

    Ich finde man merkt dem Buch deutlich an, dass es der erste von vier Bänden ist, denn ich hatte das Gefühl eine etwas ausführliche Einleitung zu lesen.

    Trotz der ganzen Kritikpunkte hat die Autorin eine interessante neue Welt erfunden, mit einer in Teile zerschmetterten Erde, auf der die Menschen getrennt voneinander leben. Mit viel Fantasie und einem wunderbaren Schreibstil schildert sie Ophelias Geschichte und obwohl mich das Buch nicht restlos begeistert hat, bin ich doch neugierig geworden, wie es weitergeht.


    Gerade noch 8 von 10 Eulen

    Amazon


    607 Seiten

    Harper Collins Verlag

    ET: 02.05.2019

    OT: Zondagskind


    Da auch Judith Visser erst im Erwachsenenalter erfahren hat, dass sie das Asperger-Syndrom hat, merkt man dem Buch deutlich an, wie authentisch es ist und man fragt sich oft, was eigene Erfahrungen sind und was Fiktion.


    In dieser Geschichte begleiten wir die 4jährige Jasmijn ab ihrem ersten Besuch in der Vorschule und weiter bis sie eine junge Erwachsene ist und endlich erfährt, warum sie so anders ist, als ihre Mitmenschen.

    Da man als Leser von Anfang an weiß, dass Jasmijn das Asperger-Syndrom hat, kann man ihr Verhalten natürlich verstehen. Anders als ihre Familie, die zwar schon immer spürt, dass Jasmijn besonders ist, aber die nie auf die Idee kommt, dass man dies untersuchen müsste. Auf der einen Seite macht das ihre Eltern sehr liebenswert, denn sie lieben ihre Tochter so wie sie ist. Auf der anderen Seite habe ich als Leserin mit Jasmijn mitgelitten, denn ihr hätte es sicher sehr geholfen, wenn sie gewusst hätte, dass sie sich noch so sehr anstrengen kann, aber dass sie nie so sein wird wie alle anderen. Und das wäre sie doch so gerne. Wenn sie z.B. ihren Bruder Emiel sieht, der sich die Schuhe zubinden kann, einen Ball fangen, aus einem Glas trinken ohne zu kleckern und mit Erwachsenen reden, was ihr besonders schwer fällt.


    Dafür kann Jasmijn andere Dinge besonders gut. Wenn sie etwas interessiert, kann sie sich dieses Wissen schnell aneignen und merken. Deshalb liest sie auch schon früh sehr gerne und viel, denn in Büchern ist ein wahrer Schatz an Wissen verborgen.


    Mit viel Einfühlungsvermögen, beschreibt die Autorin Jasmijns Geschichte, was sicher auch ihren eigenen Erfahrungen zu verdanken ist. So sind z.B. laute und viele Geräusche für sie kaum zu ertragen. Sie kann dann Gespräche, Musik und andere Hintergrundgeräusche nur schwer filtern, denn alles klumpt sich zu einem Geräuschknäuel zusammen, das gegen ihre Ohren donnert. Und wenn sie derart überfordert wird, kommt es nicht selten zu einem totalen Zusammenbruch. In solchen Momenten fragt sie sich oft, warum sie nicht wie alle anderen sein kann und sie wird regelrecht ärgerlich auf sich selbst, weil sie sich einfach nicht normal benehmen kann. Es ist berührend zu lesen, wenn sie sich dann eine zweite „normale“ Jasmijn vorstellt, die solche Situationen mühelos meistern kann – eine Fantasie, die für sie unerreichbar bleiben wird.


    Es gibt noch vieles mehr, was für Jasmijn eine enorme Herausforderung darstellt, oder sogar unmöglich für sie ist. Doch an der Seite ihrer Hündin Senta findet sie Halt. Senta ist ihre beste Freundin. Bei ihr kommt sie zur Ruhe und es fällt ihr körperliche Nähe nicht schwer, die sie ansonsten kaum erträgt.


    Stellenweise ist das Buch fast wie ein Erlebnisbericht geschrieben. Die fast schon sachlichen Schilderungen passen jedoch perfekt zu Jasmijns Denkweise. Und so reihen sich viele einzelne Episoden in kurzen Kapiteln aneinander, während Jasmijn vom Kleinkind zur jungen Frau heranwächst. Viele dieser Episoden haben mich sehr berührt, aber da sich manches wiederholt, gab es auch die ein oder andere Länge. Ich hatte aber das Gefühl, dass das genau so passt, denn gerade Jasmijn hätte es in ihrem Perfektionismus sehr widerstrebt auch nur eine dieser Geschichten wegzulassen.


    Durch diese Lektüre habe ich das Gefühl Menschen mit dem Asperger-Syndrom besser zu verstehen. Da es viele unterschiedliche Ausprägungen gibt, ist mir durchaus bewusst, dass ich nur einen ungefähren Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt erhalten habe.


    Eine berührende und interessante Geschichte, die mich sicher noch einige Zeit beschäftigen wird.


    8 von 10 Eulen

    In diesem Buch geht es um die bedingungslose Liebe einer Mutter über den Tod hinaus. Ihre beiden Töchter Rose und Poppy waren früher unzertrennlich. Doch seit etwa 17 Jahren haben die beiden kein Wort mehr miteinander gesprochen. Das hat ihrer Mutter Andrea das Herz gebrochen und als sie erfährt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, denkt sie sich etwas aus und setzt all ihre Hoffnungen in einen letzten Versuch ihre Töchter wieder zu vereinen.

    Sie hinterlässt ihnen eine A-Z Liste mit verschiedenen Aufgaben, welche die beiden gemeinsam erledigen sollen. Mit viel Widerwillen widmet sich vor allem Rose dieser Liste, denn sie hat ihre Gründe, warum sie mit ihrer Schwester nichts mehr zu tun haben will. Am Anfang sind die beiden tatsächlich A wie alleine, aber werden sie am Ende auch Z wie zusammenfinden?


    Das Buch beginnt mit dem Tod von Andrea, die ihren beiden Töchtern nicht erzählt hat, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Und so trifft die beiden der Tod der geliebten Mutter unvorbereitet, genauso wie die Liste, die diese mit letzter Kraft liebevoll für sie gestaltet hat.

    Und während die beiden nach und nach die Punkte abarbeiten, erfährt man in Rückblicken einiges über die Kindheit von Rose und Poppy und von ihrer innigen Beziehung zueinander. Natürlich fragt man sich, was zu ihrem Zerwürfnis geführt hat. Doch als man es endlich erfährt, war ich nicht besonders überrascht.

    Durch Roses Weigerung jemals wieder Kontakt mit Ihrer Schwester zu haben, fehlte beiden der Halt in ihrem Leben, den sie sich immer gegenseitig gaben und das macht sich in ihrer Entwicklung und Lebenseinstellung deutlich bemerkbar.

    Es ist einfach schön die Geschichte der beiden zu lesen, egal ob es sich um die Vergangenheit, oder die Gegenwart handelt.


    Obwohl ihre Mutter Andrea verstorben ist, spielt sie doch immer wieder eine Rolle. In der Vergangenheit war sie eine aufstrebende Schauspielerin, die zu Gunsten ihrer Kinder ihre Karriere nicht forciert hat. Für sie waren die beiden immer das Wichtigste in ihrem Leben. Sie war eine ungewöhnliche Mutter mit verrückten und liebevollen Ideen. Das zeigt sich auch deutlich an dem ein oder anderen Punkten der Liste, denn sie konnte nicht widerstehen und nutzt diese für ein paar letzte Gelegenheiten sich in Szene zu setzen.


    Die Autorin versteht es ganz wunderbar die Gefühle der drei Frauen deutlich zu machen. Diese stehen auch eindeutig im Fokus, denn den männlichen Beteiligten wird nur der absolut notwendige Raum eingeräumt, was teilweise etwas schade ist.

    Auch wenn jedem klar sein dürfte, wie sich die Geschichte entwickelt, gibt es doch so viele lustige, bewegende und traurige Szenen, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Und so hat mich dieses Buch, in dem es um Trauer, Familie, Liebe, Vergebung und vieles mehr geht, sehr gut unterhalten.


    8 von 10 Eulen

    Amazon


    349 Seiten

    Forever Verlag

    ET: 29.03.2019

    OT: Roomies


    Hinter “Christina Lauren” verbirgt sich das Autorinnenduo Christina Hobbs und Lauren Billings, die schon einige New-York-Times Bestseller, im Bereich Young Adult, geschrieben haben.

    Nach ihrem feministischen Manifest „Dating you – Hating you“ kehren sie mit diesem Buch zu ihren romantischen Wurzeln zurück.


    Und romantisch ist die Geschichte um Holland und Calvin auf jeden Fall. Schon seit Monaten schwärmt sie den Gitarrenspieler aus der Ferne an, wenn er in der U-Bahn spielt. Als sie eines Abends dort auf die Gleise gestoßen wird, kommt er ihr zu Hilfe, verschwindet aber sofort, als die Polizei und der Rettungsdienst auftauchen. Warum nur? Die Antwort auf diese Frage erhält Holland als Calvin durch sie seinen Traumjob angeboten bekommt. Und plötzlich teilt sie mit Calvin ihre Wohnung und ihr Leben, anfangs aus ganz unromantischen Gründen.


    Es fällt leicht in die Geschichte einzutauchen. Auch wenn die Grundidee nicht neu ist, haben die beiden Autorinnen diese doch sehr unterhaltsam umgesetzt. Es macht einfach Spaß zu lesen, wie die beiden sich immer besser kennenlernen und sich näherkommen.


    Besonders gut hat mir auch die Handlung rund um die beiden Onkel von Holland gefallen. Robert und Jeff sind verheiratet und Holland ist für sie wie eine eigene Tochter, um die sie sich liebevoll kümmern. Robert ist ein begabter Musiker, der ein eigenes Musical komponiert hat und so sind die Inszenierung und Aufführung des Stückes immer wieder Teil der Story.


    Auch wenn der Roman nicht an die emotionale Tiefe von „Nichts als Liebe“ herankommt, hat er mich doch sehr gut unterhalten. Es ist eine erfrischend leichte Liebesgeschichte mit einem Hauch Erotik, die genau das hält, was man aufgrund der Kurzbeschreibung erwartet.


    Fazit: Eine unterhaltsame Liebesgeschichte, die ich gerne gelesen habe.


    8 von 10 Eulen :)

    Im Nachwort schreibt Sarah Morgan „Dieses Buch war ein Aufbruch für mich. Größer im Umfang, mit mehr Charakteren, mehr Breite und Tiefe.“ Genau so habe ich es auch empfunden. Das war mein fünftes Buch der Autorin und von diesen auf jeden Fall das Beste!


    Die 36jährige Lauren lebt mit ihrem Mann und ihrer 16jährigen Tochter Mack in London.

    Sie ist strukturiert und organisiert und in den Augen ihrer chaotischen Schwester Jenna ist sie perfekt und führt das perfekte Leben. Doch am 40. Geburtstag ihres Mannes gerät Laurens Leben komplett aus den Fugen und sie kommt erst zur Ruhe, als sie sich auf ihre Wurzeln besinnt und auf die Insel Martha’s Vineyard zurückkehrt.


    Dort leben auch ihre Schwester und ihre Mutter. Durch die plötzliche Nähe kommen Familiengeheimnisse ans Licht, die durch Lügen und Schweigen geheim gehalten wurden und dadurch die Menschen und ihr Leben beeinflusst und belastet haben. Vor allem die Beziehungen der Töchter zu ihren Müttern haben darunter gelitten. Mack hat das Vertrauen zu Lauren verloren und die Beziehung von Lauren und Jenna zu ihrer Mutter war schon immer distanziert.


    Frauen aus drei Generationen sind sich nun ungewohnt nahe und diese Konstellation bietet der Autorin viel Raum für emotionale Verwicklungen voller Emotionen. Unterhaltsam und abwechslungsreich erzählt sie die Geschichte der vier Frauen, die jede für sich mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat, wie z.B. Mack die ihren Platz in ihrer neuen Schule und ihrem neuen Leben finden muss.


    Und natürlich darf auch ein attraktiver Mann in dieser Geschichte nicht fehlen. Immer wenn Scott auftaucht hat mir die Geschichte besonders gut gefallen. Er ist ein Einzelgänger, der auch auf der Insel lebt und der sein Lächeln nur wenigen Menschen schenkt. Ihm wird eine ganz besondere Rolle zuteil, die ihm nicht ganz leichtfällt, die er aber mit seiner trockenen Art ganz wunderbar meistert.


    Dieser unterhaltsame Roman ist ein echter Pageturner, den ich nur ungern zur Seite gelegt habe. Das war für mich die ideale Lektüre zum Abschalten und Entspannen und dadurch dass sich die Handlung auf die vier weiblichen Hauptpersonen verteilt, ist sie sehr kurzweilig.

    Erfreulich ist auch, dass es sich hier um einen Einzelband handelt und nicht wie sonst von der Autorin gewohnt um einen Mehrteiler.

    Fazit: Eine fesselnde Geschichte, abwechslungsreich und voller Gefühle, in welcher das Leben der Frauen der Familie Stewart ordentlich auf den Kopf gestellt wird.


    Von mir gibt es 10/10 Eulen

    An dieses Buch darf man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. Es hat zwar ein fantastisches Element (das Binden der Bücher) ist aber in meinen Augen eher ein Liebesroman.


    Die Geschichte spielt in einer Welt, in der es besondere Bücher gibt, die von vielen Menschen als böse betrachtet werden. Bücher, die echte Erinnerungen von Menschen beinhalten, wozu nur besondere Buchbinder die Fähigkeit haben. Emmett wächst zwar in einfachen Verhältnissen auf dem Land auf, trägt aber diese Fähigkeit in sich und tritt eine Lehre bei der Buchbinderin Seredith an. Ihm ist nicht bewusst, was für ein besonderer Mensch sie ist, bis es zu spät ist und sein Leben erneut komplett auf den Kopf gestellt wird, indem er auf andere Buchbinder und deren Kunden trifft.


    Schon nach ein paar Seiten war ich fasziniert von dieser Geschichte und wollte unbedingt mehr erfahren, über diese Welt, in der Bücher böse sein sollen und Buchbinder die Macht haben, Lehrlinge einzufordern.

    Ich gehe bewusst nicht näher auf das Binden dieser besonderen Bücher ein, denn das macht einen Teil des Reizes der Geschichte aus, nach und nach zu entdecken, was das genau bedeutet und welche Auswirkungen und Auswüchse dies nach sich zieht.


    Immer wenn ein neues ungeheuerliches Detail aufgedeckt wird, ist das Buch sehr spannend. Dann ist die Atmosphäre oft geheimnisvoll und manchmal richtig düster, dramatisch und bedrückend, vor allem wenn es darum geht wie verdorben und grausam ein skrupelloser Mensch sein kann. Hier hat mich die Autorin oft mit ihren tollen Ideen und unerwarteten Wendungen überrascht.


    Daneben nimmt die Liebesgeschichte einen Großteil der Handlung ein. Die Autorin gibt ihr die Zeit, sich langsam zu entwickeln. Dadurch gibt es immer wieder sehr ruhige Abschnitte. Doch wer mich kennt, weiß, dass ich ruhige und besondere Geschichten mag, wenn sie gut erzählt sind und es schaffen, mich in ihren Bann zu ziehen. Diesem Roman ist das voll und ganz gelungen.


    Fazit: Eine dramatische Liebesgeschichte in einer Welt, in der Erinnerungen in Bücher gebannt werden können.


    9 von 10 Eulen

    Amazon


    512 Seiten

    Fischer Krüger Verlag

    ET: 26.10.2017

    OT: Björnstad


    1. Teil der Reihe um Björnstad.


    Kurzbeschreibung laut Amazon:

    Wer glaubt noch an Björnstadt? Es liegt viel zu weit hinter den dunklen Wäldern im Norden. Doch die Menschen hier halten zusammen. Und sie teilen eine Leidenschaft, die sie wieder mit Stolz erfüllen könnte. Die den Rest der Welt an Björnstadt erinnern könnte. Vielleicht sogar Arbeitsplätze bringen, eine Zukunft. Deshalb liegen alle Träume und Hoffnungen nun auf den Schultern ein paar junger Björnstädter. Noch ahnt keiner in der Stadt, dass sich ihre Gemeinschaft über Nacht für immer verändern wird.


    Als mir das Buch von Jellybooks zum Lesen angeboten wurde, habe ich erst gezögert. Will ich ein Buch über eine Stadt lesen, in der Eishockey das Wichtigste im Leben seiner Bewohner ist? Zum Glück habe ich mich doch für das Buch entschieden, denn es erzählt so viel mehr als die Kurzbeschreibung erwarten lässt.


    Zu Beginn lernt man viele der Bewohner von Björnstadt kennen und erfährt wie ihre Beziehung zum Eishockey ist. Im Verlauf der Handlung erlebt man die Geschichte immer wieder aus dem Blickwinkel dieser Menschen, die in ihren Ansichten und Reaktionen so verschieden sind und dadurch ein komplexes Gesamtbild vermitteln.

    Im Mittelpunkt steht Peter, der Sportdirektor des Eishockeyclubs, mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Er ist in Björnstadt aufgewachsen und war zu seiner Zeit der Star des Ortes, der es sogar bis nach Kanada in die dortige Liga geschafft hat.


    Für Björnstadt ist Eishockey nicht nur ein Spiel. Nein, die Menschen lieben diesen Sport, der das Leben und die sozialen Strukturen ihrer Gemeinschaft prägt. Der Autor schafft es ganz wunderbar deutlich zu machen wie unterschiedlich die Beziehung Einzelner zu diesem Sport ist und was er für sie bedeutet.


    Umso dramatischer sind die Reaktionen als ein schlimmes Ereignis die Menschen vor die Wahl stellt. Ist ihre Loyalität dem Club und seinen Spielern gegenüber so stark, dass sie auch jegliche Moral und ihr Rechtsempfinden ignorieren?

    Hier wird die ganz eigene Dynamik von eingeschworenen Gemeinschaften in kleinen Orten deutlich.


    Anfangs habe ich das Buch einfach nur gerne gelesen und interessiert die einzelnen Menschen und Familien kennengelernt. So nach und nach hat mich die Geschichte immer mehr in ihren Bann gezogen und ich habe genauso wie die Zuschauer in der Geschichte bei den Wettkämpfen mitgefiebert.

    Doch als sich der Schwerpunkt der Geschichte durch ein unerwartetes Ereignis verlagert, wurde das Leseerlebnis unglaublich intensiv und emotional.


    Man muss die Fortsetzung nicht unbedingt lesen, denn das Ende könnte man durchaus so stehen lassen. Doch da ich wissen will, wie es weitergeht, warte ich sehnsüchtig auf Band 2.


    Fazit: Eine packende und sehr emotionale Geschichte, die noch lange nachhallt.


    10 begeisterte Eulen

    Amazon


    355 Seiten

    Beltz & Gelberg Verlag

    ET: 13.2.2019

    OT: Sadie


    Die packende Geschichte und der ungewöhnliche Erzählstil haben mich in ihren Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.


    Es beginnt mit dem Podcast, der nach und nach schildert, wie der Reporter West McCray von Sadies Geschichte und ihrem spurlosen Verschwinden erfährt. Er folgt Sadies Spuren und trifft unterwegs Menschen, die ihr begegnet sind. Diese Gespräche werden im Interview-Stil geschildert, so wie sie später als Podcast gesendet werden.


    Parallel dazu springt die Handlung immer wieder direkt zu Sadie und man erfährt aus ihrer Sicht, wie sie sich auf die Suche nach Keith, dem Mörder ihrer 13jährigen Schwester Mattie macht. Mattie war Sadies Lebensinhalt und sie lässt keine Zweifel offen, dass sie Keith töten wird, wenn sie ihn gefunden hat.


    Und so steuern die beiden Handlungsebenen im zeitlichen Abstand von fünf Monaten auf das gleiche Ziel zu – jemanden zu finden, der spurlos verschwunden ist.


    Die Geschichte, die sich nach und nach vor dem Leser ausbreitet, erzählt u.a. von Sadies schwieriger Kindheit. Sadie wirkt auf den ersten Blick recht rau und ruppig, doch die Liebe zu ihrer Schwester und ihr Stottern lassen sie weicher wirken, als sie selbst zugeben würde.


    Immer wieder gibt es Andeutungen, die auf bedrückende und schlimme Geschehen in der Vergangenheit und der Gegenwart hinweisen und die Autorin schafft es spielend, dass diese Andeutungen reichen um in mir die gleiche Wut zu schüren, die auch in Sadie schwelt.


    Obwohl mich das Ende überrascht hat und ich zuerst nicht wusste, wie ich damit umgehen soll, finde ich es sehr passend, denn es gibt einfach Themen, zu denen ein weichgespültes Ende nicht passt.


    Diese spannende und mitreißende Geschichte hat mich berührt und gefesselt und ich werde sie so schnell nicht vergessen.


    9 von 10 Punkten

    Amazon


    448 Seiten

    LYX Verlag

    ET: 31. Januar 2019

    OT: All in


    Band zwei der All-in-Duett Reihe


    Wer Band 1 gelesen hat, der weiß eigentlich genau, um was es in diesem Buch hauptsächlich geht, nämlich um Kacey und Theo.

    Doch bevor die beiden ein Paar werden können, müssen sie ihre Trauer und die Widerstände ihres Umfeldes überwinden.


    Kacey kommt mit Jonas Tod nicht klar. Sie erträgt es nicht mehr in Las Vegas, wo sie alles an ihn erinnert und zieht nach New Orleans. Doch auch der Umzug hilft ihr nicht mit ihrer Trauer und Einsamkeit klarzukommen und sie betäubt den Schmerz mit Alkohol, bis sie ohne ihn ihre Tage nicht mehr übersteht.

    Als Theo davon Wind bekommt lässt er alles stehen und liegen, um ihr beizustehen, so wie er es Jonah versprochen hat. Für Theo ist das alles andere als leicht, denn er liebt Kacey und weiß nicht, wie er das mit seinem Gewissen in Einklang bringen soll. Trotzdem ist er für sie da, genauso wie für seine Eltern.

    Immer wieder stellt er sein eigenes Leben und seine Wünsche hinten an und unterdrückt seine Trauer und seine Gefühle. Wie lange kann das gutgehen?


    Die Handlung verläuft in etwa so, wie ich es erwartet habe. Trotzdem wollte ich das Buch unbedingt lesen. Zum einen weil die Autorin einen angenehmen Schreibstil hat und zum anderen, weil ich unbeendete Geschichten nicht mag.

    Sie erzählt von Trauer, Familie, Freundschaft und Liebe und im Fokus stehen immer Kacey und Theo, die ihre Geschichte abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen.

    Ich hatte große und berührende Emotionen erwartet, doch der Funke ist nicht auf mich übergesprungen. Versteht mich nicht falsch, die Geschichte hat viele schöne und auch traurige Momente, doch mich hat es nicht richtig gepackt und mitgerissen.

    Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, weil es für mich die Geschichte abrundet und weil es schön war den Figuren aus Band 1 wieder zu begegnen.


    Von mir gibt es 8 Eulen

    Amazon

    • 368 Seiten
    • Piper Schicksalsvoll
    • ET: 11. Januar 2019
    • OT: The Peculiar Miracles of Antoinette Martin

    Das ist die Art von besonderer Geschichte, wie ich sie mag. Sie hat eine ganz eigene Stimmung - leicht surreal - mit Menschen, die besonders sind, so besonders, dass sie für andere nicht normal sind. Sie haben ihre eigene Welt, in der sie versinken. Für Lily sind es Zahlen und für Antoinette ist es die Natur, die für sie wie Musik klingt. Wenn sie Misstöne hört, gleicht sie diese aus, was für Mensch und Pflanze Heilung bedeutet, Antoinette aber viel Kraft kostet. Deshalb will sich ihre todkranke Mutter auch nicht von ihr helfen lassen, sondern bittet ihre Schwester Lily auf die heimische Blumenfarm zurückzukehren. Doch Lily hat selbst eine bipolare Störung und weiß nicht, ob sie der Herausforderung gewachsen ist und dabei ist dies nicht das einzige Problem, dem sie sich bei ihrer Rückkehr stellen müsste.

    Die Handlung wird aus der Sicht von Antoinette, ihrer Mutter Rose und deren Schwester Lily erzählt. Dadurch entsteht ein mehrdimensionales Bild des Geschehens und ich konnte die Personen und ihre Beziehungen zueinander besser verstehen und nachvollziehen.


    Grace, die Tochter der Autorin, war das Vorbild für Antoinette. Man merkt, dass es Stephanie Knipper wichtig ist, die Geschichte auch aus Antoinettes Sicht zu schildern, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie sie sich fühlt, was in ihr vorgeht und dass sie genauso vielschichtig und intelligent ist, wie jeder andere Mensch. Es geht hier weniger um medizinisch genaue Details, sondern mehr um das Leben mit einem Kind mit besonderen Bedürfnissen.


    Durch Antoinettes besondere Gabe bekommt das Buch einen märchenhaften Charakter und dürfte in die Kategorie magischer Realismus fallen. Doch es geht nicht nur um Antoinette, sondern auch Lily hat mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen, wodurch die Handlung etwas mehr in der Realität verankert wird.


    Dies ist Stephanie Knippers erstes Buch und ihre Art Geschichten zu erzählen und ihr Schreibstil haben mir sehr gut gefallen.


    9 von 10 Eulen

    Das Buch ist mir aufgefallen, als es 2012 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis stand.


    Da ich meistens reine Unterhaltungsliteratur lese, war ich gespannt, ob das Buch überhaupt etwas für mich ist und tatsächlich hatte ich Anlaufschwierigkeiten. Dadurch dass die Autorin in einem kurzen Satz oft eine wichtige Aussage auf den Punkt bringt, habe ich manche Sätze mehrfach gelesen und auf mich wirken lassen. Ich hatte das Gefühl, der Autorin und ihrer Sprache nicht gerecht zu werden, wenn ich das Buch einfach so schnell weglese.


    Doch irgendwann wurde die präzise Sprache von den Ereignissen in den Hintergrund gedrängt. Zum ersten Mal habe ich von „Hikikomori“ gehört, ein Phänomen in Japan, bei dem vor allem junge Menschen ihr Zimmer nicht mehr verlassen, weil sie das Gefühl haben, den Erwartungen der Gesellschaft und ihrer Familie nicht mehr gerecht zu werden. Sie verweigern sich und ziehen sich in ihr Schneckenhaus zurück, oft Monate oder Jahre.


    Taguchi ist ein solcher Hikikomori und als er sich nach über zwei Jahren wieder vor die Tür traut, trifft er auf einer Parkbank einen älteren Mann mit Anzug und Krawatte. Die beiden sitzen sich von da an täglich schweigend gegenüber, bis sie eines Tages ins Gespräch kommen. Da es einfacher ist, sich einem völlig Fremden anzuvertrauen, erzählen sie sich gegenseitig von den Dingen, die sie aus der Bahn geworfen haben und zeichnen dabei ein Bild des heutigen Japans, ein Land, in dem das gesellschaftliche Ansehen von größter Wichtigkeit ist. Doch hinter der Fassade der lächelnden Gesichter lauern manchmal Abgründe, Grausamkeit, Verzweiflung, Sehnsucht und vieles mehr.


    Immer wieder habe ich während des Lesens die Lektüre unterbrochen um zu googeln und mehr über die Auswüchse von sozialen Fehlentwicklungen in Japan zu erfahren.


    Am Ende habe ich tief bewegt das Buch zugeschlagen und über die Kunst der Autorin gestaunt, mit wenigen Worten und einer präzisen Sprache viel auszudrücken und auf 136 Seiten mehr zu erzählen als so mach anderer Autor in einem dicken Buch.


    10 von 10 Eulen

    Amazon


    352 Seiten

    HarperCollins Verlag

    ET: 4.1.2019

    OT: A Part of Me and You


    Eine Geschichte für alle, die emotionale und berührende Geschichten lieben und an die Macht des Schicksals glauben.


    Shelley hat vor 3 Jahren ihre 3jährige Tochter verloren. Sie kommt mit dem Schmerz und der Trauer einfach nicht klar, findet nicht zurück ins Leben. Als sie am Strand spazieren geht, trifft sie ein junges Mädchen, dass in Tränen aufgelöst im Regen sitzt. Die 15jährige Rosie macht in Killara in Irland Urlaub mit ihrer todkranken Mutter Juliette und ihre traurige Geschichte ist das erste was seit langem wieder das Herz von Shelley berührt.

    Juliette hingegen verzweifelt bei dem Gedanken, dass sie ihre geliebte Tochter bald alleine zurücklassen muss und möchte in diesem Urlaub ein paar unvergessliche Erinnerungen für Rosie schaffen. Doch das ist nicht der einzige Grund für diese Reise.


    Die Traurigkeit und Verzweiflung der beiden Frauen wird sehr eindringlich und intensiv geschildert. Juliette und Shelley erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht das Geschehen, wie sie sich fühlen und welche Gedanken ihnen durch den Kopf gehen. Sie sind beide Mütter, die mit ihren ganz eigenen Ängsten fertig werden müssen. Besonders Juliette hat mir sehr gut gefallen, denn trotz ihrer Diagnose zeigt sie eine bewundernswerte Stärke. Sie gibt anderen Kraft, obwohl sie eigentlich den Halt viel nötiger hätte.


    Die Geschichte zeigt wie grausam das Schicksal sein kann und wie selbstverständlich man das alltägliche Glück hinnimmt, bis es einem genommen wird. Doch zum Glück geht es im Leben und auch in diesem Buch immer wieder irgendwann bergauf, wenn man es zulässt.

    Bis auf ein paar kleine Längen habe ich das Buch gerne gelesen, vor allem, weil es mir bewusst gemacht hat, wie glücklich ich mich schätzen kann.

    8 von 10 Eulen

    Amazon


    352 Seiten

    Aufbau Taschenbuch Verlag

    ET: 7. Dezember 2018

    OT: Sea of Memories



    Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. 2014 lebt Ella in einem Seniorenheim. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit und damit ihre Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, bittet sie ihre Enkelin Kendra diese für sie aufzuschreiben. Und so wechselt die Handlung ins Jahr 1937 als die 17jährige Ella zum ersten Mal Christophe begegnet.

    Es ist eine unbeschwerte Zeit und es scheint klar zu sein, wie die Zukunft aussieht. Doch niemand hat mit dem 2. Weltkrieg gerechnet, der nicht nur die Zukunftspläne der beiden auf den Kopf stellt. Und so erfährt Kendra, wie es ihrer Großmutter während des Krieges erging und weit darüber hinaus.


    Immer wieder hatte ich das Gefühl zu wissen, wie die Handlung in etwa verlaufen wird und vor allem warum. Die Autorin hatte jedoch ganz andere Ideen und hat mich mehr als einmal überrascht. Es ist die Geschichte einer starken jungen Frau, die in schwierigen Zeiten schwere Entscheidungen treffen muss und die dabei eine ungeahnte Stärke zeigt, egal welche Steine das Schicksal ihr in den Weg legt.


    Von Anfang an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, denn die Handlung ist spannend, emotional und ab und zu auch dramatisch. Aber vor allem die Sprache der Autorin hat mit gefallen, die oft bildhaft und atmosphärisch das Geschilderte spürbar macht, wodurch auch die ruhigeren Abschnitte sehr schön zu lesen sind.


    Fazit: Die schöne und lesenswerte Geschichte einer starken Frau, in der es um die erste große Liebe, Familie und Loyalität geht.


    9 von 10 Eulen

    Amazon


    304 Seiten

    Bastei Lübbe

    ET: 30. November 2018

    978-3785726303

    OT: Every Note Played


    Der 45jährige Starpianist Richard erkrankt an ALS. Sie raubt ihm seine Passion das Klavierspiel und nach und nach noch mehr. Detailliert wird aus seiner Sicht beschrieben wie die Krankheit fortschreitet und wie er das immer entsetzter verfolgt. Der Rollstuhl, der bereits in seiner Wohnung steht, ist wie ein Mahnmal, dass ihn daran erinnert, wie seine Zukunft aussieht. Aber auch diese wird nicht allzu lange andauern, denn ALS ist unheilbar und seine restliche Lebensdauer begrenzt.


    Den Gegenpart bildet seine Frau Karina. Sie hat eine Karriere als Jazzpianistin aufgegeben, um für ihre Familie da zu sein. Während Richard zum gefeierten Star wird, verkümmert sie immer mehr in der Provinz und widmet sich voll und ganz der gemeinsamen Tochter Grace. Auch nach der Scheidung kann sie ihre Freiheit nicht genießen und lebt weiter wie bisher, ihren Groll gegen Richard hegend.


    Es ist faszinierend zu lesen, wie sich diese beiden Menschen, die nur noch die gemeinsame Vergangenheit verbindet, begegnen. Es wird abwechselnd aus ihren Perspektiven erzählt und es ist nur menschlich, dass sich jeder selbst so sieht, als ob er im recht wäre, als ob er der Betrogene ist. Karina wird von ihrem katholischen Glauben gelenkt. Ob das schon immer der Fall war? Ich bezweifle das, denn in der Vergangenheit scheint etwas vorgefallen zu sein, was nicht nur Richard anzulasten ist.


    In fast schon sachlichem Ton schildert die Autorin aus Richards Sicht, wie die Krankheit immer mehr seinen Körper übernimmt. Er wütet nicht, schreit nicht seine Wut hinaus. Nein, er ist entsetzt und oft auch beschämt, weil er so hilfsbedürftig ist. Und als ihm die Erfolge als Pianist verwehrt bleiben, wird ihm bewusst, welche wichtigen Dinge und Personen in seinem Leben, er achtlos zur Seite geschoben hat.


    Er hat nur noch einen Wunsch, Frieden zu schließen mit seiner Vergangenheit und auch Karina realisiert, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt um zu vergeben und um Verzeihung zu bitten. Aus ihrer Sicht erlebt man auch, was ALS für die Angehörigen eines Erkrankten bedeutet.


    Bisher wusste ich nur wenig über ALS. Durch diese Geschichte wurde mir bewusst, was die Diagnose für die Betroffenen bedeutet und obwohl der Verlauf der Krankheit nie reißerisch ausgeschlachtet wird, ist mir das Lesen nicht leichtgefallen. Es ist eine traurige und bedrückende Geschichte, die mir sehr zu schaffen macht.


    Im Nachwort geht die Autorin darauf ein, wie sie auf die Krankheit aufmerksam wurde, welche Menschen mit ALS ihre Erfahrungen mit ihr teilten und wie wichtig es ihr ist, die Forschung nach Heilmethoden zu unterstützen. Alle im Nachwort genannten ALS-Patienten sind inzwischen verstorben. Das führt vor Augen, dass es sich hier zwar um eine fiktive Geschichte handelt, die erschreckend realistisch ist.


    Fazit: Die traurige Geschichte eines an ALS erkrankten Pianisten.


    8 von 10 Eulenpunkte

    Amazon


    544 Seiten

    LYX Verlag

    ET: 30.11.2018

    OT: Dear Life


    Dear Life ist ein Programm, das Menschen wieder zurück ins Leben helfen soll. Menschen, die Probleme haben etwas hinter sich zu lassen, die trauern, unter Depressionen leiden und einfach die Freude am Leben verloren haben.

    In dieser Gruppe begegnen sich Holly, Daisy, Carter und Jace. Jeder von ihnen hat mit einem anderen Problem zu kämpfen und sie gehen mit sehr unterschiedlichen Einstellungen und Erwartungen zu den Treffen, wo sie sich neuen Aufgaben stellen müssen und ein Team bilden sollen, dass sich gegenseitig unterstützt.

    Ob jeder von ihnen zurück ins Leben findet?


    Es war die Grundidee von Dear Life, die mich neugierig auf das Buch gemacht hat. Doch diese Gruppe spielt zwar zwischendurch immer wieder mal eine Rolle, aber hauptsächlich geht es um die vier Hauptpersonen, ihr tägliches Leben, ihre Probleme und Gedanken. Die Autorin geht hier sehr ausführlich auf jeden Einzelnen ein, sodass man ein gutes Bild von jedem bekommt.


    So unterschiedlich wie die persönlichen Probleme hat die Autorin auch den Charakter der vier Protagonisten angelegt. Deshalb dauert es auch etwas, bis aus ihnen ein Team wird. Vor allem Carters ruppige Art und Daisys naive Lebenssicht haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht und die sehr emotionale Handlung etwas aufgelockert.


    Das Buch macht deutlich, dass durchaus Mut dazugehört sich seinen Problemen zu stellen und Hilfe zu suchen. Es ist in Ordnung wütend und verzweifelt zu sein, doch irgendwann sollte man sich dem Leben wieder öffnen. Man kann sich bei diesem Schritt zwar an die Hand nehmen lassen, doch muss man ihn am Ende doch selbst gehen.


    Die Handlung ist perfekt für Leserinnen, die gerne in emotionale und romantische Geschichten eintauchen, in denen die Männer zwar eine raue Schale aber einen sehr weichen Kern haben und dabei natürlich wahnsinnig gut aussehen.


    Fazit: Eine gefühlvolle Geschichte mit Herz und Humor.


    8 von 10 Eulen

    Amazon


    288 Seiten

    Aufbau Taschenbuch Verlag

    ET: 7.12.2018

    ISBN 978-3746634302


    Hinter „Anna Pfeffer“ steckt ein Autorinnenduo, dass auch unter dem Pseudonym „Rose Snow“ Bücher veröffentlicht. Und so ist „Unter uns nur Wolken“ die Neuauflage einer Ausgabe von 2016, die unter dem zweiten Pseudonym aufgelegt wurde.


    Inhalt

    Toms Großvater Florian hat Alzheimer. Deshalb muss er betreut werden, wenn Tom in seiner Bar arbeitet. Doch Florian kann ein richtig gemeines Ekel sein und vertreibt alle Pflegekräfte. Tom weiß genau, was sein Opa da treibt und ist verzweifelt, denn er möchte unbedingt für Florian da sein, schafft das aber nicht alleine.

    Dann taucht Ani auf und bewirbt sich um den Job. Sie braucht ihn unbedingt, denn sie steht ohne Wohnung da, weil sie ihren untreuen Freund verlassen hat. Florian versucht natürlich auch sie zu vertreiben und ist dabei wirklich kreativ und hinterhältig. Wird es ihm gelingen Ani in die Flucht zu schlagen, ohne Rücksicht darauf, dass sie Toms letzte Hoffnung ist?


    Meine Eindrücke

    Aufgrund der Kurzbeschreibung habe ich mir eine unterhaltsame Geschichte mit Herz und Humor erhofft und genau das habe ich auch bekommen. Florian ist ein verbitterter alter Mann, der an seiner Schwäche und dem Tod seiner geliebten Frau verzweifelt, denn die Krankheit hat ihn noch nicht völlig im Griff und er weiß meistens ganz genau was er tut und was ihm fehlt. Anfangs ist das oft noch recht lustig, bis einem das Lachen im Hals stecken bleibt, wenn er ohne jegliches Mitgefühl seine grausamen Spielchen treibt. Doch immer wieder lässt ihn sein Gedächtnis im Stich und zurück bleibt ein trauriger und einsamer Mensch.


    Es geht hier aber nicht nur um Florian, sondern auch um Ani und Tom, die ihre ganz eigenen Probleme haben. Jeder von Ihnen braucht auf seine Art und Weise Unterstützung und Hilfe.


    Mit viel Herzenswärme und Humor erzählt die Autorin die Geschichte dieser drei vom Leben geprüften Menschen. Die Story verliert nie ihre Leichtigkeit und lässt doch ahnen was Alzheimer für einen Menschen und sein Umfeld bedeutet.


    Diese schöne und unterhaltsame Geschichte habe ich gerne gelesen und dank des angenehm leichten Schreibstils der Autorin sind die Seiten nur so dahingeflogen.


    Von mir gibt es gute 8 von 10 Eulenpunkte

    Amazon


    199 Seiten (lt. Amazon)

    ET: 6.12.2018

    LYX Verlag


    „Verborgene Magie“ beinhaltet fünf Kurzgeschichten und ist zur Zeit nur als eBook erhältlich.


    Die fünf Geschichten sind sehr unterschiedlich und nur in „Ein fragwürdiger Klient“ spielt Kate die Hauptrolle. Da ich Saiman schon immer faszinierend fand, war diese Story für mich auch das Highlight.


    Erstaunt hat mich, dass ich „Magische Prüfungen“ schon kannte, denn sie wurde bereits in einem Buch der Reihe als Bonusgeschichte veröffentlicht. Da dies aber schon einige Zeit her ist, habe ich sie gerne noch einmal gelesen.


    Die restlichen Geschichten spielen zwar auch in Kates Welt, aber nicht in ihrem direkten Umfeld. Trotzdem sind sie nicht weniger interessant. Wie gewohnt gibt es Action, Emotionen, Humor und besondere magische Begabungen und Phänomene.


    Lediglich „Die Vergeltungsklausel“ hat mich nicht ganz überzeugt, aber das ist natürlich Geschmackssache.

    Die anderen Geschichten haben mir so gut gefallen, dass ich es richtig schade fand, dass sie so kurz sind.


    Insgesamt hat mich diese Sammlung an Kurzgeschichten gut unterhalten und mir ein paar interessante neue Eindrücke beschert.


    Von mir gibt es 8 von 10 Eulen